Alexandrinerklee anbauen und pflegen: Aussaat, Düngung, Unkraut und Frost
- Aussaat von April bis September, höchstens 1 cm tief in ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett.
- Die Keimung braucht mindestens 10 °C und dauert 14–21 Tage; bis zum Auflaufen bleibt die Saat feucht.
- Geeignet sind leichte bis mittelschwere, nährstoffreiche Böden mit pH 6–8 und guter Wasserversorgung.
- Stickstoff düngst du nicht; im Zwischenfruchtanbau gehört eine Grundversorgung mit Phosphat und Kali dazu.
- Ein Schröpfschnitt kann Unkraut verringern; geschnitten wird frühzeitig, bevor die Stängel verholzen.
- Alexandrinerklee ist nicht winterhart; ein abgefrorener Bestand bleibt über Winter als Mulch liegen.

Bei Alexandrinerklee liegt die Saat höchstens 1 cm tief, also genau in der Schicht, die an warmen Tagen zuerst austrocknet. Bis die Keimlinge erscheinen, vergehen 14–21 Tage. In dieser Zeit kann die Feuchte im Saatbett darüber entscheiden, ob der Bestand dicht oder lückig aufläuft. Ich kläre deshalb vor der Aussaat, wie ich die Fläche gießen kann, und greife erst dann zur Saattüte.
Alexandrinerklee (Trifolium alexandrinum), auch Ägyptischer Klee genannt, ist ein einjähriger Klee aus der Familie der FabaceaeFabaceae ist der botanische Name der Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchtler, die auch Leguminosen heißen. Dazu gehören etwa Erbsen, Bohnen, Linsen, Lupinen und Klee. Sie versorgen sich mithilfe von Knöllchenbakterien an den Wurzeln selbst mit Stickstoff aus der Luft.. Gesät wird er vor allem als ZwischenfruchtEine Zwischenfrucht ist eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten auf derselben Fläche wächst, oft von der Ernte im Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr. Sie wird als Gründüngung zur Bodenverbesserung oder, in der Landwirtschaft, als Futter angebaut. und Gründüngung. Er ist nicht winterhart und blüht von Mai bis September.
Als Leguminose bindet der Klee mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff, und seine Pflanzenreste liefern organische Substanz für die Folgekultur. Die Grundlagen dazu stehen im Gründünger-Überblick im Abschnitt, was Gründüngung im Boden leistet. Welche Vorteile Alexandrinerklee dem Boden als Gründünger bringt, vertieft ein eigener Ratgeber. Hier geht es um die Kultur selbst: Standort, Aussaat, Pflege und die Punkte, an denen sie scheitern kann.
Alexandrinerklee auf einen Blick
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Botanischer Name | Trifolium alexandrinum |
| Lebensdauer | einjährig, nicht winterhart |
| Wurzeltyp | tiefwurzelnd |
| Nährstoffbedarf | schwachzehrend |
| Standort | sonnig, halbschattig |
| Boden | leicht bis mittelschwer, nährstoffreich, nicht sauer |
| pH-Bereich | 6–8 |
| Aussaatzeit | April bis September |
| Saattiefe | bis 1 cm |
| Keimtemperatur | mindestens 10 °C |
| Keimdauer | 14–21 Tage |
| Blütezeit | Mai bis September |
| Anbaupause | 3 Jahre |
Welcher Standort passt zu Alexandrinerklee?
Alexandrinerklee steht sonnig, auch Halbschatten ist möglich. Er braucht warme Bedingungen und regelmäßig reichliche Niederschläge, trockene Jahre sind ungünstig. Beim Boden passen leichte bis mittelschwere, nährstoffreiche Böden in gutem Kulturzustand.
Saure Böden meidest du. Der geeignete pH-Bereich für Alexandrinerklee als Gründüngung liegt bei 6–8. Gekalkt wird trotzdem nicht auf Verdacht, sondern nur, wenn der pH-Wert für die Bodenart zu niedrig ist.
Leichte Böden passen dem Klee von der Bodenart her, Sandböden halten im Wurzelraum aber vergleichsweise wenig pflanzenverfügbares Wasser. Auf Sand planst du deshalb das Gießen von Anfang an mit ein.
Ich säe Alexandrinerklee auf Beete, die nach einer Ernte im Sommer frei werden, und lege den Schlauch vorher bereit. Den Saattermin richte ich nach dem Wetterbericht aus: Sind feuchte Tage angekündigt, säe ich kurz davor.
Wann und wie säst du Alexandrinerklee aus?
