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Herbstdünger: Welche Pflanzen im Herbst noch Dünger brauchen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 9 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Im Hausgarten ist die Frühjahrsdüngung der Herbstdüngung möglichst vorzuziehen, weil dann weniger Nährstoffe ausgewaschen werden.
  • Obst- und Ziergehölze bekommen nach Mitte Juli keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr, damit ihre Triebe vor dem Winter ausreifen.
  • Im Gemüsegarten kommt Horndünger auch bei Herbstkulturen nicht später als Ende August aufs Beet.
  • Rasen braucht im Herbst nicht generell Dünger; Kalium gibt es nur bei Mangel laut Bodenuntersuchung, von Mitte Oktober bis Ende November.
  • Abgeerntete Beete schützt du mit Gründüngung oder Mulch, damit weniger Nährstoffe ausgewaschen werden.
Handvoll dunkler Kompost als organischer Dünger vor jungen Gartenpflanzen
Foto: Juan J. Morales-Trejo · Pexels License · Quelle ↗

Wenn im Herbst die Säcke mit der Aufschrift Herbstdünger im Gartencenter stehen, liegt die Frage nahe: Was davon braucht dein Garten jetzt noch? Für Gehölze, Gemüsebeete und Kübelpflanzen ist die Düngesaison im Herbst weitgehend vorbei, beim Rasen entscheidet die Bodenuntersuchung. Wer trotzdem streut, riskiert zweierlei. Auf abgeernteten Beeten können Nährstoffe ausgewaschen werden, und eine zu späte Düngung kann Stauden und Gehölze im Winter stärker gefährden.

Ich gehe deshalb jeden Herbst zuerst mit einem Notizbuch durch den Garten. Zu jeder Fläche schreibe ich auf, ob sie leer wird, bewachsen bleibt oder gerade frisch bepflanzt ist. Daraus ergibt sich, wo eine Gründüngung hinkommt, wo Mulch genügt und wo Dünger überhaupt infrage käme.

Braucht dein Garten im Herbst überhaupt Dünger?

Herbstdüngung heißt, Pflanzen nach dem Sommer noch einmal Nährstoffe zu geben, bevor der Winter kommt. Im Hausgarten düngst du möglichst im Frühjahr statt im Herbst, weil dann weniger Nährstoffe ausgewaschen werden. Der Herbst ist deshalb vor allem die Zeit, Stickstoffgaben zu beenden, den Boden bedeckt zu halten und das nächste Jahr vorzubereiten. Ausnahmen hängen an einem Befund, etwa beim Rasen mit nachgewiesenem Kaliummangel.

Warum geht Dünger im Herbst so leicht verloren?

Nach der Ernte steht auf vielen Beeten nichts mehr, das Nährstoffe aufnehmen könnte. Was der Boden dann freisetzt, ist auswaschungsgefährdet. Organische Dünger hängen zudem stark vom Wetter ab: Bei Frost, Trockenheit oder Staunässe setzen sie kaum etwas frei, bei feuchtwarmer Witterung dagegen teils in starken Schüben. Ein milder, nasser Herbst ist für gestreuten organischen Dünger deshalb eine ungünstige Lage, denn er gibt viel ab, während auf dem leeren Beet keine Wurzel mehr zugreift.

Nährstoffe, die den Garten verlassen, können auch Gewässer belasten: Übermäßige Phosphoreinträge fördern dort Algen und Wasserpflanzen, deren Abbau Sauerstoff verbraucht. Wie Auswaschung und Überdüngung zusammenhängen, erklärt der Abschnitt Mangel und Überdüngung im Grundlagenratgeber zu Düngen und Boden.

Welche Nährstoffe zählen im Herbst noch?

Stickstoff brauchen Pflanzen vor allem für Blätter und Triebe. Deshalb gibst du ihn während der Vegetationsperiode und setzt ihn bei mehrjährigen Gartenpflanzen, die ausreifen sollen, ab dem Spätsommer aus. Kalium beeinflusst den Innendruck der Pflanzenzellen und ist so am Wasserhaushalt beteiligt. Ob dein Boden Kalium braucht, zeigt allerdings erst eine Bodenuntersuchung.

Wer jedes Jahr Kompost gibt, hat einen Teil schon erledigt. Bei einer jährlichen Kompostgabe von 3 l/m² sind die Grundnährstoffe für die meisten Gartenpflanzen abgedeckt, Stickstoff ergänzt du nur nach Bedarf.

