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Komposthaufen anlegen: Schritt für Schritt vom Aufsetzen bis zur Ernte

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 15 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Platz im Halbschatten auf offenem, ebenem Boden wählen, geschützt vor extremer Sonne, Dauerregen und Wind.
  • Als luftige Basis einer Miete etwa 20 cm grobes Material locker aufschichten.
  • Feuchtes und trockenes, grobes und feines Material mischen; günstig ist ein C/N-Verhältnis von etwa 25:1 bis 35:1.
  • Feucht wie einen ausgedrückten Schwamm halten, luftdurchlässig abdecken und nach etwa 3 Monaten umsetzen.
  • Kompoststarter und Kalk sind bei vielfältiger Mischung normalerweise entbehrlich.
  • Reife nach etwa 4 bis 12 Monaten an Struktur, Geruch und mit dem Kressetest prüfen.
Komposter im Garten mit Küchen- und Gartenabfällen
Foto: Eva Bronzini · Pexels License · Quelle ↗

Ein Komposthaufen, der fault oder nach Monaten noch aus erkennbaren Schalen und Halmen besteht, kostet Platz und Geduld. Vieles davon entscheidet sich beim Aufsetzen: am Platz, an der Mischung und an der Feuchte. Ich setze meinen Haufen jedes Frühjahr neu auf und gehe dabei immer dieselben Schritte durch. Hier findest du sie in der Reihenfolge, in der du sie brauchst, vom leeren Platz bis zum gesiebten Kompost.

Eigener Kompost liefert Nährstoffe und organische Substanz für das Bodenleben und kann Ausgaben für Dünger und Blumenerde verringern. Damit du deine Bioabfälle vollständig selbst verwerten kannst, ohne zu überdüngen, brauchst du als Faustregel ungefähr 50 bis 70 m² gedüngte Gartenfläche je Haushaltsmitglied. Bei den Grundlagen zu Düngen, Boden und Kompost liest du nach, was zu Überdüngung führt und wie du sie vermeidest.

Der richtige Platz für den Komposthaufen

Stell den Kompost in den Halbschatten oder Schatten, auf offenen und ebenen Gartenboden. Dort ist er vor extremer Sonne, Dauerregen und Wind geschützt. Hecken und Bäume schirmen den Platz gegen Wind ab und beschatten ihn zugleich. Plane den Platz so, dass du ihn von Haus und Beeten gut erreichst. Der Weg dorthin sollte auch bei Regen begehbar sein, denn du kommst mit Eimer und Schubkarre oft vorbei. Halte besonders zu Terrassen und Fenstern der Nachbarn Abstand.

Mehr dazu, wie du den Kompostplatz im Garten auswählst, findest du im eigenen Ratgeber zur Platzwahl.

Zahl im Blick

Für den gesamten Kompostplatz eines Haushalts mit vier Personen rechnest du mit etwa 6 bis 10 m².

Marias Erfahrung

Ich habe zu meinem Kompost einen Weg aus Trittplatten gelegt. So schiebe ich die Schubkarre auch nach einem Regentag hin, ohne im Matsch stecken zu bleiben.

Was gilt rechtlich, und wie nimmst du Rücksicht auf die Nachbarn?

Haus-, Nutz- und Kleingärten sind vom Anwendungsbereich der Bioabfallverordnung ausgenommen. Das Düngemittel- und das Pflanzenschutzrecht gelten für dich trotzdem. In Wasserschutzgebieten können örtliche Schutzverordnungen oder Entscheidungen der Behörden bestimmte Handlungen verbieten oder einschränken. Frag deshalb vor dem Aufsetzen bei deiner Gemeinde nach, im Kleingarten zusätzlich beim Verein.

Für einen Gemeinschaftskompost in einer Wohnanlage klärst du vorab, wer ihn betreut, ob die Hausverwaltung zustimmt und wer den fertigen Kompost verwendet. Rücksicht nimmst du auch mit der Pflege: Eine gute Durchlüftung hilft, Geruchsbildung und klimaschädliche Methanemissionen zu vermeiden.

Was darf auf den Kompost und was nicht?

Guter Kompost entsteht aus einer Mischung, nicht aus einem einzelnen Abfall. Kombiniere feuchte mit trockenen, grobe mit feinen und stickstoffarme mit stickstoffreichen Materialien. Nährstoffarm und trocken sind zum Beispiel Laub, Stroh und Gehölzschnitt. Frische Küchenabfälle und Rasenschnitt bringen dagegen Feuchte und Nährstoffe mit.

