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Ertrag beim Schwarzwurzel-Anbau: was im Beet zählt und ob es sich rechnet

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Orientierung aus dem Erwerbsanbau: rechnerisch 1,5 bis 2,5 kg/m², ohne Ertragsgarantie für den Hausgarten.
  • Verdichtungen, Steine und ein ungleichmäßig abgesetztes Saatbett fördern verzweigte Wurzeln.
  • Saatgut jedes Jahr frisch kaufen und den Bestand unkrautfrei halten.
  • 'Meres' wird als schossfest und widerstandsfähig gegen Echten Mehltau beschrieben.
  • Die Kulturdauer liegt bei 210 bis 252 Tagen, das Beet ist mindestens bis in den Herbst belegt.

Schwarzwurzeln belegen dein Beet von der Aussaat im Frühjahr bis zur Ernte ab September. Wer so lange Platz hergibt, will am Ende lange, unverzweigte Wurzeln ernten und keine lückigen Reihen. Ich plane Schwarzwurzeln deshalb vom Ertrag her: Vor der Saat prüfe ich den Boden, nach der Ernte wiege ich jede Reihe.

Ertrag von Schwarzwurzeln: die Zahl aus der Landwirtschaft und dein Beet

In der Landwirtschaft und im Gemüsebau rechnet man Erträge in Tonnen je Hektar. Für dein Beet brauchst du dieselbe Größe in Kilogramm je Quadratmeter.

Zahl im Blick

Im Erwerbsanbau liegt der Ertrag von Schwarzwurzeln bei 15 bis 25 t/ha. Rechnerisch sind das 1,5 bis 2,5 kg/m². Für den Hausgarten ist das eine Orientierung, keine Ertragsgarantie.

Wie nah dein Beet an diese Spanne kommt, zeigt dir nur die eigene Waage. Ich wiege nach der Ernte jede Reihe getrennt und schreibe Sorte, Saattermin und Gewicht dazu. Mit diesen Werten plane ich eine Schwarzwurzelreihe:

Planungsgröße Wert für Schwarzwurzeln
Aussaat März bis April, Direktsaat in Reihen
Saattiefe 2 bis 3 cm
Abstände 30 cm zwischen den Reihen, 5 bis 8 cm in der Reihe
Kulturdauer 210 bis 252 Tage
Zusätzliches Wasser bei Bedarf von Anfang Juli bis Anfang September
Ernte September bis März, nur aus ungefrorenem Boden
Fruchtwechselpause 4 Jahre
Aussaatkalender Schwarzwurzeln
GartenkalenderAussaat: März, April; Ernte: Januar, Februar, März, September, Oktober, November, DezemberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilErnteErnte: JanuarErnte: FebruarErnte: MärzErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberErnte: DezemberAussaatErnte

Was den Ertrag im Beet bestimmt

Ertrag heißt bei Schwarzwurzeln zweierlei: volle Reihen und Wurzeln, die sich nicht verzweigen. Beides entsteht nicht erst bei der Ernte, sondern schon beim Vorbereiten des Beets.

Gerade Wurzeln brauchen ein gleichmäßiges Saatbett

Verdichtungen, Steine und ein ungleichmäßig abgesetztes Saatbett fördern bei Schwarzwurzeln verzweigte Wurzeln. Vor der Aussaat stoße ich deshalb eine spitze Metallstange in den feuchten Boden und spüre nach, wo sie auf Widerstand trifft. Wie Bodenart und Lockerung beim Wurzelgemüse das Erntegut formen, erklärt der Abschnitt Standort, Boden und Gefäß im Wurzelgemüse-Ratgeber.

Volle Reihen beginnen beim Saatgut

Schwarzwurzel-Saatgut kaufe ich jedes Jahr frisch. Hast du noch eine Tüte vom Vorjahr, lässt du eine abgezählte Menge feucht keimen und beobachtest sie 2 bis 3 Wochen. Keimen nur wenige Samen, nimmst du frisches Saatgut. Saatbett, Reihen und Keimung beschreibt die Anleitung, wie du Schwarzwurzeln vom Samen bis zur Ernte heranziehst. Die Aussaatmonate aller Wurzelgemüse zeigt dir der druckbare Aussaatkalender für Wurzelgemüse.

