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Serradella ernten und einarbeiten: Herbst oder Frühjahr?

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 8 Min.Von der samen.de Redaktion

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Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Mähe Serradella als Gründüngung spätestens in der Blüte, bevor sie Samen bildet.
  • Lass das Schnittgut einige Tage anwelken und arbeite es nur flach ein.
  • Im Frühherbst bleibt der Bestand stehen, abgefroren liegt er über Winter als Mulch.
  • Auf Sandboden arbeitest du die Reste besser erst im Frühjahr ein.
  • Nach dem Einarbeiten wartest du meist etwa 2–3 Wochen bis zur nächsten Saat oder Pflanzung.
Ein Feld von Saat-Schnabelwicke (Ornithopus sativus) mit zahlreichen rosa-weißen Blüten und grünen Blättern.
Foto: Dave Richardson · CC BY 4.0 · Ausschnitt · Quelle ↗

Bei Serradella kannst du zwei Termine verpassen: den Schnitt und das Einarbeiten. Mähst du zu spät, reifen Samen aus und die Gründüngung sät sich selbst ins Beet. Arbeitest du im Frühherbst ein, werden Nährstoffe frei, die vor der nächsten Kultur ausgewaschen werden können. Ich schaue deshalb ab Juni nach den ersten Blüten und entscheide erst danach, was mit dem Schnittgut geschieht.

Wofür wird Serradella verwendet?

Serradella, botanisch Ornithopus sativus, ist eine einjährige Leguminose und wird im Garten als Gründüngung gesät. Auf dem Acker steht sie als Zwischenfrucht zwischen Hackfrucht und Getreide oder als Untersaat im Winterroggen. Auf leichten Böden liefert sie außerdem eiweißreiches Grünfutter, das frisch verfüttert oder beweidet wird. Solche Kombinationen beschreibt der Ratgeber dazu, wie du Serradella mit Getreide und anderen Gründüngern mischst.

Im Boden bildet Serradella ein dichtes, feines Wurzelsystem, das lockert, und als Leguminose bringt sie über Knöllchenbakterien Luftstickstoff ein. Die Grundlagen dazu, was Gründüngung im Boden leistet, stehen im Gründünger-Überblick. Den Vorgang selbst erklärt der Ratgeber dazu, wie Serradella Stickstoff bindet und neben Klee und Luzerne abschneidet.

Empfehlungen für den Garten

Aussaat und Vermehrung

Saattiefe

Die Samen 2-3 cm tief säen.

Aussaatkalender Serradella
GartenkalenderAussaat: März, April, Mai, Juni, Juli, August; Blüte: Juni, Juli, August, September, OktoberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliAussaat: AugustBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberBlüte: OktoberAussaatBlüte

Wann mähst du Serradella?

Als Gründüngung in Reinkultur mähst du Serradella spätestens in der Blüte. Üblich ist im Hausgarten der Schnitt schon kurz vor der Blüte. Beide Termine haben denselben Zweck: Der Bestand soll enden, bevor er Samen bildet.

Der zweite Grund liegt im Material. Junge Pflanzen haben ein engeres C/N-Verhältnis als ältere, also mehr Stickstoff im Verhältnis zum Kohlenstoff, und werden deshalb schneller umgesetzt. Verholzte Reste verrotten langsamer und können dabei vorübergehend Stickstoff aus dem Bodenvorrat binden. Du säst Serradella, weil sie als Leguminose Stickstoff einbringt. Ein später Schnitt kann also genau diesen Vorteil schmälern.

Wann die Blüte kommt, hängt am Saattermin. Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober, deshalb verlasse ich mich nicht auf den Kalender und schaue in den Bestand.

Merkmal Angabe für Serradella
Aussaat März bis August
Kulturdauer 90–120 Tage
Blütezeit Juni bis Oktober
Erntemonate Juni bis November
Mähtermin als Gründüngung spätestens in der Blüte
Wuchshöhe 20–40 cm, einzelne Angaben bis 60 cm
Winterhärte nein, einjährig

Den Saattermin planst du mit dem druckbaren Aussaatkalender für Gründünger. Saat und Pflege zeigt der Ratgeber dazu, wie du Serradella Schritt für Schritt anbaust.