Als günstig gilt ein Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis des Ausgangsmaterials von etwa 25:1 bis 35:1. Nachrechnen musst du das nicht, du liest die Mischung am Haufen ab. Riecht er nach Ammoniak, ist zu viel nährstoffreiches Material drin, und du mischst Laub, Stroh oder Gehölzschnitt bei. Riecht er faulig, ist er zu nass.

Herbstlaub kannst du neben dem Kompost bevorraten und im Winter mit Küchenabfällen und Gehölzhäckseln kombinieren. Weil Ammoniakgeruch genau nach diesem nährstoffarmen Material verlangt, lohnt sich der Laubvorrat besonders dann, wenn im Winter fast nur Küchenabfälle dazukommen.

Kurz erklärt

Das Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis, kurz C/N-Verhältnis, beschreibt, wie viel Kohlenstoff im Ausgangsmaterial auf den Stickstoff kommt. Stickstoffarmes, strohiges oder holziges Material hebt den Wert, frische nährstoffreiche Abfälle senken ihn.

Rasenschnitt und Küchenabfälle richtig einbringen

Rasenschnitt lässt du vor dem Kompostieren anwelken. Dann mischst du ihn mit lockerem, trockenem Strukturmaterial, statt ihn als eigene Lage aufzukippen. Ohne diese Mischung verdichtet er zu einer nassen, faulenden Masse.

Offen liegende Küchenabfälle deckst du mit trockenen Gartenabfällen oder reifem Kompost ab, damit sie weniger Fliegen anlocken. Ich bedecke jeden Eimer Küchenabfälle auf dem Haufen sofort mit trockenem Laub aus dem Vorrat daneben. Kaffeesatz kompostierst du zusammen mit anderen Küchenresten und grobem Gartenmaterial. Obst- und Gemüsereste, Teesatz und Eierschalen gehören ebenfalls in einen gemischten Gartenkompost.

Häufiger Fehler

Den ganzen Rasenschnitt eines Mähgangs als dicke Schicht oben auf den Haufen kippen. Die Halme kleben zusammen, schließen Luft aus und faulen. Lass sie anwelken und arbeite sie mit Laub oder Häckselgut unter.

Was gehört nicht auf den Kompost?

Gekochte Speisereste, Fleisch, Fisch, Knochen, Käse, Milchprodukte und Brot bleiben draußen, weil sie Ratten anlocken können. Pflanzen mit Wurzel- oder Stängelkrankheiten und Welkeerregern gehören ebenfalls nicht auf den Gartenkompost. Dasselbe gilt für samentragende Unkräuter und ausbreitungsfähige Unkrautwurzeln, weil ihre Inaktivierung im Kompost meist nicht gesichert ist. Solche Abfälle entsorgst du über Bio- oder Restmüll, den passenden Weg klärt dein örtlicher Entsorger.

Gehört auf den Kompost Bleibt draußen
Obst- und Gemüsereste, Kaffee- und Teesatz, Eierschalen Gekochte Speisereste, Fleisch, Fisch, Knochen
Angewelkter Rasenschnitt, gemischt mit Strukturmaterial Käse, Milchprodukte, Brot
Laub, Stroh, Gehölzschnitt und Häckselgut Pflanzen mit Wurzel-, Stängel- oder Welkekrankheiten
Feuchte krautige Gartenabfälle Samentragende Unkräuter und ausbreitungsfähige Unkrautwurzeln
Etwas Gartenerde zum Animpfen Holzasche
Achtung

Holzasche gehört weder als Dünger in den Garten noch auf den Kompost, weil sie mit Schwermetallen und Schadstoffen belastet sein kann. Lass sie abkühlen und gib sie in den Hausmüll, ohne dabei Staub aufzuwirbeln.

Passt dazu

Im Ratgeber zu typischen Kompostfehlern bei Materialwahl, Schichtung und Ernte findest du Fehler, die beim Kompostieren immer wieder passieren, und wie du sie vermeidest.

