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Nützlinge im Porree-Beet: Wen du gegen Blattläuse und Thripse förderst und wann das Netz drauf muss

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion

Grundlagen: Häufige Krankheiten im Gemüsegarten: Mehltau, Braunfäule und Kohlhernie erkennen und bekämpfen · Alle Ratgeber zu Krankheiten & Schädlinge

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Gegen Blattläuse arbeiten Marienkäfer sowie die Larven von Florfliegen, Schwebfliegen und Gallmücken.
  • Thripsgegner wie Raubmilben, räuberische Thripse, Florfliegen und Blumenwanzen förderst du im Freiland mit Saumstrukturen am Beetrand.
  • Gegen Lauchmotte und Lauchminierfliege kommt gleich nach dem Pflanzen ein Kulturschutznetz auf den Porree.
  • Unter feinmaschigen Netzen sind Marienkäfer deutlich seltener, deshalb gehören Blüher und Saum neben das Netz.
  • Gewöhnlichen Thripsbefall am Porree kannst du im Hausgarten meist hinnehmen, der Schaden ist vor allem optisch.
Lauchpflanzen wachsen in Reihen auf einem Feld.
Foto: Mathias Reding · Pexels License · Quelle ↗

Wenn am Porree silbrige Flecken oder Fraßgänge auftauchen, will ich zuerst wissen, wer dort frisst. Bei Blattläusen und Thripsen kannst du auf Gegenspieler setzen, die du im Beet förderst. Bei Lauchmotte und Lauchminierfliege verlasse ich mich auf ein Kulturschutznetz, das gleich nach dem Pflanzen aufliegt. Beides passt zusammen, wenn du weißt, wo die Nützlinge leben und wo das Netz sie aussperrt.

Welche Schädlinge am Porree sitzen

Diese fünf Schädlinge solltest du im Porree-Beet auseinanderhalten können, denn nicht gegen jeden helfen dieselben Maßnahmen. Bei der Zwiebelfliege steht das Schadbild an jungen Zwiebeln in der Tabelle.

Schädling Woran du ihn erkennst Was ich dagegen tue
Lauchmotte (auch Zwiebelmotte genannt) Raupen fressen von den Blattspitzen aus Gänge bis ins Pflanzenherz, im Schaft kann Fäulnis entstehen Kulturschutznetz mit 1,35 mm Maschenweite, gleich nach dem Pflanzen
Lauchminierfliege geradlinige Fraßgänge mit braunen Tönnchenpuppen am Gangende feinmaschiges Netz mit 0,8 mm Maschenweite, lückenlos aufgelegt
Thripse silbrigweiße, längliche Flecken und kleine schwarze Kotpunkte auf den Blättern Gegenspieler fördern, gewöhnlichen Befall hinnehmen
Blattläuse die Läuse selbst; gelbliche Blattstreifen und gehemmtes Wachstum können auf das Porreegelbstreifenvirus hindeuten Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen und Gallmücken fördern
Zwiebelfliege an jungen Zwiebeln: Laub vergilbt und welkt, weißliche Maden zerstören den Blattgrund Netz mit 1,35 bis 2,0 mm Maschenweite, Ränder geschlossen

Gegen Thripse reicht ein Netz nicht aus. Selbst Kulturschutznetze mit 0,3 mm Maschenweite haben den Befall in Praxisversuchen an Zwiebelgewächsen nicht zufriedenstellend gesenkt. Gewöhnlichen Thripsbefall am Porree kannst du im Hausgarten meist hinnehmen, weil der Schaden vor allem optisch ist.

Blattläuse können das Porreegelbstreifenvirus übertragen, und das Virus selbst lässt sich nicht direkt mit Pflanzenschutzmitteln bekämpfen. In der Hand hast du also nur die Überträger: Läuse früh sehen und ihren Gegenspielern Raum lassen.

Kurz erklärt

Nicht jeder Fleck am Lauch stammt von einem Tier. Rotorange Pusteln, an denen die Blatthaut aufreißt, können auf Porreerost hindeuten. Graue Flecken mit violettem Rand passen zur Purpurfleckenkrankheit, weißlich absterbende Blattspitzen nach Regenperioden zur Papierfleckenkrankheit. Das sind Krankheiten, keine Schädlinge.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Allium
Hund
Giftig
Katze
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Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11
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GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai, September, Oktober, November; Aussaat: April, Mai, Juni; Ernte: Januar, Februar, März, April, Mai, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember; Pflanzung: März, April, Mai, Juni, JuliJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: SeptemberVorkultur: OktoberVorkultur: NovemberAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniErnteErnte: JanuarErnte: FebruarErnte: MärzErnte: AprilErnte: MaiErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberErnte: DezemberPflanzungPflanzung: MärzPflanzung: AprilPflanzung: MaiPflanzung: JuniPflanzung: JuliVorkulturAussaatErntePflanzung

Welche Nützlinge im Porree-Beet arbeiten

Biologischer Pflanzenschutz im Freiland heißt vor allem, die Nützlinge zu fördern und zu schonen, die schon da sind. Ich richte das Beet deshalb für Tiere ein, die von selbst kommen, statt welche zu kaufen.

