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Universaldünger im Gemüsegarten: wofür er reicht und wo seine Grenzen liegen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 11 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Universaldünger passt zu Gemüse, wenn sein Nährstoffverhältnis zum Bedarf der Kultur und zum Vorrat im Boden passt.
  • Bemisst du einen NPK-Dünger nach dem Stickstoffbedarf, kann er deutlich mehr Phosphat liefern, als das Beet braucht.
  • Eine jährliche Kompostgabe von 3 l/m² deckt im Gemüsebeet Phosphat und weitgehend Kalium, Stickstoff ergänzt du gezielt nach Kultur.
  • Den Stickstoff aus verrottender Gründüngung rechnest du bei der Düngung der folgenden Kultur an.
Handvoll dunkler Kompost als organischer Dünger vor jungen Gartenpflanzen
Foto: Juan J. Morales-Trejo · Pexels License · Quelle ↗

Im Frühjahr steht die Packung Universaldünger griffbereit, und schnell bekommt das ganze Gemüsebeet dieselbe Gabe. Tomaten, Erbsen und Radieschen brauchen aber sehr unterschiedlich viel Stickstoff, und wer im Frühjahr Kompost gibt, hat einen Teil der Nährstoffe schon geliefert. Ich plane meine Düngung deshalb beetweise und notiere für jedes Beet, was im Vorjahr dort stand und wie viel Kompost es bekommen hat.

Ist Universaldünger für Gemüse geeignet?

Ja, sofern sein Nährstoffverhältnis zu deinem Gemüse und zu deinem Boden passt. Ein Universaldünger liefert Stickstoff, Phosphor und Kalium in einem festen Verhältnis, das für alle Kulturen gleich bleibt. Ob ein Dünger für eine Kultur taugt, hängt an diesem Verhältnis und an seiner pH-Wirkung, nicht am Namen auf der Packung. Das feste Verhältnis macht ihn bequem, und es ist zugleich der Grund, warum er im Gemüsebeet an Grenzen stößt.

Wo Universaldünger im Gemüsegarten hilft

Mineralische Universaldünger enthalten meist leicht lösliche Nährstoffe und decken einen kurzfristigen Bedarf rasch. Organisch-mineralische Volldünger verbinden schnell wirkende mineralische mit langsamer wirkenden organischen Bestandteilen. Im Gemüsegarten gibt es dafür typische Einsätze:

  • Kräuter nach dem Schnitt: Rucola, Basilikum, Schnittlauch und Petersilie können nach jedem Schnitt flüssigen Universaldünger oder Hornmehl bekommen.
  • Gurken in der Ernte: Während der mehrwöchigen Gurkenernte können bedarfsgerechte Gaben wasserlöslicher Dünger vor allem die Stickstoff- und Kaliumversorgung unterstützen.
  • Gemüse im Topf: Bei Balkongemüse kann während des Fruchtwachstums eine zusätzliche Flüssigdüngung nötig werden.
  • Torffreie Erde: Auch vorgedüngte torffreie Erde kann zeitweise zu wenig Stickstoff bereitstellen, ein mineralischer oder flüssiger Dünger gleicht einen bestätigten Mangel rasch aus.

Für die Topftomaten auf dem Balkon und die Kräuterkästen halte ich deshalb einen flüssigen Universaldünger bereit.

Was im Universaldünger steckt, kurz erklärt

Auf der Packung stehen Prozentwerte für Stickstoff und für die Bezugsgrößen P₂O₅ und K₂O, Spurennährstoffe sind gesondert aufgeführt. Stickstoff braucht die Pflanze für Blätter und Triebe, Phosphor wirkt im Energiehaushalt, Kalium reguliert den Wasserhaushalt. Wie Haupt- und Spurennährstoffe wirken und wie du den Bedarf deiner Pflanzen einschätzt, erklärt der Ratgeber Düngen, Boden & Kompost im Abschnitt zu den Nährstoffen.

Mineralische Dünger liefern Nährstoffe meist als Salze, die schnell verfügbar sind. Organische Dünger stammen überwiegend aus pflanzlichem oder tierischem Material und müssen im Boden erst mineralisiert werden; bei Frost, Trockenheit oder Staunässe wird dabei kaum etwas frei. Wie mineralische und organische Universaldünger das Bodenleben beeinflussen, liest du im eigenen Ratgeber; Düngerarten und Düngerformen erklärt der Ratgeber Düngen, Boden & Kompost.

