Gemüse · Wurzel- & Knollengemüse · Probleme

Knollensellerie schützen: Krankheiten und Schädlinge am Schadbild erkennen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion

Grundlagen: Häufige Krankheiten im Gemüsegarten: Mehltau, Braunfäule und Kohlhernie erkennen und bekämpfen · Alle Ratgeber zu Krankheiten & Schädlinge

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Gelbbraune bis graubraune Blattflecken mit kleinen schwarzen Punkten können auf Septoria hindeuten.
  • Lange Blattnässe und Temperaturen über 20 °C begünstigen Septoria, deshalb soll das Laub nach Regen rasch abtrocknen können.
  • Braune Fraßgänge an der Knolle können auf Larven der Möhrenfliege hindeuten, breite Minen im Blatt auf die Selleriefliege.
  • Gegen die Möhrenfliege wird für Knollensellerie ein Netz mit 1,2 × 1,6 mm Maschenweite empfohlen.
  • Hinter hohlen Knollen steckt nicht unbedingt ein Erreger: Zu viel leicht verfügbarer Stickstoff erhöht das Risiko.
  • Knollensellerie braucht 4 Jahre Fruchtwechselpause.
Knollensellerie mit knorriger beiger Schale und dichtem Wurzelgeflecht am Knollenboden, mehrere Knollen nebeneinander
Foto: NoName_13 · Pixabay Content License · Quelle ↗

Braune Flecken am Laub, Gänge in der Knolle, gekräuselte Triebspitzen: Am Knollensellerie sehen viele Schäden auf den ersten Blick ähnlich aus. Ich schaue deshalb genau hin, bevor ich etwas unternehme. Septoria braucht eine andere Antwort als die Möhrenfliege, und hinter einer hohlen Knolle steckt nicht unbedingt ein Erreger.

Hier findest du die Schadbilder der Krankheiten und Schädlinge, die dir am Knollensellerie begegnen können. Zu jedem Bild gehört das Merkmal, an dem du es unterscheidest, und der Schritt, den ich dann gehe.

Sellerie-Krankheiten und Schädlinge: die Schadbilder auf einen Blick

Fang bei der Frage an, wo der Schaden sitzt: am Blatt, an der Blattunterseite, an den Triebspitzen oder in der Knolle. Jede Zuordnung in der Tabelle ist ein Hinweis, keine Diagnose.

Wo? Was du siehst Kann hindeuten auf
Blatt gelbbraune bis graubraune Flecken mit kleinen schwarzen Punkten Septoria-Blattflecken
Blattunterseite orangefarbene Pusteln Sellerierost
Blatt dunkelbraune bis schwarze Flecken mit gelblichem Hof, ohne schwarze Punkte bakterielle Blattflecken
Blatt breite Fraßminen im Blattgewebe Larven der Selleriefliege
Knolle braune Fraßgänge Larven der Möhrenfliege
Triebspitzen, junge Blätter kleine Insekten in Kolonien, klebriger Belag, gekräuselte Blätter Blattläuse
Blatt gelbliche Verfärbungen, verformte Blätter Viruskrankheit
Knolle klingt beim Klopfen hohl, innen hohl oder holzig kein Erreger: zu viel leicht verfügbarer Stickstoff
äußere Blätter im Herbst beginnen gelb zu werden Erntereife
Mini-Checkliste

Für deinen Gang durchs Selleriebeet:

  • ältere, untere Blätter umdrehen und die Unterseite ansehen
  • Flecken mit der Lupe auf schwarze Punkte prüfen
  • Blätter auf breite Minen absuchen
  • Triebspitzen auf Läusekolonien und klebrigen Belag prüfen
  • Netzränder auf Lücken und Risse kontrollieren
Aussaatkalender Knollensellerie
GartenkalenderVorkultur: Februar, März, April, Mai; Blüte: Juni, Juli, August; Ernte: September, Oktober, November; Pflanzung: Mai, JuniJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: FebruarVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustErnteErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberPflanzungPflanzung: MaiPflanzung: JuniVorkulturBlüteErntePflanzung

Septoria-Blattflecken: Flecken mit schwarzen Punkten

Woran erkennst du Septoria?

Septoria zeigt sich als gelbbraune bis graubraune Flecken auf den Sellerieblättern. In den Flecken sitzen kleine schwarze Punkte, die Fruchtkörper des Pilzes Septoria apiicola. Der Befall beginnt meist an den älteren, unteren Blättern und breitet sich bei feuchtwarmem Wetter nach oben aus. Bei starkem Befall fließen die Flecken zusammen, und ganze Blattpartien sterben ab.

