Endivien richtig bewässern: So gießt du von der Keimung bis zur Ernte
- Endivien haben in der Hauptwachstumszeit einen hohen Wasserbedarf und brauchen auch im Herbst Wasser, wenn der Regen nicht reicht.
- Als Richtwert für Salate gelten morgens 10 bis 15 l Wasser je m² und Gießvorgang, gegossen wird bodennah.
- Vor einer größeren Wassergabe prüfst du die Bodenfeuchte auch in 20 cm Tiefe.
- Die lichtdichte Bleichhaube kommt eine Woche vor der Ernte über den Kopf, am besten an einem trockenen Tag.
- Bis zur Ernte gleichmäßig gießen, denn sommerliche Trockenheit kann Endivien zur Reife hin rasch zäh werden lassen.

Endivien brauchen in ihrer Hauptwachstumszeit viel Wasser. Steht das Beet im Sommer trocken, kann der Kopf zur Reife hin rasch zäh werden. Nässe zur falschen Zeit ist das andere Risiko, denn beim Bleichen erhöht feuchtes Wetter die Fäulnisgefahr. Ich gieße meine Endivien deshalb nach Wachstumsphase und nach Bodenfeuchte, nicht nach festen Wochentagen. Hier findest du für jede Phase von der Saat bis zur Ernte, wohin das Wasser gehört und wie du prüfst, ob es reicht.
Endivien haben in der Hauptwachstumszeit einen hohen Wasserbedarf. Gegossen wird morgens und bodennah, damit die Blätter möglichst trocken bleiben. Auch im Herbst brauchen sie zusätzliches Wasser, wenn die Niederschläge nicht reichen. Kürze die Gaben vor der Ernte nicht, denn Trockenheit kann Endivien zur Reife hin zäh werden lassen.
Wie viel Wasser brauchen Endivien?
Die Kulturdauer von Endivien liegt bei 56 bis 112 Tagen. In dieser Zeit ändert sich, was die Pflanzen vom Gießen brauchen. Bei Salaten zählt ausreichend Wasser vor allem während des starken Blattwachstums und der Kopfbildung. Für die Endivie kommt dazu: In der Hauptwachstumszeit ist ihr Wasserbedarf hoch.
Wie viel genau, hängt von mehreren Dingen ab: von Art und Sorte, von Wärme und Niederschlag, vom Substrat und davon, ob das Beet sonnig oder windig liegt. Für Salate im Gemüsegarten gilt zur Vorbeugung gegen Salatfäulen eine Gabe von 10 bis 15 l Wasser je m² und Gießvorgang, morgens gegossen. Diesen Flächenwert nehme ich auch fürs Endivienbeet als Orientierung. Vorher prüfe ich aber, ob der Boden das Wasser überhaupt braucht.
| Phase | Was die Endivie braucht | So gießt du |
|---|---|---|
| Keimung, 7 bis 14 Tage | mäßig feuchte Saat | mit feinem Strahl, damit die Samen nicht wegschwemmen |
| Frisch gepflanzt | guten Kontakt des Wurzelballens zum Boden | gut angießen, bei Hitze und Trockenheit vorübergehend leicht beschatten |
| Hauptwachstum | viel Wasser | morgens und bodennah, vorher die Feuchte in 20 cm Tiefe prüfen |
| Kopfbildung und Bleichen | weiter ausreichend Wasser, trockene Köpfe beim Bleichen | an den Fuß der Pflanze, nicht ins Herz; zum Bleichen einen trockenen Tag wählen |
| Bis zur Ernte, auch im Herbst | keine Trockenheit zur Reife hin | weiter gießen, sobald der Regen nicht reicht |
Für Salate im Gemüsegarten gelten morgens 10 bis 15 l Wasser je m² und Gießvorgang als Richtwert gegen Salatfäulen. Das ist ein Flächenwert, keine Menge je Pflanze. 1 mm Niederschlag entspricht 1 l Wasser je m². Vor einer größeren Bewässerung prüfst du die Bodenfeuchte auch in 20 cm Tiefe.
Endivien wollen einen feuchten, gut durchlässigen Boden, in dem Gießwasser versickert, statt stehen zu bleiben. Wie Salate und Blattgemüse insgesamt zu Licht und Erde stehen, findest du im Überblick zu Standort und Boden bei Salaten und Blattgemüse. Lockerung, Humus und Grunddüngung speziell fürs Endivienbeet erklärt der Ratgeber, wie du den Boden für Endivien vorbereitest.