Wo das feste Nährstoffverhältnis an Grenzen stößt

Phosphat kommt mit, ob das Beet es braucht oder nicht

Einen Mehrnährstoffdünger kannst du nicht nach einem einzelnen Nährstoff dosieren, ohne die anderen mitzuliefern. Bemisst du die Gabe am Stickstoffbedarf, landet Phosphat im festen Verhältnis gleich mit im Beet.

Zahl im Blick

Im Rechenbeispiel decken rund 167 g/m² eines Düngers mit NPK 12-8-16 einen Bedarf von 20 g Stickstoff je m². Dabei bringen sie aber rund 13 g Phosphat als P₂O₅ je m² aus, obwohl nur 5 g je m² gebraucht werden.

Eine jährliche Kompostgabe von 3 l/m² deckt im Gemüsebeet den Phosphatbedarf und weitgehend den Kaliumbedarf. Verfügbaren Stickstoff liefert sie aber nicht automatisch in ausreichender Menge. Wer kompostiert und zusätzlich Volldünger nach Stickstoff bemisst, streut also Phosphat nach, das der Kompost schon gebracht hat.

Bei hohem Phosphatvorrat und gleichzeitigem Kaliummangel sind gezielte Einzelnährstoffgaben sinnvoller als ein pauschaler NPK-Dünger. Phosphoreinträge in Gewässer können starkes Algenwachstum fördern; wie du Universaldünger umweltfreundlich einsetzt und welche Regeln gelten, steht im eigenen Ratgeber.

Mythos-Check

Mehr Phosphat bringt mehr Blüten? Eine zusätzliche Phosphatbetonung ist kein allgemeiner Weg zu mehr Blüten. Entscheidend sind eine bedarfsgerechte Versorgung und das Vermeiden von Stickstoffüberschüssen, denn die können starkes Laubwachstum auf Kosten der Blütenbildung fördern.

Die Packungsangabe rechnet nicht mit deinem Kompost

Die Dosierempfehlung auf der Packung setzt einen optimal versorgten Boden voraus. Sie gilt nur, wenn du nicht zusätzlich Kompost oder andere Dünger gibst. Nährstoffe aus Kompost, Stallmist und Gründüngung rechnest du deshalb an, bevor du streust. Eine einzelne Stickstoffgabe im Garten sollte 10 g N/m² nicht überschreiten, und der tatsächliche Bedarf kann niedriger sein. Wie du Universaldünger nach Boden, Jahreszeit und Standort dosierst und eine Fehldosierung korrigierst, zeigt der Ratgeber zum Dosieren.

Fester Dünger kommt auf feuchten Boden und nicht auf nasse Blätter, weil dort Ätzschäden entstehen können. Flüssigdünger gießt du nur auf bereits feuchte Erde. Ich wiege jede Düngersorte einmal ab und markiere die Füllhöhe am Messbecher, weil sich Dünger im Schüttgewicht unterscheiden.

Ohne Bodenbefund fehlt die Grundlage

Ob Phosphor, Kalium und Magnesium im Beet knapp oder reichlich vorhanden sind, zeigt eine Bodenuntersuchung. Den pflanzenverfügbaren Stickstoff erfasst die Standarduntersuchung nicht, dafür ist eine gesonderte Nmin-Untersuchung nötig. Wie du die Probe ziehst und den Befund liest, beschreibt der Ratgeber Düngen, Boden & Kompost im Abschnitt zu Boden und Bodenanalyse.

Zeigt der Befund für einen Nährstoff die Versorgungsstufe E, kann die Düngung mit genau diesem Nährstoff vorübergehend entfallen. Die übrigen Nährstoffe beurteilst du dabei gesondert. Mehr zu Versorgungsstufen und Überdüngung findest du im selben Ratgeber im Abschnitt Mangel und Überdüngung.

Welche Gemüse ein Universaldünger schlecht bedient

Im Gemüsebeet trifft das feste Verhältnis auf Kulturen, deren Bedarf weit auseinanderliegt.

Zahl im Blick

Radieschen benötigen ungefähr 9 g Stickstoff je m² und Kultur, Rosenkohl ungefähr 30 g je m² und Kultur. In beiden Fällen rechnest du Bodenvorrat und Nachlieferung an, bevor du düngst.

