Meerrettich ernten: Zeitpunkt, Grabetechnik und was die Schärfe prägt
- Die Erntezeit reicht von Oktober bis Januar; üblich ist die späte Herbsternte, wenn das Laub abgestorben ist.
- Grabe nur in ungefrorenem Boden, sonst können die Wurzeln abbrechen.
- Lockere den Boden rundum und hebe die Wurzel an einem trockenen Tag mit der Grabegabel.
- Scharf wird Meerrettich erst beim Zerkleinern; einige Herkünfte können bei früher Ernte Bitterstoffe enthalten.
- Lies jedes Wurzelstück auf, denn Reste können in der Folgekultur wieder austreiben.
- Gesunde Fechser für die nächste Pflanzung schlägst du über Winter in Sand ein.

Beim Meerrettich entscheidet der Erntetag über die Stangen, die du in die Küche trägst, und über das Beet danach. Jedes Wurzelstück, das beim Graben im Boden bleibt, kann in der folgenden Kultur erneut austreiben. Ich grabe deshalb nie hastig: Ich lockere rundum, hebe in Ruhe und gehe die Erde danach auf Reste durch.
Wann ist Meerrettich erntereif?
Geerntet wird Meerrettich von Oktober bis in den Januar. Üblich ist die späte Herbsternte, und bei ihr ist das Laub bereits abgestorben. Das abgestorbene Laub ist für mich das Zeichen, als Nächstes den Boden zu prüfen. Auf einen bestimmten Frosttag warte ich nicht, sondern richte mich nach Laub, Boden und Bedarf.
Wurzelgemüse lässt sich nur aus ungefrorenem Boden ernten, weil die Wurzeln sonst abbrechen können. Die Erntezeit reicht beim Meerrettich bis in den Januar, also legst du späte Termine auf Tage mit offenem Boden. Wer über den Winter nach Bedarf erntet, behält deshalb eher das Wetter im Blick als den Kalender.
Das Laub ist abgestorben, und der Boden ist nicht gefroren. Der Tag ist trocken, die Grabegabel liegt bereit. Für die Fechser steht eine Kiste mit Sand am Beet.
Wie holst du die Wurzeln heil aus dem Boden?
Für Wurzelgemüse gilt: erst den Boden ringsum lockern, dann die Wurzel vorsichtig mit der Grabegabel heben. Beim Meerrettich gehe ich in dieser Reihenfolge vor:
- Wähle einen trockenen Tag, an dem der Boden nicht gefroren ist.
- Nimm die Reste des abgestorbenen Laubs ab.
- Stich die Grabegabel rund um die Pflanze ein und lockere den Boden ringsum.
- Hebe die Wurzel vorsichtig mit der Grabegabel an und nimm sie heraus.
- Geh die gelockerte Erde nach abgebrochenen Stücken und Seitenwurzeln durch.
- Lass an Wurzeln, die du lagern willst, die anhaftende Erde dran und wasche sie nicht.
Auf schweren, lehmigen Böden ist das mühsamer, denn sie erschweren beim Meerrettich Pflege und Ernte der Wurzeln. Was du vorher für einen lockeren Untergrund tun kannst, zeigt dir die Anleitung, wie du den Boden für Meerrettich vorbereitest.
Stehen jüngere Kulturen neben dem Meerrettich, grabe an dieser Seite besonders behutsam. Beim Roden von Wurzelgemüse können FeinwurzelnFeinwurzeln sind die dünnen, fein verzweigten Wurzeln einer Pflanze. Sie nehmen vor allem Wasser und Nährstoffe aus dem Boden auf, während die dicken Wurzeln der Pflanze Halt geben und Stoffe weiterleiten. benachbarter Pflanzen verletzt werden, und das kann ihr Wachstum beeinträchtigen.
Abgebrochene Wurzelstücke im Beet vergessen. Was im Boden bleibt, kann in der folgenden Kultur erneut austreiben. Ich gehe die gelockerte Erde deshalb mit der Grabegabel ein zweites Mal durch und sammle jedes Stück ein.
Teilernte oder die ganze Pflanze?
Hältst du Meerrettich mehrjährigMehrjährige oder ausdauernde Pflanzen leben mehrere Jahre und überstehen den Winter mit Überdauerungsorganen, Speicherorganen oder ausgedehnten Wurzeln. Krautige Mehrjährige heißen Stauden, auch Zwiebel- und Knollenpflanzen gehören dazu. am selben Platz, stichst du kräftige Seitenwurzeln stückweise nach Bedarf aus. Die Pflanze bleibt stehen, und du holst nur, was die Küche gerade braucht. Bei der Vollernte nimmst du dagegen die ganze Pflanze mit allen Wurzelstücken heraus. Das Beet wird frei, und du kommst an das Pflanzgut für die nächste Saison.
Teile Meerrettich mindestens alle drei Jahre, weil sonst die Qualität des Ertrags nachlässt. Eine Teilernte über viele Jahre ersetzt das Aufnehmen und Teilen also nicht, denn bei ihr bleibt die Pflanze ungeteilt am Platz.
Wie beeinflusst der Erntezeitpunkt Schärfe und Geschmack?
