Gemüse · Wurzel- & Knollengemüse · Ernten

Pastinaken ernten und lagern: wann du gräbst und wie du sie vorbereitest

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 4 Min.Von der samen.de Redaktion

Grundlagen: Gemüse ernten und lagern: Reifezeichen erkennen und Vorräte richtig aufbewahren · Alle Ratgeber zu Ernten, Lagern & Haltbarmachen

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Zwischen Oktober und März gräbst du Pastinaken, wann immer der Boden offen ist.
  • Nach Frost können Pastinaken süßer schmecken, weil Stärke zu Zucker wird.
  • Aus gefrorenem Boden gräbst du nicht, sonst können die Wurzeln abbrechen.
  • Lockere die Erde dicht an der Pflanze mit der Grabegabel, bevor du die Wurzel herausziehst.
  • Vor dem Neuaustrieb im Frühjahr sollte das Beet leer sein, danach werden die Wurzeln zäh und fade.
  • Fürs Lager kommt das Laub ab, die Erde bleibt dran, gewaschen wird erst vor der Verarbeitung.
  • Ohne Laub im feuchten Küchentuch bleiben Pastinaken im Gemüsefach bis zu 2 Wochen frisch.
Pastinake in einer Reihe frisch geernteter cremefarbener Wurzeln mit feinen Seitenwurzeln und anhaftendem grünem Blattschopf
Foto: Magda Ehlers · Pexels License · Quelle ↗

Pastinaken lassen dir beim Ernten viel Zeit, trotzdem kosten zwei Fehler Qualität. Wer in gefrorenem Boden gräbt, riskiert abgebrochene Wurzeln. Wer im Frühjahr zu lange wartet, holt nach dem Neuaustrieb zähe und fade Wurzeln aus dem Beet. Ich ernte meine Pastinaken deshalb nach Bedarf und plane die letzte Grabung vor dem Austrieb ein.

Die Pastinake gehört wie Möhre und Sellerie zu den Doldenblütlern. Für ihre lange Rübe braucht sie ein Beet, das tief und gründlich gelockert ist. Verwandtschaft und Herkunft der ganzen Gruppe findest du im Kurzporträt der Wurzel- und Knollengemüse.

Wann sind Pastinaken erntereif?

Pastinaken gehören zu den langen Kulturen im Gemüsebeet. Zwischen Aussaat und Ernte liegen 160 bis 200 Tage, das ist deutlich mehr als bei Möhren. Dein Erntefenster reicht von Oktober bis März, gegraben wird immer dann, wenn der Boden offen ist. Hast du erst zwischen Ende April und Anfang Mai gesät, fallen die Wurzeln kleiner und zarter aus. Ich richte mich nach dem Kalender und hebe im Oktober zuerst eine einzelne Wurzel zur Probe.

Eckdaten zur Ernte Pastinake
Aussaat März bis Mai
Kulturdauer ab Aussaat 160 bis 200 Tage, teils auch 210 bis 240 Tage
Erntefenster Oktober bis März, bei offenem Boden
Letzte Ernte vor dem Neuaustrieb im Frühjahr

Was vor der Ernte passiert, beschreibt die Anleitung für Aussaat und Pflege der Pastinaken. Die Saatmonate fürs nächste Jahr findest du im druckbaren Aussaatkalender für Wurzelgemüse.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Pastinaca
Pferd
Giftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11
Aussaatkalender Pastinaken
GartenkalenderAussaat: März, April, Mai, Juni, September, Oktober, November; Ernte: Januar, Februar, Oktober, November, DezemberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: SeptemberAussaat: OktoberAussaat: NovemberErnteErnte: JanuarErnte: FebruarErnte: OktoberErnte: NovemberErnte: DezemberAussaatErnte

Solltest du mit der Ernte auf den Frost warten?

Bekommen die Wurzeln Frost ab, wandeln sie Stärke in Zucker um und können dadurch süßer schmecken. Eine Bedingung für die Ernte ist der Frost aber nicht, dein Erntefenster öffnet sich schon im Oktober.

