Alexandrinerklee im Fruchtwechsel: Beet, Saatfenster und Folgekultur im Hausgarten
- Alexandrinerklee ist ein einjähriger, nicht winterharter Klee und gehört im Fruchtwechsel zu den Hülsenfrüchten.
- Auf Beete, die kürzlich Bohnen oder Erbsen getragen haben oder sie als nächste Hauptkultur tragen sollen, gehört er nicht.
- Nach Alexandrinerklee liegen 3 Jahre Anbaupause, bevor er wieder auf dasselbe Beet kommt.
- Höchstens 25 % der wechselnden Beetbelegung sollen auf Leguminosen entfallen, Erbsen und Bohnen eingeschlossen.
- Aussaat von April bis September, höchstens 1 cm tief in ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett.
- Als Leguminosen-Gründüngung eignet er sich als Vorfrucht für stark zehrendes Gemüse.

Im August ist das Beet mit den Frühkartoffeln leer, und die Tüte Kleesaat liegt schon bereit. Bevor du streust, schaust du in deinen Beetplan. Alexandrinerklee ist im Fruchtwechsel kein neutraler Lückenfüller, denn er zählt wie Bohnen und Erbsen zu den Hülsenfrüchten. Ich kläre deshalb vor jeder Kleesaat zwei Fragen: Was stand auf dem Beet, und was kommt als Nächstes?
Warum zählt Alexandrinerklee im Fruchtwechsel zu den Hülsenfrüchten?
Alexandrinerklee (Trifolium alexandrinum), auch Ägyptischer Klee genannt, gehört zur Familie der FabaceaeFabaceae ist der botanische Name der Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchtler, die auch Leguminosen heißen. Dazu gehören etwa Erbsen, Bohnen, Linsen, Lupinen und Klee. Sie versorgen sich mithilfe von Knöllchenbakterien an den Wurzeln selbst mit Stickstoff aus der Luft.. Im Fruchtwechsel zählt jeder Gründünger zu seiner Pflanzenfamilie. Klee, Wicken und Lupinen planst du deshalb bei den Hülsenfrüchten ein, zusammen mit Erbsen und Bohnen. Senf, Ölrettich und Raps gehören dagegen in die Pause der Kreuzblütler.
Die Pflanze ist einjährig, nicht winterhart und keine Dauerkultur. Sie gilt als schwachzehrend und tiefwurzelnd. Als Leguminose bindet sie mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff, während andere Gründünger nur den vorhandenen Bodenstickstoff nutzen. Die Grundlagen dazu, was Gründüngung im Boden leistet, stehen im Überblick zu Gründünger und Bodenkur.
Auf welche Beete gehört er nicht?
Klee als Gründüngung meidest du auf Beeten, auf denen kürzlich Bohnen oder Erbsen standen. Dasselbe gilt, wenn sie dort als nächste HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant. vorgesehen sind. Als unverträgliche Nachbarn von Klee gelten passend dazu Markerbsen, Puffbohnen, Prunkbohnen und Sojabohnen. Lupine, Luzerne, Serradella und Sommerwicken stehen ebenfalls auf dieser Liste. Weitere Nachbarschaften kannst du im Mischkultur-Werkzeug nachschlagen.
Gründüngungsarten derselben Pflanzenfamilie folgen im Garten auch nicht unmittelbar aufeinander. Sommerwicken gehören wie der Klee zu den Fabaceae. Nach einer Wickensaat säst du auf demselben Beet also keinen Alexandrinerklee.
Klee kommt auf das Bohnenbeet, weil er „nur“ Gründüngung ist. Für den Fruchtwechsel macht das keinen Unterschied. Er gehört zur selben Familie wie Bohnen und Erbsen und wird mit ihnen zusammen geplant.
Wo passt er gut hin?
In Gemüsefolgen mit viel Kohl, Rettich oder Radieschen vermeidest du Senf, Ölrettich und Raps möglichst, weil sie ebenfalls Kreuzblütler sind. Alexandrinerklee gehört zu einer anderen Familie. Auf solchen Beeten kannst du mit ihm begrünen, ohne die Kreuzblütlerpause zu belasten.
Der Boden muss dazu passen. Als ZwischenfruchtEine Zwischenfrucht ist eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten auf derselben Fläche wächst, oft von der Ernte im Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr. Sie wird als Gründüngung zur Bodenverbesserung oder, in der Landwirtschaft, als Futter angebaut. steht Alexandrinerklee auf leichten bis mittelschweren, nährstoffreichen und nicht sauren Böden mit guter Wasserversorgung. Als geeigneter pH-Bereich wird 6–8 angegeben. Trockene Jahre sind für ihn ungünstig.
Wie viel Klee verträgt dein Beetplan?
