Sommerportulak als Bodendecker: Vorteile, Nachteile und Alternativen
- Sommerportulak bleibt mit 10 bis 20 cm niedrig und kann dichte Bestände bilden.
- Er ist einjährig und nicht winterhart, deshalb bedeckt er den Boden nur im Sommer.
- Dichte Bestände können Gemüse wie Kohlrabi verdrängen, gejätete Pflanzen wachsen nach dem Gießen leicht wieder an.
- Wer jung und vor der Blüte erntet, bekommt zarte Blätter und bremst das Aussamen.
- Für eine dauerhafte Bodendecke passen kriechender Thymian in voller Sonne und Günsel im Schatten.

Du hast eine sonnige, trockene Fläche, die im Sommer kahl liegt, und suchst etwas Niedriges, das schnell zuwächst und sogar in die Küche passt. Sommerportulak erfüllt das, bringt aber zwei Haken mit: Er ist nicht winterhart, und er sät sich aus. Ich setze ihn deshalb als BodendeckerBodendecker sind niedrige, flächig wachsende Pflanzen, die in größeren Gruppen gepflanzt eine dichte Pflanzendecke bilden. Sie bedecken den Boden und lassen unerwünschten Wildkräutern wenig Platz. ein, aber nur auf Flächen, die ich klar begrenzen kann.
Sommerportulak (Portulaca oleracea) ist einjährig und blüht gelb. Mit dem winterharten Winterportulak ist er nicht zu verwechseln, denn das sind zwei verschiedene Pflanzenarten. Wie die Blattgemüse untereinander zusammenhängen, zeigt der Abschnitt zu Familien und Typen der Salate und Blattgemüse.
Lohnt sich Sommerportulak als Bodendecker?
Für sonnige, klar begrenzte Flächen und für Lücken im Sommer lohnt er sich. Als dauerhafte Bodendecke taugt er nicht, weil er jedes Jahr neu starten muss und im Winter fehlt. Dafür passen andere Pflanzen, die ich weiter unten vorstelle.
Was Sommerportulak als Bodendecker leistet
Diese Eckdaten entscheiden, ob Portulak deine Fläche füllt:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Wuchshöhe | 10 bis 20 cm |
| Wuchsbreite | 20 bis 30 cm |
| Abstände | ReihensaatReihensaat ist eine Saatweise, bei der die Samen in flache, gerade Rillen gesät werden, sodass die Pflanzen später in Reihen stehen. Gegenüber der Breitsaat, bei der die Samen flächig ausgestreut werden, erleichtert sie die Pflege. direkt ins Beet, 8 bis 10 cm in der Reihe, 20 bis 30 cm Reihenabstand |
| Kulturdauer | 28 bis 42 Tage |
| Aussaat | April bis August |
| Mindesttemperatur zum Keimen | 20 °C |
| Blütezeit | Juni bis September |
| Erntezeit | Mai bis September |
| Winterhart | nein |
| Licht | sonnig |
Portulak bleibt niedrig und kann dichte Bestände bilden. Mit seiner kurzen Kulturdauer gehört er zu den schnellen Arten, die Lücken zwischen langsamer wachsenden Kulturen füllen können. In einer Mischkultur beschattet eine geschlossene Pflanzendecke den Boden und vermindert so die Verdunstung.
Genügsam ist er auch. Etablierte Pflanzen vertragen Trockenheit und kommen sogar mit armen, verdichteten Böden zurecht. Für die kurze Kultur zur Küchenernte braucht er keine zusätzliche Düngung. Dazu kommt der Nutzen für Küche und Garten: Blätter und Stängel sind essbar, und die Pflanze gilt als nützlingsfreundlich.
Eine Portulakpflanze wird 20 bis 30 cm breit, und genauso weit liegen die Reihen auseinander. Ausgewachsen können sich die Reihen deshalb schließen, sodass aus der Reihensaat eine grüne Fläche wird.
Die Nachteile: wo Portulak zum Problem wird
Er bedeckt den Boden nur im Sommer
Sommerportulak keimt erst ab 20 °C. Winterhart ist er nicht, und geerntet wird er bis in den September. Zusammen heißt das: Er deckt den Boden nur in der warmen Jahreshälfte, vom Herbst bis ins späte Frühjahr liegt die Fläche offen. Wer die Decke jedes Jahr will, sät neu oder lässt ihn aussamen, und genau dieses Aussamen bringt ihm den Ruf als Unkraut ein.