Beim Graben hat der Frost eine Kehrseite. Ist der Boden gefroren, lässt du die Grabegabel stehen, denn die Wurzeln können dir sonst abbrechen. Warte in diesem Fall auf mildere Witterung. Vlies oder Stroh über dem Beet erleichtert dir die Winterernte, wenn du es vor trocken-kalter Witterung auflegst.

Jetzt dran

Leg dir Vlies oder Stroh schon im Herbst neben das Pastinakenbeet. Kündigt sich trocken-kalte Witterung an, deckst du die Reihen gleich ab.

Alles auf einmal ernten oder nach Bedarf?

Ein Lager für Pastinaken sollte kälter als 1 °C und dazu feucht sein, sonst werden die Wurzeln pelzig und schwammig. So kalt und feucht ist es in einem normalen Hauskeller häufig nicht. Was du noch nicht brauchst, darf deshalb über Winter im Beet bleiben. Ich grabe nur so viele Pastinaken aus, wie ich in der Küche verarbeite.

Die Grenze setzt das Frühjahr. Sobald die Pflanzen neu austreiben, werden die Wurzeln im Beet zäh und schmecken fade. Was dann noch in der Reihe steht, holst du vorher heraus.

Wie holst du Pastinaken mit der Grabegabel aus dem Boden?

Eine Pastinake ziehst du erst, wenn die Erde um sie herum locker ist, dann kommt die Wurzel leichter heraus. So gehst du vor:

  1. Wähle einen trockenen Tag, an dem der Boden nicht gefroren ist.
  2. Stich die Grabegabel nahe der Pflanzenbasis in die Erde.
  3. Lockere den Boden ringsum, bis die Wurzel nachgibt.
  4. Hebe die Pastinake vorsichtig aus dem gelockerten Boden.
Achtung

Scheint beim Ernten kräftig die Sonne, ziehst du vorsichtshalber Handschuhe an. Kommen Inhaltsstoffe aus dem Laub bei Sonnenlicht auf deine Haut, sind Hautreaktionen möglich.

Marias Erfahrung

Ich stehe beim Graben neben der Reihe und arbeite mich von einem Ende zum anderen vor. Wo ich aufhöre, stecke ich einen Stab in die Erde, damit ich beim nächsten Erntegang die Stelle wiederfinde.

Stehen jüngere Kulturen dicht neben den Pastinaken, gräbst du besonders behutsam. Die Grabegabel kann dabei die Feinwurzeln der jungen Nachbarn verletzen, die danach womöglich schlechter wachsen. Welche Beetnachbarn sich eignen, zeigt der Beitrag über passende Partner für Pastinaken in der Mischkultur.

Was machst du direkt nach der Ernte?

Zuerst entfernst du das Laub, weil es sonst Feuchtigkeit aus den Wurzeln zieht. Sollen die Pastinaken länger lagern, wäschst du sie nicht und lässt die anhaftende Erde dran.

Danach sortierst du. Ins Winterlager kommen nur Wurzeln, die gesund sind und weder Verletzungen noch Schimmel oder Fäulnis zeigen. Wurzeln mit Macken lege ich in einen eigenen Korb und verbrauche sie zuerst. Entdeckst du Schimmel an einer Pastinake, wirf die ganze Wurzel weg. Es genügt nicht, die befallene Stelle herauszuschneiden. Riecht eine Wurzel faulig, gehört sie ebenfalls weg.

Häufiger Fehler

Frisch geerntete Pastinaken gleich gründlich waschen. Fürs Lager bleiben sie ungewaschen, unter fließendes Wasser kommen sie erst, wenn du sie verarbeitest.

Mini-Checkliste

Laub entfernt · Erde dran und nicht gewaschen · nur gesunde, unverletzte Wurzeln fürs Lager · Wurzeln mit Macken für die Küche · Schimmeliges und Fauliges vollständig entsorgt

Passt dazu

Du kannst die Wurzeln roh raspeln, im Ofen garen, in Suppen geben oder zu Püree verarbeiten. Ideen dafür findest du im Beitrag, wie vielseitig du Pastinaken in der Küche einsetzt, und bei den herzhaften und veganen Rezepten mit Pastinaken.