Für alle Hülsenfrüchte zusammen gibt es eine Obergrenze. Zur Vorbeugung spezifischer Wurzelkrankheiten sollen im Gemüsegarten höchstens 25 % der wechselnden BeetbelegungDie Beetbelegung beschreibt, welche Kultur wann und wie lange auf einem Beet steht. Dazu gehören die Hauptkultur sowie Vor-, Nach- und Zwischenkulturen, die das Beet vor, nach oder neben ihr nutzen. auf Leguminosen entfallen. Erbsen und Bohnen sind darin eingeschlossen. Wer viele Bohnen und Erbsen anbaut, hat für eine Klee-Gründüngung deshalb wenig Spielraum. Auf solchen Beeten bietet sich Phacelia an, die mit keiner gängigen Gemüseart verwandt ist.
Ich führe für jedes Beet eine Liste mit Jahr und Pflanzenfamilie. Klee trage ich dort bei den Hülsenfrüchten ein, direkt neben Bohnen und Erbsen. Vor jeder Gründüngung lese ich nach, was in den letzten Jahren auf dem Beet stand.
Die zweite Grenze ist die Anbaupause. Für Alexandrinerklee beträgt sie 3 Jahre. Im Feldfutterbau werden 3–4 Jahre empfohlen. Alexandrinerklee ist außerdem für Stängelbrenner anfällig. Der Erreger überdauert auf Pflanzenresten, und überjährige Bestände sind stärker gefährdet. Plane den Klee deshalb mit kurzer Nutzungsdauer ein.
Fruchtwechsel-Daten im Überblick
| Merkmal | Alexandrinerklee |
|---|---|
| Pflanzenfamilie | Fabaceae, im Fruchtwechsel bei den Hülsenfrüchten |
| Nährstoffbedarf | schwachzehrend |
| Wurzeltyp | tiefwurzelnd |
| Lebensdauer | einjährig, nicht winterhart |
| Anbaupause | 3 Jahre, im Feldfutterbau 3–4 Jahre |
| Aussaat | April bis September |
| Leguminosen-Anteil im Gemüsegarten | höchstens 25 % der wechselnden Beetbelegung |
Für die Planung über mehrere Jahre kannst du deine Beete im Beetplaner anlegen.
Standen auf dem Beet kürzlich Bohnen, Erbsen oder Wicken? Sollen Bohnen oder Erbsen als nächste Hauptkultur folgen? Liegt die letzte Saat von Alexandrinerklee 3 Jahre zurück? Bleiben die Leguminosen bei höchstens 25 % deiner wechselnden Beetbelegung? Erst wenn alle vier Fragen geklärt sind, kommt der Klee aufs Beet.
Wann ist im Gartenjahr Platz für ihn?
Säen kannst du Alexandrinerklee von April bis September. Im Fruchtwechsel des Hausgartens ergeben sich daraus drei Gelegenheiten.
| Lücke im Beetplan | SaatfensterDas Aussaatfenster ist der Zeitraum im Jahr, in dem eine Pflanzenart sinnvoll ausgesät werden kann. Es richtet sich vor allem nach dem Temperaturanspruch der Art, der Bodentemperatur und der Frostgefahr. | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Früh geräumtes Beet, etwa nach Frühkartoffeln | Juli bis Anfang August | Wert aus dem Feldbau, dort als Stoppelsaat nach Frühkartoffeln, Winterraps oder Wintergerste |
| Späte UntersaatEine Untersaat ist eine zweite Pflanzenart, die du zusätzlich zwischen oder unter eine Hauptkultur säst. Sie wächst zunächst mit und entwickelt sich nach der Ernte der früher erntereifen Hauptkultur weiter. unter Tomaten, Kohlarten oder Lauch | ab August | schneiden, sobald der Klee das Gemüse beeinträchtigt |
| Beet nach der Gemüseernte | August und September | von Ende September bis Anfang Oktober kommen nur noch wenige robuste Arten wie Winterroggen infrage |
Zum Planen der Termine gibt es den Aussaatkalender für Gründünger zum Ausdrucken. Die einzelnen Stellungen von der Vorfrucht bis zur Nachfrucht vertieft der Ratgeber dazu, wie du Alexandrinerklee in die Fruchtfolge einbindest.
Untersaat: Wasser und Schnitt im Blick behalten
Eine Untersaat konkurriert mit dem Gemüse um Wasser und kann an trockenen Standorten den Ertrag mindern. Alexandrinerklee braucht selbst eine gute Wasserversorgung. Lege die Untersaat deshalb nur auf Beete, die du bei Trockenheit gießen kannst. Geschnitten wird, sobald der Klee die Gemüsekultur beeinträchtigt. Dafür achtest du beim Saatgut auf den Sortentyp, denn es gibt ein- und mehrschnittige Sorten.
