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Kompost im Winter: Küchenabfälle, Isolierung und kalte Rotte

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Küchenabfälle dürfen auch im Winter auf den Kompost, am besten schichtweise mit Herbstlaub und Holzhäckseln.
  • Frische Küchenreste deckst du mit Gartenerde oder reifem Kompost ab, das lockt weniger Fliegen an.
  • Eine Abdeckung schützt vor Nässe und Wärmeverlust, muss aber Luft durchlassen.
  • Kleine, laufend befüllte Behälter entwickeln im Winter oft nur wenig Eigenwärme; auch eine Kaltrotte liefert guten Kompost, nur langsamer.
  • Holzasche, gekochte Speisereste, Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Brot gehören nicht auf den Kompost.
  • Im Frühjahr zeigt der Kressetest, ob der Winterkompost reif ist.
Komposter im Garten mit Küchen- und Gartenabfällen
Foto: Eva Bronzini · Pexels License · Quelle ↗

Auch im Winter trage ich den Eimer mit Gemüseschalen und Kaffeesatz zum Komposter. Küchenabfälle dürfen in der kalten Jahreszeit weiter auf den Kompost. Schwierig wird es eher durch Nässe, offen liegende Reste und den Versuch, den Haufen im Winter heiß zu bekommen. Mit Laubvorrat, luftdurchlässiger Abdeckung und der Feuchteprobe in der Hand bleibt er in Gang, nur bis zur Reife dauert es länger.

Dürfen Küchenabfälle im Winter auf den Kompost?

Ja, Obst- und Gemüsereste, Kaffee- und Teesatz sowie Eierschalen eignen sich auch im Winter für den Gartenkompost. Im Winter kombinierst du sie schichtweise mit Herbstlaub und Holzhäckseln. Frische Küchenreste deckst du mit Gartenerde oder fertigem Kompost ab oder mischst sie in tiefere Lagen ein. So lockst du weniger Fliegen an.

Was draußen bleibt, ändert sich im Winter nicht. Gekochte Speisereste, Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Brot können Ratten anlocken und gehören nicht auf den Gartenkompost. Ein Bodengitter mit höchstens 13 mm Maschenweite erschwert zusätzlich Wühlmäusen das Einnisten im Komposter. Pflanzen mit Wurzel-, Stängel- oder Welkekrankheiten und samentragende Unkräuter gehören ebenfalls nicht hinein. Der Gartenkompost macht Erreger und Samen nicht zuverlässig unschädlich, deshalb entsorgst du sie nach den örtlichen Vorgaben über Bio- oder Restmüll. Welche Krankheits-, Schädlings- und Unkrautrisiken im Kompost stecken und wie du vorbeugst, liest du im eigenen Ratgeber.

Mythos-Check

„Im Winter verrottet nichts, also können die Küchenabfälle bis zum Frühjahr warten.“ Das stimmt so nicht. Auch eine langsame Rotte bei niedrigen Temperaturen kann Kompost guter Qualität liefern. Der Haufen braucht dafür nur mehr Zeit.

Warum der Kompost im Winter langsamer arbeitet

Regenwürmer, Asseln, Springschwänze, Milben und Insektenlarven zersetzen das Material gemeinsam mit Pilzen und Bakterien. Wie schnell sie vorankommen, hängt von Material, Mischung und Witterung ab. Nach einmaligem Umsetzen reift Kompost im Sommerhalbjahr schneller als in der übrigen Zeit des Jahres.

Kleine Schnellkomposter, die du laufend mit geringen Abfallmengen fütterst, entwickeln auch mit Wärmedämmung häufig nur wenig Eigenwärme. Das ist kein Fehler: Auch eine Kaltrotte ohne ausgeprägte Heißphase kann guten Kompost ergeben. Wer im Winter vor allem Küchenreste nachlegt, muss den Behälter also nicht heiß bekommen. Es reicht, ihn feucht, luftig und vor Nässe geschützt zu halten und mehr Zeit bis zur Reife einzuplanen.

Zahl im Blick

60 bis 70 °C im Inneren gelten als günstige Rottebedingungen, aber nur in einem ausreichend großen, gut geführten Kompost. Ein einzelner Wert auf dem Kompostthermometer beweist keine Hygienisierung. Verlass dich nicht darauf, dass Gartenkompost Krankheitserreger für Menschen, Tiere und Pflanzen abtötet, denn ausreichend hohe Temperaturen hält er oft nicht durchgehend.

