Serradella ernten und einarbeiten: Herbst oder Frühjahr?
- Mähe Serradella als Gründüngung spätestens in der Blüte, bevor sie Samen bildet.
- Lass das Schnittgut einige Tage anwelken und arbeite es nur flach ein.
- Im Frühherbst bleibt der Bestand stehen, abgefroren liegt er über Winter als Mulch.
- Auf Sandboden arbeitest du die Reste besser erst im Frühjahr ein.
- Nach dem Einarbeiten wartest du meist etwa 2–3 Wochen bis zur nächsten Saat oder Pflanzung.

Bei Serradella kannst du zwei Termine verpassen: den Schnitt und das Einarbeiten. Mähst du zu spät, reifen Samen aus und die Gründüngung sät sich selbst ins Beet. Arbeitest du im Frühherbst ein, werden Nährstoffe frei, die vor der nächsten Kultur ausgewaschen werden können. Ich schaue deshalb ab Juni nach den ersten Blüten und entscheide erst danach, was mit dem Schnittgut geschieht.
Wofür wird Serradella verwendet?
Serradella, botanisch Ornithopus sativus, ist eine einjährige Leguminose und wird im Garten als Gründüngung gesät. Auf dem Acker steht sie als ZwischenfruchtEine Zwischenfrucht ist eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten auf derselben Fläche wächst, oft von der Ernte im Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr. Sie wird als Gründüngung zur Bodenverbesserung oder, in der Landwirtschaft, als Futter angebaut. zwischen Hackfrucht und Getreide oder als UntersaatEine Untersaat ist eine zweite Pflanzenart, die du zusätzlich zwischen oder unter eine Hauptkultur säst. Sie wächst zunächst mit und entwickelt sich nach der Ernte der früher erntereifen Hauptkultur weiter. im Winterroggen. Auf leichten Böden liefert sie außerdem eiweißreiches Grünfutter, das frisch verfüttert oder beweidet wird. Solche Kombinationen beschreibt der Ratgeber dazu, wie du Serradella mit Getreide und anderen Gründüngern mischst.
Im Boden bildet Serradella ein dichtes, feines Wurzelsystem, das lockert, und als Leguminose bringt sie über KnöllchenbakterienKnöllchenbakterien, auch Rhizobien genannt, sind Bodenbakterien, die mit Hülsenfrüchtlern wie Erbsen und Bohnen zusammenleben. In kleinen Knöllchen an deren Wurzeln binden sie Stickstoff aus der Luft und machen ihn für die Pflanze nutzbar. Luftstickstoff ein. Die Grundlagen dazu, was Gründüngung im Boden leistet, stehen im Gründünger-Überblick. Den Vorgang selbst erklärt der Ratgeber dazu, wie Serradella Stickstoff bindet und neben Klee und Luzerne abschneidet.
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Samen 2-3 cm tief säen.
Wann mähst du Serradella?
Als Gründüngung in Reinkultur mähst du Serradella spätestens in der Blüte. Üblich ist im Hausgarten der Schnitt schon kurz vor der Blüte. Beide Termine haben denselben Zweck: Der Bestand soll enden, bevor er Samen bildet.
Der zweite Grund liegt im Material. Junge Pflanzen haben ein engeres C/N-Verhältnis als ältere, also mehr Stickstoff im Verhältnis zum KohlenstoffKohlenstoff ist ein chemisches Element und der Hauptbestandteil des Humus. Pflanzen holen ihn als Kohlendioxid aus der Luft und bilden daraus bei der Photosynthese Zucker., und werden deshalb schneller umgesetzt. Verholzte Reste verrotten langsamer und können dabei vorübergehend Stickstoff aus dem Bodenvorrat binden. Du säst Serradella, weil sie als Leguminose Stickstoff einbringt. Ein später Schnitt kann also genau diesen Vorteil schmälern.
Wann die Blüte kommt, hängt am Saattermin. Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober, deshalb verlasse ich mich nicht auf den Kalender und schaue in den Bestand.
| Merkmal | Angabe für Serradella |
|---|---|
| Aussaat | März bis August |
| Kulturdauer | 90–120 Tage |
| Blütezeit | Juni bis Oktober |
| Erntemonate | Juni bis November |
| Mähtermin als Gründüngung | spätestens in der Blüte |
| Wuchshöhe | 20–40 cm, einzelne Angaben bis 60 cm |
| WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. | nein, einjährig |
Den Saattermin planst du mit dem druckbaren Aussaatkalender für Gründünger. Saat und Pflege zeigt der Ratgeber dazu, wie du Serradella Schritt für Schritt anbaust.
Herbst oder Frühjahr: wann arbeitest du ein?
Mähen und Einarbeiten sind getrennte Entscheidungen. Den Schnitt bestimmt die Blüte, das Einarbeiten bestimmen Jahreszeit und Boden.
Im Herbst bleibt der Bestand stehen
Arbeite Serradella im Frühherbst nicht ein. Beim Verrotten werden Nährstoffe frei, die vor der FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. ausgewaschen werden können. Bei Leguminosen kann ein unpassender Termin die Nitratfreisetzung und die Stickstoffauswaschung verstärken.