Septembersaat: früh im Monat
Alexandrinerklee braucht 14–21 Tage zum Keimen. Für eine Gründüngung nach der Gemüseernte sind August und September günstig. Von Ende September bis Anfang Oktober kommen nur noch wenige robuste Arten wie Winterroggen infrage. Eine Saat am Monatsende läuft also erst auf, wenn nur noch robuste Arten empfohlen werden. Ich säe Alexandrinerklee deshalb früh im September und nehme danach Winterroggen.
Wie säst du ihn in die Lücke?
Für die Saat richtest du ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett her und streust breitwürfig aus. Du rechst höchstens 1 cm tief ein, drückst an und hältst die Fläche bis zum Auflaufen feucht. Die Saatmenge nimmst du von der Packung deiner Sorte. Standort, Keimung, Gießen, Unkraut und Frost behandelt der Ratgeber dazu, wie du Alexandrinerklee anbaust und pflegst.
Was baust du nach Alexandrinerklee an?
Eine Leguminosen-Gründüngung eignet sich als Vorfrucht für stark zehrendes Gemüse. Nach dem Umbruch von Kleegras gelten zum Beispiel Kohlarten als passende Nachfrucht, weil sie viele Nährstoffe brauchen. Als Gründünger passt Klee außerdem zu Möhren, Pastinaken, Knollenfenchel, Stangensellerie und Petersilie. Bohnen und Erbsen scheiden als direkte Nachfolger aus. Bei der Wahl betrachtest du Pflanzenfamilie und Stickstoffbedarf der FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. gemeinsam.
Wie viel Stickstoff rechnest du der Folgekultur an?
Für die Gartendüngung gibt es eine pauschale Rechenhilfe. Sie richtet sich nach der Aufwuchshöhe des Gründüngungsbestands.
| Aufwuchshöhe des Bestands | Anrechenbarer Stickstoff |
|---|---|
| unter 5 cm | 1 g/m² |
| 5–14 cm | 2 g/m² |
| 15–30 cm | 4 g/m² |
| über 30 cm | 6 g/m² |
Die Werte sind eine Rechenhilfe und keine Zusage. Der Stickstoff aus der Biomasse steht der Folgekultur je nach Boden, Witterung und Umbruch nicht vollständig zur Verfügung. Eine Gründüngung ersetzt deshalb nicht die Düngeplanung nach dem Bedarf der Folgekultur. Was der Klee darüber hinaus im Boden bewirkt, zeigt der Ratgeber dazu, wie Alexandrinerklee den Gartenboden mit Nährstoffen anreichert und seine Struktur verbessert.
Wann schneidest du den Klee?
Alexandrinerklee schneidest du früh, spätestens zum Blühbeginn und bevor die Stängel verholzen. Verholzte Reste verrotten langsamer und können vorübergehend Stickstoff aus dem Bodenvorrat binden. Ein später Schnitt kann also die NachlieferungBeim Düngen meint Nachlieferung die Nährstoffe, vor allem Stickstoff, die der Boden selbst für die Pflanzen freisetzt: aus dem Bodenvorrat, aus organischer Düngung der Vorjahre und aus Vorfrüchten oder Gründüngung. Diese Menge zieht man vom Düngebedarf ab. bremsen, wegen der du den Klee vor stark zehrendes Gemüse stellst. Ich knicke beim Kontrollgang einen Stängel und schneide, solange er sich noch weich anfühlt.
Blühen lassen, einarbeiten, warten
Soll der Klee für Insekten blühen, beendest du ihn nach der Blüte, aber vor der Samenreife. Er blüht von Mai bis September und gilt als nützlingsfreundlich. Ältere Pflanzen werden allerdings langsamer umgesetzt als junge.
Frische Masse arbeitest du nur flach ein, danach vergehen bis zur nächsten Saat oder Pflanzung meist etwa 2–3 Wochen. Weil Alexandrinerklee nicht winterhart ist, bleibt ein im Herbst abgefrorener Bestand über Winter als Mulch liegen. Zeitpunkt, Mulch und Wartezeit erklärt der Überblick zur Gründüngung im Abschnitt zum Mähen und Einarbeiten.
Kannst du Alexandrinerklee mit anderen Gründüngern mischen?
In Gründüngungsmischungen steht Alexandrinerklee zum Beispiel neben Buchweizen, Phacelia oder Ölrettich. Für den Fruchtwechsel müssen dann sämtliche Pflanzenfamilien der Mischung zu deiner bisherigen und geplanten Gemüsefolge passen. Mit Ölrettich zählt das Beet zusätzlich in die Kreuzblütlerpause. Partner und Konkurrenz im Einzelnen behandelt der Ratgeber dazu, welche Mischkulturpartner zu Alexandrinerklee passen.





