Gemüse · Wurzel- & Knollengemüse · Anbau

Meerrettich anbauen: Fechser setzen, Stangen pflegen, Sorte wählen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Meerrettich vermehrst du über Wurzelstücke, die Fechser, weil kultivierte Pflanzen selten Samen bilden.
  • Pflanzzeit ist März bis April, die Pflanztiefe liegt bei 5 cm.
  • Abstand: 60 cm in der Reihe und 70 bis 80 cm zwischen den Reihen.
  • Für glatte Stangen legst du im Juni oder Juli die Fechser frei, reibst Seitenwurzeln ab und lässt einen Kopf stehen.
  • Geerntet wird von Oktober bis Januar, nur aus ungefrorenem Boden und ohne Wurzelreste im Beet.
  • Badischer und Spreewälder Meerrettich gelten als mild, Hamburger als vergleichsweise scharf.
Meerrettich mit großen, wellig gerandeten und gesägten Blättern im dichten Bestand, seitlich von der Sonne beleuchtet
Foto: Naturell · Pixabay Content License · Quelle ↗

Meerrettich bleibt, wo er einmal steht: Er kann verwildern, und Wurzelstücke, die beim Ernten im Boden bleiben, können in der nächsten Kultur wieder austreiben. Ich gebe ihm deshalb von Anfang an ein eigenes Stück Beet und räume es bei der Ernte gründlich aus. Mit gesunden Fechsern, passenden Abständen und einem Handgriff im Sommer arbeitest du gezielt auf glatte Stangen hin.

Meerrettich, auch Kren genannt und botanisch Armoracia rusticana, gehört wie Kohl, Radieschen und Rettich zu den Kreuzblütlern. Er ist mehrjährig und winterhart, bildet in Kultur aber selten Samen.

Das Meerrettich-Jahr auf einen Blick

Die Arbeiten am Meerrettich folgen einem festen Rhythmus, der im Winter mit den Fechsern für das nächste Jahr beginnt.

Zeitraum Was du tust
Winter ausgewählte Fechser in Sand einschlagen
Frühjahr Beet mit Kompost versorgen, Fechser abreiben
März bis April Fechser pflanzen
unmittelbar nach dem Austrieb Blätter auf Erdflöhe kontrollieren
Juni oder Juli Stangen freilegen, Seitenwurzeln abreiben, auf einen Kopf reduzieren
Oktober bis Januar ernten, nur aus ungefrorenem Boden

Ausführlicher beschreibt der Beitrag, was beim Meerrettich von der Pflanzung bis zur Überwinterung zu tun ist.

Aussaatkalender Meerrettich
GartenkalenderErnte: Januar, Oktober, November, Dezember; Pflanzung: März, AprilJFMAMJJASONDErnteErnte: JanuarErnte: OktoberErnte: NovemberErnte: DezemberPflanzungPflanzung: MärzPflanzung: AprilErntePflanzung

Welchen Platz braucht Meerrettich?

Meerrettich wächst sonnig bis halbschattig und mag leichten, nährstoffreichen und tiefgründigen Boden, der feucht bleibt und trotzdem gut durchlässig ist. Schwere, lehmige Böden erschweren die Pflege und die Ernte der Wurzeln. Wie du den Platz vorbereitest, auch im Kübel, steht im Wurzelgemüse-Überblick unter Standort, Boden und Gefäß.

Welche Sorte passt zu dir?

Die bekannten Meerrettich-Typen tragen den Namen ihrer Herkunft und werden im Geschmack unterschiedlich beschrieben:

Herkunft Beschreibung
Badischer Meerrettich mild, weichfleischig
Spreewälder Meerrettich mild, weichfleischig
Hamburger Meerrettich vergleichsweise scharf

Für milden Meerrettich passen Badischer und Spreewälder, für mehr Schärfe der Hamburger. Welche Herkunft du auch wählst: Ins Beet kommen nur gesunde Fechser.

Fechser: gesundes Pflanzgut auswählen

Kurz erklärt

Fechser heißen die Wurzelstücke, über die du Meerrettich vermehrst. Kultivierte Pflanzen bilden selten Samen, deshalb ist die Teilung der übliche Weg.

Du kannst etwa 20 cm lange Wurzelstücke setzen, doch auch kleinere Stücke treiben aus. Weil Meerrettich so von Pflanze zu Pflanze weitergegeben wird, können sich bei wiederholter Vermehrung latent vorhandene Schadorganismen im Pflanzgut anreichern. Ich nehme deshalb jeden Fechser einzeln in die Hand, bevor er ins Beet oder in die Sandkiste kommt.