Winterkompost in Zahlen

Kennwert Wert Einordnung
Reifezeit nach einmaligem Umsetzen im Sommerhalbjahr etwa 4 bis 6 Monate Reifezustand trotzdem prüfen
Reifezeit nach einmaligem Umsetzen zu anderen Jahreszeiten etwa 6 bis 12 Monate im Winter mehr Zeit einplanen
Erstes Umsetzen eines Gartenkomposts nach etwa 2 bis 6 Monaten bei kühler Witterung gegebenenfalls später
Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis des Ausgangsmaterials etwa 25:1 bis 35:1 gilt als günstig
Kressetest Vergleich nach 5 Tagen schwächerer oder gelblich-brauner Aufwuchs: weiter reifen lassen
Bodengitter gegen Wühlmäuse höchstens 13 mm Maschenweite erschwert das Einnisten im Komposter
Wurmkiste 15 bis 25 °C günstige Temperatur für Kompostwürmer

Abdecken und isolieren, ohne dass der Kompost erstickt

Eine Abdeckung schützt den Kompost im Winter vor übermäßiger Nässe und vor Wärmeverlust. Sie muss aber weiter Luft durchlassen, denn Kompost braucht gute Durchlüftung und soll feucht, aber nicht nass sein. Wer den Haufen luftdicht einpackt, schützt ihn zwar vor Kälte, riskiert aber Fäulnis. In dicht gelagertem, faulendem Kompost kann der pH-Wert rasch in einen sauren Bereich absinken, der die Verrottung bremst. Ich lege über meinen Lattenkomposter eine Abdeckung, die Regen abhält und an den Seiten Luft lässt, und schaue nach Dauerregen darunter.

Für den Platz gilt im Winter dasselbe wie im übrigen Jahr: offener, ebener Boden im Halbschatten oder Schatten, geschützt vor extremer Sonne, Dauerregen und Wind. Eine Hecke kann den Kompost gegen Wind abschirmen, und ein auch bei Regen begehbarer Weg erleichtert dir die Gänge mit dem Küchenrest-Eimer. Wie du einen Kompost anlegst: Standort, Material und System, erklärt der Grundlagen-Ratgeber zu Düngen, Boden und Kompost.

Thermokomposter oder Lattenkomposter?

Geschlossene Thermo- und Schnellkomposter brauchen wenig Stellfläche und bremsen Austrocknung und Abkühlung. Ihr Deckel hält zusätzlichen Niederschlag ab, trotzdem brauchen sie ausreichende Belüftung gegen Vernässung. Schneller verrottet das Material darin bei üblicher Befüllung mit kleinen Abfallmengen normalerweise nicht als im Gitter- oder Lattenkomposter. Das Tempo bestimmen auch Zutaten, Feuchtigkeit und Bodenlebewesen mit.

Offene Gitter- und Lattenkomposter lassen Luft und Wasser natürlich austauschen, deshalb zählt bei ihnen der Schutz vor Dauerregen. Mit zwei Behältern befüllst du einen weiter, während der andere ohne neue Zugaben reift.

Marias Erfahrung

Ich arbeite mit zwei Lattenkompostern nebeneinander. Im Herbst lasse ich den vollen Behälter in Ruhe und fülle den Winter über nur den zweiten. Beim Umsetzen nehme ich die vorderen Seitenlatten heraus und komme so von vorn an das Material.

Das passende Material für den Winter

Herbstlaub kannst du neben dem Kompost bevorraten und im Winter in dünnen Lagen mit Küchen- und Gartenabfällen sowie Gehölzhäckseln kombinieren. Für geschlossene Schnellkomposter lohnt zusätzlich ein Vorrat trockener Gartenmaterialien wie kleiner Äste, Rindenmulch oder Stroh, den du regelmäßig beimischst. Grundsätzlich kombinierst du feucht mit trocken, grob mit fein und stickstoffarm mit stickstoffreich. Für das Ausgangsmaterial gilt ein Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis von etwa 25:1 bis 35:1 als günstig. Feuchte Lagen wie Küchenreste hältst du dabei dünner als die trockenen.

Riecht der Kompost nach Ammoniak, spricht das für zu viel nährstoffreiches Material. Dann mischst du Laub, Stroh oder Gehölzschnitt unter.

Mini-Checkliste

Das liegt bereit, bevor der Frost kommt:

  • Herbstlaub in einem Drahtkorb oder Gitter neben dem Komposter
  • trocken gelagerte Holzhäcksel, kleine Äste oder Stroh
  • Gartenerde oder reifer Kompost zum Abdecken frischer Küchenreste
  • eine Abdeckung, die Regen abhält und Luft durchlässt
  • ein Weg zum Komposter, der auch bei Regen begehbar ist
Achtung

Holzasche aus dem Kaminofen kann Schwermetalle und andere Schadstoffe enthalten. Sie kommt deshalb weder auf den Kompost noch als Dünger aufs Beet. Abgekühlt gibst du sie in den Hausmüll, ohne dabei Staub aufzuwirbeln.