Er kann Gemüse verdrängen
Portulak kann dichte Bestände bilden und dabei Gemüsepflanzen wie Kohlrabi verdrängen. Was auf einer freien Fläche erwünscht ist, wird im Gemüsebeet zur Konkurrenz um Platz. Lässt du ihn bis zur SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen. stehen, können im nächsten Jahr Pflanzen an Stellen auftauchen, die du nicht geplant hast.
Warum Portulak als Unkraut gilt
Den Unkrautruf erklären drei Eigenschaften: Er kann Gemüse verdrängen, er sät sich aus, und ausgerissene Pflanzen können nach einer Bewässerung leicht wieder anwachsen. Samenhaltige Unkräuter nimmst du grundsätzlich nicht zum Mulchen. Gejäteter Portulak gehört deshalb nicht als Mulch aufs Beet: Er kann dort wieder anwachsen und, wenn er schon Samen trägt, für neue Pflanzen sorgen.
Sommerportulak kann mit der giftigen niederliegenden Wolfsmilch verwechselt werden, deren weißer Milchsaft die Haut reizt. Taucht ein niedriger Pflanzenteppich an einer ungeplanten Stelle auf, erntest du nur, was du sicher als Portulak erkennst, und sortierst den Rest aus. Auch das Portulakröschen gehört nicht in die Salatschüssel: Es ist eine Zierblume, kein Salat.
Schatten, Nässe und lange Trockenheit
Portulak braucht einen sonnigen Platz, für schattige Ecken ist er die falsche Wahl. An nassen Standorten können Stängel- oder Wurzelfäulen auftreten. Trockenheit verträgt er, doch längere Trockenheit kann die Blattqualität mindern. Das zählt vor allem, wenn du den Bodendecker auch essen willst.
So hältst du die Ausbreitung im Griff
Entscheidend ist der Zeitpunkt: Entferne unerwünschte Pflanzen vor der Samenreife, damit sie nicht aussamen. Für zarte Blätter erntest du Sommerportulak ohnehin jung und vor der Blüte, weil er danach bitter werden kann. Beides fällt zusammen: Wer für die Küche rechtzeitig erntet, bremst zugleich das Aussamen.
Ich schneide die Triebe in meinen Portulakreihen, bevor sich Blüten zeigen. Willst du einzelne Pflanzen für Insekten blühen lassen, nimmst du sie vor der Samenreife heraus. Gejätete Pflanzen sammle ich im Eimer und trage sie vom Beet, statt sie auf feuchter Erde liegen zu lassen.
So bleibt Portulak dort, wo du ihn haben willst.
- Nur dort säen, wo du die Fläche klar begrenzen kannst.
- Triebe jung und vor der Blüte ernten.
- Pflanzen, die du nicht willst, vor der Samenreife entfernen.
- Gejätetes vom Beet tragen und nicht als Mulch verwenden.
- Unbekannte niedrige Pflanzen aussortieren statt ernten.
Portulak gestalterisch einsetzen
Wo er gut passt
Gut passt Portulak dort, wo die Fläche von selbst begrenzt ist, also im Hochbeet und im Topf. Jedes Gefäß braucht einen Wasserablauf gegen Staunässe. Für Portulak zählt das doppelt, weil an nassen Standorten Stängel- oder Wurzelfäulen auftreten können.
Im Gemüsebeet setzt du ihn als schnelle ZwischenkulturEine Zwischenkultur ist eine schnell wachsende Gemüsekultur, die gleichzeitig mit einer langsam wachsenden Hauptkultur auf dem Beet steht, meist in Reihen dazwischen. Sie ist geerntet, bevor die Hauptkultur den ganzen Platz braucht. in Lücken. Dann erntest du ihn, bevor die langsamere HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant. ihren vollen Platz braucht, denn dichte Portulakbestände können Gemüse wie Kohlrabi verdrängen. Mischkultur kann Vorteile bringen, wenn Boden, Abstände und Wasserversorgung für alle Beteiligten stimmen, garantiert ist dabei nichts. Welche Nachbarn sich eignen, zeigt der Ratgeber über passende Partner für Sommerportulak im Mischkulturbeet. Geplante Nachbarschaften prüfst du im Mischkultur-Planer.