Den Komposthaufen Schritt für Schritt aufsetzen

Ob du einen offenen Haufen, einen Lattenkomposter oder einen geschlossenen Behälter nimmst, hängt von Platz und Materialmenge ab. Offene Komposter erlauben natürlichen Luft- und Wasseraustausch, geschlossene brauchen wenig Platz und schützen kleine Mengen vor raschem Austrocknen, verlangen aber besonders sorgfältige Belüftung. Wie sich Haufen, Latten-, Thermo- und Trommelkomposter unterscheiden und was auf Balkon oder in der Wohnung geht, zeigt der Vergleich der Kompostsysteme.

Was du brauchst

Viel Werkzeug braucht ein Komposthaufen nicht. Zum Umsetzen nimmst du eine Grabegabel, zum Zerkleinern von Ästen eine Gartenschere oder einen Häcksler. Eine Gießkanne hilft bei Trockenheit, ein Sieb trennt am Ende den fertigen Kompost von groben Resten. Ein Kompostthermometer ist kein Muss, zeigt dir aber, ob sich der Haufen erwärmt. Für den Umgang mit Mist legst du Handschuhe bereit.

Mini-Checkliste

Grabegabel · Gartenschere oder Häcksler · Gießkanne · Sieb · Eimer mit Deckel für Küchenabfälle · Vorrat an trockenem Laub, Stroh oder Häckselgut · Kompostthermometer nach Wunsch

Schritt 1: Den Untergrund vorbereiten

Setz den Haufen direkt auf offenen Gartenboden. Gibt es in deinem Garten Wühlmäuse, legst du vorher ein Bodengitter aus. Ein Gitter mit höchstens 13 mm Maschenweite erschwert ihnen, sich im Komposter einzunisten. Ein Drahtgitter am Boden erschwert auch anderen Nagern das Eindringen.

Schritt 2: Eine luftige Basis bauen

Unten kommt grobes Pflanzenmaterial hin, zum Beispiel Zweige, Strauchschnitt oder grobes Häckselgut. Schichte es locker, damit Luft von unten in den Haufen kommt. Bei einer frei aufgesetzten Miete bilden etwa 20 cm grobes Material die luftdurchlässige Basis.

Schritt 3: Schichten oder vormischen

Darauf bringst du feuchte und trockene Materialien im Wechsel ein. Die feuchten Schichten hältst du dabei dünner als die trockenen. Einfacher ist es, die Materialien vorher in der Schubkarre gut durchzumischen. Wer sorgfältig vormischt, kann sich das spätere Umsetzen unter Umständen sparen. Ich mische Küchenabfälle, angewelkten Rasenschnitt und Laub in der Schubkarre, bevor ich sie auf den Haufen kippe. Auf die erste Lage gibst du etwas Gartenerde, damit impfst du den neuen Kompost an.

Schritt 4: Höhe und Form im Blick behalten

Eine frei aufgesetzte Miete sollte etwa 1,5 m Höhe nicht überschreiten. An der Basis sollte sie nicht breiter als etwa 2 m werden. Brauchst du mehr Platz, verlängerst du die Miete, statt sie höher aufzutürmen. So bleibt sie bequem umzusetzen.

Schritt 5: Feuchte prüfen und abdecken

Zum Schluss prüfst du die Feuchte. Das Material soll sich anfühlen wie ein ausgedrückter Schwamm. Ist es zu trocken, gießt du nach. Dann deckst du den Haufen ab, damit er weder vernässt noch austrocknet. Die Abdeckung darf die Luft dabei nicht abschneiden.

Zahl im Blick

Basis einer frei aufgesetzten Miete: etwa 20 cm grobes Material, je nach Aufbau etwa 10 bis 20 cm. Höhe der Miete: höchstens etwa 1,5 m. Breite an der Basis: höchstens etwa 2 m. C/N-Verhältnis des Ausgangsmaterials: etwa 25:1 bis 35:1. Bodengitter gegen Wühlmäuse: höchstens 13 mm Maschenweite.

Den Kompost pflegen: Feuchte, Luft und Abdeckung

Ein Komposthaufen braucht gute Durchlüftung und soll feucht, aber nicht nass sein. Prüf die Feuchte regelmäßig mit der Hand. Ich ziehe dazu an der Seite etwas Material heraus und drücke es in der Faust zusammen. Fühlt es sich an wie ein ausgedrückter Schwamm, passt die Feuchte.

Wird der Haufen bei Trockenheit zu trocken, wässerst du ihn bedarfsgerecht. Stockt die Rotte deshalb schon, setzt du ihn um und befeuchtest das Material dabei. Bei Regen deckst du ihn gegen Übernässung ab. Ist er schon vernässt und riecht faulig, setzt du ihn um und mischst trockenes, strukturreiches Material unter.