Unkrautfrei und im Hochsommer gewässert

Schwarzwurzelbestände hältst du unkrautfrei. Von Anfang Juli bis Anfang September kann das Beet zusätzliches Wasser brauchen. Wie du dabei vorgehst, steht im Beitrag, wie du Schwarzwurzeln in der Wachstumsphase pflegst.

Düngen nach Bodenuntersuchung statt nach Gefühl

Ich arbeite zur Vorbereitung Kompost ein und gebe im Hochsommer seitlich Stickstoff, den ich danach einwässere. Ob dein Boden unter- oder überversorgt ist, zeigt eine Bodenuntersuchung, und nach ihr richtest du die Gaben aus. Mehr dazu liest du im Beitrag, wie du Schwarzwurzeln für eine gute Ernte düngst.

Ernten, ohne Wurzeln abzubrechen

Geerntet wird von September bis März. Ich grabe nur, wenn der Boden nicht gefroren ist, weil die Wurzeln sonst abbrechen können. Wie du Schwarzwurzeln erntest, lagerst und zubereitest, steht im Beitrag über den Schwarzwurzel-Anbau von der Aussaat bis in die Küche.

Fruchtfolge: vier Jahre Pause einplanen

Schwarzwurzeln gehören zu den Korbblütlern, und Arten derselben Familie sollen auf einem Beet nicht direkt aufeinander folgen. Für die Schwarzwurzel selbst gilt eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren, deshalb baue ich sie reihum auf mehreren Beeten an. Vor- und Nachfrüchte findest du im Beitrag, wie du Schwarzwurzeln in die Fruchtfolge einordnest, passende Beetnachbarn im Mischkultur-Werkzeug.

Widerstandsfähige Sorten: was ‘Meres’ mitbringt

Bei der Sortenwahl lese ich zuerst nach, gegen welchen Erreger eine Sorte widerstandsfähig sein soll. Die Sorte ‘Meres’ wird als schossfest und widerstandsfähig gegen Echten Mehltau beschrieben. Tritt Echter Mehltau in deinem Garten immer wieder auf, spricht das für diese Sorte. Befall schließt die Beschreibung nicht aus, sie kann das Risiko aber senken.

Tipp

Lies in der Sortenbeschreibung nach, gegen welchen Erreger die Angabe gilt. Bei ‘Meres’ ist das Echter Mehltau, über andere Krankheiten und Schädlinge sagt die Beschreibung nichts.

Eine widerstandsfähige Sorte ersetzt keine Vorbeugung. Wie du Schwarzwurzeln vor Krankheiten und Schädlingen schützt, zeigt der Beitrag, wie Schwarzwurzeln trotz Schädlingen gesund bleiben.

Bringt ein Folientunnel mehr Ertrag?

Ein Folientunnel über dem Schwarzwurzelbeet klingt nach mehr Ernte. Was er leisten kann, ist ein Zeitgewinn.

Mythos-Check

„Ein Folientunnel verlängert die Saison und bringt deshalb mehr Schwarzwurzeln.“ Frühbeetkästen, Folientunnel und Vliese können beim frühen Gemüseanbau die Ernte um 1 bis 3 Wochen verfrühen. Das ist ein Zeitgewinn, noch kein Mehrertrag.

Bei Schwarzwurzeln spielt dieser Vorsprung kaum eine Rolle, denn du gewinnst Zeit am Anfang einer Kultur, deren Erntezeit ohnehin von September bis März reicht.

Bei der Keimung kommt es auf Wasser an. Ist es nach der Aussaat trocken, gießt du gut an, sonst verzögert sich die Keimung. Während Quellung und Keimung bleibt das Saatbett feucht, ohne zu vernässen.

Unter Frühbeetfenstern kann sich die Luft an sonnigen, frostfreien Tagen stark erwärmen, deshalb hebst du sie dann zum Lüften an. Beim Folientunnel prüfe ich an solchen Tagen mit der Hand, wie warm es darunter ist, und öffne bei Bedarf die Enden.

Rechnet sich der Schwarzwurzel-Anbau wirtschaftlich?

Ob sich Schwarzwurzeln in Euro rechnen, hängt an Zahlen, die nur du kennst: deinem Preis vor Ort, deiner Arbeitszeit und deiner Fläche. Eine Größe steht aber fest, nämlich die Zeit, die das Beet belegt ist. Die Kulturdauer liegt bei 210 bis 252 Tagen. Gesät wird im März oder April, also ist das Beet mindestens bis in den Herbst belegt. Vergleiche deine Ernte deshalb mit dem, was dieselbe Fläche sonst in der Saison tragen würde.

