Neuseeländer Spinat richtig düngen: wenig Bedarf, gezielt nachdüngen
- Neuseeländer Spinat hat geringe Nährstoffansprüche, wächst aber am besten in gutem, nährstoffreichem Boden.
- Grunddüngung im Gemüsegarten: im Frühjahr höchstens 3 l Kompost je m², den Stickstoff beurteilst du gesondert.
- Nach der Ernte kann eine Stickstoff-Nachdüngung den Wiederaustrieb fördern.
- Zu viel oder zu später Stickstoff kann die Anreicherung von Nitrat fördern.
- Schwacher Wuchs und flächige Vergilbung, zuerst an älteren Pflanzenteilen, können auf Stickstoffmangel hindeuten.

Wer Neuseeländer Spinat reichlich düngt, gibt ihm mehr, als er braucht. Die Art hat geringe Nährstoffansprüche, und ein Zuviel an Stickstoff kann die Anreicherung von Nitrat fördern. Ich bereite das Beet deshalb mit Kompost vor und entscheide über jede Nachdüngung erst, wenn ich nach einer Ernte den Neuaustrieb angeschaut habe.
Wie viel Dünger braucht Neuseeländer Spinat?
Neuseeländer Spinat (Tetragonia tetragonioides) ist eine eigene Pflanzenart und nicht dieselbe Art wie der Gartenspinat. Im Jahreslauf der Blattgemüse deckt er die warme Jahreshälfte ab: Er keimt erst ab 15 °C und wird von Juni bis Oktober geerntet. Seine Nährstoffansprüche sind gering, am besten wächst er aber in gutem, nährstoffreichem Boden.
Für die Düngung heißt das: Er braucht ausreichend Nährstoffe im Boden, aber keine Extraportionen. Organischer Dünger, Mineraldünger oder eine Kombination aus beidem kommen dafür infrage. Gartenspinat wird beim Stickstoffbedarf als mittel eingeordnet. Düngst du Neuseeländer Spinat nach seinem Namen wie Spinat, gibst du ihm also eher mehr, als seine geringen Ansprüche verlangen.
Wie weit der Bedarf der Arten auseinanderliegt, von Feldsalat ohne besondere Düngung bis Chinakohl mit hohem Stickstoffbedarf, zeigt der Abschnitt zum Düngen im Überblick über Salate und Blattgemüse.
Organische Dünger wie Kompost oder HornmehlHornmehl ist fein gemahlenes Horn, das als organischer Stickstoffdünger verwendet wird. Es gibt den Stickstoff im Boden nach und nach frei, aber schneller als die gröberen Hornspäne. setzen ihre Nährstoffe überwiegend erst frei, nachdem Mikroorganismen sie umgesetzt haben. Lösliche Mineraldünger wirken meist schneller, werden aber auch leichter ausgewaschen.
Vor der Pflanzung: Beet vorbereiten und Grunddüngung
Neuseeländer Spinat bevorzugt leichten, nährstoffreichen Boden und verträgt schwach saure, neutrale und schwach alkalische Böden. Wie du Struktur, pH-Wert und Lockerung vorbereitest, liest du im Ratgeber dazu, welchen Boden Neuseeländer Spinat braucht. Den Überblick für alle Blattgemüse gibt der Abschnitt Standort und Boden im Überblick über Salate und Blattgemüse.
Grunddüngung mit Kompost
Für die GrunddüngungDie Grunddüngung ist die Düngergabe unmittelbar zu Beginn einer Kultur oder der Wachstumszeit. Was die Pflanzen danach noch brauchen, bekommen sie mit einer oder mehreren Nachdüngungen, den sogenannten Kopfdüngungen. im Gemüsegarten gelten im Frühjahr höchstens 3 l Kompost je m². Ich verteile den Kompost vor der Pflanzung und arbeite ihn leicht ein. Die Stickstoffversorgung beurteilst du davon getrennt. Wie viel Stickstoff du ergänzt, ergibt sich aus dem Bedarf der Kultur, abzüglich des mineralischen Stickstoffs im Boden und dessen, was der Boden nachliefert.
