Hochbeetdünger selbst herstellen: Jauche, Komposttee und Bokashi
- Brennnesseljauche setzt du mit 75 bis 100 g zerkleinertem frischem Kraut je Liter Wasser an, in Kunststoff, Holz oder Steingut, nie in Metall.
- Fertig ist die Jauche nach etwa 10 bis 14 Tagen, wenn sie nicht mehr schäumt.
- Vor dem Gießen verdünnen: 1:10 für etablierte Pflanzen, 1:20 für Jungpflanzen, gegossen auf angefeuchteten Boden.
- Komposttee und Bokashi setzt du ohne festes Rezept an und tastest dich mit Blick auf Blattfarbe und Wuchs heran.
- Grundversorgung: jährlich 3 l Kompost/m² im Hochbeet mit Gartenboden; im klassischen Schichtbeet gilt ab dem zweiten Jahr eine Frühjahrsgabe von 100 bis 200 g Horngrieß/m².

Am Zaun wachsen Brennnesseln, in der Küche fallen Gemüsereste an, und das Hochbeet braucht im Frühjahr Nachschub. Daraus lässt sich Dünger selbst ansetzen, doch zu konzentriert gegossen kann er schaden. Überhöhte Düngergaben können SalzschädenSalzschäden sind Schäden an Pflanzen durch zu viel Salz im Boden oder Substrat, etwa nach zu hohen Düngergaben oder durch Streusalz. Typisch sind Blätter, die vom Rand her braun werden, und ein gehemmtes Wachstum. hervorrufen, und junge Pflanzen sind dafür besonders anfällig. Ich wiege das Kraut für meine BrennnesseljaucheBrennnesseljauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Brennnesselblättern, die zehn bis 14 Tage in Wasser gären. Sie liefert schnell verfügbaren Stickstoff und eignet sich besonders für stark zehrendes Gemüse. deshalb ab und verdünne die fertige Jauche vor jeder Gabe.
Im Mittelpunkt steht hier die Herstellung: Brennnesseljauche Schritt für Schritt, dazu KompostteeKomposttee ist ein flüssiger Auszug aus Kompost: Ein Stoffbeutel mit Kompost hängt 3 bis 24 Stunden im Gießwasser. Der Tee enthält gelöste Nährstoffe und Mikroorganismen und wird zum Düngen und Stärken gegossen oder gesprüht., Bokashi und die Wurmkiste für Küchenreste. Zuerst geht es kurz um die Frühjahrsgabe.
Hochbeet im Frühjahr düngen: was die Füllung vorgibt
Ein mit Gartenboden gefülltes Hochbeet bekommt jährlich 3 l Kompost/m² für Grundnährstoffe und Humus, zusätzlicher Stickstoff richtet sich nach dem Gemüse. Im klassischen Hochbeet mit Reisig, Kompost und Gartenerde gilt ab dem zweiten Jahr eine Frühjahrsgabe von 100 bis 200 g Horngrieß/m² als allgemeine Empfehlung. Auf Erde, die schon ausreichend gedüngt ist, kommt sie nicht pauschal obendrauf; den Ablauf über die Saison zeigt der Ratgeber, wie du die Düngung im Hochbeet übers Jahr planst.
Dünger selbst herstellen: was vorab zählt
Selbst angesetzte Pflanzenjauchen liefern rasch verfügbare Nährstoffe. Wie viel drinsteckt, hängt aber von Pflanzenart, Pflanzenzustand und Erntezeit ab. Deshalb ergänzen sie den Kompost und sind kein Dünger mit fester Rezeptur.
Kompost liefert Phosphat und Kalium, den Stickstoffbedarf von Gemüse deckt er jedoch nicht allein. Eigener Kompost lohnt sich nur, wenn du ihn auch brauchst. Auf zu wenig Anbaufläche kann auch Kompostdüngung zu einer Überversorgung führen.
Für alle selbst gemachten Flüssigdünger gilt dieselbe Handhabung. Du gießt sie in geringer Konzentration auf vorher angefeuchteten Boden und benetzt dabei die Blätter nicht. Hast du Mist zur Verfügung, kompostierst du ihn vor der Verwendung im Gemüsebeet, damit unerwünschte Samen, Krankheitserreger und Tierarzneimittelrückstände abnehmen.
