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Zitrus- und Mediterranpflanzen natürlich düngen: Hornspäne, Jauche, Bokashi und ihre Grenzen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 12 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl enthalten typischerweise 10–14 % Stickstoff.
  • Für Pflanzenjauche kommt 1 kg frisches Kraut auf 10 l Wasser; bei warmer Witterung ist sie nach etwa 14 Tagen fertig.
  • Zur allgemeinen Wurzeldüngung im Garten wird fertige Jauche üblicherweise 1:10 mit Wasser verdünnt.
  • Kompostreiche Kübelsubstrate können hohe pH- und Salzgehalte aufweisen, Zitruspflanzen benötigen aber einen niedrigen pH-Wert.
  • Holzasche wird vorsorglich nicht zur Düngung im Garten empfohlen.
  • Auch organische Dünger können im Hausgarten eine schädliche Überversorgung verursachen.
Drei gelbgrüne Zitronen hängen reif am Zweig zwischen glänzenden dunklen Blättern
Foto: balouriarajesh · Pixabay Content License · Quelle ↗

Ein Zitrusbaum im Kübel lebt von dem, was im Topf steckt. Was du hineingibst, landet direkt an den Wurzeln, mit allen Nährstoffen und Salzen. Natürlich zu düngen schützt deshalb nicht vor Fehlern, denn auch organische Dünger können im Hausgarten eine Überversorgung verursachen, die der Pflanze und der Umwelt schadet. Ich sortiere meine Naturdünger nach dem Nährstoff, den sie liefern, und gebe jeden gezielt.

Dieser Ratgeber geht die natürlichen Dünger für Zitrus- und Mediterranpflanzen einzeln durch. Die Grundlagen für alle Obstgehölze stehen im Ratgeber zu Obst und Obstgehölzen, zum Beispiel wie du mit Kompost und Hornmehl zu festen Terminen düngst.

Wie schnell wirken Naturdünger?

Organische Dünger müssen im Boden erst umgesetzt werden, bevor die Wurzeln etwas davon haben. Bei Frost, Trockenheit oder Staunässe setzen sie keine oder nur wenige Nährstoffe frei. Feuchtwarme Witterung kann dagegen starke Nährstoffschübe auslösen, und dann steigt die Gefahr der Auswaschung.

Beides zusammen erklärt einen typischen Düngefehler. Wer in einer kalten oder trockenen Phase nachlegt, hat den ganzen Vorrat im Topf, sobald es feuchtwarm wird. Zusätzliches Düngen behebt die Ursache in so einer Phase nicht. Ich warte deshalb ab, prüfe die Feuchte im Substrat und dünge erst wieder, wenn die Pflanze sichtbar wächst.

Welcher Naturdünger liefert Stickstoff, Phosphor oder Kalium?

Jeder Hauptnährstoff hat in der Pflanze eine eigene Aufgabe. Stickstoff unterstützt bei Kübelpflanzen die Eiweißbildung und das Wachstum. Phosphat ist an der Wurzel-, Blüten- und Fruchtbildung beteiligt, und Kalium wirkt an der Bildung von Zucker, Stärke und Fett mit. Die ganze Versorgung beschreibt der Ratgeber dazu, wie du Zitrus- und mediterrane Kübelpflanzen mit Nährstoffen versorgst. Hier geht es darum, welcher Naturdünger welchen Nährstoff mitbringt.

Nährstoff Naturdünger Einordnung
Stickstoff Hornspäne, Horngrieß, Hornmehl enthalten typischerweise 10–14 % Stickstoff
Stickstoff Blutmehl getrocknetes Tierblut, gilt als rasch wirkend
Stickstoff Brennnesseljauche flüssig, gilt als stickstoffbetont
Phosphor Knochenmehl bringt Phosphor und Calcium mit, gilt als langsam wirkend
Phosphor Guano getrockneter Vogel- oder Fledermauskot, nährstoffreich
Kalium Beinwelljauche, Bananenschalen Kalium wird beiden nachgesagt
Kalium Holzasche vorsorglich nicht zur Düngung im Garten empfohlen
Phosphor, Kalium, Magnesium Gartenkompost im Durchschnitt je Liter 0,75 g verfügbarer Stickstoff, 4 g Phosphat als P₂O₅, 9 g Kalium als K₂O und 2 g Magnesium als MgO

