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Futterkohl-Aussaat: der passende Termin im Frühjahr und im Juli

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Als Hauptfrucht säst du Markstammkohl im April und Mai, Saatgut für Grünfutter kannst du ab März vorziehen.
  • Als Sommerzwischenfrucht ist eine frühe Julisaat vorgesehen, die letzten Termine liegen je nach Empfehlung zwischen Mitte und Ende Juli.
  • Die Saat keimt bei 10 bis 20 °C, deshalb misst du die Bodentemperatur in Saattiefe, bevor du säst.
  • Die Kleine Kohlfliege legt etwa ab Mitte April Eier, deshalb kommt das Kulturschutznetz direkt nach der Saat aufs Beet.
  • Plane mindestens 5 Jahre Anbaupause zu anderen Kreuzblütlern ein, auch zu Radieschen, Rettich und Senf.

Bei Futterkohl entscheidest du zwischen Frühjahr und Sommer, und beide Termine haben einen Haken. Im Frühjahr läuft die Saat in die Zeit hinein, in der die Kleine Kohlfliege ihre Eier ablegt. Im Sommer schließt sich das Fenster schon im Juli. Ich lege meinen Termin deshalb nicht nach dem Kalender allein fest, sondern nach Bodenwärme, Bodenfeuchte, Beetbelegung und Sorte.

Kurz erklärt

Als Hauptfrucht belegt Futterkohl das Beet von der Frühjahrssaat bis zur Ernte. Als Zwischenfrucht folgt er im Sommer auf eine Kultur, die schon abgeerntet ist. Die Termine hier beziehen sich auf Markstammkohl, eine Futterkohl-Form mit verdicktem Trieb und hoher Blattmasse. Furchenkohl für den Wildacker findest du bei den Sorten.

Wann ist Saatzeit für Futterkohl? Die Fenster im Überblick

Welche Monate für dich gelten, hängt davon ab, wie du den Kohl anbaust. Die Fenster überlappen sich:

Anbau Saattermin
Hauptfrucht April und Mai
Grünfutter-Saatgut vorziehen März bis Mai
Grünfutter-Saatgut direkt ins Beet Mai bis Juli
Sommerzwischenfrucht frühe Julisaat, letzte Termine je nach Empfehlung Mitte bis Ende Juli
Furchenkohl für den Wildacker Mai bis Juli

Innerhalb dieser Fenster entscheidet bei mir das Thermometer über den ersten Saattag. Ob ich im Frühjahr oder im Juli säe, entscheidet das Beet.

Ab welcher Bodenwärme du Futterkohl säen kannst

Markstammkohlsaat keimt bei 10 bis 20 °C. In diesem Bereich dauert es 8 bis 12 Tage, bis sie keimt. Eine Herstellerempfehlung nennt mit 15 bis 18 °C einen engeren Bereich.

Ich messe morgens in Saattiefe, beim Gartensaatgut also 0,5 bis 1 cm unter der Oberfläche. Das Thermometer stecke ich an mehreren Stellen ein, weil sonnige und schattige Ecken eines Beets unterschiedlich warm sein können. Erst wenn alle Messpunkte im Keimbereich liegen, säe ich.

Die Tageslänge übersetze ich nicht in einen Saattermin. Ich plane mit dem, was ich messen oder abzählen kann: Bodenwärme, Bodenfeuchte und die Zeit bis zur Ernte.

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Wie feucht der Boden zur Saat sein sollte

Markstammkohl ist eine feinsamige Kultur. Die Saat braucht ein feinkrümeliges Saatbett mit gutem Bodenschluss, damit sie beim Auflaufen an Wasser kommt. Vor der Saat greife ich deshalb in die obere Krume. Klebt sie zu Klumpen zusammen, warte ich ab; zerfällt sie krümelig und fühlt sich frisch an, säe ich.

