Kräuterdünger: Welche Nährstoffe deine Gewürzkräuter brauchen und welcher Dünger passt
- Für die meisten genügsamen Gartenkräuter reicht eine einmalige Frühjahrsgabe von 3 l Kompost je m².
- Rucola, Basilikum, Schnittlauch und Petersilie kannst du nach jedem Schnitt mit Hornmehl oder flüssigem Universaldünger nachdüngen.
- Eine zu starke Düngung kann bei Kräutern weiches, übermäßiges Wachstum und geringeres Aroma verursachen.
- Hornmehl liefert vor allem Stickstoff und ersetzt keine vollständige Nährstoffversorgung.
- Bei Frost, Trockenheit oder Staunässe setzen organische Dünger kaum Nährstoffe frei.
- Kalk ist nur sinnvoll, wenn der gemessene pH-Wert unter dem passenden Bereich liegt.

Welchen Dünger brauchen deine Kräuter? Für die meisten genügsamen Gartenkräuter reicht eine einmalige Frühjahrsgabe von 3 l Kompost je m². Mehr ist dabei nicht automatisch besser, denn eine zu starke Düngung kann weiches, übermäßiges Wachstum und ein geringeres Aroma verursachen. Ich schaue deshalb zuerst auf die Kräuterart und den Boden und erst danach auf die Düngerpackung.
Schnittkräuter, die du laufend erntest, brauchen anderen Nachschub als Lavendel im sonnigen Beet. Ob ein Dünger überhaupt bei den Wurzeln ankommt, hängt außerdem von Feuchte, Wärme und pH-Wert des Bodens ab.
Welchen Dünger brauchen Kräuter?
Die Antwort hängt davon ab, wie oft du erntest und wo das Kraut wächst. Ich teile meine Kräuter deshalb in Gruppen ein und dünge jede Gruppe für sich.
| Kräuter | Was sie bekommen | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| die meisten genügsamen Gartenkräuter im Beet | einmalige Frühjahrsgabe von 3 l Kompost je m² | Stickstoff nur nach Bedarf ergänzen |
| Rucola, Basilikum, Schnittlauch, Petersilie | nach jedem Schnitt Hornmehl oder flüssiger Universaldünger | Dünger nur auf feuchte Erde geben |
| Lavendel | zurückhaltende Düngung | stark stickstoffhaltige Dünger und Mist können zu weichem, instabilem Wuchs führen |
| Gartenkresse in kurzer Kultur zur jungen Ernte | keine zusätzliche Düngung | gilt für Beetreihen und Schalen auf der Fensterbank |
| Kräuter in Töpfen und Balkonkästen | spezielle Kräutererde | in ausreichend vorgedüngter Blumenerde nach dem Umtopfen zunächst 4 bis 6 Wochen kein Zusatzdünger |
Bevor ich dünge, kläre ich fünf Fragen. Zu welcher Gruppe gehört das Kraut? Habe ich in diesem Frühjahr schon Kompost gegeben? Ist die Erde feucht? Kenne ich den pH-Wert meines Bodens? Passen Nährstoffverhältnis und pH-Wirkung des Düngers zu diesem Kraut?
Muss es ein spezieller Kräuterdünger sein?
Nicht unbedingt. Ein Dünger, der für eine bestimmte Pflanzengruppe benannt ist, kann auch zu anderen Kulturen passen, wenn Nährstoffverhältnis und pH-Wirkung stimmen. Entscheidend ist also das Etikett und nicht der Name auf der Packung. Moorbeetdünger senken zum Beispiel den pH-Wert, während Lavendel neutralen bis alkalischen Boden bevorzugt. Für ihn ist ein solcher Dünger ohne Prüfung deshalb keine passende Wahl.
Die Zahlenfolge auf dem Etikett nennt die Nährstoffgehalte in Prozent. NPK 15-8-20 bedeutet 15 % Stickstoff, 8 % Phosphat als P₂O₅ und 20 % KaliumoxidKaliumoxid (K2O) ist die chemische Form, in der der Kaliumgehalt von Düngern und Bodenproben angegeben wird. Die Angabe bezieht sich auf die Verbindung aus Kalium und Sauerstoff, nicht auf reines Kalium. als K₂O. SpurennährstoffeSpurennährstoffe sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in geringen Mengen aufnehmen, auf die sie aber trotzdem angewiesen sind. Dazu zählen etwa Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor und Molybdän. stehen gesondert auf dem Etikett.
