Familienfreundlicher Garten: Spielzonen, Sicherheit und Pflanzen zum Entdecken
- Blauer Eisenhut gehört nicht in einen Garten mit Kindern, anfassen nur mit Handschuhen.
- Kleinkinder brauchen auch an flachen Wasserstellen und im Planschbecken ständige Aufsicht.
- Regentonnen kippsicher aufstellen und mit Deckel kindersicher verschließen.
- Spielzonen nach Alter planen, mit freien Sichtverbindungen zum Sitzplatz.
- Spielgeräte regelmäßig auf Verankerung, Schrauben, Rost, Risse, Splitter und Fäulnis prüfen.
- Naschen nur nach Fragen und Waschen mit Trinkwasser, grüne Bohnen nur ausreichend gegart.
Kinder entdecken im Garten zuerst, woran Erwachsene beim Planen nicht denken. Das ist die offene Regentonne, die Gartenschere auf der Bank oder der Hahnenfuß am Rasenrand. Bevor ich einen Familiengarten plane, gehe ich deshalb in die Hocke und schaue mir jede Ecke aus Kinderhöhe an. Danach lege ich fest, wo gespielt, gegärtnert und ausgeruht wird. Erst dann kommen Spielgeräte, Wasser und Pflanzen dazu, und zwar so, dass Kinder viel ausprobieren können und die echten Gefahren gesichert sind.
Was ein Familiengarten können muss
Schreib zuerst auf, wer den Garten wofür nutzen möchte. Erholung, Spiel, Gemüseanbau und Geselligkeit gehören dazu. Genauso zählen die Tageszeit, zu der ihr meistens draußen seid, und die Pflegezeit, die dir wirklich bleibt.
Danach zeichne ich einen Bestandsplan. Er hält Wege, Terrasse, Beete, erhaltenswerte Pflanzen und Bauteile, die Hauszugänge und die Sichtbeziehungen fest. Die Sichtbeziehungen brauchst du später, um Kleinkinderbereich und Wasserstellen richtig zu legen.
Diese Bausteine gehören in einen Familiengarten:
- Spielzonen, die zum Alter der Kinder passen
- eine offene Rasenfläche zum Toben und für Ballspiele
- Naturecken mit Sand, Stämmen, Steinen und Verstecken
- Wasser zum Spielen, gesichert und in Sichtweite
- Beete oder Kübel zum Säen, Gießen und Naschen
- ein schattiger Sitzplatz für die Erwachsenen
- ein Platz für Werkzeug, den Kinder nicht erreichen
Ein Familiengarten muss nicht in einem Jahr fertig werden. Ein begrenztes Budget fängst du mit einer Gesamtplanung in Bauabschnitten auf. So entsteht zuerst der Sandkasten und später das Klettergerüst, ohne dass du den Gesamtplan ändern musst.
Zeichne den Grundriss im Maßstab 1:100, dann entspricht ein Meter im Garten einem Zentimeter auf dem Papier. Für Beetpläne passt 1:50, dort werden aus einem Meter zwei Zentimeter. Lass die Kinder ihre Wünsche direkt einzeichnen. Die Beete selbst kannst du auch digital im Beetplaner anlegen.
Sicherheit: Pflanzen, Wege und Werkzeug
Ein sicherer Familiengarten ist kein leerer Garten. Du kennst die echten Gefahrenquellen und sicherst sie ab, alles andere bleibt zum Entdecken offen.
Welche Pflanzen nicht in den Familiengarten gehören
Blauer Eisenhut gehört wegen seiner starken Giftigkeit nicht in einen Garten, in dem Kinder spielen. Musst du ihn bei einer notwendigen Gartenarbeit anfassen, dann nur mit Handschuhen.
Auch Hahnenfuß ist kein Spielmaterial. Wird die Pflanze verletzt oder welkt sie, entsteht aus Ranunculin das Protoanemonin, das Haut und Schleimhäute reizt. Ich zeige Kindern deshalb, wie Hahnenfuß aussieht, und erkläre, dass seine Blüten weder zerrieben noch in den Mund gesteckt werden.
