Anbaukalender für Radieschen: Wann du säst und was jede Jahreszeit braucht
- Im Freiland säst du Radieschen von Mitte Februar bis Mitte August, mit geeigneter Sorte bis Mitte September.
- Im Sommer sind Radieschen etwa 3 bis 4 Wochen nach der Aussaat erntereif.
- Im Frühjahr oder Herbst kann es bis zu 8 Wochen bis zur Ernte dauern.
- Für eine laufende Ernte säst du etwa alle 2 Wochen eine kleinere Menge nach.
- Für Sommersaaten wählst du einen eher halbschattigen Platz, weil Hitze und Trockenheit das Schossen begünstigen.
- Unter Glas lüftest du im Winter an sonnigen, frostfreien Tagen, denn zu viel Wärme kann die Knollen übermäßig strecken.

Radieschen wachsen schnell, aber jede Jahreszeit stellt andere Bedingungen. Im März braucht die junge Saat Schutz vor Frost. Im Hochsommer begünstigen Hitze und Trockenheit das SchossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen., und im Spätsommer schließt das Freiland-Fenster. Ich plane meine Radieschen deshalb nach Jahreszeiten und säe immer nur kleine Portionen. In diesem Kalender findest du für jede Saison den passenden Termin, den richtigen Platz und die Handgriffe, die dann zählen.
Der Radieschen-Kalender auf einen Blick
Radieschen säst du direkt ins Beet, VorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus. ist nicht nötig. Im Freiland reicht das AussaatfensterDas Aussaatfenster ist der Zeitraum im Jahr, in dem eine Pflanzenart sinnvoll ausgesät werden kann. Es richtet sich vor allem nach dem Temperaturanspruch der Art, der Bodentemperatur und der Frostgefahr. von Mitte Februar bis Mitte August. Mit einer geeigneten Sorte kannst du noch bis Mitte September säen. Unter Glas verlängert sich die Saison an beiden Enden.
| Zeitraum | Wo du säst | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Januar bis April | unter Glas, zum Beispiel die Sorte ‘Korund’ | nicht zu warm halten, an sonnigen, frostfreien Tagen lüften |
| ab Mitte Februar | im Freiland | Termin an Witterung und Lage anpassen, Boden erst abgetrocknet bearbeiten |
| März | im Freiland unter Vlies | Vlies schützt vor Frost und hält Wärme im Beet |
| März bis August | im Freiland, zum Beispiel die Sommersorte ‘Parat’ | Sommersaaten eher halbschattig, in Trockenphasen gießen |
| bis Mitte August | im Freiland | Ende des allgemeinen Freiland-Fensters |
| bis Mitte September | im Freiland mit geeigneter Sorte | junge Pflanzen bei angekündigtem Nachtfrost mit Vlies schützen |
| August bis Oktober | unter Glas, zum Beispiel ‘Korund’ | Frühbeetfenster an sonnigen, frostfreien Tagen anheben |
Die Termine sind ein Rahmen, kein fester Plan. In klimatisch ungünstigen Lagen beginnt die Saat später als in Weinbaulagen. Welches Aussaatfenster zu welcher Ernte führt, zeige ich ausführlich in meinem Überblick zu den Aussaatterminen für Radieschen.
„Radieschen kannst du das ganze Jahr draußen säen.“ Das stimmt so nicht. Radieschen sind nicht winterhart. Im Freiland reicht das Fenster von Mitte Februar bis Mitte August, mit geeigneter Sorte bis Mitte September. Im Winter säst du nur unter Glas.
Wenn du deine Termine lieber auf Papier planst, hilft dir ein druckbarer Aussaatkalender für Wurzelgemüse.
Wie lange Radieschen brauchen und wie du laufend nachsäst
Wie lange eine Aussaat im Beet steht, hängt bei Radieschen von der Jahreszeit ab. Im Sommer sind sie etwa 3 bis 4 Wochen nach der Aussaat erntereif. Im Frühjahr oder Herbst kann es bis zu 8 Wochen dauern. Die Keimdauer liegt bei 3 bis 14 Tagen.
