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Hochbeet

Hochbeet-Grundlagen: Bauform, Material, Standort, Füllung, Boden, Aussaat, Pflege, Gießen, Düngen, Schädlinge, Ernte, Winterschutz und Fruchtfolge.

29 RatgeberZuletzt aktualisiert:
Holz-Hochbeet mit geöffnetem Frühbeet-Fenster, darin wachsen grüne und rote Salate
Foto: Nico Siegl · Pexels License
Historische botanische Tafel: Spinat (Spinacia oleracea), Illustration von Otto Wilhelm Thomé
Spinat (Spinacia oleracea) · Otto Wilhelm Thomé
Bildnachweis

Wikimedia Commons, gemeinfrei

Ein Hochbeet ist schnell gekauft oder gezimmert, die Fragen kommen danach: Womit wird es gefüllt, wie viel Wasser braucht es im Sommer, wann wird gedüngt, und was wächst darin gut? Auf dieser Seite habe ich das Grundlagenwissen aus meinen Hochbeet-Ratgebern gebündelt, von Bauform, Material und Standort über Füllung, Boden, Aussaat, Pflege, Gießen und Düngen bis zu Schädlingen, Ernte, Winterschutz, Pflanzenwahl und Fruchtfolge. Die einzelnen Ratgeber vertiefen jedes Thema, hier steht das Gerüst mit den Richtwerten. Viele Zahlen gelten nur für eine bestimmte Bauweise oder Kultur, deshalb steht der Bezug jeweils im selben Satz.

Das Hochbeet im Kurzporträt

Ein Hochbeet ist keine eigene Pflanze und keine feste Bauart, sondern eine Kulturform: eine erhöhte Anbaufläche, die mit dem gewachsenen Boden verbunden oder nach unten abgeschlossen sein kann. Für fast jede weitere Angabe zählt die Füllung. Die klassische Füllung besteht aus Reisig, Kompost und Gartenerde und verrottet mit den Jahren, eine dauerhafte Erdfüllung kommt ohne Rottekern aus. Düngung und Bepflanzung richten sich danach, welche der beiden Füllungen in deinem Beet liegt. Lies die Richtwerte der folgenden Abschnitte deshalb zusammen mit ihrer Bauweise. Wenn du noch überlegst, ob sich der Bau lohnt, hilft der Ratgeber dazu, welche Vorteile ein Hochbeet im Garten hat.

Bauformen: Arbeitshöhe und Breite

Die Höhe richtet sich nach dir und nicht nach einer Norm. Für Hochbeete zum Arbeiten im Stehen reichen die beschriebenen Bauhöhen je nach Bauform und Körpergröße von etwa 70 bis 100 cm. Die Spanne stammt aus verschiedenen Bauempfehlungen und ist ein Rahmen, den du an dich anpasst.

Bei der Breite zählt die Reichweite. Ein von beiden Längsseiten zugängliches Hochbeet sollte höchstens 2 eigene Armlängen breit sein, damit die Beetmitte erreichbar bleibt. Steht das Beet an einer Wand oder einem Zaun, erreichst du es nur von einer Seite, und diese Regel greift nicht mehr. Ich stelle vor dem Bau Kisten auf die geplante Höhe und probiere daran aus, ob ich bequem bis zur Mitte komme. Wenn der Platz knapp ist, hilft der Ratgeber über platzsparende Hochbeet-Lösungen für kleine Gärten.

Material: der Rahmen aus Holz

Zum Rahmen sind hier Holzbauweisen mit Maßen beschrieben, und jede Angabe gilt für genau die beschriebene Konstruktion. In der einen Bauweise werden ungeschälte Fichtenstangen von 10 bis 12 cm Stärke zwischen eingerammten Pfählen gestapelt. In der anderen bilden 40 mm starke Kastenbohlen die Wände, und stärkere Pfähle im Abstand von 1 m stützen sie gegen Ausbiegen ab. Beides sind konkrete Bauvorschläge und keine allgemeine Statikfreigabe. Bei anderen Maßen, anderem Holz oder einem Bausatz hältst du dich an dessen Bauanleitung und prüfst die Stabilität, bevor du füllst. Für Metall und Kunststoff stehen hier keine Maße. Der Ratgeber zum Rahmen vergleicht, ob Holz, Metall oder Kunststoff zu deinem Hochbeet passt.

