Kresse-Substrat im Vergleich: Küchenpapier, Erde, Kokos oder Hydrokultur
- Für die junge Ernte reicht feuchtes Küchenpapier oder feuchte Watte; auf Küchenkrepp ist Kresse nach etwa einer Woche schnittreif.
- Auf jeder Unterlage gilt: feucht, aber nicht nass. Eine verschimmelte Anzucht ist nicht mehr nutzbar.
- Kresse ist ein Lichtkeimer, die Saattiefe liegt bei 0 bis 0,5 cm.
- Für die kurze Kultur zur jungen Ernte braucht Kresse keinen zusätzlichen Dünger, auch keine Nährlösung.
- Für Kresse in Erde nimmst du frische Aussaaterde statt Gartenkompost, weil Gartenkompost Krankheitserreger nicht zuverlässig abtötet.

Du willst Kresse auf der Fensterbank ziehen und fragst dich, ob Küchenpapier genügt oder ob es Erde, Kokos oder ein Keimgerät sein muss. Ich säe Kresse für die Küche meist auf feuchtes Küchenkrepp in einer flachen Schale. Für die junge Ernte braucht sie weder Erde noch Dünger, wohl aber eine Unterlage, die feucht bleibt, ohne nass zu werden. Wird es zu nass und die Anzucht schimmelt, ist sie nicht mehr nutzbar.
Erde, Kokos, Keimmatten und HydrokulturHydrokultur ist eine Kulturmethode ohne Erde: Die Wurzeln wachsen in einem neutralen Füllsubstrat wie Blähton, und eine Nährlösung aus Wasser und gelösten Nährstoffen versorgt die Pflanze. funktionieren ebenfalls. Jede dieser Unterlagen verlangt aber andere Handgriffe beim Gießen, Ernten und Saubermachen.
Welches Substrat für Kresse? Der Überblick
Für die schnelle Ernte auf der Fensterbank empfehle ich dir feuchtes Küchenkrepp. Im Topf und im Beet säst du in Erde. Auf der Fensterbank kannst du Kresse das ganze Jahr über ansetzen, der Pflegeaufwand ist gering.
| Substrat | Wofür es sich eignet | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Küchenkrepp, Küchenpapier | junge Ernte auf der Fensterbank, schnittreif nach etwa 1 Woche | feucht, nicht nass; beim Säen bleibt gut die Hälfte der Papierfläche sichtbar |
| Watte | junge Ernte auf der Fensterbank | feucht, nicht nass; stehendes Wasser abgießen |
| Keimmatte, Vlies | junge Ernte in Schale oder Keimgerät | Vorbereitung und Wiederverwendung nach Gebrauchsanweisung |
| Aussaaterde | Schale, Topf und Beet | Salzgehalt unter 0,5 g/l; Feuchte auch unter der Oberfläche prüfen |
| KokosmarkKokosmark sind die feinen Bestandteile zwischen den Fasern der Kokosnusshülle. Der Reststoff aus der Kokosverarbeitung wird als Torfersatz in torffreien Erden verwendet, weil er ähnlich viel Wasser hält und ähnlich luftig ist wie Torf., KokosfasernKokosfasern sind die Fasern aus der Umhüllung der Kokosnuss, die bei deren Verarbeitung anfallen. Als torffreier Bestandteil von Blumen- und Pflanzerden sorgen sie für viel Luft im Substrat, halten aber weniger Wasser als Torf. | Anzucht ohne Torf in der Schale | vorher durchfeuchten; Feuchte in der Tiefe prüfen |
| Hydrokultur, Steinwolle, Keimgerät | Anzucht ohne Erde über einem Wasservorrat | keine NährlösungEine Nährlösung ist ein Gemisch aus Wasser und gelöstem Dünger, das Pflanzen ohne Erde mit Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor und Kalium versorgt. Sie gelangt bei erdelosen Verfahren wie der Hydroponik über die Bewässerung an die Wurzeln. nötig; Samen liegen auf, nicht im Wasser |
Gartenkompost fehlt in dieser Liste mit Absicht; den Grund findest du beim Thema Erde.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Im Sommer hilft etwas Schatten, vorzeitigem Schossen entgegenzuwirken.
- Bodenart
Für die Kultur ausgewachsener Pflanzen sind viele Böden geeignet; gleichmäßige Bodenfeuchte begünstigt das Wachstum.
- Bodenreaktion
Leicht saure, neutrale bis leicht alkalische Böden geeignet.
- Substrat
Feuchter Boden fördert eine gute Entwicklung.
Pflege
- Pflege
Die Pflanze ist pflegeleicht.