Für eine laufende Ernte säst du während der Saison etwa alle 2 Wochen eine kleinere Menge nach. Weil eine Frühjahrssaat länger steht, du aber im gleichen Takt nachsäst, wachsen im Frühjahr mehr Aussaaten nebeneinander als im Sommer. Plane dafür im Frühjahr mehr Reihen ein.
Ich trage jede Aussaat mit Datum in meinen Beetplan ein und notiere dabei gleich den nächsten Termin. Digital klappt das im Beetplaner für dein Gemüsebeet.
Frühjahr: früh säen und vor Frost schützen
Ab Mitte Februar kann die erste Saat ins Freiland, wenn Witterung und Boden es zulassen. Den Boden lockerst du erst, wenn er ausreichend abgetrocknet ist, am besten mit Grabgabel oder Krail. Bei Aussaaten im März legst du ein Vlies über das Beet. Es schützt vor Frost und hält Wärme im Beet. Ist später Nachtfrost angekündigt, deckst du auch die jungen Radieschen wieder mit Vlies ab.
Mit Frühbeetkasten, Folientunnel oder Vlies kann die Ernte um 1 bis 3 Wochen früher kommen. Die Handgriffe dafür findest du in meiner Anleitung, wie du im Frühbeet besonders früh Radieschen erntest.
Im März lege ich das Vlies gleich nach dem Säen auf und beschwere die Ränder mit Steinen. Wenn ich es abnehme, falte ich es und lege es an den Beetrand. So liegt es bereit, wenn Nachtfrost angekündigt ist.
Sommer: halbschattig säen und gleichmäßig feucht halten
Für den Sommer greifst du zu einer Sommersorte. Die klassische Sommersorte ‘Parat’ hat ein Aussaatfenster von März bis August. Für Sommersaaten wählst du einen eher halbschattigen Platz, denn Hitze und Trockenheit begünstigen das Schossen.
Schossen nennt man es, wenn eine Pflanze vorzeitig in die Blüte geht. Bei Radieschen fördern Hitze und Trockenheit diesen Schritt.
Ist der Unterboden vor einer Sommersaat sehr trocken, wässerst du 1 bis 2 Tage vorher. Gib dabei 15 bis 20 l Wasser je m². Bis zur Keimung hältst du das Saatbett feucht, ohne es zu vernässen. In sommerlichen Trockenphasen gießt du weiter, denn Trockenheit beeinträchtigt die Wurzelqualität.
Herbst: späte Aussaaten rechtzeitig planen
Mitte August endet das allgemeine Freiland-Fenster. Mit einer geeigneten Sorte kannst du noch bis Mitte September säen. Im Herbst kann die Kultur wieder bis zu 8 Wochen dauern. Wurzelgemüse lässt sich nur aus ungefrorenem Boden ernten, sonst können die Wurzeln abbrechen. Weil ein Herbstsatz lange steht und Wurzelgemüse nur aus ungefrorenem Boden geerntet werden kann, legst du die späten Aussaaten so, dass sie vor dem ersten Bodenfrost fertig sind.
Wie im Frühjahr gilt: Bei angekündigtem Nachtfrost kommt Vlies über die jungen Pflanzen. Unter Glas geht es weiter, denn ‘Korund’ kann dort von August bis Oktober gesät werden. Ist das Beet geräumt, kann vorgezogener Feldsalat noch bis Mitte Oktober ins Freiland.
Im Spätsommer planst du die letzten Aussaaten. Im Freiland säst du mit geeigneter Sorte bis Mitte September, unter Glas kann ‘Korund’ bis Oktober folgen. Das Vlies legst du für angekündigte Nachtfröste griffbereit.