Erbsen und Bohnen

Erbsen gelten als Schwachzehrer. Bohnen können wie andere Leguminosen mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff nutzen. Tomaten haben einen höheren Stickstoffbedarf als Erbsen und Bohnen, eine nach den Tomaten bemessene Einheitsgabe passt also nicht zu den Hülsenfrüchten im Nachbarbeet. Buschbohnen gedeihen besonders gut auf lockeren, gut durchlüfteten Böden ohne Nässe und Verdichtung.

Radieschen, Salat und Spinat

Radieschen und Kopfsalat haben als kurze Frühjahrskulturen eine Entwicklungszeit von 4 bis 8 Wochen. Für sie eignet sich bei einer Horndüngung Hornmehl besser als grobe Hornspäne. Mineralische Depotdünger können für Spinat und Kopfsalat im kühlen Frühjahr zu langsam wirken. Bei Feldsalat und Radieschen im Spätsommer kann die Stickstoffdüngung meistens entfallen. Gartenkresse braucht bei der kurzen Kultur zur jungen Ernte gar keine zusätzliche Düngung.

Ein hohes Stickstoffangebot im Boden kann die Nitratanreicherung in Gemüse fördern. Das ist kein Grund, auf Gemüse zu verzichten, wohl aber einer, bedarfsgerecht zu düngen.

Tomaten, Gurken und Paprika

Tomaten gelten als Starkzehrer, trotzdem ist mehr Volldünger bei ihnen nicht automatisch besser. Blütenendfäule beruht häufig auf unzureichendem Calciumtransport zur Frucht und nicht auf fehlendem Calcium im Boden. Gestört wird dieser Transport etwa durch Trockenheit oder durch hohe Konzentrationen anderer Nährsalze. Wer gegen Blütenendfäule zusätzlich Volldünger streut, kann das Problem also verschärfen, statt es zu lösen.

Auch eine ungleichmäßige Wasserversorgung kann den Calciumtransport in die Früchte beeinträchtigen. Bei trockenem Wetter gelten für eingewachsene Gemüsebestände etwa 20 bis 25 l Wasser je m² und Gießgang als Orientierung. Ich gieße Tomaten morgens direkt in den Wurzelbereich, damit weniger Wasser verdunstet und das Laub trocken bleibt.

Gurken reagieren empfindlich auf Chlorid und hohe Salzkonzentrationen. Zu hohe Gaben sofort wirksamer Streu- oder Flüssigdünger können Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen.

Häufiger Fehler

Junge Paprika, Auberginen oder Gurken verfärben sich nach kühlen Tagen, und sofort wird nachgedüngt. Niedrige Temperaturen können bei diesen Jungpflanzen die Nährstoffaufnahme hemmen und vorübergehende Blattverfärbungen auslösen. Auch Trockenheit, Staunässe, Wurzelschäden und Verdichtung können ähnliche Symptome wie ein Nährstoffmangel verursachen. Prüf deshalb zuerst Temperatur, Bodenfeuchte und Wurzeln, bevor du zum Dünger greifst.

Kohl, Wurzelgemüse und Kräuter

Für Kohlgemüse wird zur Vorbeugung gegen Kohlhernie ein Boden-pH von 7 angestrebt. Frischen Kompost gibst du weder zu Kohl noch zu Wurzelgemüse oder Zwiebeln, weil er schädliche Gemüsefliegen anlocken kann. Lange Möhren brauchen tiefgründigen, steinfreien Boden. Auf ungünstigen Böden können Dämme von gut 20 cm Höhe eine Alternative sein.

Bei Basilikum fördert ein höheres Stickstoffangebot das Wachstum, der Gehalt an ätherischem Öl nimmt durch einen Verdünnungseffekt aber ab. Im Beet reichen ihm normalerweise 3 l Kompost je m² vor der Aussaat oder Pflanzung.

Wie du Universaldünger mit Fruchtfolge und Bodenpflege ergänzt

Ich gehe im Gemüsebeet in einer festen Reihenfolge vor: erst die Grundversorgung, dann der Stickstoff nach Kultur, dann Fruchtfolge und Bodenpflege.

Kompost oder Mist als Grundversorgung

Als Grundversorgung im Gemüsebeet dienen im Frühjahr höchstens 3 l Kompost je m². Arbeite ihn nur flach ein, denn tiefer im Boden können bei Sauerstoffmangel pflanzenschädigende Fäulnisprodukte entstehen. Ob du von dieser Menge abweichst, entscheidet die Bodenanalyse. Bei überwiegend mineralischer Düngung braucht der Boden zusätzlich organische Substanz, damit seine Struktur langfristig erhalten bleibt. Kompost und Mist liefern neben Nährstoffen genau diese organische Substanz.

