Samen pflanzen für Anfänger: zehn Arten, die den Einstieg leicht machen
- Für den Einstieg eignen sich Arten, die du direkt säst und nicht pikieren musst, etwa Radieschen, Erbsen, Buschbohnen und Ringelblumen.
- Wer Radieschen Mitte März sät, erntet je nach Witterung Ende April bis Anfang Mai.
- Gartenkresse ist auf feuchtem Küchenpapier unter geeigneten Zimmerbedingungen nach etwa einer Woche erntereif.
- Buschbohnen säst du direkt, sobald der Boden etwa 10 °C erreicht hat.
- Basilikumsamen drückst du nur an und deckst sie nicht ab; im Freiland beginnt die Aussaat frühestens Mitte Mai.
- Samen und Hülsen grüner Gartenbohnen enthalten Phasin und dürfen nicht roh gegessen werden.
Wer mit der falschen Samentüte anfängt, wartet lange auf das erste Grün und weiß am Ende nicht, woran es lag. Paprika zum Beispiel keimt optimal bei 25 °C. Für die Freilandpflanzung im Mai wird er je nach Anzuchtbedingungen schon im Februar bis Anfang März vorgezogen. Gartenkresse dagegen ist auf feuchtem Küchenpapier unter geeigneten Zimmerbedingungen nach etwa einer Woche erntereif.
Ich rate für die erste Saison deshalb zu Arten, die du direkt säen kannst, deren Körner sich gut greifen lassen und die früh zeigen, ob Tiefe und Feuchte gestimmt haben. Zehn davon stelle ich dir vor, jeweils mit dem, was du brauchst, wenn du die Samen pflanzt: Tiefe, Abstand und Termin.
Woran erkennst du Samen, die sich für den Einstieg eignen?
Eine einsteigertaugliche Art erfüllt möglichst viele von drei Bedingungen. Sie lässt sich direkt ins Beet säen, ohne Anzuchtschale und PikierenPikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat.. Ihr Korn ist groß genug, um es einzeln zu legen, wie bei Erbsen, Bohnen oder Sonnenblumen. Außerdem braucht sie keine warme Fensterbank im Spätwinter.
Die dritte Bedingung hat einen praktischen Grund: Wer zu früh auf der Fensterbank sät, riskiert bei kurzen Tagen und Lichtmangel lange, dünne Triebe. Fehlen dir Licht und Wärme für die eigene Anzucht, können kräftige, gesunde Jungpflanzen vom Gärtner die eigene Anzucht von Tomaten und Paprika ersetzen.
Eine Garantie ist die Auswahl nicht, weil Witterung und Standort mitentscheiden. Säe deshalb mehrere Arten statt einer einzigen. Wer verschiedene Pflanzenarten im Garten hat, verringert das Risiko, dass bei Extremwetter alle gleichzeitig ausfallen.
Die zehn Arten im Überblick:
| Art | So kommt der Samen in die Erde | Termin und Besonderheit |
|---|---|---|
| Radieschen | in Reihen direkt ins Beet; Sorte ‘Cherry Belle’ 1 bis 2 cm tief | Mitte März gesät, je nach Witterung Ende April bis Anfang Mai erntereif |
| Salat | bei der Anzucht nur dünn mit Substrat abdecken | keimt optimal bei 15 bis 18 °C; über 20 °C kann die Keimung gehemmt sein |
| Mark- und Zuckererbsen | 4 bis 5 cm tief | großes Korn, einzeln legen |
| Buschbohnen | höchstens 2 bis 3 cm mit Erde bedecken | DirektsaatBei der Direktsaat säst du die Samen gleich an Ort und Stelle ins Beet, statt sie vorher im Haus vorzuziehen. Die Pflanzen keimen und wachsen dort, wo du sie später erntest. ab etwa 10 °C Bodentemperatur; spätester Termin Anfang bis Mitte Juli |
| Gartenkresse | auf feuchtes Küchenpapier streuen | im Zimmer unter geeigneten Bedingungen nach etwa einer Woche erntereif; im Freiland Anfang bis Mitte April |
| Basilikum | auf der Substratoberfläche andrücken, nicht abdecken | Freilandaussaat frühestens Mitte Mai |
| Petersilie | direkt ins Freiland | Anfang bis Mitte April; Keimdauer bei 10 bis 15 °C etwa 21 bis 28 Tage |
| Sonnenblume | 2 bis 3 cm tief | Termin nach Angabe auf der Tüte |
| Ringelblume | etwa 1,5 cm tief; BIO-Ringelblume von SPERLI: etwa 15 cm Pflanzabstand, 20 cm Reihenabstand | ‘Bunte Schnittmischung’: Direktsaat April bis Juni, Blüte Juni bis Oktober |
| Kapuzinerkresse | ein bis drei Samen je Anzuchttopf vorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus. | Pikieren entfällt |
Mit welchen Gemüsesamen fängst du an?