Mini-Checkliste

Diese Posten gehören in deine Rechnung.

  • Saatgut, das du jedes Jahr frisch kaufst
  • die Fläche, die mindestens bis in den Herbst belegt ist
  • zusätzliches Wasser im Hochsommer
  • deine Arbeitszeit fürs Jäten und für die Ernte an Tagen mit ungefrorenem Boden
  • eine Bodenuntersuchung vor dem Düngen
  • der Preis, den du vor Ort tatsächlich erzielst

Ich plane die Beetbelegung im Beetplaner und notiere daneben das Erntegewicht jeder Reihe. So habe ich für die nächste Rechnung eigene Zahlen statt einer Angabe je Hektar.

Häufiger Fehler

Die Spanne aus dem Erwerbsanbau als feste Planzahl fürs eigene Beet nehmen. Sie gilt ohne Ertragsgarantie für den Hausgarten, deshalb rechnest du mit deiner eigenen, gewogenen Ernte.

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Häufige Fragen

Wie bereitet man den Boden optimal für den Schwarzwurzelanbau vor?
Schwarzwurzeln lassen sich auf verschiedenen Böden ziehen, bevorzugen aber leichten Boden mit gutem Wasserabzug. Schwere Böden bearbeitest du erst, wenn sie abgetrocknet sind und nicht mehr an Schuhen oder Spaten kleben. Zur Vorbereitung arbeitest du Kompost ein, ebnest die Fläche mit Krail oder Rechen ein und drückst die Saat nach dem Säen leicht an.
Wann ist die beste Zeit für die Aussaat von Schwarzwurzeln?
Gesät wird im März oder April direkt ins Beet. Die Samen legst du 2 bis 3 cm tief. Bis zur Keimung vergehen 10 bis 21 Tage. Ist es nach der Aussaat trocken, gießt du gut an, sonst verzögert sich die Keimung.
Welche besonderen Pflegemaßnahmen benötigen Schwarzwurzeln während der Wachstumsphase?
Halte den Bestand unkrautfrei. Von Anfang Juli bis Anfang September kann er zusätzliches Wasser brauchen. Im Hochsommer kann außerdem eine seitliche Stickstoffgabe folgen, die du anschließend einwässerst. Wie viel dein Boden tatsächlich braucht, zeigt eine Bodenuntersuchung.
Welche Schwarzwurzel-Sorten eignen sich besonders für Hobbygärtner?
Die Sorte 'Meres' wird als schossfest und widerstandsfähig gegen Echten Mehltau beschrieben. Das kann das Befallsrisiko senken, Befall schließt es aber nicht aus. Lies bei jeder Sorte nach, gegen welchen Erreger die Angabe gilt, und kauf das Saatgut jedes Jahr frisch.
Wie beeinflusst die Pfahlwurzel-Struktur der Schwarzwurzel deren Anbauanforderungen?
Lange Rüben wie die Schwarzwurzel brauchen die Tiefe eines gut gelockerten Beets. Verdichtungen, Steine und ein ungleichmäßig abgesetztes Saatbett fördern verzweigte Wurzeln. Deshalb prüfst du vor der Saat mit einer spitzen Metallstange im feuchten Boden, ob eine verdichtete Schicht im Weg liegt.
Wie erntet man Schwarzwurzeln richtig, ohne die empfindlichen Wurzeln zu beschädigen?
Geerntet wird von September bis März. Du gräbst nur, wenn der Boden nicht gefroren ist, weil die Wurzeln sonst abbrechen können. Stehen jüngere Kulturen direkt daneben, können beim Roden deren Feinwurzeln Schaden nehmen, das beziehst du in die Beetplanung ein.
Stimmt es, dass Schwarzwurzeln schwer zu kultivieren sind?
Der Anbau braucht Geduld, denn die Kulturdauer liegt bei 210 bis 252 Tagen. Dazu kommen ein Boden ohne Verdichtungen und Steine, ein unkrautfreier Bestand und im Hochsommer bei Bedarf zusätzliches Wasser. Die Ernte planst du für Tage, an denen der Boden nicht gefroren ist.
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