Statt Kompost kann abgelagerter Stallmist im Frühjahr flach in Beete für Starkzehrer wie Kohl, Tomaten oder Zuckermais kommen. Für den Gemüsegarten sollte er mindestens 1 Jahr gelagert sein. Weil beide organische Substanz und Nährstoffe zuführen, bekommt eine Fläche entweder Kompost oder Mist. Zur Begrenzung der Phosphatzufuhr sollten es nicht mehr als 3 kg Rinder- oder Pferdemist je m² sein. Beim Umgang mit Mist trägst du Handschuhe oder wäschst dir gründlich die Hände, und das Gemüse wäschst du nach der Ernte gründlich.

Marias Erfahrung

Ich lege im Frühjahr zuerst die Kompostgabe für jedes Beet fest und schreibe sie ins Gartenheft. Erst danach entscheide ich beetweise, ob und womit ich Stickstoff ergänze. Den Universaldünger nehme ich vor allem für Töpfe und Kräuterkästen.

Stickstoff gezielt nach Kultur ergänzen

Hornprodukte liefern überwiegend Stickstoff und Schwefel bei geringen Phosphor- und Kaliumgehalten. Auf einem Beet, dessen Phosphat und Kalium der Kompost schon deckt, ergänzen sie also genau den Nährstoff, der fehlt. Die folgenden Mengen gelten bei zusätzlichem Stickstoffbedarf auf phosphat- und kaliumreichen Gemüsebeeten als Orientierung:

Bedarfsgruppe Beispiele Horndünger als Orientierung
Schwachzehrer Feldsalat, Radieschen, Kopfsalat, Erbsen, Bohnen, Zwiebeln bis zu 50 g/m², zur Saat oder Pflanzung leicht eingearbeitet
Mittelzehrer Eissalat, Möhren, Endivien, Rettich, Spinat, Rote Bete bis zu 100 g/m², zur Saat oder Pflanzung leicht eingearbeitet
Starkzehrer Tomaten bis zu 150 g/m², zur Hälfte bei der Pflanzung und zur Hälfte etwa 3 bis 4 Wochen danach

Eine hohe Stickstoffnachlieferung aus dem Bodenhumus kann es erlauben, diese Mengen zu verringern oder die Stickstoffdüngung ganz auszusetzen. Für die vollständige Umsetzung von Hornmehl im Boden rechnest du mit etwa 6 Wochen, gröbere Hornspäne brauchen mehrere Monate. Im Gemüsegarten bringst du Horndünger auch für Herbstkulturen nicht später als Ende August aus. Handelsübliche Hornspäne sind nicht grundsätzlich keimfrei, bei amtlichen Kontrollen wurden darin Salmonellen nachgewiesen. Ich streue sie deshalb mit Handschuhen.

Zum passenden Zeitpunkt düngen

Im Hausgarten ist die Frühjahrsdüngung der Herbstdüngung vorzuziehen, weil dann weniger ausgewaschen wird. Humusreiche Böden liefern bei warmer, feuchter Witterung im Sommer häufig genug Nährstoffe nach, eine Sommergabe hängt also vom tatsächlichen Bedarf ab. Wann du Universaldünger je nach Jahreszeit, Wetter und Bodenzustand ausbringst, erklärt der Ratgeber zu den Düngezeitpunkten.

Fruchtfolge: Beete nach Bedarf planen

Fruchtfolge bedeutet, die Kulturen am selben Platz über die Jahre zu wechseln. Für lang stehende Kulturen wie Herbstkohl, Sellerie und Stangenbohnen wird eine Anbaupause von 3 Jahren empfohlen. Ordnest du die Beete nach Zehrergruppen, düngst du jedes Beet passend, statt eine Einheitsgabe über alle Flächen zu streuen. Stickstoff, den eine verrottende Gründüngung freisetzt, rechnest du bei der Düngung der folgenden Kultur an. Zehrer-Einstufung und Anbaupausen kannst du mit dem Beetplaner in deine Beetplanung einbeziehen.

Mischkultur kombiniert Kulturen nebeneinander und kann die Planung unterstützen, eine Garantie für geringeren Düngebedarf ist sie nicht. Welche Kulturen als Nachbarn zusammenpassen, prüfst du im Mischkultur-Planer.

