Gemüse · Wurzel- & Knollengemüse · Pflege

Pastinaken düngen: So deckst du den Nährstoffbedarf übers Jahr

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Pastinaken sind Mittelstarkzehrer und entziehen dem Boden ungefähr 10 g Stickstoff je m².
  • Dieser Stickstoffentzug ist eine Orientierung, keine pauschale Düngergabe.
  • Im Frühjahr liefern 3 l gut verrotteter Kompost je m² Nährstoffe und Humus.
  • Die erste Nachdüngung folgt etwa 6 Wochen nach dem Auflaufen, nicht nach der Saat.
  • Die Standard-Bodenuntersuchung zeigt Phosphat, Kalium und pH-Wert; Stickstoff wird im Hausgarten normalerweise nicht mitgemessen.
Pastinake in einer Reihe frisch geernteter cremefarbener Wurzeln mit feinen Seitenwurzeln und anhaftendem grünem Blattschopf
Foto: Magda Ehlers · Pexels License · Quelle ↗

Pastinaken stehen von der Saat bis zur Ernte 160 bis 200 Tage im Beet. Bei so einer langen Kultur liegt die Sorge nahe, dass ihnen unterwegs die Nährstoffe ausgehen. Die Düngung besteht aber aus drei überschaubaren Schritten: Bodenwerte prüfen, Kompost vor der Saat und eine Nachdüngung nach dem Auflaufen. Zwei davon liegen vor der Saat, deshalb plane ich die Düngung schon, bevor ich die erste Saatrille ziehe.

Wenn du Pastinaken zum ersten Mal anbaust, findest du Standort, Sortenwahl und Ernte im Beitrag, wie dir als Einsteiger der Pastinakenanbau gelingt. Hier geht es ums Düngen.

Wie viel Dünger brauchen Pastinaken?

Pastinaken sind Mittelstarkzehrer, sie stehen also zwischen den Schwach- und den Starkzehrern. Beim Stickstoff gibt es einen greifbaren Wert: Pastinaken entziehen dem Boden ungefähr 10 g Stickstoff je m². Dieser Stickstoffentzug beschreibt, was die Kultur aus dem Beet holt. Er ist keine pauschale Düngergabe, die du zusätzlich ausbringst.

Rechnerisch entspricht der Entzug etwa 80 g Hornmehl je m². Die Umrechnung hilft beim Einordnen, ein Streuwert ist sie nicht. Wie viel du tatsächlich gibst, bemisst du nach dem Vorrat im Boden, der Deklaration deines Düngers und dem, was der Kompost schon mitbringt.

Dünger Stickstoffgehalt
Gartenkompost durchschnittlich 1 %
Hornspäne, Horngrieß, Hornmehl 10 bis 14 %

Für gezielten Stickstoff sind Hornprodukte damit die konzentriertere Quelle, während der Kompost vor allem Nährstoffe und Humus ins Beet bringt.

Mythos-Check

„Pastinaken stehen lange im Beet, also brauchen sie viel Dünger.“ Aus der langen Standzeit folgt nicht von selbst ein hoher Düngerbedarf. Deine Orientierung ist der Stickstoffentzug, und den streust du nicht pauschal obendrauf.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Pastinaca
Pferd
Giftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11
Aussaatkalender Pastinaken
GartenkalenderAussaat: März, April, Mai, Juni, September, Oktober, November; Ernte: Januar, Februar, Oktober, November, DezemberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: SeptemberAussaat: OktoberAussaat: NovemberErnteErnte: JanuarErnte: FebruarErnte: OktoberErnte: NovemberErnte: DezemberAussaatErnte

Brauchst du vorher eine Bodenuntersuchung?

Eine Bodenuntersuchung zeigt dir, ob dein Beet mit Kalk und Nährstoffen unter- oder überversorgt ist. Daraus ergeben sich Düngeempfehlungen, die zu deinem Boden passen. Die Standarduntersuchung erfasst Bodenart, pH-Wert, Phosphat und Kalium. Stickstoff wird im Hausgarten normalerweise nicht mitgemessen. Wer ihn kennen will, beauftragt ihn separat und bringt diese Probe gekühlt ins Labor.

Weil die Standarduntersuchung Stickstoff normalerweise nicht erfasst, bleibt dafür der Entzug von ungefähr 10 g je m² deine Orientierung.

Für Pastinaken liegt der ideale pH-Wert bei 6,5 bis 7. Ob du kalkst, entscheidest du nach Bodenart und gemessenem pH-Wert. Liegt der Wert über dem Zielbereich, wird nicht gekalkt.

