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Futterkohl anbauen: Sorte, Aussaat, Abstände und Pflege

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Markstammkohl ziehst du von März bis Mai vor oder säst ihn von Mai bis Juli direkt.
  • Gartensaatgut gehört 0,5 bis 1 cm tief in ein feinkrümeliges Saatbett mit gutem Bodenschluss.
  • Kräftige Jungpflanzen stehen als Einzelpflanzen 30 cm auseinander in der Reihe, bei 50 cm Reihenabstand.
  • Das Kulturschutznetz mit weniger als 1 mm Maschenweite kommt direkt nach Saat oder Pflanzung darüber.
  • Markstammkohl kann viel Stickstoff aufnehmen, bindet aber keinen Luftstickstoff über Knöllchen.
  • Für Markstammkohl gelten im Feldbau mindestens 5 Jahre Abstand zu anderen Kreuzblütlern.

Bei Futterkohl brauchst du in den ersten Wochen nach der Saat die meiste Aufmerksamkeit. Die Jungpflanzen entwickeln sich anfangs langsam und brauchen in dieser Phase eine wirksame Unkrautregulierung. Dazu kommt die Kleine Kohlfliege, die etwa ab Mitte April ihre Eier ablegt. Ich lege deshalb das Netz direkt nach der Saat auf und halte die Reihen mit der Hacke frei. In dieser Anleitung gehst du den Weg vom Standort über Saatgut, Saat und Abstände bis zu Pflege, Düngung und Pflanzenschutz.

Was ist Futterkohl?

Futterkohl ist ein Kreuzblütler, den du als Futterpflanze für Tiere anbaust. Im Saatgut begegnet er dir unter anderem als Markstammkohl mit verdicktem Trieb und hoher Blattmasse oder als Furchenkohl für den Wildacker. Vorteile, Wirtschaftlichkeit und seine Rolle für Wildtiere ordnet der Überblick über Futterpflanzen von Grünland bis Zichorie ein.

Welcher Standort passt zu Futterkohl?

Ich gebe Futterkohl ein vollsonniges Beet mit gut durchlässigem Boden. Staunässe meide ich konsequent, denn feuchte, staunasse und saure Böden begünstigen die Kohlhernie. Markstammkohl bildet eine kräftige Hauptwurzel, die wenig in die Tiefe reicht und sich in der Ackerkrume verzweigt. Für ihn zählt deshalb vor allem eine lockere obere Bodenschicht.

Plane auch die Höhe ein. Auf dem Wildacker kann Futterkohl bis zu 2 m hoch werden und bietet Wildtieren dort Deckung. Im Garten setze ich ihn an den Nordrand des Beets, damit er niedrigere Kulturen nicht beschattet.

Vor der Saat lohnt eine Bodenuntersuchung, für die du im Gemüsebeet die Schicht von 0 bis 25 cm beprobst. Liegt der gemessene pH-Wert über dem Zielbereich deiner Bodenart, gibst du weder Kalk noch kalkhaltige Dünger. Probe, Bodenbearbeitung und Grunddüngung erklärt der Ratgeber, wie du den Boden für Futterkohl vorbereitest.

Welches Saatgut passt zu deinem Ziel?

Bevor ich bestelle, lege ich fest, wofür der Kohl stehen soll: als Hauptfrucht für Frischfutter, als Sommerzwischenfrucht oder auf dem Wildacker. Beim Markstammkohl gibt es blattarme und blattreiche Typen. Niedrig wachsende Sorten haben höhere Trockenmassegehalte als stängelige Sorten.

Für den Sommerzwischenfruchtanbau liegt eine Bewertung zweier Sorten vor. Camaro wird dort mit hohem Ertrag und mittlerer Frostempfindlichkeit bewertet. Furchenkohl bringt sehr geringen Ertrag, ist aber nur gering frostempfindlich. Zwischen diesen beiden tauschst du also Ertrag gegen Frostfestigkeit.

Wie viel Frost Futterkohl aushält, hängt von Form und Zustand der Pflanzen ab:

Kultur und Zustand Angegebene Frostverträglichkeit
Markstammkohl, Gartensaatgut −10 °C
Markstammkohl, voll ausgewachsen −12 °C
Futterkohl auf dem Wildacker, an Kälte gewöhnt bis −15 °C

Wie Sorte, Anbautechnik und Frosthärte die Qualität beeinflussen, vertieft der Ratgeber, woran du hochwertigen Futterkohl erkennst.

Direktsaat oder Vorkultur?

Markstammkohl, der als Grünfutterpflanze angeboten wird, kannst du von März bis Mai vorziehen. Direkt ins Beet säst du ihn von Mai bis Juli. Beide Wege führen zum selben Ziel: Kräftige Jungpflanzen stehen im Beet, entweder vereinzelt oder ausgepflanzt.

Die Wahl hängt an der Jugendphase. Markstammkohl entwickelt sich anfangs langsam und braucht in dieser Zeit eine wirksame Unkrautregulierung. Wer vorzieht und kräftige Jungpflanzen setzt, verlegt diese langsame Phase aus dem Beet in die Anzuchtschale. Bei der Direktsaat begleitest du sie dagegen mit der Hacke im Beet.

Ich ziehe vor, wenn das Beet im Frühjahr noch belegt ist, und säe direkt, sobald eine Fläche frei wird.

Tipp

Vorgezogene Pflanzen bekommen das Kulturschutznetz direkt beim Auspflanzen, Direktsaaten gleich nach der Saat. So liegt der Schutz schon, wenn die Kleine Kohlfliege mit der Eiablage beginnt.

