Vertikal Gemüse anbauen: Spalier, Pflanzturm, Pflanztasche und Hydroponik
- Kletternde Kulturen wie Stangenbohnen und Gurken ziehst du an Spalier oder Rankgitter, kompakte wie Salat und Kohlrabi in Turm, Tasche oder Rinne.
- Stangenbohnen werden 2 bis 3 m hoch und brauchen eine Rankhilfe, die du beim Anlegen des Beets gleich mit einplanst.
- Ein Pflanzturm aus Estrich- und Kokosmatte sollte etwa 70 cm Durchmesser nicht unterschreiten und wird mit strukturstabilem Kübelpflanzensubstrat gefüllt.
- Stabtomaten geizt du während des Wachstums alle 1 bis 2 Wochen aus, Buschtomaten behalten ihre fruchttragenden Verzweigungen.
- Bei Wandsystemen müssen Befestigung und Fassade das Gewicht samt Wind-, Nässe-, Schnee- und Eislasten tragen.
Wenn das Beet voll ist oder dein Balkon nur eine freie Wand hat, bleibt dir die Höhe. Ich ziehe dort Bohnen am Spalier, setze Salat in einen Pflanzturm und hänge Rinnen an den Zaun. Jedes dieser Systeme trägt anderes Gemüse und braucht einen anderen Aufbau.
Vertikal Gemüse anbauen heißt, Pflanzen nach oben statt in die Breite zu ziehen. Kletternde Kulturen wachsen an Spalier und Rankgitter. Kompakte Kulturen sitzen übereinander in Turm, Tasche oder Rinne. Salate und Kräuter wachsen sogar ohne Erde in einer NährlösungEine Nährlösung ist ein Gemisch aus Wasser und gelöstem Dünger, das Pflanzen ohne Erde mit Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor und Kalium versorgt. Sie gelangt bei erdelosen Verfahren wie der Hydroponik über die Bewässerung an die Wurzeln..
Welches Gemüse eignet sich für den vertikalen Anbau?
Ich sortiere die Kandidaten nach ihrer Wuchsform, denn die Wuchsform entscheidet über das System.
Kletterer: Stangenbohnen wachsen als kletternde Kultur 2 bis 3 m hoch und brauchen eine Rankhilfe. Freilandgurken ziehst du an einem Rankgitter nach oben. Erbsen halten sich mit ihren Ranken an Netz oder Reisig fest.
Aufgeleitete Pflanzen: Stabtomaten klettern nicht von selbst. Du bindest den Haupttrieb an einen Stab oder führst ihn an einer Schnur nach oben.
Kompakte Kulturen: Salat, Kohlrabi, Sellerie und Fenchel setzt du in die Wand eines Pflanzturms. Für Salat, Kohlrabi und Balkontomaten, die du regelmäßig austauschst, passen Rinnen oder Balkonkästen an der Wand. Salate und Kräuter wachsen außerdem in hydroponischer Tiefwasserkultur.
Als essbaren Farbtupfer setze ich gern Große Kapuzinerkresse dazu. Ihre Blätter, Blüten und Knospen nutzt du als Würzkraut oder als Blütendeko auf dem Teller.
| Gemüse | Passendes System | Was du einplanst |
|---|---|---|
| Stangenbohnen | Spalier, Stangen, Rankgitter | 2–3 m Wuchshöhe, Rankhilfe beim Anlegen des Beets |
| Freilandgurken | Rankgitter | trocknen nach Nässe schneller ab, leichter zu ernten |
| Stabtomaten | Stab oder Schnur, Kübel | 35–40 l Substrat bis zur Herbsternte gelten als optimal |
| Salat, Kohlrabi, Sellerie, Fenchel | Pflanzturm | feuchtere Mitte und unterer Bereich, je nach Art 10–25 cm Abstand in der Turmwand |
| Salat, Kohlrabi, Balkontomaten | Rinnen- oder Balkonkastensystem an der Wand | für Gemüse, das du regelmäßig austauschst |
| Salate, Kräuter | hydroponische Tiefwasserkultur | Nährstoffkonzentration und pH-Wert etwa einmal pro Woche prüfen |
Wenn du gerade erst mit Gemüse beginnst, schau dir vor dem Bau an, welche Gemüsesorten sich für Anfänger eignen.