Abdeckung bei Regen, Hitze und Kälte

Eine Abdeckung schützt den Kompost vor übermäßiger Nässe und vor Wärmeverlust. Bei Hitze bewahrt sie ihn außerdem vor dem Austrocknen. Wichtig ist, dass weiterhin Luft an das Material kommt. Leg deshalb nichts Luftdichtes direkt auf den Haufen. Beim Thermokomposter schützt der Deckel das Material vor zusätzlicher Vernässung durch Niederschläge.

Umsetzen: wann und wie

Eine Kompostmiete kannst du nach etwa 3 Monaten umsetzen, um die Rotte zu beschleunigen. Bei kühler Witterung darf das erste Umsetzen auch später liegen. Auflockern und Umsetzen bringen Luft in den Haufen und vermindern sauerstoffarme Bereiche. Ich setze dabei das Material von außen nach innen und von oben nach unten um und feuchte trockene Stellen gleich an. Sehr trockenes Material befeuchtest du vor dem Umlagern, damit weniger Staub entsteht.

Weißer Belag und Schimmel

Ein weißgrauer Belag mit pilzartigem Geruch weist auf zu trockenen Kompost hin. Auch starke Schimmelbildung kann bei Trockenheit auftreten. Setz den Haufen dann um und feuchte das Material dabei an. Ameisennester im Kompost sind ebenfalls ein Hinweis auf zu trockenes Material.

Tipp

Iss und trink nicht, während du am Kompost arbeitest, und reinige danach gründlich die Hände.

Fauliger Geruch weist auf Nässe hin, Ammoniakgeruch auf zu viel nährstoffreiches Material. Wie du Nässe, Geruch, Ratten, Fliegen und eine träge Rotte gezielt behebst, steht im Ratgeber zu Kompostproblemen.

Schneller zum Kompost: Was die Rotte beschleunigt und was nicht

Das Tempo der Rotte bestimmen die Zutaten, die Feuchtigkeit und die Bodenlebewesen im Haufen. Umsetzen beschleunigt sie zusätzlich. Bevor du Geld für Zusätze ausgibst, prüf deshalb erst Mischung und Feuchte.

Kompoststarter, Kalk und andere Zusätze

Bei einer vielfältigen, lockeren Mischung aus Küchen- und Gartenabfällen brauchst du normalerweise keinen gekauften Kompoststarter. Die Mikroorganismen kommen mit den Abfällen selbst in ausreichender Zahl und Vielfalt in den Haufen. Zusätze können die Verrottung fördern, nötig sind sie für einen gelingenden Kompost aber nicht. Als Starthilfe genügt etwas Gartenerde beim Aufsetzen.

Rotteorganismen bevorzugen ein Milieu um pH 7, das sich bei lockerer, strukturreicher Mischung meist ohne Kalk einstellt. Übermäßiges Kalken fördert dagegen die Freisetzung von Ammoniak und damit Stickstoffverluste. Mit Kalk auf dem Kompost verlierst du also eher Stickstoff, als dass du der Rotte hilfst.

Als Kompostbeschleuniger werden auch kalkhaltige oder stickstoffhaltige Düngemittel verwendet. Gibst du Dünger auf den Kompost, steigt der Nährstoffgehalt der späteren Komposterde. Diese Nährstoffe rechnest du später beim Düngen der Beete mit ein.

Mythos-Check

„Gegen stinkenden Kompost hilft Kalk.“ Stimmt nicht, denn Kalk beseitigt keinen Sauerstoffmangel. Riecht der Haufen faulig, setzt du ihn um und mischst trockenes Strukturmaterial unter.

Wenn die Zersetzung zu langsam läuft

Bleibt das Material lange unverändert, können Trockenheit oder zu viel holziges Strukturmaterial die Ursache sein. Gegen Trockenheit hilft Anfeuchten, gegen zu viel Holziges das Beimischen frischer Küchen- oder Gartenabfälle. Langsam heißt dabei nicht schlecht: Auch eine Kaltrotte mit niedrigen Temperaturen kann Kompost guter Qualität liefern.

Ich notiere beim Aufsetzen das Datum auf einem Schild am Behälter. So weiß ich später, wie lange der Haufen schon rottet.

