Gemüse · Salate & Blattgemüse · Pflege

Rauke bewässern: Menge, Zeitpunkt und Gießwasser für Beet und Topf

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Rauke wurzelt flach und braucht eine gute Wasserversorgung, Staunässe verträgt sie aber nicht.
  • Gieß nach Bodenprobe statt nach Kalender: vorsichtig nachgraben und die Feuchte im Wurzelbereich prüfen.
  • Für Salate im Gemüsegarten gelten morgens 10 bis 15 l Wasser je m² und Gießgang als Orientierung.
  • Morgens direkt in den Wurzelbereich gießen, damit weniger Wasser verdunstet und die Blätter wenig benetzt werden.
  • Regenwasser nur von unproblematischen Dächern nehmen und kein aufbereitetes Abwasser an roh gegessene Rauke geben.

Rauke wurzelt flach und braucht eine gute Wasserversorgung, Staunässe verträgt sie aber nicht. Beim Gießen hast du deshalb zwei Dinge im Blick: genug Feuchte im Wurzelbereich und keinen nassen Boden. Bevor ich Rauke gieße, grabe ich neben der Reihe mit dem Finger vorsichtig nach.

Das gilt für beide Pflanzen, die als Rucola angeboten werden: die breiter und gebuchtet belaubte Gartenrauke und die schmal und stark gezähnt belaubte Wilde Rauke. Hier liest du, wie viel und wann du gießt, welches Wasser passt und was sich bei Wetter, Anbauort und Jahreszeit ändert.

Wie viel Wasser braucht Rauke?

Salat-Rauke verträgt trockene bis frische Bedingungen und will einen durchlässigen Boden. Gleichzeitig wurzelt Rauke flach und braucht eine gute Wasserversorgung ohne Staunässe. Für dich heißt das: den Wurzelbereich gut versorgt halten, den Boden aber nie vernässen.

Kurz erklärt

Die Feuchtezahl nach Ellenberg ordnet Pflanzen auf einer Skala von 1 für Trockenheitszeiger bis 9 für Nässezeiger ein. Salat-Rauke hat die Feuchtezahl 4. Eine Pflanze für nasse Standorte ist sie damit nicht.

Wie viel eine Gabe bringen muss, hängt von der aktuellen Bodenfeuchte, dem Wetter, dem Wasserspeichervermögen deines Bodens, der Wurzeltiefe und dem Entwicklungsstadium ab. Diese allgemeinen Werte geben dir einen Anhaltspunkt:

Orientierung Wofür sie gilt Vorbehalt
10–15 l Wasser je m² und Gießgang Salate im Gemüsegarten, morgens gegossen, zur Vorbeugung gegen Salatfäulen Wert für Salate allgemein
10–20 l Wasser je m² und Gießgang eingewachsene Gartenpflanzen bei Trockenheit an Boden und Pflanzenbedarf anpassen
etwa 20–25 l Wasser je m² ein durchdringender Gießgang im Gemüsebeet allgemeine Orientierung, keine Wochenmenge für eine bestimmte Art

Für mein Rauke-Beet nehme ich den Salatwert als Ausgangspunkt. Nach dem Gießen grabe ich nach und sehe, wie tief das Wasser eingedrungen ist. Die artübergreifenden Grundlagen stehen im Abschnitt über das Gießen und Pflegen von Salaten und Blattgemüse.

Aussaatkalender Rauke
GartenkalenderVorkultur: Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember; Aussaat: März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November; Ernte: März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, OktoberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: JanuarVorkultur: FebruarVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: JuniVorkultur: JuliVorkultur: AugustVorkultur: SeptemberVorkultur: OktoberVorkultur: NovemberVorkultur: DezemberAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliAussaat: AugustAussaat: SeptemberAussaat: OktoberAussaat: NovemberErnteErnte: MärzErnte: AprilErnte: MaiErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberVorkulturAussaatErnte

Wie oft gießt du Rauke?