Keimphase: die Saat mäßig feucht halten
Endivien säst du von Mai bis Juli, direkt ins Beet oder in Töpfe zur Vorkultur. Saattermine, Pikieren und Auspflanzen beschreibt die Anleitung, wie du Endivien Schritt für Schritt vorziehst. Die SaatfensterDas Aussaatfenster ist der Zeitraum im Jahr, in dem eine Pflanzenart sinnvoll ausgesät werden kann. Es richtet sich vor allem nach dem Temperaturanspruch der Art, der Bodentemperatur und der Frostgefahr. aller Salate zum Ausdrucken hat der Aussaatkalender für Salate und Blattgemüse.
Bis die Keimlinge erscheinen, vergehen 7 bis 14 Tage. So lange hältst du die Saat mäßig feucht und gießt mit feinem Strahl, damit die Samen nicht weggeschwemmt werden. Bevor ich die Brause ansetze, fühle ich an der Oberfläche, ob die Erde noch feucht ist. Im Topf wie in der SaatrilleEine Saatrille ist eine flache, gerade Furche im feinkrümeligen Saatbett, in die du Samen in einer Reihe säst. Nach der Aussaat schiebst du sie wieder zu und drückst die Erde an. gilt dieselbe Regel: feucht halten, aber keine Pfützen stehen lassen.
Ein harter Wasserstrahl spült Samen aus der Rille oder aus dem Topf. Nimm für Aussaaten eine feine Brause und hör auf, sobald die Erde mäßig feucht ist.
Nach dem Auspflanzen: gut angießen
Vorgezogene Endivien kommen 3 bis 4 Wochen nach der Aussaat ins Beet. Wie du sie abhärtest und setzt, steht in der Anleitung zum Vorziehen.
Gleich nach dem Pflanzen gießt du die Endivien gut an. Dabei soll der Wurzelballen guten Kontakt zum umgebenden Boden bekommen und darf nicht austrocknen. Ich drücke die Erde rund um den Ballen mit beiden Händen an und gieße dann langsam direkt auf den Ballen, bis das Wasser eingezogen ist. Bei Hitze und Trockenheit kannst du die frisch gesetzten Pflanzen vorübergehend leicht beschatten.
Hauptwachstum: viel Wasser, morgens und bodennah
In der Hauptwachstumszeit ist der Wasserbedarf von Endivien hoch. Gieß morgens und direkt in den Wurzelbereich, dann verdunstet weniger Wasser und die Blätter werden kaum nass. Benetzte Blätter trocknen tagsüber schneller ab, sodass Blattkrankheiten schlechtere Bedingungen finden.
Vor einem größeren Gießgang prüfst du die Feuchte auch in 20 cm Tiefe. Ich steche dafür mit dem Spaten neben der Reihe ein und fühle die Erde an der Schnittkante. Mit der Umrechnung aus dem Kasten oben liest du am Regenmesser direkt ab, wie viele Liter je m² ein Schauer gebracht hat. Ist ergiebiger Regen angekündigt, kannst du eine geplante Gabe verschieben, solange die Pflanzen bis dahin ausreichend versorgt sind. Im Sommer kann eine leichte Beschattung außerdem dem Schossen entgegenwirken.
Vor einer größeren Gabe im Hauptwachstum gehe ich diese Punkte durch.
- Regenmesser ablesen und die Millimeter als Liter je m² lesen.
- Bodenfeuchte in 20 cm Tiefe prüfen.
- Wetterbericht auf ergiebigen Regen prüfen.
- Morgens gießen, bodennah, die Blätter möglichst trocken lassen.
Mein Regenmesser steht zwischen den Endivienreihen und nicht am Haus. Nach einem Regen schreibe ich die Millimeter mit Datum auf einen Zettel im Gartenschuppen. So sehe ich vor dem Gießen, wann das Beet zuletzt Wasser von oben bekommen hat.
Kopfbildung: Wasser an den Fuß, nicht ins Herz
Endivien bilden einen Kopf, und bei kopfbildenden Salaten steigt der Wasserbedarf während der Kopfbildung. Gieß in dieser Phase also nicht knapper, sondern achte darauf, wohin das Wasser läuft. Möglichst viel davon gehört direkt auf den Boden, möglichst wenig auf die Blätter. Ich setze die Kanne ohne Brause am Rand der Rosette an und lasse das Wasser langsam einziehen.
