Hochbeet selber bauen: Aufbau Schritt für Schritt vom Untergrund bis zum Wasserablauf
- Reihenfolge beim Aufbau: Untergrund, Rahmen, Wühlmausgitter, Folie, Wasserablauf und erst dann die Füllung.
- Zum Arbeiten im Stehen passen je nach Bauform und Körpergröße etwa 70 bis 100 cm Höhe.
- Ein von beiden Längsseiten bearbeitetes Beet ist höchstens zwei eigene Armlängen breit.
- Auf Rasen erst die Soden abstechen, bei der bodenverbundenen Bauweise dann 20 bis 25 cm Boden ausheben.
- Das Wühlmausgitter mit höchstens 12 beziehungsweise 13 mm Maschenweite kommt vor dem Füllen ins Beet.
- Holzrahmen innen mit Noppenfolie auskleiden und auf Pflastersteine setzen.
- Ein nach unten abgeschlossenes Beet braucht Abzugslöcher.
Beim HochbeetEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche. legst du mit dem Aufbau Dinge fest, die du später nicht mehr korrigieren kannst. Sobald die Füllung drin ist, kommst du weder an das Wühlmausgitter noch an die Folie hinter der Erde. Ich baue deshalb in einer festen Reihenfolge und kontrolliere jeden Schritt, bevor ich den nächsten beginne.
Die Anleitung beschreibt ein Holz-Hochbeet auf Rasen, das mit dem gewachsenen Boden verbunden bleibt. Ein Hochbeet kann auch nach unten abgeschlossen sein, etwa als Pflanztisch auf der Terrasse; was sich dann ändert, steht bei Schritt 5. Ein erhöhtes Beet erlaubt rückenschonendes Arbeiten ohne ständiges Bücken und Gemüseanbau auch auf weniger ertragreichen Böden, mehr dazu im Ratgeber über die Vorteile eines Hochbeets im Garten.
Aufbau eines Hochbeets: die Reihenfolge
Halte die Reihenfolge ein, denn jeder Schritt verdeckt den vorigen. Vorher legst du Höhe, Breite und Standort fest.
- Untergrund vorbereiten
- Rahmen stellen und ausrichten
- Wühlmausgitter einlegen
- Innenwände mit Noppenfolie auskleiden
- Wasserablauf sichern, dann füllen
Bevor du sägst: Höhe, Breite, Standort und Holz
Zum Arbeiten im Stehen passen je nach Bauform und Körpergröße Höhen von etwa 70 bis 100 cm. Bearbeitest du das Beet von beiden Längsseiten, baust du es höchstens zwei eigene Armlängen breit, damit du die Mitte erreichst. Wie du beide Maße an dich anpasst, erklärt der Hochbeet-Ratgeber im Abschnitt Bauformen: Arbeitshöhe und Breite.
Richte das Beet in Nord-Süd-Richtung aus, damit es die Sonneneinstrahlung günstig ausnutzt. Licht und Pflanzdichte am Standort behandelt der Hochbeet-Ratgeber im Abschnitt Standort.
Für den Rahmen eignen sich schwer verrottbare Hölzer wie Douglasie, Eiche, Lärche und Robinie. Holz verwittert schneller als Rahmen aus Stahl oder Kunststoff, ist im Eigenbau aber die preisgünstigste Variante. Den Vergleich findest du im Ratgeber dazu, welches Material zu deinem Hochbeetrahmen passt.
Was du für den Aufbau brauchst
Für die Holzbauweise in dieser Anleitung legst du dir vorher zurecht:
- Spaten für Soden und Aushub
- Wasserwaage, Säge und Akkuschrauber
- Holz für Pfähle und Wände, je nach Bauweise Fichtenstangen oder Kastenbohlen
- rostfreie Schrauben für die Wände
- Wühlmausgitter für den Boden
- Noppenfolie für die Innenwände
- Pflastersteine als Auflage für den Rahmen
Schritt 1: Wie bereitest du den Untergrund vor?
Steck die Grundfläche ab und stich innerhalb der Markierung die Rasensoden ab. Leg sie zur Seite, denn in einer organischen Füllung können sie später mit der Grasfläche nach unten unter das Laub kommen. Danach hebst du bei dieser bodenverbundenen Bauweise 20 bis 25 cm Boden aus.
