Schwarzwurzeln düngen: Kompost vor der Saat, Stickstoff im Sommer
- Schwarzwurzeln sind Mittelzehrer. Vor der Aussaat bekommt das Beet rund 3 l reifen Kompost je m².
- Im Juni ergänzt du mit Hornmehl oder Brennnesseljauche. Alternativ gibst du den Stickstoff im Hochsommer seitlich und wässerst ihn danach ein.
- Brennnesseljauche verdünnst du zum Gießen 1:10 mit Wasser. Eine allgemeingültige Menge oder Häufigkeit gibt es dafür nicht.
- Verdichtungen, Steine und ungleichmäßig abgesetzte Saatbetten fördern verzweigte Wurzeln. Dort setzt du bei der Bodenvorbereitung an.
- Mengenangaben für Möhren, Pastinaken oder Sellerie gelten nur für diese Arten.
Wer Schwarzwurzeln kräftig düngt, bekommt davon noch keine glatten Wurzeln. Verdichtungen, Steine und ein ungleichmäßig abgesetztes Saatbett fördern verzweigte Wurzeln, und alle drei betreffen den Boden. Der Düngeplan selbst ist überschaubar: Schwarzwurzeln sind MittelzehrerMittelzehrer sind Pflanzen mit mittlerem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff: Sie brauchen mehr als Schwachzehrer, aber weniger als Starkzehrer. Typische Mittelzehrer sind Möhren, Rote Bete, Spinat, Fenchel und viele Salate. und bekommen Kompost vor der Saat und eine Ergänzung im Sommer. Ich bereite mein Schwarzwurzelbeet deshalb in zwei Schritten vor. Zuerst suche ich Verdichtungen und Steine, danach arbeite ich den Kompost ein.
Wie viel Dünger brauchen Schwarzwurzeln?
Schwarzwurzeln gelten als Mittelzehrer. Vor der Aussaat bekommt das Beet rund 3 l reifen Kompost je m². Im Juni folgt eine Ergänzung mit Hornmehl oder BrennnesseljaucheBrennnesseljauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Brennnesselblättern, die zehn bis 14 Tage in Wasser gären. Sie liefert schnell verfügbaren Stickstoff und eignet sich besonders für stark zehrendes Gemüse.. Du kannst diese Gabe auch in den Hochsommer legen und den Stickstoff dann seitlich neben die Reihe geben.
| Zeitpunkt | Was das Beet bekommt | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Frühjahr, vor der Aussaat | rund 3 l reifer Kompost je m², oberflächlich eingearbeitet | erst bearbeiten, wenn der Boden nicht mehr zu feucht ist; bei stark überhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten weniger Kompost |
| Juni | Hornmehl oder Brennnesseljauche, die Jauche 1:10 mit Wasser verdünnt | Menge nach Bodenvorrat und Kompostgabe richten |
| Hochsommer, als Variante zur Juni-Gabe | seitliche Stickstoffgabe neben der Reihe | anschließend einwässern |
| Anfang Juli bis Anfang September | bei Bedarf zusätzliches Wasser | Beet unkrautfrei halten |
Rund 3 l reifer Kompost je m² vor der Aussaat sind die GrunddüngungDie Grunddüngung ist die Düngergabe unmittelbar zu Beginn einer Kultur oder der Wachstumszeit. Was die Pflanzen danach noch brauchen, bekommen sie mit einer oder mehreren Nachdüngungen, den sogenannten Kopfdüngungen. für Schwarzwurzeln. Als allgemeine Faustzahl für den Gemüsegarten gelten etwa 3 l je m² und Jahr, Starkzehrer bekommen bis zu 5 l je m².
Mit ihrer Kompostgabe liegen Schwarzwurzeln also bei der allgemeinen Faustzahl, nicht bei der höheren Menge für Starkzehrer. Rhabarber zum Beispiel ist ein Starkzehrer, und wie er über die Standjahre versorgt wird, zeigt der Beitrag, wie du Rhabarber über das Jahr düngst.
Ohne eigenen Kompost kommt zur Vorbereitung ein VolldüngerEin Volldünger, auch NPK-Dünger genannt, enthält die drei Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium in einem Produkt. Häufig sind zusätzlich Magnesium, Kalzium oder Schwefel beigemischt. infrage. Seine Menge richtest du nach der Angabe auf der Packung und nach dem Nährstoffvorrat im Boden.
Wie viel schon im Boden steckt, zeigt eine Bodenuntersuchung. Die Standarduntersuchung erfasst pH-Wert, Phosphat und Kalium, Stickstoff wird im Hausgarten normalerweise nicht mitgemessen. Sind Phosphor oder Kalium stark überhöht, schränkst du die Kompostgabe ein.
Ich notiere für jedes Beet, wann es Kompost bekommen hat und womit ich im Sommer ergänzt habe. Kommt das Ergebnis einer Bodenprobe, lege ich die Notizen daneben und plane danach die nächste Kompostgabe.
Vor der Aussaat: den Boden für die lange Wurzel vorbereiten
Die Schwarzwurzel lässt sich auf sandigen, lehmigen und tonigen Böden ziehen, bevorzugt aber leichten Boden mit guter DrainageDrainage bedeutet, dass überschüssiges Wasser aus der Erde abfließen kann, damit keine Staunässe entsteht. Im Pflanzgefäß sorgen dafür Abzugslöcher und eine grobe Drainageschicht, etwa aus Tonscherben oder Blähton.. Als lange Rübe braucht sie die Tiefe eines gut gelockerten Beets. Mehr zu Bodenarten und Gefäßen für Wurzelgemüse steht im Wurzelgemüse-Ratgeber im Abschnitt „Standort, Boden und Gefäß“.
