Thermokomposter oder offener Haufen: Platz und Abfallmenge entscheiden
- Ein Thermokomposter braucht wenig Stellfläche und schützt kleine Abfallmengen vor rascher Austrocknung.
- Bei üblicher Befüllung mit kleinen Mengen läuft die Rotte darin normalerweise nicht schneller als im Latten- oder Gitterkomposter.
- Offene Haufen und Lattenkomposter ermöglichen natürlichen Luft- und Wasseraustausch und lassen sich als Miete in der Länge erweitern.
- Gartenkompost reift je nach Material und Rotteführung in etwa 4 bis 12 Monaten.
- Auch im Thermokomposter werden Krankheitserreger nicht zuverlässig abgetötet.
- Ob Behälter oder Haufen passt, entscheiden dein Platz und die Menge, die anfällt.

Ein Thermokomposter braucht wenig Stellfläche und hält den Abfall unter dem Deckel. Ob er zu deinem Garten passt, hängt aber weniger am Behälter als an deinem Platz und an der Menge, die im Jahr anfällt. Ich kläre deshalb zuerst zwei Fragen: Wo kann der Kompost stehen, und wohin kommt er später?
Kompost liefert Pflanzennährstoffe und organische Substanz, die das BodenlebenBodenleben ist die Gesamtheit der Lebewesen im Boden, von Bakterien, Pilzen und Algen bis zu Tieren wie Regenwürmern. Sie zersetzen Pflanzenreste zu Nährstoffen, legen Humus an und bauen die Bodenstruktur auf. fördert und zur Humusversorgung beiträgt. Eigener Kompost kann außerdem deine Ausgaben für Dünger und Blumenerde verringern. Was beim Anlegen grundsätzlich zählt, findest du im Ratgeber zu Standort, Material und System beim Kompostanlegen.
Ein Thermokomposter ist ein geschlossener Behälter mit Deckel, der Austrocknung und Abkühlung des Materials bremst. Ein offener Kompost liegt als frei aufgesetzter Haufen, als längliche Miete oder in einem Latten- oder Gitterbehälter. Er ermöglicht einen natürlichen Luft- und Wasseraustausch mit der Umgebung.
Thermokomposter oder normaler Komposter: Was passt zu dir?
Ob Behälter oder Haufen, entscheiden zwei Dinge: der Platz, den du hast, und die Menge an Material, die anfällt. Ein Thermokomposter passt, wenn du wenig Fläche hast und vor allem kleine Mengen kompostierst. Der geschlossene Behälter braucht wenig Stellfläche und schützt kleine Abfallmengen vor rascher Austrocknung. Ein offener Kompost passt, wenn viel Grünschnitt, Laub und Gartenabfall anfallen und du dafür Platz hast.
| Deine Lage | Passendes System | Warum |
|---|---|---|
| Kleiner Garten, vor allem Küchenreste | Thermokomposter | wenig Stellfläche, Schutz kleiner Mengen vor rascher Austrocknung |
| Viel Rasen-, Hecken- und Staudenschnitt, dazu Herbstlaub | offener Kompost | natürlicher Luft- und Wasseraustausch, eine Miete lässt sich in der Länge erweitern |
| Beides fällt regelmäßig an | Kombination aus beiden | jedes Material kommt in das System, das zu ihm passt |
| Wenig Beetfläche für den fertigen Kompost | kleiner Behälter, Überschuss in die Biotonne | eigener Kompost lohnt nur, wenn du ihn verwenden kannst |
| Der Kompost soll schnell fertig sein | kein System allein | kleine Mengen rotten im Thermokomposter normalerweise nicht schneller |
Ziehst du auch einen Trommelkomposter in Betracht, hilft dir der Vergleich, wie sich Lattenkomposter, Trommelkomposter und weitere Systeme unterscheiden.
Worin sich Thermokomposter und offener Kompost unterscheiden
Die Unterschiede betreffen Platz, Luft- und Wasserhaushalt, Tempo und Handhabung.