„Während der Kopfbildung weniger gießen, dann wird der Kopf fester.“ Bei kopfbildenden Salaten steigt der Wasserbedarf gerade in dieser Phase, und Endivien brauchen im Hauptwachstum viel Wasser. Knapp halten widerspricht beidem.
Wann bindet man Endivien zum Bleichen zusammen?
Gebleicht wird gezielt kurz vor der Ernte: Eine lichtdichte Haube kommt eine Woche vorher über den Kopf. Bindest du stattdessen die äußeren Blätter zusammen, dient das demselben Zweck. Ich binde deshalb ebenfalls erst kurz vor der Ernte und nur, wenn Kopf und Blätter trocken sind. Bleichen erhöht bei feuchtem Wetter die Fäulnisgefahr, darum lege ich Haube oder Band an einem trockenen Tag an. Danach gieße ich nur noch am Boden. Wie du Haube oder Band richtig anlegst, erklären die typischen Fehler beim Endivienanbau und wie du sie vermeidest.
Bis zur Ernte: gleichmäßig weiter gießen
Sommerliche Trockenheit kann Endivien zur Reife hin rasch zäh werden lassen. Bei Salaten muss das Wasser für zarte Blätter bis zur Ernte ausreichend verfügbar bleiben. Wer die Gaben vor der Ernte kürzt, riskiert also genau die zähen Blätter, die niemand im Salat haben will.
Endivien erntest du von Juni bis November, und auch im Herbst brauchen sie zusätzliches Wasser, wenn die Niederschläge nicht reichen. Regenmesser und SpatenprobeDie Spatenprobe ist eine einfache Bodenbeurteilung vor Ort: Du stichst mit dem Spaten eine Erdscheibe aus und prüfst sie durch Anschauen, Riechen und Fühlen auf Krümelstruktur, Verdichtungen, Wurzeln und Regenwurmgänge. zeigen dir, ob du nachhelfen musst. Ich gieße bis zum Erntetag nach Bodenfeuchte, so wie im Hauptwachstum.
Nach der Ernte hält sich eine Endivie in einem feuchten Tuch im Gemüsefach etwa 2 bis 3 Tage. Woran du den reifen Kopf erkennst und wie du ihn lagerst, steht im Ratgeber, wann du Endivien erntest und wie du sie frisch hältst.
Gießkanne, Tropfschlauch oder Regner?
| Methode | Was sie kann | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Gießkanne ohne Brause | bringt das Wasser direkt in den Wurzelbereich, die Blätter werden möglichst wenig benetzt | morgens gießen und das Wasser langsam einziehen lassen |
| Tropfbewässerung | versorgt die Pflanzen gezielt | Filter einbauen, weil Tropfer verstopfen oder verkalken können |
| Perlschlauch | gibt Wasser entlang der Reihe ab | die Abgabe kann ungleich sein, die Laufzeit am eigenen Bestand ermitteln |
| Regner, also Überkopfberegnung | benetzt Aussaatflächen gleichmäßig | erhöht BlattnässeBlattnässe ist Wasser, das als Film oder Tropfen auf den Blättern steht, etwa nach Regen, Tau oder Gießen über die Blätter. Hält sie länger an, können Pilzerreger die Blätter leichter infizieren. und KrankheitsdruckKrankheitsdruck beschreibt, wie groß die Gefahr ist, dass Pflanzen von Krankheitserregern befallen werden. Er steigt zum Beispiel bei feucht-warmem Wetter, das besonders Pilzkrankheiten fördert. |
Bei Endivien mit Kopf lasse ich den Regner weg und gieße bodennah. Einen Perlschlauch lasse ich beim ersten Mal laufen und prüfe danach an mehreren Stellen der Reihe die Feuchte. Erst dann lege ich fest, welche Laufzeit mein Beet bekommt.
Setz vor die Tropfleitung einen Filter. Tropfer können sonst verstopfen oder verkalken und fallen aus, dann bleiben einzelne Pflanzen trocken.