Feuchte und Luft im Winter prüfen

Für die Feuchteprobe drückst du Material aus dem Inneren in der Hand zusammen. Es sollte sich anfühlen wie ein ausgedrückter Schwamm. Ich greife dafür mit Handschuh in die Mitte des Haufens und nicht nur in die oberste Lage. Bei Trockenheit wässerst du nach Bedarf, bei Regen deckst du den Kompost gegen Übernässung ab.

Riecht der Kompost faulig, kann das Material zu nass sein. Dann setzt du um, mischst trockenes, strukturreiches Material unter und schützt den Haufen vor weiterem Niederschlag. Ein weißgrauer Belag mit pilzartigem Geruch oder Ameisennester können dagegen auf zu trockenes Material hinweisen. In diesem Fall feuchtest du es beim Umsetzen an oder mischst feuchtes Material unter. Was du bei Fäulnis, Schimmel, Schädlingen oder stockender Rotte tust, zeigt der Ratgeber zu Kompostproblemen.

Häufiger Fehler

Kalk oder Kompoststarter auf den nassen, stockenden Winterhaufen streuen. Kalk beseitigt keinen Sauerstoffmangel, und übermäßiges Kalken kann im Kompost die Freisetzung von Ammoniak und damit Stickstoffverluste fördern. Bei einer vielfältigen, lockeren Mischung aus Küchen- und Gartenabfällen brauchst du weder Starter noch Kalk noch andere Zusätze. Die Mikroorganismen kommen mit den Abfällen ohnehin in ausreichender Zahl und Vielfalt in den Haufen.

Umsetzen im Winter: wann es sich lohnt

Umsetzen und Auflockern bringen Luft in den Kompost und vermindern sauerstoffarme Bereiche. Einen Gartenkompost setzt du je nach Verfahren nach etwa 2 bis 6 Monaten erstmals um, bei kühler Witterung gegebenenfalls später. Hast du die Materialien beim Einfüllen sorgfältig vorgemischt, kann das Umsetzen auch entfallen. Ich setze im Winter nur an frostfreien Tagen um und lege die Abdeckung danach gleich wieder auf.

Sehr trockenes Material feuchtest du vor dem Umlagern an, damit weniger Staub entsteht. Während der Arbeit isst und trinkst du nicht, danach wäschst du dir die Hände.

Erwärmt sich ausreichend feuchter und belüfteter Kompost nach dem Umsetzen nicht mehr, ist das ein Hinweis auf das Ende der aktiven Rotte. Im kleinen, laufend befüllten Winterbehälter sagt dieses Zeichen allerdings wenig, weil er auch gedämmt oft nur wenig Eigenwärme entwickelt. Dort prüfst du die Reife besser mit dem Kressetest.

Wurmkiste und Bokashi, wenn draußen alles friert

Für Kompostwürmer in der Wurmkiste gelten 15 bis 25 °C als günstige Temperatur, deshalb braucht die Kiste im Winter einen Platz im Haus, an dem es so warm bleibt. Sie braucht Sauerstoff und darf nicht luftdicht verschlossen sein. Wie du eine Wurmkiste führst, steht im Grundlagen-Ratgeber unter „Kompost pflegen, prüfen und verwenden“.

Bokashi fermentiert Küchenabfälle luftdicht verschlossen im Eimer, und das kann auch bei Zimmertemperatur geschehen. Fertig ist das Material danach nicht, es muss noch mit Erde vermischt oder kompostiert werden. Wie Bokashi bei Kälte gelingt und was du im Winter mit dem fertigen Eimerinhalt machst, zeigt der Bokashi-Ratgeber.

Ist der Winterkompost im Frühjahr reif?

Ob der Kompost reif ist, zeigt nicht der Kalender. Die Reifedauer schwankt je nach Material und Rotteführung zwischen etwa 4 und 12 Monaten. Reifer Kompost ist gleichmäßig feinkrümelig und riecht nach feuchter Walderde. Für den Kressetest säst du Kresse in Kompost und zum Vergleich in Gartenerde. Ist der Aufwuchs im Kompost nach 5 Tagen schwächer oder gelblich-braun, lässt du ihn weiterreifen.

Im Frühjahr arbeitest du reifen Kompost flach ein; als allgemeine Grundversorgung gelten jährlich 3 l je m² Gartenboden, über Abweichungen entscheidet die Bodenanalyse. Noch frischen Kompost gibst du nicht zu Wurzelgemüse, Zwiebeln oder Kohl, weil er schädliche Gemüsefliegen anlocken kann. Welche Kulturen im Frühjahr auf welches Beet kommen, kannst du schon im Winter mit Zehrer-Einstufung und Anbaupausen im Beetplaner planen.

