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Geräte zur Bodenbearbeitung: Hacke, Grubber, Sauzahn und Rechen gezielt einsetzen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Ziehhacken eignen sich für leichte, unverkrustete Böden, Schlaghacken auch für schwere, steinige oder trockene.
  • Der Handgrubber dient der feinen Bodenbearbeitung; seine Arbeitstiefe hängt von Zinkenlänge und Druck ab.
  • Der Sauzahn lockert schonend in die Tiefe und passt zwischen Gemüsereihen.
  • Mit dem Gartenrechen ebnest du lockere Erde ein und bereitest Saatflächen vor.
  • Zu nassen Boden weder betreten noch bearbeiten, weil dabei neue Verdichtungen entstehen können.
  • Wurzelunkräuter vollständig ausgraben, weil zurückbleibende Wurzelstücke erneut austreiben können.

Wer zu nassen Gartenboden betritt oder bearbeitet, kann dabei neue Verdichtungen erzeugen, statt ihn zu lockern. Ich gehe deshalb vor jeder Bodenarbeit erst ans Beet und prüfe, ob die Oberfläche nach dem letzten Regen wieder leicht abgetrocknet ist. Erst danach entscheide ich, welches Gerät ich aus dem Schuppen hole.

Welches Gerät zur Bodenbearbeitung passt, hängt an drei Fragen: Wie schwer ist dein Boden, wie tief willst du lockern, und wächst schon etwas im Beet? Bodenwerkzeuge sind die Geräte, die direkt in der Erde arbeiten: Spaten und Grabegabel, Hacken, Grubber, Sauzahn und Rechen. Für Wurzeln und Pflasterfugen kommen Unkrautstecher und Fugenkratzer dazu. Wie sich diese Gruppe von Schneid- und Rasengeräten abgrenzt und welche Werkzeuge du wann im Gartenjahr brauchst, zeigt der Überblick über die Werkzeuggruppen im Gartenjahr.

Welches Bodenwerkzeug passt zu welcher Arbeit?

Die Tabelle ordnet die gängigen Bodenwerkzeuge nach der Arbeit, die du vorhast. In der rechten Spalte steht, worauf es dabei ankommt.

Arbeit Werkzeug Darauf achtest du
Schweren Boden im Herbst umgraben Spaten vor allem sinnvoll, wenn mit Durchfrieren zu rechnen ist
Leichten Boden im Frühjahr lockern Grabegabel Boden nicht zu nass
Beet fein bearbeiten und vorbereiten Handgrubber Arbeitstiefe hängt von Zinkenlänge und Druck ab
Schonend in die Tiefe lockern, zwischen Gemüsereihen arbeiten Sauzahn ein sichelförmiger Zinken
Lockere Erde, Kies und Sand einebnen, Saatfläche vorbereiten Gartenrechen Saatboden mäßig feucht und locker
Unkraut hacken auf leichtem, unverkrustetem Boden Ziehhacke Oberfläche nach Regen leicht abgetrocknet
Hacken auf schwerem, steinigem oder trockenem Boden Schlaghacke Oberfläche nach Regen leicht abgetrocknet
Wurzelunkraut entfernen Unkrautstecher, Gierschgabel Wurzel vollständig herausholen
Unkraut zwischen Pflastersteinen Fugenkratzer, Bürste mechanisch arbeiten

Wann brauchst du Spaten und Grabegabel?

Herbstliches Umgraben mit dem Spaten ist vor allem bei schweren Böden sinnvoll, bei denen mit Durchfrieren zu rechnen ist. Leichte Böden lockerst du im Frühjahr mit der Grabegabel; wie du sie dabei führst, zeigt die Anleitung zum Lockern mit der Grabegabel. Welcher Spatentyp zu deinem Boden passt und wann die Schaufel das bessere Werkzeug ist, erklärt der Ratgeber zum Unterschied zwischen Spaten und Schaufel.

Wie lockerst du mit Handgrubber und Sauzahn?

Zwischen Umgraben und Hacken liegt die Arbeit mit Zinken. Der Handgrubber dient der feinen Bodenbearbeitung und der Beetvorbereitung. Wie tief er arbeitet, hängt von der Länge seiner Zinken und von deinem Druck ab. Die Tiefe steuerst du also selbst: Mit leichtem Druck reißt du nur die Oberfläche auf, mit mehr Druck ziehst du die Zinken tiefer durch.

Der Sauzahn arbeitet mit einem sichelförmigen Zinken. Er eignet sich zur schonenden Tiefenlockerung und für die Arbeit zwischen Gemüsereihen. Im Gemüsebeet ziehe ich ihn zwischen den Reihen Bahn für Bahn durch, statt dort den Spaten anzusetzen. Welche Werkzeuge im Gemüsegarten für Aussaat, Pflanzung und Ernte dazukommen, zeigt die Werkzeugauswahl für den Gemüsegarten.

