Ertrag beim Schwarzwurzel-Anbau: was im Beet zählt und ob es sich rechnet
- Orientierung aus dem Erwerbsanbau: rechnerisch 1,5 bis 2,5 kg/m², ohne Ertragsgarantie für den Hausgarten.
- Verdichtungen, Steine und ein ungleichmäßig abgesetztes Saatbett fördern verzweigte Wurzeln.
- Saatgut jedes Jahr frisch kaufen und den Bestand unkrautfrei halten.
- 'Meres' wird als schossfest und widerstandsfähig gegen Echten Mehltau beschrieben.
- Die Kulturdauer liegt bei 210 bis 252 Tagen, das Beet ist mindestens bis in den Herbst belegt.
Schwarzwurzeln belegen dein Beet von der Aussaat im Frühjahr bis zur Ernte ab September. Wer so lange Platz hergibt, will am Ende lange, unverzweigte Wurzeln ernten und keine lückigen Reihen. Ich plane Schwarzwurzeln deshalb vom Ertrag her: Vor der Saat prüfe ich den Boden, nach der Ernte wiege ich jede Reihe.
Ertrag von Schwarzwurzeln: die Zahl aus der Landwirtschaft und dein Beet
In der Landwirtschaft und im Gemüsebau rechnet man Erträge in Tonnen je Hektar. Für dein Beet brauchst du dieselbe Größe in Kilogramm je Quadratmeter.
Im Erwerbsanbau liegt der Ertrag von Schwarzwurzeln bei 15 bis 25 t/ha. Rechnerisch sind das 1,5 bis 2,5 kg/m². Für den Hausgarten ist das eine Orientierung, keine Ertragsgarantie.
Wie nah dein Beet an diese Spanne kommt, zeigt dir nur die eigene Waage. Ich wiege nach der Ernte jede Reihe getrennt und schreibe Sorte, Saattermin und Gewicht dazu. Mit diesen Werten plane ich eine Schwarzwurzelreihe:
| Planungsgröße | Wert für Schwarzwurzeln |
|---|---|
| Aussaat | März bis April, DirektsaatBei der Direktsaat säst du die Samen gleich an Ort und Stelle ins Beet, statt sie vorher im Haus vorzuziehen. Die Pflanzen keimen und wachsen dort, wo du sie später erntest. in Reihen |
| SaattiefeDie Saattiefe gibt an, wie dick die Erdschicht über einem Samenkorn nach der Aussaat ist. Als Faustregel bedeckst du einen Samen höchstens dreimal so dick mit Erde, wie das Korn selbst ist. | 2 bis 3 cm |
| Abstände | 30 cm zwischen den Reihen, 5 bis 8 cm in der Reihe |
| Kulturdauer | 210 bis 252 Tage |
| Zusätzliches Wasser | bei Bedarf von Anfang Juli bis Anfang September |
| Ernte | September bis März, nur aus ungefrorenem Boden |
| FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. | 4 Jahre |
Was den Ertrag im Beet bestimmt
Ertrag heißt bei Schwarzwurzeln zweierlei: volle Reihen und Wurzeln, die sich nicht verzweigen. Beides entsteht nicht erst bei der Ernte, sondern schon beim Vorbereiten des Beets.
Gerade Wurzeln brauchen ein gleichmäßiges Saatbett
Verdichtungen, Steine und ein ungleichmäßig abgesetztes SaatbettDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. fördern bei Schwarzwurzeln verzweigte Wurzeln. Vor der Aussaat stoße ich deshalb eine spitze Metallstange in den feuchten Boden und spüre nach, wo sie auf Widerstand trifft. Wie BodenartDie Bodenart beschreibt, wie grob oder fein die Körner eines Bodens sind, und bestimmt mit, wie gut er Wasser und Nährstoffe hält. Man unterscheidet Sand, Schluff und Ton, Lehm ist eine Mischung aus allen dreien. und Lockerung beim Wurzelgemüse das Erntegut formen, erklärt der Abschnitt Standort, Boden und Gefäß im Wurzelgemüse-Ratgeber.
Volle Reihen beginnen beim Saatgut
Schwarzwurzel-Saatgut kaufe ich jedes Jahr frisch. Hast du noch eine Tüte vom Vorjahr, lässt du eine abgezählte Menge feucht keimen und beobachtest sie 2 bis 3 Wochen. Keimen nur wenige Samen, nimmst du frisches Saatgut. Saatbett, Reihen und Keimung beschreibt die Anleitung, wie du Schwarzwurzeln vom Samen bis zur Ernte heranziehst. Die Aussaatmonate aller Wurzelgemüse zeigt dir der druckbare Aussaatkalender für Wurzelgemüse.
Unkrautfrei und im Hochsommer gewässert
Schwarzwurzelbestände hältst du unkrautfrei. Von Anfang Juli bis Anfang September kann das Beet zusätzliches Wasser brauchen. Wie du dabei vorgehst, steht im Beitrag, wie du Schwarzwurzeln in der Wachstumsphase pflegst.
Düngen nach Bodenuntersuchung statt nach Gefühl
Ich arbeite zur Vorbereitung Kompost ein und gebe im Hochsommer seitlich Stickstoff, den ich danach einwässere. Ob dein Boden unter- oder überversorgt ist, zeigt eine BodenuntersuchungEine Bodenanalyse ist die Laboruntersuchung einer Bodenprobe, die du aus vielen Einstichen einer Fläche zusammenmischst. Sie zeigt, welche Nährstoffe im Boden stecken und wie viel Kalk er braucht, und ist die Grundlage für bedarfsgerechtes Düngen., und nach ihr richtest du die Gaben aus. Mehr dazu liest du im Beitrag, wie du Schwarzwurzeln für eine gute Ernte düngst.