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Herbst oder Frühjahr: wann arbeitest du ein?

Mähen und Einarbeiten sind getrennte Entscheidungen. Den Schnitt bestimmt die Blüte, das Einarbeiten bestimmen Jahreszeit und Boden.

Im Herbst bleibt der Bestand stehen

Arbeite Serradella im Frühherbst nicht ein. Beim Verrotten werden Nährstoffe frei, die vor der Folgekultur ausgewaschen werden können. Bei Leguminosen kann ein unpassender Termin die Nitratfreisetzung und die Stickstoffauswaschung verstärken.

Serradella ist nicht winterhart. Friert der Bestand ab, bleibt er über Winter als Mulch liegen und schützt den Boden vor Verschlämmung, Verkrustung und Erosion. Ich häcksle im Herbst nichts klein, denn Frost und mechanisches Zerkleinern können den Abbau beschleunigen. Dann wird gebundener Stickstoff schon vor der Folgekultur frei und kann teilweise verlagert werden.

Blüht eine späte Saat noch vor dem Frost, mähst du trotzdem spätestens in der Blüte. Das Schnittgut bleibt als Mulch auf dem Beet.

Häufiger Fehler

Das Beet im Frühherbst abräumen und alles untergraben. Damit setzt du Nährstoffe frei, bevor eine Folgekultur sie aufnehmen kann. Lass den Bestand stehen.

Auf schweren Böden gibt es ein spätes Fenster. Dort kannst du die Gründüngung im Dezember kurz vor dem Durchfrieren des Bodens umgraben, sonst bleibt sie bis zum Frühjahr stehen.

Im Frühjahr arbeitest du auf Sand ein

Auf Sandboden arbeitest du Gründüngung besser erst im Frühjahr ein. So wird der Stickstoff, der beim Abbau frei wird, nicht schon im Winter ausgewaschen. Serradella bevorzugt saure, leicht lehmige Sandböden, und genau dort versickert Wasser schnell. Wo sie bevorzugt wächst, ist das Frühjahr also der passende Termin. Mehr zum Standort steht im Ratgeber dazu, wie Serradella sandige Böden verbessert.

Die abgefrorenen Reste arbeite ich im Frühjahr flach ein. Brauchst du ein feines Saatbett, rechst du sie stattdessen ab und kompostierst sie.

Zahl im Blick

Zwischen dem Einarbeiten und der nächsten Saat oder Pflanzung liegen meist etwa 2–3 Wochen. Das ist eine Orientierung für den Garten. Schau nach, wie weit die Reste zersetzt sind, bevor du säst.

Ich trage die Folgekultur im Beetplaner ein und zähle die Wartezeit von dort zurück.

Situation Was du tust
Bestand blüht im Sommer, danach kommt Gemüse mähen, einige Tage anwelken lassen, flach einarbeiten, Wartezeit einhalten
Frühherbst, Bestand steht grün stehen lassen, nicht einarbeiten
Bestand ist abgefroren über Winter als Mulch liegen lassen
Frühjahr auf Sandboden Reste flach einarbeiten
Frühjahr, feines Saatbett nötig Reste abrechen und kompostieren
Schwerer Boden bis zum Frühjahr stehen lassen oder im Dezember kurz vor dem Durchfrieren umgraben

Mähen, anwelken, flach einarbeiten: so gehst du vor

  1. Mähen. Schneide den Bestand spätestens in der Blüte ab. Die Wurzeln bleiben im Boden.
  2. Aussortieren. Nimm kranke Pflanzen, samentragende Unkräuter und Wurzelunkräuter heraus, denn sie gehören nicht in den Mulch.
  3. Anwelken lassen. Lass die gemähte Serradella einige Tage auf dem Beet liegen.
  4. Flach einarbeiten. Zieh das angewelkte Material nur oberflächlich in den Boden.
  5. Warten. Säe oder pflanze erst nach der Wartezeit und prüfe vorher, wie weit die Reste zersetzt sind.

Flach heißt: nur in die oberste Bodenschicht. Die Wurzeln lasse ich stehen, denn beim Verrotten hinterlassen sie Kanäle, durch die Wasser und Luft in den Boden gelangen können.