Gründüngung für die Zeit zwischen den Kulturen

Auf leeren Beeten nimmt keine Pflanze die freigesetzten Nährstoffe auf, deshalb sind sie auswaschungsgefährdet. Eine Gründüngung bindet sie in der unbewachsenen Zeit und vermindert die Auswaschung, ersetzt aber nicht automatisch eine bedarfsgerechte Düngung. Klee, Wicken und Lupinen können zusätzlich Luftstickstoff binden, andere Gründüngungspflanzen nehmen vor allem vorhandene Bodennährstoffe auf.

Phacelia kannst du von April bis September säen. Die angegebene Kulturdauer beträgt 6 bis 9 Wochen. Als späte Gründüngung lässt sich Winterroggen von Ende September bis Anfang Oktober säen, mit 20 g Saatgut je m². Überwinternde Grüneinsaaten halten den Boden durchwurzelt und schützen ihn vor Abschwemmung. Nach dem flachen Einarbeiten frischer Gründüngung vergehen vor der nächsten Aussaat oder Pflanzung meist 2 bis 3 Wochen.

Gründüngungspflanzen sollten einer anderen Pflanzenfamilie angehören als die vorangehende und die nachfolgende Gemüsekultur. Gelbsenf und Ölrettich zählen wie Kohl zu den Kreuzblütlern, für die in der Gemüsefruchtfolge eine Anbaupause von 3 bis 5 Jahren vorgesehen ist. Säst du nach dem Kohl Gelbsenf als Gründüngung, geht die Kreuzblütlerfolge auf demselben Beet also weiter.

Mulchen und Lockern

Im Gemüsebeet ist eine organische Mulchschicht von etwa 2 bis 3 cm üblich. Gemulcht wird, wenn die Gemüsepflanzen ungefähr 10 cm hoch sind; Saatrillen und kleine Jungpflanzen bleiben frei. Tomaten, Kürbis und Bohnen mulchst du erst ab Mai oder Juni, damit sich der Boden vorher erwärmen kann.

Stroh eignet sich für höher wachsende Kulturen wie Tomaten, Zucchini und Zuckermais, kann beim Abbau aber Stickstoff binden. Vor dem Mulchen mit stickstoffarmem Material stellst du die Stickstoffversorgung deshalb durch eine ergänzende Düngung sicher. Angewelkter Rasenschnitt wird dünn verteilt und liefert Stickstoff nach, den du bei der nächsten Düngergabe berücksichtigst. Rindenmulch ist wegen wachstumshemmender Gerbstoffe für Gemüsebeete ungeeignet, auf Gartenwegen kannst du ihn verwenden.

Im Frühjahr lockerst du Gemüsebeete mit dem Sauzahn kreuzweise in etwa 20 cm Abstand, ohne die Bodenschichten umzuwenden. Bearbeitet wird erst, wenn keine Erde mehr an den Geräten haftet. Die Beete selbst betrittst du möglichst nicht, damit Porenraum und Wasserspeicherfähigkeit erhalten bleiben. Ob Kompost, Mulch, Gründüngung und Hornspäne den Universaldünger ganz ersetzen können, wägt der Ratgeber Universaldünger und natürliche Alternativen im Vergleich ab.

Spezialdünger statt Universaldünger?

Spezialdünger sind auf einzelne Pflanzengruppen abgestimmt. Auch ein Rasen-, Blumen- oder Tomatendünger kann für andere Kulturen passen, wenn sein Nährstoffverhältnis stimmt; Moorbeet- und Zitrusdünger wirken dagegen zusätzlich versauernd. Wo Universaldünger gegenüber Spezialdüngern an Grenzen kommt, ordnet der Ratgeber zum Universaldünger ein.

Bevor du streust

Achtung

Lagere feste Dünger trocken und verpackt oder abgedeckt. Organische Dünger mit nicht ausreichend erhitztem Rizinusschrot können bei Hunden schwere Vergiftungen verursachen; bei Verdacht kontaktierst du sofort eine Tierarztpraxis, bringst die Verpackung mit, gibst keine Hausmittel und löst kein Erbrechen aus. Hat ein Kind vermutlich eine größere Menge Dünger aufgenommen, ruf ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis an.

Mini-Checkliste

Diese Fragen kläre ich vor jeder Gabe im Gemüsebeet.

  • Liegt ein Bodenbefund für Phosphor, Kalium und Magnesium vor?
  • Hat das Beet in diesem Jahr schon Kompost oder Mist bekommen?
  • Zu welcher Zehrergruppe gehört die Kultur?
  • Stand vorher eine Gründüngung dort, deren Stickstoff du anrechnest?
  • Ist der Boden feucht und sind die Blätter trocken?

