Vogelmiere anbauen: Beet, Topf und Fensterbank durchs Jahr
- Die Aussaatzeit der Vogelmiere reicht von März bis Mai.
- Gesät wird flach, 0,5 bis 1 cm tief.
- Mit 21 bis 42 Tagen Kulturdauer gehört sie zu den schnellen Arten.
- Geerntet wird von Januar bis Dezember, im Winter an einem geschützten Platz, weil sie nicht winterhart ist.
- Zusätzlich düngen musst du sie im Garten nicht.
- Vogelmiere breitet sich über Samen rasch aus und braucht deshalb einen festen Platz.

Vogelmiere macht wenig Arbeit und ist schnell erntereif, breitet sich aber über ihre Samen rasch aus. Wer sie gezielt anbaut, legt deshalb zuerst den Platz fest und sät erst dann. Ich gebe ihr im Garten eine feste Ecke und ziehe zusätzlich Schalen auf der Fensterbank, weil sie nicht winterhart ist.
Vogelmiere, botanisch Stellaria media, ist eine einjährige Pflanze mit essbaren Blättern. Die Pflanze vermehrt sich über Samen, ein Bestand wächst also stets aus neuer Saat nach.
Die Anbaudaten auf einen Blick
Mit diesen Werten planst du Saat, Platz und Ernte.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Aussaatzeit | März bis Mai |
| Kulturstart möglich | Januar bis Dezember |
| SaattiefeDie Saattiefe gibt an, wie dick die Erdschicht über einem Samenkorn nach der Aussaat ist. Als Faustregel bedeckst du einen Samen höchstens dreimal so dick mit Erde, wie das Korn selbst ist. | 0,5 bis 1 cm |
| KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. | mindestens 9 °C, höchstens 23 °C |
| Keimdauer | 7 bis 14 Tage |
| Kulturdauer | 21 bis 42 Tage |
| Erntezeit | Januar bis Dezember |
| Blütezeit | Mai bis Oktober |
| Wuchshöhe | 10 bis 20 cm |
| Licht | Sonne bis HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone. |
| Boden | feucht und gut durchlässig |
| Düngung | im Garten keine zusätzliche nötig |
| WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. | nicht winterhart |
| Gefäß | für Topf und Kübel geeignet |
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet sind sonnige bis halbschattige Plätze mit gut durchlässigem, auch feuchtem Boden. Die Pflanze wächst auf offenen Bodenstellen und kann sich in kultivierten Bereichen rasch durch Samen ausbreiten.
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist gut durchlässiger, auch feuchter Boden.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Freiland, im Kübel oder im Topf möglich.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Vermehrung durch Samen; im Boden vorhandene Samen keimen leicht, wenn sie an die Oberfläche gelangen.
Pflege
- Pflege
Die rasche Ausbreitung über Samen bei der Standortwahl berücksichtigen; regelmäßiger Rückschnitt ist nicht nötig.
- Düngung
Bei der kultivierten Vogelmiere ist im Garten keine zusätzliche Düngung nötig.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für naturnahe Gartenbereiche; sie liefert essbare Blätter und unterstützt die Tierwelt im Garten.
Wann säst und erntest du Vogelmiere?
Die Aussaatzeit der Vogelmiere reicht von März bis Mai. Beginnen lässt sich eine Kultur aber in jedem Monat des Jahres. Auch die Erntezeit reicht von Januar bis Dezember. Winterhart ist Vogelmiere allerdings nicht, deshalb planst du für die Ernte im Winter einen geschützten Platz ein. Ich ziehe meine Wintervogelmiere in Töpfen im Haus. Hast du ein FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet., lies nach, wie du darin Blattgemüse und Salate übers Jahr ziehst.
Übers Jahr sieht der Plan so aus:
| Zeitraum | Was ansteht |
|---|---|
| März bis Mai | Aussaat |
| Mai bis Oktober | Blütezeit |
| Januar bis Dezember | Ernte und Kulturstart möglich |
| Winter | geschützter Platz im Haus oder im Frühbeet |
Gesät wird flach, 0,5 bis 1 cm tief. Nach 7 bis 14 Tagen zeigen sich die Keimlinge. Wie du selbst Samen gewinnst und die Saat bis zur kräftigen Jungpflanze begleitest, steht im Ratgeber zum Vermehren von Vogelmiere. Für die übrigen Salate und Blattgemüse findest du die Saattermine im Aussaatkalender für Salate und Blattgemüse zum Ausdrucken.
Wie baust du Vogelmiere im Beet an?