Schnellkompostierung und Thermokomposter

Ein Thermokomposter halbiert die Rottezeit nicht grundsätzlich, denn auch dort bestimmen Zutaten, Feuchtigkeit und Bodenlebewesen das Tempo. Füllst du ihn wie üblich mit kleinen Abfallmengen, läuft die Rotte normalerweise nicht schneller als im Gitter- oder Lattenkomposter. Geschlossene Schnell- und Thermokomposter brauchen wenig Stellfläche und bremsen Austrocknung und Abkühlung. Dafür musst du sie gut belüften, damit sie nicht vernässen.

Halte für einen Schnellkomposter einen Vorrat trockener Gartenmaterialien bereit, etwa kleine Äste, Rindenmulch oder Stroh. Davon mischst du regelmäßig bei. Falls du noch überlegst, hilft dir der Ratgeber, wie du zwischen Thermokomposter und offenem Haufen entscheidest.

Was im Haufen passiert: Rotteverlauf und Reifedauer

Den Kompost machen Lebewesen. Bakterien und Pilze zersetzen das Material, Regenwürmer, Asseln, Springschwänze, Milben und Insektenlarven wirken dabei mit. Pilze nehmen Nährstoffe über ihr Myzel auf, ein feines Geflecht aus Pilzfäden. Bei der Zersetzung werden mineralische Nährstoffe frei. Grob verläuft die Rotte in drei Abschnitten.

Abbauphase: Der Haufen wird warm

Zu Beginn bauen die Organismen leicht zersetzbare Stoffe ab, und der Haufen erwärmt sich. Im Inneren eines ausreichend großen, gut geführten Komposts gelten 60 bis 70 °C als günstige Rottebedingungen. Organische Säuren aus dem Abbau können den pH-Wert in dieser Zeit senken. Bekommt der Haufen genug Sauerstoff, werden die Säuren weiter abgebaut, und der pH-Wert steigt wieder. Günstig für die Rotte sind pH-Werte von 6 bis 8. Gewöhnlich pendelt sich der Wert im Verlauf von selbst um 7 ein.

Eine einzelne hohe Messung beweist allerdings keine Hygienisierung. Gartenkompost tötet Krankheitserreger für Menschen, Tiere und Pflanzen nicht zuverlässig ab, weil ausreichende Rottetemperaturen oft nicht durchgehend erreicht werden. Kranke Pflanzen gibst du deshalb auch dann nicht auf den Kompost, wenn dein Thermometer hohe Werte zeigt.

Umbauphase: Die Wärme lässt nach

Ist das leicht Zersetzbare verbraucht, kühlt der Haufen ab. Erwärmt sich ein ausreichend feuchter und belüfteter Kompost nach erneutem Umsetzen nicht mehr, ist das ein Hinweis auf das Ende der aktiven Rotte. Bei laufend in kleinen Mengen beschicktem Kompost bleibt eine ausgeprägte Heißrotte oft ganz aus. Das ist kein Grund zur Sorge, denn auch dann kann durch Kaltrotte gute Komposterde entstehen.

Aufbauphase: Der Kompost reift

Zum Schluss reift der Kompost nach. Das Material wird dunkelbraun und gleichmäßig feinkrümelig und riecht nach feuchter Walderde. Kompost liefert dann sowohl Pflanzennährstoffe als auch organische Substanz, die das Bodenleben fördert.

Wie lange dauert es bis zur Kompostreife?

Für Gartenkompost reicht die Reifedauer je nach Material und Rotteführung von etwa 4 bis 12 Monaten. Weil die Spanne so groß ist, prüfst du zusätzlich den Reifezustand.

Verfahren Orientierung bis zur Reife
Gartenkompost allgemein etwa 4 bis 12 Monate, je nach Material und Rotteführung
Haufen im Sommerhalbjahr, einmal umgesetzt etwa 4 bis 6 Monate
Haufen unter anderen jahreszeitlichen Bedingungen etwa 6 bis 12 Monate
Thermokomposter mit kleinen Abfallmengen normalerweise nicht schneller als ein Gitter- oder Lattenkomposter
Misthaufen mit Laub oder Häckselgut mindestens 3 bis 4 Monate, besser 1 Jahr
Wurmkiste etwa 3 bis 6 Monate, je nach Feuchte, Temperatur und Ausgangsmaterial
Bokashi-Eimer etwa 2 bis 3 Wochen geschlossene Fermentation, danach Weiterverarbeitung mit Erde

Auch nach langer Rotte ist Mist im Hausgarten nicht nachweislich keimfrei.