Unter den DoldenblütlernDoldenblütler (Apiaceae) sind eine Pflanzenfamilie, deren Blüten meist in Doppeldolden, seltener in einfachen Dolden stehen. Dazu gehören Nutzpflanzen wie Möhre, Petersilie, Sellerie, Dill und Kümmel, aber auch tödlich giftige Wildpflanzen wie Schierling. gibt es giftige Verwechslungspartner essbarer Wildkräuter, etwa Gefleckten Schierling, Wasserschierling und Hundspetersilie. Die Regel lautet daher: Kinder sammeln keine Wildkräuter auf eigene Faust, sondern zeigen jeden Fund zuerst einem Erwachsenen.
Naschen nur nach Regeln. Kinder fragen vor dem Essen einen Erwachsenen und waschen die Ernte mit Trinkwasser ab. Grüne Gartenbohnen enthalten in Samen und Hülsen Phasin und werden nur ausreichend gegart gegessen, also nie roh vom Strauch. Bitter schmeckende Zucchini und Kürbisse spuckt ihr aus und entsorgt sie, denn ihre giftigen Cucurbitacine werden auch durch Erhitzen nicht zerstört. Grüne oder stark keimende Kartoffeln werden nicht gegessen.
Nach der Gartenarbeit und vor dem Essen waschen sich alle gründlich die Hände.
Zaun, Wege und Untergrund
Ein Zaun um den Spielbereich bietet keine Klettermöglichkeiten, und seine Latten stehen so eng, dass Kinder nicht hindurchschlüpfen. Tore bekommen einen Verschluss, den kleine Hände nicht öffnen können, und genug Breite für den Kinderwagen.
Zugänge planst du ohne unnötige Schwellen und Stufen. Beläge wählst du so, dass weder Stolper- noch Rutschgefahren entstehen. Schmale Wege und kleine befestigte Flächen kannst du mit 1 bis 2 % Gefälle zu den seitlichen Beeten entwässern. Wurzeln, die in den Weg ragen, und lose Steine entfernst du. Unter Spielgeräten liegt weicher Untergrund statt Beton oder Pflaster.
Werkzeug und Geräte
Rasenmäher und andere motorisierte Gartengeräte benutzt du nur, wenn keine Kinder in der Nähe sind. Danach verwahrst du sie kindersicher. Scharfe Handgeräte wie Scheren und Messer bleiben nicht frei liegen. Ich stecke die Gartenschere deshalb sofort in die Gürteltasche, statt sie kurz auf der Bank abzulegen. Kinderwerkzeug wählst du nach der Körpergröße: Die Stiellänge passt, wenn das Kind damit aufrecht arbeiten kann.
Wasser im Familiengarten: spielen mit Sicherung
Wasser zieht Kinder an, deshalb planst du jede Wasserstelle mit Sicherung. Kleinkinder brauchen auch an flachen Wasserstellen und im Planschbecken ständig die Aufsicht eines Erwachsenen. Zäune und Abdeckungen kommen dazu, sie ersetzen diese Aufsicht nicht.
Hier hilft der Bestandsplan, denn er zeigt die Sichtbeziehungen zwischen Terrasse und Garten. Weil Kleinkinder am Wasser ständig beaufsichtigt werden müssen, gehören Planschbecken und Wasserspiel in die Blickachse vom Sitzplatz und nicht hinter die Hecke.
Teich, Regentonne und Bottich
Ein Teich im Familiengarten bleibt flach und gut einsehbar, dazu kommt ein Zaun oder eine Abdeckung. Bei größeren Wasserflächen planst du eine stufenweise Vertiefung mit rutschfesten Rändern. Regentonnen und mit Wasser gefüllte Bottiche verschließt du kindersicher. Besprich klare Wasserregeln mit den Kindern und wiederhole sie immer wieder. Ein Erste-Hilfe-Kurs für Eltern ist ratsam.
Sichere Wasserspiele
Ein Sprinkler zum Durchlaufen und kleine Bodenfontänen kommen ganz ohne Becken aus. Stell sie auf rutschfeste Flächen und halte die Wassertiefe überall gering, wo sich Wasser sammelt. Wasserwände und Rinnen aus alten Regenrinnen oder Bambusrohren laden zum Experimentieren ein, weil Kinder den Lauf mit Steinen und Stöckchen umlenken. Wie du Wasserelemente im Garten baust und pflegst, erklärt ein eigener Ratgeber.