Wann kommt was ins System?
| Kultur | Anzucht oder Aussaat | Pflanzung |
|---|---|---|
| Tomate | Fensterbank, Mitte bis Ende März | gewöhnlich ab Mitte Mai, Boden mindestens 15 °C warm |
| Kohlrabi | ab Anfang Februar, Keimung bei 16–18 °C, danach bei 14–16 °C weiterziehen | Anfang April |
| Radieschen ‘Sora’ | Direktsaat März bis September, 1–2 cm tief | entfällt, wird direkt gesät |
Tomaten gewöhnst du zuerst an bewölkten Tagen oder unter schattierendem Vlies an die Sonne. Wärmebedürftige Jungpflanzen holst du beim Abhärten wieder herein, wenn die Nacht unter 10 °C fällt. Anhaltende Temperaturen unter 12 °C können bei Tomaten zum Abfallen der Blüten führen.
Welches vertikale System passt zu deinem Platz?
Ich entscheide nach zwei Fragen: Steht das System im Beet oder hängt es an der Wand? Und tausche ich die Pflanzen während der Saison aus?
Ein Spalier im Beet nutzt den Gartenboden, darin wurzeln Bohnen, Gurken und Tomaten. Ein Pflanzturm steht frei und lebt von seinem eigenen Substrat. Er trägt viele kleine Pflanzen auf wenig Grundfläche. Taschen, Rinnen und Kästen an der Wand belegen keine Bodenfläche, hängen dafür aber mit ihrem ganzen Gewicht an der Befestigung. Hydroponik kommt ohne Erde aus, braucht aber Pumpe, Nährlösung und regelmäßige Messwerte.
Setzt du Salat und Kohlrabi laufend nach, nimm Rinnen oder Balkonkästen, aus denen du einzelne Pflanzen herausnehmen kannst. Wie du einen ganzen Gemüsegarten anlegst, in den solche Systeme passen, zeigt der Ratgeber, wie du deinen Gemüsegarten Schritt für Schritt planst und pflegst.
Spalier und Rankgitter: Rankhilfe bauen
Ich stelle die Rankhilfe auf, bevor ich säe oder pflanze. Stangenbohnen erreichen 2 bis 3 m, deshalb planst du das Gerüst schon beim Anlegen des Beets für diese Höhe. Für Bohnen und Erbsen genügen Bambusstäbe mit Schnur. Stabilere Gerüste baust du aus Holzlatten oder Metallstangen.
Freilandgurken ziehst du am Rankgitter. Dort trocknen die Pflanzen nach Nässe schneller ab, und du erntest leichter. Stabtomaten bindest du locker an ihren Stab und führst den Trieb beim AusgeizenAusgeizen ist das Entfernen der Geiztriebe, also der Seitentriebe, die bei Tomaten in den Blattachseln wachsen. Ohne Ausgeizen bildet die Pflanze sehr viel Blattmasse und trägt später Früchte. jedes Mal nach.
Für lange stehende Kulturen wie Stangenbohnen ist eine dreijährige Familienpause vorgesehen. Ein fest verankertes Gerüst bindet die Bohnen also an einen Platz, den sie im Folgejahr räumen sollen. Ich baue Rankhilfen deshalb versetzbar und halte in einem Beetplan mit Belegungszeiten fest, welche Kultur wann daran steht.
Die Stangen erst stecken, wenn die Bohnen schon aufgelaufen sind. Dann arbeitest du im durchwurzelten Beet und musst die Triebe nachträglich umlenken. Setze die Rankhilfe beim Anlegen des Beets.
Pflanzturm bauen und bepflanzen
Ein Pflanzturm stapelt die Pflanzfläche rundum nach oben. Ich biege dafür eine Estrichmatte zur Röhre und kleide sie innen mit Kokosmatte aus. Der Durchmesser sollte etwa 70 cm nicht unterschreiten. Ist der Turm höher als 1 m, stabilisierst du ihn zusätzlich in der Mitte. Die Mittelstütze setze ich, bevor das erste Substrat hineinkommt.
Gefüllt wird mit strukturstabilem Kübelpflanzensubstrat. Ich fülle es in Lagen ein und drücke jede Lage an, bevor die nächste kommt.
Danach schneidest du Schlitze in die Kokosmatte und setzt gut durchwurzelte Jungpflanzen hinein. Je nach Gemüseart hältst du dabei 10 bis 25 cm Abstand rundum in der Turmwand. Salat, Kohlrabi, Sellerie und Fenchel gehören in die feuchtere Mitte und in den unteren Bereich.
So baue ich den Pflanzturm auf.
- Estrichmatte zur Röhre biegen, Durchmesser etwa 70 cm oder mehr.