Scharf wird Meerrettich beim Zerkleinern. Dabei kommen Glucosinolate mit dem Enzym Myrosinase in Kontakt, und es entstehen scharf schmeckende Senföle.
Früh geernteter Meerrettich der Herkünfte Bulgarischer, Edelkofener, Nederlinger und Novisader kann Bitterstoffe enthalten. Steht eine dieser Herkünfte in deinem Beet, ist das ein Grund mehr, die übliche späte Herbsternte nach dem Absterben des Laubs abzuwarten.
Wie mild oder scharf die Stangen ausfallen, hängt auch an der Herkunft. Badischer und Spreewälder Meerrettich werden als mild und weichfleischig beschrieben. Hamburger gilt als vergleichsweise scharf. Ich notiere mir beim Pflanzen, welche Herkunft in welcher Reihe steht, damit ich beim Ernten weiß, was im Korb liegt.
Was machst du nach der Ernte?
Fechser für das nächste Jahr aussuchen
Fechser sind Wurzelstücke, die du bei der Ernte als Pflanzgut für die nächste Pflanzung aufhebst. Kultivierte Meerrettichpflanzen bilden selten Samen, üblich ist deshalb die Vermehrung über solche Stücke.
Beim Aussortieren schaue ich mir jedes Stück einzeln an. Verfärbte, angeschwollene oder aufgeplatzte Fechser vermehrst du zur Vorbeugung gegen Weißen Rost nicht weiter. Auch unauffälliges Pflanzgut kann etwas mitbringen: Bei wiederholter vegetativer Vermehrung können sich latent vorhandene Schadorganismen darin anreichern. Du kannst etwa 20 cm lange Wurzelstücke setzen, doch auch kleinere Stücke treiben aus. Die ausgewählten Fechser schlägst du über Winter in Sand ein.
Ich stelle vor dem Graben eine Kiste mit Sand ans Beet. Gesunde Stücke für die nächste Pflanzung lege ich sofort hinein, damit sie nicht mit der Küchenware durcheinandergeraten.
Beet nachversorgen und die Folgekultur planen
Mit jeder Wurzelernte verlassen Nährstoffe das Beet, und Kompost gibt sie zurück.
Auf einem guten Gemüsebeet, auf dem das Laub verbleibt, kann eine jährliche Kompostgabe von 3 l/m² die Nährstoffabfuhr ersetzen. Das gilt für eine Wurzelernte von bis zu 3 kg/m².
Ich bringe den Kompost im Frühjahr aus. Übermäßig düngen solltest du nicht, weil Meerrettich empfindlich auf hohe Salzgehalte reagiert. Wie Pflanzgut, Kompost und Ernte in einem naturnah geführten Beet zusammenpassen, zeigt dir die Anleitung, wie du Meerrettich nach biologischen Grundsätzen anbaust.
Meerrettich gehört wie Kohl, Radieschen und Rettich zu den KreuzblütlernKreuzblütler (Brassicaceae) sind eine Pflanzenfamilie mit vielen Gemüsearten: Dazu gehören alle Kohlarten sowie Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Senf. In der Fruchtfolge sollten sie nicht direkt nacheinander am selben Platz wachsen.. Nach Meerrettich wartest du 3 bis 4 Jahre, bevor wieder Kreuzblütler auf demselben Beet stehen. Für Meerrettich selbst gilt eine AnbaupauseDie Anbaupause ist die Zeit, die vergehen sollte, bevor dieselbe Pflanzenart oder eine Art derselben Pflanzenfamilie wieder auf demselben Beet wächst. Sie beugt Krankheiten und Schädlingen vor, die sich im Boden anreichern. von 4 Jahren. Die Folgejahre kannst du mit dem Beetplaner über mehrere Jahre einteilen.
Vom Fechser zur nächsten Ernte
Gepflanzt werden die Fechser im März und April. Für glatte Stangen legst du sie im Juni oder Juli frei, reibst die Seitenwurzeln ab, reduzierst die Austriebe auf einen Kopf und deckst wieder Erde darüber. Alles zu Standort und Pflanzung findest du in der Anleitung, wie du Meerrettich anbaust und die passende Sorte wählst; die Handgriffe übers Jahr zeigt dir der Pflegeplan für Meerrettich im Jahreslauf.
Wie bewahrst du frisch geernteten Meerrettich auf?
Im Kühlschrank hält sich eine frische Wurzel etwa 4 Wochen; gegen Austrocknen wickelst du sie in ein feuchtes Tuch und dann in einen Kunststoffbeutel. Größere Mengen schlägst du in Sand ein, stellst sie kühl und feuchtest den Sand bei Bedarf gelegentlich an. Warum Lagerware ungewaschen und ohne Grün ins Lager kommt, erklärt der Abschnitt, wie du Wurzelgemüse kühl, feucht und ohne Laub lagerst.
Und in der Küche?
Vor dem Verarbeiten wäschst du die Wurzel gründlich unter fließendem Wasser, schälst sie und reibst sie. Frisch gerieben dient sie als scharfe Würze und für Meerrettichsoße, starkes Erhitzen vermindert die Schärfe. Schritt für Schritt steht das in der Anleitung, wie du Meerrettich küchenfertig machst und ohne Tränen reibst; für Gerichte findest du klassische und kreative Rezepte mit Meerrettich.