Mini-Checkliste

Die Probe nimmst du vor der Düngung. Stich 10 bis 15 Einzelproben verteilt über die einheitlich genutzte Fläche. Misch alles gut und schick davon etwa 500 g ein. Stickstoff beauftragst du bei Bedarf extra und bringst diese Probe gekühlt ins Labor.

Für die Pastinake selbst zählt ein tiefgründiger, leichter und gleichmäßig feuchter Boden, weil lange Rüben die Tiefe eines gut gelockerten Beets brauchen. Wie du ihn vorbereitest, steht im Abschnitt Standort, Boden und Gefäß im Wurzelgemüse-Ratgeber.

Wann und womit düngst du Pastinaken?

Die Düngung richtet sich nach der Bodenvorbereitung, der Saat und dem Bedarf nach dem Auflaufen.

Zeitpunkt Was du tust Richtwert
Bodenvorbereitung gut verrotteten Mist einarbeiten, besonders auf Ton- oder Kreideböden kein frischer Mist zur Aussaat
Frühjahr vor der Saat gut verrotteten Kompost oberflächlich einarbeiten 3 l je m²
Aussaat direkt ins Freiland säen März bis Mai, Keimdauer 14 bis 21 Tage
Nach dem Auflaufen Pastinaken vereinzeln etwa 3 bis 4 Wochen nach dem Auflaufen
Erste Nachdüngung Menge nach Bodenvorrat, Dünger-Deklaration und Kompostgabe bemessen etwa 6 Wochen nach dem Auflaufen

Die Saatmonate aller Wurzelgemüse hast du mit dem Aussaatkalender für Wurzelgemüse, den du dir ausdrucken kannst, im Blick.

Bei der Bodenvorbereitung: gut verrotteter Mist

Vor der Pastinakenkultur kannst du gut verrotteten Mist einarbeiten. Das gilt besonders für Ton- oder Kreideböden. Gemeint ist die Bodenvorbereitung, nicht frischer Mist zur Aussaat.

Zahl im Blick

Für Stallmist gilt im Gemüsegarten allgemein ein Richtwert von etwa 3 kg je m², ausgebracht alle drei Jahre. Im ersten Jahr sind davon rund 30 bis 40 % des enthaltenen Stickstoffs pflanzenverfügbar.

Im Frühjahr: Kompost vor der Saat

Vor der Saat verteilst du 3 l gut verrotteten Kompost je m² und arbeitest ihn oberflächlich ein. Diese Frühjahrsgabe liefert Nährstoffe und Humus. Reifer Kompost lockert außerdem schwere Böden und verbessert auf leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen. Warte mit der Arbeit, bis das Beet abgetrocknet ist und schwere Erde nicht mehr an Schuhen oder Spaten klebt.

Zeigt deine Bodenuntersuchung stark überhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, schränkst du die Kompostgabe ein. Ich messe den Kompost mit einem Eimer mit Literskala ab, statt nach Augenmaß zu schaufeln.

Häufiger Fehler

Mengen von anderen Wurzelgemüsen übernehmen. Für Möhren, Rettich und Rote Bete gibt es eigene Richtwerte für Horndünger, für Stangensellerie eine eigene Kombination aus Kompost und Hornmehl. Solche Mengen gelten nur für die Art, für die sie genannt sind.

Die erste Nachdüngung: ab dem Auflaufen zählen

Die erste Nachdüngung folgt etwa 6 Wochen nach dem Auflaufen. Weil die Frist erst mit dem Auflaufen beginnt und Pastinaken 14 bis 21 Tage zum Keimen brauchen, zählst du nicht ab der Saat. Vorher, etwa 3 bis 4 Wochen nach dem Auflaufen, vereinzelst du die Pflanzen.

Für die Nachdüngung nehme ich Hornmehl und verteile es zwischen den Reihen. Die Menge ergibt sich aus Bodenvorrat und Frühjahrsgabe, nicht aus dem Entzug allein. Taste dich an die Menge heran und schau auf Wuchs und Laub, bevor du ein weiteres Mal nachlegst.

Wer Brennnesseljauche selbst ansetzt, verdünnt sie zum Gießen in der Regel 1:10. Eine allgemeingültige Menge oder Häufigkeit gibt es für Pflanzenjauche nicht, weil Pflanzenbedarf und Nährstoffvorrat im Boden entscheiden.