Woran erkennst du reifen Kompost?

Reifer Gartenkompost ist dunkelbraun, gleichmäßig feinkrümelig und riecht nach feuchter Walderde. Erwärmt er sich nach dem Umsetzen nicht mehr, obwohl er feucht und luftig ist, hat die aktive Rotte aufgehört. Ob er für Pflanzen verträglich ist, zeigt dir der Kressetest.

Säe dafür Kresse in Kompost und zum Vergleich in Gartenerde. Feuchte beide Proben an und stell sie hell auf. Ist der Aufwuchs im Kompost nach 5 Tagen schwächer oder gelblich-braun, braucht er weitere Reifezeit. Frischen Kompost gibst du nicht zu Wurzelgemüse, Zwiebeln oder Kohl, weil er schädliche Gemüsefliegen anlocken kann.

Jetzt dran

Für die strengere, geschlossene Variante füllst du zwei durchsichtige Gefäße zur Hälfte, eines mit Kompost und eines mit handelsüblichem Universalsubstrat. In jedes säst du etwa 1 g Kresse, feuchtest an, verschließt luftdicht und stellst beide hell bei Zimmertemperatur auf. Nach 5 Tagen vergleichst du die Wurzeln: Erreichen sie im Kompost mindestens 70 % der Länge der Vergleichspflanzen, gilt er als pflanzenverträglich. Dieser Test reagiert empfindlicher als der offene, weil die Keimlinge zusätzlich den entstehenden Gasen ausgesetzt sind.

Marias Erfahrung

Ich säe den Kressetest immer in zwei gleiche Schalen und beschrifte beide mit Kreppband, damit ich sie beim Vergleichen nicht verwechsle.

Sieben, lagern und ausbringen

Siebe den reifen Kompost, bevor du ihn verwendest. Grobe Bestandteile, die noch nicht verrottet sind, gibst du in einen neuen Rotteansatz zurück. Für Rasen und Blumenbeete siebst du auf Bestandteile kleiner als etwa 10 bis 15 mm ab. Zur Bodenverbesserung dürfen gröbere Teile drinbleiben. Ich lehne das Sieb schräg gegen die Schubkarre und werfe den Kompost mit der Grabegabel dagegen.

Bis zur Verwendung lagerst du den fertigen Kompost abgedeckt, damit er weder vernässt noch austrocknet, und lässt dabei Luft heran. In einem System mit drei Behältern hat der reife Kompost seinen eigenen Platz.

Ausbringen solltest du den Kompost zum Wachstumsbeginn im Frühjahr, weil winterliche Niederschläge nach einer Herbstgabe Nährstoffe auswaschen können. Als allgemeine Grundversorgung gelten jährlich etwa 3 l reifer Kompost je m² Gartenboden, flach eingearbeitet, wobei die Bodenanalyse über Abweichungen entscheidet. Wie du Kompost für Beete, Rasen und Gehölze richtig dosierst, erklärt der Ratgeber zur Kompostanwendung.

Kompostieren im Jahreslauf

Frühjahr: neu aufsetzen

Im Frühjahr setzt du einen neuen Haufen mit dem über den Winter gesammelten Material auf. Reifen Kompost aus dem Vorjahr siebst du und bringst ihn zum Wachstumsbeginn aus. Ein im Frühjahr aufgesetzter Haufen rottet durch das Sommerhalbjahr. Nach einmaligem Umsetzen kann dann schon nach etwa 4 bis 6 Monaten reifer Kompost entstehen.

Sommer: Feuchte im Blick

Im Sommer achtest du vor allem auf die Feuchte. Bei Trockenheit wässerst du den Haufen bedarfsgerecht, bei Dauerregen deckst du ihn ab. Rasenschnitt lässt du vor dem Kompostieren anwelken und mischst ihn mit Strukturmaterial. Der Platz im Halbschatten schützt den Haufen vor extremer Sonne.

Herbst: Laub sammeln

Im Herbst fällt viel Laub an. Leg dir daraus einen Vorrat neben dem Kompost an. Rasenlaub nimmst du mit dem hoch eingestellten Rasenmäher auf. Dabei werden die Blätter zerkleinert und mit Rasenschnitt vermischt, wodurch sie sich schneller zersetzen. Was du als Kompost nicht brauchst, gibst du in die Biotonne oder zur kommunalen Grüngutsammlung.