Magnesium zählt übrigens zu den Hauptnährstoffen, Eisen und Mangan gehören zu den Spurennährstoffen. Wie du die NPK-Angabe auf dem Sack liest und was Spurenelemente leisten, steht im Grundlagenratgeber im Abschnitt Nährstoffe.

Mythos-Check

„Im Herbst brauchen alle Pflanzen einen phosphor- und kalibetonten Dünger, damit sie im nächsten Jahr gut blühen.“ Eine phosphatbetonte Düngung lässt sich nicht pauschal mit mehr Blüten begründen. Ob Kalium fehlt, zeigt die Bodenuntersuchung und nicht der Aufdruck auf dem Sack.

Bis wann düngst du welche Pflanzen?

Den Schlusspunkt setzt nicht ein fester Herbsttermin, sondern die Pflanzengruppe. Die Übersicht zeigt, wann jeweils Schluss ist und was ausnahmsweise noch geht.

Bereich Was im Herbst gilt
Obst- und Ziergehölze im Garten nach Mitte Juli kein stickstoffhaltiger Dünger mehr, damit die Triebe ausreifen
mehrjährige Gartenpflanzen, die ausreifen sollen Stickstoff ab dem Spätsommer aussetzen
Obstgehölze im Kübel Düngung ab August einstellen
Kübelpflanzen mit Winterruhe gedüngt wird von Ende April bis August
Gemüse Horndünger auch bei Herbstkulturen nicht später als Ende August
Feldsalat und Radieschen im Spätsommer Stickstoffdüngung kann meistens entfallen
Rasen Herbstdüngung nicht generell nötig; bei Kaliummangel laut Bodenuntersuchung Kalium von Mitte Oktober bis Ende November
im Herbst gepflanzte Rosen Düngung frühestens im folgenden Jahr, wenn sie eingewurzelt sind und kräftig wachsen
Fuchsien-Hochstämmchen im Winterquartier keine Düngung von Mitte September bis Ende Februar
kühl und frostfrei überwinterte Pelargonien kein Dünger während der Ruhephase
Kalk nur nach Befund, eingearbeitet im zeitigen Frühjahr

Bei Obstbäumen und Beerensträuchern kann zu viel Stickstoff starkes Triebwachstum zulasten von Blüten und Früchten auslösen. An unausgereiftem Holz können dann Frostschäden entstehen. Wer Gehölzen im Herbst noch Stickstoff gibt, kann also genau die Triebe anregen, die bis zum Winter nicht mehr ausreifen.

Was brauchen Rasen, Obst, Gemüse und Kübel im Herbst?

Rasen

Normal genutzter Hausrasen braucht im Herbst nicht generell eine zusätzliche Düngung. Zeigt die Bodenuntersuchung zu wenig Kalium, kommt eine Kaliumgabe von Mitte Oktober bis Ende November infrage. Wann und wie Herbstrasendünger auf die Fläche kommt, erklärt der Ratgeber zum Rasen im Herbst.

Obstbäume und Beerensträucher

Für Obstgehölze im Garten liegen die Düngetermine nicht im Herbst. Ihren Kompost bekommen eingewachsene Obst- und Ziergehölze im Frühjahr. Bei kleinkronigen Apfel- und Birnbäumen im Vollertrag wird ergänzendes Hornmehl Ende März bis Anfang April leicht eingearbeitet. Ein zusätzlicher Volldünger neben Kompost oder verrottetem Mist kann bei Obstgehölzen zu Überdüngung und einseitiger Nährstoffanreicherung führen.

Im Herbst kontrolliere ich bei den Obstbäumen im Rasen, ob die Baumscheibe noch frei von Gras ist. Für kleinkronige Bäume ist eine Baumscheibe von etwa 1 m Durchmesser sinnvoll, weil sie die Konkurrenz der Gräser um Wasser und Nährstoffe vermindert. Beerensträucher im Kübel brauchen ein Loch im Gefäßboden, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.

Gemüsebeete

Im Gemüsegarten bringst du Horndünger auch bei Herbstkulturen nicht später als Ende August aus. Feldsalat und Radieschen im Spätsommer kommen meistens ohne zusätzliche Stickstoffdüngung aus. Viel Stickstoff im Boden kann außerdem die Nitratanreicherung im Gemüse fördern. Das ist kein Grund, auf Gemüse zu verzichten, wohl aber einer für bedarfsgerechtes Düngen.