Marias Erfahrung

Ich nehme eine Lupe mit ins Beet und drehe ein paar ältere, untere Blätter um. So sehe ich, ob in den Flecken schwarze Punkte sitzen und ob sich auf der Unterseite Pusteln zeigen.

Wann breitet sich Septoria aus?

Septoria wird durch Nässe und Wärme begünstigt. Entscheidend ist, wie lange die Blätter nass bleiben.

Zahl im Blick

Lange Blattnässe und Temperaturen über 20 °C begünstigen Septoria-Blattflecken an Sellerie. Zur Vorbeugung sollen Blattnässeperioden von über 70 Stunden vermieden werden. Kürzere Nässe schützt aber nicht sicher vor Befall.

Ich gieße deshalb an den Boden und nicht über das Laub, damit die Blätter nach dem Wässern schnell wieder abtrocknen. Große Knollen brauchen eine üppige, breit aufgefächerte Blattmasse, und starker Blattverlust durch Septoria beeinträchtigt den Knollenzuwachs. Blattflecken sind beim Knollensellerie deshalb kein reines Blattproblem, sie können am Ende die Ernte kleiner ausfallen lassen. Mehr dazu liest du im Beitrag darüber, warum gesunde Blätter für die Knollenbildung beim Sellerie zählen.

Was tust du bei Befall?

Einzelne befallene Blätter nehme ich früh ab und gebe sie nicht auf den Kompost. Stell die Pflanzen so, dass das Laub nach Regen rasch abtrocknen kann, und pflanze nicht enger als geplant. Für die nächste Saison kann eine widerstandsfähige Selleriesorte das Risiko senken. Welche Abstände und welche Anzucht zu deinem Beet passen, steht im Beitrag, wie du Knollensellerie von der Anzucht bis zur Ernte anbaust.

Mythos-Check

Schachtelhalmbrühe und Brennnesseljauche gelten in vielen Gärten als Stärkung gegen Pilzbefall. Verlass dich beim Schutz vor Septoria nicht auf diese Jauchen und Brühen. Für Pflanzenjauche gibt es zudem keine allgemeingültige Menge oder Häufigkeit, weil Pflanzenbedarf und Nährstoffvorrat des Bodens entscheiden.

Sellerierost und bakterielle Blattflecken: nicht jeder Fleck ist Septoria

Orangefarbene Pusteln auf der Blattunterseite können auf Sellerierost hindeuten. Die Pusteln setzen rostbraune Sporen frei, und bei starkem Befall können die Blätter vergilben und absterben. Dunkelbraune bis schwarze Flecken mit gelblichem Hof können dagegen auf bakterielle Blattflecken hindeuten. Ein gutes Unterscheidungsmerkmal bleiben die schwarzen Punkte im Fleck, denn die zeigt Septoria.

Bei beiden Krankheiten gehe ich ähnlich vor wie bei Septoria. Befallene Blätter kommen ab, und Schere und Hände reinige ich, bevor ich an gesunde Pflanzen gehe. Nach der Ernte räume ich die Pflanzenreste vom Beet.

Möhrenfliege und Selleriefliege: Gänge in Knolle und Blatt

Möhrenfliege: braune Gänge in der Knolle

Der Name täuscht, denn die Möhrenfliege geht auch an den Sellerie. Sellerie gehört wie Möhre und Pastinake zu den Doldenblütlern. Die Larven der Möhrenfliege fressen braune Fraßgänge an der Sellerieknolle. Oberirdisch fällt der Befall oft erst spät auf, etwa durch welkes oder verfärbtes Laub. Manchmal entdeckst du die Gänge erst, wenn du die Knolle erntest und anschneidest.

Möhrenfliege im Steckbrief Angabe
erste Generation gewöhnlich im Frühjahr, etwa ab Anfang Mai
weitere Generation erneut ab Juli
dritte Generation in warmen Jahren und Weinbaulagen ab September möglich
Fliege 4 bis 5 mm lang
Larve 6 bis 8 mm groß
Puppe rund 5 mm

Das Netz: vorbeugen, bevor die Fliege kommt

Gegen die Möhrenfliege wird vor allem mechanisch vorgebeugt, mit einem Kulturschutznetz. Für Knollensellerie wird eine Maschenweite von 1,2 × 1,6 mm empfohlen. Das Netz liegt spätestens ab Flugbeginn und ist an den Rändern geschlossen.

Knollensellerie kommt erst ab Mitte Mai nach den letzten Nachtfrösten ins Freiland. Die erste Generation ist dann gewöhnlich schon unterwegs, denn sie tritt etwa ab Anfang Mai auf. Das Netz gehört deshalb direkt nach dem Pflanzen über die Reihe.

