Gemüse · Wurzel- & Knollengemüse · Pflege

Radieschen richtig gießen und pflegen: gleichmäßig feucht statt pelzig

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Halte Radieschen von der Saat bis zur Ernte gleichmäßig feucht, denn starke Schwankungen der Wasserversorgung können pelzige oder geplatzte Knollen verursachen.
  • Während Quellung und Keimung bleibt das Saatbett feucht, ohne zu vernässen; Keimlinge gießt du vorsichtig.
  • Prüf die Feuchte vor dem Gießen mit dem Finger unter der Oberfläche, statt nach Kalender zu gießen.
  • Säe im Sommer eher halbschattig und bewässere in Trockenphasen, weil Hitze und Trockenheit das Schossen begünstigen.
  • Meide staunasse, verdichtete Stellen: Hohe Bodenfeuchte begünstigt zusammen mit hohen Bodentemperaturen die Kohlhernie.
  • Dünne auf 3 bis 5 cm in der Reihe bei 15 cm Reihenabstand aus und lockere erst, wenn die Erde nicht mehr klebt.
Radieschen frisch gezogen mit roten Knollen, weißen Wurzelfäden und Laub, liegend auf der Beeterde vor dem Bestand
Foto: Mirko Fabian · Pexels License · Quelle ↗

Du ziehst die ersten Radieschen, und sie sind innen pelzig oder aufgeplatzt. Das kann auf starke Schwankungen der Wasserversorgung hindeuten, denn Radieschen wollen gleichmäßig feucht stehen. Ich gieße sie deshalb nicht nach Kalender, sondern prüfe vorher mit dem Finger, wie feucht die Erde unter der Oberfläche ist.

Neben dem Gießen gehören Jäten, Ausdünnen und Lockern zur Pflege, und Staunässe willst du dabei vermeiden. Was für alle Arten der Gruppe gilt, findest du in den Grundlagen zu Pflege, Gießen und Düngen von Wurzelgemüse.

Radieschen gießen: wie viel Wasser in welcher Phase?

Radieschen brauchen von der Saat bis zur Ernte gleichmäßig feuchte Erde. Was das konkret heißt, hängt von der Phase ab.

Phase Was die Erde braucht Worauf du achtest
Vor der Saat Ist der Unterboden sehr trocken, gibst du 1 bis 2 Tage vor der Saat 15 bis 20 l Wasser je m². Das gilt für Gemüseaussaaten allgemein, nicht nur für Radieschen.
Quellung und Keimung Das Saatbett bleibt ausreichend feucht, ohne zu vernässen. Mit feiner Brause gießen
Keimlinge Gleichmäßige Feuchte Vorsichtig gießen, kein harter Strahl auf die jungen Pflänzchen
Wachstum bis zur Ernte Gleichmäßige Feuchte ohne stehendes Wasser Starke Schwankungen können pelzige oder geplatzte Knollen verursachen.
Sommerliche Trockenphasen Zusätzlich bewässern Trockenheit beeinträchtigt die Wurzelqualität und fördert das Schossen.

Die Keimung dauert 3 bis 14 Tage. So lange hältst du das Saatbett feucht, auch wenn noch kein Grün zu sehen ist.

Zahl im Blick

Als allgemeine Orientierung für Gemüse im Garten gelten etwa 10 bis 20 l Wasser je m², wenn die Wurzelzone in ungefähr 10 bis 20 cm Tiefe erreicht werden soll. Beim langsamen Gießverfahren verteilst du eine solche Gabe auf mindestens 2 Stunden, damit das Wasser einsickern kann. Für Radieschen ist das ein Rahmen, keine feste Menge: Maßgeblich bleibt, dass die Erde gleichmäßig feucht ist.

Mythos-Check

Oft heißt es, vor der Ernte solle man weniger gießen, dann würden Radieschen knackiger. Bei Radieschen spricht wenig dafür. Starke Schwankungen der Wasserversorgung können pelzige oder geplatzte Knollen verursachen, und im Sommer sind die Knollen schon etwa 3 bis 4 Wochen nach der Aussaat erntereif. In so einer kurzen Kultur gibt es keine eigene Phase zum Abtrocknenlassen: Du gießt gleichmäßig, bis du erntest.

Aussaatkalender Radieschen
GartenkalenderAussaat: März, April, Mai, Juni, Juli, August, September; Blüte: Juni, Juli; Ernte: März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, OktoberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliAussaat: AugustAussaat: SeptemberBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliErnteErnte: MärzErnte: AprilErnte: MaiErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberAussaatBlüteErnte

So gießt du Radieschen richtig

Prüf die Feuchte, bevor du zur Kanne greifst. Steck einen Finger neben der Reihe in die Erde und fühl unter der Oberfläche nach. Ist die Erde dort noch feucht, wartest du mit dem Gießen. Beginnt sie abzutrocknen, gießt du.