Mythos-Check

Tief untergraben bringt die Nährstoffe zu den Wurzeln? Für frische Grünmasse gilt das nicht. Tief vergraben kann sie unter Luftabschluss faulen, deshalb bleibt es beim flachen Einarbeiten oder beim Mulch.

Mulchen statt einarbeiten

Im Sommer kann gemähte Serradella auch als Mulch liegen bleiben. Dickstängeliges Material zerkleinerst du vorher. Für organischen Mulch im Gemüsebeet gelten etwa 2–3 cm Schichtdicke als Empfehlung. Feines Material liegt nur dünn auf, damit es nicht verklebt und fault. Saatrillen und Jungpflanzen hältst du frei.

Abräumen und kompostieren

Abräumen ist in zwei Fällen sinnvoll: wenn du ein feines Saatbett brauchst oder wenn eine Bodenuntersuchung erhöhte Phosphor- und Kaliumvorräte zeigt. Im zweiten Fall nimmst du den Großteil der Masse vom Beet und nutzt ihn auf geringer versorgten Beeten oder im Kompost. Auf dem Kompost schichte ich das feuchte grüne Schnittgut abwechselnd mit trockenem, strukturreichem Material in dünnen Lagen. Mit der abgeräumten Pflanzenmasse verlässt allerdings auch ein Teil des Stickstoffs das Beet.

Welche Geräte brauchst du?

Im Gartenbeet kommst du mit Handgeräten aus.

Arbeit Gerät Worauf du achtest
Mähen Sense, auf kleinen Beeten die Sichel spätestens in der Blüte schneiden
Schnittgut verteilen, Reste abrechen Rechen abgefrorene Reste im Frühjahr abrechen, wenn ein feines Saatbett gebraucht wird
Flach einarbeiten Sauzahn nur oberflächlich arbeiten
Boden lockern Grabgabel oder Krail nur bei ausreichend abgetrocknetem Boden
Umgraben Spaten nur auf schweren Böden, im Dezember kurz vor dem Durchfrieren

Eine Gartenfräse nehme ich nur, wenn keine Wurzelunkräuter im Beet stehen, denn sie kann deren Vermehrung fördern.

Marias Erfahrung

Ich mähe abschnittsweise mit der Sense und lasse das Schnittgut liegen, wo es fällt. Nach dem Anwelken ziehe ich es mit dem Sauzahn flach in die oberste Bodenschicht.

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Wie vermeidest du Samenausfall und Selbstaussaat?

Eine Gründüngung muss enden, bevor ihre Samen ausreifen. Sonst sät sie sich selbst aus und wird im Beet zum Unkraut. Bei Serradella hältst du dich an den Mähtermin spätestens in der Blüte. Weil die Blütezeit über mehrere Monate reicht, gehe ich nach den ersten Blüten durch den Bestand und warte nicht auf einen festen Kalendertag.

Hat ein Teil doch schon Samen angesetzt, behandle ich dieses Schnittgut wie samentragendes Unkraut. Es kommt weder als Mulch aufs Gemüsebeet noch auf den Kompost, sondern in die Biotonne.

Saatgut für die nächste Saat aufbewahren

Für eigenes Saatgut müsste ein Teil des Bestands ausreifen, und genau das soll eine Gründüngung nicht. Ich kaufe deshalb neu und bewahre Reste aus der Tüte kühl und trocken auf, weil das den Erhalt der Keimfähigkeit unterstützt. Älteres Saatgut prüfe ich vor der Saat mit einer Probeaussaat aus genau abgezählten Samen.

Wie holst du den Nutzen aus dem Aufwuchs?

Wie viel Stickstoff du der Folgekultur anrechnen kannst, richtet sich nach der Höhe des Bestands. Miss sie, bevor du mähst. Als pauschale Rechenhilfe für die Gartendüngung dienen diese Stufen:

Aufwuchshöhe anrechenbarer Stickstoff
unter 5 cm 1 g/m²
5–14 cm 2 g/m²
15–30 cm 4 g/m²
über 30 cm 6 g/m²

Serradella wird 20–40 cm hoch. Ein ausgewachsener Bestand fällt damit in eine der beiden oberen Stufen, ein früh gemähter kann darunter liegen.

