pH-Wert in Universalerde: So misst und korrigierst du ihn im Topf
- Für Kultursubstrate wie Universalerde gilt außerhalb der Moorbeetkulturen ein anzustrebender pH-Bereich von 5,0 bis 6,5.
- Bei viel Rindenhumus vermeidest du Werte unter pH 6, weil eine erhöhte Manganaufnahme einen Eisenmangel auslösen kann.
- Im Substrat misst du mit einer kalibrierten Glas-Einstichelektrode im feuchten Wurzelbereich.
- Hartes Gießwasser kann den pH-Wert der Topferde anheben und Eisen schlechter verfügbar machen.
- Die Schwefelmenge zum Absenken eines Substrats bestimmt eine Probesäuerung im Labor.
- Holzasche taugt nicht zum Anheben, abgekühlt gehört sie in den Hausmüll.

Gelbe junge Blätter mit grünen Adern können bei einer Kübelpflanze auf Eisenmangel hindeuten. Häufig ist dann gar nicht zu wenig Eisen in der Erde, sondern ein zu hoher pH-Wert macht es schlechter verfügbar. Im Topf kommt hartes Gießwasser als Auslöser infrage, weil es den pH-Wert des Substrats anheben kann. Bevor ich nachdünge, messe ich deshalb zuerst den pH-Wert. Universalerde hält ihren Wert nämlich nicht von selbst: Gießwasser, Lagerung und die Bestandteile der Mischung können ihn verschieben.
Was der pH-Wert über deine Erde verrät
Der pH-Wert beschreibt die Bodenreaktion, also wie sauer oder basisch eine Erde reagiert: Je niedriger der Wert, desto saurer. Passt er nicht, können Nährstoffe in schwer lösliche Verbindungen übergehen, und die Pflanze zeigt Mangel, obwohl sie in der Erde vorhanden sind. Wie Bodenreaktion, Kalk und Nährstoffe zusammenhängen und warum du beim pH-Wert erst misst und dann handelst, erklärt der Grundlagenteil zu pH-Wert und Kalk.
Welcher pH-Wert in Universalerde passt
Für Kultursubstrate, zu denen auch Universalerde gehört, gilt außerhalb der Moorbeetkulturen ein anzustrebender pH-Bereich von 5,0 bis 6,5. Rindenhumushaltige Mischungen sollten eher im oberen Teil dieses Bereichs liegen. Bei viel Rindenhumus in der Erde vermeidest du Werte unter pH 6, denn eine erhöhte Manganaufnahme kann dann einen Eisenmangel auslösen.
In torffreien oder torfreduzierten Erden mit manganreichen Bestandteilen wie Rindenhumus können Eisenmangelchlorosen durch Manganüberschuss schon bei pH 5,0 bis 5,5 auftreten. Für eine rindenhumusreiche Universalerde heißt das: Ausgerechnet der untere Teil des Zielbereichs ist die Zone, in der ein Manganüberschuss eine ChloroseChlorose ist eine unnatürliche Gelbfärbung der Blätter, weil das Blattgrün schlecht ausgebildet oder zerstört wird. Am häufigsten ist bei uns die Eisenmangel-Chlorose, oft ausgelöst durch kalkhaltigen Boden und Leitungswasser. auslösen kann.
| Erde oder Bestandteil | pH-Wert |
|---|---|
| Kultursubstrate außerhalb der Moorbeetkulturen, anzustreben | 5,0 bis 6,5 |
| Mischungen mit Rindenhumus | eher im oberen Teil dieses Bereichs |
| Erde mit hohem Rindenhumusanteil | Werte unter 6 vermeiden |
| Torffreie oder torfreduzierte Erde mit Rindenhumus, Chlorose durch Manganüberschuss möglich | schon bei 5,0 bis 5,5 |
| Rindenhumus aus kompostierter Rinde | 4,0 bis 7,0 möglich |
| Gewöhnlicher Gartenkompost | typisch 6,5 bis 7,5 |
Was den pH-Wert einer Universalerde verschiebt
Universalerde ist eine Mischung, und ihr pH-Wert hängt an den Bestandteilen. Organische Komponenten werden kombiniert, um Luftführung, Wasserspeicherung, pH-Stabilität und Nährstoffangebot aufeinander abzustimmen. Rindenhumus ist dabei nicht durchgehend sauer. Kompost dagegen wirkt mit seinen basisch wirksamen Bestandteilen einer Versauerung entgegen und kann den pH-Wert anheben.