Standort: Ausrichtung, Licht und Pflanzdichte

Bei der Aufstellung hilft eine Ausrichtung in Nord-Süd-Richtung, die Sonneneinstrahlung günstig auszunutzen. Wie viel Sonne das Beet braucht, hängt von der Kultur ab. Bohnen bevorzugen warme, sonnige und windgeschützte Standorte. Salat steht im Frühjahr und Herbst günstig sonnig, im Sommer ist ein halbschattiger Standort von Vorteil. Prüfe deshalb vor dem Aufstellen, welche Kulturen du an dem Platz ziehen willst.

Zum Standort gehört auch der Platz innerhalb des Beets. Bei zu engem Stand nehmen sich die Pflanzen einer Mischkultur gegenseitig Licht und Luft, bilden schwache, verlängerte Triebe und werden krankheitsanfälliger. Plane die Belegung, bevor du säst und pflanzt, zum Beispiel im Beetplaner.

Schichtaufbau: Rottefüllung oder dauerhafte Erdfüllung

Für die Füllung gibt es verschiedene Verfahren, und die Maße der einen Anleitung lassen sich nicht in die andere übertragen. Bei einer mehrschichtigen Rottefüllung kann die unterste Lage aus etwa 30 cm hoch eingefüllten Ästen und Zweigen bestehen. Eine andere Anleitung zur organischen Schichtfüllung beschreibt die oberste Lage: Dort bildet eine etwa 25 cm starke Mischung aus Feinkompost und Gartenerde die Pflanzschicht. Beide Werte stammen aus eigenständigen Bauweisen und ergeben zusammen keinen vollständigen Schichtplan.

Die Alternative ist eine dauerhafte Erdfüllung ohne Rottekern. Eine solche Füllung lässt sich aus unten 40 cm durchlässiger sandiger Erde ohne Humus und oben 40 cm lockerer humoser Gartenerde aufbauen.

Kurz erklärt

Bei einem Hochbeet mit organischer Schichtfüllung verrottet das Füllmaterial. Je nach Material dauert die Verrottung etwa 5 bis 7 Jahre; danach kannst du die entstandene Humuserde anderweitig nutzen und das Beet neu befüllen.

Welche Lagen zwischen Astschicht und Pflanzschicht gehören, zeigt der Ratgeber dazu, wie du die Schichten im Hochbeet aufbaust.

Boden: pH-Wert und Bodenprobe

Füllst du das Hochbeet mit Gartenboden, gelten dessen Richtwerte, und die hängen von der Bodenart ab. Der günstige pH-Bereich liegt je nach Humusgehalt für sandige Gartenbodenfüllungen bei 5,0 bis 6,5. Für lehmige Gartenbodenfüllungen liegt er bei 5,5 bis 7,0, für tonige bei 6,0 bis 7,5. Für fertige Hochbeeterde aus dem Sack stehen diese Spannen hier nicht; halte dich dort an die Angaben des Herstellers.

Ob dein Boden im günstigen Bereich liegt, zeigt eine Bodenuntersuchung. Für die Nährstoffuntersuchung eines Gemüsebeets mit Gartenboden wird der Oberboden etwa 25 bis 30 cm tief beprobt. Dieser Wert gilt für Gartenboden und meint nicht die gesamte Hochbeetfüllung. Eine repräsentative Mischprobe aus einer einheitlich genutzten Gartenbodenfläche umfasst 10 bis 15 gleichmäßig verteilte Einstiche. Aus der gut vermischten Sammelprobe füllst du etwa 500 g für die Untersuchung ab. Wie du die Erde für die Pflanzschicht zusammenstellst, vertieft der Ratgeber zur Substratmischung für dein Hochbeet.

Aussaat und Pflanzung: Termine und Saattiefen

Die Saison im Hochbeet beginnt mit der Direktsaat. Radieschen, Möhren, Rettich und Rucola können im Hochbeet ab Ende März direkt gesät werden, wobei der Witterungsverlauf deiner Region den Termin verschieben kann. Tomaten, Paprika und Zucchini werden im Hochbeet ab Mitte Mai nach den letzten Frösten gepflanzt. Bohnen säst du bei einer Bodentemperatur von mehr als 10 °C, im Freiland meist zwischen Mitte Mai und Mitte Juli. Für die Anzucht der Jungpflanzen stehen hier keine Termine; die Daten ergeben deshalb keinen durchgehenden Kalender von der Aussaat bis zum Auspflanzen.

