Gemüse · Salate & Blattgemüse · Anbau

Winterportulak im Kübel: Anbau und Überwinterung auf Balkon und Terrasse

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Winterportulak ist winterhart, eignet sich für den Topf und wird von Oktober bis März geerntet.
  • Gesät wird meist von Ende August bis Oktober, direkt in den Kübel, in dem er bleibt.
  • Die Keimung setzt erst unter 12 °C ein, deshalb gilt er als Kühlkeimer.
  • Ein frostfestes Gefäß mit Abzugsloch und gewöhnliche Blumenerde genügen, zusätzlich düngen musst du nicht.
  • Die Erde bleibt gleichmäßig feucht, Wasser im Untersetzer kippst du weg.
  • Im Winter schützt du vor allem den Kübel: an die Hauswand rücken, auf eine Holzleiste stellen, in Jute wickeln.
Winterportulak mit rundem, durchwachsenem Stängelblatt und kleinen weißen Blüten in der Blattmitte, Regentropfen auf der Fläche
Foto: WikimediaImages · Pixabay Content License · Quelle ↗

Um Winterportulak anzubauen, brauchst du keinen Garten. Ein Kübel auf Balkon oder Terrasse genügt, und die Erntezeit reicht von Oktober bis März. Ich säe ihn im Spätsommer direkt in einen Balkonkasten, aus dem ich vorher Sommerportulak geerntet habe. Im Kübel kommt es auf vier Dinge an: das Gefäß, die Erde, das Gießen und einen geschützten Platz im Winter.

Winterportulak kurz vorgestellt

Winterportulak heißt auch Claytonie oder Postelein, botanisch Claytonia perfoliata. Trotz des Namens ist er eine andere Pflanzenart als der Sommerportulak und hat längere, dünnere Stiele und zartere Blätter. Verwechsle ihn auch nicht mit dem Portulakröschen aus dem Blumenkasten, denn das ist eine Zierblume und kein Salat. Einen Überblick, welche Salate und Blattgemüse miteinander verwandt sind, gibt der Ratgeber zur ganzen Gruppe.

Aussaatkalender Winterportulak
GartenkalenderVorkultur: Januar, September, Oktober, November, Dezember; Aussaat: August, September, Oktober; Ernte: Januar, Februar, März, Oktober, November, Dezember; Pflanzung: September, OktoberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: JanuarVorkultur: SeptemberVorkultur: OktoberVorkultur: NovemberVorkultur: DezemberAussaatAussaat: AugustAussaat: SeptemberAussaat: OktoberErnteErnte: JanuarErnte: FebruarErnte: MärzErnte: OktoberErnte: NovemberErnte: DezemberPflanzungPflanzung: SeptemberPflanzung: OktoberVorkulturAussaatErntePflanzung

Die Eckdaten für den Kübel

Diese Werte brauchst du für Winterportulak im Gefäß:

Was Wert
Aussaat meist Ende August bis Oktober, direkt in den Kübel
Jungpflanzen setzen September bis Oktober
Saattiefe 0,5 bis 1 cm
Abstand in der Reihe 3 bis 5 cm
Reihenabstand 15 cm
Keimtemperatur 8 bis 12 °C
Keimdauer 7 bis 20 Tage
Kulturdauer 56 bis 126 Tage
Erntezeit Oktober bis März
Wuchshöhe 10 bis 20 cm
Licht sonnig bis halbschattig
Düngung keine zusätzliche, die Reste der Vorkultur genügen
Anbaupause 3 Jahre

Welcher Kübel eignet sich?

Winterportulak wächst im Topf und im Kasten ebenso wie im Hochbeet. Weil er nur 10 bis 20 cm hoch wird, kannst du ihn auch vor größere Kübel stellen. Wichtig ist ein Abzugsloch im Boden des Gefäßes. Winterportulak mag feuchte, aber gut durchlässige Erde, und überschüssiges Wasser muss ablaufen können. Nimm außerdem ein frostfestes Gefäß, denn der Kübel steht die ganze Erntezeit über draußen.

Die Größe richtest du nach der Zahl der Reihen, die du säen willst. Ein länglicher Balkonkasten nimmt die Reihen gut auf. Auch im runden Kübel ziehe ich Reihen, damit die Abstände stimmen. Als Platz eignet sich eine sonnige bis halbschattige Ecke von Balkon oder Terrasse.

Welche Erde kommt in den Kübel?

Bei der Bodenart stellt Winterportulak wenig Ansprüche. Er wächst auf Kalk-, Ton-, Lehm- und Sandboden sowie auf sauren, neutralen und alkalischen Böden. Wichtig sind ihm Feuchtigkeit und ein guter Wasserabzug. Für Salate im Balkongefäß eignet sich gewöhnliche Blumenerde, damit fülle ich auch den Kübel für Winterportulak. In die Saatrillen gebe ich eine weniger grobe Anzuchterde.