Häufige Fragen

Was sind die wichtigsten Grundlagen beim Kompostieren im Winter?
Küchenabfälle dürfen weiter auf den Kompost, am besten schichtweise mit Herbstlaub und Holzhäckseln. Eine Abdeckung schützt vor Nässe und Wärmeverlust, muss aber Luft durchlassen. Das Material soll sich anfühlen wie ein ausgedrückter Schwamm, also feucht, aber nicht nass. Bei Kälte läuft die Rotte langsamer, deshalb braucht der Kompost bis zur Reife mehr Zeit.
Welche Materialien eignen sich besonders gut für die Winterkompostierung?
Obst- und Gemüsereste, Kaffee- und Teesatz sowie Eierschalen kannst du auch im Winter kompostieren. Dazu kombinierst du Herbstlaub, Holzhäcksel, kleine Äste oder Stroh als trockenes Material. Gekochte Speisereste, Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Brot bleiben draußen, weil sie Ratten anlocken können. Holzasche, kranke Pflanzen und samentragende Unkräuter gehören ebenfalls nicht auf den Gartenkompost.
Wie funktioniert das Temperaturmanagement beim Winterkompost?
Im Inneren eines ausreichend großen, gut geführten Komposts gelten 60 bis 70 °C als günstige Rottebedingungen. Kleine Schnellkomposter, die laufend mit geringen Abfallmengen gefüllt werden, entwickeln selbst mit Wärmedämmung häufig nur wenig Eigenwärme. Das ist kein Grund zur Sorge, denn auch eine Kaltrotte kann Kompost guter Qualität ergeben. Eine einzelne Temperaturmessung zeigt allerdings nicht, dass Krankheitserreger sicher abgetötet sind.
Worin unterscheiden sich Thermokomposter von herkömmlichen Holzkompostern?
Geschlossene Thermokomposter brauchen wenig Platz, bremsen Austrocknung und Abkühlung und halten mit dem Deckel Niederschlag ab, müssen aber ausreichend belüftet werden. Offene Latten- oder Gitterkomposter lassen Luft und Wasser natürlich austauschen. Bei üblicher Befüllung mit kleinen Abfallmengen verrottet das Material im Thermokomposter normalerweise nicht schneller. Mit zwei offenen Behältern füllst du einen, während der andere ohne neue Zugaben reift.
Wie lässt sich die Kresseprobe zur Bestimmung der Kompostreife durchführen?
Du säst Kresse in eine Kompostprobe und zum Vergleich in Gartenerde, stellst beide hell auf und hältst sie leicht feucht. Nach 5 Tagen vergleichst du den Aufwuchs. Wächst die Kresse im Kompost schwächer oder zeigt sie gelbliche bis braune Blätter, braucht der Kompost noch Reifezeit.
Welche Kompostbeschleuniger und Hilfsmittel eignen sich für den Wintereinsatz?
Bei einer vielfältigen, lockeren Mischung aus Küchen- und Gartenabfällen sind Kompoststarter, Kalk oder andere Zusätze normalerweise nicht nötig. Die Mikroorganismen kommen mit den Abfällen in ausreichender Zahl und Vielfalt in den Haufen. Kalk beseitigt keinen Sauerstoffmangel, und übermäßiges Kalken kann Stickstoffverluste über Ammoniak fördern. Für den Winter legst du besser einen Vorrat an Laub, Häckseln oder Stroh an und sorgst für eine luftdurchlässige Abdeckung.
Welche praktischen Schritte sind beim Umsetzen des Winterkomposts zu befolgen?
Einen Gartenkompost setzt du nach etwa 2 bis 6 Monaten erstmals um, bei kühler Witterung gegebenenfalls später. Sehr trockenes Material feuchtest du vorher an, damit weniger Staub entsteht, und mischst beim Umsetzen feuchtes Material unter. Zu nasses, faulig riechendes Material lockerst du mit trockenem, strukturreichem Material auf. Während der Arbeit isst und trinkst du nicht, danach wäschst du dir die Hände.
Wie lässt sich die Feuchtigkeit im Winterkompost optimal regulieren?
Drück eine Probe aus dem Inneren in der Hand zusammen: Sie soll sich wie ein ausgedrückter Schwamm anfühlen. Bei Regen deckst du den Kompost gegen Übernässung ab, bei Trockenheit wässerst du nach Bedarf. Riecht er faulig, kann er zu nass sein und braucht trockenes Strukturmaterial sowie Schutz vor weiterem Niederschlag.
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