Spurenelemente statt Vitamine: Eisen, Mangan, Zink und Bor für Zitrus- und Mediterranpflanzen
- Eisen, Mangan, Zink und Bor sind Spurennährstoffe, Calcium und Magnesium zählen zu den Hauptnährstoffen.
- Vitamin C ist kein Dünger: Gedüngt wird mit Hauptnährstoffen und den notwendigen Spurennährstoffen.
- Der empfohlene Substrat-pH für Zitruspflanzen im Kübel liegt bei 5,5–6,5.
- Eisenchelate wählst du nach dem pH-Wert: EDTA für den sauren Bereich unter pH 6, EDDHA für neutral bis alkalisch bis pH 10.
- Blattdüngung kann vorübergehende Engpässe bei Spurenelementen überbrücken, die Korrektur ungünstiger Bodenbedingungen ersetzt sie nicht.
- Bor nicht auf Verdacht geben: Eine vorbeugende Zusatzgabe kann Schäden verursachen.
Die jungen Blätter deiner Zitrone hellen auf, nur die Adern bleiben grün, und du fragst dich, ob der Pflanze Vitamine fehlen. Hinter diesem Bild können gleich mehrere SpurenelementeSpurenelemente sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in kleinen Mengen brauchen, ohne die sie aber nicht normal wachsen: Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor, Molybdän und Chlor. Man nennt sie auch Spurennährstoffe oder Mikronährstoffe. stecken, und bei einem davon kann eine Gabe auf Verdacht schaden. Ich messe bei meinen Zitruskübeln deshalb zuerst den pH-Wert des Substrats und lese das Etikett meines Düngers, bevor ich ein Präparat kaufe.
Pflanzen mit Vitamin C düngen: Geht das?
Dünger liefert Nährstoffe, keine Vitamine. Was eine Kübelpflanze über den Dünger bekommt, sind Hauptnährstoffe und die notwendigen Spurennährstoffe; beides bringt ein vollständiger Kübelpflanzendünger mit. Vitamin C gehört in keine der beiden Gruppen. Eine Vitamin-C-Gabe im Gießwasser ersetzt keinen Dünger.
Der Vergleich mit Vitaminen passt nur bei der Menge: Spurenelemente braucht die Pflanze in Spuren, ohne sie kommt sie aber nicht aus. Wer nach Vitaminen für die Zitrone sucht, sucht in der Sache also nach Spurenelementen: Eisen, Mangan, Zink und Bor.
Welche Spurenelemente brauchen Zitrus- und Mediterranpflanzen?
Es geht um vier SpurennährstoffeSpurennährstoffe sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in geringen Mengen aufnehmen, auf die sie aber trotzdem angewiesen sind. Dazu zählen etwa Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor und Molybdän.: Eisen, Mangan, Zink und Bor. Die ersten drei unterstützen den Aufbau von ChlorophyllChlorophyll, auch Blattgrün genannt, ist der grüne Farbstoff in den Blättern. Im Sommer überdeckt es gelbe und rötliche Blattfarbstoffe; wird es im Herbst abgebaut, verfärbt sich das Laub. und Eiweiß, dazu weitere Stoffwechselvorgänge. Bor ist ein Sonderfall, weil zwischen ausreichender Versorgung und schädlichem Überschuss bei ihm besonders wenig liegt.
Calcium und Magnesium gehören nicht dazu, denn beide zählen zu den HauptnährstoffenHauptnährstoffe sind die Nährstoffe, die Pflanzen in größeren Mengen brauchen: Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium und Schwefel. Beim Düngen im Garten stehen Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium im Vordergrund.. Calcium ist Bestandteil der Zellwände, und Magnesium brauchen Kübelpflanzen für die PhotosynthesePhotosynthese ist der Vorgang, bei dem grüne Pflanzen mithilfe von Sonnenlicht aus Wasser und Kohlenstoffdioxid Zucker und Stärke herstellen. Als Nebenprodukt entsteht Sauerstoff, den sie an die Luft abgeben. und die Bildung von Blattgrün. Mehr dazu steht im Ratgeber darüber, wie du Zitruspflanzen mit Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium und Calcium versorgst.