- Innen mit Kokosmatte auskleiden.
- Ab 1 m Höhe eine Mittelstütze einplanen.
- Strukturstabiles Kübelpflanzensubstrat in Lagen einfüllen und jede Lage andrücken.
- Gut durchwurzelte Jungpflanzen je nach Art mit 10 bis 25 cm Abstand einsetzen.
- Salat, Kohlrabi, Sellerie und Fenchel in die Mitte und nach unten setzen.
Pflanztaschen, Rinnen und Balkonkästen an der Wand
Taschen, Rinnen und Kästen holen das Gemüse an Wand, Zaun oder Geländer. Rinnen und Balkonkästen nehme ich für alles, was ich während der Saison austausche, also Salat, Kohlrabi und Balkontomaten. In Pflanztaschen setze ich vor allem Salate und Kräuter.
Jede Tasche und jedes Gefäß braucht einen Wasserabzug, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Plane beim Aufhängen gleich mit, wohin dieses Wasser tropft, besonders über einem Balkon unter dir.
An der Wand hängt alles an Befestigung und Fassade. Beide müssen das Gewicht von System und Pflanzen tragen und zusätzlich Lasten aus Wind, Nässe, Schnee und Eis. Kläre die Tragfähigkeit, bevor du bohrst.
Geht es dir um begrünte Fassaden, Wandgärten im Innenraum oder den Beitrag zu Stadtklima und Artenvielfalt, lies nach, wie du vertikale Begrünungen an Wänden und Fassaden planst und pflegst.
Hydroponik und Aeroponik: Gemüse ohne Erde
In einer hydroponischen Tiefwasserkultur wachsen die Pflanzen ohne Erdsubstrat in einer belüfteten Nährlösung. Eine Pumpe durchmischt das Wasser und versorgt es mit Sauerstoff. Salate und Kräuter wachsen in diesem System weitgehend ohne Erde.
Nährstoffkonzentration und pH-Wert kontrollierst du etwa einmal pro Woche. Ich trage die Messwerte jedes Mal in eine Liste ein, damit ich sehe, wie sie sich verschieben.
Bei der Aeroponik hängen die Wurzeln frei in der Luft und werden mit Nährlösung besprüht. Stockt die Sprühtechnik, fehlt den Wurzeln dort das Wasser, in dem sie bei der Tiefwasserkultur stehen. Wer ohne Erde einsteigt, beginnt deshalb besser mit der Tiefwasserkultur.
Aquaponik verbindet Fischhaltung mit erdlosem Pflanzenanbau. Fische und Pflanzen teilen sich dabei einen gemeinsamen Wasser- und Nährstoffkreislauf.
Ziehst du drinnen ohne Tageslicht, übernehmen Pflanzenlampen das Licht und brauchen zusätzliche Energie. Vergleiche Lampen über die photosynthetische Photonenflussdichte in µmol/m²s, denn sie sagt mehr als eine reine Luxangabe.
Welches Substrat, welcher Boden?
Steht dein Spalier im Beet, wurzeln Bohnen, Gurken und Tomaten im Gartenboden. Eine Bodenuntersuchung mit nutzungsbezogener Düngeempfehlung zeigt dir, ob du kalkst, düngst oder nur Kompost gibst. Für die Probe stichst du auf einer einheitlich genutzten Fläche 10 bis 15 Mal gleichmäßig verteilt ein. Alle Einstiche vereinigst du zu einer MischprobeEine Mischprobe ist eine Bodenprobe, die aus Erde von mehreren Stellen derselben Fläche zusammengemischt wird. So zeigt die Untersuchung im Labor den Zustand der ganzen Fläche und nicht nur den einer einzelnen Stelle., Wege, Ränder und die Nähe zum Kompost lässt du aus. Beprobt wird der ganze Oberboden bis etwa 25 bis 30 cm Tiefe.
Den gemessenen pH-Wert ordnest du nach der Bodenart ein:
| Bodenart | pH-Zielbereich für Gemüse |
|---|---|
| Sandboden | 5,4–5,8 |
| sandiger Lehm, schluffiger Lehm, Lehm | 6,6–7,0 |
Turm, Tasche und Kübel füllst du mit strukturstabilem Kübelpflanzensubstrat. Jedes Gefäß muss standfest sein und einen Wasserabzug haben. Torffreie Substrate trocknen an der Oberfläche rasch ab, deshalb prüfst du die Feuchte mit dem Finger darunter.