Verdichtungen und Steine aufspüren
Verdichtungen, ungleichmäßig abgesetzte Saatbetten und Steine fördern verzweigte Wurzeln. Ob unter der Oberfläche eine verdichtete Schicht liegt, prüfst du mit einer spitzen Metallstange im feuchten Boden. Ich stecke die Stange an mehreren Stellen ins Beet und merke mir, wo sie auf Widerstand trifft.
Etablierte Beete lockerst du mit dem Sauzahn, ohne die Erde zu wenden. Umgraben ist vor allem bei sehr schweren Böden oder bei einer Beetneuanlage sinnvoll. Schwere Böden können außerdem davon profitieren, dass du sie vor dem winterlichen Durchfrieren bearbeitest. Steine sammelst du beim Lockern heraus. Wie du dabei Schritt für Schritt vorgehst, zeigt die Anleitung, wie du den Boden für Schwarzwurzeln lockerst und entsteinst.
Kompost einarbeiten und Saatbett ebnen
Reifer Kompost verbessert auf schweren Böden die Lockerung und auf leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen. Die Kompostgabe vor der Aussaat ist damit Grunddüngung und Bodenverbesserung in einem Arbeitsgang.
Bearbeite das Beet erst, wenn der Boden nicht mehr zu feucht ist. Schwerer Boden ist so weit, wenn er nicht mehr an Schuhen oder Spaten klebt. Ich verteile den Kompost dann mit dem Rechen und arbeite ihn mit dem Krail oberflächlich ein. Danach ebnest du die Fläche mit Krail oder Rechen ein und drückst die Saat später leicht an. Das Einebnen gehört dazu, weil ungleichmäßig abgesetzte Saatbetten verzweigte Wurzeln fördern.
Für die Frühjahrskultur säst du Schwarzwurzeln im März oder April. Den Termin passt du an die Witterung an, denn klimatisch ungünstige Lagen sind später bestellbar als Weinbaulagen. Die Monate aller Wurzelgemüse hast du im Aussaatkalender für Wurzelgemüse zum Ausdrucken beisammen.
Im Sommer: einmal Stickstoff nachlegen
Im Juni ergänzt du die Kompostgabe mit Hornmehl oder Brennnesseljauche. Ich nehme Hornmehl, weil ich es seitlich neben die Reihe streuen und danach eingießen kann. Gartenkompost enthält im Schnitt etwa 1 % Stickstoff. Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl kommen auf 10 bis 14 %. Die Sommergabe mit Hornmehl liefert also gezielt Stickstoff, den der Kompost vom Frühjahr nur in kleiner Menge mitbringt.
Du kannst die Gabe auch in den Hochsommer legen. Dann gibst du den Stickstoff seitlich neben die Reihe und wässerst ihn anschließend ein. Die Menge richtest du nach dem Nährstoffvorrat im Boden, der Angabe auf der Packung und der Kompostgabe vom Frühjahr.
Hornmehl-Mengen von Möhren, Sellerie oder Pastinaken auf das Schwarzwurzelbeet übertragen. Konkrete Mengen gelten jeweils nur für die Art, für die sie genannt sind.
Nimmst du Brennnesseljauche, verdünnst du sie zum Gießen im Verhältnis 1:10 mit Wasser. Eine allgemeingültige Ausbringmenge oder Häufigkeit gibt es für PflanzenjauchePflanzenjauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Pflanzen wie Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch, die in Wasser gären. Ihre Nährstoffe stehen den Pflanzen schnell zur Verfügung. nicht. Maßgeblich sind der Bedarf der Pflanzen und der Nährstoffvorrat im Boden.
Von Anfang Juli bis Anfang September können Schwarzwurzelbestände zusätzliche Bewässerung benötigen. Wie du in dieser Zeit gießt und das Beet unkrautfrei hältst, steht in der Anleitung, wie du Schwarzwurzeln während des Wachstums pflegst.
Welche Nährstoffe und welcher pH-Wert?
Welche Aufgaben Stickstoff, Phosphor und Kalium übernehmen und worin sich organische und mineralische Dünger unterscheiden, gehört zu den Grundlagen aller Wurzelgemüse. Das liest du in den Grundlagen zum Düngen von Wurzelgemüse je nach Art und Boden. Schwarzwurzeln vertragen schwach saure, neutrale und schwach alkalische Böden. Ob du kalkst, entscheidest du nach Bodenart und gemessenem pH-Wert, und oberhalb des Zielbereichs wird nicht gekalkt.
Fruchtfolge und Mischkultur
Als KorbblütlerKorbblütler sind eine Pflanzenfamilie, zu der im Gemüsegarten unter anderem Kopfsalat, Endivie, Chicorée und Schwarzwurzel gehören. In der Fruchtfolge zählen sie zu den besonders gefährdeten Familien und sollten nicht zu häufig auf derselben Fläche stehen. braucht die Schwarzwurzel eine eigene Anbaupause, und wie du VorfrüchteDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen. und Gründüngung darum herum planst, liest du bei der Einordnung der Schwarzwurzel in die Fruchtfolge. Günstige Einflüsse zwischen Gemüsearten sind schwer nachzuweisen, auf Nährstoffe vom Beetnachbarn verlässt du dich also nicht. Welche Pflanzen du nebeneinander setzen kannst, zeigt dir das Werkzeug für Mischkultur-Partner.
Ernte: was du erwarten kannst
Geerntet wird von September bis März, und zwar nur aus ungefrorenem Boden, weil die Wurzeln sonst abbrechen können. Im Erwerbsanbau liegen die Erträge rechnerisch bei 1,5 bis 2,5 kg je m². Für den Hausgarten ist das keine Zusage. Ob sich der Anbau rechnet und wo du beim Ertrag ansetzt, liest du in der Anleitung, wie du den Ertrag beim Schwarzwurzelanbau steigerst.