| Merkmal | Thermokomposter | Offener Kompost |
|---|---|---|
| Bauweise | geschlossener Behälter mit Deckel | Haufen, Miete oder Latten- und Gitterbehälter |
| Stellfläche | wenig | mehr; eine frei aufgesetzte Miete höchstens etwa 1,5 m hoch und 2 m breit an der Basis |
| Luft und Wasser | Deckel hält Niederschläge ab, Belüftung braucht Sorgfalt | natürlicher Luft- und Wasseraustausch |
| Feuchte und Wärme | bremst Austrocknung und Abkühlung | bei Trockenheit wässern, bei Regen gegen Übernässung abdecken |
| Reifedauer | etwa 4 bis 12 Monate je nach Material und Rotteführung, bei kleinen Mengen normalerweise nicht schneller als offen | etwa 4 bis 12 Monate je nach Material und Rotteführung |
| Erweitern | Volumen durch den Behälter vorgegeben | eine Miete lässt sich in der Länge erweitern |
| Umsetzen und Entnahme | Material im Behälter auflockern | Miete bequem umsetzbar, herausnehmbare Latten erleichtern die Entnahme |
Platz: einzelner Behälter oder ganzer Kompostplatz
Ein Thermokomposter braucht wenig Stellfläche und findet deshalb auch in einem kleinen Garten Platz. Ein offener Kompost braucht mehr Raum, besonders wenn du mit mehreren Behältern arbeitest. In offenen Gitter- oder Lattenbehältern sind zwei Behälter sinnvoll: In den einen füllst du, im anderen reift das Material ohne neue Zugaben. Mit genug Platz trennst du in drei Kompostern frisches Material, laufende Rotte und reifen Kompost. Ein Haushalt mit vier Personen plant für den gesamten Kompostplatz etwa 6 bis 10 m² ein.
Luft und Feuchte: Was der Deckel ändert
Beim Thermokomposter hält der Deckel Regen vom Material fern, sodass es nicht zusätzlich vernässt. Zugleich bremst der geschlossene Behälter Austrocknung und Abkühlung. Das hilft kleinen Mengen, verlangt aber eine sorgfältige Belüftung, damit der Inhalt nicht vernässt. Im offenen Kompost tauschen Luft und Wasser dagegen natürlich mit der Umgebung aus. Dort wässerst du bei Trockenheit nach Bedarf und deckst den Haufen bei Regen gegen Übernässung ab.
Ich greife vor dem Nachfüllen in den Behälter und drücke eine Probe in der Hand zusammen. Fühlt sie sich an wie ein ausgedrückter Schwamm, passt die Feuchte.
Den Thermokomposter nur mit feuchten Küchenresten füllen. Weil der geschlossene Behälter das Austrocknen bremst und eine sorgfältige Belüftung braucht, kann das Material vernässen und faulig riechen. Halte daneben einen Vorrat trockener Gartenmaterialien wie kleine Äste, RindenmulchRindenmulch ist rohe, nicht kompostierte Baumrinde, mit der du den Boden unter Gehölzen abdeckst. Er enthält wachstumshemmende Stoffe und bindet Stickstoff im Boden, deshalb gehört er nicht ins Gemüsebeet. oder Stroh bereit und mische ihn regelmäßig unter.
Ist ein Thermokomposter schneller?
Gartenkompost braucht je nach Material und Rotteführung etwa 4 bis 12 Monate, bis er reif ist. Das Tempo bestimmen Zutaten, Feuchtigkeit und Bodenlebewesen mit, nicht allein die Bauweise. Prüfe deshalb den Reifezustand, statt dich auf einen festen Termin zu verlassen. Hinweise auf Reife sind eine gleichmäßig feinkrümelige Struktur und der Geruch nach feuchter Walderde.
Halbiert ein Thermokomposter die Rottezeit? Nicht grundsätzlich. Füllst du ihn wie üblich mit kleinen Mengen, rottet das Material darin normalerweise nicht schneller als in einem offenen Gitter- oder Lattenkomposter.
Wird es im Thermokomposter heißer?
Der geschlossene Behälter bremst die Abkühlung, eine Heißrotte garantiert er aber nicht. Als günstig gelten 60 bis 70 °C im Inneren, allerdings in einem ausreichend großen und gut geführten Kompost. Günstige Temperaturen setzen also einen ausreichend großen Kompost voraus. Weil kleine Mengen im Thermokomposter zudem normalerweise nicht schneller rotten, ersetzt die Behälterwand keine ausreichende Füllmenge. Auch ein hoher Messwert beweist keine Hygienisierung. Im Garten werden die nötigen RottetemperaturenDie Rottetemperatur ist die Temperatur im Inneren eines Komposthaufens, die entsteht, weil Mikroorganismen beim Abbau des Materials Wärme freisetzen. Liegt sie in der Heißrotte über 55 °C, hilft sie, Krankheitserreger abzutöten. oft nicht durchgehend erreicht, deshalb tötet Gartenkompost Krankheitserreger für Menschen, Tiere und Pflanzen nicht zuverlässig ab. Guter Kompost kann im Garten aber auch ohne ausgeprägte Heißrotte entstehen, durch Kaltrotte.
