Glockenpaprika-Rezepte: gefüllt, gegrillt, mediterran und schnell
- Zum Füllen eignen sich Früchte mit großem Hohlraum und stabiler Form.
- Gefüllte Paprika: an allen Stellen, auch in der Füllung, mindestens 70 °C für 2 Minuten.
- Häuten: im Backofen erhitzen, bis die Haut Blasen wirft, kalt abschrecken, schälen.
- Auf dem Grill direkt über der Glut bräunen, nicht verkohlen.
- Paprika in Öl nie auf Vorrat: in den Kühlschrank und spätestens am Folgetag essen.
- Grüne Früchte schmecken herber, ausgefärbte süßer; Gemüsepaprika reift nicht nach.
Ein Korb voll Glockenpaprika gibt mehr her als ein einziges Rezept, wenn du die Früchte nach ihrer Form aufteilst. Ich sortiere sie gleich nach dem Waschen. Große Früchte mit geradem Boden kommen zum Füllen in die Ofenform, krumme wandern in Salat, Pfanne und Schmortopf. Hier findest du meine Rezepte für alle Wege, von gefüllt über gegrillt bis mediterran, dazu schnelle Gerichte für den Alltag.
Mit Glockenpaprika meine ich in diesen Rezepten die große, fleischige Gemüsepaprika mit weitem Hohlraum. Blockpaprika verwende ich genauso. Der Name ist allerdings nicht eindeutig, denn auch Capsicum baccatum wird als Glockenpaprika bezeichnet. Kaufst du Saatgut unter diesem Namen, schau auf den botanischen Namen auf der Tüte.
Vorbereiten und die passende Farbe wählen
Ich wasche die Früchte, halbiere sie und schneide Stiel, Kerngehäuse, lose Samen und die weißen Innenwände heraus. Frische Paprika erkennst du an einer festen, glatten Schale und einem festen Stiel; verschimmelte Früchte isst du nicht mehr. Mehr zum sicheren Umgang mit Paprika in der Küche steht im Ratgeber zu Paprika und Chili im Abschnitt Küche, Nährwerte und sicheres Verarbeiten.
Grüne Gemüsepaprika schmeckt herber bis leicht bitter, voll ausgereifte rote, gelbe und orange Früchte schmecken süßer und aromatischer. Für Rohkost und Salat nehme ich ausgefärbte Früchte, für Gulasch und Pfanne auch grüne.
Meine Lieblingsrezepte für gefüllte Glockenpaprika
Zum Füllen eignen sich blockige Früchte, weil sie einen großen Hohlraum und eine stabile Form haben. Paprika lässt sich mit Käse, Reis oder Hackfleisch füllen und dann im Ofen backen. Ich lege die Hälften mit der Öffnung nach oben in eine ofenfeste Form und gieße den Boden mit Brühe an, damit nichts ansetzt.
Gefüllte Paprika soll an allen Stellen, auch mitten in der Füllung, mindestens 70 °C erreichen und diese Temperatur 2 Minuten halten. Ich stecke dafür ein Einstichthermometer in die dickste Stelle der Füllung, statt mich auf die Farbe des Käses zu verlassen.
Der Klassiker mit Hackfleisch und Reis
Hackfleisch brate ich mit fein gewürfelter Zwiebel und zerdrücktem Knoblauch krümelig an. Danach mische ich gekochten Reis, Tomatenmark und verquirltes Ei unter. Gewürzt wird mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver. Die Masse kommt in die Paprikahälften, geriebener Käse obendrauf. Im Ofen backe ich sie, bis die Paprika weich ist und das Thermometer in der Füllung die nötige Kerntemperatur anzeigt.
Vegetarisch mit Quinoa, Gemüse und Feta
Gekochte Quinoa mische ich mit klein gewürfelter Zucchini, Möhren und Champignons. Petersilie, Basilikum, Olivenöl, Zitronensaft, Salz und Pfeffer bringen den Geschmack. Nach dem Füllen backe ich die Hälften, bis die Paprika weich ist. Zerbröckelten Feta streue ich erst zum Schluss darüber.
Mediterran mit Couscous, Feta und Oliven
Für diese Füllung vermenge ich gekochten Couscous mit zerbröckeltem Feta, gehackten schwarzen Oliven und fein geschnittenen getrockneten Tomaten. Geröstete Pinienkerne, Thymian und Oregano kommen dazu. Die gefüllten Hälften beträufle ich mit Olivenöl und backe sie, bis die Paprikaränder weich sind.
