Winterportulak säen: Zeitpunkt, Saattiefe und Abstand für die Winterernte
- Aussaat meist von Ende August bis Oktober, direkt an Ort und Stelle.
- Kühlkeimer: Die Keimung setzt erst bei Temperaturen unter 12 °C ein.
- Samen 0,5 bis 1 cm tief säen und bedecken, Winterportulak ist kein Lichtkeimer.
- Abstand 3 bis 5 cm in der Reihe und 15 cm zwischen den Reihen.
- Keine zusätzliche Düngung, die Restnährstoffe der Vorkultur genügen.
- Erntezeit von Oktober bis März, die Pflanzen lassen sich mehrfach schneiden.

Säst du Winterportulak zu früh in den warmen Sommerboden, tut sich in der Reihe nichts. Seine Keimung setzt erst ein, wenn die Temperaturen unter 12 °C fallen. Ich säe ihn deshalb erst, wenn die Sommerbeete abgeräumt sind und die Nächte kühler werden. Richtig gesät, liefert er zusammen mit Feldsalat frische Blätter durch den Winter.
Winterportulak heißt auch Claytonie, Postelein oder Winterpostelein, botanisch Claytonia perfoliata. Sommerportulak ist eine andere Pflanzenart, Winterportulak erkennst du an längeren, dünneren Stielen und zarteren Blättern. Das Portulakröschen ist eine Zierblume und kein Salat.
Wann säst du Winterportulak?
Winterportulak säst du meist von Ende August bis Oktober, und zwar direkt ins Beet. Er ist ein Kühlkeimer und keimt schon bei 8 °C. Kopfsalat braucht zum Keimen dagegen mindestens 10 bis 12 °C. Ist der Spätsommer noch warm, beginnst du besser erst im September.
Ich stecke vor der ersten Aussaat ein Bodenthermometer auf SaattiefeDie Saattiefe gibt an, wie dick die Erdschicht über einem Samenkorn nach der Aussaat ist. Als Faustregel bedeckst du einen Samen höchstens dreimal so dick mit Erde, wie das Korn selbst ist. ins Beet und säe, wenn es unter 12 °C anzeigt. Die Saat verteile ich auf mehrere kleine Sätze, statt das ganze Beet an einem Tag zu füllen. Alle Saattermine der Salate und Blattgemüse findest du im Saatkalender zum Ausdrucken.
Ab 8 °C keimt Winterportulak. Über 12 °C setzt die Keimung nicht ein, deshalb gehört seine Aussaat in den Spätsommer und Herbst.
Winterportulak nach den Terminen für Sommerportulak säen. Sommerportulak kommt von April bis August in den Boden und keimt erst ab 20 °C, Winterportulak schon ab 8 °C. Wer die Termine verwechselt, sät jede der beiden Arten in die falsche Jahreszeit.
Winterportulak säen: Tiefe, Abstand und Keimdauer
| Was | Wert für Winterportulak |
|---|---|
| Aussaatzeit | meist Ende August bis Oktober |
| Aussaatart | DirektsaatBei der Direktsaat säst du die Samen gleich an Ort und Stelle ins Beet, statt sie vorher im Haus vorzuziehen. Die Pflanzen keimen und wachsen dort, wo du sie später erntest. an Ort und Stelle |
| KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. | 8 bis 12 °C |
| Saattiefe | 0,5 bis 1 cm |
| Keimdauer | 7 bis 20 Tage |
| Abstand in der Reihe | 3 bis 5 cm |
| Reihenabstand | 15 cm |
| Pflanzzeit für Jungpflanzen | September bis Oktober |
| Kulturdauer | 56 bis 126 Tage |
| Erntezeit | Oktober bis März |
| Wuchshöhe | 10 bis 20 cm |
| AnbaupauseDie Anbaupause ist die Zeit, die vergehen sollte, bevor dieselbe Pflanzenart oder eine Art derselben Pflanzenfamilie wieder auf demselben Beet wächst. Sie beugt Krankheiten und Schädlingen vor, die sich im Boden anreichern. auf demselben Beet | 3 Jahre |
Winterportulak säst du direkt an Ort und Stelle ins Beet. Ich ziehe mit dem Stiel der Harke flache Rillen und prüfe die Tiefe mit dem Zollstock. Die Samen gehören 0,5 bis 1 cm tief in die Erde. Danach schiebe ich die Rillen zu und drücke die Erde mit der flachen Hand an. Die Reihen legst du mit 15 cm Abstand an. In der Reihe stehen die Pflanzen 3 bis 5 cm auseinander. Säst du dichter, dünnst du nach dem AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. auf diesen Abstand aus.
