Schwarzwurzeln: Gesunde Wurzeln trotz Mehltau und Nematoden
- Ein mehlartiger Belag auf dem Laub kann auf Echten Mehltau hindeuten; entferne befallene Pflanzenteile früh.
- Rundliche Gallen mit Seitenwurzeln können auf Nematoden hindeuten, eine verzweigte Hauptwurzel auf Nematoden oder auf verdichteten, steinigen Boden.
- Die Zwischenfrucht richtet sich nach dem Erreger: Getreide bei Meloidogyne hapla, Tagetes oder Bohnen bei M. chitwoodi und M. fallax.
- Auf Flächen mit Trichodorus oder Paratrichodorus säst du erst bei einer Bodentemperatur über 10 °C.
- Plane als Vorbeugung gegen Weißrost und Nematoden eine Anbaupause von 4 Jahren ein.
Schwarzwurzeln stehen von der Aussaat im Frühjahr bis zur Ernte ab September im Beet. In dieser langen Zeit kann Echter Mehltau Blätter absterben lassen, und im Boden können NematodenNematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer im Boden. Verschiedene Gattungen können viele Pflanzenarten schädigen; bestimmte andere Arten werden dagegen gezielt als Nützlinge gegen Schädlingslarven im Boden eingesetzt. die Wurzeln verformen. Was unter der Erde passiert, siehst du oft erst beim Ausgraben. Ich plane den Schutz deshalb schon bei der Beetwahl ein und behalte die Pflanzen bis zum Einlagern im Blick.
Hier liest du, wie du Mehltau, Weißrost und Nematoden auseinanderhältst und welche Maßnahmen das Risiko senken. Eine Garantie gegen Befall bietet keine davon.
Welche Probleme treten an Schwarzwurzeln auf?
Bei Schwarzwurzeln lohnt der Blick auf drei Bereiche: Pilze am Laub, Nematoden an der Wurzel und Bodenfehler, die ähnliche Wurzelschäden hinterlassen. Die Tabelle hilft dir beim ersten Einordnen. Jedes Symptom ist dabei ein Hinweis, keine sichere Diagnose.
| Was du siehst | Kann hindeuten auf | Erster Schritt |
|---|---|---|
| Mehlartiger Belag auf Blättern und anderen oberirdischen Teilen, Blätter verbräunen und sterben ab | Echter Mehltau | Befallene Pflanzenteile früh entfernen |
| Weiße, polsterartige Pusteln vor allem auf der Blattunterseite, später gelblich braune Stellen | Weißrost | Befallene Blätter entfernen und nicht kompostieren |
| Rundliche Gallen mit Seitenwurzeln an der Wurzel | Wurzelgallennematode Meloidogyne hapla | Getreide als ZwischenfruchtEine Zwischenfrucht ist eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten auf derselben Fläche wächst, oft von der Ernte im Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr. Sie wird als Gründüngung zur Bodenverbesserung oder, in der Landwirtschaft, als Futter angebaut. einplanen |
| Verzweigte Hauptwurzel mit geschädigten Wurzelspitzen | Nematoden der Gattungen Trichodorus oder Paratrichodorus | Auf der Fläche erst bei über 10 °C Bodentemperatur säen |
| Verzweigte Hauptwurzel in festem oder steinigem Boden | Verdichtung, Steine, ungleichmäßig abgesetztes SaatbettDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. | Boden auf Verdichtung und Steine prüfen |
Echter Mehltau: Belag auf dem Laub
Woran erkennst du Echten Mehltau?
Echter Mehltau bildet einen mehlartigen Belag auf den oberirdischen Teilen der Schwarzwurzel. Befallene Blätter können verbräunen und absterben. Ich schaue mir beim Kontrollgang die Blätter von beiden Seiten an, damit ich Mehltau nicht mit Weißrost verwechsle.
Was hilft gegen Echten Mehltau?
Entferne befallene Pflanzenteile früh, sobald du den Belag entdeckst. Säe nicht enger, als die Abstände vorgeben, und sorge für eine ausgewogene Versorgung mit Wasser und Nährstoffen. Zusammen können diese Maßnahmen helfen, den Befall zu begrenzen. Verhindern lässt er sich damit nicht sicher.
Schwarzwurzeln säst du direkt ins Beet, in Reihen mit 30 cm Abstand. Innerhalb der Reihe stehen die Pflanzen 5 bis 8 cm auseinander.
Halte den Bestand außerdem unkrautfrei. Von Anfang Juli bis Anfang September kann bei Trockenheit zusätzliches Gießen nötig sein. Wie du die Pflanzen in dieser Zeit versorgst, liest du in der Anleitung, wie du Schwarzwurzeln für lange, gerade Wurzeln pflegst.
