Gemüse vorziehen: Welche Arten sich eignen und wann du jede aussäst
- Zum Vorziehen eignen sich Tomaten, Paprika, Chili, Auberginen, Gurken, Zucchini, Kürbis, Kohlarten, Salate, Gemüsezwiebeln und Porree.
- Paprika ziehst du für die Pflanzung im Mai etwa zwischen Februar und Anfang März vor, Tomaten säst du auf der Fensterbank Mitte bis Ende März.
- Gurken reichen 2 bis 3 Wochen Vorkultur, Zucchini und Kürbis säst du etwa 4 Wochen vor dem Auspflanzen.
- Paprika und Chili keimen optimal bei 25 °C, Salat dagegen bei 15 bis 18 °C.
- Gurken, Zucchini und Kürbis säst du einzeln in Töpfe und pikierst sie nicht.
- Für frostempfindliches Fruchtgemüse ist Mitte Mai ein Richtwert zum Auspflanzen, maßgeblich bleiben erwärmter Boden und anhaltend milde Witterung.
Wer Paprika und Gurken am selben Tag aussät, hat bei einer der beiden Arten den Termin verfehlt. Paprika braucht eine längere Anzuchtphase als Tomaten, Kürbisse, Zucchini und Gurken, während Gurken schon 2 bis 3 Wochen bis zur Pflanzung reichen. Ich sortiere meine Saattüten deshalb im Winter nach Aussaatmonat, bevor ich die erste Schale fülle.
Hier liest du, welche Arten sich zum Vorziehen eignen, wann jede an der Reihe ist und was sie bis zum Auspflanzen braucht.
Welche Gemüsearten eignen sich zum Vorziehen?
Zum Vorziehen eignen sich vor allem vier Gruppen:
- Fruchtgemüse: Tomaten, Paprika, Chili und Auberginen
- KürbisgewächseKürbisgewächse (Cucurbitaceae) sind eine Pflanzenfamilie, aus der vor allem Gurken, Melonen, Wassermelonen und Kürbisse samt Zucchini angebaut werden. Typisch sind frostempfindliche, meist rankende Arten, die männliche und weibliche Blüten getrennt an derselben Pflanze tragen.: Gurken, Zucchini und Kürbisse
- Kohl und Salat: Kohlrabi, Blumenkohl, Frühkohl, Grünkohl und Kopfsalat
- Zwiebelgewächse: Gemüsezwiebeln und Porree
Dazu kommen Bohnen, die im Haus einen Vorsprung bekommen. Zuckermais wird normalerweise direkt gesät, lässt sich zur Ernteverfrühung aber ebenfalls als Jungpflanze vorziehen. Möhren, Pastinaken und Schwarzwurzeln eignen sich dagegen für die direkte Aussaat ins Beet.
Vorziehen spart Beetzeit, denn direkt gesäter Salat belegt das Beet etwa drei bis vier Wochen länger als gepflanzter. Bei Tomaten ermöglicht die eigene Anzucht außerdem meist eine größere Sortenauswahl als der Kauf fertiger Jungpflanzen. Die Grundlagen dazu, wann Vorkultur und wann Direktsaat der passende Weg ist, stehen im Überblick zu Aussaat und Anzucht.
Fehlen dir geeignete Bedingungen für die Anzucht, können kräftige, gesunde Jungpflanzen vom Gärtner die eigene Vorkultur ersetzen. Die Abwägung je Gemüseart findest du im Ratgeber, wann sich Samen und wann sich Setzlinge lohnen.
Wann säe ich welche Art? Die Vorzieh-Termine im Überblick
Die Tabelle ordnet die Arten grob nach ihrem Start im Jahr. Wo eine Dauer statt eines Monats steht, zählst du vom geplanten Pflanztermin zurück.