Marias Erfahrung

Weil Pastinaken besonders bei früher Saat langsam keimen, säe ich wenige Radieschen als Markierung mit in die Reihe. Sobald die ersten Pastinaken aufgelaufen sind, stecke ich ein Schild mit dem Datum an den Reihenanfang. Von diesem Tag aus plane ich das Vereinzeln und die erste Nachdüngung.

Vorfrucht, Hochbeet und Beetnachbarn

In einem Hochbeet mit geschichteter, verrottender Füllung werden im ersten Standjahr besonders viele Nährstoffe frei. Prüfe dort vor jeder Zusatzgabe, ob deine Pastinaken sie brauchen. Was sich im Hochbeet sonst ändert, liest du im Beitrag, wie du Pastinaken im Hochbeet anbaust.

Vor Pastinaken passen Bohnen oder Erbsen aufs Beet, Doldenblütler wie Möhren, Sellerie und Petersilie dagegen nicht. Damit Beetnachbarn den Pastinaken nicht Platz und Nährstoffe streitig machen, legst du die Reihen nicht enger an und erntest kurzlebige Zwischenkulturen rechtzeitig. Passende Partner findest du im Beitrag, mit welchen Pflanzen Pastinaken in der Mischkultur gut wachsen, und die Fruchtfolge im Wurzelgemüse-Ratgeber unter Fruchtfolge und Mischkultur.

Passendes Saatgutaus dem samen.de Shop
Kiepenkerl Pastinake Javelin F1
Kiepenkerl Pastinake Javelin F1
Zum Shop
Culinaris BIO Pastinake Aromata
Culinaris BIO Pastinake Aromata
Zum Shop
Culinaris BIO Pastinake White King
Culinaris BIO Pastinake White King
Zum Shop
Kiepenkerl Pastinake Halblange weiße
Kiepenkerl Pastinake Halblange weiße
Zum Shop

Häufige Fragen

Welche Hauptnährstoffe benötigen Pastinaken für ein gesundes Wachstum?
Beim Stickstoff hast du einen konkreten Wert: Pastinaken entziehen dem Boden ungefähr 10 g je m². Dieser Entzug ist eine Orientierung und keine Menge, die du pauschal zusätzlich streust. Ob du Phosphat und Kalium ergänzen musst, zeigt dir eine Bodenuntersuchung. Die Frühjahrsgabe aus gut verrottetem Kompost liefert Nährstoffe und Humus.
Wie hoch ist der Nährstoffbedarf von Pastinaken im Vergleich zu anderen Gemüsesorten?
Pastinaken gelten als Mittelstarkzehrer und liegen damit zwischen genügsamen und hungrigen Kulturen. Radieschen brauchen in ausreichend versorgter Erde keine zusätzliche Düngung, Möhren zählen in der Fruchtfolgeplanung zu den Schwachzehrern. Sellerie gehört zu den Kulturen mit hohem Stickstoffbedarf, Kartoffeln zählen zu den Starkzehrern. Konkrete Düngermengen gelten trotzdem nur für die Art, für die sie genannt sind.
Warum ist eine Bodenanalyse vor der Pastinaken-Düngung wichtig?
Eine Bodenuntersuchung zeigt, ob dein Beet mit Kalk und Nährstoffen unter- oder überversorgt ist, und ermöglicht daran angepasste Düngeempfehlungen. Bei stark überhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten schränkst du zum Beispiel die Kompostgabe ein. Stickstoff misst die Standarduntersuchung im Hausgarten normalerweise nicht mit. Dafür bleibt der Stickstoffentzug der Pastinaken deine Orientierung.
Welche praktischen Schritte sind bei der Gründüngung für Pastinaken zu beachten?
Eine Gründüngung schützt das unbedeckte Beet und bindet vorhandene Nährstoffe, sodass weniger davon ausgewaschen wird. Phacelia eignet sich gut, weil sie mit den gängigen Gemüsearten nicht verwandt ist. Nach dem flachen Einarbeiten wartest du meist etwa 2 bis 3 Wochen bis zur nächsten Aussaat. Für die Fruchtfolge zählt die Gründüngung mit.
Unterscheiden sich die Düngungsanforderungen zwischen verschiedenen Bodentypen?
Ja, vor allem beim Kalk und bei der organischen Bodenverbesserung. Ob du kalkst, hängt von Bodenart und gemessenem pH-Wert ab. Für Ton- oder Kreideböden ist es besonders empfehlenswert, gut verrotteten Mist vor der Pastinakenkultur einzuarbeiten. Reifer Kompost lockert schwere Böden und hilft leichten Böden, Wasser und Nährstoffe zu speichern.
Zuletzt geprüft:
↑