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Eskariol oder Frisée: Unterschied der Endivien und welche zu dir passt

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Eskariol ist die glatte Endivie mit breiten, glatten Blättern, Frisée die krause mit schmaleren, geschlitzten und gekrausten Blättern.
  • Beide gehören zur Art Cichorium endivia und teilen die Kulturdaten: Aussaat von Mai bis Juli, Ernte von Juni bis November.
  • Bei beiden Typen schmecken die äußeren Blätter bitterer als die hellgelben inneren.
  • Für den Herbstanbau gilt Escariol grüner als frostunempfindlich, die krause Wallonne widersteht ersten Frösten und Nässe.
  • Ob Endivie in den Kübel passt, hängt von der Sorte ab.
Nahaufnahme einer Endivienpflanze mit krausen, hellgrünen Blättern
Foto: Elsemargriet · Pixabay Content License · Quelle ↗

Glatt oder kraus: Bei Endivien fällt die Entscheidung schon beim Saatgutkauf, geerntet wird erst zwischen Juni und November. Wer nur „Endivie“ auf der Tüte liest, erntet womöglich gekrauste Blätter, obwohl er breite, glatte wollte. Ich lege deshalb vor der Aussaat fest, was im Herbst in die Schüssel soll, und suche erst danach Typ und Sorte aus.

Der Unterschied in einem Satz: Eskariol ist die glatte Endivie mit breiten, glatten Blättern, Frisée die krause Endivie mit schmaleren, geschlitzten und gekrausten Blättern. Die krause Endivie heißt auch Friséesalat, Endiviensalat sind beide. Für beide gelten dieselben Kulturdaten, den Unterschied machen Blatt und Sorte.

Kurz erklärt

Endivie heißt botanisch Cichorium endivia und ist ein bitter schmeckendes Salatgemüse. Man unterscheidet glatte und krause Typen. Zur glatten Form gehören die breitblättrigen Eskariol-Sorten, zur krausen Form der Frisée.

Endiviensalat und Frisée im direkten Vergleich

Die erste Tabelle zeigt, worin sich die beiden Typen unterscheiden. Als Sortenbeispiele stehen zwei Endivien für den Herbstanbau.

Merkmal Eskariol, glatte Endivie Frisée, krause Endivie
Blatt breit und glatt schmaler, geschlitzt und gekraust
Bitterkeit äußere Blätter bitterer als die hellgelben inneren äußere Blätter bitterer als die hellgelben inneren
Sortenbeispiel Escariol grüner: fleischige, ganzrandige Blätter, milder Geschmack, frostunempfindlich Wallonne: mittelfein gekraust, widersteht ersten Frösten und Nässe
Kübel je nach Sorte, Escariol grüner ist nicht für Gefäße vorgesehen je nach Sorte

Die Kulturdaten gelten für die ganze Art und damit für beide Typen gleich:

Kulturdaten für beide Typen Wert
Aussaat Mai bis Juli
Kulturdauer 56 bis 112 Tage
Abstand in der Reihe 20 bis 30 cm
Reihenabstand 20 bis 40 cm
Lichtbedarf sonnig
Ernte Juni bis November

Wer zwischen glatt und kraus wählt, entscheidet also über Blatt und Sorte, nicht über Saattermin oder Beetplan.

Aussaatkalender Endivie
GartenkalenderVorkultur: Juni, Juli; Aussaat: Mai, Juni, Juli; Ernte: Juni, Juli, August, September, Oktober, November; Pflanzung: März, April, Mai, Juni, Juli, AugustJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: JuniVorkultur: JuliAussaatAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberPflanzungPflanzung: MärzPflanzung: AprilPflanzung: MaiPflanzung: JuniPflanzung: JuliPflanzung: AugustVorkulturAussaatErntePflanzung

Wie bitter schmecken Eskariol und Frisée?

Bitter sind beide, denn Endivie ist ein bitter schmeckendes Salatgemüse. Innerhalb eines Kopfes kommt es auf das Blatt an: Bei Eskariol wie bei Frisée schmecken die äußeren Blätter bitterer als die hellgelben inneren. Wer es mild mag, liest zusätzlich die Sortenbeschreibung, denn Escariol grüner etwa wird ausdrücklich als mild beschrieben.