| Gemüseart | Aussaat zum Vorziehen | Rahmen |
|---|---|---|
| Kopfsalat | Ende Januar | erster Satz, in geeigneten Kulturräumen |
| Kohlrabi und Blumenkohl | Anfang Februar | erster Satz, in geeigneten hellen Kulturräumen |
| Chili | Februar | für kräftige Jungpflanzen im Mai |
| Paprika | etwa Februar bis Anfang März | für die Pflanzung im Mai |
| Aubergine ‘Falcon F1’ | Februar bis April | Angabe für diese Sorte |
| Porree ‘Blaugrüner Winter’ | Februar bis März | im Haus oder im Frühbeet |
| Gemüsezwiebeln | etwa 6 bis 8 Wochen vor der Pflanzung | vom Pflanztermin zurückzählen |
| Tomaten | Mitte bis Ende März | auf der Fensterbank |
| Bohnen | April | im Haus, Auspflanzen Mitte Mai |
| Zucchini und Kürbis | etwa 4 Wochen vor dem Auspflanzen | ein Samen je Topf |
| Gurken | 2 bis 3 Wochen vor der Pflanzung | einzeln im Topf, Hausgurken im Anzuchtbeispiel Ende April |
| Grünkohl | Ende Mai bis Mitte Juni | für die spätere Herbst- und Winterernte |
Daraus ergibt sich die Reihenfolge am Fenster: Zuerst kommen Salat, Kohl, Chili und Paprika, zuletzt die Kürbisgewächse mit ihrer kurzen Vorkultur.
Alle Termine sind Richtwerte, denn Aussaat- und Pflanztermine verschieben sich mit Witterung und regionalem Klima. Im WeinbauklimaWeinbauklima meint das Klima von Gegenden, in denen Wein angebaut wird, etwa in Veitshöchheim, im Unterschied zu kühleren Regionen. Die Artischocke zum Beispiel gedeiht dort besonders gut und kann früher ausgesät werden. kannst du früher beginnen, in klimatisch ungünstigen Lagen später. Wie du das für deinen Garten einschätzt, erklärt der Ratgeber, wie du den Aussaatzeitpunkt für deinen Standort bestimmst.
Bevor ich säe, verteile ich die Hauptkulturen auf die Beete und ergänze danach passende Vor- und NachkulturenEine Nachkultur ist Gemüse, das im Sommer auf einem frei gewordenen Beet gesät oder gepflanzt wird, nachdem die erste Kultur abgeerntet ist. Es wird noch vor den ersten Frösten reif oder bleibt über den Winter stehen.. Daran lese ich ab, wie viele Jungpflanzen ich je Art brauche. Im Beetplaner kannst du deine Beete für die Jungpflanzen einteilen.
Ich schreibe auf jedes Etikett Art, Sorte und Saatdatum. Im Gartentagebuch halte ich fest, welche Sorten gut keimen und sich zügig entwickeln, und plane damit die nächste Saison.
So ziehst du die einzelnen Arten vor
Tomaten
Tomaten säst du auf der Fensterbank Mitte bis Ende März aus. Die Samen kommen etwa 1 cm tief in die Erde. Zum Keimen stellst du die Schale warm, bei 22 bis 25 °C. Unter einer transparenten Abdeckung lüftest du täglich, um Schimmel vorzubeugen.
Pikiert wird, wenn die Sämlinge Blattpaare gebildet haben und erkennbar zulegen. Ich setze dann jede Pflanze einzeln und tiefer als zuvor in einen Topf von 8 bis 10 cm mit normaler Pflanzerde. Danach stehen die Jungpflanzen hell und kühler, bei 16 bis 18 °C.
Paprika und Chili
Paprika ziehst du für eine Pflanzung im Mai etwa zwischen Februar und Anfang März vor. Chili säst du für kräftige Jungpflanzen im Mai bereits im Februar. Noch frühere Termine setzen passende Licht- und Wärmebedingungen voraus.
Paprika und Chili keimen optimal bei 25 °C. In der Saatschale säst du etwa 0,5 cm tief, die Saatrillen liegen etwa 4 cm auseinander, die Körner in der Rille 2 cm. Nach der Keimung ziehst du die Jungpflanzen bei 18 bis 20 °C weiter.
Ich säe Paprika einzeln in Multitopfplatten. Wer so sät, kann das spätere Pikieren vermeiden. Aus der Saatschale vereinzelst du die Sämlinge, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblättchen zeigen.
Gieße die frische Saat vorsichtig mit einer feinen Brause an, damit die Samen nicht abgeschwemmt werden. Halte das Substrat danach feucht, aber nicht nass: Zu nasses Anzuchtsubstrat hemmt bei Paprika das Wurzelwachstum und begünstigt das Eindringen von Welkepilzen. Für die Keimlinge eignet sich ein helles Südfenster.