Spielzonen nach Alter planen
Kinder unterschiedlichen Alters brauchen unterschiedliche Angebote. Ich plane deshalb Zonen mit fließenden Übergängen, damit die Jüngeren den Älteren zuschauen können. Zwischen allen Zonen und dem Sitzplatz bleiben Sichtverbindungen frei.
| Zone | Was hineingehört | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Kleinkinder | abgegrenzte Fläche mit Rasen oder Fallschutzmatten, Sandkasten, niedrige Rutsche, Schaukeltier | Sonnenschutz über dem Sand, abgerundete Kanten, standfeste Geräte, Nähe zum Sitzplatz |
| Kindergartenkinder | Matschküche, Barfußpfad aus Sand, Kies und RindenmulchRindenmulch ist rohe, nicht kompostierte Baumrinde, mit der du den Boden unter Gehölzen abdeckst. Er enthält wachstumshemmende Stoffe und bindet Stickstoff im Boden, deshalb gehört er nicht ins Gemüsebeet., Spielhaus, Schaukel, kleiner Kletterparcours | schattige Plätze für Pausen, weicher Untergrund unter allem, was höher ist |
| Schulkinder | Klettergerüst mit mehreren Schwierigkeitsgraden, Slackline zwischen zwei Bäumen, Ballwiese, Hängematte, Werktisch | ruhige Ecke zum Lesen und Basteln als Rückzugsort |
Für die Ballwiese brauchst du Rasen, der Betrieb verträgt. Extensiver Landschaftsrasen wird gewöhnlich ein- bis dreimal im Jahr gemäht und eignet sich nur zeitweise als Spiel- oder Liegewiese. Eine selten gemähte Wiese planst du deshalb neben der Ballfläche, nicht an ihrer Stelle.
Schatten gehört in jede Zone. Ein passend ausgewählter Hausbaum kann den Sitzplatz beschatten und vor starker Hitze und UV-Strahlung schützen. Bäume kühlen ihre Umgebung außerdem durch Wasserverdunstung über die Blätter.
Elemente, die sich umbauen lassen, halten den Garten über Jahre spielbar. Aus dem Sandkasten wird später ein Beet, aus dem Spielhaus ein Geräteschuppen.
Beim Planen bleibe ich auf der Terrasse sitzen und lasse ein Kind jede geplante Spielecke ablaufen. Wo ich es aus dem Blick verliere, verschiebe ich die Zone im Plan.
Natürliche Spielelemente: Stämme, Steine, Sand und Verstecke
Klettern und Balancieren
Große, flache Steine laden zum Balancieren ein, liegende Baumstämme zum Klettern. Verankere die Stämme fest und säge spitze Aststummel bündig ab. Aus mehreren Naturmaterialien entsteht ein Parcours, den Kinder immer wieder anders ablaufen.
Ungeschütztes Holz soll draußen eigentlich keinen Erdkontakt haben. Ein liegender Kletterstamm hat ihn zwangsläufig, deshalb schaust du bei jeder Kontrolle zuerst dort nach Fäulnisstellen. Für neues Holz nimmst du heimische Hölzer oder FSC-zertifiziertes Holz.
Sandkasten und Matschküche
Der Sandkasten bekommt einen Sonnenschutz. Daneben steht die Matschküche aus wetterfestem Material, ausgestattet mit alten Töpfen, Pfannen und Kellen. Ein Wasserhahn in der Nähe erspart den Kindern lange Wege mit der Kanne.
Baust du die Matschküche aus Paletten, prüfe vorher ihre Herkunft. Die Kennzeichnung HT steht für eine Hitzebehandlung und ersetzt keine Prüfung, wofür die Palette vorher genutzt wurde. Vor jedem Upcycling klärst du deshalb, ob das Ausgangsmaterial Schadstoffe enthalten kann.
Die Reifenschaukel oder der Sandkastenrand aus alten Autoreifen. Im Schulgarten bleiben Autoreifen, Autoschläuche und Altmaterial unbekannter Herkunft draußen. Ich halte mich im Familiengarten an dieselbe Regel.