Die Saattiefe hängt an der Kultur. Radieschen werden je nach Bodenart 0,5 bis 1 cm tief gesät. Bohnensamen legst du 2 bis 3 cm tief ab. Für Radieschen sind als Raster 15 cm Reihenabstand mit 5 cm Abstand in der Reihe beschrieben, alternativ 10 bis 15 cm Reihenabstand mit 3 cm Abstand in der Reihe. Für eine fortlaufende Salaternte säst oder pflanzt du im Abstand von etwa 10 bis 14 Tagen erneut. Den Jahreslauf im Einzelnen zeigt der Ratgeber dazu, wie du die Bepflanzung über die Jahreszeiten planst.

Pflege: Mulchen und Erde auffüllen

Zur laufenden Pflege gehören im Hochbeet Mulchen und Auffüllen. Als allgemeiner Richtwert für Gemüsebeete gilt eine etwa 2 bis 3 cm starke Mulchschicht. Feinen Rasenschnitt bringst du nur dünn und angetrocknet auf. Mit dem Mulchen beginnst du in der Regel erst, wenn die Pflanzen etwa 10 cm groß sind, und hältst Saatrillen sowie Jungpflanzen frei.

Häufiger Fehler

Zu früh gemulcht. Wärmeliebende Gemüse wie Tomaten, Kürbis und Bohnen werden erst ab Mai oder Juni gemulcht, damit sich der Boden vorher erwärmen kann.

Dazu kommt die Erde selbst. Eine im Vorjahr neu eingefüllte und krankheitsfreie Hochbeeterde kannst du weiterverwenden; das abgesackte Volumen füllst du auf. Ich fülle im Frühjahr zuerst auf und säe erst danach, damit die Saatrillen nicht wieder verschüttet werden. Was in welcher Jahreszeit ansteht, ordnet der Ratgeber zur Hochbeet-Pflege durch die Saison.

Gießen: Faustregel für den Sommer

Eine Gießmenge für das ganze Jahr gibt es nicht, beschrieben ist eine Faustregel für eine bestimmte Lage. Für Hochbeete mit hoch stehendem Bewuchs gelten bei sommerlichem Hochdruckwetter 3 l/m² täglich. Bei niedrigem Bewuchs, kühlerem Wetter oder nach Regen prüfst du die Feuchte in der Erde und passt die Menge an. Ich stecke dafür vor dem Gießen einen Finger in die Erde und gieße an den Fuß der Pflanzen.

Dazu kommen Angaben für einzelne Kulturen. Nach der Radieschenaussaat bringst du etwa 5 bis 10 l/m² Wasser langsam mit feiner Brause aus. Bohnen brauchen besonders während der Blüte und der Fruchtbildung eine gute Wasserversorgung. Wenn du das Gießen der Technik überlassen willst, erklärt der Ratgeber, wie du Bewässerungssysteme im Hochbeet einsetzt.

Düngen: Kompost, Horngrieß und der letzte Termin

Wie gedüngt wird, hängt an der Füllung. Für ein mit Gartenboden gefülltes Hochbeet werden jährlich 3 l Kompost/m² zur Versorgung mit Grundnährstoffen und Humus genannt; zusätzlicher Stickstoff richtet sich nach dem Bedarf des Gemüses. Für das klassische Hochbeet mit Reisig, Kompost und Gartenerde gilt ab dem zweiten Jahr eine Frühjahrsgabe von 100 bis 200 g Horngrieß/m² als allgemeine Empfehlung. Gemeint ist keine pauschale Zusatzgabe zu Erde, die schon ausreichend gedüngt ist. Im ersten Jahr setzt die klassische Füllung erhöht Stickstoff frei, dazu passen starkzehrende Kohlarten und Sellerie.

Für Horndünger gibt es im Gemüsegarten außerdem einen letzten Termin. Auch bei Herbstkulturen sollen Horndünger nicht später als Ende August ausgebracht werden. Wie du die Gaben über das Jahr einteilst, vertieft der Ratgeber zur Düngung im Hochbeet.