Winter: schichten und schützen

Im Winter kombinierst du den Laubvorrat schichtweise mit kompostierbaren Küchenabfällen und Holzhäckseln. Eine Abdeckung schützt den Haufen vor übermäßiger Nässe und Wärmeverlust, solange sie Luft durchlässt. Kleine, laufend mit geringen Abfallmengen befüllte Schnellkomposter entwickeln auch mit Wärmedämmung häufig nur wenig Eigenwärme. Das Umsetzen verschiebst du bei kühler Witterung.

Fortgeschrittene Techniken für mehr und gleichmäßigeren Kompost

Zwei oder drei Behälter im Wechsel

Bei ausreichendem Platz erleichtern 3 Komposter die Trennung von frischem Material, laufender Rotte und reifem Kompost. In den ersten füllst du laufend ein, im zweiten rottet das Material ohne neue Zugaben weiter, aus dem dritten entnimmst du. Beim Umsetzen wandert der Inhalt einen Behälter weiter. Mit zwei offenen Gitter- oder Lattenbehältern geht es ebenfalls: Einer wird befüllt, während der andere reift. Herausnehmbare Seitenlatten erleichtern bei einem offenen Holzkomposter das Umsetzen.

Ich habe meine drei Behälter mit Schildern für frisch, Rotte und reif beschriftet. So kippt niemand aus der Familie Küchenabfälle in den falschen Behälter.

Heißrotte gezielt anstoßen

Bei laufend in kleinen Mengen beschicktem Gartenkompost bleibt eine ausgeprägte Heißrotte oft aus. Wer Wärme im Haufen haben will, sammelt deshalb Material und setzt es in einem Zug auf, gut gemischt und feucht wie ein ausgedrückter Schwamm. Mit dem Kompostthermometer verfolgst du, ob der Haufen die günstigen Temperaturen der Abbauphase erreicht. Kühlt er ab, setzt du um. Erwärmt er sich danach trotz guter Feuchte und Belüftung nicht mehr, ist die aktive Rotte vorbei.

Kalk gibst du auch für die Heißrotte nicht dazu. Steigende pH-Werte und höhere Temperaturen im Kompost erhöhen den Ammoniakanteil und damit das Risiko gasförmiger Stickstoffverluste. Und auch ein heißer Haufen ist kein Nachweis dafür, dass Krankheitserreger abgetötet sind.

Mist mitkompostieren

Stallmist mischst du für die Rotte mit Laub oder Häckselgut. Einen solchen Misthaufen stapelst du wegen der Wärmeentwicklung höchstens 1 m hoch. Rechne mit mindestens 3 bis 4 Monaten Rotte. Besser ist ein ganzes Jahr.

Bei Pferdemist liegt das C/N-Verhältnis häufig über 30:1, was die Rotte verlangsamen und vorübergehend Stickstoff binden kann. Für die gezielte Kompostierung von Pferdemist strebst du im Ausgangsmaterial ein C/N-Verhältnis von etwa 25:1 an. Die Feuchte sollte dabei etwa 60 % betragen. Pferdemist holst du möglichst aus bekannten Haltungen, weil er Tierarzneimittelrückstände enthalten kann. Beim Umgang mit Mist trägst du Handschuhe und wäschst danach gründlich die Hände.