Für eine Bodenprobe im Gemüsebeet mischst du vor der Düngung 10 bis 15 Einzelproben aus 0 bis 25 cm Tiefe und gibst davon rund 500 g zur Untersuchung ab. Im Prüfbericht steht VersorgungsstufeDie Versorgungsstufe zeigt im Prüfbericht einer Bodenuntersuchung, wie gut dein Boden mit einem Nährstoff wie Phosphor, Kalium oder Magnesium versorgt ist. Die Stufen reichen von A (sehr niedrig) über C (anzustreben) bis E (sehr hoch) oder F (überhöht). C für eine ausreichende Versorgung. Bei Stufe E kann die Düngung mit dem betreffenden Nährstoff vorübergehend entfallen.
Stickstoff ergänzen: Hornspäne oder Hornmehl
Zeigt sich Stickstoffbedarf, werden für Gemüsebeete allgemein 60 bis 120 g HornspäneHornspäne sind ein organischer Stickstoffdünger und die gröbste Form der Horndünger. Mikroorganismen müssen sie im Boden erst abbauen; wegen der groben Körnung geben sie ihren Stickstoff langsamer frei als das feiner vermahlene Hornmehl. je m² als organische Stickstoffgabe genannt. Diese Spanne gilt für Gemüsebeete insgesamt und ist keine Vorgabe für Neuseeländer Spinat. Hornspäne werden erst über mehrere Monate umgesetzt. Da die Ernte von Juni bis Oktober läuft, kann eine Hornspäne-Gabe zur Pflanzung über die Erntezeit hinweg nachliefern.
Wenn du nach Bio-Regeln düngen willst, findest du die passenden Wege im Ratgeber, wie du Neuseeländer Spinat biologisch anbaust.
Zwischen Aussaat und erster Ernte
Gesät wird von März bis Juni, gepflanzt im Mai und Juni. Was die Pflanze vom Samen bis zur Ernte in jeder Phase braucht, beschreibt der Ratgeber vom Samen zur Ernte bei Neuseeländer Spinat. Die Saattermine aller Blattgemüse hast du im Aussaatkalender zum Ausdrucken im Blick.
In der Jugend entwickelt sich Neuseeländer Spinat langsam. Ich hacke in dieser Zeit regelmäßig zwischen den Pflanzen, bis die verzweigten Triebe den Boden bedecken. Diese Triebe kriechen am Boden und werden als Richtwert bis zu einem Meter lang.
Nachdüngen während der Erntezeit
Triebspitzen und Blätter erntest du etwa alle ein bis zwei Wochen, damit die Pflanze Seitentriebe bildet. Ich nehme dabei die jungen Blätter und Triebspitzen und lasse ältere Blätter stehen, weil sie scharf schmecken können. Nach der Ernte kann eine Stickstoff-Nachdüngung den Wiederaustrieb fördern. Ob ich nachdünge, entscheide ich erst, wenn ich gesehen habe, wie die Seitentriebe nachkommen.
Soll eine Nachdüngung noch in der laufenden Saison wirken, ist Hornmehl schneller als Hornspäne: Es ist in etwa 6 Wochen umgesetzt. Gegen Saisonende kommt aber auch Hornmehl womöglich zu spät. Die Ernte läuft im Oktober aus, und eine zu späte Stickstoffdüngung kann Nitrat anreichern, wenn die Pflanze den Stickstoff nicht mehr ins Wachstum steckt.
Mulchst du mit Stroh, räumst du grobe Reste vor der nächsten Bodenbearbeitung ab. Eingearbeitet bindet Stroh Stickstoff, den die Mikroorganismen für den Abbau verbrauchen.
Ich schreibe mir nach jedem Erntegang auf, wann ich geschnitten und ob ich nachgedüngt habe. So dünge ich im weiteren Verlauf nach meinen Notizen und nicht nach Gefühl.