Verstecke und Spielhäuser
Kinder brauchen einen Ort, an dem sie unter sich sind. Ein Baumhaus setzt einen geeigneten Baum voraus, wo keiner steht, nimmst du ein bodennahes Spielhaus. Bei Holzbauten hilft konstruktiver Holzschutz: Abgeschrägte Flächen, Wasserabläufe und ein überhängendes Dach halten Staunässe vom Holz fern.
Eine frei wachsende Hecke aus blühenden und fruchttragenden Sträuchern wird zum Versteck und bietet zugleich Insekten und Vögeln Nahrung und Lebensraum. Plane dafür Platz ein, denn locker wachsende höhere Mischhecken können 2 bis 3 m breit werden.
Klassische Spielgeräte: Schaukel, Rutsche, Klettergerüst, Trampolin
Schaukel, Rutsche und Klettergerüst gehören für viele Kinder einfach zum Garten. Jedes Gerät steht fest verankert, und darunter liegt weicher Untergrund wie Rindenmulch oder Fallschutzmatten.
- Schaukel: Unterschiedliche Sitze, von der Babyschaukel bis zur Nestschaukel, bedienen mehrere Altersstufen.
- Rutsche: Achte auf eine sichere Einstiegshöhe und ausreichend Auslauf am Ende.
- Klettergerüst: Ein Modell mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden bleibt länger interessant. Seile zum Schwingen ergänzen es.
- Trampolin: Nimm ein Modell mit Sicherheitsnetz und Randabdeckung. Legt gemeinsam fest, wie viele Kinder gleichzeitig springen dürfen.
Alle Geräte gehören in den regelmäßigen Sicherheitscheck, den du weiter unten bei der Pflege findest.
Pflanzen, die Kinder selbst ziehen können
Für den Anfang wähle ich Pflanzen, an denen Kinder viel beobachten können: große Samen, sichtbares Wachstum, Blüten und etwas zum Ernten.
| Pflanze | Was Kinder erleben | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Sonnenblume | Aussaat April bis Mai, Keimdauer 7 bis 20 Tage, Blüte Juni bis Oktober | sonniger Platz, Wuchshöhe 30 bis 500 cm, hohe Pflanzen gegebenenfalls stützen |
| Zucchini | erste Ernte etwa 4 bis 6 Wochen nach der Pflanzung | warmer, sonniger, windgeschützter Platz; Pflanzabstand 200 × 90 bis 100 cm, der größere Wert gilt zwischen den Reihen; etwa 2 m² Beetfläche je Pflanze |
| Speisekürbis | Pflanzung im Mai nach den EisheiligenDie Eisheiligen sind die Namenstage von fünf Heiligen vom 11. bis 15. Mai. Bauernregeln zufolge häufen sich dann späte Frostnächte, deshalb gelten sie im Garten als Merkdatum für die Spätfrostgefahr. | vollsonniger, nährstoffreicher Platz und gleichmäßige Wasserversorgung |
| Kapuzinerkresse | Blätter, Blüten und Knospen sind essbar | Blätter als Würzkraut, Blüten als essbare Dekoration |
Sonnenblumen eignen sich gut zum ersten eigenen Säen. Ich lasse Kinder zur frühen Anzucht zwei bis drei Samen in einen Topf legen. Sobald die Sämlinge stehen, bleibt nur der kräftigste übrig, und dieses VereinzelnVereinzeln heißt, zu dicht aufgegangene Sämlinge in der Saatreihe auszudünnen, damit die übrigen Pflanzen genug Platz, Wasser und Nährstoffe haben. Manchmal ist auch das Pikieren gemeint, also das Umsetzen junger Sämlinge in einzelne Töpfe. übernehmen die Kinder selbst. Die DirektsaatBei der Direktsaat säst du die Samen gleich an Ort und Stelle ins Beet, statt sie vorher im Haus vorzuziehen. Die Pflanzen keimen und wachsen dort, wo du sie später erntest. ins Beet klappt ebenso.
Sonnenblumen kommen 0,5 bis 4 cm tief in die Erde. Im Beet planst du 20 bis 50 cm Abstand in der Reihe und 20 bis 50 cm zwischen den Reihen, die Wuchsbreite liegt bei 20 bis 60 cm. Hohe Pflanzen bekommen gegebenenfalls eine Stütze.