Ein nasser Boden bringt noch ein zweites Risiko mit: Feuchte, staunasse und saure Böden begünstigen die Kohlhernie, eine Krankheit der Kohlpflanzen. Nach der Saat gieße ich früh morgens und bodennah. Wie viel Wasser der Kohl in welcher Phase braucht, erklärt der Ratgeber, wie du Futterkohl je nach Wachstumsphase bewässerst.

Mini-Checkliste

Vor jeder Futterkohl-Saat prüfe ich vier Dinge. Der Boden hat in Saattiefe 10 bis 20 °C. Die Krume zerfällt krümelig und ist weder nass noch schmierig. Auf dem Beet stand seit mindestens 5 Jahren kein anderer Kreuzblütler. Das Kulturschutznetz mit weniger als 1 mm Maschenweite liegt bereit.

Frühjahrsaussaat: Futterkohl als Hauptfrucht

Als Hauptfrucht säst du Markstammkohl im April und Mai. Saatgut, das als Grünfutterpflanze angeboten wird, kannst du schon ab März vorziehen und die kräftigen Jungpflanzen später auspflanzen.

Die Kleine Kohlfliege legt etwa ab Mitte April Eier, deine Frühjahrssaat läuft also in diese Zeit hinein. Ich lege deshalb noch am Saattag ein Kulturschutznetz mit weniger als 1 mm Maschenweite auf und schließe die Ränder dicht. Das Netz kann auch Nützlinge aussperren; wie du sonst vorbeugst, beschreibt der Futterpflanzen-Ratgeber im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.

Sommeraussaat: Futterkohl als Zwischenfrucht im Juli

Für Markstammkohl als Sommerzwischenfrucht ist eine frühe Julisaat vorgesehen. Die letzten empfohlenen Saattermine reichen je nach Anbauempfehlung von Mitte bis Ende Juli.

Als Zweitfrucht angebauter Markstammkohl wird ab Mitte Oktober geerntet, als Frischfutter oder für Silage. Weil er sich anfangs langsam entwickelt, lege ich die Sommersaat an den Anfang des Julifensters, damit ihm bis zur Ernte möglichst viel Zeit bleibt.

Als Vorfrüchte auf abgeernteten Gartenbeeten eignen sich Erbsen, Bohnen und Salat. So trägt ein Beet im selben Jahr zwei Kulturen. Was Futterkohl als Zwischenfrucht darüber hinaus leistet, zeigt der Ratgeber zu Futterkohl als Zwischenfrucht im Garten.

Häufiger Fehler

Den Juli-Kohl auf das Beet säen, auf dem im Frühjahr Radieschen oder Rettich standen. Beide gehören wie Senf, Raps und Kresse zu den Kreuzblütlern und zählen in der Fruchtfolge mit. Für Futterkohl als Zwischenfrucht wird eine Anbaupause von mindestens 5 Jahren zu anderen Kreuzblütlern angegeben.

Wo in den letzten Jahren Kreuzblütler standen, trage ich im Beetplaner für die Fruchtfolge ein.

Gibt es regionale Unterschiede bei der Aussaat?

Wann dein Boden die Keimtemperatur erreicht, zeigt dir das Thermometer, nicht die Landkarte. Wird der Boden in deinem Garten spät warm, rückt der erste Saattag im Frühjahr einfach nach hinten.

Für die Sommersaat gilt: Kennst du den passenden Schlusstermin für deine Lage nicht, plane mit der frühen Julisaat. Dann bleibt dir Spielraum bis zum spätesten der empfohlenen Schlusstermine.

Ich trage jedes Jahr meine Saattage und die gemessene Bodentemperatur in den Aussaatkalender für Futterpflanzen zum Ausdrucken ein. So kann ich die Jahre in meinem Garten miteinander vergleichen.