Gebackene Glockenpaprika mit Kräuterkruste
Paniermehl, gehackte Kräuter, geriebener Parmesan und Olivenöl ergeben eine krümelige Masse. Damit fülle ich halbierte Paprika und backe sie, bis die Kruste goldbraun und die Paprika weich ist. Dazu gibt es bei mir einen grünen Salat.
Türkische gefüllte Paprika: Biber Dolması
Für Biber Dolması bleiben die Paprika ganz. Ich schneide einen Deckel ab und hole das Kerngehäuse heraus. Die Füllung mische ich aus Reis, fein gewürfelten Zwiebeln, Tomaten und frischen Kräutern, auf Wunsch kommt Hackfleisch dazu. Anschließend stelle ich die gefüllten Paprika aufrecht in einen Topf, setze die Deckel wieder auf, gieße Wasser an und lasse sie zugedeckt schmoren, bis Reis und Paprika weich sind. Auch hier prüfe ich die Kerntemperatur der Füllung. Die Variante ohne Fleisch esse ich auch kalt, Reste stelle ich in den Kühlschrank.
Glockenpaprika in Salaten
Für Salate schneide ich die Paprika erst, wenn alles andere bereitsteht. Klein geschnittene Paprika isst du gleich oder stellst sie bis zum Anrichten in den Kühlschrank. Bei einer Beifußpollenallergie sind Kreuzreaktionen auf rohe Paprika möglich.
Gegrillter Paprikasalat
Ich halbiere die Paprika, entferne das Kerngehäuse und lege die Hälften mit der Haut nach oben aufs Blech. Unter dem Backofengrill erhitze ich sie, bis die Haut Blasen wirft. Danach schrecke ich sie kalt ab, ziehe die Haut ab und schneide das Fruchtfleisch in Streifen. Die Streifen kommen zu Blattsalat, Gurke, Tomaten und roten Zwiebeln. Das Dressing rühre ich aus Olivenöl, Balsamico, Honig und Senf, geröstete Pinienkerne geben Biss.
Paprika-Mozzarella-Salat
Grüne Früchte schmecken herber, und Gemüsepaprika reift nach der Ernte nicht nach. Eine grün gekaufte Frucht wird auf der Fensterbank also nicht mehr süß, deshalb nehme ich für diesen Salat nur voll ausgefärbte Paprika. Ich schneide sie in dünne Ringe, den Mozzarella in Scheiben, und lege beides abwechselnd auf einen Teller. Darüber kommen Basilikum, Olivenöl, Salz und frisch gemahlener Pfeffer. Wer mag, beträufelt alles zum Schluss mit Balsamico-Creme.
Für einen Paprika-Couscous-Salat würfelst du Paprika klein und mischst sie mit Couscous, Kräutern und Zitronensaft. Das Rezept dazu findest du bei den Rezepten mit Spitzpaprika.
Glockenpaprika vom Grill als Hauptgericht
Auf dem Grill lege ich Paprikastücke direkt über die Glut und wende sie, bis sie rundum gebräunt sind.
Paprika auf dem Rost liegen lassen, bis die Haut schwarz ist. Ziel beim Grillen ist Bräunen, nicht Verkohlen. Willst du die Haut abziehen, erhitzt du die Früchte besser im Backofen, bis die Haut Blasen wirft, und schreckst sie danach kalt ab.
Paprika-Halloumi-Spieße mit Joghurt-Dip
Paprika schneide ich in grobe Stücke, Halloumi in Würfel, und stecke beides abwechselnd auf Spieße. Bepinselt mit Olivenöl und gewürzt mit Oregano und Pfeffer, kommen die Spieße über die Glut. Ich wende sie, bis Käse und Paprika von allen Seiten gebräunt sind. Als Hauptgericht gibt es bei mir Fladenbrot dazu und einen Dip aus griechischem Joghurt, Zitronensaft und frischen Kräutern.
Gefüllte Paprika vom Grill
Die Füllungen aus den Ofenrezepten kannst du auch auf dem Grill garen. Ich lege die gefüllten Hälften in die indirekte Zone neben der Glut und schließe den Deckel. Gar sind sie, wenn die Paprika weich ist und das Thermometer in der Füllung dieselbe Kerntemperatur zeigt wie bei den Ofenrezepten.
Wickle gefüllte Paprika für den Grill in Alufolie. So verkohlt die Schale nicht, bevor die Füllung heiß ist.