Marienkäfer: Käfer und Larven

Marienkäfer gehören zu den natürlichen Gegenspielern der Blattläuse. Ihre Larven sehen den Käfern allerdings nicht ähnlich. Beim Siebenpunkt-Marienkäfer sind sie langgestreckt und grau-schwarz, mit gelben Flecken und kleinen schwarzen Warzen.

Häufiger Fehler

Grau-schwarze, warzige Larven zwischen den Läusen für Schädlinge halten und zerdrücken. Tragen sie gelbe Flecken, ist das beim Siebenpunkt-Marienkäfer genau der Nachwuchs, den du im Beet haben willst.

Florfliegen, Schwebfliegen und Gallmücken

Bei diesen dreien arbeiten die Larven: Larven von Florfliegen, Schwebfliegen und Gallmücken gehören ebenfalls zu den Gegenspielern der Blattläuse. Florfliegen tauchen außerdem unter den Gegnern der Thripse auf. Blühende Pflanzen am Beet bieten Insekten Nahrung; welche sich eignen, steht weiter unten.

Raubmilben, räuberische Thripse und Blumenwanzen

Gegen Thripse arbeitet eine eigene Gruppe: räuberische Thripse, Raubmilben, Florfliegen und Blumenwanzen. Im Freiland fördern Saumstrukturen diese Gegenspieler, also bewachsene Streifen am Beetrand. In einem Freilandversuch an Porree verbesserten Raubmilben, die zusätzlich unter Schutznetzen ausgebracht wurden, die Wirkung gegen Thripse nicht. Zusammen mit dem Grundsatz, im Freiland die vorhandenen Nützlinge zu fördern, spricht das dafür, deine Mühe in den Saum zu stecken statt in gekaufte Raubmilben.

Mythos-Check

Schlupfwespen werden oft als Helfer gegen Lauchmotte und Zwiebelfliege genannt. Ich plane den Schutz gegen beide deshalb über das Netz und sehe jeden Gegenspieler, der zusätzlich kommt, als Zugabe.

Wie du Nützlinge ins Porree-Beet lockst und schonst

Blüten neben dem Porree

Blühender Dill, Kerbel und Gewürzfenchel bieten Insekten im Gemüsegarten Nahrung, ebenso Ringelblumen und Phacelia. Ringelblumen und Tagetes eignen sich außerdem als blühende Lückenfüller, wenn ein Beet lückig oder schon abgeerntet ist. Am Beetrand lasse ich Schnittknoblauch stehen, denn er gilt als nützlingsfreundlich und blüht von Juli bis September. Phacelia kommt zudem als Gründüngung vor oder nach Porree infrage. Sie ist mit keiner gängigen Gemüseart verwandt und fügt sich deshalb gut in die Fruchtfolge.

Tipp

Säe die Blüher in einen eigenen Streifen neben den Porree statt zwischen die Reihen. So bleiben die Reihen für die Hacke frei, und die Blüten stehen außerhalb des Netzes, wo Insekten sie erreichen.

Winterquartiere und Saum

Marienkäfer finden Überwinterungsplätze in Stein- und Laubhaufen, in ungeschnittenen Stauden und in Trockenmauern. Ich lasse die Stauden am Beetrand deshalb über den Winter stehen und schiebe das Herbstlaub in einer Ecke zu einem Haufen zusammen. Derselbe bewachsene Rand kann den Thripsgegnern als Saum dienen.

Mischkultur als Ergänzung

Porree lässt sich mit Kohl, Möhren, Petersilie, Salat, Sellerie, Spinat und Tomaten in Mischkultur anbauen. Ob solche Nachbarn Schädlinge fernhalten, lässt sich oft schwer nachweisen, und Beobachtungen dazu widersprechen sich häufig. Welche Partner zu deinem Porree passen, prüfst du mit dem Mischkultur-Planer für dein Gemüsebeet.