Keimlinge gießt du vorsichtig mit einer feinen Brause. Gib das Wasser langsam, sodass es einzieht, statt über die Oberfläche abzulaufen. Ob es in der Tiefe angekommen ist, prüfst du danach an einer freien Stelle mit dem Finger.

Marias Erfahrung

Ich gieße Radieschen mit der Brause zwischen die Reihen und nicht von oben über das Laub. Zieht das Wasser ein, gieße ich nach, bis die Erde auch unter der Oberfläche feucht ist.

Häufiger Fehler

Nur auf die Oberfläche schauen. Gerade torffreie Erde kann oben trocken wirken, obwohl es darunter noch nass ist. Wer dann nachgießt, hält die Erde nass statt gleichmäßig feucht. Prüf die Feuchte deshalb von Hand unter der Oberfläche.

Im Sommer: Halbschatten und Wasser in Trockenphasen

Für Sommeraussaaten wählst du einen eher halbschattigen Platz, weil Hitze und Trockenheit das Schossen begünstigen. In sommerlichen Trockenphasen bewässerst du zusätzlich, denn Trockenheit beeinträchtigt die Wurzelqualität. Sonst stehen Radieschen gern hell und sonnig.

Kurz erklärt

Schossen heißt, dass die Pflanze einen Blütenstiel treibt. Im Sommer achtest du deshalb besonders darauf, dass die Erde nicht austrocknet.

Staunässe vermeiden: wenn aus feucht nass wird

Gleichmäßig feucht heißt nicht nass. Schon das Saatbett soll während der Keimung feucht bleiben, ohne zu vernässen. Steht nach dem Gießen Wasser in der Reihe, wartest du mit dem nächsten Gießen, bis die Fingerprobe wieder abtrocknende Erde zeigt. Bei Verdacht auf eine verdichtete Schicht stichst du mit einer spitzen Metallstange in den feuchten Boden und spürst, wo der Widerstand zunimmt.

Sandreiche Böden lassen Wasser gut durch und speichern wenig davon. Tonreiche Böden leiten Wasser dagegen schlecht ab. Reifer Kompost verbessert bei sandigen Böden die Wasserspeicherung und bei schweren Böden die Versickerung. Kompost zur Beetvorbereitung setzt damit an beiden Gießproblemen an: am schnellen Austrocknen auf Sand und am stehenden Wasser auf schwerem Boden. Verdichtete schwere Böden lockerst du vor der Saat gründlich, und wie du den Boden für Radieschen lockerst und vorbereitest, steht in einem eigenen Beitrag.

Nässe kann außerdem Krankheiten begünstigen. Hohe Bodenfeuchte fördert zusammen mit hohen Bodentemperaturen die Kohlhernie, deshalb meidest du für Radieschen verdichtete und staunasse Stellen.

Jäten, ausdünnen, lockern: Pflege neben dem Gießen

Unkraut früh entfernen

Unkraut in der Reihe nimmt den Radieschen das Wasser weg, das du für sie gießt. Ich jäte in der Reihe von Hand und ziehe zwischen den Reihen nur flach die Hacke durch. Schon vor der Aussaat kannst du ein falsches Saatbett anlegen. Dafür bereitest du das Beet zwei bis vier Wochen vor der Saat vor und entfernst das aufgelaufene Unkraut vor der Saat nur oberflächlich.

Ausdünnen: Platz für jede Knolle

Radieschen säst du direkt in Reihen und dünnst sie danach auf diesen Abstand aus:

Anbauweise Abstand in der Reihe Reihenabstand
Direktsaat in Reihen 3 bis 5 cm 15 cm

Dünne aus, sobald du in der Reihe die kräftigsten Pflänzchen erkennst, und lass diese stehen. Ich arbeite dabei bei feuchter Erde, halte die Nachbarpflanze mit den Fingern am Boden und ziehe das überzählige Pflänzchen gerade heraus. Danach drücke ich die stehenden Radieschen an und gieße sie an. Frische Radieschenblätter kannst du übrigens roh oder gekocht essen.

Boden lockern, wenn er abgetrocknet ist

Verkrustet die Oberfläche zwischen den Reihen, lockerst du sie flach auf, damit Gießwasser wieder einzieht. Warte damit, bis die Erde abgetrocknet ist und nicht mehr an Schuhen oder Werkzeug klebt. Solange die Erde nach dem Gießen oder nach Regen noch klebt, lässt du die Hacke liegen. Ich lockere nur die oberste Schicht und bleibe mit der Hacke von den Knollen weg.

Frühjahr und Topf: wo du anders gießt und pflegst

Frühe Saaten unter Vlies

Bei frühen Aussaaten im März schützt ein Vlies vor Frost und hält Wärme im Beet. Auch junge Radieschen deckst du bei angekündigtem Nachtfrost mit Vlies ab. Mehr dazu findest du im Beitrag, wie du Radieschen als erstes Frühgemüse im Jahr anbaust.