Häufige Fragen

Was ist ein Universaldünger und wofür wird er im Gemüsegarten verwendet?
Ein Universaldünger ist ein Mehrnährstoffdünger, der Stickstoff, Phosphor und Kalium in einem festen Verhältnis liefert; ob Spurennährstoffe enthalten sind, steht gesondert auf dem Etikett. Für Gemüse eignet er sich, wenn dieses Verhältnis zum Bedarf der Kultur und zum Vorrat im Boden passt. Regelmäßig geschnittene Kräuter wie Basilikum, Schnittlauch, Petersilie und Rucola können nach dem Schnitt zum Beispiel flüssigen Universaldünger bekommen. Eine jährliche Kompostgabe von 3 l/m² deckt im Gemüsebeet dagegen den Phosphatbedarf und weitgehend den Kaliumbedarf, sodass dort vor allem Stickstoff gezielt ergänzt wird.
Wie unterscheiden sich organische und mineralische Universaldünger in ihrer Wirkung?
Mineralische Universaldünger enthalten meist leicht lösliche Nährsalze und können einen kurzfristigen Bedarf rasch decken. Organisch gebundene Nährstoffe müssen im Boden erst mineralisiert werden, bevor die Wurzeln sie aufnehmen können. Bei Frost, Trockenheit oder Staunässe setzen organische Dünger kaum Nährstoffe frei, feuchtwarme Witterung kann dagegen starke Freisetzungsschübe auslösen. Organisch-mineralische Volldünger verbinden beide Wirkweisen, und überdosieren lassen sich organische wie mineralische Dünger.
Welche Rolle spielen Spurenelemente im Universaldünger?
Eisen, Mangan, Kupfer und Zink unterstützen die Bildung von Chlorophyll und Eiweiß, Bor die Zell- und Fortpflanzungsentwicklung und Molybdän den Nitratabbau. Ob ein Universaldünger Spurennährstoffe enthält, steht gesondert auf dem Etikett. Gelbe junge Blätter mit grünen Adern können auf Eisenmangel hindeuten, der häufig auf eingeschränkter Verfügbarkeit bei zu hohem Boden-pH beruht und nicht auf einem zu kleinen Vorrat. Eine Standardbodenuntersuchung bestimmt Eisen nicht automatisch, die Spurenelementanalyse vereinbarst du deshalb gesondert mit dem Labor.
Welche Risiken bestehen bei der Überdüngung mit Universaldünger?
Zu hohe Gaben sofort wirksamer Streu- oder Flüssigdünger können Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen. Ein Stickstoffüberschuss kann weiches, mastiges Gewebe begünstigen und die Nitratanreicherung in Gemüse fördern, was aber kein Grund ist, auf Gemüse zu verzichten. Phosphoreinträge in Gewässer können starkes Algenwachstum fördern. Zeigt eine Bodenuntersuchung eine sehr hohe Versorgung mit einem Nährstoff, kann dessen Düngung vorübergehend ganz entfallen.
Wie wirkt sich die Fruchtfolge auf den Nährstoffbedarf im Gemüsegarten aus?
Der Bedarf hängt an der Kultur: Tomaten gelten als Starkzehrer, Rote Bete als Mittelzehrer und Erbsen als Schwachzehrer. Leguminosen wie Erbsen, Bohnen, Klee und Lupinen können mithilfe ihrer Knöllchenbakterien Luftstickstoff binden. Der Stickstoff, den eine verrottende Gründüngung freisetzt, wird bei der Düngung der folgenden Kultur angerechnet. Wer die Beete nach Zehrergruppen plant, kann deshalb jedes Beet passend düngen, statt eine Einheitsgabe über alle Flächen zu verteilen.
Stimmt es, dass mehr Dünger automatisch zu besseren Erträgen führt?
Nein. Ein Stickstoffüberschuss kann starkes Laubwachstum auf Kosten der Blütenbildung fördern, und bei Basilikum sinkt mit erhöhtem Stickstoffangebot der Gehalt an ätherischem Öl. Blütenendfäule an Tomaten beruht häufig auf gestörtem Calciumtransport, den hohe Konzentrationen anderer Nährsalze zusätzlich stören können. Eine einzelne Stickstoffgabe im Garten sollte 10 g N/m² nicht überschreiten, und der tatsächliche Bedarf kann darunter liegen.
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