Pflanzenjauche ist Kraut, das in Wasser angesetzt wird und gärt. Vor der Anwendung wird sie verdünnt und um die Pflanzen herum gegossen.
Brennnesseljauche ansetzen: Schritt für Schritt
Kraut und Gefäß vorbereiten
Ich schneide die Brennnesseln mit Handschuhen und nehme nur Pflanzen, die noch nicht blühen. Blühende Pflanzen können Samen mitbringen, deshalb bleiben sie draußen. Die Blätter hacke ich, bevor sie ins Gefäß kommen. Als Gefäß eignen sich Kunststoff, Holz oder Steingut, ein Metallgefäß ist ungeeignet.
Ansetzen und gären lassen
Für frisches Kraut rechnest du mit 75 bis 100 g zerkleinertem Kraut je Liter Wasser. Getrocknetes Kraut setzt du nach einem eigenen Rezept an. Frisch- und Trockenansatz verwendest du getrennt und mischst sie nicht in einem Gefäß.
| Schritt | Richtwert |
|---|---|
| Frischansatz | 75 bis 100 g zerkleinertes frisches Kraut je Liter Wasser |
| Trockenansatz | 100 bis 200 g getrocknetes Kraut auf 10 l Wasser |
| Gärende | nach etwa 10 bis 14 Tagen, wenn die Jauche nicht mehr schäumt |
| Verdünnung für etablierte Pflanzen | 1:10 |
| Verdünnung für Jungpflanzen | 1:20 |
| Aufbewahrung | abgedeckt, lichtgeschützt und kühl einige Wochen haltbar |
Decke das Jauchegefäß nicht luftdicht ab, sondern mit einem Gitter oder Netz. So bleibt die Jauche während der Gärung luftdurchlässig, und keine Tiere fallen hinein.
Ich schaue während der Gärung hinein und prüfe, ob die Jauche noch schäumt. Brennnesseljauche ist nach etwa 10 bis 14 Tagen fertig, sobald sie nicht mehr schäumt. Dann siebst du sie ab, die Pflanzenreste kannst du als Mulch verwenden.
Ich klebe an jedes Gefäß einen Zettel mit Ansatztag, Kraut und Ansatzart. Beim Absieben weiß ich so, welche Jauche aus frischem und welche aus getrocknetem Kraut stammt.
Verdünnen und gießen
Fertige Brennnesseljauche verdünnst du vor der Anwendung mit Wasser. Etablierte Pflanzen bekommen sie im Verhältnis 1:10. Für Jungpflanzen gilt 1:20. Weil junge Pflanzen bei überhöhten Düngergaben besonders durch Salzschäden gefährdet sind, mische ich für sie eine eigene Kanne an.
Gieß die verdünnte Jauche um die Pflanzen herum auf vorher angefeuchteten Boden und halte die Blätter trocken. Eine allgemeingültige Menge oder einen festen Takt gibt es für Pflanzenjauche nicht. Die Gabe richtet sich nach dem Bedarf der Pflanzen und nach dem Nährstoffvorrat im Boden. Schau deshalb auf Wuchs und Blattfarbe, bevor du erneut Jauche gibst; auffällige Blätter sind ein Hinweis und noch keine Diagnose.
Erntegut wäschst du vor Zubereitung oder Verzehr sorgfältig, am besten unter fließendem Wasser.
Jungpflanzen bekommen dieselbe Mischung wie etablierte Pflanzen. Für etablierte Pflanzen gilt 1:10, für Jungpflanzen 1:20.
Fertige Jauche aufbewahren
Abgedeckt, lichtgeschützt und kühl hält sich fertige Jauche einige Wochen. Brauche sie innerhalb der laufenden Vegetationsperiode auf.
nur nicht blühende Brennnesseln, Blätter gehackt · Gefäß aus Kunststoff, Holz oder Steingut · luftdurchlässig abgedeckt, Gitter oder Netz darüber · fertig, wenn nichts mehr schäumt · absieben · vor jeder Gabe verdünnen · auf feuchten Boden gießen, Blätter trocken lassen
Komposttee: Flüssigdünger aus reifem Kompost
Für Komposttee arbeite ich ohne festes Rezept. Ich gebe reifen Kompost in einen Eimer, gieße Wasser darauf und lasse beides ziehen. Dann seihe ich die Flüssigkeit ab und gieße sie wie jeden Flüssigdünger in geringer Konzentration auf angefeuchteten Boden.