Erst Kompost geben und dann zusätzlich die volle Packungsmenge streuen. Die Mengenangabe auf der Düngerpackung setzt einen optimal versorgten Boden voraus, auf den sonst kein Dünger und kein Kompost kommt. Hast du schon Kompost gegeben, passt du die Düngermenge daran an.
Welche Nährstoffe Gewürzkräuter brauchen
Pflanzen nehmen Nährstoffe über die Wurzeln in mineralisch gelöster Form auf, egal ob sie aus organischem oder mineralischem Dünger stammen. Zu den Hauptnährstoffen zählen Stickstoff, Phosphor und Kalium sowie Calcium, Magnesium und Schwefel. Eisen und Mangan gehören dagegen zu den Spurennährstoffen.
| Nährstoff | Einordnung | Was du dazu wissen solltest |
|---|---|---|
| Stickstoff (N) | Hauptnährstoff | wird besonders für Blätter und Triebe gebraucht |
| Phosphor (P) | Hauptnährstoff | ist am Energiehaushalt beteiligt |
| Kalium (K) | Hauptnährstoff | regelt über den Zellinnendruck den Wasserhaushalt mit |
| Calcium (Ca) | Hauptnährstoff | kann im Hausgarten mit regelmäßigen Kompostgaben nachgeliefert werden |
| Magnesium (Mg) | Hauptnährstoff | ist Bestandteil des Chlorophylls |
| Schwefel (S) | Hauptnährstoff | kommt unter anderem mit Horndüngern in den Boden |
| Eisen (Fe) | Spurennährstoff | ein zu hoher pH-Wert kann die Verfügbarkeit einschränken |
| Mangan (Mn) | Spurennährstoff | ein Mangel lässt sich nicht immer sicher von Eisenmangel unterscheiden |
Stickstoff, Phosphor und Kalium
Stickstoff wird besonders für die Bildung und das Wachstum von Blättern und Trieben gebraucht. Damit passt zusammen, dass Rucola, Basilikum, Schnittlauch und Petersilie nach jedem Schnitt nachgedüngt werden können: Sie sollen laufend neue Blätter bilden. Hornmehl, das dafür infrage kommt, liefert vor allem Stickstoff.
Phosphor ist am Energiehaushalt der Pflanze beteiligt. Eine phosphatbetonte Düngung lässt sich aber nicht pauschal mit mehr Blüten begründen.
Kalium beeinflusst den Innendruck der Pflanzenzellen und ist dadurch an der Regulation des Wasserhaushalts beteiligt. Beim Lavendel ist Kalium blühfördernd. Eine Mengenempfehlung leitet sich daraus nicht ab.
„Mehr Dünger bringt mehr Aroma.“ Das stimmt so nicht. Eine zu starke Düngung kann bei Kräutern weiches, übermäßiges Wachstum und geringeres Aroma verursachen. Beim Lavendel unterstützt gerade eine zurückhaltende Düngung einen intensiveren Duft.
Holzasche gehört nicht an Kräuter, auch nicht als Kaliumquelle. Wegen möglicher Schwermetall- und Schadstoffbelastungen verwendest du sie weder als Dünger noch als Kompostzutat. Abgekühlt kommt sie in den Hausmüll, ohne dass du dabei Staub aufwirbelst.
Calcium, Magnesium und Schwefel
Calcium, Magnesium und Schwefel zählen wie Stickstoff, Phosphor und Kalium zu den Hauptnährstoffen. Magnesium ist Bestandteil des Chlorophylls und für die PhotosynthesePhotosynthese ist der Vorgang, bei dem grüne Pflanzen mithilfe von Sonnenlicht aus Wasser und Kohlenstoffdioxid Zucker und Stärke herstellen. Als Nebenprodukt entsteht Sauerstoff, den sie an die Luft abgeben. unentbehrlich. Seine Aufnahme können hohe Calcium-, Kalium- oder Ammoniumkonzentrationen beeinträchtigen. Umgekehrt kann ein Magnesiumüberschuss das Calciumgleichgewicht stören und Kaliummangel verursachen. Calcium kann im Hausgarten schon der Kompost nachliefern, Schwefel bringen unter anderem HorndüngerHorndünger ist der Oberbegriff für organische Dünger aus gemahlenen Hörnern und Hufen von Rindern, etwa Hornmehl und Hornspäne. Sie liefern vor allem Stickstoff und geben ihn je nach Körnung schneller oder langsamer ab. mit.