Mischst du Universalerde selbst, hebt ein hoher Kompostanteil den Wert eher an. Für selbst gemischte Blumenerde gilt deshalb: höchstens etwa 30 % besonders gut durchgerotteter Kompost. Bei gekaufter Erde steht das RAL-Gütezeichen für eine regelmäßige unabhängige Prüfung, unter anderem von pH-Wert, Nährstoffversorgung und Struktur.
Auch die Lagerzeit zählt. Länger gelagerte Blumenerde kann sich in Salzgehalt, pH-Wert und Struktur verändern, deshalb mischst du Reste frischer Erde bei. Angebrochene Säcke vom Vorjahr messe ich, bevor ich damit topfe. Wie es bei Torf, Kokos, mineralischen Substraten und HydrokulturHydrokultur ist eine Kulturmethode ohne Erde: Die Wurzeln wachsen in einem neutralen Füllsubstrat wie Blähton, und eine Nährlösung aus Wasser und gelösten Nährstoffen versorgt die Pflanze. aussieht, liest du im Ratgeber zum pH-Wert dieser Pflanzsubstrate und zur Nährstoffaufnahme.
So misst du den pH-Wert im Topf zuverlässig
Für eine direkte Messung im Substrat brauchst du eine geeignete, kalibrierte Glas-Einstichelektrode. Einfache Metallsonden können unzuverlässige Ergebnisse liefern, und sehr trockenes Substrat ebenso. Ich kalibriere die Elektrode vor jeder Messreihe mit zwei Pufferlösungen und notiere Topf, Datum und Gießwasser.
Bei torffreien Erden kann die Oberfläche trocken sein, obwohl das Substrat weiter unten noch nass ist. Weil sehr trockenes Substrat den Messwert unzuverlässig machen kann, steckst du die Elektrode nicht in die abgetrocknete Deckschicht, sondern in den feuchten Wurzelbereich darunter.
Vergleichst du deinen Wert mit einem Laborbefund, frag nach dem Messverfahren. In Kultursubstraten können Messungen in Wasser und in Calciumchloridlösung um bis zu eine pH-Stufe auseinanderliegen. Der Wert aus der Wassermessung liegt dann höher.
Nimm eine Glas-Einstichelektrode statt einer Metallsonde. Kalibriere sie vorher mit Pufferlösungen bei pH 4 und pH 7. Miss im feuchten Wurzelbereich, nicht in der trockenen Oberfläche. Notiere bei jedem Vergleich, ob in Wasser oder in Calciumchloridlösung gemessen wurde.
Für Beete mit Gartenboden führt der Weg über eine Mischprobe fürs Labor. Wie du sie ziehst und was der Befund über Bodenart und Humus aussagt, steht im Grundlagenabschnitt „Boden kennen: Humus, Bodenleben und Bodenanalyse“.
Gelbe Blätter im Topf: erst die Richtung klären
Gelbe junge Blätter mit grünen Adern passen zu Eisenmangel, lassen sich aber nicht immer sicher von ManganmangelManganmangel ist eine Unterversorgung der Pflanze mit dem Spurenelement Mangan. Er zeigt sich zuerst an jüngeren Blättern, etwa als abgestorbene Punkte oder Streifen, und entsteht oft, weil Mangan bei hohem pH-Wert oder Trockenheit für die Wurzeln nicht verfügbar ist. unterscheiden. Ein zu hoher pH-Wert durch hartes Gießwasser kann Eisen festlegen. In rindenhumusreicher Erde kann umgekehrt ein zu niedriger Wert über Manganüberschuss eine Eisenmangelchlorose auslösen. Dasselbe BlattbildDas Blattbild ist das sichtbare Erscheinungsbild der Blätter: Farbe, Flecken und das Muster von Verfärbungen. Es hilft dir einzuschätzen, ob einer Pflanze Nährstoffe fehlen oder ob eher eine Krankheit dahintersteckt. kann also aus entgegengesetzten Richtungen kommen, deshalb misst du, bevor du Kalk oder etwas Säuerndes einsetzt.