Der Zeitpunkt
Die Aussaatzeit reicht von April bis September. Zum Keimen braucht die Saat mindestens 10 °C. Das Aussaatfenster beginnt also im April, die Keimtemperatur setzt aber eine zweite Bedingung. Ein kalter April ist deshalb kein Saattermin, auch wenn der Kalender ihn erlaubt.
Im Feldbau wird Alexandrinerklee als Stoppelsaat im Juli bis Anfang August gesät, zum Beispiel nach Frühkartoffeln. Im Garten nutzt du dieselbe Gelegenheit, wenn ein Beet im Sommer frei wird. Als späte UntersaatEine Untersaat ist eine zweite Pflanzenart, die du zusätzlich zwischen oder unter eine Hauptkultur säst. Sie wächst zunächst mit und entwickelt sich nach der Ernte der früher erntereifen Hauptkultur weiter. unter Tomaten, Kohlarten oder Lauch wird er ab August empfohlen. Schneide eine Untersaat, sobald sie das Gemüse beeinträchtigt. Wie du Alexandrinerklee als Untersaat und Nachfrucht im Gemüsebeet kombinierst, zeigt ein eigener Ratgeber. Die Saatfenster der anderen Gründünger stehen im druckbaren Aussaatkalender für Gründünger.
Das Saatbett
Alexandrinerklee braucht ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett. Räume Erntereste weitgehend ab, lockere die Fläche oberflächlich und harke sie eben. Bearbeite den Boden erst, wenn er ausreichend abgetrocknet ist. Wurzelunkräuter gräbst du vorher möglichst vollständig aus, weil zerteilte unterirdische Pflanzenteile wieder austreiben können. Die Schritte von der Bodenanalyse bis zum fertigen Saatbett beschreibt die Anleitung, wie du den Boden für Alexandrinerklee vorbereitest.
Säen, einrechen, andrücken
Verteile das Saatgut breitwürfig, reche es ein und drücke die Fläche an. Im festen Saatbett liegen die Körner höchstens 1 cm tief. Gegenüber der Drillsaat ist bei Breitsaat das Risiko höher, dass die Saat ungleich aufläuft. Sichere deshalb nach dem Säen den Bodenkontakt. Ich drücke die Fläche nach dem Einrechen mit einem Brett an und gieße anschließend mit weichem Strahl.
Die Saatmenge liest du von der Tüte deiner Sorte ab. Berechnet wird sie aus Tausendkornmasse und Keimfähigkeit, und beides gehört zur jeweiligen Saatgutpartie. Wann und mit welcher Methode du Alexandrinerklee säst und erntest, vertieft der Ratgeber zum Anbau.
Für Alexandrinerklee-Saatgut gelten als Mindestwerte 80 % Keimfähigkeit und 97 Gewichtsprozent technische Reinheit. Die technische Reinheit ist der Gewichtsanteil der Samen der angegebenen Art in der geprüften Probe. Bei der gesetzlichen Bewertung der Keimfähigkeit werden hartschalige Körner bis zu einem Anteil von 20 % als keimfähig angerechnet.
Trockenes Restsaatgut lagerst du in einem geschlossenen Gefäß, dunkel und bei 4–15 °C.
Boden abgetrocknet und feinkrümelig? Wurzelunkräuter ausgegraben? Keimtemperatur von mindestens 10 °C erreicht? Gießmöglichkeit am Beet? Saatmenge von der Tüte abgelesen?
Wie lange keimt Alexandrinerklee, und was braucht er dabei?
Die Keimung dauert 14–21 Tage. So lange hältst du die Saat feucht, denn Gründüngungssaaten dürfen bis zum Auflaufen nicht austrocknen. Bei trockener Witterung kann das in der Keimphase wiederholtes Gießen bedeuten. Nimm dafür einen weichen Gießstrahl, der die Bodenoberfläche vor Verschlämmung und Verkrustung schützt.
Phacelia keimt in 7–14 Tagen. Alexandrinerklee braucht mit 14–21 Tagen länger, der Boden liegt also länger offen und muss länger feucht gehalten werden.
Wie viel Wasser braucht der Bestand?
Auch nach dem Auflaufen will Alexandrinerklee feuchten Boden und eine gute Wasserversorgung. Gieße, bevor der Boden vollständig austrocknet, denn völlig ausgetrockneter Gartenboden nimmt Wasser schlecht auf. Gieße möglichst morgens und direkt am Wurzelbereich, um Wasserverluste und lang anhaltende BlattnässeBlattnässe ist Wasser, das als Film oder Tropfen auf den Blättern steht, etwa nach Regen, Tau oder Gießen über die Blätter. Hält sie länger an, können Pilzerreger die Blätter leichter infizieren. zu vermindern. Wie viel Wasser Alexandrinerklee in den einzelnen Wachstumsphasen braucht, steht im Ratgeber zur Bewässerung.
