Biologischer Radieschenanbau: Kompost, Gründüngung, Netz und Nützlinge
- Zur Beetvorbereitung Kompost einarbeiten, in ausreichend versorgter Erde brauchen Radieschen keinen Zusatzdünger.
- Ob Düngebedarf besteht, zeigt eine Bodenuntersuchung vor der Kultur.
- Als Gründüngung passen Phacelia und Buchweizen, Senf und Ölrettich sind selbst Kreuzblütler.
- Kulturschutznetz mit weniger als 1 mm Maschenweite direkt nach der Saat auflegen und am Boden dicht abschließen.
- Zur Kohlhernie-Vorbeugung Radieschen nur alle 4 bis 6 Jahre auf dieselbe Fläche säen.
- Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen können Blattläusen entgegenwirken.
- Zum Lagern das Laub abdrehen und die Knollen in einem feuchten Tuch ins Gemüsefach legen.

Bei Radieschen bleibt wenig Zeit zum Nachbessern: Im Sommer sind sie etwa 3 bis 4 Wochen nach der Aussaat erntereif. Im Biobeet fallen Kunstdünger und chemische Spritzmittel als schnelle Korrektur weg, deshalb liegt die Arbeit vor und direkt nach der Saat. Ich bereite das Beet mit Kompost vor, säe und lege sofort ein Kulturschutznetz auf.
Biologisch heißt bei Radieschen: Du versorgst den Boden mit Kompost, statt Zusatzdünger zu streuen. Die Gründüngung wählst du nach der Pflanzenfamilie, und beim Pflanzenschutz setzt du auf Netz, Fruchtfolge und Nützlinge. Radieschen gehören wie Rettich und Steckrübe zu den Kreuzblütlern. Diese Verwandtschaft bestimmt, welche Gründüngung und welche Anbaupause zu ihnen passen.
Kompost statt Zusatzdünger: Was brauchen Radieschen?
Radieschen haben einen geringen Nährstoffbedarf. In ausreichend nährstoffversorgter Erde brauchen sie deshalb keine zusätzliche Düngung. Zur Beetvorbereitung arbeitest du Kompost ein, auf Sandboden empfiehlt sich zusätzlich eine organische Düngung. Reifer Kompost verbessert bei schweren Böden die Lockerung und bei leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen.
Ob deine Erde ausreichend versorgt ist, klärst du vor der Kultur mit einer Bodenuntersuchung. Gedüngt wird dann nur, wenn der Untersuchungsbericht einen Bedarf zeigt. Eine Standarduntersuchung umfasst gewöhnlich Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf.
Als allgemeine Faustzahl kannst du im Frühjahr etwa 3 l vollständig verrotteten Kompost je m² oberflächlich einarbeiten. Bei stark überhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten schränkst du die Gabe ein. Nach diesen Werten aus der Standarduntersuchung bemisst du die Kompostgabe.
Gartenkompost enthält durchschnittlich 1 % Stickstoff. Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl kommen auf 10 bis 14 %. Weil Radieschen in ausreichend versorgter Erde ohne Zusatzdünger auskommen, lasse ich Horn bei ihnen weg.
Für Radieschen soll der Boden locker und humos sein, verdichtete schwere Böden lockerst du vor der Saat gründlich. Wie du dabei vorgehst und den pH-Wert einschätzt, steht in meiner Anleitung, wie du den Boden für Radieschen vorbereitest. Zeigt der Bodenbefund einen Bedarf, liest du im Beitrag zur Nährstoffversorgung von Radieschen, womit du düngst. Wie du Radieschen selbst als Bioindikator nutzt, zeige ich dir im Beitrag zum Bodentest mit Radieschen.
Welche Gründüngung passt zu Radieschen?
Mehrere Gründüngungspflanzen sind mit Radieschen verwandt: Senf, Ölrettich und Raps gehören ebenfalls zu den Kreuzblütlern. In einer Fruchtfolge mit Radieschen, Rettich oder Kohl planst du sie deshalb nicht als Gründüngung ein. Gelbsenf und Ölrettich kommen auch nicht als unmittelbare Vor- oder Nachkultur für Radieschen infrage.
