Winterportulak im Kübel: Anbau und Überwinterung auf Balkon und Terrasse
- Winterportulak ist winterhart, eignet sich für den Topf und wird von Oktober bis März geerntet.
- Gesät wird meist von Ende August bis Oktober, direkt in den Kübel, in dem er bleibt.
- Die Keimung setzt erst unter 12 °C ein, deshalb gilt er als Kühlkeimer.
- Ein frostfestes Gefäß mit Abzugsloch und gewöhnliche Blumenerde genügen, zusätzlich düngen musst du nicht.
- Die Erde bleibt gleichmäßig feucht, Wasser im Untersetzer kippst du weg.
- Im Winter schützt du vor allem den Kübel: an die Hauswand rücken, auf eine Holzleiste stellen, in Jute wickeln.

Um Winterportulak anzubauen, brauchst du keinen Garten. Ein Kübel auf Balkon oder Terrasse genügt, und die Erntezeit reicht von Oktober bis März. Ich säe ihn im Spätsommer direkt in einen Balkonkasten, aus dem ich vorher Sommerportulak geerntet habe. Im Kübel kommt es auf vier Dinge an: das Gefäß, die Erde, das Gießen und einen geschützten Platz im Winter.
Winterportulak kurz vorgestellt
Winterportulak heißt auch Claytonie oder Postelein, botanisch Claytonia perfoliata. Trotz des Namens ist er eine andere Pflanzenart als der Sommerportulak und hat längere, dünnere Stiele und zartere Blätter. Verwechsle ihn auch nicht mit dem Portulakröschen aus dem Blumenkasten, denn das ist eine Zierblume und kein Salat. Einen Überblick, welche Salate und Blattgemüse miteinander verwandt sind, gibt der Ratgeber zur ganzen Gruppe.
Die Eckdaten für den Kübel
Diese Werte brauchst du für Winterportulak im Gefäß:
| Was | Wert |
|---|---|
| Aussaat | meist Ende August bis Oktober, direkt in den Kübel |
| Jungpflanzen setzen | September bis Oktober |
| SaattiefeDie Saattiefe gibt an, wie dick die Erdschicht über einem Samenkorn nach der Aussaat ist. Als Faustregel bedeckst du einen Samen höchstens dreimal so dick mit Erde, wie das Korn selbst ist. | 0,5 bis 1 cm |
| Abstand in der Reihe | 3 bis 5 cm |
| Reihenabstand | 15 cm |
| KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. | 8 bis 12 °C |
| Keimdauer | 7 bis 20 Tage |
| Kulturdauer | 56 bis 126 Tage |
| Erntezeit | Oktober bis März |
| Wuchshöhe | 10 bis 20 cm |
| Licht | sonnig bis halbschattig |
| Düngung | keine zusätzliche, die Reste der VorkulturVorkultur heißt meist, dass du Gemüse im Haus oder geschützt aus Samen vorziehst und es später als abgehärtete Jungpflanze ins Freiland setzt. In Anbauplänen meint das Wort auch eine schnelle Kultur, die vor der Hauptkultur auf dem Beet steht. genügen |
| Anbaupause | 3 Jahre |
Welcher Kübel eignet sich?
Winterportulak wächst im Topf und im Kasten ebenso wie im HochbeetEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche.. Weil er nur 10 bis 20 cm hoch wird, kannst du ihn auch vor größere Kübel stellen. Wichtig ist ein Abzugsloch im Boden des Gefäßes. Winterportulak mag feuchte, aber gut durchlässige Erde, und überschüssiges Wasser muss ablaufen können. Nimm außerdem ein frostfestes Gefäß, denn der Kübel steht die ganze Erntezeit über draußen.
Die Größe richtest du nach der Zahl der Reihen, die du säen willst. Ein länglicher Balkonkasten nimmt die Reihen gut auf. Auch im runden Kübel ziehe ich Reihen, damit die Abstände stimmen. Als Platz eignet sich eine sonnige bis halbschattige Ecke von Balkon oder Terrasse.
Welche Erde kommt in den Kübel?
Bei der Bodenart stellt Winterportulak wenig Ansprüche. Er wächst auf Kalk-, Ton-, Lehm- und Sandboden sowie auf sauren, neutralen und alkalischen Böden. Wichtig sind ihm Feuchtigkeit und ein guter Wasserabzug. Für Salate im Balkongefäß eignet sich gewöhnliche Blumenerde, damit fülle ich auch den Kübel für Winterportulak. In die Saatrillen gebe ich eine weniger grobe AnzuchterdeAnzuchterde ist eine nährstoffarme, feinkrümelige Erde für die Aussaat und das Vorziehen junger Pflanzen. Die geringe Nährstoffmenge regt die zarten Wurzeln zum Wachsen an..
Zusätzlich düngen musst du Winterportulak nicht. Weil ihm die Reste der Vorkultur genügen und er meist zwischen Ende August und Oktober gesät wird, kann er ohne Nachdüngen dem Sommerportulak im Kasten folgen. Für Winterportulak selbst gilt eine Anbaupause von 3 Jahren. Im Kübel säe ich ihn deshalb erst nach dieser Pause wieder in dieselbe Erde.