Einen festen Rhythmus gibt es nicht, denn Gießabstände richten sich nach Bodenart und Witterung. Gieß deshalb nach Bodenprobe statt nach Wochentag. Grab neben der Reihe vorsichtig nach: So siehst du, ob der Wurzelbereich noch feucht ist und wie tief die letzte Gabe gekommen ist.

Da Rauke flach wurzelt und sich die Gießmenge auch nach der Wurzeltiefe richtet, zählt für sie vor allem die obere Bodenschicht. Dort prüfst du die Feuchte zuerst.

Mini-Checkliste

Bevor du gießt, gehst du diese Punkte durch.

  • Nachgraben und prüfen, ob der Wurzelbereich noch feucht ist.
  • Wetterbericht ansehen: Ist ergiebiger Regen angekündigt?
  • Bei welken Blättern zuerst die Bodenfeuchte prüfen.
  • Im Topf kontrollieren, ob die Abzugslöcher frei sind.
  • Morgens gießen, direkt in den Wurzelbereich.

Wann und wie gießt du Rauke?

Gieß möglichst morgens und direkt in den Wurzelbereich. So verdunstet weniger Wasser, die Blätter werden weniger benetzt, und Pflanzen und Boden trocknen tagsüber ab. Bring möglichst viel Wasser auf den Boden und möglichst wenig auf die Blätter. Welche Methode passt, hängt davon ab, ob du eine Aussaat oder stehende Pflanzen gießt.

Methode Wofür sie passt Worauf du achtest
Gießkanne mit feiner Brause Aussaaten flächig benetzen feiner Strahl, damit die Samen nicht weggeschwemmt werden
Gießkanne am Pflanzenfuß stehende Rauke gezielt versorgen Wasser auf den Boden, nicht auf die Blätter
Tropfbewässerung Wasser gezielt an die Pflanzen bringen, wassersparend Filter einbauen, weil Tropfer verstopfen oder verkalken können
Perlschlauch Wasser entlang der Reihe am Boden abgeben Abgabe kann ungleich sein, Laufzeit am Bestand ermitteln
Beregnung von oben Aussaatflächen gleichmäßig benetzen erhöht Blattnässe und Krankheitsdruck
Tipp

Lass den Perlschlauch laufen und grab danach an mehreren Stellen entlang der Reihe nach. So findest du die Laufzeit, bei der jede Stelle genug Wasser bekommt.

Welches Wasser eignet sich für Rauke?

Leitungswasser ist grundsätzlich ein hochwertiges Gießwasser. Verschwende es trotzdem nicht und nimm gesammeltes Regenwasser, wo du welches hast. Regenwasser eignet sich, wenn es von unproblematischen Dachflächen stammt. Abläufe von Kupfer-, Zink- und herbizidbehandelten Bitumendächern schließt du aus.

Achtung

Junge Rauke-Blätter isst du roh im Salat. Bodennah wachsender, roh verzehrter Salat sollte wegen möglicher Krankheitserreger nicht mit aufbereitetem Abwasser gegossen werden. Aufbereitetes Grauwasser aus dem Haushalt gehört deshalb nicht an deine Rauke.

Wie passt du das Gießen an Wetter und Jahreszeit an?

Der Wasserbedarf im Beet hängt von Wärme, Niederschlag, Substrat und einer sonnigen oder windigen Lage ab. Ist ergiebiger Regen angekündigt, kannst du eine geplante Gabe verschieben, solange die Rauke bis dahin ausreichend versorgt ist. Den Regenmesser lese ich ab, bevor ich die Kanne fülle.

Zahl im Blick

1 mm Niederschlag entspricht 1 l Wasser je m² Beetfläche. Den Regenmesser vergleichst du also direkt mit den Litern, die du sonst je m² gießen würdest.