Glockenpaprika in der mediterranen Küche
Für diese Gerichte brauchst du reife, ausgefärbte Paprika, Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch und Olivenöl.
Paprika-Gazpacho
Gazpacho ist eine kalte Suppe aus Andalusien. Rote Paprika, reife Tomaten, Gurke und rote Zwiebel würfle ich grob. Mit Knoblauch, eingeweichtem Weißbrot, Olivenöl, Essig, Salz und Pfeffer püriere ich alles fein. Kaltes Wasser gieße ich an, bis die Suppe die gewünschte Konsistenz hat. Danach kommt sie in den Kühlschrank, bis sie durch und durch kalt ist. Als Einlage streue ich fein gewürfeltes Gemüse darüber.
Peperonata
Paprika schneide ich in Streifen, Zwiebeln in Ringe, und schmore beides langsam in Olivenöl, bis die Paprika weich ist. Dann kommen gehackter Knoblauch, gewürfelte Tomaten und frischer Thymian dazu. Alles köchelt weiter, bis die Tomaten zerfallen, danach schmecke ich mit Salz und Pfeffer ab. Peperonata esse ich warm zu Gegrilltem und kalt als Brotaufstrich. Reste stelle ich in den Kühlschrank und esse sie am nächsten Tag.
Ratatouille
Für Ratatouille gare ich Paprika, Zucchini und Auberginen mit Zwiebeln, Knoblauch und Tomaten. Das Gemüse schneide ich in ähnlich große Würfel, damit es gleichmäßig gar wird. Abgeschmeckt wird zum Schluss mit Basilikum.
Spanische Tortilla mit Paprika
Paprika und Kartoffeln schneide ich in dünne Scheiben und brate sie langsam in Olivenöl, bis beides weich ist. Darüber gieße ich verquirlte Eier und lasse sie bei mittlerer Hitze stocken. Mit einem Teller wende ich die Tortilla und brate die andere Seite, bis die Eimasse ganz gestockt ist. Du kannst sie warm oder kalt essen.
Antipasti mit marinierten Paprikastreifen
Für die Antipasti-Platte häute ich rote und gelbe Paprika wie beim gegrillten Paprikasalat und schneide sie in Streifen. Mariniert werden sie mit Olivenöl, Knoblauch und frischen Kräutern. Dazu lege ich gegrillte Zucchini, Oliven, Mozzarella und Ciabatta auf die Platte.
Paprika, die du selbst in Öl einlegst, kann ein Botulismusrisiko bergen. Ich mariniere deshalb nur, was am selben oder am nächsten Tag gegessen wird, und stelle die Schale bis dahin in den Kühlschrank. Auf Vorrat lege ich Paprika nicht in Öl ein.
Schnelle Alltagsgerichte mit Glockenpaprika
Wenn es abends schnell gehen muss, greife ich zu diesen Pfannengerichten.
Paprika-Pfanne mit Hähnchen
Glockenpaprika und Hähnchenbrust schneide ich in mundgerechte Stücke und brate sie mit Zwiebeln in Öl an. Gewürzt wird mit Paprikapulver, Knoblauch und frischem Thymian. Das Hähnchen muss an allen Stellen durchgegart sein. Im Kern braucht Geflügel dafür mindestens 70 °C. Diese Kerntemperatur muss 2 Minuten lang anliegen. Ich serviere die Pfanne mit Reis und gebe Schmand dazu.
Vegetarisches Paprika-Curry
Paprika, Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer dünste ich in Öl an und rühre Currypaste ein. Mit Kokosmilch aufgegossen, köchelt alles, bis die Paprika weich ist. Gekochte Kichererbsen kommen zum Schluss dazu und müssen nur noch heiß werden. Dazu gibt es Basmatireis.
Glockenpaprika-Frittata
Gewürfelte Paprika brate ich mit Zwiebeln in einer ofenfesten Pfanne an. Verquirlte Eier gieße ich darüber und lasse die Masse bei mittlerer Hitze von unten stocken. Zum Schluss schiebe ich die Pfanne unter den Backofengrill, bis die Oberfläche fest ist. Die Frittata isst du warm oder kalt.
Paprika-Gulasch und internationale Klassiker
Paprika-Gulasch
Rindfleischwürfel brate ich portionsweise kräftig an und nehme sie wieder aus dem Topf. Im Bratfett dünste ich Zwiebeln und Knoblauch an, gebe Paprikastreifen und Paprikapulver dazu und lösche mit Rotwein ab. Dann kommt das Fleisch zurück, ich gieße Brühe an und lasse alles zugedeckt schmoren, bis das Fleisch zart ist. Dazu gibt es Kartoffeln.