Kompost bekommt das Gemüsebeet als Grundversorgung im Frühjahr. Frischen Kompost gibst du nicht zu Wurzelgemüse, Zwiebeln oder Kohl, weil er schädliche Gemüsefliegen anlocken kann.

Abgeerntete Beete bearbeitest du erst, wenn keine Erde mehr an den Geräten haftet. Betritt sie möglichst wenig, damit Porenraum und Wasserspeicherfähigkeit erhalten bleiben. Umgraben zur Frostgare ist nur dort sinnvoll, wo du danach mit einem Durchfrieren des Bodens rechnen kannst. Bei der Gründüngung achtest du wie bei jeder Zwischenkultur auf die Pflanzenfamilie. Trag sie am besten gleich in die Planung deiner Beete fürs nächste Jahr ein, dort berücksichtigst du auch Zehrer-Einstufung und Anbaupausen.

Stauden, Ziergehölze und Rosen

Auch im Ziergarten kann eine zu späte oder zu reichliche Düngung Stauden und Gehölze im Winter stärker gefährden. Rosen, die du im Herbst pflanzt, düngst du frühestens im folgenden Jahr, wenn sie eingewurzelt sind und kräftig wachsen. Was Stauden, Ziergehölze, Zwiebelblumen und Rosen im Herbst brauchen, liest du im Ratgeber für den Ziergarten.

Kübel, Balkon und Zimmerpflanzen

Kübelpflanzen mit Winterruhe düngst du von Ende April bis August. Danach wachsen sie nur wenig und brauchen kaum zusätzliche Nährstoffe. Kühl und frostfrei überwinterte Pelargonien kommen in der Ruhephase ohne Dünger aus. Zimmerpflanzen düngst du in der winterlichen Ruhephase stark eingeschränkt, winterblühende Arten behandelst du gesondert.

Werden Blätter im Herbst gelb und fallen ab, kann das auf Nährstoffmangel hindeuten, ebenso aber auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress. Eine kranke Kübelpflanze regst du nicht mit zusätzlichem Dünger zum Wachsen an. Beim Kübelbuchs können frostgeschädigte Wurzeln Wasser und Nährstoffe schlechter aufnehmen, deshalb schützt du ihn im Winter mit einer isolierenden Unterlage und einer Umhüllung des Topfes. Jedes Gefäß braucht außerdem einen funktionierenden Wasserablauf, damit keine Staunässe entsteht.

Für Balkonkästen lohnt ein Blick darauf, wann Blumen in welcher Wachstumsphase Dünger brauchen.

Marias Erfahrung

Bei Kübeln mit torffreier Erde prüfe ich die Feuchte mit dem Finger tiefer im Topf, bevor ich gieße. Die Oberfläche kann schon trocken sein, während die Erde weiter unten noch nass ist.

Was brauchen leere Beete statt Dünger?

Ein abgeerntetes Beet braucht im Herbst vor allem Bewuchs oder eine Auflage. Gründüngung, möglichst kurze Brachzeiten und Mulch können Nährstoffverluste und ungeschützte Phasen des Bodens vermindern.

Gründüngung säen

Eine Gründüngung auf abgeernteten Beeten bindet freigesetzte Nährstoffe und vermindert so ihre Auswaschung. Überwinternde Grüneinsaaten halten den Boden außerdem durchwurzelt und schützen ihn vor Abschwemmung.

Zahl im Blick

Winterroggen kannst du als späte Gründüngung von Ende September bis Anfang Oktober säen, mit 20 g Saatgut je m². Für Phacelia rechnest du mit 1 bis 3 g Saatgut je m² und einer Kulturdauer von 6 bis 9 Wochen.

Mulchen

Wo keine Gründüngung mehr hinkommt, mulchst du. Organischer Mulch vermindert die Verdunstung und liefert den Bodenorganismen Nahrung für Abbau und Humusbildung. Im Gemüsebeet ist eine organische Mulchschicht von etwa 2 bis 3 cm üblich, feinen Rasenschnitt trägst du dünner auf.