Auberginen
Auberginen starten im Haus, weil sie schon bei niedrigen Plusgraden im Wachstum stocken können. Die Sorte ‘Falcon F1’ wird von Februar bis April vorgezogen. Für Keimtemperatur und Saattiefe ist die Anleitung zu deinem Saatgut maßgeblich. Ich stelle meine Auberginen neben die Paprika ans hellste Fenster.
Gurken
Gurken brauchen wenig Vorlauf, für ihre Vorkultur reichen 2 bis 3 Wochen bis zur Pflanzung. Du säst sie gleich einzeln in Töpfe und pikierst sie nicht, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen. Als Anzuchtbeispiel unter geeigneten geschützten Bedingungen gilt für Hausgurken die Aussaat Ende April bei 25 °C Keimtemperatur.
Gurken reagieren empfindlich auf hohe Salzgehalte. Achte deshalb auf echte Aussaaterde, ihr Salzgehalt sollte unter 0,5 g/l liegen.
Haus- und Kastengurken pflanzt du Mitte Mai. Im April im Haus vorgezogene Gurken gehen dann mit einem Entwicklungsvorsprung ins Beet. Vorziehen kann außerdem Schneckenschäden mindern, verlassen solltest du dich darauf nicht.
Im Beet passen Dill, Porree, Sellerie, Erbsen und Bohnen als Mischkulturpartner zu Gurken. Solche Nachbarschaften unterstützen die Kultur, eine Garantie sind sie nicht. Welche Nachbarn zu deinen übrigen Jungpflanzen passen, schlägst du im Mischkultur-Werkzeug nach.
Zucchini und Kürbisse
Zucchini und Kürbis säst du etwa 4 Wochen vor dem Auspflanzen aus. Großsamige Kürbisgewächse haben empfindliche Wurzeln. Lege deshalb einen Samen je Topf, dann entfällt das spätere Pikieren.
Nimm für die Aussaat kein eigenes Saatgut von Zucchini und anderen Cucurbita-pepo-Kürbissen, wenn Zierkürbisse in der Nähe wachsen. Schmeckt eine Frucht bitter, spuckst du den Bissen sofort aus und entsorgst sie. Auch Erhitzen beseitigt die giftigen Bitterstoffe nicht zuverlässig.
Kohlrabi, Blumenkohl und weitere Kohlarten
Für den ersten Satz kannst du Kohlrabi und Blumenkohl Anfang Februar aussäen, wenn du einen geeigneten hellen Kulturraum hast. Nach dem Pikieren ziehst du Kohlrabi, Blumenkohl und Frühkohl bei 14 bis 16 °C weiter. Kälter sollten sie in der Anzucht nicht stehen, weil sonst vorzeitiges SchossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen. droht.
Grünkohl für die spätere Herbst- und Winterernte ziehst du von Ende Mai bis Mitte Juni vor. Im Beet deckst du Kohl direkt nach der Pflanzung mit einem Schutznetz gegen die Kleine KohlfliegeDie Kohlfliege (Kleine Kohlfliege) ist ein Schädling an Kohl, Rettich und Radieschen. Ihre weißlichen Maden sitzen im Wurzelbereich junger Kohlpflanzen, die dann welken; in Rettich und Radieschen verursachen sie Fraßgänge. ab. Lass das Netz möglichst über die gesamte Kulturdauer liegen.
Salate
Die Anzucht von Salat dauert je nach Jahreszeit etwa drei bis sechs Wochen. Für den ersten Satz beginnt die Kopfsalatanzucht Ende Januar, sofern ein geeigneter Kulturraum vorhanden ist. Die Samen deckst du nur dünn mit Substrat ab.
Salat keimt optimal bei 15 bis 18 °C. Über 20 °C kann eine Keimhemmung einsetzen.
Nach der Keimung zieht der erste Kopfsalatsatz bei 8 bis 12 °C weiter. Kohlrabi soll in der Anzucht dagegen nicht unter 14 bis 16 °C stehen. Beide passen nach dem Keimen also nicht an denselben Platz, auch wenn sie fast zeitgleich gesät werden.
Beim Pikieren musst du die Salatwurzeln nicht einkürzen. Gute Jungpflanzen erkennst du an einem gesunden Ballen, drei bis vier kompakten, kräftigen Blättern, intakten Keimblättern und weißen Wurzeln. Kopfsalat und Kohlrabi kannst du je nach Witterung etwa ab Anfang März ins ungeheizte Gewächshaus pflanzen. Für den Sommeranbau eignet sich der Kopfsalat ‘Kagraner Sommer 2’, der hitzeverträglich und schossfest ist.