Radieschen: Hier übst du die Reihensaat
Radieschen sind meine erste Empfehlung, weil du an einer kurzen Reihe alle Handgriffe der Direktsaat übst: Rille ziehen, säen, bedecken, vereinzelnVereinzeln heißt, zu dicht aufgegangene Sämlinge in der Saatreihe auszudünnen, damit die übrigen Pflanzen genug Platz, Wasser und Nährstoffe haben. Manchmal ist auch das Pikieren gemeint, also das Umsetzen junger Sämlinge in einzelne Töpfe.. In Reihen lassen sich die Samen gezielt verteilen, und später kannst du zwischen den Pflanzen hacken.
Wer Radieschen Mitte März sät, erntet je nach Witterung Ende April bis Anfang Mai. Noch im Frühjahr erfährst du also, ob Tiefe und Abstand gepasst haben.
Radieschen im Beet stehen mit 15 cm Reihenabstand und 5 cm Abstand in der Reihe. Die Sorte ‘Cherry Belle’ wird 1 bis 2 cm tief gesät und nach dem AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. auf 3 bis 5 cm vereinzelt.
Ich lege die Körner einzeln in die Rille, statt sie aus der Tüte zu schütten, und drücke die Erde danach leicht an. Stehen die Sämlinge trotzdem zu dicht, ziehst du die überzähligen heraus.
Salat: einfach, solange der Boden nicht zu warm ist
Salatsamen deckst du bei der Anzucht nur dünn mit Substrat ab. Empfindlich reagiert Salat auf Wärme, denn er keimt optimal bei 15 bis 18 °C. Über 20 °C kann die Keimung gehemmt sein.
Säst du Salat direkt, ist das Beet außerdem etwa drei bis vier Wochen länger belegt als mit gepflanztem Salat. Im Sommer spricht deshalb beides fürs Vorziehen an einem kühleren Platz. Die Saat findet eher ihre KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht., und das Beet bleibt länger für anderes frei.
Für den Einstieg nehme ich Pflücksalat, bei dem du die äußeren Blätter erntest und das Herz stehen lässt. Wer im Sommer Kopfsalat anbauen will, greift zu einer hitzeverträglichen, schossfesten Sorte wie ‘Kagraner Sommer 2’.
Salat im Hochsommer in warmen Boden säen und bei kahler Reihe das Saatgut verdächtigen. Bei Salaten können hohe Bodentemperaturen die Keimung verhindern oder unterbrechen.
Erbsen und Buschbohnen: große Körner, verschiedene Tiefen
Erbsen und Bohnen greifst du Korn für Korn, das macht die erste Saat einfach. In der Tiefe unterscheiden sie sich. Mark- und Zuckererbsen kommen 4 bis 5 cm tief in die Erde. Buschbohnen bedeckst du höchstens 2 bis 3 cm. Wer beide nach demselben Maß legt, liegt also bei einer Art daneben.
Buschbohnen säst du direkt, sobald der Boden etwa 10 °C erreicht hat. Ich messe das vor der Saat mit dem Bodenthermometer in der Rille. Das Warten hat einen zweiten Grund: Bei anhaltend kühlem Wetter nimmt der Schaden durch Bohnenfliegen zu. In kühlen Frühjahren ziehe ich Bohnen deshalb im Topf vor. Das kann den Schaden verringern, und vorgezogene Bohnen sind auch weniger durch Schnecken gefährdet. Verlassen kannst du dich darauf nicht.
Hast du den Frühjahrstermin verpasst, bleibt Zeit: Als spätester Aussaattermin für Buschbohnen wird Anfang bis Mitte Juli genannt. Stangenbohnen legst du als Horst, also mit mehreren Samen an einer Saatstelle rund um die Stange.