Nützlinge schonen: Mittel und Hausmittel

Marienkäfer und ihre Larven reagieren empfindlich auf Pflanzenbehandlungsmittel. Wer auf Behandlungen verzichtet oder sie auf das Nötigste beschränkt, schont sie. Hausmitteln wie Schmierseife, Rapsöl oder Pflanzenjauchen wird nachgesagt, Blattläuse zu vertreiben oder Pflanzen zu stärken. Zur Wirkung selbst angesetzter Jauchen, Brühen und Tees gibt es nur wenige und teils widersprüchliche Untersuchungen. Auch ein Hausmittel ist eine Behandlung, und die kann Marienkäferlarven treffen.

Thripsschaden am Porree ist vor allem optisch, und Marienkäferlarven reagieren empfindlich auf Behandlungen. Wer gegen Thripse spritzt, setzt also die Gegenspieler der Blattläuse im selben Beet aufs Spiel.

Achtung

Hältst du ein chemisches Mittel als letzten Schritt für nötig, kommt nur eines infrage, das für nichtberufliche Anwender zugelassen ist, und zwar für Porree und gegen genau diesen Schädling. Halte dich an die Gebrauchsanweisung, trage Schutzkleidung, beachte die Wartezeit bis zur Ernte und entsorge Reste nach Vorschrift. Auch zugelassene Mittel können Nützlinge treffen.

Netz und Nützlinge: wie beides zusammengeht

Gegen Lauchmotte und Lauchminierfliege baue ich auf das Kulturschutznetz. Es hat aber eine Kehrseite: Im OptiNet-Projekt kamen Marienkäfer, Spinnen und Laufkäfer unter feinmaschigen Netzen deutlich seltener vor als im offenen Anbau. Unter dem Netz fehlen also gerade die Marienkäfer, die sonst gegen die Blattläuse arbeiten. Deshalb prüfe ich den Porree unter dem Netz genauso gründlich auf Läuse und lege Blüher und Saum außerhalb an.

Das Netz kommt unmittelbar nach dem Pflanzen auf, mit gut befestigten Rändern, und bleibt bis kurz vor der Ernte liegen. Gegen die Herbstgeneration der Lauchminierfliege muss es besonders von Mitte August bis Oktober lückenlos abdecken, nimm es in dieser Zeit also auch für die Nützlinge nicht ab. Wie du Netze wählst und befestigst, zeigt der Überblick zu Krankheiten, Schädlingen und Netzen bei Zwiebeln, Lauch und Knoblauch.

Wann welcher Schädling unterwegs ist

Schädling Zeitraum
Zwiebelfliege erste Generation Mitte April bis Ende Mai, zweite etwa Ende Juni bis Mitte Juli
Lauchmotte erste Raupengeneration Mai bis Juli, zweite Juli bis Oktober
Lauchminierfliege Herbstgeneration, Netzschutz besonders Mitte August bis Oktober

Winterporree kommt im Sommer ins Beet und wird bis ins Frühjahr hinein geerntet. Damit steht er während der ganzen zweiten Lauchmottengeneration und während der Herbstgeneration der Lauchminierfliege im Beet, das Netz gehört bei ihm deshalb gleich nach dem Pflanzen drauf. Die Saat- und Pflanztermine aller Porree-Gruppen findest du im Kalender für Zwiebeln, Lauch und Knoblauch zum Ausdrucken.

Meine Kontrollrunde im Porree-Beet

Ich gehe bei der Kontrolle Reihe für Reihe durch und schaue mir jede Pflanze von den Blattspitzen bis zum Schaft an. Dabei suche ich nach Schäden und nach Nützlingen, denn beides entscheidet, was ich als Nächstes tue.

Mini-Checkliste

  • Gänge von den Blattspitzen Richtung Herz: Hinweis auf die Lauchmotte
  • geradlinige Gänge mit braunen Tönnchenpuppen am Ende: Hinweis auf die Lauchminierfliege
  • silbrigweiße Flecken mit schwarzen Kotpunkten: Hinweis auf Thripse
  • Läuse und gelbliche Blattstreifen: Blattläuse, möglicherweise mit Porreegelbstreifenvirus
  • grau-schwarze Larven mit gelben Flecken: Marienkäfernachwuchs, stehen lassen
  • rotorange Pusteln: eher Porreerost als ein Schädling
Marias Erfahrung

Finde ich einen Fraßgang, ziehe ich das Blatt vorsichtig auseinander und schaue hinein, bevor ich irgendetwas unternehme. So sehe ich, ob eine Raupe darin sitzt oder am Ende eine Tönnchenpuppe liegt, und kann den Gang einem Schädling zuordnen.