Und wie lagerst du die Pastinaken dann?

Für den baldigen Verbrauch wickelst du die Wurzeln ohne Laub in ein feuchtes Küchentuch, im Gemüsefach halten sie so bis zu 2 Wochen. Für den Keller schlägst du sie in feuchten Sand ein, Äpfel lagerst du woanders, denn ihr Ethylen kann die Pastinaken bitter machen. Sandkiste, Einfrieren und die Kontrolle im Lager beschreibt der Beitrag, wie du Pastinaken über Monate lagerst und konservierst.

Was kommt nach der letzten Pastinake ins Beet?

Auf ein Beet, auf dem gerade Pastinaken standen, gehört als Nächstes keine Art aus derselben Pflanzenfamilie. Möhren und Sellerie zählen wie die Pastinake zu den Doldenblütlern und kommen dort also nicht direkt danach. Ich trage die geräumte Reihe im Planer für die Beetbelegung ein und suche die Folgekultur von dort aus.

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Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Pastinaken-Ernte?
Pastinaken stehen von der Aussaat an 160 bis 200 Tage im Beet, bevor du sie ernten kannst. Die Ernte läuft von Oktober bis März, jeweils an Tagen mit offenem Boden. Du musst nicht alle Wurzeln auf einmal holen, denn sie können über Winter im Beet bleiben. Vor dem Neuaustrieb im Frühjahr sollte das Beet aber leer sein, weil die Wurzeln danach zäh und fade werden.
Warum verbessert sich der Geschmack von Pastinaken nach dem ersten Frost?
Unter Frosteinwirkung wird Stärke in der Wurzel zu Zucker umgewandelt, deshalb können Pastinaken danach süßer schmecken. Warten musst du darauf nicht, denn geerntet wird schon ab Oktober. Graben kannst du im Winter nur, solange der Boden nicht gefroren ist, sonst können die Wurzeln abbrechen.
Welche Werkzeuge benötigt man für die schonende Ernte von Wurzelgemüse?
Für Pastinaken reicht eine Grabegabel. Mit ihr lockerst du die Erde direkt an der Pflanze, bevor du die Wurzel herausziehst. Scheint kräftig die Sonne, trägst du zusätzlich Handschuhe, denn Inhaltsstoffe aus dem Laub können bei Sonne Hautreaktionen hervorrufen.
Wie bereitet man den Boden optimal für die Pastinaken-Ernte vor?
Grabe an einem trockenen Tag und nur in ungefrorenem Boden. Deckst du das Beet vor trocken-kalter Witterung mit Vlies oder Stroh ab, erleichtert das die Winterernte. Beim Graben lockerst du die Erde rings um die Pflanze, bevor du die Wurzel heraushebst.
Welche Schritte sind bei der Nachbehandlung frisch geernteter Pastinaken zu beachten?
Das Laub kommt als Erstes ab, weil es den Wurzeln sonst Feuchtigkeit nimmt. Für das Lager bleiben die Pastinaken ungewaschen, leicht anhaftende Erde darf dran bleiben. Einlagern solltest du nur gesunde, unverletzte Wurzeln. Eine verschimmelte Wurzel wirfst du ganz weg, Herausschneiden der Stelle reicht nicht.
Wie lagert man Pastinaken nach der Ernte richtig?
Kurzfristig kommen die Wurzeln ohne Laub und in ein feuchtes Küchentuch gewickelt ins Gemüsefach, dort bleiben sie bis zu 2 Wochen frisch. Für längere Zeit schlägst du sie im Keller in feuchten Sand ein. Weil ein normaler Hauskeller häufig nicht kalt und feucht genug ist, kannst du Wurzeln, die du noch nicht brauchst, auch im Beet lassen.
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