Häufige Fragen

Was muss beim Anlegen eines Komposthaufens beachtet werden?
Stell den Haufen im Halbschatten auf offenen, ebenen Boden, geschützt vor extremer Sonne, Dauerregen und Wind. Als luftige Basis schichtest du grobes Material locker auf, bei einer frei aufgesetzten Miete etwa 20 cm hoch. Darauf kommen feuchte und trockene, grobe und feine Materialien im Wechsel oder gut vorgemischt. Halte alles so feucht wie einen ausgedrückten Schwamm und deck den Haufen luftdurchlässig ab.
Welche Materialien eignen sich für die Kompostierung und welche nicht?
Geeignet sind Obst- und Gemüsereste, Kaffee- und Teesatz, Eierschalen, Laub, Stroh, Gehölzschnitt und angewelkter Rasenschnitt, den du mit Strukturmaterial mischst. Gekochte Speisereste, Fleisch, Fisch, Knochen, Käse, Milchprodukte und Brot bleiben draußen, weil sie Ratten anlocken können. Pflanzen mit Wurzel-, Stängel- oder Welkekrankheiten sowie samentragende Unkräuter gehören ebenfalls nicht auf den Gartenkompost. Holzasche gibst du abgekühlt in den Hausmüll, weil sie mit Schwermetallen und Schadstoffen belastet sein kann.
Welches Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis ist optimal für die Kompostierung?
Als günstig gilt ein Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis des Ausgangsmaterials von etwa 25:1 bis 35:1. Im Garten musst du das nicht messen, du steuerst es über die Mischung aus nährstoffreichen und nährstoffarmen Materialien. Riecht der Haufen nach Ammoniak, mischst du Laub, Stroh oder Gehölzschnitt unter. Bleibt das Material wegen zu viel Holzigem unverändert, gibst du frische Küchen- oder Gartenabfälle dazu.
Wie funktioniert der Zersetzungsprozess im Kompost?
Bakterien und Pilze zersetzen das organische Material, Regenwürmer, Asseln, Springschwänze, Milben und Insektenlarven wirken dabei mit. Zu Beginn erwärmt sich der Haufen, und organische Säuren können den pH-Wert senken, bevor er bei ausreichend Sauerstoff wieder steigt. Erwärmt sich ein feuchter, belüfteter Kompost nach dem Umsetzen nicht mehr, ist die aktive Rotte vorbei und der Kompost reift nach. Bis zur Reife vergehen je nach Material und Rotteführung etwa 4 bis 12 Monate.
Welche Kompost-Hilfsmittel und Werkzeuge sind empfehlenswert?
Für einen Komposthaufen genügen eine Grabegabel zum Umsetzen, eine Gartenschere oder ein Häcksler zum Zerkleinern, eine Gießkanne und ein Sieb für den fertigen Kompost. Ein Kompostthermometer ist kein Muss, zeigt dir aber, ob sich der Haufen erwärmt. Einen gekauften Kompoststarter brauchst du bei einer vielfältigen Mischung aus Küchen- und Gartenabfällen normalerweise nicht. Gegen Wühlmäuse legst du ein Bodengitter mit höchstens 13 mm Maschenweite unter, das ihnen das Einnisten erschwert.
Welche Mythen über Kompostierung sind weit verbreitet, aber falsch?
Ein gekaufter Kompoststarter ist bei vielfältig gemischten Abfällen normalerweise unnötig, weil die Mikroorganismen mit dem Material selbst in den Haufen kommen. Kalk beseitigt keinen Sauerstoffmangel, und zu viel davon kann Ammoniak freisetzen und Stickstoff kosten. Ein Thermokomposter halbiert die Rottezeit nicht grundsätzlich, denn Zutaten, Feuchtigkeit und Bodenlebewesen bestimmen das Tempo mit. Auch ein heißer Gartenkompost tötet Krankheitserreger nicht zuverlässig ab, weil ausreichende Temperaturen oft nicht durchgehend erreicht werden.
Gibt es regionale Unterschiede bei Kompostierungsvorschriften in Deutschland?
Haus-, Nutz- und Kleingärten sind vom Anwendungsbereich der Bioabfallverordnung ausgenommen, Düngemittel- und Pflanzenschutzrecht gelten aber weiter. Örtlich kann es Einschränkungen geben, etwa in Wasserschutzgebieten, wo Schutzverordnungen oder Behörden bestimmte Handlungen verbieten oder einschränken können. Frag deshalb vor dem Aufsetzen bei deiner Gemeinde nach, im Kleingarten zusätzlich beim Verein. Zu Terrassen und Fenstern der Nachbarn hältst du in jedem Fall Abstand.
Welche fortgeschrittenen Kompostierungstechniken gibt es für erfahrene Gärtner?
Bei ausreichend Platz trennen drei Behälter frisches Material, laufende Rotte und reifen Kompost, sodass du einfüllen und zugleich ernten kannst. Für eine ausgeprägte Heißrotte sammelst du Material und setzt es in einem Zug gut gemischt auf, weil laufend in kleinen Mengen beschickte Haufen oft kaum warm werden. Stallmist kompostierst du mit Laub oder Häckselgut gemischt in einem eigenen Haufen von höchstens 1 m Höhe. Wer keinen Garten hat, kompostiert Küchenabfälle in der Wurmkiste, in der Kompostwürmer bei 15 bis 25 °C günstige Bedingungen finden.
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