Spurennährstoffe wie Eisen und Mangan
Spurennährstoffe braucht die Pflanze ebenfalls, auf dem Düngeretikett stehen sie gesondert. Eisenchlorosen entstehen häufig nicht durch einen zu kleinen Eisenvorrat, sondern weil ein zu hoher Boden-pH die Verfügbarkeit einschränkt. Bei Kräutern im Topf kann hartes Gießwasser den pH-Wert des Substrats erhöhen und so Eisenchlorosen begünstigen. Auch ein Phosphatüberschuss kann die Verfügbarkeit von Eisen und Zink vermindern. Hellen junge Blätter auf, hilft deshalb nicht automatisch mehr Eisen, sondern zuerst ein Blick auf pH-Wert und Gießwasser.
Wie viel Dünger welche Kräuterart braucht
Schnittkräuter: Rucola, Basilikum, Schnittlauch und Petersilie
Diese vier Kräuter kannst du nach jedem Schnitt mit Hornmehl oder flüssigem Universaldünger nachdüngen. Hornmehl, Horngrieß und Hornspäne enthalten typischerweise 10 bis 14 % GesamtstickstoffGesamtstickstoff ist die gesamte Stickstoffmenge im Boden. Dazu gehören der kleine mineralische Anteil (Nitrat und Ammonium), den Pflanzen direkt aufnehmen können, und der größere Teil, der in organischen Verbindungen gebunden ist., der nicht vollständig sofort pflanzenverfügbar ist. Hornmehl setzt den Stickstoff schneller frei als Horngrieß und Hornspäne, weil feineres Material leichter mineralisiert wird. Für die Umsetzung von Hornmehl im Boden rechnet man mit etwa 6 Wochen, gröbere Hornspäne brauchen mehrere Monate. Nach einem Schnitt greife ich deshalb zum Hornmehl und nicht zu groben Spänen.
Hornprodukte liefern überwiegend Stickstoff und Schwefel und ersetzen keine vollständige Nährstoffversorgung. Die Grundversorgung kommt in meinem Beet deshalb aus dem Kompost. Weil handelsübliche Hornspäne nicht grundsätzlich keimfrei sind, arbeite ich sie leicht in die Erde ein und streue nichts auf Blätter, die ich ernten will. Wann und in welcher Form du nach Ernte und Rückschnitt nachdüngst, zeigt der Ratgeber zu Düngerformen und Anlässen.
Jeden neuen Dünger wiege ich einmal auf der Waage ab und markiere die Füllhöhe an einem Messbecher, den ich nur dafür benutze. Dünger unterscheiden sich im Schüttgewicht, deshalb wiederhole ich das für jedes Produkt.
Genügsame Kräuter und Lavendel
Für die meisten genügsamen Gartenkräuter reicht die einmalige Kompostgabe im Frühjahr. Bei mir stehen Thymian, Salbei, Rosmarin und Lavendel in dieser Gruppe zusammen und bekommen keinen Nachschub nach dem Schnitt. Beim Lavendel unterstützt eine zurückhaltende Düngung einen intensiveren Duft und einen kompakten, standfesten Wuchs. Stark stickstoffhaltige Dünger und Mist können dagegen zu weichem, instabilem Wuchs führen. Für PolsterstaudenPolsterstauden sind niedrige, winterharte Stauden, die flach in die Breite wachsen und dabei dichte Polster oder Teppiche bilden. Sie werden vor allem im Steingarten und als Bodendecker verwendet. und trockenheitsliebende mediterrane Stauden auf kargen Standorten ist selbst eine Kompostgabe nicht sinnvoll.
Gartenkresse
Gartenkresse brauchst du bei der kurzen Kultur zur jungen Ernte nicht zusätzlich zu düngen. Das gilt für Reihen im Beet ebenso wie für Schalen auf der Fensterbank.
