Futterkohl anbauen: Was Markstammkohl als Zwischenfrucht leistet
- Markstammkohl bildet viel Blattmasse, entwickelt sich anfangs aber langsam: In der Jugendphase regulierst du das Unkraut selbst.
- Als Sommerzwischenfrucht säst du früh im Juli, Gartensaatgut kommt 0,5 bis 1 cm tief.
- Frosthärte hängt am Zusammenhang: Voll ausgewachsener Markstammkohl verträgt bis −12 °C.
- Als Zweitfrucht wird Markstammkohl ab Mitte Oktober geerntet und frisch oder als Silage verwertet.
- In Mischungen kein zweiter Kreuzblütler: Senf, Raps und Rettich zählen bei der Anbaupause des Kohls mit.
Im Juli räume ich die Erbsen ab, und ohne FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. läge das Beet bis zum Frühjahr offen. In diese Lücke säe ich Markstammkohl. Er bildet einen verdickten Trieb und viel Blattmasse, beschattet den Boden und liefert als Zweitfrucht ab Mitte Oktober Futter. Ein Schnellstarter ist er allerdings nicht, und bei der Frosthärte gehört zu jeder Zahl ein Zusammenhang.
Futterkohl ist ein Kreuzblütler, den du als Futterpflanze und ZwischenfruchtEine Zwischenfrucht ist eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten auf derselben Fläche wächst, oft von der Ernte im Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr. Sie wird als Gründüngung zur Bodenverbesserung oder, in der Landwirtschaft, als Futter angebaut. anbaust. Unter dem Namen laufen mehrere Formen, darunter Markstammkohl und Furchenkohl; Markstammkohl stammt aus dem Mittelmeerraum. Wie sich Futterkohl von Rüben, Zichorie und Grünland unterscheidet, zeigt der Futterpflanzen-Ratgeber im Überblick über alle Futterpflanzen.
Markstammkohl anbauen: die Eckdaten
Als Sommerzwischenfrucht säst du Markstammkohl früh im Juli; die letzten empfohlenen Termine reichen je nach Anbauempfehlung von Mitte bis Ende Juli.
| Punkt | Angabe |
|---|---|
| Saat als Sommerzwischenfrucht | früh im Juli, letzte Termine je nach Empfehlung Mitte bis Ende Juli |
| Saat als Hauptfrucht | April und Mai |
| Vorziehen oder Direktsaat | beim angebotenen Grünfutter-Saatgut vorziehen von März bis Mai, direkt säen von Mai bis Juli |
| Saattiefe | 0,5 bis 1 cm beim Gartensaatgut, 1 bis 2 cm bei der Feldsaat |
| Keimung | bei 10 bis 20 °C in 8 bis 12 Tagen; eine weitere Herstellerangabe nennt enger 15 bis 18 °C |
| Abstand | Reihenkultur: 30 cm zwischen den Pflanzen in der Reihe, 50 cm zwischen den Reihen; so vereinzelst du oder pflanzt kräftige Jungpflanzen aus |
| Ernte als Zweitfrucht | ab Mitte Oktober, als Frischfutter oder Silage |
| Erntezeitpunkt | bei 12 bis 15 % Trockensubstanz |
| Anbaupause | mindestens 5 Jahre zu anderen Kreuzblütlern, angegeben für den ökologischen Zwischenfruchtanbau |
Den ganzen Ablauf zeigt die Anleitung, wie du Futterkohl Schritt für Schritt anbaust; wann du Futterkohl am besten säst, klärt ein eigener Ratgeber. SaatfensterDas Aussaatfenster ist der Zeitraum im Jahr, in dem eine Pflanzenart sinnvoll ausgesät werden kann. Es richtet sich vor allem nach dem Temperaturanspruch der Art, der Bodentemperatur und der Frostgefahr. und Abstände der anderen Futterpflanzen stehen im Futterpflanzen-Ratgeber unter Aussaat.
Welcher Futterkohl für welches Ziel?
Vor der Saat legst du fest, was der Bestand leisten soll: viel Futtermasse oder Frosthärte. Für den Sommerzwischenfruchtanbau sind zwei Typen so bewertet:
| Futterkohl | Ertrag | Frostempfindlichkeit |
|---|---|---|
| Sorte Camaro | hoch | mittel |
| Furchenkohl | sehr gering | gering |
Ertrag und Frosthärte laufen bei diesen beiden gegenläufig. Mit Camaro holst du mehr Masse und nimmst mehr Frostrisiko in Kauf, mit Furchenkohl ist es umgekehrt.