Zusätzlich düngen musst du Winterportulak nicht. Weil ihm die Reste der Vorkultur genügen und er meist zwischen Ende August und Oktober gesät wird, kann er ohne Nachdüngen dem Sommerportulak im Kasten folgen. Für Winterportulak selbst gilt eine Anbaupause von 3 Jahren. Im Kübel säe ich ihn deshalb erst nach dieser Pause wieder in dieselbe Erde.

So säst du Winterportulak in den Kübel

Gesät wird direkt an Ort und Stelle, also gleich in den Kübel, in dem die Pflanzen bleiben. Die Samen deckst du 0,5 bis 1 cm hoch mit Erde ab, denn ein Lichtkeimer ist Winterportulak nicht. Als Kühlkeimer beginnt er erst unter 12 °C zu keimen. Säe ich früh im Spätsommer, stelle ich den frischen Kasten bis zum Auflaufen in die kühlste, schattige Ecke des Balkons. Bis die Keimlinge erscheinen, vergehen 7 bis 20 Tage. Jungpflanzen setzt du von September bis Oktober. Den passenden Termin und die Aussaat Schritt für Schritt findest du im Ratgeber darüber, wann du Winterportulak am besten aussäst.

Richtig gießen im Kübel

Winterportulak braucht feuchte Erde, die trotzdem gut abläuft. Im Kübel achtest du selbst auf beides, weil die Wurzeln nicht an tiefere Bodenschichten herankommen. Bevor ich gieße, stecke ich einen Finger in die Erde. Fühlt sie sich unter der Oberfläche trocken an, gieße ich, bis Wasser aus dem Abzugsloch läuft. Ich gieße morgens und direkt auf die Erde, so bleiben die Blätter trocken. Solange die Saat keimt, nehme ich eine feine Brause, damit das Wasser die Samen nicht freispült.

An einem heißen, trockenen Platz können ältere Blätter bitter werden. In warmen Spätsommerwochen prüfe ich die Erde deshalb öfter als im Winter. Unter einem Balkondach erreicht der Regen den Kübel oft nicht. Dort prüfe ich die Erde auch im Winter und gieße an frostfreien Tagen. Ist die Erde gefroren, warte ich mit dem Gießen, bis sie aufgetaut ist.

Häufiger Fehler

Wasser im Untersetzer stehen lassen. Die Erde zieht es wieder nach oben und bleibt nass, obwohl Winterportulak gut durchlässigen Boden braucht. Kipp das überschüssige Wasser nach dem Gießen weg.

Marias Erfahrung

Ich hebe den Kasten vor dem Gießen kurz an. Fühlt er sich leicht an, ist die Erde meist trocken, und ich prüfe mit dem Finger nach.

Die Grundregeln fürs Gießen und Pflegen aller Salate und Blattgemüse stehen im oben verlinkten Überblick zur ganzen Gruppe.

Winterportulak im Kübel überwintern

Winterportulak ist winterhart, und geerntet wird er von Oktober bis März. Der Kübel bleibt deshalb den ganzen Winter draußen, ins warme Zimmer hole ich ihn nicht. Anders als im Beet steckt der Wurzelballen im Kübel nicht im umgebenden Boden, sondern ist der Kälte von allen Seiten ausgesetzt. Ich schütze deshalb vor allem das Gefäß.

Mini-Checkliste

So machst du den Kübel winterfest.

  • Rück den Kübel an eine geschützte Hauswand.
  • Stell ihn auf eine Holzleiste, damit Wasser abläuft und der Topf nicht direkt auf dem kalten Boden steht.
  • Wickle das Gefäß in Jute ein.
  • Leg in sehr kalten Nächten Vlies locker über die Pflanzen.
  • Halte den Untersetzer leer.
  • Schneide nur, wenn die Blätter nicht gefroren sind.

Wie winterhart die Art im Beet ist und wie du sie dort schützt, liest du im Ratgeber darüber, wie Winterportulak im Garten durch die kalte Jahreszeit kommt.

Im Mai und Juni blüht Winterportulak, danach ist die einjährige Pflanze am Ende ihrer Kultur. Er kann verwildern. Willst du das auf dem Balkon nicht, räumst du die Pflanzen ab, bevor die Samen reifen.

Ernten und in der Küche verwenden

Winterportulak kannst du mehrfach schneiden und nachwachsen lassen. Junge Blätter isst du roh als Salat oder gegart. Sortiere beim Ernten alles aus, was du nicht sicher als Winterportulak erkennst, denn mitgeerntetes Kreuzkraut kann Pyrrolizidinalkaloide in den Salat bringen. Mehr zum Schnitt und zur Lagerung liest du im Ratgeber, wie du Winterportulak schonend schneidest und frisch hältst. Küche und Nährwerte aller Salate und Blattgemüse findest du im Überblick zur Gruppe unter „Auf dem Teller“.