- Düngung
Bei kurzer Kultur zur Ernte junger Pflanzen benötigt Gartenkresse keine zusätzliche Düngung; das gilt für Beetreihen und Schalen auf der Fensterbank.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
Was jedes Kresse-Substrat leisten muss
Ganz gleich, worauf du säst: Die Anzucht soll feucht sein, aber nicht nass. Kresse keimt im Licht, deshalb liegt die Saattiefe bei 0 bis 0,5 cm und die Samen bleiben praktisch obenauf. Ein sonniger bis halbschattiger Platz passt zu ihr. Nach 2 bis 5 Tagen zeigen sich die Keimlinge.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Saattiefe | 0 bis 0,5 cm, Lichtkeimer |
| Keimdauer | 2 bis 5 Tage |
| Keimtemperatur, Minimum | 8 bis 20 °C |
| Keimtemperatur, Maximum | 20 bis 22 °C |
| Ernte auf feuchtem Küchenkrepp | nach etwa 1 Woche |
| Kulturdauer insgesamt | 4 bis 30 Tage |
| Licht | sonnig bis halbschattig |
| Anzuchtfeuchte | feucht, nicht nass |
Ich prüfe die Feuchte mit der Fingerkuppe am Rand der Unterlage. Fühlt sie sich feucht an und steht kein Wasser in der Schale, lasse ich alles, wie es ist. Glänzt Wasser am Schalenboden, gieße ich es ab.
Verschimmelte Stellen herauszupfen und den Rest weiterziehen. Ist eine Kresse-Anzucht verschimmelt, ist sie nicht mehr nutzbar. Ich räume die Schale dann ab, spüle sie gründlich aus und setze neu an.
Küchenpapier und Watte: die einfachste Unterlage
Feuchtes Küchenpapier oder feuchte Watte reichen, wenn du Kresse jung ernten willst. Auf feuchtem Küchenkrepp schneidest du sie nach etwa einer Woche. Dass Papier keine Nährstoffe mitbringt, ist dabei kein Nachteil: Gartenkresse braucht bei der kurzen Kultur zur jungen Ernte keinen zusätzlichen Dünger.
Ich lege das Krepp glatt in eine flache Schale und feuchte es an, bis es sich vollgesogen hat. Steht danach Wasser am Schalenboden, gieße ich es ab. Die Samen streue ich so, dass gut die Hälfte der Papierfläche sichtbar bleibt. Abdecken musst du nichts, weil Kresse im Licht keimt. Mit Watte gehst du genauso vor.
Flache Schale nehmen, Küchenkrepp glatt einlegen und anfeuchten, stehendes Wasser abgießen. Samen so verteilen, dass gut die Hälfte des Papiers sichtbar bleibt, und die Schale an einen hellen Platz stellen. Feuchte mit dem Finger prüfen und nach etwa einer Woche mit sauberer Schere ernten.
Keimmatten und Vliese
Keimmatten und Vliese funktionieren wie Küchenpapier: Die Samen liegen auf einer feuchten Fläche und keimen im Licht. Wie du eine Matte vorbereitest und ob du sie erneut verwenden kannst, steht in der Gebrauchsanweisung. Eine Matte, auf der eine Anzucht verschimmelt ist, nehme ich nicht noch einmal.
Kresse in Erde: frische Aussaaterde statt Gartenkompost
In Erde ziehst du Kresse in der Schale, im Topf oder direkt im Beet. Für Schale und Topf nehme ich frische Aussaaterde, deren Salzgehalt unter 0,5 g/l liegen sollte. Für Topferde in Kübeln und Blumenkästen werden dagegen 2,5 bis 3 g/l angegeben. Wie sich Erden und Substrate unterscheiden, auch beim Torfanteil, erklären die Grundlagen zu Düngen und Boden.
Gartenkompost lasse ich als Unterlage für Kresse weg. Kresse isst du roh, und Gartenkompost tötet Krankheitserreger nicht zuverlässig ab, weil ausreichende RottetemperaturenDie Rottetemperatur ist die Temperatur im Inneren eines Komposthaufens, die entsteht, weil Mikroorganismen beim Abbau des Materials Wärme freisetzen. Liegt sie in der Heißrotte über 55 °C, hilft sie, Krankheitserreger abzutöten. im Haufen oft nicht durchgehend erreicht werden. Umgekehrt dient Kresse als Prüfpflanze für Kompost: Wächst sie darin nach 5 Tagen schwächer oder gelblich-braun als in Gartenerde, braucht der Kompost noch Reifezeit.
Für Erde nehme ich eine Schale mit Wasserablauf, damit überschüssiges Gießwasser abfließt und keine Staunässe entsteht. In torffreier Erde kann die Oberfläche schon trocken sein, während es weiter unten noch nass ist. Deshalb prüfe ich die Feuchte mit dem Finger unter der Oberfläche, bevor ich gieße. Alte Topferde aus Gefäßen mit wurzelfaulen Pflanzen kommt bei mir nicht in die Kresseschale.
