Universalerde im Hochbeet: richtig mischen, füllen und nachdüngen
- Flache oder kleine Hochbeete kannst du ganz mit Universalerde aus dem Sack füllen.
- Ein klassischer organischer Schichtaufbau setzt typischerweise etwa 0,8 bis 1 m Füllhöhe voraus.
- Eine torffreie Selbstmischung nimmt je ein Drittel reifen Kompost, Garten- oder Kokosfaser und unkraut- sowie krankheitsfreie Gartenerde.
- Enthält deine Erde schon Kompost oder Rindenhumus, bringt weiterer Kompost zusätzlich Phosphor und Kali, deckt aber den Stickstoff nicht allein.
- Du düngst nach dem Zustand deiner Pflanzen nach, nicht nach einem festen Wochentakt.
- Für den pH-Wert von Sackerde gelten die Angaben des Herstellers, die Spannen für Gartenboden sind dafür kein Sollwert.
- Torffreie Erde kann oben trocken und unten nass sein, deshalb prüfst du die Feuchte vor dem Gießen mit der Hand.
Ein paar Säcke Universalerde, und dein Hochbeet ist voll. Ob deine Pflanzen darin die Saison über versorgt bleiben, entscheidet sich an diesen Stellen: was im Sack steckt, womit du mischst, wie du füllst und wann du nachdüngst. In torffreier Bioerde mit organischer Düngung kann Stickstoff schon zu Kulturbeginn knapp werden. Ich lese deshalb vor dem Einfüllen die Inhaltsangabe auf dem Sack und plane Mischung, Füllung und Düngung in einem Zug.
Was steckt in Universalerde?
Ein Hochbeet kannst du auch mit Gartenerde oder gekaufter Blumenerde füllen. Universalerde aus dem Sack ist so eine gekaufte Erde, und ihre Zusammensetzung unterscheidet sich von Produkt zu Produkt. Torffreie Erden können aus mehreren organischen Ersatzstoffen gemischt sein. Geeignet sind dafür Holzfasern, Rindenhumus, Substratkompost sowie KokosfasernKokosfasern sind die Fasern aus der Umhüllung der Kokosnuss, die bei deren Verarbeitung anfallen. Als torffreier Bestandteil von Blumen- und Pflanzerden sorgen sie für viel Luft im Substrat, halten aber weniger Wasser als Torf. oder KokosmarkKokosmark sind die feinen Bestandteile zwischen den Fasern der Kokosnusshülle. Der Reststoff aus der Kokosverarbeitung wird als Torfersatz in torffreien Erden verwendet, weil er ähnlich viel Wasser hält und ähnlich luftig ist wie Torf..
Diese Bausteine bringen eigene Werte mit. Rindenhumus und gütegesicherter Kompost können hohe pH-Werte und hohe Gehalte an Phosphor, Kali und Salz in eine Mischung tragen. Welche Nährstoffe davon bei den Wurzeln ankommen, hängt unter anderem vom Bodenleben, vom pH-Wert, vom Humusgehalt und von der Witterung ab. Humus unterstützt die Wasserspeicherung und das Bodenleben, und regelmäßige Kompostgaben helfen, ihn zu erhalten.
Zu den Hauptnährstoffen zählen Stickstoff, Phosphor, Kalium, SchwefelSchwefel ist einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe. Pflanzen brauchen ihn vor allem für den Eiweißaufbau und nehmen ihn überwiegend als Sulfat aus dem Boden auf, zum Teil auch aus der Luft., Magnesium und Calcium. Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor und MolybdänMolybdän (Mo) ist ein Pflanzennährstoff, der für die Stickstoffernährung wichtig ist. Es ist aktiver Bestandteil zweier Enzyme: der Nitratreduktase in der Pflanze und der Nitrogenase in den Knöllchenbakterien. braucht die Pflanze nur in kleinen Mengen, sie heißen SpurennährstoffeSpurennährstoffe sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in geringen Mengen aufnehmen, auf die sie aber trotzdem angewiesen sind. Dazu zählen etwa Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor und Molybdän.. Magnesium und Calcium gehören damit zu den Hauptnährstoffen, nicht zu den Spurennährstoffen.
