Alexandrinerklee-Saatgut: Qualität erkennen, richtig lagern und selbst prüfen
- Der Mindestwert für die Keimfähigkeit von Alexandrinerklee liegt bei 80 %.
- Die technische Reinheit liegt bei mindestens 97 % Gewichtsanteil der angegebenen Art.
- Hartschalige Körner zählen in der gesetzlichen Keimfähigkeitsbewertung bis zu einem Anteil von 20 % als keimfähig.
- Tausendkorngewicht und Keimfähigkeit bestimmen zusammen die Aussaatmenge.
- Trockenes Saatgut lagerst du geschlossen und dunkel bei 4–15 °C.
- Restsaatgut prüfst du vor der Aussaat mit einem Keimtest über die Keimdauer von 14–21 Tagen.

Wer Alexandrinerklee kauft, sieht der Tüte nicht an, wie viele Körner darin keimen. Davon hängt aber mit ab, ob deine Fläche gleichmäßig zuwächst oder Lücken zeigt. Ich lese deshalb vor jedem Kauf zuerst die Angaben zu KeimfähigkeitDie Keimfähigkeit gibt an, wie viel Prozent der Samen einer Saatgutpartie unter optimalen Bedingungen zu normalen, gesunden Keimlingen auswachsen. Sie ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal von Saatgut. und Reinheit. Restsaatgut aus dem Vorjahr lege ich vor der Aussaat zum Keimtest aus.
Was ist Alexandrinerklee?
Alexandrinerklee heißt botanisch Trifolium alexandrinum und wird auch Ägyptischer Klee genannt. Er ist ein einjähriger, nicht winterharter Schmetterlingsblütler aus der Familie FabaceaeFabaceae ist der botanische Name der Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchtler, die auch Leguminosen heißen. Dazu gehören etwa Erbsen, Bohnen, Linsen, Lupinen und Klee. Sie versorgen sich mithilfe von Knöllchenbakterien an den Wurzeln selbst mit Stickstoff aus der Luft.. Die Grundlagen dazu, was Gründüngung im Boden leistet, und die Einordnung der Pflanzenfamilien findest du im Gründünger-Ratgeber.
Genutzt wird er vor allem als ZwischenfruchtEine Zwischenfrucht ist eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten auf derselben Fläche wächst, oft von der Ernte im Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr. Sie wird als Gründüngung zur Bodenverbesserung oder, in der Landwirtschaft, als Futter angebaut., daneben als Futterpflanze. Was er als Gründünger für deinen Boden tut, erklärt der Beitrag darüber, wie Alexandrinerklee als Gründünger dem Boden nützt. Und wie Biobetriebe ihn im ökologischen Landbau einsetzen, liest du in einem eigenen Beitrag.
Welche Werte zeigen dir die Saatgutqualität?
Vier Angaben beschreiben die Qualität einer Partie Alexandrinerklee. Fehlt eine davon auf der Packung, frag beim Anbieter nach, bevor du bestellst.
| Merkmal | Was es dir sagt | Wert bei Alexandrinerklee |
|---|---|---|
| Keimfähigkeit | Anteil der Körner einer Probe, die keimen | mindestens 80 % |
| Technische Reinheit | Gewichtsanteil der Samen der angegebenen Art in der geprüften Probe | mindestens 97 % |
| Hartschalige Körner | werden in der gesetzlichen Keimfähigkeitsbewertung als keimfähig angerechnet | bis zu einem Anteil von 20 % |
| Tausendkorngewicht | Gewicht von tausend Körnern, dient mit der Keimfähigkeit zur Berechnung der Aussaatmenge | 2,95 g |
Keimfähigkeit: wie viele Körner keimen
Die Keimfähigkeit gibt an, welcher Anteil der Körner einer Probe keimt. Für Alexandrinerklee liegt der Mindestwert bei 80 %. Eine Eigenheit betrifft hartschalige Körner: Die gesetzliche Keimfähigkeitsbewertung rechnet sie bis zu einem Anteil von 20 % als keimfähig an. Was das für deinen eigenen Test bedeutet, steht beim Keimtest weiter unten.
Hartschalig nennt man Körner mit einer harten Schale, die kein Wasser durchlässt. Im Keimtest können sie hart und unverändert liegen bleiben. Bei Alexandrinerklee zählt die gesetzliche Bewertung sie bis zu einer festen Grenze trotzdem als keimfähig.
Technische Reinheit: wie viel in der Tüte wirklich Alexandrinerklee ist
Die technische Reinheit beschreibt den Gewichtsanteil der Samen der angegebenen Art in der geprüften Probe. Bei Alexandrinerklee liegt sie bei mindestens 97 %. Gewogen wird also, nicht gezählt, und der Rest der Probe besteht aus anderen Bestandteilen als Samen dieser Art. Über das Keimen sagt die Reinheit nichts: Ein Korn kann zur richtigen Art gehören und trotzdem nicht keimen. Erst beide Werte zusammen zeigen dir, wie viel keimfähiger Alexandrinerklee in der Packung steckt.