Häufiger Fehler

Verfärbte, angeschwollene oder aufgeplatzte Fechser trotzdem pflanzen. Solche Stücke vermehrst du nicht weiter, um Weißem Rost vorzubeugen.

Die ausgewählten Fechser für die nächste Pflanzung schlage ich über Winter in Sand ein.

Fechser vor dem Pflanzen abreiben

Für die Stangenkultur reibst du die Fechser vor dem Pflanzen ab. Knospen und Wurzeln bleiben dabei nur an den oberen und unteren 3 cm erhalten. Ich reibe nur das Mittelstück ab und lasse beide Enden unberührt.

Meerrettich pflanzen: Zeitpunkt, Tiefe, Abstand

Ich setze die Fechser im März oder April, sobald die Erde abgetrocknet ist und nicht mehr am Spaten klebt. Die Maße im Überblick:

Maß Wert
Pflanzzeit März bis April
Pflanztiefe 5 cm
Abstand in der Reihe 60 cm
Abstand zwischen den Reihen 70 bis 80 cm
Wuchsform Stangenkultur, im Juni oder Juli auf einen Kopf je Pflanze reduziert

Pflege vom Austrieb bis zum Herbst

Nach dem Austrieb: Erdflöhe und Unkraut

Kontrolliere den Meerrettich unmittelbar nach dem Austrieb auf Erdflöhe, weil Blattverluste in dieser Phase besonders schaden. Kreuzblütige Unkräuter entfernst du aus dem Bestand, denn sie können Alternaria übertragen. Wie du im Wurzelbeet allgemein vorbeugst, erklärt der Wurzelgemüse-Überblick unter Krankheiten und Schädlinge.

Im Juni oder Juli: Stangen freilegen

Für glatte Stangen legst du im Juni oder Juli die Fechser frei. So gehst du vor:

  1. Erde beiseiteschieben, bis der Fechser freiliegt.
  2. Seitenwurzeln abreiben.
  3. Die Austriebe auf einen Kopf reduzieren.
  4. Die Erde wieder auflegen.
Marias Erfahrung

Ich arbeite Pflanze für Pflanze mit den Händen und lege die Erde gleich wieder auf, bevor ich zur nächsten gehe.

Was du darüber hinaus für den Ertrag tun kannst, liest du im Beitrag darüber, wie du den Ertrag beim Meerrettich gezielt steigerst.

Gießen und Düngen

Halte den Boden während der Wachstumszeit feucht und gieß dafür reichlich. Im Frühjahr bekommt der Meerrettich Kompost: Auf einem guten Gemüsebeet, auf dem das Laub bleibt, kann eine jährliche Gabe von 3 l je m² die Nährstoffabfuhr ersetzen. Das gilt für eine Wurzelernte von bis zu 3 kg je m². Übermäßig düngen solltest du nicht, weil Meerrettich empfindlich auf hohe Salzgehalte reagiert.

Gießmengen und Bodenproben erklärt der Wurzelgemüse-Überblick in den Abschnitten Gießen und Düngen. Wie das im Biogarten zusammenspielt, zeigt der Beitrag darüber, wie du Meerrettich nach biologischen Grundsätzen anbaust.

Stangenkultur, Dauerbestand oder Kübel?

Ich ziehe meinen Meerrettich als Stangenkultur. Die Fechser kommen im Frühjahr ins Beet, im Sommer lege ich sie frei, und ab Oktober ernte ich. Neue Fechser überwintern bei mir in Sand.

Lässt du ihn mehrjährig stehen, stichst du kräftige Seitenwurzeln stückweise nach Bedarf aus. Teile einen solchen Bestand mindestens alle drei Jahre, weil sonst die Ertragsqualität nachlässt.

Meerrettich eignet sich auch für den Kübel. Dort müssen die Abzugslöcher frei bleiben, damit keine Staunässe entsteht. Im Winter bewahren ein geschützter Standort und ein isoliertes Gefäß den Wurzelballen vor dem Durchfrieren.

Fruchtfolge und Beetnachbarn

Meerrettich braucht eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren, und im Boden verbliebene Wurzelstücke können in der Folgekultur wieder austreiben. Wer das Beet wechselt, holt deshalb beim Roden alle Stücke heraus, sonst wächst der Kreuzblütler in der Pause weiter. Tritt Meerrettichschwärze auf, scheiden Kartoffeln als Vorfrucht aus.