Ich schaue auf dem Sack zuerst nach, ob Kompost oder Rindenhumus aufgeführt ist. Davon hängt ab, was ich später noch untermische.
Worauf du beim Kauf und beim Lagern achtest
Beim Kauf zählt zuerst die Inhaltsangabe. Bei torffreien Gefäßsubstraten gelten transparente Inhaltsstoffe als Qualitätskriterium, dazu mindestens drei verschiedene Torfersatzstoffe. Ich lese diese Liste auch beim Sack für das Hochbeet, bevor ich ihn mitnehme.
Torffreie Erde kaufst du möglichst für die anstehende Pflanzzeit. Musst du sie zwischenlagern, stellst du die Säcke kühl und dunkel. Bei längerer Lagerung können sich Pilze bilden, und aus den organischen Bestandteilen werden Nährstoffe frei. Der Salzgehalt der Erde kann dadurch steigen.
Diese Punkte prüfe ich vor dem Kauf.
- Die Inhaltsstoffe sind vollständig angegeben.
- Torffreie Erde enthält mehrere Torfersatzstoffe.
- Kompost oder Rindenhumus sind vermerkt, damit du deine Mischung danach ausrichtest.
- Der Kauf passt zur anstehenden Pflanzzeit.
- Für die Zwischenlagerung steht ein kühler, dunkler Platz bereit.
Womit du Universalerde mischst: Kompost, Sand, Kokosfaser
Ein festes Rezept für Universalerde mit Zusätzen gibt es nicht, weil jede Erde anders zusammengesetzt ist. Orientierung geben dir zwei beschriebene Mischbeispiele.
| Mischbeispiel | Bestandteile | Einsatz |
|---|---|---|
| Torffreie Selbstmischung | je ein Drittel reifer, gesiebter Kompost, Garten- oder Kokosfaser und unkraut- sowie krankheitsfreie Gartenerde | Füllerde ohne Torf |
| Deckschicht für Schwachzehrer | Feinkompost, Gartenerde und Sand im Verhältnis 1:1:2 | Abschlussschicht eines Hochbeets, das von Beginn an vorwiegend mit Schwachzehrern bepflanzt wird |
Kompost verbessert bei sandigen Böden die Wasserspeicherung und bei schweren Böden die KrümelstrukturKrümelstruktur bedeutet: Die Bodenteilchen halten zu lockeren, mit bloßem Auge sichtbaren Krümeln zusammen, zwischen denen viele Hohlräume bleiben. Der Boden baut sie selbst auf, getragen von aktivem Bodenleben, gutem Humus und ausreichend Ton und Kalk.. Sand macht schwere Gartenböden zusammen mit organischem Material durchlässiger. Thymian zum Beispiel bevorzugt einen sonnigen, trockenen Platz mit durchlässigem Boden. In der Drittelmischung kann Kokosfaser die Gartenfaser ersetzen, denn Kokosfasern und Kokosmark eignen sich als Torfersatz.
Steht Kompost oder Rindenhumus schon auf dem Sack, trägst du mit zusätzlichem Kompost weiteren Phosphor und weiteres Kali ein. Den Stickstoff, den Gemüse braucht, deckt Kompost dagegen nicht allein. Mehr Kompost heißt also nicht automatisch bessere Versorgung.
Ich mische Erde und Zusätze auf einer Plane neben dem Beet und fülle erst ein, wenn alles gleichmäßig verteilt ist. Vorher notiere ich, was die Inhaltsangabe schon nennt, damit ich nichts doppelt zugebe.