Stickstoff: Hornspäne, Hornmehl und Blutmehl

Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl werden aus Hörnern und Klauen von Rindern hergestellt. Alle drei enthalten typischerweise 10–14 % Stickstoff. Der Unterschied liegt in der Körnung: Späne sind grob, Mehl ist fein gemahlen und gilt deshalb als schneller verfügbar. Ich arbeite Hornprodukte flach in die obere Substratschicht ein, damit sie Kontakt zur feuchten Erde haben.

Obstbäume und Obststräucher bekommen Stickstoff nur mäßig, denn ein Überschuss verstärkt das Triebwachstum zulasten der Blüten- und Fruchtbildung. Horn ist ein stickstoffreicher Dünger: Wer für mehr Zitronen kräftig Horn streut, fördert also eher lange Triebe als Früchte.

Blutmehl wird aus getrocknetem Tierblut hergestellt und gilt als rasch wirkende Stickstoffquelle. Es riecht kräftig und kann Tiere anlocken. Bei Kübelpflanzen richtet sich die Düngermenge nach der Dosierungsanweisung des konkreten Produkts, und daran halte ich mich bei Blutmehl genau.

Phosphor: Knochenmehl und Guano

Knochenmehl bringt neben Phosphor auch Calcium mit und gilt als langsam wirkend. Guano ist getrockneter Vogel- oder Fledermauskot und nährstoffreich, deshalb gilt auch hier die Dosierungsanweisung des Produkts.

Bevor ich Phosphor nachlege, überlege ich, was schon im Topf ist. Kompostreiche Kübelsubstrate können bereits hohe Phosphorgehalte aufweisen. Bei sehr hoher Phosphatversorgung und gleichzeitigem Kaliummangel werden gezielt die fehlenden Nährstoffe ergänzt, statt pauschal einen Mehrnährstoffdünger zu geben. Für ausgepflanzte Mediterranpflanzen zeigt eine Bodenuntersuchung den Stand: Die übliche Grunduntersuchung für Gartenboden erfasst Phosphor, Kalium, Magnesium und den pH-Wert.

Kalium: Beinwell, Bananenschalen und Holzasche

Beinwelljauche und Bananenschalen wird ein hoher Kaliumgehalt nachgesagt. Wie viel davon an der Wurzel ankommt, kannst du zu Hause nicht messen. Ich gieße Beinwelljauche deshalb als Ergänzung und gebe Bananenschalen auf den Kompost.

Mythos-Check

Holzasche gilt als klassischer Kaliumdünger. Zur Düngung im Garten wird sie vorsorglich nicht empfohlen, weil sich ihre Schadstoffgehalte nicht verlässlich abschätzen lassen. Ich lasse sie deshalb weg.

Welche Rolle spielt Kompost?

Gartenkompost bringt deutlich mehr Kalium und Phosphat mit als verfügbaren Stickstoff, und kompostreiche Kübelsubstrate können hohe pH-, Phosphor-, Kalium- und Salzgehalte aufweisen. Wer im Zitruskübel Stickstoff über immer mehr Kompost nachlegen will, erhöht also vor allem diese Gehalte, während Zitruspflanzen auch in torffreier Erde einen niedrigen pH-Wert benötigen. Wie du eigene Reste kompostierst und den Kompost einsetzt, zeigt der Ratgeber dazu, wie du für Zitrus- und Mediterranpflanzen einen Nährstoffkreislauf schließt; die allgemeinen Regeln stehen im Ratgeber zu Obst und Obstgehölzen im Abschnitt zum Düngen.

Wie stelle ich Komposttee her und wofür nehme ich ihn?