| Spurenelement | Aufgabe | Möglicher Hinweis am Zitrusblatt | Was daraus folgt |
|---|---|---|---|
| Eisen | unterstützt den Aufbau von Chlorophyll und Eiweiß | junges Laub hellt zwischen zunächst grün bleibenden Adern auf | Eisenchelat nach dem pH-Wert wählen |
| Mangan | unterstützt den Aufbau von Chlorophyll und Eiweiß | dunkelgrüne Bänder entlang der Hauptadern, dazwischen hellere Flächen | mit dem Auge nicht immer von Eisenmangel zu trennen |
| Zink | unterstützt den Aufbau von Chlorophyll und Eiweiß | gelbe Blätter mit grünen Adern | Etikett des Düngers prüfen, bevor du ergänzt |
| Bor | Spurennährstoff mit wenig Spielraum nach oben | verkorkte Blattadern | keine vorbeugende Zusatzgabe |
Die Blattbilder sind Hinweise, keine Diagnosen, und drei der vier Beschreibungen ähneln sich. Wie du sie auseinanderhältst, zeigt der Ratgeber dazu, woran du Nährstoffmängel bei Zitrus- und Mediterranpflanzen erkennst.
Was leisten Eisen, Mangan, Zink und Bor im Einzelnen?
Eisen: zuerst am jungen Laub zu sehen
Eisen unterstützt den Aufbau von Chlorophyll, also des Blattgrüns. Bei Zitruspflanzen zeigt sich Eisenmangel zuerst am jungen Laub: Die Fläche zwischen den Adern hellt auf, die Adern selbst bleiben zunächst grün. Ich sehe mir deshalb zuerst die jüngsten Blätter an der Triebspitze an und vergleiche sie mit dem älteren Laub. Hellen zuerst ältere Blätter samt ihren Adern gleichmäßig auf, kann das eher auf Stickstoffmangel hindeuten.
Eisen kann der Pflanze fehlen, obwohl du düngst. Bei Staunässe fehlt den Wurzeln Sauerstoff, sodass Fäulnis einsetzen und die Nährstoffaufnahme stoppen kann. Prüfe bei hellem Laub deshalb erst, ob der Ballen nass steht und das Wasser unten abläuft.
Mangan: dem Eisenmangel zum Verwechseln ähnlich
Mangan unterstützt wie Eisen den Aufbau von Chlorophyll und Eiweiß. ManganmangelManganmangel ist eine Unterversorgung der Pflanze mit dem Spurenelement Mangan. Er zeigt sich zuerst an jüngeren Blättern, etwa als abgestorbene Punkte oder Streifen, und entsteht oft, weil Mangan bei hohem pH-Wert oder Trockenheit für die Wurzeln nicht verfügbar ist. kann bei Zitrusblättern dunkelgrüne Bänder entlang der Hauptadern verursachen, während die Flächen dazwischen heller sind. An jungen Blättern, die zwischen grünen Adern vergilbt sind, lassen sich Eisen- und Manganmangel mit dem Auge nicht immer unterscheiden.
Die beiden Mängel sehen sich ähnlich, und ein vollständiger Kübelpflanzendünger bringt die notwendigen Spurennährstoffe gemeinsam mit. Ein reines Eisenpräparat nach Augenschein kann deshalb genau den Nährstoff auslassen, der fehlt.
Zink: gelbe Blätter, grüne Adern
Zink unterstützt ebenfalls den Aufbau von Chlorophyll und Eiweiß. Fehlt es, können Zitrusblätter gelb werden, während die Adern grün bleiben. Auch dieses Bild ähnelt dem beim Eisen, deshalb entscheide ich nicht nach dem Blatt allein. Ich lese zuerst nach, ob mein Dünger Zink ausweist.
Lies auf dem Etikett nach, welche Spurennährstoffe dein Dünger ausweist und in welcher Form das Eisen enthalten ist. Diese beiden Angaben brauchst du, bevor du ein Zusatzpräparat kaufst.