Beim nächsten Anbau kannst du auf die Sorte ‘Meres’ setzen. Diese Sorte gilt als widerstandsfähig gegen Echten Mehltau und als schossfest. Befall ist auch bei ihr möglich, deshalb bleibt die Hygiene im Beet wichtig.
SchachtelhalmbrüheSchachtelhalmbrühe ist ein gekochter Auszug aus Ackerschachtelhalm. Die gelöste Kieselsäure soll das äußere Zellgewebe der Pflanzen festigen; die Brühe wird vorbeugend gegen Pilzkrankheiten an Obst und Gemüse gesprüht. wird im Hausgarten oft gegen Pilzkrankheiten empfohlen. Der Brühe wird nachgesagt, die Blätter widerstandsfähiger zu machen. Verlass dich nicht darauf und setze zuerst auf das frühe Entfernen befallener Blätter.
Befallene Blätter schneide ich mit einer sauberen Schere ab und stecke sie gleich in eine Tüte. Die Tüte kommt in den Hausmüll, nicht auf den Kompost.
Weißrost: Pusteln auf der Blattunterseite
Weiße, polsterartige Pusteln vor allem auf der Blattunterseite können auf Weißrost hindeuten. Später platzen die Pusteln auf, und die befallenen Blattstellen verfärben sich gelblich bis bräunlich. Entferne betroffene Blätter früh und gib sie in den Hausmüll statt auf den Kompost. Zur Vorbeugung gehört die Anbaupause, die du weiter unten findest.
Nur die Blattoberseite anschauen. Weißrost bildet seine Pusteln vor allem auf der Unterseite, Mehltau liegt dagegen als Belag auf den Pflanzenteilen. Dreh beim Kontrollgang deshalb einzelne Blätter um.
Nematoden: Gallen und verzweigte Wurzeln
Woran erkennst du Nematoden an Schwarzwurzeln?
Nematoden sind winzige Fadenwürmer im Boden, die du mit bloßem Auge kaum siehst. Du erkennst sie an den Spuren, die sie an der Wurzel hinterlassen. Der Wurzelgallennematode Meloidogyne hapla verursacht rundliche Gallen mit Seitenwurzeln. Trichodorus und Paratrichodorus schädigen die Wurzelspitzen, sodass sich vor allem die Hauptwurzel verzweigt. Kümmert eine Pflanze, grabe ich sie vorsichtig aus und schaue mir die ganze Wurzel an.
Verzweigte Wurzeln haben aber noch andere Ursachen. Verdichtungen, ungleichmäßig abgesetzte Saatbetten und Steine fördern ebenfalls beinige Schwarzwurzeln. Eine gegabelte Wurzel allein beweist also keinen Nematodenbefall. Prüfe deshalb zuerst den Boden: Mit einer spitzen Metallstange spürst du im feuchten Boden, ob eine verdichtete Schicht Widerstand leistet.
Was hilft gegen Nematoden?
Gegen weitere Nematodenschäden setzt du bei der Zwischenfrucht an. Welche Pflanze passt, hängt vom Erreger ab. Tagetes oder Bohnen sind Nichtwirte für Meloidogyne chitwoodi und M. fallax, Getreide ist Nichtwirt für M. hapla. Findest du rundliche Gallen mit Seitenwurzeln, deutet das auf M. hapla hin, und dann ist Getreide die Zwischenfrucht, die zu diesem Erreger passt.
Ein Nichtwirt ist eine Pflanze, an der sich eine bestimmte Nematodenart nicht vermehren kann. Deshalb hängt die Wahl der Zwischenfrucht von der Nematodenart ab.
Flächen, auf denen ich Gallen oder verdächtig verzweigte Wurzeln gefunden habe, trage ich im Beetplaner für meine Gartenbeete ein. So sehe ich bei der nächsten Planung, wo eine Zwischenfrucht hingehört. Befallene Wurzeln kommen bei mir nicht auf den Kompost.
„Tagetes hilft gegen alle Nematoden.“ Tagetes gilt als Nichtwirt für Meloidogyne chitwoodi und M. fallax. Bei M. hapla ist Getreide der passende Nichtwirt. Eine Zwischenfrucht wächst außerdem vor oder nach der HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant. auf der Fläche und nicht zwischen den Schwarzwurzelreihen.
Wann säst du auf einer belasteten Fläche?
Auf Flächen mit Trichodorus oder Paratrichodorus säst du Schwarzwurzeln erst, wenn der Boden über 10 °C warm ist. Für die Frühjahrskultur reicht das AussaatfensterDas Aussaatfenster ist der Zeitraum im Jahr, in dem eine Pflanzenart sinnvoll ausgesät werden kann. Es richtet sich vor allem nach dem Temperaturanspruch der Art, der Bodentemperatur und der Frostgefahr. von März bis Mitte Mai. Du musst auf solchen Flächen also nicht den frühesten Termin nehmen, sondern kannst warten, bis der Boden warm genug ist. Ich stecke dafür vor der Saat ein Bodenthermometer in Saattiefe ins Beet. Welche Monate für deine Arten passen, zeigt dir der Aussaatkalender für Wurzelgemüse zum Ausdrucken.