Komposttee ist Wasser, in dem reifer Kompost gezogen hat. Er ist die flüssige Art, Kompost zu geben, und passt damit zu Kübelpflanzen, die du ohnehin gießt.

So gehe ich vor:

  1. Ich fülle reifen Kompost in ein Stoffsäckchen.
  2. Das Säckchen hänge ich wie einen Teebeutel in einen Eimer mit Wasser.
  3. Zwischendurch rühre ich um.
  4. Ich nehme das Säckchen heraus, wenn das Wasser bräunlich geworden ist und erdig riecht.

Den Tee gieße ich bodennah auf das feuchte Substrat, damit der Wurzelraum versorgt wird und das Laub möglichst wenig nass wird. Dünger gehört auf feuchten Boden und nicht auf feuchte Blätter.

Für den Tee nehme ich nur reifen Kompost. Ob er so weit ist, zeigt ein vergleichender Kressetest. Wächst die Kresse im Kompostansatz nach etwa 5 Tagen schlechter oder werden die Pflänzchen gelb bis braun, deutet das auf unzureichende Reife hin.

Wie viel Nährstoff im Tee steckt, hängt vom Kompost ab und lässt sich zu Hause nicht messen. Ich nutze ihn deshalb als Ergänzung und nicht als alleinige Versorgung.

Marias Erfahrung

Ich stelle den Eimer mit dem Komposttee dorthin, wo ich beim Gießen ohnehin vorbeikomme. So rühre ich um, ohne daran denken zu müssen, und sehe, wie sich die Farbe des Wassers verändert.

Wie setze ich Pflanzenjauchen an und wie verdünne ich sie?

Pflanzenjauchen sind vergorene Auszüge aus frischem oder getrocknetem Kraut. Du setzt sie selbst an, lässt sie reifen und gießt sie verdünnt an die Wurzel.

Brennnesseljauche: Ansatz, Reife und Verdünnung

Brennnesseljauche gilt als stickstoffbetont und wird deshalb gern zum Austrieb gegossen. Das Rezept ist dasselbe wie für jede allgemeine Pflanzenjauche.

Zahl im Blick

Für eine allgemeine Pflanzenjauche kommen 1 kg frisches oder 100–200 g getrocknetes Kraut auf 10 l Wasser. Bei warmer Witterung ist sie nach etwa 14 Tagen fertig. Zur allgemeinen Wurzeldüngung im Garten wird sie üblicherweise im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt.

Ich übergieße die frischen Brennnesseln im Eimer mit Wasser, decke ihn locker ab und rühre um, wenn ich daran vorbeikomme. Fertig ist die Jauche, wenn sie dunkel geworden ist und nicht mehr schäumt. Bei warmer Witterung dauert das etwa 14 Tage. Ist es kühler, warte ich länger und achte auf Farbe und Schaum.

Zur allgemeinen Wurzeldüngung im Garten wird fertige Jauche üblicherweise im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt. Mit diesem Verhältnis gieße ich auch meine Zitruskübel.

Beinwelljauche: der Ansatz für Blüte und Frucht

Beinwelljauche setzt du genauso an, nur mit Beinwellblättern. Der Jauche wird ein hoher Kaliumgehalt nachgesagt, deshalb wird sie traditionell zur Blüte und Fruchtbildung gegossen. Messen kannst du den Gehalt zu Hause nicht, also ersetze ich damit keinen Dünger mit angegebenem Gehalt.

Schachtelhalm, Löwenzahn und Bananenschalen

Vergoren werden im Garten auch andere Pflanzen. Schachtelhalm wird wegen seiner Kieselsäure angesetzt, Löwenzahn wegen seiner Mineralstoffe, und Bananenschalen gelten als Kaliumlieferant. Ansatz, Reife und Verdünnung laufen wie bei der Brennnesseljauche. Ich nutze diese Jauchen als Abwechslung im Gießwasser und verlasse mich für die Grundversorgung nicht auf sie.

Wie wende ich Jauche an?