Marias Erfahrung

Beim Ernten koste ich von jedem Kopf ein äußeres und ein inneres Blatt. Die hellen Herzblätter kommen roh in die Schüssel, die dunklen Außenblätter schneide ich fein und mische sie unter.

Zartere und weniger bittere Blätter sind das Ziel beim Bleichen. Dafür wird der Kopf eine Woche vor der Ernte mit einer lichtdichten Haube abgedeckt. Bei feuchtem Wetter erhöht das Bleichen allerdings die Fäulnisgefahr. Worauf du dabei achtest, zeigt der Ratgeber, wie du Endivien bleichst.

Welcher Typ passt zu deiner Küche?

In der Küche arbeite ich mit den beiden Typen unterschiedlich. Frisée zupfe ich in kleine Büschel, weil die geschlitzten Blätter schon fein sind. Eskariol schneide ich quer in Streifen, weil die breiten Blätter sonst zu groß für die Gabel sind. Roh und warm lassen sich beide zubereiten, Ideen vom Salat bis zu Gratin und Suppe findest du bei den Rezepten für rohe und warme Endivien.

Ganze Blätter wäschst du kurz und gründlich, denn langes Wässern laugt Nährstoffe aus. Beim Frisée schüttle ich die Büschel danach kräftig aus. Frisch geerntete Endivie hält in einem feuchten Tuch im Gemüsefach etwa 2 bis 3 Tage, ob glatt oder kraus. Wie du den Erntezeitpunkt wählst und die Köpfe lagerst, steht im Ratgeber, wann du Endivien erntest und wie du sie frisch hältst.

Die Tabellenwerte für Nährstoffe gelten für Endivie insgesamt und trennen nicht nach glatt und kraus. Einen Vitaminvorsprung für einen der beiden Typen kannst du daraus nicht ablesen. Die Werte findest du im Überblick zu Salaten und Blattgemüse unter Nährwerte, Küche und Oxalsäure.

Welche Endivie passt zu deinem Garten?

Für Eskariol und Frisée gelten dieselben Kulturdaten der Art. Die Gartenfrage entscheidest du deshalb über die Sorte, den Platz und die Zeit, bis zu der du ernten willst.

Ernte bis in den Herbst

Weil Endivie als Art nicht winterhart ist, ihre Erntezeit aber bis in den November reicht, entscheidet für späte Köpfe die Sorte. Escariol grüner gilt als frostunempfindliche Endivie für den Herbstanbau, die krause Wallonne widersteht ersten Frösten. Die Frisée-Endivie Wallonne-Monaco wird zusätzlich als widerstandsfähig gegen Kranzfäule für den Herbstanbau beschrieben.

Tipp

Säe eine glatte und eine krause Herbstsorte in zwei Reihen nebeneinander. So vergleichst du Geschmack und Wuchs direkt in deinem Beet.

Feuchter Boden oder nasser Herbst

Endivie mag feuchten, aber gut durchlässigen Boden. In nassen Lagen passt eine Sorte, die Nässe verträgt, wie die krause Wallonne. Mit dem Bleichen wartest du dort auf trockenes Wetter, weil es bei Feuchte die Fäulnisgefahr erhöht.

Sonniges Beet und Sommerhitze

Endivie braucht einen sonnigen Platz. Im Sommer kann leichte Beschattung dem Schossen entgegenwirken, bei glatten wie bei krausen Sorten.

Balkon und Kübel

Ob Endivie ins Gefäß passt, hängt von der Sorte ab. Grundsätzlich kommt der Kübel als Anbauort infrage, Escariol grüner ist aber ausdrücklich nicht für Gefäße vorgesehen. Prüfe deshalb vor dem Kauf die Sortenangabe zur Gefäßkultur. Gefäß, Erde, Gießen und Winterschutz behandelt der Ratgeber zu Endivien im Kübel auf Balkon und Terrasse.

Wenig Platz im Beet

Für die Beetplanung rechnest du bei beiden Typen mit denselben Abständen aus der Tabelle oben. Wie viele Köpfe auf deine Fläche passen, siehst du, wenn du dein Beet im Beetplaner anlegst.

Häufiger Fehler

Die Sorte nur nach dem Typ auswählen. Ob ein Kopf mild schmeckt, Nässe verträgt oder in den Kübel darf, steht in der Sortenbeschreibung und nicht im Wort Eskariol oder Frisée.

Mini-Checkliste

Diese Fragen klärst du vor dem Saatgutkauf.