Gründüngung: Phacelia, Winterroggen und die Kreuzblütler-Regel

Wird im Spätsommer ein Stück Beet frei, kann eine Gründüngung die Lücke füllen. Bis Anfang September gesäte Phacelia kann bei einem langen, milden Herbst noch zur Blüte kommen. Winterroggen kann als überwinternde Gründüngung noch bis Oktober ausgesät werden. Bei der Wahl zählt die Pflanzenfamilie: Wo Kohl, Radieschen oder Rettich angebaut werden, vermeidest du Senf, Ölrettich und Raps als Gründüngung, weil diese Pflanzen ebenfalls zu den Kreuzblütlern gehören.

Beim Stickstoff gibt es einen Unterschied zwischen den Arten. Gründüngungspflanzen nehmen vorhandenen Bodenstickstoff auf. Leguminosen können zusätzlich mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff binden. Mehr zur Gründüngung und zu anderen organischen Düngern findest du im Ratgeber über organische Dünger im Hochbeet.

Überdüngung und Nährstoffmangel: erst untersuchen, dann düngen

Ob im Beet etwas fehlt oder zu viel vorhanden ist, klärt eine Bodenuntersuchung; auffällige Blätter sind ein Hinweis und noch keine Diagnose. Gartenboden soll vor der Neuanlage und anschließend etwa alle 3 bis 5 Jahre durch eine Bodenuntersuchung kontrolliert werden. Eine Humusbestimmung etwa alle 6 bis 10 Jahre hilft, die Stickstoffnachlieferung des Gartenbodens bei der Düngung zu berücksichtigen. Beide Abstände sind für Gartenboden beschrieben.

Das Ergebnis entscheidet über die Düngung. Bei hohen oder sehr hohen Phosphor- und Kaliumgehalten, den Versorgungsstufen D und E, verzichtest du auf entsprechende zusätzliche Gaben und bemisst den erforderlichen Stickstoff getrennt. Auch die jährliche Kompostgabe gleichst du mit der Bodenanalyse und der vorhandenen Versorgung ab. Merkmale, an denen sich ein Mangel an einzelnen Nährstoffen ablesen lässt, stehen hier nicht. Die Maßnahmen im Einzelnen beschreibt der Ratgeber dazu, wie du Überdüngung im Hochbeet vermeidest.

Schädlinge: Gitter und Netze

Der Schutz beginnt im Hochbeet beim Bau. Gegen Wühlmäuse wird ein Bodengitter eingelegt; die Bauanleitungen nennen dafür je nach Ausführung eine Maschenweite von höchstens 12 beziehungsweise 13 mm. Plane das Gitter ein, bevor du das Beet befüllst.

Über der Erde werden Kulturschutznetze eingesetzt, und die Maschenweite richtet sich nach dem Schädling. Kulturschutznetze mit 1,35 mm Maschenweite werden zum Schutz vor Gemüsefliegen, Raupen und Lauchmotten eingesetzt. Für den Schutz vor Blattläusen, Weißen Fliegen und Erdflöhen werden feinere Kulturschutznetze mit 0,8 mm Maschenweite verwendet. Ein Netz liegt rechtzeitig auf und schließt an den Rändern lückenlos ab. Die Kleine Kohlfliege tritt gewöhnlich mit 2 bis 3 Generationen jährlich ab Mitte April auf; Kohlkulturen werden deshalb unmittelbar nach Saat oder Pflanzung mit einem Kulturschutznetz geschützt.

Die Reihenfolge bleibt im Hausgarten dieselbe: vorbeugen, kontrollieren, mechanisch eingreifen. Mittel und Aufwandmengen gehören nicht auf diese Seite.

Ernte: Radieschen, Pflücksalat und Warnhinweise für die Küche

Wann geerntet wird, hängt an der Kultur. Radieschen sind je nach Jahreszeit etwa 3 bis 7 Wochen nach der Aussaat erntereif. Bei üblichen Radieschensorten liegt der günstige Erntebeginn ungefähr bei 3 cm Knollendurchmesser; für großknollige Sondertypen gilt dieser Wert nicht. Bei Pflücksalat erntest du die äußeren Blätter und lässt das Herz stehen, damit weitere Blätter nachwachsen.