Bor: genug liegt nah an zu viel
Bei Bor liegen ausreichende Versorgung und schädlicher Überschuss besonders nah beieinander. Auf Bormangel können bei Zitruspflanzen verkorkte Blattadern hinweisen, ein einzelnes auffälliges Blatt ist aber noch kein Anlass für ein Präparat. Ein vollständiger Kübelpflanzendünger enthält die notwendigen Spurennährstoffe bereits, und bei Bor ist der Spielraum nach oben klein. Ein Borpräparat zusätzlich zum vollständigen Dünger ist deshalb die Ergänzung, bei der du am ehesten zu viel gibst.
Gib Bor nicht auf Verdacht. Eine vorbeugende Zusatzgabe kann Schäden verursachen.
Wie versorgst du die Pflanzen gezielt mit Spurenelementen?
Ich gehe in fester Reihenfolge vor: erst der vollständige Dünger, dann die pH-Messung, dann das passende Eisenchelat. Blattdünger nehme ich nur zur Überbrückung.
Die Basis: ein vollständiger Dünger
Die Versorgung beginnt beim vollständigen Kübelpflanzendünger, weil er Hauptnährstoffe und die notwendigen Spurennährstoffe zusammen liefert. Auch bei einem Spezialdünger für Zitrus liest du am Etikett ab, welche Spurennährstoffe er enthält. Die Menge richtet sich nach der Dosierungsanweisung des Produkts, und die Düngerlösung gibst du nur auf bereits feuchtes Substrat. Von März bis Oktober, in ihrer Wachstumsphase, sind Zitruspflanzen auf regelmäßige Nährstoffversorgung angewiesen.
Organische Dünger wirken verzögert, weil Mikroben sie erst abbauen müssen, bevor die Nährstoffe pflanzenverfügbar sind. Kompost passt zudem nicht ohne Weiteres in den Zitruskübel. Substrate mit viel Kompost können hohe pH-Werte und hohe Phosphor-, Kalium- und Salzgehalte mitbringen, Zitruspflanzen benötigen aber einen niedrigen pH-Wert. Welcher Dünger wann im Jahr passt, zeigt der Ratgeber dazu, wie du Zitrus- und Mediterranpflanzen im Jahreslauf düngst.
Ich notiere für jeden Kübel, welches Spurenelement-Präparat ich wann gegeben habe. Vor der nächsten Gabe lese ich nach, denn Vorräte im Substrat und Einträge über das Gießwasser werden auf die Düngung angerechnet.
Eisenchelate: EDTA oder EDDHA?
In einem Chelat ist das Spurenelement an einen organischen Träger gebunden. EDTA und EDDHA sind zwei solche Träger für Eisen, und jeder ist einem pH-Bereich zugeordnet.
Welches Eisenchelat passt, hängt vom pH-Wert deines Substrats ab.
| Eisenchelat | Zugeordneter pH-Bereich |
|---|---|
| EDTA | saurer Bereich unter pH 6 |
| EDDHA | neutraler bis alkalischer Bereich bis pH 10 |
Der empfohlene Substrat-pH für Zitruspflanzen im Kübel liegt bei 5,5–6,5. Das obere Ende dieser Spanne liegt über der Grenze, bis zu der EDTA zugeordnet ist. Ob ein EDTA-Chelat zu deinem Kübel passt, zeigt deshalb erst die Messung. Die Zuordnung gilt für Eisenchelate, für Mangan- oder Zinkpräparate leite ich daraus nichts ab. Auch beim Chelat hältst du dich an die Dosierungsanweisung des Produkts.
Enthält dein Gießwasser Hydrogencarbonat, kann der Substrat-pH steigen; wie stark, hängt von der Pufferung des Substrats ab. Als regelmäßige Pflegekontrolle ist bei Zitrus im Kübel eine pH-Kontrolle alle 2 Jahre vorgesehen. Die Grundlagen dazu stehen im Überblick über Standort, Humus und pH-Wert bei Obstgehölzen.