Den Rasenschnitt lässt du vorher anwelken und rechnest den Stickstoff, den er nachliefert, bei späteren Düngergaben an. Stroh, Holzhäcksel und Rindenmulch können beim Abbau dagegen Stickstoff binden, was du bei der nächsten Stickstoffversorgung berücksichtigst. Unter Gehölzen eignet sich nährstoffarmer Rindenhumus oder vergleichbares organisches Material.

Laub und Kompost

Herbstlaub sammle ich neben dem Komposter und mische es im Winter in dünnen Lagen mit Küchen- und Gartenabfällen und Gehölzhäckseln. Kompost, Grünschnitt und Erntereste versorgen die Bodenorganismen mit organischer Substanz und halten Nährstoffe im eigenen Gartenkreislauf. Kranke Pflanzenteile vom Herbstputz gebe ich nicht auf den Haufen, weil Gartenkompost Krankheitserreger nicht zuverlässig abtötet.

Wie düngst du, wenn der Befund es verlangt?

Erst die Bodenprobe

Ob und womit du düngst, entscheidet eine Bodenuntersuchung. Die Probe nimmst du im späten Herbst vor der Bodenbearbeitung oder im zeitigen Frühjahr, in jedem Fall vor der Düngung. Wie du die Mischprobe ziehst und den Befund liest, beschreibt der Grundlagenratgeber im Abschnitt Boden.

Menge abwiegen und richtig streuen

Dünger unterscheiden sich im Schüttgewicht, deshalb wiege ich die passende Menge einmal ab und markiere die Füllhöhe an einem Messbecher. Streu den Dünger möglichst auf feuchten Boden. Auf nassen Blättern darf nichts liegen bleiben, weil anhaftender Dünger dort Ätzschäden verursachen kann. Angebrochene Säcke lagere ich trocken und verpackt.

Häufiger Fehler

Die volle Packungsmenge streuen, obwohl das Beet schon Kompost bekommen hat. Die Angabe auf der Packung setzt eine optimale Bodenversorgung voraus, deshalb ziehst du Nährstoffe aus Kompost, Mist und Gründüngung vorher ab.

Organisch oder mineralisch?

Organische Dünger müssen im Boden erst mineralisiert werden, bevor Wurzeln die Nährstoffe aufnehmen können. Leicht lösliche Mineraldünger wirken dagegen rasch, und niedrige Temperaturen verzögern die Wirkung organischer wie mineralischer Langzeitdünger zusätzlich. Den Vergleich der Düngerarten findest du im Grundlagenratgeber unter Düngerarten und Düngerformen.

Welche Fehler vermeidest du bei der Herbstdüngung?

Stickstoff nach dem Sommer

Hornspäne oder ein stickstoffhaltiger Volldünger im Oktober passen weder an Gehölze noch ins Gemüsebeet. Hornprodukte liefern überwiegend Stickstoff und Schwefel und ersetzen keine vollständige Nährstoffversorgung.

Volldünger auf abgeräumte Beete

Auf leeren Beeten nimmt keine Pflanze die Nährstoffe mehr auf. Säe dort eine Gründüngung, und wo sie nicht mehr passt, mulchst du.

Dünger auf schon versorgten Boden

Bei Versorgungsstufe D genügt es, 50 % des erwarteten Entzugs eines Nährstoffs durch Düngung zu ersetzen. Bei Stufe E kann die zusätzliche Düngung mit diesem Nährstoff vorübergehend auf 0 reduziert werden. Wie du Überdüngung erkennst, steht im Grundlagenratgeber im Abschnitt Mangel und Überdüngung.

Nachdüngen, wenn die Pflanze schwächelt

Frost, Trockenheit und Staunässe hemmen die Freisetzung organischer Dünger. Eine weitere Gabe behebt das akute Problem in dieser Lage nicht zuverlässig. Eine Blattdüngung kann einen akuten Mangel vorübergehend lindern, ersetzt aber keine ausreichende Versorgung über die Wurzeln.

Achtung

Holzasche gehört weder als Dünger aufs Beet noch auf den Kompost, weil sie mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen belastet sein kann. Lass sie abkühlen und gib sie in den Hausmüll, ohne Staub aufzuwirbeln.