Mulchen: Feuchte im Boden halten
Eine Mulchdecke vermindert die Verdunstung und schützt die Bodenoberfläche vor VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten. und starker Erwärmung. Als allgemeine Orientierung für Gartenbeete dient eine Schicht von 2 bis 3 cm. Die Pflanzen selbst deckst du dabei nicht zu, und Jungpflanzen lässt du ganz frei, damit ihr Wachstum nicht behindert wird. Rasenschnitt lässt du vorher anwelken und verteilst ihn so, dass der Boden noch leicht durchscheint. Ich lege Stroh erst aus, wenn die Endivien angewachsen sind, und lasse um jede Pflanze einen Ring frei.
Bei feuchter Witterung mulchst du dünner als bei Trockenheit. Rindenmulch gehört nicht ins Gemüsebeet, weil seine GerbstoffeGerbstoffe sind natürliche Inhaltsstoffe von Pflanzen, die zum Beispiel reichlich in Baumrinde stecken. Im Garten begegnen sie dir vor allem im Rindenmulch, wo sie das Wachstum von Gemüse, aber auch von Unkraut hemmen. das Pflanzenwachstum hemmen können. Kranke Pflanzenreste, samenhaltige Unkräuter und vermehrungsfähige Wurzelunkräuter haben in der Mulchschicht ebenfalls nichts verloren. Schnecken fressen überwiegend nachts, bei feuchter Witterung auch tagsüber. Bei starkem Nacktschneckenbefall kann es sinnvoll sein, den Mulch samt Schnecken und Eiern abzuräumen.
Endivien im Hochbeet und im Kübel
Ob eine Endivie im Kübel gut wächst, hängt von der Sorte ab, denn manche Sorten sind ausdrücklich nicht für Gefäße vorgesehen. Schau deshalb vor dem Topfanbau auf die Sortenangabe. Jedes Gefäß braucht Abzugslöcher, damit sich keine Staunässe bildet. Ein größeres Gefäß speichert mehr Wasser, sodass du seltener gießen musst. Im Hochbeet hält eine Mulchschicht aus Stroh die Feuchtigkeit länger im Boden. Die Regeln aus den Phasen oben gelten in beiden Fällen: erst die Feuchte prüfen, dann morgens bodennah gießen.
Welches Wasser eignet sich zum Gießen?
Sammelst du Regenwasser, dann nur von unproblematischen Dachflächen. Von flächigen Kupfer- oder Zinkdächern sammelst du kein Wasser zum Gießen.
Endivien kommen roh als Salat auf den Tisch. Bodennah wachsender, roh gegessener Salat sollte wegen möglicher Krankheitserreger nicht mit aufbereitetem Abwasser gegossen werden.
Zu viel oder zu wenig? Anzeichen richtig deuten
Nicht jedes Zeichen am Blatt hat mit Wasser zu tun. Die Tabelle zeigt, was hinter typischen Beobachtungen stecken kann.
| Was du siehst | Was dahinterstecken kann | Was du dann tust |
|---|---|---|
| Blätter werden zur Reife hin zäh | sommerliche Trockenheit | Feuchte in der Tiefe prüfen und gleichmäßig weiter gießen |
| Abgestorbene Blattränder | gestörter CalciumtransportCalciumtransport ist die Verteilung von Calcium in der Pflanze. Calcium wandert mit dem Wasserstrom aus dem Boden in die Blätter, wo das Wasser verdunstet (Transpirationsstrom); Früchte verdunsten wenig und erhalten deshalb weniger Calcium. bei Überdüngung oder schwankender Wasserversorgung | gleichmäßig gießen, nicht auf Verdacht düngen |
| Schwacher Wuchs, flächige Vergilbung zuerst an älteren Blättern | kann auf Stickstoffmangel hindeuten | die Düngung prüfen statt mehr zu gießen |
| Fäulnis an gebleichten Köpfen | Bleichen bei feuchtem Wetter | nur an trockenen Tagen bleichen, danach bodennah gießen |
| Fäulnis an bodennahen Blättern | kann auf Salatfäulen hindeuten | morgens bodennah gießen, beim nächsten Satz hoch pflanzen oder auf Dämme setzen |
Endivien haben einen mittleren Stickstoffbedarf. In einem Beet, das schon für die Kultur davor reifen Kompost bekommen hat, brauchen sie keine zusätzliche Düngung und damit auch keinen Dünger im Gießwasser. Wie du den Bedarf einschätzt, erklärt der Ratgeber, wie, womit und wann du Endivien düngst.