Wie du Meerrettich in den Fruchtwechsel einordnest und welche Beetnachbarn zu ihm passen, klären eigene Beiträge. Die Grundregeln stehen im Wurzelgemüse-Überblick unter Fruchtfolge und Mischkultur. Die Pausen über mehrere Jahre behältst du mit dem Planer für deine Beete und Anbaujahre im Blick.

Ernte, Lagerung und Küche kurz gefasst

Wann und wie erntest du?

Geerntet wird von Oktober bis Januar, und zwar nur aus ungefrorenem Boden, weil die Wurzeln sonst abbrechen können. Dabei holst du alle Wurzelstücke heraus. Mehr zu Zeitpunkt und Technik liest du im Beitrag, wann und wie du Meerrettich richtig erntest.

Wie lagerst du frischen Meerrettich?

Eine frische Wurzel hält sich im Kühlschrank etwa 4 Wochen. Wie du Meerrettich frisch, in Sand oder eingefroren lagerst und über Monate haltbar machst, steht in eigenen Beiträgen.

Was machst du in der Küche daraus?

Frisch gerieben ist die Wurzel eine scharfe Würze und die Grundlage für Meerrettichsoße, starkes Erhitzen vermindert dagegen die Schärfe. Wie du sie putzt und ohne Tränen reibst, zeigt der Beitrag zum Verarbeiten der frischen Wurzel. Anregungen geben die Beiträge darüber, wie du Meerrettich in der Küche einsetzt, und die Rezepte mit Meerrettich zum Nachkochen.

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Häufige Fragen

Wie funktioniert der Anbau von Meerrettich im eigenen Garten?
Du pflanzt im März oder April Wurzelstücke, die sogenannten Fechser, 5 cm tief in leichten, tiefgründigen Boden. In der Reihe brauchen sie 60 cm Abstand, zwischen den Reihen 70 bis 80 cm. Im Juni oder Juli legst du die Stangen frei, reibst die Seitenwurzeln ab und lässt nur einen Kopf stehen. Geerntet wird von Oktober bis Januar aus ungefrorenem Boden.
Welche Bodenbedingungen benötigt Meerrettich für optimales Wachstum?
Meerrettich mag leichten, nährstoffreichen und tiefgründigen Boden, der feucht bleibt und trotzdem gut durchlässig ist. Schwere, lehmige Böden erschweren die Pflege und die Ernte der Wurzeln. Auf schwerem Boden verbessert reifer Kompost die Lockerung. Bearbeite das Beet erst, wenn die Erde abgetrocknet ist und nicht mehr am Spaten klebt.
Wann ist die beste Zeit für die Pflanzung von Fechsern?
Fechser pflanzt du von März bis April. Bis dahin überwintern die ausgewählten Stücke in Sand. Vor dem Setzen reibst du sie ab und lässt Knospen und Wurzeln nur an den oberen und unteren 3 cm stehen.
Wie vermehrt sich Meerrettich über Wurzelstücke?
Kultivierte Pflanzen bilden selten Samen, deshalb vermehrst du Meerrettich über Wurzelstücke, die Fechser. Du kannst etwa 20 cm lange Stücke setzen, doch auch kleinere treiben aus. Verfärbte, angeschwollene oder aufgeplatzte Fechser sortierst du aus, um Weißem Rost vorzubeugen.
Wie unterscheidet sich Meerrettich von anderen Kreuzblütlern im Garten?
Meerrettich ist mehrjährig und winterhart, und du vermehrst ihn über Wurzelstücke statt über Samen. In der Fruchtfolge gehört er trotzdem wie Kohl, Radieschen und Rettich zu den Kreuzblütlern. Für ihn gilt eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren, und Senf, Ölrettich oder Raps meidest du in seiner Fruchtfolge als Gründüngung.
Wie lässt sich Meerrettich richtig ernten und verarbeiten?
Ernte von Oktober bis Januar und nur aus ungefrorenem Boden, weil die Wurzeln sonst abbrechen können. Nimm alle Wurzelstücke heraus, denn Reste im Boden können in der nächsten Kultur wieder austreiben. In der Küche reibst du die Wurzel frisch als scharfe Würze oder für Meerrettichsoße, starkes Erhitzen vermindert die Schärfe. Eine frische Wurzel hält sich im Kühlschrank etwa 4 Wochen.
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