Befüllen, Umsetzen und Entnehmen
Hast du genug Platz, verlängerst du eine freie Miete einfach und setzt sie bequem um. Am Lattenkomposter nimmst du einzelne Bretter heraus, das erleichtert Entnahme und Umsetzen. Ein zweiter Behälter daneben schafft Platz zum Umsetzen oder Lagern. Im Thermokomposter lockerst du das Material auf, denn Auflockern verbessert die Belüftung und vermindert sauerstoffarme Bereiche. Umsetzen ist in keinem der beiden Systeme Pflicht: Mischst du die unterschiedlichen Materialien vorher sorgfältig, kann es entfallen.
Mäuse, Ratten und Nachbarn
Unter den Komposter gehört ein Bodengitter mit höchstens 13 mm Maschenweite, das Wühlmäusen das Einnisten erschwert. Gekochte Speisereste sowie Fleisch- und Käsereste kommen in keines der beiden Systeme, weil sie Ratten anlocken können. Frische Küchenabfälle deckst du mit trockenen Gartenabfällen oder reifem Kompost ab, damit sie weniger Fruchtfliegen anlocken. Mit dem Kompostplatz hältst du besonders zu benachbarten Terrassen und Fenstern Abstand.
Standort und Pflege: Das gilt für beide
Beim Standort unterscheiden sich die Systeme kaum: Beide stehen günstig im HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone. auf offenem, ebenem Boden, geschützt vor extremer Sonne, Dauerregen und Wind. Im Ausgangsmaterial strebst du ein Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis von etwa 25:1 bis 35:1 an. Wie du einen Komposthaufen Schritt für Schritt aufsetzt, zeigt die Anleitung.
Auch die Pflege folgt denselben Regeln. Bei einer vielfältigen, lockeren Mischung aus Küchen- und Gartenabfällen brauchst du gewöhnlich weder Kompoststarter noch Kalk. Wie du Kompost pflegst, prüfst und verwendest, steht im Ratgeber zu Düngen, Boden und Kompost, und für Belüftung, Feuchte und Umsetzen übers Jahr gibt es einen eigenen Pflege-Ratgeber.
Wie viel Kompost kannst du verwenden?
Eigenkompostierung ist nur sinnvoll, wenn du für den fertigen Kompost tatsächlich Bedarf hast. Willst du alle häuslichen Bioabfälle selbst verwerten, ohne zu überdüngen, brauchst du als Faustregel ungefähr 50 bis 70 m² gedüngte Gartenfläche je Haushaltsmitglied. Hast du deutlich weniger Beetfläche, genügt ein kleiner Behälter, und überschüssige Gartenreste gibst du in die Biotonne oder zur kommunalen Grüngutsammlung. Ob Gartensäcke oder ein eigener Kompost für deine Abfälle besser passen, klärt ein eigener Ratgeber.
Beide Systeme kombinieren
Fallen in deinem Garten sowohl Küchenreste als auch viel Grünschnitt an, kann eine Kombination sinnvoll sein. Kleine Mengen Küchenreste kommen in den geschlossenen Behälter, der sie vor rascher Austrocknung schützt. Grünschnitt, Laub und gröbere Gartenabfälle landen auf einer offenen Miete, die sich bei Bedarf in der Länge erweitern lässt. Rasenschnitt lässt du vorher anwelken und mischst lockeres, trockenes Strukturmaterial darunter. Sonst verdichtet er leicht zu einer nassen, faulenden Masse.
Herbstlaub lagere ich in einem Drahtkorb neben dem Kompost. Im Winter gebe ich es lagenweise zu den Küchen- und Gartenabfällen und mische Gehölzhäcksel darunter.
So prüfst du deine Wahl
Beantworte diese Fragen, bevor du einen Behälter kaufst oder einen Haufen aufsetzt.
- Wie viel Fläche hast du für den gesamten Kompostplatz, nicht nur für einen Behälter?
- Fallen vor allem kleine Mengen Küchenreste an oder viel Grünschnitt und Laub?
- Wie viel Beetfläche nimmt den fertigen Kompost später auf?
- Kannst du neben einem Thermokomposter einen Vorrat an trockenem Strukturmaterial lagern?
- Hält der geplante Platz Abstand zu Terrassen und Fenstern der Nachbarn?