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Häufige Fragen

Welche Nützlinge helfen gegen Schädlinge im Porree-Beet?
Gegen Blattläuse arbeiten Marienkäfer sowie die Larven von Florfliegen, Schwebfliegen und Gallmücken. Thripse haben räuberische Thripse, Raubmilben, Florfliegen und Blumenwanzen als natürliche Gegenspieler. Gegen Lauchmotte und Lauchminierfliege kann ein Kulturschutznetz schützen, das du gleich nach dem Pflanzen auflegst.
Wie helfen Marienkäfer und Florfliegen gegen Blattläuse am Porree?
Marienkäfer und die Larven der Florfliegen gehören zu den natürlichen Gegenspielern der Blattläuse. Fördern kannst du sie mit Nahrung und Unterschlupf: Blühender Dill, Kerbel, Gewürzfenchel, Ringelblumen und Phacelia bieten Insekten Nahrung, Stein- und Laubhaufen sowie ungeschnittene Stauden geben Marienkäfern Winterquartiere. Marienkäfer und ihre Larven reagieren empfindlich auf Pflanzenbehandlungsmittel, deshalb schont sie jeder Verzicht aufs Spritzen. Die Larven des Siebenpunkt-Marienkäfers erkennst du an ihrer langgestreckten, grau-schwarzen Form mit gelben Flecken.
Welche Rolle spielen Raubmilben bei der Schädlingskontrolle im Lauch-Anbau?
Raubmilben gehören zusammen mit räuberischen Thripsen, Florfliegen und Blumenwanzen zu den natürlichen Gegenspielern der Thripse. Im Freiland förderst du sie über Saumstrukturen, also bewachsene Streifen am Beetrand. In einem Freilandversuch an Porree verbesserten Raubmilben, die zusätzlich unter Schutznetzen ausgebracht wurden, die Wirkung gegen Thripse nicht.
Hilft Mischkultur dabei, Nützlinge ins Porree-Beet zu holen?
Blühende Begleitpflanzen wie Ringelblumen, Tagetes oder Dill liefern Insekten Nahrung und passen gut an den Rand eines Porree-Beets. Porree selbst lässt sich mit Kohl, Möhren, Petersilie, Salat, Sellerie, Spinat und Tomaten in Mischkultur anbauen. Ob solche Nachbarn Schädlinge fernhalten, lässt sich oft schwer nachweisen, und Beobachtungen dazu widersprechen sich häufig. Mischkultur unterstützt, sie ersetzt aber kein Netz gegen Lauchmotte oder Lauchminierfliege.
Wie schafft man natürliche Verstecke und Lebensräume für Nützlinge im Gemüsegarten?
Stein- und Laubhaufen, ungeschnittene Stauden und Trockenmauern bieten Marienkäfern Plätze zum Überwintern. Saumstrukturen am Beetrand fördern Gegenspieler der Thripse wie Raubmilben, Florfliegen und Blumenwanzen. Für Nahrung sorgen blühende Pflanzen wie Dill, Kerbel, Gewürzfenchel, Ringelblumen und Phacelia.
Wie erkennt man die charakteristischen Schadsymptome von Lauchmotte und Zwiebelfliege am Porree?
Die Raupen der Lauchmotte fressen sich von den Blattspitzen aus in Gängen bis ins Herz der Pflanze, im Schaft kann danach Fäulnis entstehen. Die Zwiebelfliege zeigt sich an jungen Zwiebeln: Das Laub vergilbt und welkt, und weißliche Maden zerstören den Blattgrund. Geradlinige Gänge mit braunen Tönnchenpuppen am Gangende sind dagegen ein typischer Hinweis auf die Lauchminierfliege.
Worin liegt der Unterschied zwischen Winterlauch und normalem Porree bei der Schädlingsanfälligkeit?
Ein Unterschied liegt in der Standzeit: Winterporree kommt im Sommer ins Beet und wird bis ins Frühjahr hinein geerntet. Damit steht er während der zweiten Lauchmottengeneration von Juli bis Oktober und während der Herbstgeneration der Lauchminierfliege im Beet, das Netz gehört bei ihm deshalb gleich nach dem Pflanzen drauf. Ernte überwinternden Winterporree ab, bevor du neuen Porree pflanzt, damit Porreerost nicht auf die Jungpflanzen übergeht.
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