Die Rechenhilfe bleibt pauschal. Der Stickstoff aus der Pflanzenmasse steht der Folgekultur je nach Boden, Witterung und Umbruch nicht vollständig zur Verfügung. Plane die Düngung deshalb nach dem Bedarf der Folgekultur und rechne den Aufwuchs darauf an.

Beim Einarbeiten achte ich auf drei Dinge:

  • Schnittgut auf dem Beet lassen. Ich räume nur ab, wenn es einen Grund gibt, denn mit der Masse geht ein Teil des Stickstoffs von der Fläche.
  • Bei abgetrocknetem Boden arbeiten. Auf Tonböden ist die Verdichtungsgefahr besonders hoch, wenn sie feucht bearbeitet werden.
  • Knöllchen prüfen. Ich ziehe beim Mähen eine Pflanze heraus und schneide ein Wurzelknöllchen auf. Ist es innen rötlich gefärbt, weist das bei Leguminosen auf aktive Stickstofffixierung hin.

Bleibt der Aufwuchs dünn, schau auf den Standort. Serradella entwickelt sich anfangs zögernd, und auf humusarmen, trockenen Sandböden kann sie trotz ihrer Eignung für leichte Böden versagen.

Aufwand und Nutzen

Der Aufwand einer Serradella-Gründüngung hängt unter anderem an Saatgut, Aussaatverfahren und Arbeitsaufwand sowie daran, ob du die Masse nutzt, abräumst oder einarbeitest. Die Kosten hängen von deiner Fläche und deinem Saatgut ab. Wie du beides vorab abschätzt, steht im Gründünger-Überblick im Abschnitt Aufwand und Nutzen.

Was kommt nach der Serradella?

Nach einer Leguminosen-Gründüngung wie Serradella passt stark zehrendes Gemüse, Erbsen und Bohnen folgen dagegen nicht direkt. Wie du Vor- und Nachfrüchte samt Anbaupause planst, zeigt der Ratgeber dazu, wie Serradella in den Fruchtwechsel passt. Die Grundregeln stehen im Gründünger-Überblick im Abschnitt Fruchtfolge und Mischkultur.

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Häufige Fragen

Wofür wird Serradella verwendet?
Serradella wird als Gründüngung gesät, etwa als Zwischenfrucht zwischen Hackfrucht und Getreide oder als Untersaat im Winterroggen. Auf leichten Böden liefert sie außerdem eiweißreiches Grünfutter, das frisch verfüttert oder beweidet wird. Als Leguminose bringt sie über Knöllchenbakterien Luftstickstoff in den Boden.
Wann mäht man Serradella als Gründüngung?
In Reinkultur zur Gründüngung wird Serradella spätestens in der Blüte gemäht. Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober, der Termin hängt also am Saattermin. Wichtig ist, dass der Bestand endet, bevor Samen ausreifen, sonst sät er sich selbst aus.
Kann Serradella über den Winter auf dem Beet bleiben?
Ja, Serradella ist nicht winterhart, und ein abgefrorener Bestand bleibt über Winter als Mulch liegen. Im Frühherbst arbeitest du ihn nicht ein, weil dabei Nährstoffe frei werden, die vor der Folgekultur ausgewaschen werden können. Im Frühjahr arbeitest du die Reste flach ein oder rechst sie ab und kompostierst sie.
Wie tief arbeitet man Serradella ein?
Nur flach, also oberflächlich in die oberste Bodenschicht. Frische Grünmasse kann tief vergraben unter Luftabschluss faulen. Lass das Schnittgut vorher einige Tage anwelken und arbeite es mit einem Sauzahn ein.
Wie lange wartet man nach dem Einarbeiten von Serradella mit der nächsten Saat?
Meist etwa 2–3 Wochen, gerechnet ab dem flachen Einarbeiten. Das ist eine Orientierung für den Garten. Schau nach, wie weit die Reste zersetzt sind, bevor du säst oder pflanzt.
Was pflanzt man nach Serradella?
Als Vorfrucht passt Serradella wie andere Leguminosen-Gründüngung zu stark zehrendem Gemüse. Erbsen und Bohnen folgen nicht direkt, weil vor ihnen keine Leguminosen als Gründüngung stehen sollten. Bis Serradella wieder auf dasselbe Beet kommt, gilt eine Anbaupause von 3 Jahren.
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