Schnecken und Krankheiten im Blick

Schnecken fressen überwiegend nachts und bei feuchtem Wetter auch tagsüber. Absammeln kann den Befall begrenzen, deshalb schaue ich abends mit der Taschenlampe am Kübel nach. Wie du vorbeugst, kontrollierst und eingreifst, steht im Überblick zu Salaten und Blattgemüse unter „Krankheiten und Schädlinge“.

Den Kübel übers Jahr nutzen

Mit Sommerarten und Winterarten wie Winterportulak und Feldsalat reicht die Ernte über fast das ganze Jahr. Sommerportulak säst du von April bis August, danach ist im Kasten Platz für Winterportulak. Warum manche Arten kühl und andere warm keimen, erklärt der Überblick zur Gruppe unter „Kühl oder warm“. Die Saattermine aller Salate und Blattgemüse zum Ausdrucken helfen beim Planen, und im Planer prüfst du, welche Nachbarn im Kasten zusammenpassen.

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Häufige Fragen

Was ist Winterportulak und welche besonderen Eigenschaften hat er?
Winterportulak, auch Claytonie oder Postelein genannt, ist ein einjähriges, winterhartes Blattgemüse mit dem botanischen Namen Claytonia perfoliata. Er wird nur 10 bis 20 cm hoch. Als Kühlkeimer keimt er erst unter 12 °C, geerntet wird von Oktober bis März. Junge Blätter isst du roh als Salat oder gegart.
Welche Vorteile bietet der Anbau von Winterportulak im Kübel?
Winterportulak eignet sich für den Topf, und seine Erntezeit reicht von Oktober bis März. So wächst frisches Grün für den Salat direkt vor der Tür, auch ohne Garten. Er wird nur 10 bis 20 cm hoch und braucht keine zusätzliche Düngung. In einen Kasten, aus dem du gerade Sommerportulak geerntet hast, kann er ohne Nachdüngen einziehen.
Wie pflegeleicht ist Winterportulak wirklich für Balkongärtner?
Im Kübel dreht sich die Pflege vor allem ums Gießen: Die Erde bleibt gleichmäßig feucht, und überschüssiges Wasser muss ablaufen können. Düngen musst du nicht, weil ihm die Restnährstoffe der Vorkultur genügen. Du kannst ihn mehrfach schneiden und nachwachsen lassen. Im Winter braucht vor allem der Kübel Schutz, etwa eine Hülle aus Jute.
Welche praktischen Schritte sind für die Wintervorbereitung von Kübelpflanzen nötig?
Rück den Kübel mit Winterportulak an eine geschützte Hauswand und stell ihn auf eine Holzleiste, damit Wasser abläuft. Das Gefäß wickelst du in Jute ein, und in sehr kalten Nächten legst du Vlies locker über die Pflanzen. Im Untersetzer darf kein Wasser stehen, gegossen wird nur, wenn die Erde nicht gefroren ist. Ins warme Zimmer gehört Winterportulak nicht, er bleibt für die Ernte bis März draußen.
Stimmt es, dass Winterportulak im Sommer nicht wächst oder schlecht schmeckt?
Winterportulak ist eine Kultur der kühlen Monate: Er keimt erst unter 12 °C und wird von Oktober bis März geerntet. An einem heißen, trockenen Standort können ältere Blätter bitter werden. Im Mai und Juni blüht die einjährige Pflanze, danach endet ihre Kultur. Den Kübel nutzt du im Sommer deshalb besser für eine Sommerart wie Sommerportulak.
Wodurch lässt sich Winterportulak von anderen Portulak-Arten unterscheiden?
Winterportulak und Sommerportulak sind zwei verschiedene Pflanzenarten, und Winterportulak hat die längeren, dünneren Stiele und zarteren Blätter. Er keimt schon ab 8 °C. Sommerportulak braucht dafür mindestens 20 °C. Das Portulakröschen aus dem Blumenkasten ist eine Zierblume und gehört nicht in den Salat.
Welche Rolle spielt die Bodenzusammensetzung für optimales Wachstum von Postelein?
Postelein, also Winterportulak, wächst in feuchtem, gut durchlässigem Boden. Er wächst auf Kalk-, Ton-, Lehm- und Sandboden sowie auf sauren, neutralen und alkalischen Böden. Im Kübel genügt gewöhnliche Blumenerde, für die Saatrillen nimmst du eine weniger grobe Anzuchterde. Wichtig ist ein Abzugsloch, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.
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