Wo er nicht hingehört
- in schattige Ecken, weil er Sonne braucht,
- in Senken, in denen Wasser steht,
- direkt neben Gemüse wie Kohlrabi, wenn du ihn dort nicht rechtzeitig erntest,
- auf Flächen, die das ganze Jahr bedeckt sein sollen.
Ich säe Portulak nur in Reihen an Beeträndern, an denen ich beim Gießen ohnehin vorbeikomme. Pflanzen außerhalb der Reihe fallen mir dort auf, und ich ziehe sie, solange sie klein sind.
Alternativen: dauerhaft oder im Winter bedecken
Sommerportulak deckt eine Saison ab. Soll eine Fläche länger grün bleiben, passen andere Lösungen:
| Deine Situation | Alternative | Das spricht dafür |
|---|---|---|
| vollsonnig, leichter Boden, dauerhaft | kriechender Thymian | dauerhafter Bodendecker für vollsonnige, leichte Böden |
| schattiger Bereich, dauerhaft | Günsel | dauerhafter Bodendecker für schattige Bereiche |
| dieselbe Fläche im Winter | Winterportulak | winterhart, sonnig bis halbschattig, über den Winter mehrfach zu ernten |
| geräumtes Beet | GrüneinsaatGrüneinsaat ist die Aussaat einer Gründüngung, etwa Gelbsenf, Phacelia oder Ackerbohne, auf einem abgeernteten Beet. Die Pflanzen halten den Boden über Herbst und Winter bedeckt, schützen ihn und verbessern seine Struktur., zum Beispiel Phacelia | Grüneinsaaten schützen den Boden besonders über Winter, Phacelia bedeckt freie Beete rasch und liefert Insektennahrung |
| offener Boden zwischen Gemüse | Mulchdecke | vermindert die Verdunstung und kann BeikräuterBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt. unterdrücken, dauerhaftes Mulchen kann aber den Schneckenbesatz erhöhen |
| warm, sonnig, essbar | Neuseeländer Spinat | bildet am Boden kriechende Triebe und bedeckt nach langsamer Jugend den Boden, etablierte Pflanzen vertragen Hitze und Trockenheit, aber keinen Frost |
Sommerportulak ist nicht winterhart, Winterportulak dagegen schon, und gesät wird er von Ende August bis Oktober. Auf derselben Fläche kannst du beide deshalb nacheinander nutzen: Portulak für den Sommer, Winterportulak für die kalte Jahreszeit.
Eine solche Folge aus Sommer- und Winterkultur legst du im Beetplaner an, damit du den Wechsel rechtzeitig vorbereitest.
Anbau, Ernte und Küche in Kürze
Sommerportulak säst du von April bis August direkt ins Beet und hältst die leicht angedrückte Saat feucht. Er mag Sonne und einen feuchten, leichten, nährstoffreichen und gut durchlässigen Boden. Die Anleitung Schritt für Schritt steht im Ratgeber zu Aussaat und Pflege von Sommerportulak, wie viel Wasser er wann braucht, erklärt der Beitrag zum richtigen Gießen von Sommerportulak.
Blätter und Stängel isst du roh im Salat oder gekocht als Gemüse, sie schmecken leicht säuerlich-salzig. Roh enthält Sommerportulak relativ viel Oxalsäure, BlanchierenBlanchieren heißt, gewaschenes und klein geschnittenes Gemüse für wenige Minuten in sprudelnd kochendes Wasser zu geben und sofort in Eiswasser abzukühlen. So bereitest du die meisten Gemüsesorten auf das Einfrieren vor. oder Erhitzen senkt den Gehalt, wenn du das Kochwasser anschließend wegschüttest. Frisch hält er sich im Gemüsefach nur wenige Tage, Rezeptideen sammelt der Ratgeber zu Sommerportulak in Salaten und warmen Gerichten.
Herkunft, Tradition und die Nutzung bis auf den Balkon beschreibt der Ratgeber über den Anbau von Sommerportulak vom Beet bis zum Balkon.
Prüf deine Fläche mit drei Fragen: Ist sie sonnig, bleibt sie frei von Staunässe, und kannst du sie klar begrenzen? Lautet die Antwort dreimal ja, säst du Portulak in Reihen und erntest ihn vor der Blüte. Sonst wählst du eine Alternative aus der Tabelle oben. Den passenden Saattermin zum Ausdrucken liefert der Aussaatkalender für Salate und Blattgemüse.