Samen und Hülsen grüner Gartenbohnen enthalten Phasin und dürfen nicht roh gegessen werden. Sag das auch Kindern, bevor sie beim Pflücken naschen.
Welche Kräuter kannst du als Anfänger aus Samen ziehen?
Gartenkresse: schnelle Ernte von der Fensterbank
Gartenkresse braucht für den Anfang keine Erde. Die Samen streust du auf feuchtes Küchenpapier, und unter geeigneten Zimmerbedingungen ist sie nach etwa einer Woche erntereif. Das funktioniert, weil der Samen Nährstoffreserven für die erste Wachstumsphase mitbringt. Die Sorte ‘Einfache’ kannst du ganzjährig im Zimmer aussäen.
Ich halte das Küchenpapier gleichmäßig feucht, schneide das Grün knapp über dem Papier ab und wasche es vor dem Essen.
Im Freiland säst du Kresse schon Anfang bis Mitte April, also vor den EisheiligenDie Eisheiligen sind die Namenstage von fünf Heiligen vom 11. bis 15. Mai. Bauernregeln zufolge häufen sich dann späte Frostnächte, deshalb gelten sie im Garten als Merkdatum für die Spätfrostgefahr.. Nachsäen kannst du in mehreren Sätzen bis Anfang September.
Basilikum: andrücken statt bedecken
Basilikum weicht in zwei Punkten von den anderen Arten ab. Die Samen drückst du auf der Substratoberfläche an und deckst sie nicht mit Erde ab. Im Freiland beginnt die Aussaat frühestens Mitte Mai, bis dahin säe ich Basilikum in einen Topf am hellen Fenster.
Kresse und Petersilie können dagegen schon Anfang bis Mitte April ins Freiland. Ein Kräuterbeet säst du deshalb in zwei Etappen.
Petersilie: Langsam ist hier normal
Petersilie säst du im Freiland Anfang bis Mitte April. Danach brauchst du Geduld.
Petersilie keimt im SaatbeetDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. ab einer Mindestbodentemperatur von 6 °C. Bei 10 bis 15 °C dauert die Keimung etwa 21 bis 28 Tage. Die reguläre Mindestkeimfähigkeit nach der Saatgutverordnung liegt bei 65 % der reinen Körner.
Petersilie keimt also langsam, und nicht jedes Korn muss aufgehen. Eine Reihe, die länger kahl bleibt, ist deshalb noch kein Hinweis auf einen Fehler bei der Aussaat. Ich stecke an den Reihenanfang ein Etikett mit dem Saatdatum, damit ich nicht zu früh nachsäe.
Welche Blumen kannst du als Anfänger aus Samen ziehen?
Sonnenblume und Kapuzinerkresse: große Körner, einfache Saat
Sonnenblumenkerne legst du einzeln und 2 bis 3 cm tief. Den Termin entnimmst du der Tüte und gleichst ihn mit dem Wetter ab, weil sich Aussaattermine mit Witterung und regionalem Klima verschieben.
Kapuzinerkresse ziehst du mit ein bis drei Samen je Anzuchttopf vor. Pikieren musst du die Sämlinge dann nicht mehr. Beide Arten eignen sich gut für die Aussaat mit Kindern, weil auch kleine Hände die Körner einzeln fassen.
Ringelblume: direkt ins Beet, Blüte im selben Jahr
Ringelblumen sind einjährige Sommerblumen. Du säst sie im Frühjahr, und sie blühen noch in derselben Saison. Die ‘Bunte Schnittmischung’ zum Beispiel wird von April bis Juni direkt gesät und blüht von Juni bis Oktober. Die Samen kommen etwa 1,5 cm tief in die Erde.
Ringelblume und Studentenblume sind nicht dieselbe Pflanze. Die Ringelblume ist eine Calendula, die Studentenblume eine Tagetes. Beim Säen zeigt sich der Unterschied: Die Tagetes ‘Bonita Mischung’ wird nur dünn mit Erde bedeckt, etwa 0 bis 0,5 cm tief, und kommt vorgezogen nicht vor Mitte Mai ins Freiland.
Samen pflanzen: Wie kommt die Saat richtig in die Erde?