Ich gieße verdünnte Jauche bodennah auf den Wurzelbereich, damit das Laub möglichst wenig nass wird. Ist das Substrat ausgetrocknet, gieße ich zuerst mit klarem Wasser, denn Dünger gehört auf feuchten Boden.

Für den Rhythmus gibt es eine Orientierung: Obstgehölze im Kübel werden während der Hauptwachstumszeit bis Ende Juni alle 2–3 Wochen flüssig gedüngt. Bei gekauften Flüssigdüngern gilt dabei die Dosierung auf der Packung. In diesen Rhythmus reihe ich meine Jauche ein, statt sie zusätzlich zu geben.

Lohnt sich Gründüngung im mediterranen Beet?

Gründüngung ist eine Methode für ausgepflanzte Mediterranpflanzen und freie Beetflächen, nicht für den Kübel. Du säst eine Zwischenkultur, lässt sie wachsen und arbeitest sie später flach in den Boden ein.

Welche Pflanzen eignen sich als Gründüngung?

  • Lupinen: Als Leguminosen können sie den Boden durch ihre Symbiose mit Knöllchenbakterien zusätzlich mit Stickstoff anreichern.
  • Phacelia: Die Art wird häufig als Gründüngung gesät, und ihre Blüten werden von Bienen gern besucht.
  • Buchweizen: Er gilt als schnell wachsend, außerdem wird ihm nachgesagt, Phosphor im Boden zu erschließen.
  • Ringelblumen: Die Pflanzen bringen Blüten ins Beet und liefern am Ende ebenfalls Grünmasse zum Einarbeiten.

Den Stickstoff aus den Lupinen rechne ich mit ein, bevor ich auf derselben Fläche Horn streue. Direkt unter junge Gehölze säe ich nichts. In einem LWG-Versuch mit jungen Apfelbäumen auf leichten lehmigen Sandböden erwiesen sich die geprüften Untersaaten wegen zu hoher Wasserkonkurrenz als ungeeignet.

Wie gehe ich bei der Gründüngung vor?

Ich säe dicht auf die freie Fläche und lasse die Pflanzen wachsen. Spätestens bevor die Samen reifen, mähe ich alles ab und arbeite das Grün oberflächlich ein. Danach ruht die Fläche, bis die Pflanzenreste sichtbar zerfallen sind, und erst dann pflanze ich.

Wo im Beet eine Fläche frei wird, siehst du, wenn du die Aufteilung vorab im Beetplaner durchspielst. Welche Arten sich als Nachbarn vertragen, kannst du im Mischkultur-Werkzeug nachschlagen. Mischkultur unterstützt, sie garantiert nichts, und ihre Vorteile zeigen sich nicht an jedem Standort gleich.

Bokashi und Wurmkompost: Wie wird aus Küchenresten Dünger?

Wie stelle ich Bokashi her?

Bokashi stammt aus Japan und ist keine Kompostierung, sondern eine Fermentation: Küchenreste werden unter Luftabschluss mit Mikroorganismen vergoren. Du brauchst einen luftdicht schließenden Eimer, zerkleinerte Küchenreste und ein Bokashi-Ferment.

  1. Gib eine Lage zerkleinerter Küchenreste in den Eimer.
  2. Streue das Ferment darüber, die Menge steht auf der Packung.
  3. Drücke alles fest an, damit möglichst wenig Luft im Eimer bleibt.
  4. Wiederhole das, bis der Eimer voll ist, und verschließe ihn luftdicht.

Der Eimer bleibt bei Raumtemperatur stehen. Fertig fermentiert riecht der Inhalt säuerlich und nicht faulig.

Wie kommt Bokashi an die Pflanze?

Frisches Bokashi ist sauer und noch nicht zersetzt, in den Zitruskübel gebe ich es deshalb nicht direkt. In einem dokumentierten Hochschulverfahren werden Küchenreste zuerst als Bokashi fermentiert und anschließend in geführten Mieten kompostiert. Ich halte es genauso: Mein Bokashi wandert auf den Kompost und kommt erst als reifer Kompost an die Pflanzen. Für den Zitruskübel gelten dann die Grenzen, die für jeden Kompost gelten.