Auch beim Markstammkohl gibt es blattarme und blattreiche Typen. Niedrig wachsende Sorten haben höhere Trockenmassegehalte als stängelige. Ich lese deshalb vor dem Kauf nach, ob eine Sorte als niedrig oder als stängelig beschrieben ist.
Biomasse: viel Blatt, aber ein langsamer Start
Markstammkohl bildet einen verdickten Trieb und eine hohe Blattmasse. Auf dem Wildacker kann Futterkohl bis zu 2 m hoch werden und Wildtieren Deckung bieten. In der Jugend entwickelt er sich allerdings langsam, eine geschlossene Decke gleich nach der Saat darfst du nicht erwarten. Seine kräftige Hauptwurzel reicht wenig in die Tiefe und verzweigt sich in der Ackerkrume.
Dazu kommt ein hohes Stickstoffaufnahmevermögen. Wie andere Gründüngung nimmt der Bestand vorhandene Nährstoffe aus dem Bodenwasser auf und hält sie vorübergehend in der Pflanzenmasse fest. Auf einem früh geräumten Beet hält der Kohl also Stickstoff im Blatt fest, der sonst gelöst im Bodenwasser bliebe.
Unkraut unterdrücken: erst hacken, dann beschattet der Kohl
In seiner langsamen Jugendphase braucht Markstammkohl eine wirksame Unkrautregulierung. Erst wenn der Bestand Blattmasse gebildet hat, beschattet sein Bewuchs den Boden. Die Unkrautunterdrückung setzt also erst mit der Blattmasse ein, bis dahin hältst du das Unkraut selbst kurz.
Ich hacke in dieser Phase flach zwischen den Reihen und ziehe Unkraut in der Reihe mit der Hand. Dabei sehe ich mir die jungen Blätter gleich mit an. VereinzelnVereinzeln heißt, zu dicht aufgegangene Sämlinge in der Saatreihe auszudünnen, damit die übrigen Pflanzen genug Platz, Wasser und Nährstoffe haben. Manchmal ist auch das Pikieren gemeint, also das Umsetzen junger Sämlinge in einzelne Töpfe. und Unkrautpflege aller Futterpflanzen behandelt der Futterpflanzen-Ratgeber im Abschnitt Pflege.
Erosionsschutz: ein bedecktes Beet nach der Hauptkultur
Ein Gründüngungsbewuchs beschattet den Boden und vermindert VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten. und Erosionsgefahr. Ein Beet, das nach der HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant. sonst offen läge, bleibt so bedeckt. Weil Markstammkohl Frost bis zu den Grenzen im nächsten Abschnitt verträgt, hält diese Decke auch bei Frost, solange es nicht kälter wird.
Im Herbst nehme ich nur Blätter ab und lasse die Pflanzen auf dem Beet stehen.
Die Humusbildung aus Gründüngung kann die Wasserspeicherung leichter und die Durchlässigkeit schwerer Böden verbessern. Wie Futterkohl auf Bodenleben, Nährstoffe und Wasserhaushalt wirkt, vertieft der Ratgeber, was Futterkohl im Gartenboden bewirkt.
Wie frosthart ist Futterkohl?
Bei der Frosthärte zählt, zu welcher Pflanze ein Wert gehört.
| Pflanze und Zusammenhang | Frostverträglichkeit |
|---|---|
| Markstammkohl, Gartensaatgut | bis −10 °C |
| Markstammkohl, voll ausgewachsen | bis −12 °C |
| Futterkohl auf dem Wildacker, an Kälte gewöhnt | bis −15 °C |
Der Wert von −12 °C gilt ausdrücklich für vollgewachsene Pflanzen. Für einen Bestand, der im Herbst noch nicht ausgewachsen ist, kannst du dich also nicht darauf berufen. Wie frostempfindlich ein Bestand ist, hängt außerdem von der Sorte ab, das zeigt der Vergleich von Camaro und Furchenkohl.
„Futterkohl übersteht −15 °C ohne Schaden.“ Der Wert gehört zum Wildacker und gilt für Futterkohl, der an Kälte gewöhnt ist. Für Gartensaatgut von Markstammkohl wird eine Frostverträglichkeit bis −10 °C angegeben. Auf jeden Bestand übertragen lässt sich die höhere Zahl nicht.