Taste dich heran und schau nach dem Gießen auf Blattfarbe und Wuchs.
Humus unterstützt Wasserspeicherung und Bodenleben, und regelmäßige Kompostzufuhr hilft, einen standortangepassten Humusgehalt zu erhalten. Die festen Reste aus dem Eimer kommen bei mir deshalb zurück aufs Beet. Kompost verbessert bei sandigen Böden die Wasserspeicherung und bei schweren Böden die KrümelstrukturKrümelstruktur bedeutet: Die Bodenteilchen halten zu lockeren, mit bloßem Auge sichtbaren Krümeln zusammen, zwischen denen viele Hohlräume bleiben. Der Boden baut sie selbst auf, getragen von aktivem Bodenleben, gutem Humus und ausreichend Ton und Kalk..
Bokashi: Küchenabfälle fermentieren
Bokashi entsteht, wenn Küchenabfälle in einem luftdicht schließenden Eimer fermentieren, statt auf dem Kompost zu verrotten. Ich sammle dafür Küchenreste und streue zwischen die Schichten Bokashi-Ferment. Fleisch und Milchprodukte lasse ich weg. Das fertige Material arbeitest du in den Boden ein.
Wie viel Bokashi dein Beet verträgt, zeigen die Pflanzen. Probiere es zuerst an einer Ecke des Beets aus und beobachte Blattfarbe und Wuchs dort.
Auch organische Dünger können Salz anreichern, wenn sie in einem Kultursubstrat zu schnell mineralisieren. Weil junge Pflanzen und eine zu starke Düngung bei der Pflanzung besonders gefährdet sind, gehört Bokashi nicht als Zusatzportion ins Pflanzloch.
Wurmkompost als Alternative für Küchenreste
Wer Küchenreste lieber Würmern überlässt, legt eine Wurmkiste an. Die Würmer brauchen Sauerstoff, und die Kiste darf weder austrocknen noch vernässen. Bei zu viel Feuchte helfen trockene Kartonschnipsel.
| Punkt | Worauf du achtest |
|---|---|
| Temperatur | idealer Bereich 15 bis 25 °C, auf dem Balkon vor zu großer Hitze und Kälte schützen |
| Geeignetes Futter | pflanzliche Küchenreste, Tee, Kaffeesatz |
| Gehört nicht hinein | Zitrusschalen, Fleisch, Milchprodukte, Getreideprodukte, Gekochtes, Verschimmeltes |
| Reifezeit | nach etwa 3 bis 6 Monaten verwendbar, je nach Feuchte, Temperatur und Art der Bioabfälle |
| Warnzeichen | unangenehmer Geruch kann auf zu viel Bioabfall und beginnende Fäulnis hindeuten |
Rund ums Düngen: kurz eingeordnet
Welche Nährstoffe braucht dein Gemüse?
HauptnährstoffeHauptnährstoffe sind die Nährstoffe, die Pflanzen in größeren Mengen brauchen: Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium und Schwefel. Beim Düngen im Garten stehen Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium im Vordergrund. sind Stickstoff, Phosphor, Kalium, SchwefelSchwefel ist einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe. Pflanzen brauchen ihn vor allem für den Eiweißaufbau und nehmen ihn überwiegend als Sulfat aus dem Boden auf, zum Teil auch aus der Luft., Magnesium und Calcium; Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor und MolybdänMolybdän (Mo) ist ein Pflanzennährstoff, der für die Stickstoffernährung wichtig ist. Es ist aktiver Bestandteil zweier Enzyme: der Nitratreduktase in der Pflanze und der Nitrogenase in den Knöllchenbakterien. braucht dein Gemüse nur in kleinen Mengen. Wie viel Stickstoff zusätzlich nötig ist, hängt an der Kultur: Im ersten Jahr der klassischen Füllung passen starkzehrende Kohlarten und Sellerie zur erhöhten Stickstofffreisetzung. Die Grundlagen dazu stehen im Abschnitt zum Düngen im Hochbeet-Ratgeber.