Zum Hacken hebe ich das Netz nur an einer Seite an und lege es danach wieder dicht auf den Boden. Eine Garantie ist auch ein Netz nicht, denn Risse und offene Ränder können der Fliege den Weg öffnen. Bei Knollenfenchel wird gegen die Möhrenfliege übrigens ein Netz mit derselben Maschenweite empfohlen. Welche Krankheiten ihn zusätzlich treffen, liest du im Beitrag, welche Krankheiten Knollenfenchel befallen und wie du sie erkennst.

Selleriefliege: breite Minen im Blatt

Die Larven der Selleriefliege fressen breite Fraßminen in die Blätter. Minen im Blatt oder Gänge in der Knolle: Diese Unterscheidung gibt dir einen ersten Hinweis, welche Fliege am Werk ist. Blätter mit Minen zupfe ich ab und beobachte, ob neue dazukommen.

Blattläuse und Viren: wenn Blätter sich kräuseln

Blattläuse sitzen als kleine grüne oder schwarze Insekten an Blättern und Triebspitzen, oft in Kolonien. Klebriger Honigtau und gekräuselte, verformte Blätter können auf einen Befall hindeuten. Bei starkem Befall kann das Wachstum stocken.

Einzelne Kolonien spritze ich mit einem kräftigen Wasserstrahl ab. Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen können einem Blattlausbefall entgegenwirken. Blühende Korb- und Doldenblütler fördern Schwebfliegen, deren Larven zu den natürlichen Gegenspielern der Blattläuse gehören.

Blattläuse können auch Viren übertragen. Gelbliche Verfärbungen und verformte Blätter können auf eine Viruskrankheit wie ein Mosaikvirus hindeuten. Ein Virus lässt sich an der Pflanze nicht direkt behandeln. Gesundes Pflanzgut und eine frühe Blattlauskontrolle können das Risiko senken.

Kümmern und Welke: Nematoden und Wanzen

Kümmern Pflanzen und welken schon bei leichter Trockenheit, lohnt ein Blick an Wurzeln und Knolle. Dahinter können Nematoden stecken, also winzige Fadenwürmer im Boden. Auch Larven der Möhrenfliege oder schlichter Wassermangel kommen infrage. Verfärbte, verkrüppelte junge Triebe können dagegen auf saugende Wanzen hindeuten. Bei Verdacht auf Nematoden halte ich die Fruchtfolge auf diesem Beet besonders streng ein.

Kein Erreger: hohle Knollen, Schossen, gelbe Außenblätter

Manche Schäden sehen nach Krankheit aus und haben doch eine andere Ursache. Sehr schnelles, üppiges Knollenwachstum durch zu viel leicht verfügbaren Stickstoff erhöht das Risiko hohler Knollen. Beim Ernten klopfe ich jede Knolle ab. Gute Knollen sind fest und hart, sehr große, hohl klingende Knollen sind häufig holzig.

Bleiben die Knollen klein und zäh, kann Wassermangel während des Wachstums dahinterstecken. Bildet Knollensellerie vor der Ernte einen Blütenstängel, kann ein Kältereiz in der Jungpflanzenzeit die Ursache sein.

Kurz erklärt

Bei Knollensellerie kann ab dem Zweiblattstadium eine Kälteeinwirkung über 2 bis 5 Wochen das Schossen auslösen. Besonders kritisch sind Temperaturen von 5 bis 8 °C.

Wie du Jungpflanzen je nach Anbauort führst, steht im Beitrag über den Anbau von Knollensellerie im Freiland und im Gewächshaus.

Häufiger Fehler

Gelb werdende äußere Blätter im Herbst für eine Krankheit halten. Knollensellerie ist erntereif, wenn die äußeren Blätter gelb zu werden beginnen. Sitzen in gelben Flecken dagegen schwarze Punkte, schau genauer hin.

Wenn Hygiene und Hausmittel nicht reichen

Chemische Pflanzenschutzmittel sind für mich das letzte Mittel. Greifst du doch dazu, dann nur zu einem Mittel, das für Haus- und Kleingarten zugelassen ist. Lies die Gebrauchsanweisung, trag Schutzkleidung und halte die Wartezeit bis zur Ernte ein. Reste entsorgst du so, wie es die Gebrauchsanweisung vorgibt. Solche Mittel können auch Nützlinge treffen, die dir gegen Blattläuse helfen.

Vorbeugen in Kürze

Viele Probleme fangen beim Standort, beim Gießen und bei der Düngung an. Mulch begrenzt beim Knollensellerie Austrocknung und Beikraut, und vorsichtiges Hacken schont die oberflächennahen Wurzeln. Wie du gleichmäßig und durchdringend gießt und Krankheiten vorbeugst, steht im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge des Ratgebers für Wurzel- und Knollengemüse.