Gießen gehört zur Pflege
Neuseeländer Spinat ist trockenheitsverträglich, bei trockenem Wetter wässerst du trotzdem etwas, weil das die Erntequalität verbessern kann. Wie du je nach Wachstumsphase und Wetter gießt und mulchst, zeigt der Ratgeber, wie du Neuseeländer Spinat richtig bewässerst und pflegst. Die Grundregeln für alle Blattgemüse stehen im Überblick über Salate und Blattgemüse unter Gießen und Pflegen.
Düngt man Spinat reichlich, steckt dann auch viel Nitrat darin?
Beim Stickstoff kann genau das passieren. Ein Überschuss kann die Anreicherung von Nitrat fördern und die Pflanzen anfälliger für Krankheiten und Schädlinge machen. Überdüngte Pflanzen können zum Beispiel stärker von Blattläusen befallen werden. Mehr Dünger heißt also nicht einfach mehr gesunde Ernte.
Spinat und Blattsalate wie Rucola können reich an Nitrat sein. Wird Blattgemüse unsachgemäß gelagert, können Mikroorganismen daraus Nitrit bilden. Lagere deine Ernte deshalb gekühlt und sauber. Beim Essen bleibt eine abwechslungsreiche Gemüseauswahl die Empfehlung.
Nährstoffmangel erkennen und gezielt ausgleichen
Schwacher Wuchs und flächige Vergilbung, die an den älteren Pflanzenteilen beginnt, können auf Stickstoffmangel hindeuten. Solche Zeichen sind Hinweise und keine Diagnose. Ich schaue deshalb zuerst, wo die Vergilbung anfängt, und lasse im Zweifel den Boden untersuchen. Eine Standard-Bodenuntersuchung ersetzt dabei keine gesonderte Messung des verfügbaren Stickstoffs.
Beim Lesen des Befunds hilft es, die Aufgaben der wichtigsten Nährstoffe zu kennen:
| Nährstoff | unterstützt in der Pflanze |
|---|---|
| Stickstoff | das Wachstum |
| PhosphorPhosphor ist ein Pflanzennährstoff, der eine zentrale Rolle im Energiehaushalt der Pflanze spielt und Bestandteil von Erbsubstanz und Zellmembranen ist. In der Praxis spricht man meist von Phosphat. | das Wurzelwachstum |
| Kalium | den Wasserhaushalt |
| MagnesiumMagnesium ist ein lebensnotwendiger Pflanzennährstoff, der im Blattgrün (Chlorophyll) jedes Blattes steckt. Fehlt Magnesium, vergilben die Blätter; diese Aufhellung heißt Chlorose. | die Bildung des Blattgrüns |
Zeigt der Befund bei einem Nährstoff einen Überschuss und bei einem anderen einen Mangel, ergänzt du nur die fehlenden Nährstoffe gezielt mit Einzelnährstoffdüngern. Vermutest du einen Spurenelementmangel, prüfst du zusätzlich pH-Wert und BodengefügeDas Bodengefüge beschreibt, wie die festen Teilchen im Boden angeordnet sind und zusammenhalten, etwa lose als Einzelkörner oder zu Krümeln verklebt. Davon hängt ab, wie viele Hohlräume für Luft, Wasser und Wurzeln bleiben.. Sind die Gehalte ausreichend, aber schlecht verfügbar, rechtfertigt das keinen weiteren Bodendünger.
Bittersalz oder PflanzenjauchePflanzenjauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Pflanzen wie Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch, die in Wasser gären. Ihre Nährstoffe stehen den Pflanzen schnell zur Verfügung. werden gern als schnelle Hilfe gegen blasse Blätter genannt. Ohne Befund weißt du aber nicht, ob überhaupt der Nährstoff fehlt, den sie liefern sollen.
Blasse Pflanzen ohne Befund mit Stickstoff versorgen. Ist gar kein Stickstoff knapp, kann die Extragabe die Anreicherung von Nitrat und den Befall durch Schädlinge fördern.