Nicht jede Vergilbung hat mit dem pH-Wert zu tun. Vergilbung mit Blattfall kann auch Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder WasserstressWasserstress bedeutet, dass eine Pflanze zu wenig Wasser bekommt. Bei Gehölzen zeigt er sich oft erst einige Monate später durch Blatt- oder Nadelfall, schwaches Wachstum und höhere Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten. anzeigen, und anhaltende Staunässe schädigt die Wurzelspitzen. Ich fühle deshalb zuerst die Feuchte im unteren Topfbereich und schaue, ob das Wasser unten abläuft. Den Magnesiumgehalt verrät dir der pH-Wert übrigens nicht, dafür braucht es eine eigene Untersuchung.
pH-Wert in Universalerde anpassen
Wenn der Wert steigt: Gießwasser und Dünger prüfen
Prüfe zuerst dein Gießwasser, denn eine hohe CarbonathärteDie Carbonathärte ist der Teil der Gesamthärte des Wassers, der auf Calcium- und Magnesiumcarbonat zurückgeht. Sie wirkt alkalisch und beeinflusst deshalb den pH-Wert der Topferde, wenn du mit diesem Wasser gießt. kann den pH-Wert im Substrat anheben. Das kann die Verfügbarkeit von Eisen und weiteren SpurenelementenSpurenelemente sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in kleinen Mengen brauchen, ohne die sie aber nicht normal wachsen: Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor, Molybdän und Chlor. Man nennt sie auch Spurennährstoffe oder Mikronährstoffe. vermindern. Selbst tonhaltige Kultursubstrate puffern das nur begrenzt ab, deshalb gehört die Härte deines Wassers in die Wahl des Düngers.
Auch die Stickstoffform wirkt mit: Ammoniumbetonte Ernährung säuert den Wurzelraum, nitratbetonte wirkt basisch. Gießt du mit hartem Wasser, kann eine nitratbetonte Düngung den pH-Wert also zusätzlich in dieselbe Richtung schieben wie das Wasser.
Kalkempfindliche Pflanzen wie Rhododendren gießt du bevorzugt mit Regenwasser. Ich fange es für meine Kübel an einem Fallrohr auf, das von einem Dach ohne Kupfer- oder Zinkblech kommt. Ist die Erde über die Jahre zusammengesackt, setze ich die Pflanze lieber in frische Erde, als den alten Ballen nachzukorrigieren.
Regenwasser von Kupfer- oder Zinkdächern und von herbizidhaltigen Dachbahnen ist für die Gartenbewässerung ungeeignet oder nur eingeschränkt geeignet. Prüfe, worüber dein Wasser läuft, bevor du es sammelst.
Weiße Krusten am Topfrand gleich als Überdüngung deuten. Solche kristallinen Beläge können auch aus den Salzen des Gießwassers stammen und beweisen allein keine Überdüngung.
Wenn der Wert zu niedrig liegt
Misst du in rindenhumusreicher Erde Werte unter pH 6, hebst du den Wert an. Kalk neutralisiert Säure und erhöht so den pH-Wert. Kohlensaurer Kalk wirkt dabei vergleichsweise langsam und mild. Taste dich heran: Arbeite ihn ein, gieße an und miss erneut, bevor du weiteren Kalk gibst. Eine nitratbetonte Düngung kann den pH-Wert im Wurzelraum zusätzlich anheben.
Kalk gehört nur in Erde, deren gemessener Wert unter dem Zielbereich liegt. Liegt der pH-Wert schon darüber, kommen weder Kalk noch kalkhaltige Dünger oder Kompost hinein. Im Beet gilt dieselbe Regel: Gekalkt wird nur nach Befund, abgestimmt auf Bodenart und Humusgehalt. Mengen und Abstände für leichte und schwere Gartenböden findest du im Grundlagenabschnitt zu pH-Wert und Kalk.