Passend sind Phacelia und Buchweizen. Phacelia ist mit den gängigen Gemüsearten nicht verwandt und eignet sich deshalb als Gründüngung im Gemüsegarten. Ich säe sie auf Beetstücke, die zwischen zwei Kulturen frei stehen.
Nach dem flachen Einarbeiten wartest du meist etwa 2 bis 3 Wochen bis zur nächsten Aussaat. Diese Wartezeit trage ich gleich im Beetplaner für Fruchtfolge und Beetbelegung ein, damit die Radieschensaat nicht zu früh kommt.
„Senf ist als schnelle Gründüngung auch vor Radieschen eine gute Wahl.“ Das passt nicht, denn Senf ist wie Radieschen ein Kreuzblütler. Nimm vor und nach Radieschen lieber Phacelia. Auch Rübsen baust du nicht unmittelbar vor oder nach anderen Kreuzblütlern an.
Standort, Aussaat und Gießen in Kürze
Radieschen stehen gern hell und sonnig. Bei Sommeraussaaten wählst du eher einen halbschattigen Platz, weil Hitze und Trockenheit das SchossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen. begünstigen. Auf Balkon oder Terrasse füllst du das Gefäß mindestens 15 cm hoch mit Blumen- oder Gemüseerde. Mehr dazu steht in der Anleitung, wie Radieschen in Kübeln und Balkonkästen gelingen.
Gesät wird direkt ins Beet, flach und 1 bis 2 cm tief, denn bei zu tiefer Saat können rundknollige Sorten längliche Knollen bilden. Welche Monate passen, siehst du im druckbaren Aussaatkalender für Wurzelgemüse.
Danach hältst du das Beet gleichmäßig feucht und gießt die Keimlinge vorsichtig, weil starke Schwankungen in der Wasserversorgung pelzige oder geplatzte Knollen verursachen können. Wie du dabei vorgehst, liest du im Beitrag, wie du Radieschen richtig gießt und pflegst. Den ganzen Weg von der Saat bis zur Ernte beschreibe ich in meiner Anleitung für knackige Radieschen.
Wie schützt du Radieschen ohne Chemie vor Erdflöhen und Kohlhernie?
Gegen ErdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite. können Kulturschutznetze mit weniger als 1 mm Maschenweite helfen. Du legst das Netz direkt nach der Saat auf und schließt es am Boden dicht ab. Ich hebe es nur zum Jäten und Ernten an und lege es danach gleich wieder dicht auf.
Verdichtete und staunasse Standorte meidest du, weil hohe Bodentemperaturen zusammen mit hoher Bodenfeuchte die Kohlhernie begünstigen. Für Radieschen gilt allgemein eine Anbaupause von 3 Jahren. Zur Kohlhernie-Vorbeugung sollen anfällige Kreuzblütler wie Radieschen und Rettich aber nur alle 4 bis 6 Jahre auf derselben Gartenfläche stehen. Bei Kohlherniebefall entfernst du kranke Pflanzen samt Wurzeln und gibst sie nicht auf den Kompost, denn DauersporenDauersporen sind mikroskopisch kleine Sporen, mit denen manche Krankheitserreger im Boden überdauern, etwa der Erreger der Kohlhernie. Sie bleiben über mehrere Jahre lebensfähig und können dann erneut Pflanzen infizieren. des Erregers können im Boden mehrere Jahre lebensfähig bleiben. Wie du Krankheiten und Schädlingen im ganzen Wurzelbeet vorbeugst, zeigt dir der Abschnitt über Krankheiten und Schädlinge im Wurzelgemüse-Ratgeber.
Welche Nützlinge helfen im Radieschenbeet?
Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen können einem Blattlausbefall entgegenwirken. Schwebfliegen förderst du mit blühenden Korb- und DoldenblütlernDoldenblütler (Apiaceae) sind eine Pflanzenfamilie, deren Blüten meist in Doppeldolden, seltener in einfachen Dolden stehen. Dazu gehören Nutzpflanzen wie Möhre, Petersilie, Sellerie, Dill und Kümmel, aber auch tödlich giftige Wildpflanzen wie Schierling., ihre Larven gehören zu den natürlichen Gegenspielern von Blattläusen. Ich lasse deshalb am Rand meines Gemüsegartens Korb- und Doldenblütler stehen und blühen. Spritzmittel bleiben im Biobeet draußen, denn sie können auch Nützlinge treffen.
Entdeckst du Blattläuse an deinen Radieschen, schau erst genau hin. Sind schon Marienkäfer, Florfliegen oder SchwebfliegenlarvenSchwebfliegenlarven sind die Larven der Schwebfliegen und zählen zu den wirksamsten natürlichen Gegenspielern der Blattläuse im Garten. Sie fressen alle Blattlausstadien und gehören auch zu den natürlichen Feinden verschiedener Milben. da, haben die Läuse bereits Gegenspieler im Beet.
Welche blühenden Begleiter neben Radieschen passen, zeige ich dir im Beitrag über Mischkultur mit Radieschen und blühenden Begleitern.
Radieschen in Mischkultur
Radieschen eignen sich als schneller keimende Markiersaat in Möhrenreihen. Ernte sie, bevor sie die länger stehende HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant. bedrängen. Beim Roden können FeinwurzelnFeinwurzeln sind die dünnen, fein verzweigten Wurzeln einer Pflanze. Sie nehmen vor allem Wasser und Nährstoffe aus dem Boden auf, während die dicken Wurzeln der Pflanze Halt geben und Stoffe weiterleiten. benachbarter jüngerer Kulturen geschädigt werden, deshalb ziehe ich Radieschen aus der Möhrenreihe behutsam einzeln heraus. Welche Nachbarn sonst passen, liest du im Beitrag zu guten und schlechten Nachbarn für Radieschen, eigene Kombinationen prüfst du im Mischkultur-Werkzeug.
Was bringen Brennnesseljauche und Schachtelhalmtee?
BrennnesseljaucheBrennnesseljauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Brennnesselblättern, die zehn bis 14 Tage in Wasser gären. Sie liefert schnell verfügbaren Stickstoff und eignet sich besonders für stark zehrendes Gemüse. und Schachtelhalmtee sind klassische Hausmittel aus dem Biogarten. Der Jauche wird nachgesagt, sie stärke die Pflanzen und liefere Nährstoffe. Vom Tee heißt es, er festige die Blätter. Beobachte die Pflanzen, statt dich auf eine stärkende Wirkung dieser Hausmittel zu verlassen.
Bei Radieschen setze ich zuerst auf Kompost, Netz und Nützlinge, Jauchen und Tees sind für mich kein fester Pflegeschritt. Probierst du sie trotzdem aus, beobachte deine Pflanzen genau und schau auf die Blätter.
Weder Jauche noch Tee ersetzen das Kulturschutznetz gegen Erdflöhe oder die Anbaupause gegen Kohlhernie.
Ernten und Radieschen lagern
Wann Radieschen reif sind, hängt von der Jahreszeit ab. Im Frühjahr oder Herbst kann es bis zu 8 Wochen bis zur Ernte dauern. Wie du den richtigen Erntezeitpunkt erkennst, steht in meiner Anleitung für knackige Radieschen.
Radieschen lagern: Laub ab, feuchtes Tuch, Gemüsefach
Nach der Ernte drehe ich das Laub ab, wie man es auch beim Rettich macht, und schlage die Knollen in ein feuchtes Tuch. So kommen sie ins Gemüsefach des Kühlschranks. Für eine laufende Ernte säst du etwa alle 2 Wochen kleinere Mengen nach. Dann brauchst du kaum einen Vorrat, weil der nächste Satz schon im Beet wächst.
Knollen, die dir roh zu scharf sind, kannst du garen, denn beim Erhitzen verlieren Radieschen an Schärfe und werden weicher.
Wirf das Laub nicht einfach weg. Frische Radieschenblätter kannst du roh oder gekocht essen, junge Blätter eignen sich für Pesto oder als gedünstetes Blattgemüse.