Zucchini und Kürbis zieht ihr etwa vier Wochen vor dem geplanten Auspflanzen vor. Kinder sehen an beiden besonders deutlich, wie schnell eine Pflanze Platz einnimmt.
Wachsen Zierkürbisse neben Speisekürbissen, kann es zu einer Einkreuzung kommen. Die Früchte der bestäubten Pflanze werden dadurch nicht unmittelbar giftig. Säst du aber ihre Samen aus, können in der nächsten Generation bittere und giftige Früchte wachsen. Aus HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. entstehen außerdem keine zuverlässig sortenechten Nachkommen. Für das Kinderbeet kaufst du deshalb Saatgut, statt Kerne aus eigenen Kürbissen auszusäen, und die Kerne wandern in die Bastelkiste.
Sinnesgarten: riechen, fühlen, schmecken, hören
Gemeinsame Gartenprojekte lassen Kinder unmittelbar erleben, wie Gemüse und Kräuter wachsen, riechen und schmecken. Ein Sinnesgarten bündelt das auf kleinem Raum.
Riechen
Lavendel und Thymian setzt du an sonnige, magere Plätze nahe am Weg oder am Sitzplatz. Dort streifen Kinder im Vorbeigehen daran und tragen den Duft an den Händen weiter. Minze und Zitronenmelisse ergänzen die Duftecke. Nach der Lavendelblüte schneidest du vor allem die verblühten Blütenstängel ab, den kräftigen Schnitt hebst du dir fürs Frühjahr auf. Die abgeschnittenen Stängel füllen Kinder in kleine Duftsäckchen.
Fühlen und Sehen
Das Lamm-Ohr (Stachys byzantina) hat weiche, pelzige Blätter, die Kinder gern streicheln. Den Gegensatz liefern die rauen Blätter von Sonnenblume und Kürbis. Für das Auge bilden Violett und Gelb im gestalterischen Farbkreis ein Komplementärpaar. Violetter Lavendel neben gelben Sonnenblumen zeigt Kindern diesen Kontrast direkt im Beet.
Schmecken
Die Blätter der Kapuzinerkresse nutzt du als Würzkraut, die Blüten als essbare Dekoration. Naschobst wie Erdbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren setzt du an den Wegrand, damit Kinder es erreichen. Bewurzelte Erdbeerableger pflanzt du idealerweise von Ende Juli bis Mitte August. Für alles Naschen gelten die Regeln aus dem Sicherheitsteil: erst fragen, dann mit Trinkwasser waschen.
Hören
Gräser und Windspiele bringen Geräusche in den Garten. Im Winter tragen stehen gelassene Gräser und die trockenen BlütenständeEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe. von Fetthenne und Brandkraut die Struktur des Beets. Wie du für die Erwachsenen Rückzugsorte mit Duft und Klang gestaltest, beschreibt ein weiterer Ratgeber.
Kreative Ecken: Atelier, Musik und Picknickplatz
Eine wetterfeste Maltafel an Mauer oder Zaun wird zum Atelier für Kreide. Blätter, Steine und Rinde sammeln Kinder als Material für Legebilder. Ein Tisch mit Bänken im Schatten eines Baumes dient zum Basteln und später zum Essen.
Für den Musikbereich genügen Fundstücke. Windspiele aus alten Löffeln oder Topfdeckeln klingen bei jedem Windstoß. Ein Xylophon aus Holzstücken und eine Trommel aus einem alten Blumentopf laden zum Ausprobieren ein.
Die Outdoor-Küche für Kinder entsteht aus alten Möbeln, auch hier gilt die Prüfung auf Schadstoffe. Der Grill steht getrennt davon in einem Bereich nur für Erwachsene. Sitzt ihr abends draußen, muss eine Lichterkette ausdrücklich für den Außenbereich geeignet und mindestens nach IP44 spritzwassergeschützt sein. Gartenlicht schaltest du nur punktuell und bei Bedarf ein.
Regenwasser als Lernstation
Eine Regentonne zeigt Kindern, woher das Gießwasser kommt. Im Kinderbereich steht sie kippsicher, und ein Deckel sichert sie gegen Hineinfallen. Damit der Deckel zu bleiben kann, bekommt die Tonne eine kleine Zapfstelle in Kinderhöhe. So füllen Kinder ihre Kannen selbst, ohne an die offene Tonne zu müssen. Mit Handabdrücken bemalt, wird die Tonne zum Projekt der ganzen Familie.