Tausendkorngewicht: die Grundlage für die Saatmenge
Das Tausendkorngewicht ist das Gewicht von tausend Körnern. Bei Alexandrinerklee liegt es bei 2,95 g. Für Wild- und GenbankmaterialGenbankmaterial ist Saat- oder Pflanzgut aus dem Bestand einer Genbank, etwa einer Sammlung von Kulturpflanzen und ihren wilden Verwandten. Es wird nur in kleinen Mengen abgegeben und ist keine Ware eines kommerziellen Saatgutlieferanten. der Art reicht die Spanne von 1,257 bis 4,072 g. Zusammen mit der Keimfähigkeit dient das Tausendkorngewicht dazu, die Aussaatmenge zu berechnen.
Je schwerer das einzelne Korn, desto weniger Körner stecken in einem Gramm. Je niedriger die Keimfähigkeit, desto mehr Körner brauchst du für dieselbe Zahl an Pflanzen. Als Ausgangspunkt für die Saatmenge nimmst du die Angabe auf der Tüte deiner Sorte. Ich notiere Tausendkorngewicht und Keimfähigkeit jeder Partie auf dem Vorratsglas, damit ich beide Werte bei der nächsten Aussaat zur Hand habe.
Zertifiziertes Saatgut: was die Anerkennung prüft
Hinter zertifiziertem Saatgut steht die amtliche Saatgutanerkennung. Sie setzt voraus, dass zwei Dinge geprüft wurden: der Vermehrungsbestand, auf dem das Saatgut gewachsen ist, und die Beschaffenheit der Saatgutpartie. Für dich heißt das: Kontrolliert wurde nicht nur die fertige Ware, sondern auch der Bestand, aus dem sie stammt. Eine Zusage für deinen Aufgang ist das nicht, denn der hängt auch an Saatbett, Wetter und Lagerung.
Achte auf der Packung außerdem auf den botanischen Namen Trifolium alexandrinum. Perserklee und Inkarnatklee sind eigene Arten mit den Namen Trifolium resupinatum und Trifolium incarnatum.
botanischer Name Trifolium alexandrinum auf der Packung; Keimfähigkeit von mindestens 80 %; technische Reinheit von mindestens 97 %; Tausendkorngewicht für die Saatmenge; eine Sorte, deren Bodenempfehlung zu deinem Beet passt; Hinweis auf die amtliche Anerkennung, wenn du zertifizierte Ware willst.
Welche Sorte passt zu deinem Boden?
Bei der Sortenwahl lese ich zuerst, für welche Böden der Hersteller die Sorte empfiehlt. Für die Sorte Cleopatra sind das leichte bis mittelschwere, nährstoffreiche Böden. Die Art als Ganzes braucht warme Bedingungen und regelmäßig reichliche Niederschläge, trockene Jahre sind für sie ungünstig. Auf sauren Böden säst du Alexandrinerklee besser nicht, der geeignete Boden-pHDer Boden-pH-Wert beschreibt, ob ein Boden sauer, neutral oder alkalisch ist. Er beeinflusst die Tätigkeit der Bodenorganismen und zeigt, ob ein Gartenboden eine Kalkgabe braucht. liegt bei 6–8.
Weil der Klee keinen sauren Boden verträgt und Gartenboden nur bei einem für seine Bodenart zu niedrigen pH-Wert gekalkt werden sollte, lohnt sich vor dem Kauf eine Bodenprobe. Die GrunduntersuchungDie Grunduntersuchung ist der Standardumfang einer Bodenuntersuchung im Labor: Bestimmt werden Phosphor, Kalium, Magnesium und der pH-Wert. Sie zeigt, wie gut der Boden mit diesen Nährstoffen versorgt ist und ob er Kalk braucht. erfasst Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf.
Passt Alexandrinerklee in deine Fruchtfolge?
Bevor ich Kleesaatgut kaufe, schaue ich in meinen Beetnotizen nach, was in den letzten Jahren auf der Fläche stand. Plane für Alexandrinerklee eine Anbaupause von 3 Jahren ein. Zur Vorbeugung spezifischer Wurzelkrankheiten sollen höchstens 25 % der wechselnden BeetbelegungDie Beetbelegung beschreibt, welche Kultur wann und wie lange auf einem Beet steht. Dazu gehören die Hauptkultur sowie Vor-, Nach- und Zwischenkulturen, die das Beet vor, nach oder neben ihr nutzen. im Gemüsegarten auf Leguminosen entfallen, Erbsen und Bohnen eingeschlossen. Die Belegung über mehrere Jahre kannst du im Beetplaner für deine Beete festhalten.