Nach der Ernte kommt die Küche. Geerntetes Gemüse, Salat und frische Kräuter wäschst du vor der Zubereitung oder dem Verzehr sorgfältig, am besten unter fließendem Wasser, denn auch pflanzliche Rohkost kann Krankheitserreger tragen.

Achtung

Ungewöhnlich bitter schmeckende Zucchini dürfen wegen möglicher giftiger Cucurbitacine nicht gegessen oder weiterverarbeitet werden. Samen und Hülsen grüner Gartenbohnen dürfen wegen des enthaltenen Phasins nicht roh gegessen werden und müssen ausreichend erhitzt werden; sanftes Dünsten oder Dämpfen genügt nicht.

Was mit dem Erntegut danach geschieht, steht im Ratgeber dazu, wie du die Ernte aus dem Hochbeet lagerst.

Winterschutz: Frosttoleranz und Vlies

Im Herbst stellt sich die Frage, was noch im Beet bleiben darf. Für Endivien und Chinakohl wird eine Frosttoleranz bis etwa −4 °C genannt. Zuckerhut verträgt als Orientierungswert Fröste bis etwa −8 °C. Beides sind Richtwerte und keine Zusage, denn Witterung, Sorte und Pflanzenzustand beeinflussen, was die Pflanzen tatsächlich vertragen. Beschrieben sind die Werte für Herbst- und Wintergemüse im Garten, nicht eigens für das Hochbeet.

Bei angekündigten Frostnächten schützt eine Vliesabdeckung Herbst- und Wintergemüse. Gieße vorher, wenn die Erde trocken ist: Ein feuchter Boden vor dem Auflegen ermöglicht die isolierende Eisbildung an der Vliesunterseite. Was am Beet selbst vor dem Winter zu tun ist, zeigt der Ratgeber dazu, wie du das Hochbeet winterfest machst.

Sorten: welche Typen sich fürs Hochbeet eignen

Für einige Gemüse sind Typen genannt, die ins Hochbeet passen. Busch- und Hängetomaten eignen sich für Hochbeete und werden im Unterschied zu Stabtomaten nicht ausgegeizt. Bei Gurken und Paprika werden für Hochbeete kleinfruchtige Snacktypen empfohlen. Zur klassischen Füllung aus Reisig, Kompost und Gartenerde passen im ersten Jahr starkzehrende Kohlarten und Sellerie, weil die Füllung dann erhöht Stickstoff freisetzt. Für das frühe Jahr kommen Radieschen, Möhren, Rettich und Rucola als Direktsaat infrage, für den Frühsommer Tomaten, Paprika und Zucchini als Pflanzung. Die Auswahl im Einzelnen findest du im Ratgeber dazu, welche Pflanzen sich fürs Hochbeet eignen.

Fruchtfolge und Mischkultur

Bei der Fruchtfolge zählt, welche Pflanzenfamilie zuletzt auf derselben Fläche stand. Bei lange stehenden Hauptkulturen wie Herbstkohl, Sellerie und Petersilie planst du auf derselben Fläche eine Anbaupause von 3 Jahren gegenüber derselben Pflanzenfamilie ein. Strenger ist die Regel für einen Sonderfall: Auf sandigen Böden mit niedrigem pH-Wert und Kohlhernierisiko sollen 5 Jahre lang keine Kreuzblütler aufeinander folgen. Zu den Kreuzblütlern zählen neben Kohl, Radieschen und Rettich auch die Gründüngungspflanzen Senf, Ölrettich und Raps.

Mischkultur nutzt den Platz zwischen den Reihen. Als platzsparende Mischkultur lässt sich zwischen 2 Erbsenreihen 1 Reihe Radieschen anbauen. Nicht jede bekannte Kombination hält, was ihr nachgesagt wird: Möhren und Zwiebeln sind wegen unterschiedlicher Wasser- und Nährstoffansprüche keine uneingeschränkt empfehlenswerte Mischkultur, und ihre gegenseitige Fliegenabwehr ist unzuverlässig. Achte bei jeder Kombination auf genug Abstand, denn zu enger Stand kostet Licht und Luft. Geplante Nachbarschaften prüfst du im Mischkultur-Planer.