Häufige Fragen

Was ist Herbstdüngung, und ist sie für Pflanzen wichtig?
Herbstdüngung meint eine Nährstoffgabe nach dem Sommer, bevor die Pflanzen in den Winter gehen. Im Hausgarten ist eine bedarfsgerechte Frühjahrsdüngung möglichst vorzuziehen, weil so weniger Nährstoffe ausgewaschen werden. Wichtig ist im Herbst vor allem, Stickstoffgaben zu beenden: Obst- und Ziergehölze bekommen nach Mitte Juli keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr, damit ihre Triebe ausreifen. Ausnahmen wie eine Kaliumgabe für den Rasen richten sich nach einer Bodenuntersuchung.
Wie unterscheidet sich die Herbstdüngung von der Frühjahrsdüngung bei Gartenpflanzen?
Im Hausgarten liegt der Schwerpunkt im Frühjahr, weil dann weniger Nährstoffe ausgewaschen werden; auch die Kompost-Grundversorgung wird im Frühjahr flach eingearbeitet. Im Herbst geht es eher darum, Gaben zu beenden, denn auf abgeernteten Beeten nimmt keine Pflanze freigesetzte Nährstoffe mehr auf. Im Gemüsegarten kommt Horndünger auch bei Herbstkulturen nicht später als Ende August aufs Beet. Leere Flächen schützt du im Herbst mit Gründüngung oder Mulch statt mit Dünger.
Worin unterscheiden sich organische und mineralische Dünger für die Herbstanwendung?
Organische Dünger müssen im Boden erst mineralisiert werden, bevor Wurzeln die Nährstoffe aufnehmen können. Bei Frost, Trockenheit oder Staunässe setzen sie kaum Nährstoffe frei, bei feuchtwarmem Wetter dagegen teils in starken Schüben. Leicht lösliche Mineraldünger wirken rasch, während niedrige Temperaturen die Wirkung organischer wie mineralischer Langzeitdünger zusätzlich verzögern. Auf abgeernteten Beeten sind freigesetzte Nährstoffe beider Herkunft auswaschungsgefährdet, weil keine Pflanze sie mehr aufnimmt.
Wie wirkt sich die Bodentemperatur in den Herbstmonaten auf Dünger aus?
Kälte bremst vor allem die Freisetzung: Organische Dünger geben bei Frost kaum Nährstoffe ab, und niedrige Temperaturen verzögern auch die Wirkung organischer und mineralischer Langzeitdünger. Eine weitere Gabe behebt das akute Problem in dieser Lage nicht zuverlässig. Feuchtwarmes Herbstwetter kann bei organischen Düngern dagegen starke Nährstoffschübe auslösen, die auf leeren Beeten ausgewaschen werden können.
Wie führt man vor der Herbstdüngung eine Bodenanalyse durch?
Die Probe nimmst du im späten Herbst vor der Bodenbearbeitung oder im zeitigen Frühjahr, jeweils vor der Düngung. Für die Mischprobe stichst du an 10 bis 15 gleichmäßig verteilten Stellen einer einheitlich genutzten Fläche ein und lässt Wege, Ränder und die Nähe des Komposts aus. Im Gemüsebeet erfasst du dabei den Oberboden bis in 25 bis 30 cm Tiefe. Aus der gut gemischten Sammelprobe gehen etwa 500 g ins Labor.
Stimmt es, dass Herbstdüngung das Pflanzenwachstum im Winter stoppt?
Nein, eine späte Düngung kann das Wachstum eher anschieben, denn Stickstoff wird vor allem für Blätter und Triebe gebraucht. Bei Obstbäumen und Beerensträuchern kann zu viel Stickstoff starkes Triebwachstum auslösen, und an unausgereiftem Holz können im Winter Frostschäden entstehen. Deshalb bekommen Obst- und Ziergehölze nach Mitte Juli keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr.
Worin liegt der Unterschied zwischen Mulchen und direkter Bodendüngung bei der Herbstpflege?
Organischer Mulch vermindert die Verdunstung und liefert Bodenorganismen Nahrung für Abbau und Humusbildung; zusammen mit Gründüngung und kurzen Brachzeiten kann er Nährstoffverluste vermindern. Eine direkte Bodendüngung bringt dagegen Nährstoffe aus, die auf abgeernteten Beeten ausgewaschen werden können. Stroh, Holzhäcksel und Rindenmulch können beim Abbau Stickstoff binden, angewelkter Rasenschnitt liefert dagegen Stickstoff nach, den du bei weiteren Düngergaben anrechnest.
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