Kaufst du Alexandrinerklee als Teil einer Mischung, müssen alle enthaltenen Pflanzenfamilien zu deiner bisherigen und geplanten Fruchtfolge passen. Buchweizen lässt sich in Gründüngungsmischungen mit Phacelia, Alexandrinerklee und Sommerwicke kombinieren. Bei fertigen Buchweizenmischungen richtet sich die Saatmenge nach der Angabe auf der Verpackung. Mehr zu passenden Nachbarn liest du im Beitrag darüber, welche Partner von Gemüse bis Blühmischung zu Alexandrinerklee passen.
So lagerst du Alexandrinerklee-Saatgut
Die Samen von Alexandrinerklee haben ein orthodoxes Lagerverhalten, sie lassen sich also trocken lagern. Bewahre trockenes Saatgut in einem geschlossenen Gefäß an einem dunklen Platz auf. Die allgemeine Herstellerempfehlung nennt dafür 4–15 °C.
Ich fülle angebrochene Tüten in ein Schraubglas und beschrifte es mit Art, Sorte und Kaufdatum. Ein Thermometer neben dem Glas zeigt mir, ob der Schrank im empfohlenen Bereich bleibt. Wie lange eine Partie keimfähig bleibt, prüfe ich am Saatgut selbst: Vor jeder Aussaat mit Resten mache ich einen Keimtest.
Körner aus dem Keimtest zurück ins Vorratsglas schütten. Die Lagerempfehlung gilt für trockenes Saatgut, und angefeuchtete Körner gehören nicht mehr dazu.
Keimtest: so prüfst du dein Saatgut selbst
Ein Keimtest zeigt dir, wie deine eigene Partie keimt. Du brauchst dafür eine flache Schale, Küchenpapier, eine Abdeckung und ein Thermometer.
Alexandrinerklee keimt bei mindestens 10 °C und höchstens 15 °C. Die Keimdauer beträgt 14–21 Tage.
- Nimm Körner aus verschiedenen Stellen der Tüte und zähl sie ab. Eine runde Zahl macht die Rechnung am Ende leichter.
- Leg die Körner mit etwas Abstand auf feuchtes Küchenpapier in die Schale.
- Deck die Schale ab, damit das Papier nicht austrocknet. Halte es feucht, ohne dass Wasser in der Schale steht.
- Stell die Schale an einen Platz, dessen Temperatur zwischen Mindest- und Höchstwert für die Keimung liegt. Miss dort mit dem Thermometer nach, bevor du sie hinstellst.
- Zähl erst, wenn die volle Keimdauer verstrichen ist. Als gekeimt zähle ich Körner mit sichtbarem Keimling. Harte, ungequollene Körner notierst du gesondert.
- Rechne aus, welcher Anteil der ausgelegten Körner gekeimt ist.
Liegt dein Ergebnis unter dem Wert auf der Packung, schau zuerst auf die harten Körner. Die gesetzliche Bewertung rechnet hartschalige Körner bei Alexandrinerklee bis zu einem Anteil von 20 % als keimfähig an. Wer sie im eigenen Test als tot abschreibt, vergleicht sein Ergebnis also mit einem Wert, der nach anderen Regeln zustande kam. Bleibt dein Ergebnis deutlich unter dem Etikett, nimm für die Fläche eine neue Partie, deren Werte du auf der Packung nachlesen kannst.
Ich setze den Keimtest so früh an, dass die volle Keimdauer vor meinem geplanten Saattermin verstrichen ist. So weiß ich vor dem Bestellen, ob die alte Tüte noch für das Beet reicht.
Aussaat, Pflege und Ernte in Kürze
Aussaat
Gesät wird von April bis September, und zwar höchstens 1 cm tief in ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett. Den Ablauf von der Bodenvorbereitung bis zur Ernte zeigt der Beitrag darüber, wann und wie du Alexandrinerklee säst und erntest. Die Termine behältst du mit dem Aussaatkalender für Gründünger zum Ausdrucken im Blick.
Pflege
Bis zum Auflaufen hältst du die Saat feucht. Zusätzlichen Stickstoff braucht die stickstoffsammelnde Pflanze nicht, für den Zwischenfruchtanbau ist eine Grundversorgung mit Phosphat und Kali vorgesehen. Die allgemeinen Regeln zum Gießen und Düngen stehen im Gründünger-Ratgeber, und wie viel Wasser Alexandrinerklee in welcher Wachstumsphase braucht, erklärt ein eigener Beitrag.
Ernte und Ende des Bestands
Setze den ersten Schnitt spätestens zum Blühbeginn, bevor die Stängel verholzen. Wegen seiner Krankheitsanfälligkeit planst du nur eine kurze Nutzungsdauer ein. Als Gründüngung beendest du den Bestand in jedem Fall vor der SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen., damit er sich nicht selbst aussät.