Zwiebeln und Lauch
Bei Gemüsezwiebeln beginnt die Vorkultur etwa sechs bis acht Wochen vor der Pflanzung. Porree der Sorte ‘Blaugrüner Winter’ säst du im Februar bis März im Haus oder im Frühbeet aus. Im Saatbeet brauchen Porree und Zwiebeln zum Keimen Mindestbodentemperaturen von 8 bis 10 °C. Mit der Aussaat im Haus musst du auf diese Bodenwärme nicht warten.
Welche Sorte passt zur eigenen Anzucht?
Bei der Sortenwahl zählen Gesundheit, Geschmack und Ertragsleistung. Die eigene Anzucht eröffnet dir dabei eine große Auswahl an samenfesten Gemüsesorten. Samenfeste Sorten geben ihre typischen Merkmale bei sortenerhaltender Vermehrung an die nächste Generation weiter. Bei F1-HybridenF1-Hybriden sind Sorten, deren Saatgut aus der gezielten Kreuzung zweier ausgewählter Elternlinien stammt. Die Pflanzen dieser ersten Nachkommengeneration (F1) wachsen häufig sehr einheitlich, ihre eigenen Samen bringen die Sorte aber nicht zuverlässig wieder hervor. gelingt das nicht zuverlässig, weil ihre Nachkommen unterschiedliche Eigenschaften zeigen können.
Bio und F1 schließen sich nicht aus: Die Zucchinisorte ‘Dunja F1’ ist Bio-Saatgut und zugleich F1-Hybridsaatgut. Auf der Tüte bezeichnet HR eine hohe und IR eine intermediäre ResistenzResistenz ist bei Pflanzensorten die Fähigkeit, einen bestimmten Schaderreger abzuwehren: Bei einer resistenten Sorte bleibt ein Befall stark begrenzt, und weder Wachstum noch Ertrag leiden auffällig. gegen bestimmte SchaderregerSchaderreger ist im Pflanzenschutz der Sammelbegriff für Schädlinge und Krankheitserreger, die Pflanzen befallen: etwa Insekten oder Fadenwürmer (Nematoden) sowie Pilze, Bakterien und Viren.. Auch resistente Sorten können unter hohem Befallsdruck Symptome entwickeln.
Ist der Platz knapp, schaust du zusätzlich auf die Wuchshöhe. Die kompakte Kirschtomate ‘Vilma’ erreicht etwa 20 bis 40 cm. Die Paprikasorte ‘Salma Mini Gelb’ wird etwa 40 bis 60 cm hoch.
Was brauchen wärmebedürftige und frostempfindliche Arten zusätzlich?
Wärmebedürftige Arten: warm keimen, hell weiterziehen
Vor der Aussaat kann das Saatgut von Fruchtgemüse etwa 1 Stunde in lauwarmem Wasser vorquellen. Tomaten, Paprika und Chili keimen warm und brauchen danach viel Licht. Beides hängt zusammen: Mit steigender Temperatur braucht die Anzucht einen helleren Standort, weil Wärme bei Lichtmangel übermäßiges Längenwachstum begünstigt.
Zu frühe Fensterbankaussaaten können bei kurzen Tagen und Lichtmangel lange, dünne Triebe entwickeln. Paprika, die schon im Februar gesät wird, gehört mit ihrer warmen Schale deshalb an den hellsten Platz im Haus.
Trockene Heizungsluft unter der Fensterbank kann die Pflanzen zu stärkerer Verdunstung zwingen, als die Wurzeln durch Wasseraufnahme ausgleichen können. Prüfe an solchen Plätzen die Erde mit dem Finger, bevor du gießt. Ich gieße mein Fruchtgemüse so, dass die Jungpflanzen vor der Nacht abtrocknen können und das Substrat feucht statt nass bleibt.
Frostempfindliche Arten: kurz vorziehen, spät pflanzen
Für frostempfindliches Fruchtgemüse dient Mitte Mai als Richtwert für das Auspflanzen ins Freiland. Frostfreiheit allein genügt nicht, denn Tomaten, Paprika, Gurken, Zucchini, Kürbisse, Auberginen und Melonen können schon bei niedrigen Plusgraden im Wachstum stocken. Pflanze deshalb erst, wenn der Boden erwärmt ist und die Witterung anhaltend mild bleibt.