Serradella ist nicht winterhart. Friert der Bestand ab, bleibt er über Winter als Mulch liegen und schützt den Boden vor VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten., Verkrustung und Erosion. Ich häcksle im Herbst nichts klein, denn Frost und mechanisches Zerkleinern können den Abbau beschleunigen. Dann wird gebundener Stickstoff schon vor der Folgekultur frei und kann teilweise verlagert werden.
Blüht eine späte Saat noch vor dem Frost, mähst du trotzdem spätestens in der Blüte. Das Schnittgut bleibt als Mulch auf dem Beet.
Das Beet im Frühherbst abräumen und alles untergraben. Damit setzt du Nährstoffe frei, bevor eine Folgekultur sie aufnehmen kann. Lass den Bestand stehen.
Auf schweren Böden gibt es ein spätes Fenster. Dort kannst du die Gründüngung im Dezember kurz vor dem Durchfrieren des Bodens umgraben, sonst bleibt sie bis zum Frühjahr stehen.
Im Frühjahr arbeitest du auf Sand ein
Auf Sandboden arbeitest du Gründüngung besser erst im Frühjahr ein. So wird der Stickstoff, der beim Abbau frei wird, nicht schon im Winter ausgewaschen. Serradella bevorzugt saure, leicht lehmige Sandböden, und genau dort versickert Wasser schnell. Wo sie bevorzugt wächst, ist das Frühjahr also der passende Termin. Mehr zum Standort steht im Ratgeber dazu, wie Serradella sandige Böden verbessert.
Die abgefrorenen Reste arbeite ich im Frühjahr flach ein. Brauchst du ein feines Saatbett, rechst du sie stattdessen ab und kompostierst sie.
Zwischen dem Einarbeiten und der nächsten Saat oder Pflanzung liegen meist etwa 2–3 Wochen. Das ist eine Orientierung für den Garten. Schau nach, wie weit die Reste zersetzt sind, bevor du säst.
Ich trage die Folgekultur im Beetplaner ein und zähle die Wartezeit von dort zurück.
| Situation | Was du tust |
|---|---|
| Bestand blüht im Sommer, danach kommt Gemüse | mähen, einige Tage anwelken lassen, flach einarbeiten, Wartezeit einhalten |
| Frühherbst, Bestand steht grün | stehen lassen, nicht einarbeiten |
| Bestand ist abgefroren | über Winter als Mulch liegen lassen |
| Frühjahr auf Sandboden | Reste flach einarbeiten |
| Frühjahr, feines Saatbett nötig | Reste abrechen und kompostieren |
| Schwerer Boden | bis zum Frühjahr stehen lassen oder im Dezember kurz vor dem Durchfrieren umgraben |
Mähen, anwelken, flach einarbeiten: so gehst du vor
- Mähen. Schneide den Bestand spätestens in der Blüte ab. Die Wurzeln bleiben im Boden.
- Aussortieren. Nimm kranke Pflanzen, samentragende Unkräuter und Wurzelunkräuter heraus, denn sie gehören nicht in den Mulch.
- Anwelken lassen. Lass die gemähte Serradella einige Tage auf dem Beet liegen.
- Flach einarbeiten. Zieh das angewelkte Material nur oberflächlich in den Boden.
- Warten. Säe oder pflanze erst nach der Wartezeit und prüfe vorher, wie weit die Reste zersetzt sind.
Flach heißt: nur in die oberste Bodenschicht. Die Wurzeln lasse ich stehen, denn beim Verrotten hinterlassen sie Kanäle, durch die Wasser und Luft in den Boden gelangen können.
Tief untergraben bringt die Nährstoffe zu den Wurzeln? Für frische Grünmasse gilt das nicht. Tief vergraben kann sie unter Luftabschluss faulen, deshalb bleibt es beim flachen Einarbeiten oder beim Mulch.
Mulchen statt einarbeiten
Im Sommer kann gemähte Serradella auch als Mulch liegen bleiben. Dickstängeliges Material zerkleinerst du vorher. Für organischen Mulch im Gemüsebeet gelten etwa 2–3 cm Schichtdicke als Empfehlung. Feines Material liegt nur dünn auf, damit es nicht verklebt und fault. Saatrillen und Jungpflanzen hältst du frei.
Abräumen und kompostieren
Abräumen ist in zwei Fällen sinnvoll: wenn du ein feines Saatbett brauchst oder wenn eine Bodenuntersuchung erhöhte Phosphor- und Kaliumvorräte zeigt. Im zweiten Fall nimmst du den Großteil der Masse vom Beet und nutzt ihn auf geringer versorgten Beeten oder im Kompost. Auf dem Kompost schichte ich das feuchte grüne Schnittgut abwechselnd mit trockenem, strukturreichem Material in dünnen Lagen. Mit der abgeräumten Pflanzenmasse verlässt allerdings auch ein Teil des Stickstoffs das Beet.
Welche Geräte brauchst du?
