Winterportulak: So winterhart ist er und so schützt du ihn im Winter
- Winterportulak ist winterhart und kann Fröste bis unter −20 °C vertragen, abhängig von Pflanzenzustand, Standort und Witterung.
- Bei Frost kann er sein Wachstum einstellen, geerntet wird dann aus dem Bestand, der schon im Beet steht.
- Vlies schützt vor starker Kälte und Wintersonne, auch eine Schneedecke bietet Schutz.
- Ein Folientunnel dient als Nässeschutz, seine Enden bleiben für die Luftzirkulation offen.
- Gegossen wird nur bei Bedarf, an sonnigen Tagen am Vormittag.
- Gefrorene Blätter erntest du erst, wenn sie an der Pflanze aufgetaut sind.

Nach einer Frostnacht lasse ich die Schere liegen, bis die Blätter vom Winterportulak an der Pflanze aufgetaut sind. Gefrorene Blätter brechen leicht. Die Pflanze selbst ist winterhart und kann Fröste bis unter −20 °C vertragen. Wie weit das in deinem Beet trägt, hängt von Pflanzenzustand, Standort und Witterung ab.
Zusammen mit Feldsalat versorgt dich Winterportulak durch den Winter mit frischen Blättern. Wie sich Sommer- und Winterarten zu einer langen Ernte ergänzen, zeigt der Überblick über die Saisonfenster von Salaten und Blattgemüse. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du Winterportulak mit Vlies, Schneedecke und Folientunnel durch Kälte und Nässe bringst.
Winterportulak im Steckbrief
Winterportulak, auch Postelein oder Claytonie genannt, heißt botanisch Claytonia perfoliata und stammt aus dem westlichen Nordamerika. Typisch sind die tellerförmig verwachsenen oberen Blätter und die weißen Blüten. Sommerportulak ist eine andere Pflanzenart, blüht gelb und bildet keine solchen Blattteller; woran du Winter- und Sommerportulak sicher unterscheidest, zeigt ein eigener Vergleich.
| Merkmal | Winterportulak |
|---|---|
| Botanischer Name | Claytonia perfoliata |
| Herkunft | westliches Nordamerika |
| Lebensdauer | einjährigEinjährige, auch Annuelle genannt, sind Pflanzen, deren Lebenszyklus üblicherweise innerhalb eines Jahres beendet ist. Sie legen als Pflanze keine Ruhezeit ein, nur ihre Samen überdauern ungünstige Zeiten. |
| Wuchshöhe | 10 bis 20 cm |
| Frost | winterhart, kann Fröste bis unter −20 °C vertragen, abhängig von Pflanzenzustand, Standort und Witterung |
| KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. | 8 bis 12 °C, Kühlkeimer |
| Ernte | Oktober bis März |
| Blüte | Mai bis Juni, weiß |
| Licht | sonnig bis halbschattig |
| Düngung | keine zusätzliche, die Restnährstoffe der VorkulturVorkultur heißt meist, dass du Gemüse im Haus oder geschützt aus Samen vorziehst und es später als abgehärtete Jungpflanze ins Freiland setzt. In Anbauplänen meint das Wort auch eine schnelle Kultur, die vor der Hauptkultur auf dem Beet steht. genügen |
Wie winterhart ist Winterportulak?
Winterhart heißt beim Winterportulak: Er bleibt über den Winter im Beet und kann in dieser Zeit mehrfach beerntet werden. Die Frostgrenze ist dabei kein fester Wert für jeden Garten. Pflanzenzustand, Standort und Witterung entscheiden mit, wie viel Kälte dein Bestand tatsächlich aushält.
Bis unter −20 °C Frost kann Winterportulak vertragen. Nimm den Wert als Orientierung, nicht als Zusage für jede Lage.
Bei Frost kann Winterportulak sein Wachstum einstellen, so wie andere Wintersalate auch. Eine Ernte aus dem vorhandenen Bestand bleibt trotzdem möglich. Wenn er in Frostphasen nicht weiterwächst, erntest du nur, was schon steht. Die Blattmasse vor den ersten Frösten ist deshalb dein Vorrat für die kalten Wochen.
„Winterhart heißt, er braucht keinen Schutz.“ Das stimmt so pauschal nicht. Wie viel Frost er verträgt, hängt von Pflanzenzustand, Standort und Witterung ab, und ein Vlies schützt zusätzlich vor starker Kälte und Wintersonne.
Vlies und Schnee: Schutz vor starker Kälte
| Schutz | Wogegen er hilft | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Vlies | starke Kälte und Wintersonne | locker auflegen, Ränder gegen Wind beschweren |
| Schneedecke | schützt den überwinternden Bestand | liegen lassen |
| Folientunnel | Nässe | beide Enden für die Luftzirkulation offen lassen |
Vlies schützt überwinterndes Gemüse vor starker Kälte und vor Wintersonne. Leg es über den Winterportulak, sobald starke Kälte angekündigt ist. Auch eine Schneedecke bietet Schutz, also lässt du sie liegen, statt die Pflanzen freizuräumen.