Mit dem gesammelten Wasser lassen sich Experimente machen. Ein Mini-Wasserrad aus Plastiklöffeln und einer Korkscheibe zeigt, wie fließendes Wasser etwas antreibt.
Ein Versuch vermittelt zugleich Gärtnerwissen: Welke Blätter können von Trockenheit kommen, aber genauso von Staunässe. Vor dem Gießen fühlen Kinder deshalb mit dem Finger in die Erde. Bei torffreier Erde im Topf kann die Oberfläche schon trocken sein, während das Substrat weiter unten noch nass ist. Der Finger muss also tiefer hinein als nur in die oberste Schicht.
Gegossen wird direkt im Wurzelbereich, damit die Blätter trocken bleiben. Wie viel Wasser ein Gemüsebeet je Gießgang braucht, steht in den Grundlagen zum Gießen im Gemüsegarten.
Gemüsebeet, Tierbeobachtung und Projekte übers Jahr
Ein eigenes Gemüsebeet und Projekte von Samentütchen bis zur Kürbiszucht füllen das Gartenjahr mit Kindern. Plant dabei vorab gemeinsam Standort, Wasserzugang, Material, Aussaat, Ernte und wer wofür zuständig ist. Welche Gartenprojekte übers Jahr mit passendem Kinderwerkzeug sich eignen, zeigt ein eigener Ratgeber.
Ein Kinderbeet oder ein niedriges HochbeetEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche. gibt jedem Kind eine eigene Parzelle. Beim Mithelfen übernehmen Kinder unter Aufsicht einfache Aufgaben wie Laubrechen und Gießen mit kleinen Kannen. Wie du Kinder spielerisch in die tägliche Gartenarbeit einbindest, steht im Ratgeber zum Gärtnern mit Kindern.
Ein Insektenhotel nahe blühender Pflanzen und ein Vogelhäuschen in Sichtweite eines ruhigen Platzes werden zu Beobachtungsorten für Kinder. Eine Wildblumenwiese lockt Schmetterlinge und Bienen dazu. Wie du solche Lebensräume für Wildtiere anlegst, erklärt der Ratgeber zum naturfreundlichen Garten.
Pflege: Sicherheitscheck und Anpassungen übers Jahr
Sitzt die Verankerung fest? Sind alle Schrauben angezogen? Zeigt Metall Rost, hat Kunststoff Risse? Stehen Holzsplitter ab, gibt es Fäulnisstellen? Diesen Check machst du regelmäßig, nicht erst, wenn etwas wackelt.
Ich gehe die Geräte im Frühjahr mit Schraubenschlüssel und Taschenlampe ab, bevor wieder geschaukelt wird, und danach in festen Abständen. Die Kinder suchen mit und melden jeden Splitter, den sie finden. Holzgeräte und Gartenmöbel aus Holz ölst du bei Bedarf nach.
Mit Leinöl oder Holzöl getränkte Lappen können sich beim Trocknen selbst entzünden. Sie gehören in einen geeigneten Sammelbehälter und nicht zusammengeknüllt in den Schuppen.
Im Herbst rechst du das Laub von Rasen, Wegen und Teich. In dünnen Lagen darf es auf abgeräumten Beeten oder zwischen Stauden liegen bleiben. Ein großer Laub- und Reisighaufen in einer ruhigen Ecke kann Igeln als Winterquartier dienen, und die Kinder schichten ihn mit auf. Gesunde Staudenstängel und Samenstände bleiben über Winter stehen. Was krank ist oder in Wege ragt, schneidest du ab, damit die Wege frei bleiben.
In der Winterpause reinigst und ölst du die Gartengeräte, Scheren und Messer schärfst du bei Bedarf. Bodenbearbeitungsgeräte werden außerdem entrostet und eingefettet, beschädigte Teile reparierst oder ersetzt du.
Das Frühjahr ist auch der Zeitpunkt, die Zonen zu überprüfen. Was die Kinder nicht mehr nutzen, baust du um, und der nächste Bauabschnitt aus dem Gesamtplan kommt dazu.