Bei Gurken kannst du den Start danach richten. Weil ihnen 2 bis 3 Wochen Vorkultur reichen, säst du sie erst, wenn der Pflanztermin absehbar ist.
Bohnen ziehst du im April im Haus vor und pflanzt sie Mitte Mai aus, dann haben sie einen Entwicklungsvorsprung. Bei Buschbohnen kann das Vorziehen in Töpfen außerdem den Schaden durch Bohnenfliegen verringern, der bei anhaltend kühlem Wetter zunimmt.
Drohen nach dem Pflanzen Spätfröste, brauchen die Jungpflanzen weiterhin Schutz, zum Beispiel ein Kälteschutzvlies. Ich lege das Vlies am Abend auf und kontrolliere an sonnigen Tagen die Temperatur darunter. Steigt sie über 30 °C, nimmst du die Abdeckung ab.
Ein unbeheiztes Gewächshaus ist kein sicherer Ausweichplatz, denn es ist nicht zuverlässig frostfrei. Achte auch auf die Lage des Beets: In Strahlungsnächten sammelt sich Kaltluft in Senken, Mulden und am Hangfuß, sodass solche Stellen besonders frostgefährdet sind.
Die Salatgurke ‘Qualitas’ ist für den Anbau im Freiland und im Frühbeetkasten geeignet. Wer ein Frühbeet nutzt, findet einen eigenen Ratgeber dazu, welche Fruchtgemüse sich fürs Frühbeet eignen und wie du sie dort früher erntest.
Was für alle Arten gilt: die Schritte in Kürze
Die folgenden Schritte sind bei allen Arten gleich. Ausführlich stehen sie in den Grundlagen zu Aussaat und Anzucht, hier folgt das Nötigste.
Gefäße und Erde. Du brauchst Gefäße mit Wasserabzug und nährstoffarme, wasserdurchlässige Aussaaterde. Eine luft- und lichtdurchlässige Haube hält die Aussaat feucht und kommt ab, sobald der erste Keimling erscheint. Mehr dazu steht dort im Abschnitt zu Gefäßen, Abdeckungen und Gewächshaus.
Töpfe füllen und säen. Für feine Aussaaten füllst du das Substrat bereits angefeuchtet in die Gefäße, damit späteres Wässern die Samen nicht wegschwemmt. Die einzelnen Handgriffe zeigt die Anleitung, wie du Töpfe vorbereitest und Schritt für Schritt aussäst.
Keimbedingungen. Keimtemperatur und Saattiefe sind Artwerte, deshalb gelten die Angaben bei den einzelnen Arten und auf deiner Saattüte. Als allgemeine Orientierung bedeckst du Samen höchstens mit ihrer dreifachen Stärke mit Erde, artspezifische Ausnahmen gehen vor. Mehr dazu steht im Abschnitt Keimbedingungen.
Pflege nach dem Keimen. Frisch gekeimte Sämlinge stellst du hell auf und schützt sie zunächst vor praller Sonne. Vor dem Gießen prüfst du die Erde mit dem Finger: Sie soll gleichmäßig feucht sein, nie nass. Licht und Temperatur vertieft der Abschnitt Jungpflanzenpflege.
Häufige Fehler. Ein zu dunkles Fenster oder zu viel Wärme nach dem Pikieren führt zu blassen, dünnen und weichen Jungpflanzen. Wiederkehrender Schimmel auf der Erde weist häufig auf übermäßiges Gießen oder schlechte Durchlüftung hin. Auch diese Fehler gehören in den Abschnitt Jungpflanzenpflege.
Pikieren. Zum Pikieren eignen sich Sämlinge, sobald nach den Keimblättern die ersten Laubblätter erscheinen. Das Substrat darf dann einen Salzgehalt bis zu 1,5 g/l haben. Die Technik steht ebenfalls im Abschnitt Jungpflanzenpflege.
Abhärten und Auspflanzen. Selbst angezogenes Fruchtgemüse gewöhnst du bei geeigneter Witterung an das Freiland: tagsüber zuerst im Halbschatten, danach in der Sonne. Ich stelle meine Töpfe dafür vormittags an die Hauswand und prüfe abends die Erde. Den ganzen Ablauf beschreibt der Abschnitt Abhärten und Auspflanzen.