Warum die Füllung mitdüngt
Organische Schichten können Rottewärme und nachgelieferte Nährstoffe bieten, eine reine Substratfüllung hat diesen Effekt nicht. Bei einer organischen Schichtfüllung dauert die Verrottung je nach Füllmaterial etwa 5 bis 7 Jahre, danach kannst du die Humuserde anderweitig nutzen und das Beet neu befüllen. Beide Varianten beschreibt der Hochbeet-Ratgeber im Abschnitt zum Schichtaufbau.
Boden und pH-Wert
Ob im Beet etwas fehlt oder zu viel da ist, klärt eine Bodenuntersuchung, bei Gartenboden vor der Neuanlage und danach etwa alle 3 bis 5 Jahre. Der günstige pH-Bereich einer Gartenbodenfüllung hängt von Bodenart und Humusgehalt ab, für fertige Hochbeeterde aus dem Sack gelten die Angaben des Herstellers. Kalken ist erst bei einem für die Bodenart zu niedrigen pH sinnvoll; Probenahme und Richtwerte erklärt der Hochbeet-Ratgeber im Abschnitt zum Boden.
Mulch und Stickstoff
Stroh, Holzhäcksel und Holzfasern sind stickstoffarm und können beim Abbau Stickstoff binden, deshalb berücksichtigst du vor dem Mulchen eine ergänzende Stickstoffdüngung. Als allgemeiner Richtwert für Gemüsebeete gilt eine etwa 2 bis 3 cm starke Mulchschicht, feinen Rasenschnitt bringst du nur dünn und angetrocknet auf. Wann du mit dem Mulchen beginnst, steht im Hochbeet-Ratgeber unter Pflege.
Fruchtfolge und Mischkultur
Bei lange stehenden Hauptkulturen wie Herbstkohl, Sellerie und Petersilie planst du auf derselben Fläche eine Anbaupause von 3 Jahren gegenüber derselben Pflanzenfamilie ein. Welche Kultur wo steht, legst du mit dem Beetplaner fest, geplante Nachbarschaften prüfst du im Mischkultur-Planer. Die Regeln dahinter erklärt der Hochbeet-Ratgeber im Abschnitt zu Fruchtfolge und Mischkultur.
Gründüngung
Gründüngungspflanzen nehmen vorhandenen Bodenstickstoff auf, Leguminosen können mithilfe von Knöllchenbakterien zusätzlich Luftstickstoff binden. Wo Kohl, Radieschen oder Rettich wachsen, meidest du Senf, Ölrettich und Raps als Gründüngung, weil sie ebenfalls Kreuzblütler sind. Wie Gründüngung und andere natürliche Methoden zusammenpassen, beschreibt der Ratgeber zu organischen Düngern und Gründüngung im Hochbeet.
Zu viel oder zu wenig?
Vergilbungen und Kümmerwuchs können auch von Trockenstress, Staunässe, Wurzelschäden oder Verdichtungen kommen und beweisen keinen Nährstoffmangel. Woran du ein Zuviel erkennst und wie du gegensteuerst, zeigt der Ratgeber, wie du Überdüngung im Hochbeet vermeidest. Bei Verdacht auf Mangel hilft der Abschnitt zu Überdüngung und Nährstoffmangel im Hochbeet-Ratgeber weiter, denn erst eine Bodenuntersuchung klärt, was fehlt.
Welcher Dünger passt zu deinem Beet?
Die Düngerwahl berücksichtigt den Nährstoffvorrat des Bodens, den Bedarf der Pflanzen und den Nährstoffgehalt des Düngers. Organische, mineralische und kombinierte Dünger vergleicht der Ratgeber dazu, welche Düngerart zu deinem Hochbeet passt. Ob sich ein DepotdüngerDepotdünger ist ein mineralischer Dünger, dessen Nährstoffe von einer Hüllschicht ummantelt sind. Durch diese Hülle werden sie nicht auf einmal, sondern langsam nach und nach freigesetzt. lohnt, klärt der Ratgeber dazu, wann Langzeitdünger im Hochbeet sinnvoll ist.