Für ungarisches Paprikahuhn schmort Glockenpaprika mit Hähnchen in einer sahnigen Paprikasoße. Für mexikanische Fajitas brätst du Paprikastreifen mit Zwiebeln in einer heißen Pfanne und füllst sie in warme Tortillas. Beide Gerichte findest du mit weiteren Klassikern bei den sortenübergreifenden Paprikarezepten von der Suppe bis zum internationalen Klassiker.
Saucen und Dips: Pesto, Aioli und Frischkäse-Dip
Für Paprika-Pesto püriere ich geröstete, gehäutete Paprika mit Pinienkernen, Knoblauch, Parmesan und Olivenöl. Zitronensaft und Basilikum runden es ab. Selbst gemachte Paprika in Öl kann ein Botulismusrisiko bergen. Pesto rühre ich deshalb nur für den Bedarf an, stelle es in den Kühlschrank und esse es spätestens am Folgetag.
Paprika-Aioli, die kalt gegessen wird, rühre ich ohne rohes Ei an. Dafür püriere ich geröstete Paprika mit Knoblauch, ziehe sie unter Schmand und schmecke mit Salz und Zitronensaft ab.
Für einen cremigen Dip verrühre ich Frischkäse mit Schmand, gehackten Kräutern und pürierter gerösteter Paprika. Geräuchertes Paprikapulver bringt eine rauchige Note. Bis zum Servieren steht der Dip im Kühlschrank. Weitere Dips und Häppchen findest du bei den Fingerfood-Ideen mit kleinen Snackpaprika.
Paprika für später
Klein geschnittene Paprika kannst du ohne BlanchierenBlanchieren heißt, gewaschenes und klein geschnittenes Gemüse für wenige Minuten in sprudelnd kochendes Wasser zu geben und sofort in Eiswasser abzukühlen. So bereitest du die meisten Gemüsesorten auf das Einfrieren vor. einfrieren, portionsweise und möglichst ohne Lufteinschlüsse verpackt. Frische Früchte lagerst du kühl bei etwa 10 bis 12 °C, getrennt von Äpfeln und Tomaten. Wie du Glockenpaprika erntest und haltbar machst, liest du im Beitrag zu Ernte und Lagerung von Glockenpaprika, die Grundregeln zum Lagern stehen im Ratgeber zu Paprika und Chili.
Herkunft, Saison, Nährwerte und Anbau in Kürze
Herkunft: Gemüsepaprika der Art Capsicum annuum stammt aus Süd- und Mittelamerika und gelangte im 16. Jahrhundert nach Europa. Botanisch bildet sie Beeren, auch wenn wir die Früchte Schoten nennen. Mehr zur Pflanze steht im Kurzporträt im Ratgeber zu Paprika und Chili.
Saison: Bei Capsicum annuum reicht die Erntezeit von Juni bis Oktober. Den Jahreslauf vom Säen bis zur Ernte zeigt das Kurzporträt im selben Ratgeber.
Nährwerte: Die Nährwerttabelle der LWG Bayern gibt ihre Werte je 100 g verzehrbaren Anteil an. Rohe rote Paprika liegt dort bei Vitamin C, Ballaststoffen und Kalium über roher grüner, liefert aber auch mehr Energie. Die einzelnen Werte stehen im Ratgeber zu Paprika und Chili im Abschnitt zu Küche und Nährwerten.
Anbau: Wenn du Glockenpaprika selbst ziehen willst, säst du sie wegen der langen Anzuchtphase im Februar im Haus aus. Ins FreilandFreiland ist die offene Anbaufläche unter freiem Himmel, im Garten also das normale Beet. Anders als im Gewächshaus oder im begehbaren Folientunnel wachsen die Pflanzen dort ohne feste Schutzhülle. kommen die Pflanzen gewöhnlich nach den EisheiligenDie Eisheiligen sind die Namenstage von fünf Heiligen vom 11. bis 15. Mai. Bauernregeln zufolge häufen sich dann späte Frostnächte, deshalb gelten sie im Garten als Merkdatum für die Spätfrostgefahr. Mitte Mai, entscheidend bleibt das tatsächliche Wetter. Anzucht, Pflege und Ernte erklärt der Ratgeber zu Paprika und Chili, die Termine zum Abhaken liefert der Aussaatkalender für Paprika und Chili zum Ausdrucken.