Steht der Kohl im Spätherbst noch, notiere ich die Tiefstwerte der Nacht und sehe mir am Morgen die Blätter an. So lerne ich mein eigenes Beet kennen, statt mich auf eine einzelne Zahl zu verlassen.
Zwischenfruchtmischungen mit Futterkohl planen
Willst du Futterkohl nicht allein säen, prüfst du drei Dinge: die Pflanzenfamilie, die Rolle der Partner und das Saatbett.
Die Familie: kein zweiter Kreuzblütler
Senf, Raps, Kresse, Rettich und Radieschen gehören wie Kohl zu den Kreuzblütlern. Deshalb zählen sie bei der Fruchtfolge des Kohls mit. Für Futterkohl im ökologischen Zwischenfruchtanbau gilt zu anderen Kreuzblütlern eine Anbaupause von mindestens 5 Jahren. Passt diese Pause auf einem Beet nicht, säe ich dort ein Gemenge ganz ohne Kohl, etwa ein Landsberger Gemenge aus Welschem Weidelgras, Winterwicke und Inkarnatklee.
Senf oder Raps als Mischpartner für Futterkohl. Beide sind Kreuzblütler wie der Kohl, das Beet trägt dann zwei Arten derselben Familie, und beide zählen bei der Anbaupause mit. In Beeten, auf denen oft Kohl, Radieschen oder Rettich stehen, meidest du Raps auch als Gründüngung.
Die Rolle: was eine Leguminose beiträgt
Kreuzblütler wie Futterkohl bilden keine stickstoffbindende Knöllchensymbiose. Bei Leguminosen binden dagegen Bakterien an den Wurzeln Luftstickstoff. Kleinkörnige Futterleguminosen können deshalb ohne Stickstoffdüngung auskommen, während der Kohl seinen Stickstoff aus dem Boden holt.
Wie Düngung ein Gemenge verschieben kann, zeigt der Feldfutterbau: In Gras-Leguminosen-Mischungen fördern höhere Stickstoffgaben das Gras und können die Zusammensetzung des Bestands verändern. Bei einem Gemenge mit Kohl schaue ich mir deshalb an, welche Art sich durchsetzt, bevor ich nachdünge.
Große Erwartungen an die Nachbarschaft habe ich nicht. Mischkultur kann die Fläche besser ausnutzen, günstige Einflüsse einzelner Nachbarn aufeinander sind aber häufig schwer nachweisbar. Welche Gemüse als Nachbarn zusammenpassen, zeigt das Mischkultur-Werkzeug.
Das Saatbett: fein und mit gutem Bodenschluss
Feinsämige Futterpflanzen brauchen ein feinkrümeliges Saatbett mit gutem Bodenschluss, damit sie beim Auflaufen mit Wasser versorgt sind. In der Drillmaschine muss eine Entmischung des Gemenges vermieden werden. Säe ich von Hand, rühre ich die Samen in der Schale zwischendurch um.
Futter ab Mitte Oktober: ernten und verfüttern
Ernten und lagern
Als Zweitfrucht angebauten Markstammkohl erntest du ab Mitte Oktober. Genutzt werden die Blätter, ganze Pflanzen verwertest du frisch oder als Ganzpflanzensilage. Wann du schneidest, welche Rolle der Frost spielt und wie du ohne Qualitätsverlust konservierst, klärt der Ratgeber, wann und wie du Futterkohl erntest und lagerst.
Schimmelpilzgifte können Futterpflanzen schon auf dem Feld oder erst während der Lagerung kontaminieren. Wie du dem vorbeugst, steht im Futterpflanzen-Ratgeber unter Lagern und Futterhygiene.
Verfüttern
Markstammkohl eignet sich für Rinder, Schafe und Ziegen als Ergänzung zu rohfaserreichen Rationen. Heu oder Stroh gleichen bei Bedarf die Struktur aus. Stell Wiederkäuer langsam auf Zwischenfruchtfutter um, über 8 bis 14 Tage. Bei Ziegen sollte jede Futterumstellung mindestens zwei Wochen dauern. Halte bei Milchziegen im Blick, dass Kohl den Geschmack der Milch beeinträchtigen kann.