Für eine hochwachsende Stabtomate, die bis zur Herbsternte trägt, gelten 35 bis 40 l Substratvolumen als optimal. Prüfe vor dem Pflanzen, ob dein Gefäß dieses Volumen fasst.
Tomaten, Gurken und Bohnen schneiden und aufleiten
Stabtomaten ausgeizen
Bei Stabtomaten entfernst du die Seitentriebe, die in den BlattachselnDie Blattachsel ist der Winkel zwischen Blattstiel und Zweig oder Stängel, also die Stelle, an der ein Blatt am Spross ansetzt. Aus ihr wachsen häufig Seitentriebe, bei Tomaten etwa die Geiztriebe. austreiben. Vorzugsweise nimmst du sie, wenn sie 5 bis 10 cm lang sind. Während des Wachstums geizt du alle 1 bis 2 Wochen aus. Kompakte Buschtomaten behalten dagegen ihre fruchttragenden Verzweigungen. Fürs EntspitzenEntspitzen heißt, die weiche Triebspitze einer Pflanze mit den Fingern abzuzwicken oder mit der Schere zu kürzen. Die Pflanze treibt darunter meist mehrfach aus, verzweigt sich und wächst buschiger. reichen die Empfehlungen im Hausgarten bis spätestens Mitte September, je nach KulturführungKulturführung bezeichnet alle Pflegearbeiten, mit denen du angebaute Pflanzen während ihres Wachstums begleitest. Dazu gehören vor allem Bewässerung, eine an den Bedarf der Pflanzen angepasste Düngung, Unkrautregulierung und vorbeugender Pflanzenschutz..
Rüttle Tomaten in der Blüte vorsichtig am Stab. Das kann die Selbstbestäubung unterstützen, weil so Pollen auf die Narbe gelangt.
Gurken aufleiten und schneiden
Freilandgurken leitest du am Rankgitter nach oben. Für aufgeleitete Treibgurken im Gewächshaus gibt es zwei Schnittweisen. Beim Regenschirmschnitt entfernst du die Seitentriebe unterhalb des Drahts und führst oben 2 bis 4 Triebe weiter. Beim Seitentriebschnitt kürzt du die Seitentriebe stattdessen nach 1 bis 2 Blättern ein.
Stangenbohnen anlegen
Stangenbohnen schneide ich nicht. Ich lege die jungen Triebe an die Stange, danach winden sie sich selbst hinauf. Während Blüte und Fruchtbildung achte ich bei Bohnen besonders auf eine ausreichende Wasserversorgung.
Hohe und niedrige Pflanzen kombinieren
Neben und unter hohen Kulturen bleibt Platz für schnelle Kulturen. Kurzlebige ZwischenkulturenEine Zwischenkultur ist eine schnell wachsende Gemüsekultur, die gleichzeitig mit einer langsam wachsenden Hauptkultur auf dem Beet steht, meist in Reihen dazwischen. Sie ist geerntet, bevor die Hauptkultur den ganzen Platz braucht. erntest du, bevor die länger stehenden Hauptkulturen ihren Raum brauchen.
| Hohe Kultur | Dazu | Was du einplanst |
|---|---|---|
| Erbsen | Radieschen als Zwischenkultur | 1 Reihe Radieschen zwischen 2 Erbsenreihen |
| Mais und Stangenbohnen | Kürbis | mindestens 4 m², der Kürbis kann darüber hinauswachsen |
| Stangenbohnen oder Stabtomaten | Radieschen ‘Sora’ | Direktsaat März bis September, 3–5 cm in der Reihe bei 15 cm Reihenabstand |
In der Mischkultur aus Mais, Stangenbohnen und Kürbis ranken die Bohnen am Mais hoch. Schmeckt ein Kürbis bitter, spuckst du den Bissen aus und entsorgst die Frucht. Die giftigen Cucurbitacine werden auch beim Erhitzen nicht zerstört.
Stangenbohnen werden 2 bis 3 m hoch, und Tomaten sind im Halbschatten wegen ihres hohen Lichtbedarfs ungeeignet. Setze Tomaten deshalb auf die Sonnenseite einer Bohnenwand, nicht in ihren Schatten.
Pauschale Schutz- und Förderwirkungen einzelner Gemüsenachbarn sind häufig nicht ausreichend belegt und ersetzen keine passende Kulturführung. Mischkultur kann einen gesunden Garten unterstützen, und welche Nachbarn auf dem Beet zusammenpassen, prüfst du vor dem Pflanzen. Ausführlich geht es darum in den Abschnitten „Mischkultur: Nachbarn mit Plan“ und „Fruchtfolge: Anbaupausen nach Familien“ im Ratgeber zur Gartenplanung.