Was tun gegen Blattläuse und Schnecken?
Blattläuse können an Gemüsepflanzen junge Blätter und Triebe kräuseln und verkrüppeln. Bei Befall versuchst du es zuerst mit einem kräftigen Wasserstrahl und schonst dabei vorhandene Nützlinge. Marienkäfer, Florfliegen und SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. können einem Blattlausbefall entgegenwirken. Blühende Korb- und DoldenblütlerDoldenblütler (Apiaceae) sind eine Pflanzenfamilie, deren Blüten meist in Doppeldolden, seltener in einfachen Dolden stehen. Dazu gehören Nutzpflanzen wie Möhre, Petersilie, Sellerie, Dill und Kümmel, aber auch tödlich giftige Wildpflanzen wie Schierling. fördern Schwebfliegen, deren Larven zu den natürlichen Gegenspielern der Blattläuse gehören.
Schnecken können an jungen Schwarzwurzelpflanzen fressen. Ich sammle sie abends ab, wenn sie unterwegs sind. Ein Schneckenzaun kann sie zusätzlich mechanisch vom Beet fernhalten. Kaffeesatz oder Eierschalen als Streifen ums Beet werden oft empfohlen, weil sie Schnecken den Weg erschweren sollen. Verlass dich nicht darauf.
Wie beugst du mit Standort und Anbaupause vor?
Als Standort eignet sich Sonne bis leichter Schatten, und Schwarzwurzeln bevorzugen leichten Boden mit gutem Wasserabzug. Ein lockerer, steinfreier Boden ohne Verdichtung senkt das Risiko verzweigter Wurzeln, die du sonst leicht für einen Nematodenschaden hältst. Wie du Beet und Boden vorbereitest, steht im Ratgeber unter Standort, Boden und Gefäß für Wurzelgemüse.
Als Vorbeugung gegen Weißrost und Nematoden planst du eine Anbaupause ein: Schwarzwurzeln kommen erst nach 4 Jahren wieder auf dieselbe Fläche. Im Erwerbsanbau wird sogar eine weite Fruchtfolge von etwa sieben Jahren empfohlen. Welche Vor- und Nachfrüchte passen, liest du im Beitrag, wie du Schwarzwurzeln richtig in die Fruchtfolge einordnest.
Wann kommen Pflanzenschutzmittel infrage?
Ich setze bei Schwarzwurzeln auf Hygiene, Sortenwahl und Anbaupause. Pflanzenschutzmittel kommen für mich erst als letzte Möglichkeit infrage. Wenn du doch eines einsetzen willst, wähle nur ein Mittel mit Zulassung für den Haus- und Kleingarten. Lies die Gebrauchsanweisung vollständig und halte dich genau daran. Trag Schutzkleidung, beachte die Wartezeit bis zur Ernte und entsorge Reste so, wie es die Gebrauchsanweisung vorgibt. Bedenke außerdem, dass manche Mittel auch Nützlinge treffen können.
Wie bleiben die Wurzeln bei Ernte und Lagerung gesund?
Du erntest Schwarzwurzeln von September bis März, aber nur aus ungefrorenem Boden. In gefrorener Erde können die Wurzeln abbrechen. Lockere den Boden an einem trockenen Tag ringsum und hebe die Wurzeln vorsichtig mit der Grabegabel heraus.
Für die Lagerung eignen sich nur gesunde, unverletzte Wurzeln. Eine abgebrochene Wurzel aus gefrorenem Boden gehört deshalb in die Küche und nicht ins Lager. Lagere die Wurzeln ohne Laub, ungewaschen und mit anhaftender Erde. Kontrolliere das Lager alle paar Tage und sortiere Faules sofort aus. Verschimmeltes Gemüse entsorgst du vollständig, weil das Wegschneiden sichtbarer Stellen nicht reicht. In einer Erdmiete schützen Deckel oder Gitter über den eingegrabenen Gefäßen vor Mäusefraß.
Wie du aus einem gesunden Beet mehr herausholst, liest du im Beitrag, wie du den Ertrag beim Schwarzwurzelanbau steigerst.
Diese Punkte gehe ich vor der Saat und beim Kontrollgang im Sommer durch.
- Blätter im Sommer von oben und unten ansehen
- Befallene Blätter früh abschneiden und in den Hausmüll geben
- Kümmernde Pflanze ausgraben und die Wurzel auf Gallen und Verzweigungen prüfen
- Bei verzweigten Wurzeln zuerst den Boden auf Verdichtung und Steine prüfen
- Auf Trichodorus-Flächen erst bei über 10 °C Bodentemperatur säen
- Nur aus ungefrorenem Boden ernten