Musst du Alexandrinerklee düngen?
Stickstoff düngst du nicht. Als stickstoffsammelnde Pflanze braucht Alexandrinerklee keine zusätzliche Stickstoffdüngung: An seinen Wurzeln versorgen ihn Knöllchenbakterien mit Ammonium, das sie aus Luftstickstoff bilden. Wie die Stickstoffbindung beim Alexandrinerklee abläuft, erklärt ein eigener Ratgeber.
Im Zwischenfruchtanbau gehört eine Grundversorgung mit Phosphat und Kali dazu. Ob dein Beet sie mitbringt, siehst du dem Boden nicht an. Die GrunduntersuchungDie Grunduntersuchung ist der Standardumfang einer Bodenuntersuchung im Labor: Bestimmt werden Phosphor, Kalium, Magnesium und der pH-Wert. Sie zeigt, wie gut der Boden mit diesen Nährstoffen versorgt ist und ob er Kalk braucht. einer Gartenbodenprobe erfasst Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf. Eine einzige Probe klärt damit beides: ob die Grundversorgung reicht und ob der Boden zu sauer ist. Sinnvoll ist die Analyse vor einer Neuanlage und danach alle 3–5 Jahre. Zeigt der Befund eine sehr hohe Versorgung, düngst du den betreffenden Nährstoff nicht weiter.
„Nach Klee muss ich nicht mehr düngen.” So pauschal stimmt das nicht. Die Nährstoffwirkung einer Gründüngung hängt von Pflanzenart, Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab und ersetzt zusätzliche Düngung nicht automatisch.
Für die Düngung der Folgekultur gibt es eine pauschale Rechenhilfe, die sich an der Aufwuchshöhe des Bestands orientiert:
| Aufwuchshöhe | Anrechenbarer Stickstoff |
|---|---|
| unter 5 cm | 1 g/m² |
| 5–14 cm | 2 g/m² |
| 15–30 cm | 4 g/m² |
| über 30 cm | 6 g/m² |
Die Werte sind eine Rechenhilfe für die Gartendüngung, keine Messung. Der Stickstoff aus der Pflanzenmasse steht der Folgekultur je nach Boden, Witterung und Umbruch nicht vollständig zur Verfügung.
Was hilft gegen Unkraut im jungen Bestand?
Die Unkrautkontrolle beginnt vor der Saat. Ein feinkrümeliges, abgesetztes Saatbett ohne Pflanzenrückstände und ohne Problemunkräuter ist die Grundlage.
Im wachsenden Bestand hilft ein SchröpfschnittEin Schröpfschnitt ist ein früher Schnitt im ersten Jahr nach dem Aussäen einer Blumenwiese. Er kürzt schnell wachsende Beikräuter zurück, damit die langsameren eingesäten Wildkräuter nicht überwuchert werden und genug Licht bekommen., also ein früher Pflegeschnitt. Er kann den Unkrautwuchs im Alexandrinerklee verringern und zugleich die Bestockung des Klees fördern. Ich ziehe einzelne große Unkräuter von Hand, solange der Klee noch lückig steht. Zum Mäher greife ich erst, wenn das Unkraut über den Klee hinauswächst.
Lass weder Unkraut noch Klee bis zur Samenreife stehen. Eine Gründüngung muss rechtzeitig vorher beendet werden, damit sie sich nicht selbst aussät.
Welche Krankheiten treten auf, und wie beugst du vor?
Alexandrinerklee ist anfällig für Stängelbrenner. Der Erreger überdauert auf Pflanzenresten, und überjährige Bestände sind stärker gefährdet. Plane deshalb eine kurze Nutzungsdauer ein und schneide frühzeitig.
Weil der Erreger auf Pflanzenresten überdauert und kleine Gartenkomposter keine sichere Hygienisierung gewährleisten, gehören kranke Pflanzenreste vorsorglich in die Biotonne. Als Mulch im Gemüsebeet verwendest du sie nicht.