Rauke säst du von März bis August. Wie lange sie bis zur Ernte steht und worauf du beim Gießen achtest, hängt von der Jahreszeit ab:

Jahreszeit Kulturzeit bis zur Ernte Worauf du beim Gießen achtest
Frühjahr etwa 7 Wochen Saat mäßig feucht halten, mit feinem Strahl gießen
Sommer Ernte bereits nach 3 Wochen möglich morgens bodennah gießen, vorher die Feuchte im Wurzelbereich prüfen
Herbst etwa 7 Wochen Regen anrechnen, erst nach der Bodenprobe gießen

Rauke steht sonnig bis im lichten Halbschatten und bevorzugt im Sommer etwas Schatten. Eine sonnige oder windige Lage erhöht den Wasserbedarf. Windschutz und Schatten behandelt der Beitrag darüber, wie du ein passendes Mikroklima für Rauke schaffst. Die Saattermine hast du mit dem Aussaatkalender für Salate und Blattgemüse zum Ausdrucken zur Hand.

Von der Saat bis zur Ernte: Wie ändert sich der Wasserbedarf?

Am besten keimen die Samen bei 15 bis 20 °C. Die Keimdauer liegt bei 5 bis 21 Tagen. In dieser Zeit hältst du die Saat mäßig feucht und gießt mit feinem Strahl, damit die Samen nicht weggeschwemmt werden. Für Aussaaten eignet sich eine flächige Benetzung.

Setzt du vorgezogene Rauke, gießt du sie an. Der Wurzelballen braucht dabei guten Kontakt zum umgebenden Boden und darf nicht austrocknen. Stehen die Pflanzen, gießt du gezielt am Pflanzenfuß.

Marias Erfahrung

Die Saatreihe gieße ich mit der feinen Brause, bis die Pflänzchen stehen. Danach gieße ich mit der Kanne direkt an den Fuß der Reihe.

Worauf es beim Schneiden ankommt, erklärt der Beitrag darüber, wie du Rauke bis in den Herbst erntest.

Beet, Hochbeet, Topf oder Gewächshaus: Was ändert sich?

Im Beet

Im Beet rechnest du Regen an und gießt nach der Bodenprobe. Ist die Oberfläche verkrustet, hackst du sie oberflächlich auf. Das verbessert das Eindringen von Regenwasser und verringert den ungünstigen Einfluss der Kruste auf den Wasserhaushalt.

Im Hochbeet

Im Hochbeet hält eine Mulchschicht aus Stroh die Feuchtigkeit länger im Boden. Ob gegossen werden muss, zeigt dir auch hier das Nachgraben.

Im Topf und Balkonkasten

Rauke eignet sich für den Topf. Das Gefäß braucht Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser abläuft und keine wurzelschädigende Staunässe entsteht. Kleine Gefäße musst du häufiger gießen, größere speichern mehr Wasser und verlängern so die Gießabstände. Als Substrat passen faserreiche, möglichst torffreie Kompostsubstrate, die Luft, Wasser und Nährstoffe gut speichern. Wasser, das nach dem Gießen im Untersetzer steht, gieße ich weg.

Im Gewächshaus und Frühbeet

Unter Glas fällt kein Regen, jede Gabe kommt von dir. Gieß auch dort morgens und bodennah, damit Pflanzen und Boden tagsüber abtrocknen. Regelmäßiges, reichliches Lüften gehört unter Glas zur Vorbeugung gegen Mehltau.

Zu trocken oder zu nass: Woran erkennst du es?

Welke Blätter können bei Trockenstress auftreten, aber auch bei beginnender Wurzelfäule. Prüf deshalb die Bodenfeuchte, bevor du zusätzlich gießt. Diese Beobachtungen helfen dir beim Einordnen:

Was du siehst Boden beim Nachgraben Kann hindeuten auf Was du tust
Blätter welken trocken Trockenstress morgens durchdringend in den Wurzelbereich gießen
Blätter welken nass beginnende Wurzelfäule Gießen aussetzen, im Topf den Wasserabzug prüfen
Wasser dringt schlecht ein, Oberfläche hart darunter trocken Bodenkruste Oberfläche oberflächlich aufhacken
Wasser steht im Untersetzer nass drohende Staunässe Wasser weggießen, Abzugslöcher freihalten
Häufiger Fehler

Welke Rauke ohne Bodenprobe gießen. Welke kann auch bei beginnender Wurzelfäule auftreten, und auf nassem Boden gießt du dann nicht nach.