Plane die Lockerung mit, wenn du eine Tropfbewässerung einbauen willst. Tropfbewässerung kann die mechanische Bodenbearbeitung erschweren, und eine Unterflur-Tropfbewässerung schließt tiefe Bodenbearbeitung aus. Lockere das Beet deshalb vorher, solange Sauzahn und Grubber noch überall hinkommen. Ob dein Beet mit Grubber oder Kultivator auskommt oder umgegraben werden muss, klärt der Vergleich, wann du lockerst und wann du umgräbst.

Wie bereitest du die Saatfläche mit dem Rechen vor?

Mit dem Gartenrechen ebnest du lockere Erde ein und bereitest Saatflächen vor. Auch Kies und Sand verteilst du damit eben auf Wegen und Flächen. Für Gemüseaussaaten soll der Boden mäßig feucht und locker sein, damit die Keimlinge Wasser aufnehmen und atmen können. Ich ziehe den Rechen über die Saatfläche erst in einer Richtung und dann quer dazu, bis keine groben Klumpen mehr liegen.

Für Laub auf dem Rasen ist der Fächerbesen mit seinen flexiblen Zinken gedacht, im Beet bleibt der Rechen mit festen Zinken das Werkzeug. Flächen und Anbaupausen für die vorbereiteten Beete planst du im Beetplaner.

Welche Hacke passt zu deinem Boden?

Die Hacke nimmst du für Unkraut auf offenen Beetflächen, und welche Bauart passt, entscheidet dein Boden. Ziehhacken eignen sich für leichte, unverkrustete Böden, du ziehst sie flach durch die oberste Schicht. Schlaghacken sind auch für schwere, steinige oder trockene Böden vorgesehen. Mit ihnen schlägst du in den Boden, statt zu ziehen.

Zum Hacken sollte die Bodenoberfläche nach Regen wieder leicht abgetrocknet sein. Samenunkräuter entfernst du, bevor sie Samen bilden. Ich hacke meine Gemüsebeete deshalb nicht nach Kalender, sondern dann, wenn die Oberfläche abgetrocknet ist und die ersten Unkräuter auflaufen. Welche Hacke zu welchem Unkraut passt und welche Bauformen es außer Zieh- und Schlaghacke gibt, beschreibt der Ratgeber zu den Hackentypen und ihrem Einsatz.

Häufiger Fehler

Das Staudenbeet flächig durchhacken. Flächiges Hacken stört die Entwicklung der Stauden und den Flächenschluss der Pflanzung. Zieh das Unkraut dort gezielt heraus oder stich es aus.

Womit holst du Wurzelunkraut und Fugenkraut heraus?

Wurzelunkräuter ziehst du vollständig heraus oder gräbst sie aus, weil zurückbleibende Wurzelstücke erneut austreiben können. Dafür brauchst du ein Gerät, das die Wurzel aushebt, statt nur die Oberfläche zu bearbeiten. Bei Giersch hilft eine Gierschgabel. Beim Greif-Unkrautstecher ziehen sich die Stechdorne beim Aushebeln zusammen und umfassen den Wurzelstock. Ich lockere die Erde rund um den Giersch mit der Gabel, hebe ihn aus und sammle die übrigen Wurzelstücke von Hand aus dem Boden.

Zwischen Pflastersteinen entfernst du Unkraut mechanisch mit Fugenkratzer und Bürste.

Wie schonst du den Boden bei der Arbeit?

Wenn der Boden zu nass ist, bleibt das Werkzeug im Schuppen, und du betrittst das Beet auch nicht. Auch beim Gießen schonst du die Oberfläche. Ein harter Wasserstrahl kann sie verschlämmen oder abtragen, deshalb müssen Wassergaben zur Aufnahmefähigkeit des Bodens passen. Sobald Gießwasser oberflächlich schwemmt, gießt du zuerst an anderer Stelle weiter und kommst später zurück.

Langfristig hilft organische Substanz: Kompost oder Gründüngung erhöhen den Humusgehalt und verbessern die Wasseraufnahme und Wasserspeicherung des Bodens. Wenn du im Gemüsebeet mulchst, halte dich an Schichtdicke und Zeitpunkt.

Zahl im Blick

Organischen Mulch trägst du im Gemüsebeet normalerweise etwa 2–3 cm dick auf, feinen Rasenschnitt nur dünn. Mit dem Mulchen beginnst du gewöhnlich erst bei etwa 10 cm Pflanzenhöhe. Saatrillen und Jungpflanzen lässt du frei.

Worauf achtest du bei Kauf, Pflege und Sicherheit?

Für Harken und Hacken gelten etwa 150 cm Stiellänge als Ausgangspunkt, damit du aufrecht arbeiten kannst. Bei Spaten und Grabegabeln sind es etwa 70–75 cm, angepasst an deine Körpergröße. Worauf du außerdem bei Griff, Material und Reparierbarkeit achtest, steht im Überblick zu Qualität, Material und Ergonomie beim Werkzeugkauf.