Winter: Radieschen nur unter Glas
Radieschen sind nicht winterhart. Im Freiland pausiert die Aussaat deshalb bis Mitte Februar. Unter Glas kann die Sorte ‘Korund’ schon ab Januar gesät werden. Für sehr frühe Saaten im Gewächshaus oder Frühbeetkasten eignet sich ‘Topsi’. Die Sorte ‘Rudi’ ist für den frühen Anbau im kalten Folienhaus geeignet und wird als mild beschrieben.
Unter Glas oder Folie gilt im Winter: nicht zu warm. Zu hohe Wintertemperaturen können übermäßig gestreckte Knollen verursachen.
Das FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet. bleibt an sonnigen Wintertagen zu, weil es draußen kühl ist. Unter den Fenstern kann sich die Luft dann stark erwärmen, und zu viel Wärme kann die Knollen übermäßig strecken. Heb die Fenster an sonnigen, frostfreien Tagen zum Lüften an.
Verwechsle Radieschen nicht mit Winterrettich: ‘Runder Schwarzer Winter’ ist ein Winterrettich und keine Radieschensorte. Winterrettich wird von Mitte Juni bis Mitte August gesät.
Was in jeder Jahreszeit gleich bleibt
Einige Regeln gelten unabhängig vom Monat. Ich fasse sie hier kurz für Radieschen zusammen. Ausführlich stehen sie in den Grundlagen zu Standort, Pflege, Schädlingen und Ernte von Wurzel- und Knollengemüse.
Aussaat und Standort: Radieschen säst du flach, 1 bis 2 cm tief, in lockeren, humosen Boden, weil zu tiefe Saat bei runden Sorten längliche Knollen ergeben kann. Auf Balkon oder Terrasse füllst du das Gefäß mindestens 15 cm hoch mit Blumen- oder Gemüseerde. Bodenvorbereitung, Abstände und Pflege Schritt für Schritt findest du in meinen Anbautipps von Standort bis Ernte.
Gießen: Halte den Boden das ganze Jahr gleichmäßig feucht und gieße Keimlinge vorsichtig. Starke Schwankungen in der Wasserversorgung können pelzige oder geplatzte Knollen verursachen. Wie du dabei vorgehst, zeige ich in meinem Beitrag, wie du Radieschen gleichmäßig gießt und pflegst.
Düngen: In ausreichend nährstoffversorgter Erde brauchen Radieschen keine zusätzliche Düngung. Zur Beetvorbereitung arbeitest du Kompost ein, und ob darüber hinaus Dünger nötig ist, zeigt eine Bodenuntersuchung vor der Kultur.
Schädlinge und Krankheiten: Gegen ErdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite. kann ein KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen. mit weniger als 1 mm Maschenweite helfen, das du direkt nach der Saat dicht auflegst. KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. wird durch hohe Bodentemperatur zusammen mit hoher Bodenfeuchte begünstigt, deshalb meidest du verdichtete und staunasse Stellen. Mehr zur natürlichen Abwehr liest du in meinem Beitrag zum natürlichen Schutz vor Schädlingen an Radieschen.
Ernte und Aufbewahrung: Wann du erntest, entscheidet bei Radieschen die Größe, nicht allein das Datum. Auch die frischen Blätter kannst du roh oder gekocht essen. Wie du erntest und die Knollen danach frisch hältst, steht in meiner Anleitung zum Ernten und Frischhalten von Radieschen.
Fruchtfolge und Mischkultur: Radieschen brauchen auf derselben Fläche eine Anbaupause von 3 Jahren. Zur Kohlhernie-Vorbeugung ist die Empfehlung strenger: Anfällige KreuzblütlerKreuzblütler (Brassicaceae) sind eine Pflanzenfamilie mit vielen Gemüsearten: Dazu gehören alle Kohlarten sowie Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Senf. In der Fruchtfolge sollten sie nicht direkt nacheinander am selben Platz wachsen. wie Radieschen sollen nur alle 4 bis 6 Jahre auf dieselbe Gartenfläche. Als Gründüngung passen Phacelia oder Buchweizen, und welche Beetnachbarn zu Radieschen passen, zeigt dir der Planer für Mischkultur im Gemüsebeet.