Das Vlies liegt bei mir ab Herbst zusammengerollt am Beetrand. Wird starke Kälte angekündigt, rolle ich es locker über die Reihen und beschwere die Ränder mit Steinen, damit der Wind es nicht abhebt.
Nässe im Winter: Folientunnel mit offenen Enden
Bei Wintersalaten wie Winterportulak dient ein Folientunnel vor allem als Nässeschutz. Die Enden bleiben dabei offen, damit die Luft zirkulieren kann. Ich lasse beide Enden auch in kalten Wochen offen und kontrolliere nach Sturm, ob die Folie noch fest sitzt. In FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet. und Gewächshaus gehört regelmäßiges, reichliches Lüften zur Vorbeugung gegen MehltauMehltau ist die Bezeichnung für Pilzkrankheiten, die einen weißlichen oder grauen Belag auf den Blättern bilden. Man unterscheidet Echten Mehltau, der bei Trockenheit und Hitze auftritt, und Falschen Mehltau, der bei kühlem, feuchtem Wetter auftritt..
Den Tunnel bei Frost rundum zu schließen. Die Enden bleiben für die Luftzirkulation offen, auch im Winter.
Gießen nur bei Bedarf
Gegossen wird im Winter nur bei Bedarf, dann an sonnigen Tagen am Vormittag, damit die Blätter tagsüber abtrocknen. Bevor ich gieße, grabe ich vorsichtig nach und prüfe die Bodenfeuchte, denn welke Blätter können auch auf beginnende WurzelfäuleBei Wurzelfäule faulen die Wurzeln einer Pflanze und sterben ab, meist weil die Erde ständig nass ist und Sauerstoff fehlt. Oft sind Schadpilze beteiligt, und die Pflanze welkt trotz feuchter Erde. hindeuten.
Ernten, wenn es friert
Gefrorene Winterportulakblätter erntest du erst, wenn sie an der Pflanze langsam aufgetaut sind, weil sie gefroren leicht brechen. Über den Winter kannst du denselben Bestand mehrfach beernten. Wie du dabei schonend schneidest und die Ernte frisch hältst, liest du im Ratgeber zum Ernten und Lagern von Winterportulak.
Aussaat: den Winterbestand rechtzeitig anlegen
Winterportulak ist ein Kühlkeimer und keimt schon ab 8 °C. Gesät wird meist von Ende August bis Oktober direkt ins Beet. Wann und wie du genau säst, erklärt der Ratgeber zur Aussaat von Winterportulak. Wie der Anbau vom Saattermin bis zur ersten Winterernte gelingt, zeigt ein zweiter Beitrag, und die Termine zum Ausdrucken liefert der Aussaatkalender für Salate und Blattgemüse.
Im Kübel durch den Winter
Winterportulak wächst auch im HochbeetEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche. und im Topf. Das Gefäß braucht einen Wasserablauf, damit keine Staunässe entsteht. Wie du ihn auf Balkon und Terrasse im Kübel ziehst und überwinterst, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Standort, Boden, Düngung und Schnecken in Kürze
Winterportulak wächst sonnig bis halbschattig in feuchtem, gut durchlässigem Boden. Zusätzlich düngen musst du ihn nicht, ihm genügen die Restnährstoffe der Vorkultur. Schnecken fressen überwiegend nachts und bei feuchter Witterung auch tagsüber; Absammeln und ein Schneckenzaun können den Befall begrenzen. Mehr zu Standort, Boden, Gießen und Pflanzenschutz bei allen Salaten findest du im Überblick zu Salaten und Blattgemüse.
Winterportulak in der Küche
Junge Blätter isst du roh als Salat oder gegart. Winterportulak schmeckt frisch säuerlich bis leicht nussig. Rezeptideen mit Winterportulak für Salate, warme Gerichte und Vorräte sammelt ein eigener Beitrag; Nährwerte und Küchengrundlagen der Salate und Blattgemüse stehen im Überblick.
Nach dem Winter: Blüte, Verwilderung und Anbaupause
Im Mai und Juni blüht Winterportulak weiß. Er ist einjährig, deshalb planst du für das Beet danach eine neue Kultur ein. Ältere Blätter können an einem heißen, trockenen Standort bitter werden. Winterportulak kann außerdem verwildern.
Erntest du Winterportulak an Stellen, an denen er verwildert ist, sortierst du alles aus, was du nicht sicher erkennst. Mitgeerntetes Kreuzkraut oder Greiskraut kann Pyrrolizidinalkaloide in den Salat eintragen.
Auf dieselbe Fläche kommt Winterportulak erst nach einer AnbaupauseDie Anbaupause ist die Zeit, die vergehen sollte, bevor dieselbe Pflanzenart oder eine Art derselben Pflanzenfamilie wieder auf demselben Beet wächst. Sie beugt Krankheiten und Schädlingen vor, die sich im Boden anreichern. von 3 Jahren wieder. Die Pause trägst du am besten gleich in den Beetplaner ein, damit du beim nächsten Winterbeet den Überblick behältst.