Nach der Arbeit bürstest du trockene Erde ab, fest haftenden Schmutz entfernst du mit Wasser und Bürste und reibst das Werkzeug danach trocken. Dabei siehst du gleich, ob ein Stiel locker sitzt oder eine Klinge stumpf geworden ist, und setzt das Werkzeug vor dem nächsten Einsatz instand. Schärfen, Reparieren und Lagern behandelt derselbe Überblick im Abschnitt zur Werkzeugpflege.

Zur Bodenarbeit gehören feste Schuhe, Handschuhe und ein sicherer Stand, und Kinder halten Abstand, solange gehackt wird. Rechen, Hacke und Grabegabel legst du so ab, dass sie nicht herabfallen und niemand in Zinken oder Schneiden greifen oder treten kann. Bei schweren Verletzungen wählst du unmittelbar den Notruf 112, und mehr zum sicheren Arbeiten steht im selben Überblick unter „Sicher arbeiten“.

Womit fängst du an?

Für den Anfang brauchst du nicht jedes Gerät aus der Tabelle. Welche Werkzeuge in eine Grundausstattung gehören und wie du jedes davon einsetzt, zeigt die Übersicht zur Grundausstattung für Hobbygärtner. Erweitern lässt sich die Sammlung nach und nach; wie du dabei Budget, Leihoptionen und Aufbewahrung planst, beschreibt ein eigener Ratgeber.

Häufige Fragen

Welche Bodenwerkzeuge sind für Hobbygärtner unverzichtbar?
Für die Bodenarbeit kommst du mit wenigen Grundtypen aus. Spaten oder Grabegabel nimmst du zum Umgraben und Lockern, eine Hacke gegen Unkraut, einen Handgrubber für die feine Beetvorbereitung und einen Gartenrechen zum Einebnen der Saatfläche. Welche Hacke passt, richtet sich nach dem Boden: Ziehhacken eignen sich für leichte, unverkrustete Böden, Schlaghacken auch für schwere, steinige oder trockene. Gegen Wurzelunkräuter kommt ein Unkrautstecher oder eine Gierschgabel dazu, weil zurückbleibende Wurzelstücke erneut austreiben können.
Welche Hacke eignet sich für welchen Boden?
Ziehhacken eignen sich für leichte, unverkrustete Böden, du ziehst sie flach durch die oberste Schicht. Schlaghacken sind auch für schwere, steinige oder trockene Böden vorgesehen. Für beide gilt: Die Bodenoberfläche sollte nach Regen wieder leicht abgetrocknet sein. In Staudenpflanzungen ziehst oder stichst du Unkraut besser gezielt aus, weil flächiges Hacken die Staudenentwicklung und den Flächenschluss stört.
Worin unterscheiden sich Grubber von Hacken bei der Bodenbearbeitung?
Die Hacke arbeitet an der Bodenoberfläche und ist vor allem für Unkraut auf offenen Beetflächen gedacht. Der Handgrubber lockert mit seinen Zinken und dient der feinen Bodenbearbeitung und Beetvorbereitung. Wie tief er arbeitet, hängt von der Zinkenlänge und vom Druck ab, den du ausübst. Für eine schonende Tiefenlockerung zwischen Gemüsereihen gibt es zusätzlich den Sauzahn mit einem sichelförmigen Zinken.
Wie beeinflusst die Bodenstruktur die Wahl der richtigen Werkzeuge?
Auf leichten, unverkrusteten Böden eignet sich die Ziehhacke, für schwere, steinige oder trockene Böden ist die Schlaghacke vorgesehen. Herbstliches Umgraben mit dem Spaten ist vor allem bei schweren Böden sinnvoll, bei denen mit Durchfrieren zu rechnen ist. Leichte Böden lockerst du dagegen im Frühjahr mit der Grabegabel. Ist der Boden zu nass, betrittst und bearbeitest du ihn gar nicht, weil sonst neue Verdichtungen entstehen können.
Warum ist die richtige Pflege von Bodenwerkzeugen so wichtig?
Pflege ist zugleich Kontrolle: Beim Reinigen siehst du, ob ein Stiel locker sitzt, ein Gelenk schwer geht oder eine Klinge stumpf ist. Solche Mängel setzt du vor dem nächsten Einsatz instand oder tauschst das Werkzeug aus. Trockene Erde bürstest du ab, fest haftenden Schmutz entfernst du mit Wasser und Bürste und reibst das Werkzeug danach trocken. Rostende Stahlklingen schützt ein Öl- oder Fettfilm vor weiterer Korrosion.
Was ist der Unterschied zwischen Gartengeräten und Bodenwerkzeugen?
Gartengeräte ist der Oberbegriff für alles, womit du im Garten arbeitest, von der Schere bis zum Gießzubehör. Bodenwerkzeuge sind der Teil davon, der direkt in der Erde arbeitet: Spaten und Grabegabel, Hacken, Grubber, Sauzahn und Rechen. Mit ihnen gräbst du um, lockerst, ebnest Saatflächen ein oder entfernst Unkraut.
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