Vertikale Gärten selbst bauen
Viele Systeme baust du aus Material, das ohnehin herumsteht. Eine aufgestellte Palette kleidest du mit Pflanztaschen aus. In ein ausgedientes Regal stellst du Pflanzgefäße. Konservendosen, Plastikflaschen und Schuhorganizer werden zu kleinen Kräutergärten.
Für alle Eigenbauten gilt: Das Gefäß muss zu Pflanze und Platz passen, standfest sein und einen Wasserabzug haben. Holzgefäße verrotten vergleichsweise schnell, besonders aus dünnem Weichholz. Ton- und Keramikgefäße sind in der Regel nicht oder nur bedingt frostfest. Ich räume sie deshalb vor dem Frost leer und stelle sie geschützt unter.
Ich bohre jede Dose und jede Flasche unten an, bevor Substrat hineinkommt. Danach gieße ich einmal klares Wasser durch und schaue, ob es unten wirklich abläuft.
Licht, Wasser, Dünger und Pflanzenschutz in Kürze
Im vertikalen Garten gelten dieselben Grundregeln wie im Beet. Ausführlich stehen sie in den Grundlagen zu Standort, Gießen, Düngen und Pflanzenschutz im Ratgeber zur Gartenplanung.
Licht: Ein halbschattiger Platz bekommt als Orientierung bis zu etwa 4 Stunden direkte Sonne, eine feste Grenze ist das nicht. Prüfe vor dem Aufbau, zu welchen Tageszeiten deine Wand Sonne bekommt. Mehr dazu steht im Abschnitt „Standort: Licht, Wärme und Windschutz“.
Wasser: Im Wandsystem kommt das Wasser von oben: Eine Tropfleitung versorgt die oberen Gefäße, und unten sammelt eine Auffangrinne, was durchläuft. Gieß direkt in den Wurzelbereich, damit die Blätter möglichst trocken bleiben. Wie du durchdringend gießt, erklärt der Abschnitt „Gießen: durchdringend statt oberflächlich“.
Dünger: In kleinen Taschen und Rinnen ist der Nährstoffvorrat begrenzt, deshalb ergänze ich dort Flüssigdünger über das Gießwasser. Bohnen haben einen niedrigen Stickstoffbedarf, Tomaten einen hohen, also düngst du nicht jede Etage gleich. Den Weg zur passenden Menge zeigt der Abschnitt „Düngen: nach Bedarf statt nach Gewohnheit“.
Pflanzenschutz: Vorbeugen, kontrollieren, mechanisch eingreifen: In dieser Reihenfolge gehst du auch an der Wand vor. Gegen Kraut- und BraunfäuleDie Kraut- und Braunfäule, kurz Braunfäule oder Krautfäule, ist eine Pilzkrankheit vor allem an Tomaten und Kartoffeln, ausgelöst durch Phytophthora infestans. Sie verursacht braune Flecken an Blättern, Stängeln und Früchten. beugst du vor, indem du Tomaten möglichst weit von Kartoffeln pflanzt und mit einem Regendach vor Niederschlag schützt. Weitere Vorbeugung findest du im Abschnitt „Krankheiten und Schädlinge: vorbeugen statt behandeln“.
Ernten, nachpflanzen und Saatgut gewinnen
In Rinnen und Kästen ersetzt du abgeerntete Salate und Kohlrabi durch Jungpflanzen, damit kein Platz leer steht. Tomaten lagerst du außerhalb des Kühlschranks bei 12 bis 16 °C und getrennt von anderen Früchten. So halten sie sich etwa 4 bis 5 Tage. Wie du Reife erkennst und die Ernte frisch hältst, steht im Abschnitt „Ernten und Lagern: Reife erkennen, Frische halten“.
Samen aus Hybridsorten bringen keine zuverlässig sortenechten Nachkommen. Bei Kürbissen kann eigenes Saatgut nach einer Einkreuzung von Zierkürbissen in der nächsten Generation bittere und giftige Früchte hervorbringen, deshalb säe ich Kürbis nicht aus eigenen Samen.
Wenn im ersten Jahr etwas nicht klappt, hilft dir der Überblick über typische Fehler beim Gemüseanbau und wie du sie behebst.