  • Willst du breite, glatte Blätter oder geschlitzte, gekrauste?
  • Soll der Salat mild sein? Dann achte auf die Sortenbeschreibung und iss vor allem die inneren Blätter roh.
  • Willst du bis in den Herbst ernten? Dann wähle eine Herbstsorte wie Escariol grüner oder Wallonne.
  • Ist dein Garten feucht? Dann achte auf die Angabe zur Nässe.
  • Säst du für den Kübel? Dann prüfe, ob die Sorte für Gefäße vorgesehen ist.

Anbau, Pflege und Schutz: bei beiden Typen gleich

Eskariol und Frisée säst, pflanzt und erntest du im selben Rhythmus. Gesät wird bei unter 20 °C, weil darüber Keimhemmungen drohen. Den ganzen Ablauf zeigt der Anbaukalender, wann du Endivien säst, pflegst und erntest.

Endivien haben in der Hauptwachstumszeit einen hohen Wasserbedarf und brauchen auch im Herbst Wasser, wenn der Regen nicht reicht. Sommerliche Trockenheit kann die Köpfe zur Reife hin rasch zäh werden lassen. Wie du gleichmäßig und am Morgen gießt, steht im Salat-Überblick unter Gießen und Pflegen.

Welken Endivien und sitzen gelbliche Läuse sowie weiße, wachsartige Flöckchen an den Wurzeln, kann das auf Salatwurzelläuse hindeuten. Kranzfäule kann durch eine unzureichende Calciumversorgung der Blattränder entstehen, auch wenn der Boden genug Calcium enthält. Vorbeugen und Eingreifen beschreibt der Ratgeber, wie du Endivien vor Schädlingen und Krankheiten schützt.

SORTENEMPFEHLUNG
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Häufige Fragen

Was sind Endivien und wie unterscheiden sie sich von anderen Blattsalaten?
Endivie heißt botanisch Cichorium endivia und ist ein bitter schmeckendes Salatgemüse mit einer glatten und einer krausen Form. Kopfsalat bildet dagegen einen deutlichen Kopf mit zarten Blättern und mildem Eigengeschmack. Auch beim Düngen gibt es einen Unterschied: Im Gemüsegarten wird der Stickstoffbedarf von Endivien als mittel eingeordnet, der von Kopfsalat als gering.
Welche Haupttypen von Endivien gibt es und was zeichnet sie aus?
Es gibt die glatte Endivie, den Eskariol, und die krause Endivie, die auch Frisée oder Friséesalat heißt. Eskariol hat breite, glatte Blätter, Frisée schmalere, geschlitzte und gekrauste. Bei beiden schmecken die äußeren Blätter bitterer als die hellgelben inneren.
Worin unterscheiden sich Eskariol und Frisée in Geschmack und Verwendung?
Beide schmecken bitter, am deutlichsten in den äußeren Blättern. Einen Hinweis auf milde Köpfe gibt die Sortenbeschreibung, so wird Escariol grüner als mild beschrieben. In der Küche unterscheidet sich vor allem das Blatt: breit und glatt beim Eskariol, geschlitzt und gekraust beim Frisée. Zubereiten lassen sich beide roh und warm.
Wie unterscheiden sich Endivien von Chicorée und Radicchio?
Endivie ist eine eigene Art, Cichorium endivia, während Chicorée, Radicchio und Zuckerhut als Salatzichorien zu Cichorium intybus gehören. Chicorée wächst zuerst als Rübe im Freiland und wird danach im Dunkeln getrieben, bis sich die essbaren Sprosse bilden. Zum herb-bitteren Geschmack von Radicchio gehört der Bitterstoff Intybin, besonders in den weißen Blattrippen. In der Fruchtfolge zählen die Verwandten zusammen: Beim Zuckerhut sind 3 bis 4 Jahre Anbauabstand vorgesehen, und Endivien werden dabei mitberücksichtigt.
Wie beeinflusst die Temperatur das Wachstum verschiedener Endiviensorten?
Endiviensamen säst du bei unter 20 °C aus, sonst drohen Keimhemmungen. Als Art ist Endivie nicht winterhart, einzelne Sorten sind aber für den Herbstanbau beschrieben. Escariol grüner gilt als frostunempfindlich, die krause Wallonne widersteht ersten Frösten. Im Sommer kann leichte Beschattung dem Schossen entgegenwirken.
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