Zieh die Sohle glatt und prüf sie mit der Wasserwaage, damit der Rahmen später gerade steht. Unter die Linie, auf der der Holzrahmen aufliegt, setze ich Pflastersteine. Sie verringern den direkten Kontakt des Holzes mit der Feuchtigkeit des Unterbodens.
Schritt 2: Wie baust du einen stabilen Rahmen?
Sobald Erde im Beet liegt, drückt sie die Seitenwände nach außen. Der Rahmen braucht deshalb feste Pfähle und Wände, die sich nicht ausbiegen. Für Holz gibt es zwei Bauweisen mit konkreten Maßen:
| Bauweise | Wand | Halt |
|---|---|---|
| Stangenwand | ungeschälte Fichtenstangen, 10 bis 12 cm stark | zwischen eingerammten Pfählen gestapelt |
| Bohlenwand | Kastenbohlen, 40 mm stark | stärkere Pfähle im Abstand von 1 m gegen Ausbiegen |
Jedes Maß gilt nur für seine Konstruktion und ersetzt keine Statikprüfung. Baust du mit anderen Maßen, anderem Holz oder einem Bausatz, folgst du dessen Bauanleitung und prüfst die Stabilität vor dem Füllen.
Setz zuerst die Eckpfähle und prüf mit der Wasserwaage, ob sie senkrecht stehen. Bei der Bohlenwand verschraubst du die Seitenwände mit rostfreien Schrauben an den Eckpfosten. Ich arbeite mich dabei Reihe für Reihe nach oben und lege nach jeder Reihe die Wasserwaage auf.
Maße von einer Bauweise auf die andere übertragen. Der Pfahlabstand von 1 m gehört zu 40 mm starken Kastenbohlen; für dünnere Bretter gilt er nicht automatisch.
Schritt 3: Wohin kommt das Wühlmausgitter?
Steht das Beet auf gewachsenem Boden, kommt unten ein Gitter gegen Wühlmäuse hinein. Leg es ein, bevor die erste Schaufel Füllung ins Beet fällt, denn danach ist der Boden verdeckt. Ich lege das Gitter flach auf die Sohle, ziehe es an den Wänden hoch und befestige es innen am Rahmen. Wo zwei Bahnen aneinanderstoßen, lasse ich sie überlappen, damit keine Lücke bleibt.
Die Maschenweite des Wühlmausgitters liegt je nach Bauausführung bei höchstens 12 beziehungsweise 13 mm. Ich nehme das engere Maß.
Schritt 4: Welche Folie gehört an die Innenwände?
Kleide die Innenwände eines Holzrahmens mit Noppenfolie aus, damit die feuchte Füllung nicht direkt am Holz liegt. Die Folie kommt nur an die Wände, der Boden bleibt bis auf das Gitter offen. Auf diese Weise hat das Beet weiter Verbindung zum gewachsenen Boden.
Bei einem Metallrahmen schützt die Innenauskleidung vor allem die Wurzeln, weil sich Metall in der Sonne stark aufheizen kann.
Ich lege die Folienbahnen an den Ecken überlappend an und taste vor dem Füllen alle Innenwände ab. Liegt irgendwo Holz frei, setze ich dort ein Stück Folie nach.
Schritt 5: Wie läuft überschüssiges Wasser ab?
Staut sich Wasser im Beet, können Blätter vergilben und Pflanzen kümmern. Das sieht leicht nach NährstoffmangelNährstoffmangel heißt, dass eine Pflanze von einem oder mehreren Nährstoffen zu wenig bekommt oder aufnehmen kann. Sie bleibt dann im Wachstum zurück und zeigt Verfärbungen, etwa hellgrünes oder vergilbendes Laub. aus, beweist aber keinen.