Markstammkohl kann viel Stickstoff aufnehmen und kommt im Herbst als Futter in den Trog. Nitratreiches Herbstfutter kann besonders für Wiederkäuer ein Vergiftungsrisiko sein, weil Nitrat zu Nitrit umgewandelt werden und die Bildung von Methämoglobin begünstigen kann. Eine pauschal sichere Menge gibt es nicht. Eine Futteruntersuchung liefert dir die Inhaltsstoffwerte, mit denen du die Ration planst.
Futterkohl ist Futter und kein Heilmittel. Wie Futterkohl bei einzelnen Tierarten eingesetzt wird, vertieft der Ratgeber, für welche Nutztiere sich Futterkohl eignet. Mengen und Kombinationen in der Rinderration klärt der Beitrag, wie Futterkohl in die Rinderfütterung passt.
Standort, Pflege und Fruchtfolge in Kürze
Standort
Auf durchlässigen Böden verträgt Futterkohl auf dem Wildacker einen pH-Wert von 4,5 bis 8, das ist eine ToleranzBei Pflanzensorten bedeutet Toleranz: Die Pflanze wird von einer Krankheit oder einem Schaderreger zwar befallen, verkraftet das aber so gut, dass in der Regel keine Ertragseinbußen zu befürchten sind. und kein Optimum. Feuchte, staunasse und saure Böden begünstigen die Kohlhernie, deshalb wählst du ein Beet ohne stehendes Wasser. Mehr dazu steht in der Anbauanleitung und im Futterpflanzen-Ratgeber unter Standort, Boden und Winterhärte.
Düngen und gießen
Im Feldanbau wird die Stickstoffdüngung von Markstammkohl auf eine Gabe vor der Saat und eine zweite bei etwa 30 cm Pflanzenhöhe verteilt. Kompost als allgemeine Grunddüngung deckt den Stickstoffbedarf von Gemüse nicht vollständig. Gieß am besten früh am Morgen und bodennah. Zu viel Wasser kann die Wurzeln schädigen und ähnliche Welke auslösen wie Wassermangel. Technik und Gießzeitpunkt beschreibt der Ratgeber, wie du Futterkohl bewässerst, das Düngen nach Pflanzengruppe der Futterpflanzen-Ratgeber unter Gießen und Düngen.
Schädlinge und Krankheiten
Die Kleine KohlfliegeDie Kohlfliege (Kleine Kohlfliege) ist ein Schädling an Kohl, Rettich und Radieschen. Ihre weißlichen Maden sitzen im Wurzelbereich junger Kohlpflanzen, die dann welken; in Rettich und Radieschen verursachen sie Fraßgänge. legt etwa ab Mitte April Eier, deshalb kommt direkt nach Saat oder Pflanzung ein Kulturschutznetz über den Kohl. Seine Maschen sind enger als 1 mm, die Ränder schließt du dicht, und es kann auch Nützlingen den Zugang verwehren. Kohlhernie infiziert Kohlpflanzen besonders stark bei 20 bis 25 °C. Welkende Pflanzen können auch auf Wurzelfraß der Kohlfliege hindeuten. Vorbeugung ohne Mittel erklärt der Futterpflanzen-Ratgeber unter Krankheiten und Schädlinge, den Bio-Weg der Ratgeber dazu, wie Futterkohl ohne chemische Mittel gelingt.
Fruchtfolge
Erbsen, Bohnen und Salat sind geeignete Vorfrüchte auf abgeernteten Gartenbeeten, und für Getreide und Hülsenfrüchte gilt Markstammkohl als gute Vorfrucht. Wann zuletzt ein Kreuzblütler auf welchem Beet stand, halte ich im Beetplaner fest. Die ganze Planung zeigt der Ratgeber, welche Vor- und Nachfrüchte zu Futterkohl passen, die Grundregeln stehen im Futterpflanzen-Ratgeber unter Fruchtfolge und Mischkultur.
Gründüngung statt Futter
Willst du den Bestand nicht verfüttern, arbeitest du die frische Masse nur flach ein, weil sie tief vergraben unter Luftabschluss faulen kann. Bis zur nächsten Saat oder Pflanzung wird meist eine Wartezeit von etwa 2 bis 3 Wochen empfohlen. Zeitpunkt und Methode beschreibt der Ratgeber, wie du Futterkohl als Gründüngung nutzt.