Boden, Nachbarn und Nährstoffe: Was das Gießen erleichtert

Boden und Mulch

Rauke will einen durchlässigen Boden, in dem sich kein Wasser staut. Eine Mulchdecke vermindert die Verdunstung, Saatrillen und Jungpflanzen lässt du dabei frei. Wie du den Boden lockerst, mit Kompost verbesserst und mulchst, steht im Beitrag darüber, wie der Boden für Rauke beschaffen sein sollte.

Mischkultur

Mischkultur kann ihre Vorteile nur entfalten, wenn Bodenversorgung, ausreichender Pflanzenabstand und Wasserversorgung für alle beteiligten Kulturen stimmen. Eine geschlossene Pflanzendecke beschattet den Boden und kann so die Verdunstung vermindern. Nachbarn prüfst du im Mischkultur-Planer, dein ganzes Beet planst du im Beetplaner.

Nährstoffe

Kalium unterstützt den Wasserhaushalt der Pflanze, Stickstoff das Wachstum. Zu viel Stickstoff kann die Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge erhöhen. Wann und womit du nachlegst, erklärt der Beitrag darüber, wie du Rauke ohne Überdüngung versorgst.

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Häufige Fragen

Wie oft sollte Rauke bewässert werden?
Einen festen Rhythmus gibt es nicht, weil sich die Gießabstände nach Bodenart und Witterung richten. Grab vor dem Gießen neben der Reihe vorsichtig nach und prüf, ob der flache Wurzelbereich noch feucht ist. Rauke braucht eine gute Wasserversorgung, Staunässe verträgt sie aber nicht.
Welche Wassermenge benötigt Rucola?
Boden, Wetter und Wurzeltiefe bestimmen den Wasserbedarf. Für Salate im Gemüsegarten gelten morgens 10 bis 15 l Wasser je m² und Gießgang als Orientierung. Ob die Gabe gereicht hat, zeigt dir das Nachgraben: Du siehst, wie tief das Wasser eingedrungen ist.
Wie passt man die Rauke-Bewässerung an verschiedene Jahreszeiten an?
Im Frühjahr hältst du die Saat mäßig feucht und gießt mit feinem Strahl, damit die Samen nicht weggeschwemmt werden. Im Sommer richtet sich der Bedarf nach Wärme, Sonne und Wind, und Rauke steht dann gern etwas schattig. Im Herbst rechnest du Regen an und gießt erst nach der Bodenprobe.
Worin unterscheidet sich die Bewässerung von Rauke im Freiland von der Topfkultur?
Im Topf muss überschüssiges Wasser durch Abzugslöcher ablaufen, sonst droht wurzelschädigende Staunässe. Kleine Gefäße gießt du häufiger als große, weil größere mehr Wasser speichern. Im Beet rechnest du Regen mit an und prüfst die Feuchte durch Nachgraben.
Was sind die Unterschiede zwischen Tröpfchenbewässerung und klassischem Gießen bei Blattgemüse?
Tropfbewässerung bringt das Wasser gezielt an die Pflanzen und spart Wasser, braucht aber einen Filter gegen verstopfte oder verkalkte Tropfer. Mit der Gießkanne benetzt du Aussaaten flächig und gießt stehende Pflanzen direkt am Fuß. Beregnung von oben benetzt Aussaaten zwar gleichmäßig, erhöht aber Blattnässe und Krankheitsdruck.
Welche Warnsignale zeigt Rauke bei Wassermangel oder Staunässe?
Welke Blätter sind kein eindeutiges Signal, denn sie können bei Trockenstress und bei beginnender Wurzelfäule auftreten. Prüf deshalb zuerst die Bodenfeuchte. Ist der Boden trocken, gießt du morgens durchdringend in den Wurzelbereich; ist er nass, setzt du aus und sorgst im Topf für freien Wasserabzug.
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