Bei der bodenverbundenen Bauweise kann Wasser durch den offenen Boden in den gewachsenen Untergrund abziehen. Auch die unterste Füllschicht ist locker oder durchlässig: In einer Rottefüllung sind das grobe Äste und Zweige zur Belüftung, in einer dauerhaften Erdfüllung durchlässige sandige Erde ohne HumusHumus ist die tote organische Substanz im Boden. Er entsteht, wenn Bodenlebewesen abgestorbene Pflanzenteile, tote Tiere und Pilze zersetzen; der Humusgehalt gibt an, wie viel davon ein Boden enthält..
Ist das Beet nach unten abgeschlossen, braucht es wie jedes geschlossene Pflanzgefäß Abzugslöcher. Auf dem Balkon stellst du einen passenden Untersetzer darunter, damit kein Wasser auf den Balkon darunter tropft. Was auf Balkon und Dach sonst gilt, beschreibt der Ratgeber zum Gärtnern mit Hochbeeten in der Stadt.
Bevor du ein Hochbeet auf Balkon oder Dach stellst, klärst du, wie viel Last Balkon oder Dach höchstens tragen dürfen.
Vor dem Füllen gehe ich alles noch einmal durch. Die Pfähle stehen senkrecht, und die Wände sitzen fest. Das Gitter liegt lückenlos und ist am Rahmen befestigt. Die Folie deckt alle Holzflächen innen ab. Der Boden ist offen oder hat Abzugslöcher.
Füllen, pflanzen, pflegen: wie es nach dem Bau weitergeht
Weil der klassische Schichtaufbau etwa 0,8 bis 1 m Füllhöhe braucht, entscheidest du dich mit einem flachen Rahmen schon beim Bau für reines SubstratSubstrat ist der Fachbegriff für Erde oder Erdmischungen, in die du aussäst, pflanzt oder umtopfst, etwa Aussaaterde, Topferde oder Kübelpflanzenerde. Es wird aus organischen und mineralischen Bestandteilen gemischt.. Im Ratgeber zur Füllung liest du, welche Lage in welcher Stärke ins Hochbeet gehört.
Ein Hochbeet lässt sich mit Gartenerde füllen, gekaufte Blumenerde geht ebenso. Füllst du mit Gartenboden, hängt der günstige pH-Bereich von der BodenartDie Bodenart beschreibt, wie grob oder fein die Körner eines Bodens sind, und bestimmt mit, wie gut er Wasser und Nährstoffe hält. Man unterscheidet Sand, Schluff und Ton, Lehm ist eine Mischung aus allen dreien. ab; die Werte stehen im Hochbeet-Ratgeber unter Boden. Im Ratgeber dazu, aus welchen Bestandteilen du Hochbeeterde selbst mischst, steht auch, wann sich fertige Erde lohnt.
Je nach Witterung können Radieschen, Möhren, Rettich und Rucola ab Ende März direkt ins Hochbeet. Tomaten, Paprika und Zucchini pflanzt du ab Mitte Mai nach den letzten Frösten. Der Ratgeber zur Anbauplanung zeigt, was du wann ins Hochbeet säst und pflanzt, deine eigene Belegung kannst du im Beetplaner skizzieren.
Im ersten Jahr setzt eine klassische Füllung aus Reisig, Kompost und Gartenerde erhöht StickstoffStickstoff (N) ist ein Hauptnährstoff der Pflanzen und vor allem für das Wachstum von Trieben und Blättern nötig. Er ist Baustein von Eiweiß und steckt im Erbgut und im Blattgrün (Chlorophyll). frei, dazu passen starkzehrende Kohlarten und Sellerie. Wie du ab dem zweiten Jahr düngst, steht im Hochbeet-Ratgeber unter Düngen.
Gemulcht wird in der Regel erst, wenn die Pflanzen etwa 10 cm groß sind; Saatrillen und Jungpflanzen bleiben frei. Sackt die organische Füllung ab, füllst du die fehlende Höhe mit Kompost, Erde und Rohkompost auf. Was im Jahreslauf sonst ansteht, sammelt der Ratgeber zur Pflege des Hochbeets nach Jahreszeiten.
Wie du ein Gemüse-Hochbeet von der Planung bis zur ersten Ernte anlegst, zeigt ein eigener Ratgeber. Für wenig Platz gibt es Ideen wie Eckbeet, Sitzbank oder Hochbeet auf Rollen für kleine Gärten.