Was ist mit Wurmkompost?

Wurmkompost entsteht, wenn Kompostwürmer organische Abfälle umsetzen. Ich verwende ihn wie reifen Kompost und harke ihn im Beet oberflächennah ein, statt ihn tief zu vergraben. Im Zitruskübel behandle ich ihn mit derselben Vorsicht wie jeden anderen Kompost.

Wofür sind Gesteinsmehl, Algenkalk und Algenextrakte gut?

Was leistet Gesteinsmehl?

Gesteinsmehle sind fein gemahlene Gesteine, zum Beispiel Basaltmehl oder Urgesteinsmehl. Mineralstoffe und Spurenelemente geben sie nur langsam ab. Bentonit ist ein Tonmineral und wird eingesetzt, damit ein Substrat Wasser besser hält. Ich streue Gesteinsmehl nach Packungsangabe auf das feuchte Substrat und harke es flach ein. Stickstoff, Phosphor und Kalium liefern bei mir andere Dünger, Gesteinsmehl ist die Ergänzung.

Warum ist Algenkalk im Zitruskübel heikel?

Algenkalk liefert Calcium. Calcium ist ein Bestandteil der Zellwände und wird für Zellteilung und Zellstreckung benötigt. Algenkalk ist aber ein Kalk und hebt den pH-Wert, während Zitruspflanzen einen niedrigen pH-Wert benötigen; routinemäßig gehört er deshalb nicht in den Zitruskübel. Ich kalke erst, wenn eine Messung es nahelegt.

Wie das geht, steht im Ratgeber dazu, wie du den pH-Wert bei Zitruspflanzen misst und einstellst. Die Grundlagen für alle Obstgehölze findest du im Ratgeber zu Obst und Obstgehölzen im Abschnitt zu Standort und Boden. Bei anderen Mediterranpflanzen wie der Olive, die ein durchlässiges Substrat benötigt, prüfst du den Anspruch der jeweiligen Art, bevor du kalkst.

Was sind Algenextrakte?

Algenextrakte sind etwas anderes als Algenkalk. Die Extrakte werden zu den nichtmikrobiellen Biostimulanzien gerechnet und unterscheiden sich damit von Präparaten mit lebenden Mikroorganismen. Angeboten werden sie zum Gießen und als Blattdünger, die Dosierung steht auf dem Produkt. Blattdüngung kann vorübergehende Engpässe bei Spurenelementen überbrücken, wenn die Aufnahme aus dem Boden eingeschränkt ist. Ungünstige Bodenbedingungen korrigiert sie nicht.

Mini-Checkliste

Blattdünger fein verteilen. Nicht auf bereits nasse Blätter oder Früchte spritzen. Im Obstbau gelten Temperaturen unter 20 °C bei hoher Luftfeuchte als günstig. Oberhalb von 25 °C werden keine Blattdünger ausgebracht. Calciumhaltige Blattdünger nicht mit phosphat- oder sulfathaltigen mischen.

Helfen Mykorrhiza, Effektive Mikroorganismen und Bakterienpräparate?

Mykorrhiza-Pilze

Arbuskuläre Mykorrhizapilze verbinden sich mit Pflanzenwurzeln. Die Pilze können Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen und der verbundenen Pflanze zur Verfügung stellen. Ich gebe ein Mykorrhiza-Präparat beim Umtopfen direkt an den Wurzelballen und richte mich nach der Packungsangabe. Eine Düngung ersetzt es bei mir nicht.

Effektive Mikroorganismen

Effektive Mikroorganismen, kurz EM, sind Mischungen aus Bakterien, Hefen und Pilzen. Den Mischungen wird nachgesagt, den Abbau organischer Substanz zu fördern und Nährstoffe verfügbar zu machen.

Mythos-Check

EM gelten oft als sichere Hilfe für das Bodenleben im Topf. In untersuchten Gemüsebauversuchen ließ sich ihre Wirksamkeit wissenschaftlich nicht nachweisen.