Im Topf und auf dem Balkon

Im Topf trocknet das begrenzte Substrat schneller aus als Gartenboden, darum gehört das Gießen dort zur Routine. Füll das Gefäß mindestens 15 cm hoch mit Blumen- oder Gemüseerde, achte auf freie Abzugslöcher und prüf die Feuchte auch unter der Oberfläche. Gefäße und Erde im Detail erklärt die Anleitung, wie du Radieschen in Kübeln oder Balkonkästen ziehst.

Düngen, Schädlinge, Ernte: was sonst zur Pflege gehört

Den ganzen Weg von Standort und Aussaat bis zur Ernte beschreibt der Beitrag, wie du Radieschen von der Saat bis zur Ernte anbaust. Ernte, Mischkultur und Topfanbau behandelt außerdem der Wurzelgemüse-Überblick in eigenen Abschnitten.

Düngen

Radieschen haben einen geringen Nährstoffbedarf und brauchen in ausreichend versorgter Erde keine zusätzliche Düngung. Zur Beetvorbereitung arbeitest du Kompost ein, und ob mehr nötig ist, zeigt eine Bodenuntersuchung vor der Kultur. Wann eine Gabe sinnvoll ist, erklärt der Beitrag, wie du Radieschen richtig mit Nährstoffen versorgst.

Schädlinge

Gegen Erdflöhe an Radieschen können Kulturschutznetze mit weniger als 1 mm Maschenweite helfen. Das Netz legst du direkt nach der Saat auf und schließt es am Boden dicht ab; ich gieße dann durch das Gewebe hindurch. Weitere Wege zeigt dir der Beitrag, wie du Radieschen natürlich vor Schädlingen schützt.

Ernte

Im Sommer sind Radieschen etwa 3 bis 4 Wochen nach der Aussaat erntereif. Im Frühjahr oder Herbst kann die Kultur bis zu 8 Wochen dauern. Woran du reife Knollen erkennst, liest du im Beitrag, wie du Radieschen erntest und frisch hältst.

Aussaat

Für eine laufende Ernte säst du etwa alle 2 Wochen kleinere Mengen nach. Welche Monate dafür passen, erklärt der Beitrag zur passenden Aussaatzeit für Radieschen.

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Häufige Fragen

Welche besonderen Bewässerungstechniken sind bei Radieschen zu beachten?
Halte die Erde gleichmäßig feucht und gieß Keimlinge vorsichtig mit einer feinen Brause. Prüf vor dem Gießen mit dem Finger, ob die Erde unter der Oberfläche noch feucht ist. Gerade torffreie Erde kann oben trocken wirken, obwohl es darunter noch nass ist. Vermeide starke Schwankungen und stehendes Wasser, denn Schwankungen der Wasserversorgung können pelzige oder geplatzte Knollen verursachen.
Welche praktischen Schritte sind beim Ausdünnen von Radieschensämlingen zu beachten?
Dünne aus, sobald du in der Reihe die kräftigsten Pflänzchen erkennst, und lass diese stehen. In der Reihe lässt du 3 bis 5 cm Platz. Der Reihenabstand beträgt dabei 15 cm. Arbeite bei feuchter Erde, zieh die überzähligen Pflänzchen gerade heraus und drück die stehenden danach an.
Stimmt es, dass Radieschen bei warmem Wetter automatisch scharf und holzig werden?
Einen Automatismus gibt es nicht, doch Hitze und Trockenheit begünstigen das Schossen, und Trockenheit beeinträchtigt die Wurzelqualität. Für Sommeraussaaten wählst du deshalb einen eher halbschattigen Platz. In Trockenphasen bewässerst du zusätzlich und hältst die Erde gleichmäßig feucht.
Wie lassen sich Radieschen erfolgreich in Töpfen und Hochbeeten kultivieren?
Füll das Gefäß mindestens 15 cm hoch mit Blumen- oder Gemüseerde und achte auf freie Abzugslöcher, damit keine Staunässe entsteht. Begrenztes Substrat trocknet schneller aus als Gartenboden, darum gehört die Fingerprobe im Topf zur Routine. Im Hochbeet trocknet die Erde durch die stärkere Erwärmung ebenfalls schneller aus, eine Mulchdecke aus Rasenschnitt hilft dagegen.
Wie lange dauert es von der Aussaat bis zur Ernte von Radieschen?
Im Sommer sind Radieschen etwa 3 bis 4 Wochen nach der Aussaat erntereif. Im Frühjahr oder Herbst kann die Kultur bis zu 8 Wochen dauern. Über diese ganze Zeit hältst du die Erde gleichmäßig feucht, denn starke Schwankungen der Wasserversorgung können pelzige oder geplatzte Knollen verursachen.
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