Säe erst direkt ins Beet, wenn die Erde abgetrocknet ist und nicht mehr schmiert. Harke das Beet feinkrümelig und unkrautfrei, drücke die Samen an den feuchten Grund der Rille und bedecke sie locker mit Erde. Die meisten Arten dieser Liste säst du so an Ort und Stelle. Wann Vorkultur und wann Direktsaat die bessere Wahl ist, erklärt unser Ratgeber zu Aussaat und Anzucht.
Als Orientierung bedeckst du Samen höchstens mit ihrer dreifachen Stärke mit Erde. Artspezifische Ausnahmen wie Basilikum stehen auf der Tüte. Feines Saatgut mischst du mit Sand, damit du weniger dicht säst.
In Topf und Schale bleibt die Erde gleichmäßig feucht und nie nass; prüfe sie vor dem Gießen mit dem Finger. Nach dem Auflaufen schaust du regelmäßig nach den Reihen, weil Sichtkontrollen helfen, Krankheiten und Schädlinge früh zu erkennen. Was Keimbedingungen, Gießen sowie Krankheiten und Schädlinge im Einzelnen verlangen, führen die gleichnamigen Abschnitte desselben Ratgebers aus.
Saatband und Balkonkasten: Was erleichtert dir den Start?
Im Saatband liegen die Körner schon im richtigen Abstand, das Vereinzeln zu dicht stehender Sämlinge entfällt. Dafür muss das Band während der Keimung durchgehend feucht bleiben, weil keimende Pflanzen absterben können, wenn das Vlies austrocknet. Das Band nimmt dir also das Vereinzeln ab, aber nicht das Gießen.
Mit geeigneten Saatbändern säst du Radieschen, Pflücksalat und Kräuter auch im Balkonkasten. Jedes Gefäß braucht einen Wasserablauf, und austretendes Wasser fängst du mit einem Untersetzer auf. Mehr zu beiden Themen steht in den Abschnitten Saatbänder und Gefäße des Ratgebers.
Wie planst du dein erstes Beet und das erste Jahr?
Verteile zuerst die Hauptkulturen auf das Beet und ergänze dann, was davor und danach passt. Dafür kannst du im Beetplaner dein erstes Beet am Bildschirm einteilen.
Im Jahreslauf beginnen Kresse und Petersilie, die Anfang bis Mitte April ins Freiland kommen. Basilikum folgt im Freiland frühestens Mitte Mai, Buschbohnen folgen, sobald der Boden etwa 10 °C hat. Für den Herbst säst du Feldsalat von Ende Juli bis spätestens Mitte September. Den vollständigen Überblick gibt der Abschnitt Aussaattermin und Aussaatkalender im Ratgeber.
Bemiss den Platz nach der endgültigen Größe jeder Kultur; welche Arten als Nachbarn zusammenpassen, schlägst du im Mischkultur-Werkzeug nach. Erwarte davon Unterstützung und keine Garantie, denn Möhren und Zwiebeln etwa bieten einander keinen verlässlich wirksamen Schutz vor ihren Gemüsefliegen. Notiere dir außerdem, was wo gestanden hat: Nach lange stehenden Kulturen wie Petersilie oder Stangenbohnen wird vor verwandten Kulturen eine Anbaupause von 3 Jahren eingehalten.
Zur Frühjahrsvorbereitung können Gemüsebeete etwa 3 l Kompost je m² bekommen, wenn die Bodenuntersuchung das erlaubt. Mehr ist nicht besser, denn auch organische Dünger können bei übermäßiger Gabe Pflanzen und Umwelt schaden. Einzelheiten stehen in den Abschnitten Fruchtfolge und Mischkultur sowie Düngen des Ratgebers.
Was machst du mit angebrochenen Tüten?
Angebrochene Tüten lagerst du kühl und trocken, damit das Saatgut keimfähig bleibt. Heb die Tüte samt Partienummer auf, denn das erleichtert bei Qualitätsproblemen die Zuordnung zur gekauften Partie. Ob ältere Reste noch ausreichend keimen, zeigt eine Probeaussaat mit genau abgezählten Samen; das Vorgehen beschreibt der Abschnitt Saatgut im Ratgeber.
Ich schreibe mir nach jeder Saison auf, welche Sorten gut gekeimt und sich zügig entwickelt haben. Mit diesen Notizen plane ich das nächste Jahr.