Wer das Bodenleben fördern will, hat mit reifem Kompost eine Alternative. Gut gereifter Kompost kann den Boden mit Trichoderma-Arten anreichern, die bestimmten bodengebundenen Krankheitserregern entgegenwirken.

Bakterienpräparate

Angeboten werden auch Präparate mit Bakterien, die Stickstoff binden oder Phosphor und Kalium freisetzen sollen. Bei Stickstoff lohnt ein genauer Blick. Knöllchenbakterien gehen ihre stickstoffbindende Symbiose nur mit jeweils passenden Leguminosenarten ein, also etwa mit Lupinen im Beet und nicht mit einem Zitrusbaum. Ich mische verschiedene Präparate nicht und erwarte von keinem, dass es Dünger ersetzt.

Wie dosiere ich Naturdünger?

Bei Kübelpflanzen richtet sich die Düngermenge nach der Dosierungsanweisung des konkreten Produkts. Das gilt für Hornspäne ebenso wie für Guano, Gesteinsmehl und Algenextrakt. Dazu kommen diese Regeln, an die ich mich halte:

  • Aufteilen: Aufgeteilte Düngergaben helfen, eine Überversorgung zu vermeiden.
  • Auf feuchtes Substrat: Dünger kommt auf feuchten Boden und nicht auf feuchte Blätter.
  • Pause nach dem Umtopfen: In bereits vorgedüngter Erde brauchen Kübelpflanzen gewöhnlich 4–6 Wochen keine zusätzliche Düngung.

Ist doch zu viel Dünger im Topf gelandet, kann der Kübelballen langsam mit Wasser durchspült werden. Das setzt voraus, dass das überschüssige Wasser ungehindert ablaufen kann. Ein Kübel für Obstgehölze braucht ein offenes Wasserabzugsloch im Boden, und dieses Loch ist damit auch die Voraussetzung dafür, dass du einen Düngefehler ausspülen kannst.

Im Beet kommt ein weiterer Grund dazu, genau zu dosieren: Überschüsse an Nitratstickstoff, Kalium und Magnesium können aus Gartenböden in das Grundwasser ausgewaschen werden.

Mulch, Termine und Mangelbilder: Was gehört noch zur Düngung?

Mulch: Dünne Schichten organischen Mulchs halten die Bodenfeuchte länger und verringern die Wasserkonkurrenz durch Beikräuter. Für die Düngung zählt ein Punkt besonders: Frische Holzhäcksel können beim Zersetzen Stickstoff entziehen, der den Pflanzen sonst zur Verfügung stünde, und gehören deshalb nicht auf die Baumscheibe junger Obstgehölze. Materialien und Schichtdicken findest du im Ratgeber zu Obst und Obstgehölzen im Abschnitt zur Pflege im Jahreslauf mit Baumscheibe, Mulch und Fruchtbehang.

Termine: Der Rhythmus aus der Hauptwachstumszeit gilt nicht das ganze Jahr, denn bei Obstgehölzen im Kübel wird die Düngung ab August eingestellt. Den ganzen Jahreslauf beschreibt der Ratgeber dazu, wie du Zitrus- und Mediterranpflanzen durch das Jahr düngst. Die Düngetermine für Obstgehölze im Garten stehen im Ratgeber zu Obst und Obstgehölzen im Abschnitt zum Düngen.

Mangelbilder: Verfärbte Blätter zeigen dir, dass etwas nicht stimmt, aber noch nicht, was. Ein fehlender Nährstoff kann die Ursache sein, ein unpassender pH-Wert ebenso. Wie du prüfst, bevor du handelst, steht im Ratgeber zu Obst und Obstgehölzen im Abschnitt zu Nährstoffmangel und Überdüngung.