Kokos als torffreie Unterlage
Kokosmark und Kokosfasern gehören zu den Stoffen, die Torf in Substratmischungen ersetzen können. Für Kresse nutze ich Kokos als reine Unterlage in einer flachen Schale. Einen gepressten Kokosziegel lasse ich vorher vollständig aufquellen und drücke ihn aus, bis er feucht, aber nicht nass ist. Danach gilt die Fingerprobe wie bei torffreier Erde: Auch hier kann die Oberfläche trocken wirken, während es darunter noch nass ist.
Wer bewusst ohne Torf gärtnert, liest das Etikett genau: Als torfreduziert oder torfarm bezeichnete Blumenerden können noch bis zu 70 % Torf enthalten.
Hydrokultur und Steinwolle: braucht Kresse eine Nährlösung?
In Hydrokultur, auf Steinwolle oder im Keimgerät wächst Kresse ohne Erde über einem Wasservorrat. Auch hier gilt feucht, nicht nass: Ich achte darauf, dass die Samen auf dem Träger liegen und nicht im Wasser stehen.
Behälter und Siebe spüle ich vor jedem neuen Ansatz gründlich aus. Wie du ein Keimgerät reinigst und befüllst, steht in der Gebrauchsanweisung. Ob Kresse aus Hydrokultur sauberer bleibt oder länger hält als Kresse aus Erde, lässt sich nicht verlässlich sagen.
„Ohne Nährlösung wächst Kresse in Hydrokultur nicht.“ Für die kurze Kultur zur jungen Ernte braucht Gartenkresse keinen zusätzlichen Dünger, weder in der Schale auf der Fensterbank noch in der Beetreihe. Für die junge Ernte genügt sauberes Wasser.
Kresse im Beet: Aussaat, Abstände und Nachbarn
Im Beet säst du Kresse von April bis September direkt aus. Geerntet wird von Mai bis September. Für eine fortlaufende Ernte junger Blätter säe ich alle drei Wochen nach. Lässt du Kresse im Beet auswachsen, eignen sich viele Böden, von leicht sauer bis leicht alkalisch. Gleichmäßige Bodenfeuchte begünstigt ihr Wachstum. Im Sommer bekommt sie bei mir einen Platz mit etwas Schatten, das wirkt vorzeitigem Schossen entgegen.
| Aussaat im Beet | Wert |
|---|---|
| Saattiefe | 0 bis 0,5 cm |
| Abstand in der Reihe | 0 bis 2 cm |
| Reihenabstand | 0 bis 2 cm |
| Wuchsform | dichte Saat ohne Stütze, Ernte als junge Blätter |
| Aussaat | April bis September, NachsaatNachsaat heißt, Lücken in einem bestehenden Pflanzenbestand nachträglich mit frischem Saatgut zu schließen, ohne die Fläche komplett neu anzulegen. Im Garten betrifft das etwa lückigen Rasen oder Wiesenflächen. alle drei Wochen |
| Ernte | Mai bis September |
Gedüngt wird für die junge Ernte auch im Beet nicht. Ein hohes StickstoffangebotDas Stickstoffangebot ist die Menge an Stickstoff, die den Pflanzen im Boden tatsächlich zur Verfügung steht. Fachleute bestimmen diesen pflanzenverfügbaren Stickstoff mit einer Bodenanalyse, der sogenannten Nmin-Methode. im Boden kann die Nitratanreicherung in Gemüse fördern, deshalb düngst du ohnehin nur nach Bedarf.
Kresse gehört zu den Kreuzblütlern. Säst du sie als ZwischenkulturEine Zwischenkultur ist eine schnell wachsende Gemüsekultur, die gleichzeitig mit einer langsam wachsenden Hauptkultur auf dem Beet steht, meist in Reihen dazwischen. Sie ist geerntet, bevor die Hauptkultur den ganzen Platz braucht., achtest du wie bei jeder Zwischenkultur auf die Pflanzenfamilie. Welche Nachbarn neben Kresse passen, prüfst du im Mischkultur-Planer, und beim Berücksichtigen von Anbaupausen in deiner Beetplanung hilft dir der Beetplaner.
Ernte, Geschmack und Hygiene
Ich schneide Kresse mit einer sauberen Schere über der Unterlage und verwende sie möglichst sofort. Bei Kresse aus Erde setze ich die Schere so an, dass keine Krümel an die Stiele kommen. Kresse schmeckt scharf-würzig und leicht pfeffrig und passt als Küchenkraut, in Salat und zum Rohverzehr. Ob das Substrat diesen Geschmack verändert, lässt sich nicht verlässlich sagen.
Gekaufte Kresse im Karton mit Nährboden hält sich im Kühlschrank 3 bis 4 Tage. Auf bereits abgeschnittene Kresse lässt sich dieser Wert nicht übertragen, sie gehört möglichst sofort auf den Teller.
Diese Hinweise gelten für Kresse, die du über der Unterlage abschneidest. Für Sprossen aus dem Keimglas ersetzen sie kein Hygieneprotokoll.