Zur Vorbeugung gehört außerdem der Abstand in der Fruchtfolge. Als Anbaupause sind für Alexandrinerklee 3 Jahre angesetzt. Im Feldfutterbau werden 3–4 Jahre empfohlen. Zur Vorbeugung spezifischer Wurzelkrankheiten sollen im Gemüsegarten höchstens 25 % der wechselnden BeetbelegungDie Beetbelegung beschreibt, welche Kultur wann und wie lange auf einem Beet steht. Dazu gehören die Hauptkultur sowie Vor-, Nach- und Zwischenkulturen, die das Beet vor, nach oder neben ihr nutzen. auf Leguminosen entfallen, Erbsen und Bohnen eingeschlossen. Wo Gründüngung bei Krankheiten und Bodenschädlingen an Grenzen stößt, ordnet der Gründünger-Überblick im Abschnitt zu NematodenNematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer im Boden. Verschiedene Gattungen können viele Pflanzenarten schädigen; bestimmte andere Arten werden dagegen gezielt als Nützlinge gegen Schädlingslarven im Boden eingesetzt., Biofumigation und Krankheiten ein.
Verträgt Alexandrinerklee Frost?
Nein, Alexandrinerklee ist nicht winterhart. Im Frühjahr wartest du mit der Saat, bis die Keimtemperatur von mindestens 10 °C erreicht ist. Im Herbst musst du damit rechnen, dass der Bestand abfriert.
Ein abgefrorener Bestand ist kein Verlust, denn durch Frost abgestorbene Gründüngung bleibt über Winter als Mulch auf dem Boden. Im Frühjahr arbeitest du die Reste flach ein. Brauchst du ein feines Saatbett, rechst du sie ab und kompostierst sie.
Winterharte Bestände musst du vor der nächsten Kultur aktiv beenden, abgefrorene bleiben liegen. Ein nicht winterharter Klee kann dir im Frühjahr deshalb Arbeit abnehmen.
Arbeite den Klee im Frühherbst nicht ein. Die freigesetzten Nährstoffe können sonst ausgewaschen werden, bevor eine Folgekultur sie nutzt. Ich lasse spät gesäten Klee deshalb stehen und schaue nach den ersten Frösten, ob er am Boden liegt.
Wann schneidest du den Klee?
Schneide frühzeitig, bevor die Stängel verholzen. Der erste Schnitt liegt spätestens zum Blühbeginn. Verholzte Gründüngungsreste verrotten langsamer und können dabei vorübergehend Stickstoff aus dem Bodenvorrat binden. Wer zu spät schneidet, riskiert also, dass die Reste der Folgekultur zunächst Stickstoff entziehen, statt ihn zu liefern.
Bei Alexandrinerklee gibt es ein- und mehrschnittige Sorten. Schau auf die Tüte, bevor du mit einem zweiten Aufwuchs rechnest. Mehrschnittige Sorten kommen als Hauptfrucht auf 3–4 Schnitte. Für die Futterernte gilt eine Schnitthöhe von 6–7 cm.
Einarbeiten, Fruchtfolge und Nutzen: kurz eingeordnet
Einarbeiten. Die Schnittmasse arbeitest du nur flach ein, denn tief vergraben kann frische Masse unter Luftabschluss faulen. Bis zur nächsten Aussaat oder Pflanzung vergehen meist etwa 2–3 Wochen. Welche Technik beim Einarbeiten zu Boden und Folgekultur passt, steht in einem eigenen Ratgeber. Die Grundregeln findest du im Gründünger-Überblick unter „Mähen und Einarbeiten”.
Fruchtfolge und Mischkultur. In der Fruchtfolge zählt Klee zu den Hülsenfrüchten. Meide deshalb Beete, auf denen kürzlich Bohnen oder Erbsen standen oder als nächste Hauptkultur geplant sind. Als Leguminosen-Gründüngung eignet er sich dagegen als Vorfrucht für stark zehrendes Gemüse. Wie du Alexandrinerklee in den Fruchtwechsel einbaust, zeigt ein eigener Ratgeber. Die Familienregel dahinter steht im Gründünger-Überblick unter „Fruchtfolge und Mischkultur”. Passende Nachbarn prüfst du im Mischkultur-Werkzeug, die Belegung deiner Beete planst du im Beetplaner.
Boden, Insekten und Aufwand. Alexandrinerklee gilt als nützlingsfreundlich. Lässt du die Blüte für Insekten stehen, gibst du den frühen Schnitt auf und beendest den Bestand nach der Blüte, aber vor der Samenreife. Ob sich der Aufwand lohnt, hängt unter anderem von Saatgut, Arbeitsaufwand und der Verwertung des Aufwuchses ab. Wie die Bodenverbesserung mit Alexandrinerklee kurz- und langfristig wirkt, liest du im Ratgeber dazu. Bodenschutz und Humusbilanz ordnet der Gründünger-Überblick ein.