Im Gartenbeet kommst du mit Handgeräten aus.
| Arbeit | Gerät | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Mähen | Sense, auf kleinen Beeten die Sichel | spätestens in der Blüte schneiden |
| Schnittgut verteilen, Reste abrechen | Rechen | abgefrorene Reste im Frühjahr abrechen, wenn ein feines Saatbett gebraucht wird |
| Flach einarbeiten | Sauzahn | nur oberflächlich arbeiten |
| Boden lockern | Grabgabel oder Krail | nur bei ausreichend abgetrocknetem Boden |
| Umgraben | Spaten | nur auf schweren Böden, im Dezember kurz vor dem Durchfrieren |
Eine Gartenfräse nehme ich nur, wenn keine Wurzelunkräuter im Beet stehen, denn sie kann deren Vermehrung fördern.
Ich mähe abschnittsweise mit der Sense und lasse das Schnittgut liegen, wo es fällt. Nach dem Anwelken ziehe ich es mit dem Sauzahn flach in die oberste Bodenschicht.
Wie vermeidest du Samenausfall und Selbstaussaat?
Eine Gründüngung muss enden, bevor ihre Samen ausreifen. Sonst sät sie sich selbst aus und wird im Beet zum Unkraut. Bei Serradella hältst du dich an den Mähtermin spätestens in der Blüte. Weil die Blütezeit über mehrere Monate reicht, gehe ich nach den ersten Blüten durch den Bestand und warte nicht auf einen festen Kalendertag.
Hat ein Teil doch schon Samen angesetzt, behandle ich dieses Schnittgut wie samentragendes Unkraut. Es kommt weder als Mulch aufs Gemüsebeet noch auf den Kompost, sondern in die Biotonne.
Saatgut für die nächste Saat aufbewahren
Für eigenes Saatgut müsste ein Teil des Bestands ausreifen, und genau das soll eine Gründüngung nicht. Ich kaufe deshalb neu und bewahre Reste aus der Tüte kühl und trocken auf, weil das den Erhalt der KeimfähigkeitDie Keimfähigkeit gibt an, wie viel Prozent der Samen einer Saatgutpartie unter optimalen Bedingungen zu normalen, gesunden Keimlingen auswachsen. Sie ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal von Saatgut. unterstützt. Älteres Saatgut prüfe ich vor der Saat mit einer Probeaussaat aus genau abgezählten Samen.
Wie holst du den Nutzen aus dem Aufwuchs?
Wie viel Stickstoff du der Folgekultur anrechnen kannst, richtet sich nach der Höhe des Bestands. Miss sie, bevor du mähst. Als pauschale Rechenhilfe für die Gartendüngung dienen diese Stufen:
| Aufwuchshöhe | anrechenbarer Stickstoff |
|---|---|
| unter 5 cm | 1 g/m² |
| 5–14 cm | 2 g/m² |
| 15–30 cm | 4 g/m² |
| über 30 cm | 6 g/m² |
Serradella wird 20–40 cm hoch. Ein ausgewachsener Bestand fällt damit in eine der beiden oberen Stufen, ein früh gemähter kann darunter liegen.
Die Rechenhilfe bleibt pauschal. Der Stickstoff aus der Pflanzenmasse steht der Folgekultur je nach Boden, Witterung und Umbruch nicht vollständig zur Verfügung. Plane die Düngung deshalb nach dem Bedarf der Folgekultur und rechne den Aufwuchs darauf an.
Beim Einarbeiten achte ich auf drei Dinge:
- Schnittgut auf dem Beet lassen. Ich räume nur ab, wenn es einen Grund gibt, denn mit der Masse geht ein Teil des Stickstoffs von der Fläche.
- Bei abgetrocknetem Boden arbeiten. Auf Tonböden ist die Verdichtungsgefahr besonders hoch, wenn sie feucht bearbeitet werden.
- Knöllchen prüfen. Ich ziehe beim Mähen eine Pflanze heraus und schneide ein Wurzelknöllchen auf. Ist es innen rötlich gefärbt, weist das bei Leguminosen auf aktive Stickstofffixierung hin.
Bleibt der Aufwuchs dünn, schau auf den Standort. Serradella entwickelt sich anfangs zögernd, und auf humusarmen, trockenen Sandböden kann sie trotz ihrer Eignung für leichte Böden versagen.
Aufwand und Nutzen
Der Aufwand einer Serradella-Gründüngung hängt unter anderem an Saatgut, Aussaatverfahren und Arbeitsaufwand sowie daran, ob du die Masse nutzt, abräumst oder einarbeitest. Die Kosten hängen von deiner Fläche und deinem Saatgut ab. Wie du beides vorab abschätzt, steht im Gründünger-Überblick im Abschnitt Aufwand und Nutzen.
Was kommt nach der Serradella?
Nach einer Leguminosen-Gründüngung wie Serradella passt stark zehrendes Gemüse, Erbsen und Bohnen folgen dagegen nicht direkt. Wie du Vor- und Nachfrüchte samt Anbaupause planst, zeigt der Ratgeber dazu, wie Serradella in den Fruchtwechsel passt. Die Grundregeln stehen im Gründünger-Überblick im Abschnitt Fruchtfolge und Mischkultur.