Vogelmiere wächst in Sonne und Halbschatten auf feuchtem, gut durchlässigem Boden, Trockenheit verträgt sie aber auch. Bei der Bodenart ist sie wenig wählerisch: Sand, Lehm, Ton und Kalkboden kommen infrage, saure wie alkalische Böden ebenso. Wie du ein Beet hell, humos und durchlässig vorbereitest, steht im Abschnitt Standort und Boden im Ratgeber für Salate und Blattgemüse.
Von Natur aus wächst Vogelmiere auf offenen Bodenstellen. In bearbeiteten Beeten verbreitet sie ihre Samen rasch und neigt zum Verwildern. Liegen Samen im Boden, keimen sie leicht, sobald sie an die Oberfläche gelangen. Ich säe sie deshalb in eine naturnahe Ecke am Beetrand, in der sie sich ausbreiten darf. Die Pflanze blüht von Mai bis Oktober und vermehrt sich über Samen. Wer ihre Ausbreitung begrenzen will, nimmt in diesen Monaten blühende Triebe weg, bevor die Samen reifen.
Wächst Vogelmiere zwischen anderen Wildkräutern, erntest du nur, was du sicher als Vogelmiere erkennst. Rutscht Kreuzkraut oder Greiskraut mit in die Ernte, kann es Pyrrolizidinalkaloide eintragen.
Passt Vogelmiere zwischen andere Kulturen?
Mit einer Kulturdauer von 21 bis 42 Tagen gehört Vogelmiere zu den schnellen Arten. Solche Arten können Lücken zwischen langsamer wachsenden Kulturen füllen. Garantieren kann Mischkultur dabei nichts, sie kann den Anbau nur unterstützen. Wegen ihrer raschen Ausbreitung plane ich Vogelmiere nur dort ein, wo verwilderte Sämlinge nicht stören. Welche Nachbarn zusammenpassen, prüfst du im Mischkultur-Planer. Die Aufteilung deines Beets legst du im Beetplaner fest.
Wie ziehst du Vogelmiere im Topf und auf der Fensterbank?
Vogelmiere eignet sich für Topf und Kübel, deshalb kannst du sie auch drinnen ziehen. Die Samen sind sehr fein. So feine Saat gehört wie bei Salaten im Balkongefäß in eine weniger grobe AnzuchterdeAnzuchterde ist eine nährstoffarme, feinkrümelige Erde für die Aussaat und das Vorziehen junger Pflanzen. Die geringe Nährstoffmenge regt die zarten Wurzeln zum Wachsen an.. Stell das Gefäß an einen hellen Platz, denn Vogelmiere wächst in Sonne und Halbschatten. Zum Keimen braucht die Saat mindestens 9 °C. Wärmer als 23 °C sollte es in dieser Zeit nicht werden. Halte die Erde feucht und achte darauf, dass überschüssiges Wasser ablaufen kann.
Das brauchst du für die Saat im Topf:
- ein Gefäß, aus dem überschüssiges Wasser ablaufen kann
- weniger grobe Anzuchterde für die feine Saat
- eine Saattiefe von 0,5 bis 1 cm
- einen hellen Platz, der zum Keimen mindestens 9 °C warm ist
- gleichmäßig feuchte Erde, bis nach 7 bis 14 Tagen die Keimlinge erscheinen
Drinnen säe ich Vogelmiere in mehrere flache Schalen statt in einen großen Topf. Die nächste Schale säe ich an, sobald ich in der vorigen zum ersten Mal schneide.
Wie viel Pflege braucht Vogelmiere?
Viel Arbeit macht Vogelmiere nicht. Zusätzlich düngen musst du sie im Garten nicht, und einen regelmäßigen RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen. braucht sie ebenfalls nicht. Gegossen wird gleichmäßig und am Morgen, die Grundregeln dazu stehen im Abschnitt Gießen und Pflegen des Ratgebers für Salate und Blattgemüse.
Ernten und frisch halten
Erntereif ist Vogelmiere nach ihrer kurzen Kulturdauer, im Winter erntest du an ihrem geschützten Platz. Vor jedem Schnitt gehe ich den Bestand durch und ziehe heraus, was ich nicht sicher erkenne. Den passenden Schnittzeitpunkt und das Frischhalten, Einfrieren, Trocknen und Fermentieren zeigt der Leitfaden, wie du Vogelmiere schonend erntest und haltbar machst.
Wofür lässt sich Vogelmiere nutzen?
Die Blätter der Vogelmiere sind essbar, und im naturnahen Garten unterstützt die Pflanze NützlingeNützling ist kein biologischer Fachbegriff, sondern eine Sammelbezeichnung für wildlebende Tiere, die dem Menschen nützen: Sie fressen Schädlinge wie Blattläuse, bestäuben Pflanzen oder tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei. und andere Gartentiere. Nährwerte, Küche und Oxalsäure bei Blattgemüse behandelt der gleichnamige Abschnitt im Ratgeber für Salate und Blattgemüse.