Wie hoch du das Hochbeet mit Universalerde füllst
Wie viel Universalerde du brauchst, hängt an der Art der Füllung. Flache oder kleine Hochbeete kannst du ganz mit Erde aus dem Sack füllen, einen organischen Schichtaufbau brauchen sie nicht. Für höhere Beete gibt es Aufbauten mit eigenen Maßen.
| Füllung | Maß | Hinweis |
|---|---|---|
| Reine Füllung mit Erde aus dem Sack | keine feste Höhe | für flache oder kleine Hochbeete, ohne Rottewärme |
| Klassischer organischer Schichtaufbau | etwa 0,8 bis 1 m Füllhöhe | Rottewärme und nachgelieferte Nährstoffe möglich |
| Pflanzschicht einer organischen Füllung | etwa 25 cm krümeliger Feinkompost mit Gartenerde | oberste Lage in einem beschriebenen Füllbeispiel |
| Dauerhafte Erdfüllung ohne Rottekern | unten 40 cm durchlässige sandige Erde ohne Humus, oben 40 cm lockere humose Gartenerde | Alternative ohne organische Schichten |
Jedes Maß gilt für seine Bauweise, und die Werte lassen sich nicht von einem Aufbau auf den anderen übertragen. Eine eigene Mindesthöhe nur für Universalerde ergibt sich daraus nicht. Wie du die Lagen unter der Pflanzschicht anlegst, zeigt der Hochbeet-Ratgeber im Abschnitt zum Schichtaufbau deines Hochbeets.
Eine organische Füllung kann Rottewärme und nachgelieferte Nährstoffe bieten, eine reine Substratfüllung nicht. Im ersten Jahr setzt die klassische Füllung aus Reisig, Kompost und Gartenerde erhöht Stickstoff frei, dazu passen starkzehrende Kohlarten und Sellerie. Füllst du nur mit Universalerde, fehlt dieser Schub, und deine Starkzehrer hängen stärker an deiner Nachdüngung.
Eine organische Füllung sackt mit der Zeit ab, die fehlende Höhe füllst du mit Kompost, Erde und Rohkompost auf. Je nach Material ist sie nach etwa 5 bis 7 Jahren verrottet. Dann nutzt du die entstandene Humuserde anderweitig und befüllst das Beet neu.
Wann und womit du Universalerde nachdüngst
Einen festen Wochentermin zum Nachdüngen gibt es nicht. In torffreien Bioerden mit organischer Düngung kann Stickstoff zu Kulturbeginn oder zum Kulturende hin knapp werden. Du richtest die Nachdüngung deshalb nach dem Zustand deiner Pflanzen.
Woran du den Bedarf erkennst
Hellgrüne Blätter können bei stark zehrenden Gemüsearten auf Stickstoffmangel hinweisen. Fehlen bewegliche Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor, Kalium oder Magnesium, zeigt sich das zuerst an den älteren Blättern. Ich prüfe vor jeder Gabe die Feuchte in der Tiefe und schaue mir danach die älteren Blätter an.
Gelbe Blätter heißen nicht automatisch, dass Dünger fehlt. Vergilbungen und Kümmerwuchs können auch durch Trockenstress, Staunässe, Wurzelschäden oder Verdichtungen entstehen. Prüf diese Ursachen, bevor du nachdüngst.
Womit du nachdüngst
Als Grundversorgung unterstützen jährlich 3 l Kompost je m² die Versorgung mit Phosphor, Kalium, Magnesium und Humus. Den Stickstoffbedarf deckt das nicht automatisch, er hängt an der Kultur. Organische Düngeroptionen für den Hausgarten sind neben Kompost auch Hornspäne, Rapskuchen und Vinasse.
Hornmehl ist nach etwa 6 Wochen vollständig umgesetzt. Gröbere Hornspäne brauchen dafür mehrere Monate. Einen Stickstoffengpass zu Kulturbeginn gleichen grobe Hornspäne deshalb nur langsam aus. HorndüngerHorndünger ist der Oberbegriff für organische Dünger aus gemahlenen Hörnern und Hufen von Rindern, etwa Hornmehl und Hornspäne. Sie liefern vor allem Stickstoff und geben ihn je nach Körnung schneller oder langsamer ab. bringst du im Gemüsegarten auch bei Herbstkulturen nicht später als Ende August aus.