Holzasche wird oft als Mittel genannt, um saure Erde anzuheben. Wegen möglicher Schwermetall- und Schadstoffbelastungen gehört sie aber weder als Dünger in die Erde noch auf den Kompost. Abgekühlt kommt sie in den Hausmüll, ohne dass du dabei Staub aufwirbelst.
Wenn du den pH-Wert senken willst
Brauchst du dauerhaft saure Erde, wählst du besser gleich ein passendes Substrat, statt Universalerde umzubauen. Erde und Dünger richten sich nach den Ansprüchen der Pflanzenart, die darin wachsen soll. Soll ein Kultursubstrat doch mit SchwefelSchwefel ist einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe. Pflanzen brauchen ihn vor allem für den Eiweißaufbau und nehmen ihn überwiegend als Sulfat aus dem Boden auf, zum Teil auch aus der Luft. abgesenkt werden, bestimmt eine Probesäuerung im Labor die Menge. Nach der Behandlung können weiches Gießwasser und ammoniumbetonte Düngung einen weiteren starken pH-Abfall auslösen, deshalb kontrollierst du den Verlauf mit Messungen.
Moorbeetdünger senken den pH-Wert ebenfalls und passen deshalb nicht ungeprüft zu anderen Pflanzen. Mehr dazu, wie der pH-Wert in Spezialerden auf die Nährstoffaufnahme wirkt und wie du ihn dort korrigierst, steht im Ratgeber zu Spezialerden.
Wann Universalerde im Topf nicht passt
Der passende pH-Wert richtet sich nach Bodenart und Pflanzengruppe, und schon für alle Blühpflanzen zusammen taugt kein einheitlicher Zielbereich. Welche Pflanzengruppen was brauchen, ordnet der Grundlagenabschnitt „Nährstoffe verstehen: NPK, Spurenelemente und Pflanzenbedarf“ ein. Ausführlich zeigt der Ratgeber, wie du Blumenerde an säureliebende, neutrale und kalkliebende Pflanzen anpasst.
Im Topf fällt die Entscheidung schon beim Kauf der Erde. Beim Einkauf lese ich zuerst, für welche Pflanzengruppe eine Erde gedacht ist, denn gute Blumenerde hat einen zur vorgesehenen Gruppe passenden pH-Wert. Bei diesen Topfpflanzen liegt der Bedarf außerhalb dessen, was Universalerde abdecken soll:
| Topfpflanze | Was sie beim pH-Wert braucht |
|---|---|
| Kulturheidelbeere im Kübel | saures Substrat mit etwa pH 4,0 bis 5,0 und kalkarmes Gießwasser |
| Rhododendron im Kübel | bevorzugt pH 4,5 bis 5,5, gegossen am besten mit Regenwasser |
| Umfärbbare Hortensie, die blau blühen soll | saurer Bereich von etwa pH 4 bis 5,5; ab etwa pH 6,0 blüht sie rosa |
| Zitrusgewächse | keine komposthaltige Eigenmischung, weil deren pH-Wert häufig zu hoch ist |
Bei viel Rindenhumus vermeidest du Werte unter pH 6. Ab etwa pH 6,0 blühen umfärbbare Hortensien aber rosa statt blau. Für eine blaue Hortensie ist eine rindenhumusreiche Universalerde deshalb die falsche Wahl. Die Blaufärbung hängt außerdem an verfügbarem Aluminium, und nicht jede Sorte lässt sich überhaupt blau färben. Rhododendren, Azaleen und Heidelbeeren bekommen keinen gewöhnlichen Gartenkompost, weil er den pH-Wert anhebt.
Für jeden Kübel führe ich eine Zeile im Gartenheft: Erde, Messdatum, Messwert und ob ich mit Regen- oder Leitungswasser gieße. Beim nächsten Umtopfen lese ich daran ab, in welche Richtung sich der Wert bewegt hat.
Für das Rosenbeet gelten eigene Werte. Wie du den pH-Wert im Rosenbeet misst und einstellst, erklärt der Ratgeber zu Rosenerde.