Blattdüngung: Überbrückung, kein Ersatz
Ist die Aufnahme aus dem Boden eingeschränkt, kann eine BlattdüngungBei der Blattdüngung werden Nährstoffe, meist Spurenelemente, direkt auf die Blätter gebracht und über das Blatt aufgenommen. Sie wirkt schnell, hält aber nur begrenzt an und überbrückt vor allem akute Versorgungsengpässe. vorübergehende Engpässe bei Spurenelementen überbrücken. Ungünstige Bodenbedingungen korrigiert sie nicht. Du spritzt also, um Zeit zu überbrücken, und gehst daneben die Ursache im Substrat an.
So bringst du Blattdünger aus:
- Spritze bei bedecktem Himmel oder am Abend, weil starke Sonne das Risiko von SalzschädenSalzschäden sind Schäden an Pflanzen durch zu viel Salz im Boden oder Substrat, etwa nach zu hohen Düngergaben oder durch Streusalz. Typisch sind Blätter, die vom Rand her braun werden, und ein gehemmtes Wachstum. erhöht.
- Prüfe, ob Blätter und Früchte trocken sind, denn auf bereits nasses Laub wird nicht gespritzt.
- Verteile den Blattdünger fein.
- Halte dich bei der Menge an die Dosierungsanweisung des Produkts.
Günstig für die Blattdüngung im Obstbau sind Temperaturen unter 20 °C bei hoher Luftfeuchte. Oberhalb von 25 °C spritzt du keinen Blattdünger.
Ich fasse vor dem Spritzen ins Laub und fühle nach, ob es wirklich trocken ist. Zum Spritzen nehme ich nur ein Präparat, das als Blattdünger ausgewiesen ist. Gießdüngerlösung, die versehentlich auf die Blätter gelangt, wäschst du bei Kübelpflanzen sofort ab. Mische außerdem keinen calciumhaltigen Blattdünger mit einem phosphat- oder sulfathaltigen.
Wann du besser nicht nachlegst
Zusätzliche Spurenelemente beheben nichts, wenn die Ursache woanders liegt. Kranke oder geschädigte Kübelpflanzen düngst du erst wieder, wenn sie sich erholt haben. Hast du in vorgedüngte Erde umgetopft, kommen Kübelpflanzen gewöhnlich 4–6 Wochen ohne zusätzlichen Dünger aus.
Überhöhte Düngesalzkonzentrationen können Wurzeln schädigen, und im Kübel ist das wegen des begrenzten Wurzelraums besonders problematisch. Bei Überdüngung spülst du das Substrat langsam mit Wasser durch, wobei das Wasser ungehindert ablaufen muss. Das Grundprinzip, erst prüfen und dann handeln, steht im Überblick zu Obstgehölzen im Abschnitt zu Nährstoffmangel und Überdüngung. Die Versorgung im Kübel insgesamt beschreibt der Ratgeber dazu, wie du Zitrus- und mediterrane Kübelpflanzen mit Nährstoffen versorgst.
Gilt das auch für Olive und andere Mediterranpflanzen?
Die Blattbilder und der pH-Bereich oben gelten für Zitruspflanzen. Auf Olive oder Oleander übertrage ich sie nicht ungeprüft.
Oliven im Kübel haben einen geringen Nährstoffbedarf, und ein vollständiger Kübelpflanzendünger bringt die notwendigen Spurennährstoffe schon mit. Ein zusätzliches Spurenelement-Präparat ist bei der Olive deshalb nicht der erste Schritt. Erst kommt der vollständige Dünger nach Dosierungsanweisung, dann die Beobachtung.
Auffällige Blätter können bei Oliven andere Gründe haben. Blattspitzenschäden, wie sie Kaliummangel verursacht, können bei Oliven auch von schlechter Drainage kommen, und Oliven benötigen ein durchlässiges Substrat. Ich prüfe bei meiner Olive deshalb zuerst den Wasserabzug. Auch die Blattdüngung hat Grenzen: Fehlt einer Olive Kalium, lässt sich das nicht immer über das Blatt beheben; gegebenenfalls braucht es eine längerfristige Korrektur der Bodenversorgung.