Welche Sorte zu welchem Termin passt

Für den Sommerzwischenfruchtanbau werden Futterkohlsorten auch nach ihrer Frostempfindlichkeit eingestuft. Camaro gilt dort als ertragsstark bei mittlerer Frostempfindlichkeit. Furchenkohl ist wenig frostempfindlich, bringt aber nur einen sehr geringen Ertrag. Bei der Julisaat wählst du also zwischen Futtermenge und Frostfestigkeit.

Furchenkohl für den Wildacker säst du von Mai bis Juli. Dort wächst er mindestens zweijährig und steht also über den ersten Winter hinaus auf der Fläche.

Für voll ausgewachsenen Markstammkohl wird eine Kältetoleranz von −12 °C angegeben. Bei an Kälte gewöhntem Futterkohl auf dem Wildacker reichen die Angaben bis −15 °C. Auf frisch aufgelaufene Saat übertrage ich keinen dieser Werte; mehr zur Winterhärte steht im Futterpflanzen-Ratgeber unter Standort, Boden und Winterhärte.

Beim Markstammkohl gibt es blattarme und blattreiche Typen, und niedrig wachsende Sorten haben höhere Trockenmassegehalte als stängelige. Was das für den Futterwert heißt, steht im Futterpflanzen-Ratgeber unter Futterwert und Rübentypen. Wie Sorte, Standort und Frosthärte die Qualität prägen, vertieft der Ratgeber dazu, woran du hochwertigen Futterkohl erkennst.

Frühjahr oder Juli: was dich welcher Termin kostet

Die Tabelle stellt Aufwand und Nutzen der beiden Termine nebeneinander.

Frühjahr als Hauptfrucht Juli als Zwischenfrucht
Saattermin April und Mai, Vorziehen ab März frühe Julisaat, letzte Termine Mitte bis Ende Juli
Beet vom Frühjahr bis zur Ernte belegt bis Juli frei für eine Vorfrucht wie Erbsen, Bohnen oder Salat
Schutz Netz direkt nach der Saat, die Kleine Kohlfliege legt etwa ab Mitte April Eier Netz direkt nach der Saat
Jugendphase langsamer Start, Unkraut regulieren langsamer Start, Unkraut regulieren
Ernte bei 12 bis 15 % Trockensubstanz als Zweitfrucht ab Mitte Oktober, bei 12 bis 15 % Trockensubstanz

Vorziehen kostet dich Anzucht und Auspflanzen, dafür startest du früher als mit der Direktsaat ab Mai. Den Ausschlag gibt bei mir das Beet. Ist es ab dem Frühjahr frei, säe ich Futterkohl im April oder Mai als Hauptfrucht. Trägt es bis zum Sommer Erbsen, Bohnen oder Salat, folgt der Kohl im frühen Juli als Zwischenfrucht.

Was nach dem Saattermin kommt

Aussaat. Wie du Saatreihen ziehst, Abstände setzt und Jungpflanzen vereinzelst oder auspflanzt, zeigt die Anleitung, wie du Futterkohl Schritt für Schritt anbaust.

Boden und Düngung. Auf dem Wildacker toleriert Futterkohl auf durchlässigen Böden einen pH-Wert von 4,5 bis 8, ein Optimum ist das nicht. Im Feldanbau wird die Stickstoffdüngung von Markstammkohl geteilt: eine Gabe vor der Saat, eine weitere bei etwa 30 cm Pflanzenhöhe. Standort, Boden und Nährstoffe vertieft der Futterpflanzen-Ratgeber in den Abschnitten Standort, Boden und Winterhärte sowie Gießen und Düngen.

Pflege. Markstammkohl wächst anfangs langsam und braucht in dieser Phase eine wirksame Unkrautregulierung. Hacken und Vereinzeln beschreibt der Futterpflanzen-Ratgeber im Abschnitt Pflege.