Zum Vertiefen: die Hochbeet-Ratgeber

Das war das Fundament – für jedes Thema findest du hier den vertiefenden Ratgeber:

Anzucht & Aussaat

4 Ratgeber

Pflege & Düngen

11 Ratgeber

Ernten & Lagern

1 Ratgeber

Sorten & Auswahl

2 Ratgeber

Überwintern

1 Ratgeber

Krankheiten & Schädlinge

2 Ratgeber

Wissen & Sonstiges

8 Ratgeber

Häufige Fragen

Wie hoch und wie breit sollte ein Hochbeet sein?
Für Hochbeete zum Arbeiten im Stehen werden je nach Bauform und Körpergröße Bauhöhen von etwa 70 bis 100 cm beschrieben. Ist das Beet von beiden Längsseiten zugänglich, sollte es höchstens 2 eigene Armlängen breit sein, damit du die Beetmitte erreichst.
Welche Erde gehört in ein Hochbeet?
Das hängt von der Füllung ab. Bei einer organischen Schichtfüllung kann als oberste Lage eine etwa 25 cm starke Mischung aus Feinkompost und Gartenerde die Pflanzschicht bilden. Eine dauerhafte Erdfüllung ohne Rottekern lässt sich aus unten 40 cm durchlässiger sandiger Erde ohne Humus und oben 40 cm lockerer humoser Gartenerde aufbauen. Füllst du mit Gartenboden, hängt der günstige pH-Bereich von der Bodenart ab, bei fertiger Hochbeeterde aus dem Sack gelten die Angaben des Herstellers.
Wann muss ich ein Hochbeet neu befüllen?
Bei einem Hochbeet mit organischer Schichtfüllung dauert die Verrottung je nach Füllmaterial etwa 5 bis 7 Jahre. Danach kannst du die entstandene Humuserde anderweitig nutzen und das Beet neu befüllen. Eine im Vorjahr neu eingefüllte und krankheitsfreie Hochbeeterde kannst du weiterverwenden, das abgesackte Volumen füllst du auf.
Wie viel Wasser braucht ein Hochbeet im Sommer?
Als Faustregel gelten für Hochbeete mit hoch stehendem Bewuchs bei sommerlichem Hochdruckwetter 3 l/m² täglich. Das ist keine Vorgabe für das ganze Jahr. Bei niedrigem Bewuchs oder kühlerem Wetter prüfst du die Feuchte in der Erde und passt die Menge an.
Wie dünge ich ein Hochbeet?
Das hängt von der Füllung ab. Für ein mit Gartenboden gefülltes Hochbeet werden jährlich 3 l Kompost/m² genannt, zusätzlicher Stickstoff richtet sich nach dem Bedarf des Gemüses. Für das klassische Hochbeet mit Reisig, Kompost und Gartenerde gilt ab dem zweiten Jahr eine Frühjahrsgabe von 100 bis 200 g Horngrieß/m² als allgemeine Empfehlung. Horndünger bringst du im Gemüsegarten nicht später als Ende August aus.
Wann kann ich im Hochbeet säen und pflanzen?
Radieschen, Möhren, Rettich und Rucola können im Hochbeet ab Ende März direkt gesät werden, je nach Witterungsverlauf deiner Region. Tomaten, Paprika und Zucchini werden im Hochbeet ab Mitte Mai nach den letzten Frösten gepflanzt. Bohnen säst du bei einer Bodentemperatur von mehr als 10 °C, im Freiland meist zwischen Mitte Mai und Mitte Juli.

Du solltest ein Gärtchen haben, so klein wie eine Handfläche; du solltest wenigstens ein Beet haben, damit du erkennst, worauf du trittst. Dann würdest du, mein Lieber, sehen, dass nicht einmal die Wolken so vielfältig, so schön und so schrecklich sind wie der Boden unter deinen Füßen.

Karel Čapek, Zahradníkův rok (Das Jahr des Gärtners), Kapitel ‚Půda‘ (Der Boden) (1929) · Übers. samen.de · Beleg
Zuletzt geprüft: Quellen: Fachquellen Hochbeet: LWG Bayern (Bayerische Gartenakademie), BLE/BZL, Landwirtschaftskammern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, Hortipendium, BfR (bittere Zucchini, Bohnen nur gegart, Küchenhygiene)