Kräuter im Topf
Für Kräuter in Töpfen und Balkonkästen eignet sich spezielle Kräutererde, und jedes Gefäß braucht Abzugslöcher, damit keine Staunässe entsteht. In ausreichend vorgedüngter Blumenerde kannst du nach dem Umtopfen zunächst 4 bis 6 Wochen auf zusätzlichen Dünger verzichten. Torffreie Erde kann trotz VordüngungVordüngung nennt man den Dünger, der fertiger Blumen- und Pflanzerde schon ab Werk beigemischt ist. Er versorgt frisch eingetopfte Pflanzen in den ersten Wochen, danach musst du selbst nachdüngen. zu wenig verfügbaren Stickstoff liefern, Hornmehl oder Hornspäne mischst du dann schon vor dem Pflanzen unter. Flüssigdünger gibst du nur auf bereits feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen. Wie du Kräuter im Topf mit Nährstoffen versorgst, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Kräuter nach Bedarf zusammensetzen
Ich setze Kräuter mit ähnlichem Bedarf nebeneinander, damit ich die Schnittkräuter nachdüngen kann, ohne den Lavendel mitzuversorgen. Welche Kräuter als Nachbarn zusammenpassen, prüfst du im Mischkultur-Planer. Mit dem Beetplaner kannst du Zehrer-Einstufung und Anbaupausen bei der Beetplanung berücksichtigen.
Wie Dünger und Boden zusammenwirken
Derselbe Dünger kann in einem Beet gut ankommen und im nächsten kaum. Feuchte, Wärme und pH-Wert des Bodens bestimmen mit, was davon die Wurzeln erreicht.
Organische Dünger wirken erst nach der Umsetzung
Organisch gebundene Nährstoffe müssen im Boden erst mineralisiert werden, bevor die Wurzeln sie aufnehmen können. Bei Frost, Trockenheit oder Staunässe setzen organische Dünger kaum Nährstoffe frei, feuchtwarme Witterung kann dagegen starke Schübe auslösen. Eine weitere Gabe behebt das akute Problem in solchen Phasen nicht zuverlässig. Ist mein Beet kalt oder ausgetrocknet, dünge ich nicht nach, sondern prüfe zuerst mit dem Finger, wie feucht die Erde ist.
Weil Wurzeln Nährstoffe in mineralisch gelöster Form aufnehmen und organische Dünger erst umgesetzt werden müssen, unterscheiden sich beide Düngerarten bei der Aufnahme nicht in der Form. Der Unterschied liegt darin, wann der Boden die Nährstoffe freigibt.
Wurzeln nehmen Nährsalze in Wasser gelöst auf. Trockenheit kann deshalb Mangelsymptome verursachen, obwohl Nährstoffe im Boden vorhanden sind. Dünger bringst du möglichst auf feuchten Boden aus, und er soll nicht auf nassen Pflanzenteilen liegen bleiben, weil dort Ätzschäden entstehen können. Wie du die Kräuterdüngung an Trockenheit und veränderte Witterung anpasst, steht im Ratgeber zum Klimawandel.
Kompost: Grundversorgung und Bodenpflege
Kompost liefert Stickstoff, Phosphat, Kalium und weitere Nährstoffe, deren Gesamtgehalte aber nicht gleich sofort pflanzenverfügbar sind. Zugleich fördert er das Bodenleben und die Bildung stabiler Bodenkrümel, wodurch sich Wasser- und Lufthaushalt verbessern können. Mit einer jährlichen Gabe von 3 l je m² sind die Grundnährstoffe für die meisten Gartenpflanzen abgedeckt, Stickstoff ergänzt du nur nach Bedarf. Ich arbeite den reifen Kompost im Frühjahr nur oberflächlich ein, weil tiefer im Boden bei Sauerstoffmangel pflanzenschädigende Fäulnisprodukte entstehen können.
Kompost kann einer Bodenversauerung entgegenwirken und den pH-Wert anheben. Liegt der pH-Wert schon über dem Bereich, der zu Boden und Kultur passt, bringst du weder Kompost noch kalkhaltige Dünger aus.
Regelmäßige Kompostgaben von etwa 3 l/m² jährlich können im Hausgarten genügend Kalzium nachliefern. Ob du zusätzlich kalkst, entscheidet deshalb der Bodenbefund.
Auch Mulch verändert die Stickstoffbilanz. Angewelkter Rasenschnitt als Mulch liefert Stickstoff nach, den du bei weiteren Düngergaben berücksichtigst. Holzhäcksel, Stroh und Rindenmulch können beim Abbau dagegen Stickstoff binden, deshalb planst du vor dem Mulchen eine ergänzende Stickstoffversorgung ein.