Ernte und Nutzung. Geerntet wird Markstammkohl bei 12 bis 15 % Trockensubstanz, als Frischfutter oder für Silage. Schnitt und Lagerung beschreibt der Futterpflanzen-Ratgeber unter Ernte und Verwertung sowie Lagern und Futterhygiene, und für welche Nutztiere sich Futterkohl eignet, klärt ein eigener Ratgeber. Verfütterst du im Herbst an Wiederkäuer, denk daran: Nitratreiches Herbstfutter kann besonders für sie ein Vergiftungsrisiko sein, und eine pauschal sichere Menge gibt es nicht.

Passt dazu

Ziehst du neben dem Kohl auch Futterrüben, beginnt deren Saat früher im Jahr: Runkelrüben säst du von März bis Mai. Wie das auf kleiner Fläche klappt, zeigt der Ratgeber, wie du Futterrüben im Kleingarten ziehst.

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Häufige Fragen

Wann säst du Futterkohl in Deutschland am besten?
Als Hauptfrucht säst du Markstammkohl im April und Mai, Saatgut für Grünfutter kannst du schon ab März vorziehen. Als Sommerzwischenfrucht ist eine frühe Julisaat vorgesehen, die letzten empfohlenen Termine liegen je nach Anbauempfehlung zwischen Mitte und Ende Juli. Den genauen Tag bestimmt die Bodenwärme: Gesät wird, wenn der Boden die Keimtemperatur von 10 bis 20 °C erreicht hat.
Bei welcher Temperatur keimt Futterkohl?
Markstammkohl keimt bei 10 bis 20 °C, eine Herstellerempfehlung nennt den engeren Bereich von 15 bis 18 °C. In diesem Bereich dauert die Keimung 8 bis 12 Tage. Miss die Temperatur morgens in Saattiefe, beim Gartensaatgut also 0,5 bis 1 cm unter der Oberfläche, und säe erst, wenn der Boden im Keimbereich liegt.
Was unterscheidet Direktsaat und Vorkultur bei Futterkohl?
Ein Unterschied ist der Termin: Markstammkohl, der als Grünfutterpflanze angeboten wird, kannst du von März bis Mai vorziehen oder von Mai bis Juli direkt ins Beet säen. Die Vorkultur verschafft dir den früheren Start, kostet aber Anzucht und Auspflanzen. Kräftige Jungpflanzen setzt du beim Gartensaatgut mit 30 cm Abstand in der Reihe und 50 cm Reihenabstand.
Was ist der Unterschied zwischen Futterkohl als Zwischenfrucht und als Hauptkultur?
Als Hauptkultur säst du Markstammkohl im April und Mai, und er belegt das Beet bis zur Ernte. Als Zwischenfrucht folgt er im frühen Juli auf eine abgeerntete Kultur wie Erbsen, Bohnen oder Salat. Geerntet wird er als Zweitfrucht ab Mitte Oktober, als Frischfutter oder für Silage.
Wie beeinflusst die Fruchtfolge den Anbau von Futterkohl?
Für Futterkohl wird eine Anbaupause von mindestens 5 Jahren zu anderen Kreuzblütlern angegeben. Dazu zählen neben anderen Kohlarten auch Senf, Raps, Kresse, Rettich und Radieschen. Als Vorfrüchte auf abgeernteten Gartenbeeten eignen sich Erbsen, Bohnen und Salat, und für Getreide und Hülsenfrüchte gilt Markstammkohl als gute Vorfrucht.
Welche praktischen Schritte schützen frisch gesäten Futterkohl vor Schädlingen?
Leg direkt nach der Saat ein Kulturschutznetz mit weniger als 1 mm Maschenweite auf und schließ die Ränder dicht, weil die Kleine Kohlfliege etwa ab Mitte April Eier legt. Das Netz kann allerdings auch Nützlinge aussperren. Dazu kommen eine Fruchtfolge ohne andere Kreuzblütler auf dem Beet und ein regelmäßiger Blick auf die Pflanzen: Welkender Kohl kann auch auf Wurzelfraß der Kohlfliege hindeuten.
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