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Häufige Fragen

Welche natürlichen Düngemethoden eignen sich für Zitrus- und Mediterranpflanzen?
Als Stickstoffquelle eignen sich Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl, die typischerweise 10–14 % Stickstoff enthalten. Flüssig düngst du mit verdünnter Pflanzenjauche oder Komposttee an die Wurzel. Kompost hat im Zitruskübel Grenzen: Kompostreiche Kübelsubstrate können hohe pH-, Phosphor-, Kalium- und Salzgehalte aufweisen, während Zitruspflanzen einen niedrigen pH-Wert benötigen. Gründüngung passt nur zu ausgepflanzten Mediterranpflanzen im Beet.
Wie unterscheidet sich natürliche Düngung von synthetischen Düngemitteln bei Zitruspflanzen?
Organische Dünger müssen erst umgesetzt werden, und das hängt vom Wetter ab: Bei Frost, Trockenheit oder Staunässe setzen sie keine oder nur wenige Nährstoffe frei, feuchtwarme Witterung kann dagegen starke Nährstoffschübe auslösen. Ummantelte mineralische Depotdünger geben ihre Nährstoffe durch eine Hüllschicht schrittweise ab. Vor Überdüngung schützt die natürliche Herkunft nicht, denn auch organische Dünger können im Hausgarten eine schädliche Überversorgung verursachen.
Worin unterscheiden sich Brennnesseljauche und Beinwelljauche in der Anwendung?
Angesetzt, gereift und verdünnt werden beide gleich: Zur allgemeinen Wurzeldüngung im Garten wird fertige Pflanzenjauche üblicherweise im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt. Der Unterschied liegt in dem, was den Pflanzen nachgesagt wird: Brennnesseljauche gilt als stickstoffbetont, Beinwelljauche als kaliumreich. Deshalb wird Brennnesseljauche eher zum Austrieb gegossen und Beinwelljauche zur Blüte und Fruchtbildung. Gegossen wird in beiden Fällen bodennah auf feuchtes Substrat und nicht über die Blätter.
Was sind die Unterschiede zwischen Kompost und Bokashi bei der Mediterranpflanzendüngung?
Kompost verrottet mit Luft, und für seine Reife werden je nach Material und Verfahren 4–9 Monate bis ungefähr 12 Monate genannt. Bokashi wird unter Luftabschluss fermentiert und ist danach sauer und noch nicht zersetzt. In einem dokumentierten Hochschulverfahren werden Küchenreste zuerst als Bokashi fermentiert und anschließend in geführten Mieten kompostiert. Bokashi ist also eine Vorstufe, die über den Kompost an die Pflanze kommt.
Wie stelle ich selbst Komposttee für meine Topfpflanzen her?
Fülle reifen Kompost in ein Stoffsäckchen und hänge es wie einen Teebeutel in einen Eimer mit Wasser. Rühre zwischendurch um und nimm das Säckchen heraus, wenn das Wasser bräunlich geworden ist und erdig riecht. Gieße den Tee bodennah auf feuchtes Substrat und nicht über die Blätter. Ob dein Kompost reif genug ist, zeigt ein vergleichender Kressetest: Schlechteres Wachstum oder gelbe bis braune Pflänzchen nach etwa 5 Tagen deuten auf unzureichende Reife hin.
Stimmt es, dass mehr Dünger automatisch zu besseren Erträgen führt?
Nein. Eine übermäßige Stickstoffversorgung fördert bei Obstgehölzen die Triebe zulasten der Blüten- und Fruchtbildung. Das gilt auch für Naturdünger, denn organische Dünger können im Hausgarten ebenfalls eine schädliche Überversorgung verursachen. Aufgeteilte Düngergaben helfen, das zu vermeiden.
Wie funktioniert die Symbiose zwischen Mykorrhiza-Pilzen und Zitruspflanzen?
Arbuskuläre Mykorrhizapilze verbinden sich mit den Wurzeln einer Pflanze. Die Pilze können Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen und der verbundenen Pflanze zur Verfügung stellen. Präparate werden beim Pflanzen oder Umtopfen direkt an die Wurzeln gegeben, eine Düngung ersetzen sie nicht.
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