Für das klassische Hochbeet mit Reisig, Kompost und Gartenerde gilt ab dem zweiten Jahr eine Frühjahrsgabe von 100 bis 200 g Horngrieß/m² als allgemeine Empfehlung. Das ist keine pauschale Extragabe für Erde, die schon ausreichend gedüngt ist. Auf eine reine Füllung mit Universalerde überträgst du diesen Wert nicht.
Flüssigdünger gibst du in geringer Konzentration auf vorher angefeuchteten Boden, ohne die Blätter zu benetzen. Bei Pflanzen mit schneller Anfangsentwicklung kann ein DepotdüngerDepotdünger ist ein mineralischer Dünger, dessen Nährstoffe von einer Hüllschicht ummantelt sind. Durch diese Hülle werden sie nicht auf einmal, sondern langsam nach und nach freigesetzt. zu langsam freisetzen, dann ist rechtzeitig flüssig nachzudüngen. Mist kompostierst du, bevor er ins Gemüsebeet kommt, damit unerwünschte Samen, Krankheitserreger und Tierarzneimittelrückstände abnehmen. Geerntetes Gemüse wäschst du vor dem Essen sorgfältig, am besten unter fließendem Wasser.
Überdüngung vermeiden
Auch organische Dünger können in Kultursubstraten Salz anreichern, wenn sie zu schnell mineralisieren. Junge Pflanzen sind besonders gefährdet, vor allem bei zu starker Düngung zur Pflanzung. Ich wiege Dünger ab und teile die Menge in Teilgaben auf; mehr zu Überdüngung und Mangel findest du im Hochbeet-Ratgeber.
Was rund um die Erde im Gartenjahr dazukommt
Torffreie Erde kann oben trocken wirken, während es darunter noch nass ist. Ich prüfe die Feuchte deshalb mit der Hand in der Tiefe, bevor ich gieße. Wie viel Wasser dein Beet braucht, hängt an Pflanzenart, Sorte, Witterung, Substrat, Sonne und Wind; das Gießen im Einzelnen behandelt der Ratgeber zum Hochbeet.
Mulch kommt erst auf die Erde, wenn die Pflanzen etwa 10 cm groß sind, und Saatrillen sowie Jungpflanzen bleiben frei. Als allgemeiner Richtwert für Gemüsebeete gilt eine etwa 2 bis 3 cm starke Schicht. Feinen Rasenschnitt bringst du nur dünn und angetrocknet aus, weitere Pflegeschritte stehen ebenfalls im Hochbeet-Ratgeber.
Für den pH-Wert von Universalerde hältst du dich an die Angaben auf dem Sack, denn die pH-Spannen für sandigen, lehmigen oder tonigen Gartenboden sind kein Sollwert für Sackerde. Messwerte aus organisch gedüngten, torfreduzierten Substraten lassen sich nur mit passenden Verfahren und Bezugswerten verlässlich deuten. Wie du Gartenboden beprobst, erklärt der Hochbeet-Ratgeber im Abschnitt zum Boden.
Im Vorjahr neu eingefüllte und krankheitsfreie Hochbeeterde kannst du weiterverwenden. Das abgesackte Volumen füllst du dabei auf.
Bevor die Pflanzen in die Erde kommen, kannst du deine Beetbelegung planen und prüfen, welche Nachbarn sich vertragen. Möhren und Zwiebeln etwa sind wegen unterschiedlicher Wasser- und Nährstoffansprüche nicht uneingeschränkt zu empfehlen, und ihre gegenseitige Fliegenabwehr ist unzuverlässig.
Lies die Inhaltsangabe deines Sacks und notiere, ob Kompost oder Rindenhumus drin ist. Entscheide dann, ob dein Beet eine reine Erdfüllung oder einen Schichtaufbau bekommt. Prüf im Lauf der Saison zuerst Feuchte und ältere Blätter, bevor du nachdüngst.