Der pH-Wert entscheidet über die Verfügbarkeit
Ein ungeeigneter pH-Wert kann Nährstoffe in schwer löslichen Verbindungen festlegen. Ein zu hoher pH-Wert kann so Spurennährstoffmangel verursachen, obwohl die Nährstoffe im Boden vorhanden sind. Welcher Bereich passt, hängt von Bodenart, Humusgehalt und Pflanzen ab:
| Bodenart im Garten | Anzustrebender pH-Bereich je nach Humusgehalt |
|---|---|
| Sand | 5,0 bis 6,5 |
| Lehm | 5,5 bis 7,0 |
| Ton | 6,0 bis 7,5 |
Ausgenommen sind besondere Ansprüche, etwa von Moorbeetpflanzen. Lavendel bevorzugt neutralen bis alkalischen Boden und toleriert saure Bedingungen. Kalk ist nur sinnvoll, wenn der gemessene pH-Wert unter dem Bereich liegt, der zu Bodenart und Humusgehalt passt.
Humus, Bodenleben und Bodenanalyse
Humus ernährt die Bodenorganismen, deren Tätigkeit Nährstoffe freisetzt, und über Regenwurmgänge unterstützt das Bodenleben auch Durchlüftung und Wasserversickerung. Tonminerale und organische Substanz binden positiv geladene Nährstoffionen austauschbar und geben sie später an die Bodenlösung ab.
Eine Bodenuntersuchung ermittelt die pflanzenverfügbaren Nährstoffvorräte und ist die Grundlage für Auswahl und Menge eines Düngers. Die Standarduntersuchung auf Phosphor, Kalium und pH liefert keinen Nmin-WertDer Nmin-Wert gibt an, wie viel mineralischer Stickstoff (Nitrat und Ammonium) im Boden steckt und damit den Pflanzen zur Verfügung steht. Er wird per Bodenprobe im Labor bestimmt und hilft dir, Stickstoff bedarfsgerecht zu düngen., und Eisen bestimmt das Labor nur, wenn du die Spurenelementanalyse gesondert vereinbarst. Wie Humus, Bodenleben und Bodenanalyse zusammenhängen, liest du im Ratgeber Düngen, Boden & Kompost nach, dort steht auch die Anleitung zur Mischprobe.
Organisch, mineralisch oder selbst angesetzt?
Organische Dünger stammen überwiegend aus pflanzlichem oder tierischem Material, Mineraldünger liefern Nährstoffe meist als leicht lösliche Salze und decken einen kurzfristigen Bedarf rasch. Auch organische Dünger lassen sich in zu hoher Menge ausbringen. Ob du deine Kräuter organisch oder mineralisch düngst und wie du je nach Art dosierst, vergleicht ein eigener Ratgeber.
Fertig vergorene Pflanzenjauche verdünnst du zur Wurzeldüngung im Verhältnis 1:10 mit Wasser. Eine allgemeingültige Menge oder Häufigkeit gibt es dafür nicht, weil Pflanzenbedarf und Bodenvorräte verschieden sind. Natürliche Düngemethoden wie Jauche, Gründüngung und Mulch beschreibt der Ratgeber zum Gemüsegarten.
Bokashi ist eine milchsäurebasierte Vorbehandlung organischer Abfälle, das fermentierte Material muss danach noch mit Erde vermischt oder kompostiert werden. Für Effektive Mikroorganismen ergab ein vierjähriger biologischer Feldversuch keinen zusätzlichen Nutzen für Ertrag oder Bodenqualität. Wurmkiste und Bokashi behandelt der Abschnitt Kompost pflegen, prüfen und verwenden im Ratgeber Düngen, Boden & Kompost.
Wann du Kräuter düngst
Im Garten ist eine bedarfsgerechte Frühjahrsdüngung der Herbstdüngung vorzuziehen, weil so weniger Nährstoffe ausgewaschen werden. Bei mehrjährigen Kräutern, die vor dem Winter ausreifen sollen, setzt du Stickstoffdünger ab dem Spätsommer aus. Wie du die Kräuterdüngung an Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter anpasst, zeigt der Ratgeber zum Jahreszyklus.
Mangel oder Überdüngung?
Vergilben ältere Blätter, kann das auf Stickstoffmangel hindeuten; hellen junge Blätter mit grün bleibenden Adern auf, passt das eher zu Eisenmangel. Gelbe Blätter können aber auch Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress anzeigen, deshalb klärst du die Ursache, bevor du nachdüngst. Wie du in beiden Fällen gegensteuerst, erklärt der Ratgeber zu Düngerformen und Anlässen, und warum nicht aufgenommene Nährstoffe ausgewaschen werden können, steht im Abschnitt Mangel und Überdüngung des Ratgebers Düngen, Boden & Kompost.