Bis die ersten Keimlinge erscheinen, vergehen 7 bis 20 Tage. Halte die Saat so lange gleichmäßig feucht und gieß mit einer feinen Brause, damit du keine Samen freispülst. Ich stecke an beide Enden jeder Reihe einen Stab, damit ich beim Hacken nicht versehentlich in die Saat gerate.
Oft heißt es, Winterportulak sei ein LichtkeimerLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte. und dürfe nicht mit Erde bedeckt werden. Er ist aber kein Lichtkeimer, seine Samen gehören 0,5 bis 1 cm tief in die Erde. Ich bedecke die Rillen deshalb immer mit Erde.
Beet von der VorkulturVorkultur heißt meist, dass du Gemüse im Haus oder geschützt aus Samen vorziehst und es später als abgehärtete Jungpflanze ins Freiland setzt. In Anbauplänen meint das Wort auch eine schnelle Kultur, die vor der Hauptkultur auf dem Beet steht. räumen und feinkrümelig harken. Rillen mit 15 cm Reihenabstand ziehen. Samen 0,5 bis 1 cm tief legen, mit Erde bedecken und andrücken. Reihen markieren und bis zum Auflaufen feucht halten. Nach dem Auflaufen auf 3 bis 5 cm in der Reihe ausdünnen.
Beet vorbereiten: Die Vorkultur liefert die Nährstoffe
Winterportulak braucht keine zusätzliche Düngung, ihm genügen die Restnährstoffe der Vorkultur. Weil er ohne Dünger auskommt und erst im Spätsommer gesät wird, passt er gut auf ein Beet, das eine Sommerkultur gerade geräumt hat. Lockere die Fläche flach auf und harke sie feinkrümelig, damit die Rillen gleichmäßig tief werden. Auf demselben Beet baust du Winterportulak erst nach einer Anbaupause von 3 Jahren wieder an. Welche Kultur wann auf welchem Beet steht, hältst du am einfachsten im Beetplaner für deinen Garten fest.
Ich säe Winterportulak gern in die Reihen, aus denen ich gerade die letzten Sommersalate geerntet habe. Dort hacke ich nur flach durch und lasse den Dünger weg.
Standort und Boden in Kürze
Winterportulak wächst an sonnigen bis halbschattigen Plätzen. Er mag einen feuchten, gut durchlässigen Boden. Was Salate und Blattgemüse allgemein an Licht und Erde brauchen, liest du im Abschnitt zu Standort und Boden im Ratgeber für Salate und Blattgemüse.
Winterportulak im Hochbeet und Topf
Winterportulak eignet sich auch für HochbeetEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche. und Topf. Du säst dort genauso tief wie im Beet und hältst die Erde feucht. Wie du ihn im Kübel auf Balkon und Terrasse durch den Winter bringst, zeigt ein eigener Ratgeber.
Nach der Aussaat: Pflege und Winter
Winterportulak ist winterhart und bleibt über die kalten Monate im Beet stehen. Wie frosthart er ist und wann Schutz sinnvoll wird, erklärt der Ratgeber dazu, wie du Winterportulak im Winter kultivierst und schützt. Gießen, Jäten und den Blick auf Schnecken behandelt der Ratgeber für Salate und Blattgemüse in den Abschnitten zu Gießen und Pflegen sowie zu Krankheiten und Schädlingen.
Ab wann du ernten kannst
Von der Aussaat bis zur Ernte vergehen 56 bis 126 Tage, geerntet wird von Oktober bis März. Winterportulak lässt sich mehrfach schneiden und wächst danach nach. Tipps zu Schnitt und Frischhaltung findest du im Ratgeber dazu, wie du Winterportulak schonend erntest und frisch hältst.
Junge Blätter isst du roh als Salat oder gegart. Ältere Blätter können an einem heißen, trockenen Standort bitter werden. Nährwerte und Küchenideen für Blattgemüse stehen im Salat-Ratgeber im Abschnitt Auf dem Teller.
Winterportulak blüht von Mai bis Juni und kann verwildern. Soll er sich nicht im Garten ausbreiten, räumst du die Pflanzen vor der Samenbildung ab.