Knollensellerie braucht 4 Jahre Fruchtwechselpause, und Arten derselben Pflanzenfamilie sollen auf einem Beet nicht unmittelbar aufeinander folgen. Nach Möhre, Pastinake oder anderen Doldenblütlern setzt du ihn deshalb nicht direkt, und deine Beetfolge hältst du im Beetplaner für die Fruchtfolge fest.

Nützlinge fördern, Netze richtig einsetzen, Hausmittel einordnen: Diese Wege vertiefe ich im Beitrag, wie du Knollensellerie natürlich vor Schädlingen schützt.

Als bewährte Mischkulturpartner für Sellerie gelten Tomaten, Gurken, Blumenkohl und weitere Kohlarten. Einen Schutz vor Krankheiten oder Schädlingen darfst du davon nicht erwarten, denn günstige Nachbarschaftswirkungen sind schwer nachzuweisen. Passende Nachbarn für dein Beet findest du im Mischkultur-Planer.

Passendes Saatgutaus dem samen.de Shop
Kiepenkerl Knollensellerie Bruno
Kiepenkerl Knollensellerie Bruno
Zum Shop
Sperli Knollensellerie Mars
Sperli Knollensellerie Mars
Zum Shop
Sperli BIO Knollensellerie
Sperli BIO Knollensellerie
Zum Shop

Häufige Fragen

Welche Krankheiten befallen Knollensellerie?
Am Laub kann Septoria auftreten, erkennbar an gelbbraunen bis graubraunen Flecken mit kleinen schwarzen Punkten. Orangefarbene Pusteln auf der Blattunterseite können auf Sellerierost hindeuten, dunkle Flecken mit gelblichem Hof auf bakterielle Blattflecken. Hohle oder kleine, zähe Knollen haben dagegen nicht unbedingt eine Krankheit als Ursache, sie können auf zu viel Stickstoff oder Wassermangel hindeuten.
Wie erkennst du Septoria-Blattflecken am Sellerie?
Typisch sind gelbbraune bis graubraune Flecken, in denen kleine schwarze Punkte sitzen. Diese Punkte sind die Fruchtkörper des Pilzes und unter der Lupe gut zu sehen. Der Befall beginnt meist an den älteren, unteren Blättern. Verliert die Pflanze bei starkem Befall viel Laub, beeinträchtigt das den Knollenzuwachs.
Warum ist die Möhrenfliege auch für Knollensellerie gefährlich?
Sellerie gehört wie die Möhre zu den Doldenblütlern, und die Larven der Möhrenfliege fressen braune Gänge in die Sellerieknolle. Die Fliege tritt gewöhnlich im Frühjahr und erneut ab Juli auf. In warmen Jahren und Weinbaulagen kann ab September eine dritte Generation dazukommen. Oft zeigt sich der Schaden erst beim Ernten und Anschneiden der Knolle.
Warum sind Kulturschutznetze bei Knollensellerie so wichtig?
Gegen die Möhrenfliege wird vor allem mechanisch vorgebeugt, und dafür ist das Netz da. Für Knollensellerie wird eine Maschenweite von 1,2 × 1,6 mm empfohlen. Leg das Netz spätestens ab Flugbeginn auf, also direkt nach dem Pflanzen, und schließ die Ränder dicht am Boden ab. Eine Garantie ist auch ein Netz nicht, Risse und Lücken solltest du deshalb im Blick behalten.
Wie beeinflusst die Fruchtfolge die Anfälligkeit von Sellerie für Pilzkrankheiten?
Für Knollensellerie gilt eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren. Möhre, Pastinake und Sellerie gehören zu den Doldenblütlern, und Arten derselben Pflanzenfamilie sollen auf einem Beet nicht unmittelbar aufeinander folgen. Eine Garantie gegen Pilzbefall ist auch eine lange Pause nicht, deshalb achtest du zusätzlich auf trockenes Laub.
Welche Mischkultur-Partner schützen Sellerie vor Schädlingen?
Als bewährte Mischkulturpartner für Sellerie gelten Tomaten, Gurken, Blumenkohl und weitere Kohlarten. Einen verlässlichen Schutz vor Schädlingen darfst du davon aber nicht erwarten. Günstige Einflüsse zwischen Gemüsearten sind schwer nachzuweisen, und Beobachtungen dazu widersprechen sich häufig. Gegen die Möhrenfliege setze ich deshalb auf das Netz.
Zuletzt geprüft:
↑