So säst du Winterportulak in den Kübel
Gesät wird direkt an Ort und Stelle, also gleich in den Kübel, in dem die Pflanzen bleiben. Die Samen deckst du 0,5 bis 1 cm hoch mit Erde ab, denn ein LichtkeimerLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte. ist Winterportulak nicht. Als Kühlkeimer beginnt er erst unter 12 °C zu keimen. Säe ich früh im Spätsommer, stelle ich den frischen Kasten bis zum AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. in die kühlste, schattige Ecke des Balkons. Bis die Keimlinge erscheinen, vergehen 7 bis 20 Tage. Jungpflanzen setzt du von September bis Oktober. Den passenden Termin und die Aussaat Schritt für Schritt findest du im Ratgeber darüber, wann du Winterportulak am besten aussäst.
Richtig gießen im Kübel
Winterportulak braucht feuchte Erde, die trotzdem gut abläuft. Im Kübel achtest du selbst auf beides, weil die Wurzeln nicht an tiefere Bodenschichten herankommen. Bevor ich gieße, stecke ich einen Finger in die Erde. Fühlt sie sich unter der Oberfläche trocken an, gieße ich, bis Wasser aus dem Abzugsloch läuft. Ich gieße morgens und direkt auf die Erde, so bleiben die Blätter trocken. Solange die Saat keimt, nehme ich eine feine Brause, damit das Wasser die Samen nicht freispült.
An einem heißen, trockenen Platz können ältere Blätter bitter werden. In warmen Spätsommerwochen prüfe ich die Erde deshalb öfter als im Winter. Unter einem Balkondach erreicht der Regen den Kübel oft nicht. Dort prüfe ich die Erde auch im Winter und gieße an frostfreien Tagen. Ist die Erde gefroren, warte ich mit dem Gießen, bis sie aufgetaut ist.
Wasser im Untersetzer stehen lassen. Die Erde zieht es wieder nach oben und bleibt nass, obwohl Winterportulak gut durchlässigen Boden braucht. Kipp das überschüssige Wasser nach dem Gießen weg.
Ich hebe den Kasten vor dem Gießen kurz an. Fühlt er sich leicht an, ist die Erde meist trocken, und ich prüfe mit dem Finger nach.
Die Grundregeln fürs Gießen und Pflegen aller Salate und Blattgemüse stehen im oben verlinkten Überblick zur ganzen Gruppe.
Winterportulak im Kübel überwintern
Winterportulak ist winterhart, und geerntet wird er von Oktober bis März. Der Kübel bleibt deshalb den ganzen Winter draußen, ins warme Zimmer hole ich ihn nicht. Anders als im Beet steckt der WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. im Kübel nicht im umgebenden Boden, sondern ist der Kälte von allen Seiten ausgesetzt. Ich schütze deshalb vor allem das Gefäß.
So machst du den Kübel winterfest.
- Rück den Kübel an eine geschützte Hauswand.
- Stell ihn auf eine Holzleiste, damit Wasser abläuft und der Topf nicht direkt auf dem kalten Boden steht.
- Wickle das Gefäß in Jute ein.
- Leg in sehr kalten Nächten Vlies locker über die Pflanzen.
- Halte den Untersetzer leer.
- Schneide nur, wenn die Blätter nicht gefroren sind.
Wie winterhart die Art im Beet ist und wie du sie dort schützt, liest du im Ratgeber darüber, wie Winterportulak im Garten durch die kalte Jahreszeit kommt.
Im Mai und Juni blüht Winterportulak, danach ist die einjährige Pflanze am Ende ihrer Kultur. Er kann verwildern. Willst du das auf dem Balkon nicht, räumst du die Pflanzen ab, bevor die Samen reifen.
Ernten und in der Küche verwenden
Winterportulak kannst du mehrfach schneiden und nachwachsen lassen. Junge Blätter isst du roh als Salat oder gegart. Sortiere beim Ernten alles aus, was du nicht sicher als Winterportulak erkennst, denn mitgeerntetes Kreuzkraut kann Pyrrolizidinalkaloide in den Salat bringen. Mehr zum Schnitt und zur Lagerung liest du im Ratgeber, wie du Winterportulak schonend schneidest und frisch hältst. Küche und Nährwerte aller Salate und Blattgemüse findest du im Überblick zur Gruppe unter „Auf dem Teller“.
Schnecken und Krankheiten im Blick
Schnecken fressen überwiegend nachts und bei feuchtem Wetter auch tagsüber. Absammeln kann den Befall begrenzen, deshalb schaue ich abends mit der Taschenlampe am Kübel nach. Wie du vorbeugst, kontrollierst und eingreifst, steht im Überblick zu Salaten und Blattgemüse unter „Krankheiten und Schädlinge“.
Den Kübel übers Jahr nutzen
Mit Sommerarten und Winterarten wie Winterportulak und Feldsalat reicht die Ernte über fast das ganze Jahr. Sommerportulak säst du von April bis August, danach ist im Kasten Platz für Winterportulak. Warum manche Arten kühl und andere warm keimen, erklärt der Überblick zur Gruppe unter „Kühl oder warm“. Die Saattermine aller Salate und Blattgemüse zum Ausdrucken helfen beim Planen, und im Planer prüfst du, welche Nachbarn im Kasten zusammenpassen.