Ernten, ohne Wurzeln abzubrechen
Geerntet wird von September bis März. Ich grabe nur, wenn der Boden nicht gefroren ist, weil die Wurzeln sonst abbrechen können. Wie du Schwarzwurzeln erntest, lagerst und zubereitest, steht im Beitrag über den Schwarzwurzel-Anbau von der Aussaat bis in die Küche.
Fruchtfolge: vier Jahre Pause einplanen
Schwarzwurzeln gehören zu den Korbblütlern, und Arten derselben Familie sollen auf einem Beet nicht direkt aufeinander folgen. Für die Schwarzwurzel selbst gilt eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren, deshalb baue ich sie reihum auf mehreren Beeten an. Vor- und Nachfrüchte findest du im Beitrag, wie du Schwarzwurzeln in die Fruchtfolge einordnest, passende Beetnachbarn im Mischkultur-Werkzeug.
Widerstandsfähige Sorten: was ‘Meres’ mitbringt
Bei der Sortenwahl lese ich zuerst nach, gegen welchen Erreger eine Sorte widerstandsfähig sein soll. Die Sorte ‘Meres’ wird als schossfest und widerstandsfähig gegen Echten MehltauMehltau ist die Bezeichnung für Pilzkrankheiten, die einen weißlichen oder grauen Belag auf den Blättern bilden. Man unterscheidet Echten Mehltau, der bei Trockenheit und Hitze auftritt, und Falschen Mehltau, der bei kühlem, feuchtem Wetter auftritt. beschrieben. Tritt Echter Mehltau in deinem Garten immer wieder auf, spricht das für diese Sorte. Befall schließt die Beschreibung nicht aus, sie kann das Risiko aber senken.
Lies in der Sortenbeschreibung nach, gegen welchen Erreger die Angabe gilt. Bei ‘Meres’ ist das Echter Mehltau, über andere Krankheiten und Schädlinge sagt die Beschreibung nichts.
Eine widerstandsfähige Sorte ersetzt keine Vorbeugung. Wie du Schwarzwurzeln vor Krankheiten und Schädlingen schützt, zeigt der Beitrag, wie Schwarzwurzeln trotz Schädlingen gesund bleiben.
Bringt ein Folientunnel mehr Ertrag?
Ein Folientunnel über dem Schwarzwurzelbeet klingt nach mehr Ernte. Was er leisten kann, ist ein Zeitgewinn.
„Ein Folientunnel verlängert die Saison und bringt deshalb mehr Schwarzwurzeln.“ Frühbeetkästen, Folientunnel und Vliese können beim frühen Gemüseanbau die Ernte um 1 bis 3 Wochen verfrühen. Das ist ein Zeitgewinn, noch kein Mehrertrag.
Bei Schwarzwurzeln spielt dieser Vorsprung kaum eine Rolle, denn du gewinnst Zeit am Anfang einer Kultur, deren Erntezeit ohnehin von September bis März reicht.
Bei der Keimung kommt es auf Wasser an. Ist es nach der Aussaat trocken, gießt du gut an, sonst verzögert sich die Keimung. Während QuellungQuellung ist die Wasseraufnahme eines trockenen Samens und der erste Schritt der Keimung. Der Same schwillt dabei an, bis der innere Druck die Samenschale öffnet und die Keimwurzel austreten kann. und Keimung bleibt das Saatbett feucht, ohne zu vernässen.
Unter Frühbeetfenstern kann sich die Luft an sonnigen, frostfreien Tagen stark erwärmen, deshalb hebst du sie dann zum Lüften an. Beim Folientunnel prüfe ich an solchen Tagen mit der Hand, wie warm es darunter ist, und öffne bei Bedarf die Enden.
Rechnet sich der Schwarzwurzel-Anbau wirtschaftlich?
Ob sich Schwarzwurzeln in Euro rechnen, hängt an Zahlen, die nur du kennst: deinem Preis vor Ort, deiner Arbeitszeit und deiner Fläche. Eine Größe steht aber fest, nämlich die Zeit, die das Beet belegt ist. Die Kulturdauer liegt bei 210 bis 252 Tagen. Gesät wird im März oder April, also ist das Beet mindestens bis in den Herbst belegt. Vergleiche deine Ernte deshalb mit dem, was dieselbe Fläche sonst in der Saison tragen würde.
Diese Posten gehören in deine Rechnung.
- Saatgut, das du jedes Jahr frisch kaufst
- die Fläche, die mindestens bis in den Herbst belegt ist
- zusätzliches Wasser im Hochsommer
- deine Arbeitszeit fürs Jäten und für die Ernte an Tagen mit ungefrorenem Boden
- eine Bodenuntersuchung vor dem Düngen
- der Preis, den du vor Ort tatsächlich erzielst
Ich plane die Beetbelegung im Beetplaner und notiere daneben das Erntegewicht jeder Reihe. So habe ich für die nächste Rechnung eigene Zahlen statt einer Angabe je Hektar.
Die Spanne aus dem Erwerbsanbau als feste Planzahl fürs eigene Beet nehmen. Sie gilt ohne Ertragsgarantie für den Hausgarten, deshalb rechnest du mit deiner eigenen, gewogenen Ernte.