Als Hauptfrucht kann Markstammkohl auch im April und Mai gesät werden, als Sommerzwischenfrucht ist eine frühe Julisaat vorgesehen. Den Termin für deine Lage klärt der Ratgeber zum besten Aussaatzeitpunkt für Futterkohl, die Monate zum Aufhängen zeigt der druckbare Aussaatkalender für Futterpflanzen. Was der Kohl als Zwischenfrucht leistet, beschreibt der Ratgeber, wie Futterkohl als Zwischenfrucht im Garten wächst.

Wie säst du Futterkohl, und welche Abstände braucht er?

Markstammkohl ist feinsamig und braucht ein sorgfältiges Saatbett mit gutem Bodenschluss. Ich harke das Beet feinkrümelig, ziehe flache Rillen und drücke die Erde nach dem Säen mit der Harkenrückseite an. Bis die Keimlinge erscheinen, halte ich die Rillen feucht. Bei der Direktsaat legst du die Samen dichter, als die Pflanzen später stehen sollen, und vereinzelst danach.

Kennzahl Wert
Saattiefe Gartensaatgut 0,5 bis 1 cm
Saattiefe Feldsaat 1 bis 2 cm
Keimtemperatur 10 bis 20 °C, eine Herstellerangabe nennt 15 bis 18 °C
Keimdauer bei 10 bis 20 °C 8 bis 12 Tage
Abstand in der Reihe, Gartensaatgut 30 cm
Reihenabstand, Gartensaatgut 50 cm
Bestand im Feldanbau etwa 4 Pflanzen/m²

Beim Vereinzeln wählst du die kräftigsten Pflanzen aus und lässt in der Reihe alle 30 cm eine stehen. Die Reihen legst du mit 50 cm Abstand an, und jeder Kohl wächst dabei als Einzelpflanze. Vorgezogene Jungpflanzen setzt du im selben Raster. Wie Reihen und Abstände in dein Beet passen, zeichnest du im Beetplaner für deine Reihen vor.

Mini-Checkliste

Saatbett feinkrümelig harken · Rillen flach ziehen · Saat andrücken · Netz auflegen und Ränder dicht schließen · Rillen bis zum Auflaufen feucht halten

Wie pflegst du Futterkohl?

In der Jugendphase geht es vor allem um Unkraut. Solange der Kohl langsam wächst, hacke ich zwischen den Reihen und zupfe in der Reihe von Hand. Weil sich die Hauptwurzel in der Ackerkrume verzweigt, führe ich die Hacke nur flach. Dabei lockert sich die Bodenoberfläche gleich mit.

Wenn du mulchst, gilt für Gartenbeete eine Schicht von etwa 2 bis 3 cm als allgemeiner Richtwert. Rasenschnitt trägst du nur locker, angetrocknet und dünn auf.

Gegossen wird vorzugsweise früh morgens und bodennah. Eine Tropfbewässerung braucht einen Filter, weil Tropfer verstopfen oder verkalken können. Wie viel Wasser welche Futterpflanze braucht, behandelt der Futterpflanzen-Überblick im Abschnitt Gießen und Düngen.

Wie düngst du Futterkohl?

Mythos-Check

Futterkohl reichert den Boden nicht mit Luftstickstoff an. Kreuzblütler bilden keine stickstoffbindende Knöllchensymbiose. Das leisten Leguminosen, bei denen Bakterien an den Wurzeln Luftstickstoff binden.

Markstammkohl kann viel Stickstoff aufnehmen. Als allgemeine Grunddüngung im Frühjahr gelten für Gartenboden höchstens 3 l Kompost je m² und Jahr. Den Stickstoffbedarf von Gemüse deckt diese Kompostgabe nicht vollständig. Bei einem Kohl mit hohem Stickstoffaufnahmevermögen plane ich deshalb neben dem Kompost eine eigene Stickstoffdüngung ein.

Im Feldanbau wird die Stickstoffdüngung von Markstammkohl aufgeteilt: eine Gabe vor der Saat, eine weitere bei etwa 30 cm Pflanzenhöhe. Ich halte mich im Beet an diese Zweiteilung und beobachte dabei, wie die Pflanzen wachsen. Für Blattkohl im Gemüsebeet rät die Gartenberatung der UC Marin, Kompost einzuarbeiten oder einen organischen, stickstoffbetonten Gartendünger zu verwenden.

Wie schützt du Futterkohl vor Schädlingen und Krankheiten?

Kleine Kohlfliege: Das Netz kommt sofort

Die Kleine Kohlfliege legt etwa ab Mitte April Eier ab. Leg das Kulturschutznetz deshalb unmittelbar nach Saat oder Pflanzung auf. Die Maschenweite sollte unter 1 mm liegen, und die Ränder müssen dicht geschlossen sein. Ich beschwere die Netzränder rundum mit Erde und hebe das Netz nur zum Hacken an. Ein Netz kann allerdings auch Nützlingen den Zugang zum Kohl verwehren.

Raupen, Erdflöhe und Schnecken

Auch Raupen des Kohlweißlings, Erdflöhe und Schnecken können dir am Kohl begegnen. Hier setze ich auf Kontrolle und Handarbeit. Beim Hacken drehe ich Blätter um, sammle Raupen und Schnecken ab und schaue nach frischen Fraßspuren.

Kohlhernie: Der Standort kommt zuerst

Die Kohlhernie ist eine Krankheit der Kohlpflanzen. Sie infiziert besonders stark bei 20 bis 25 °C. Feuchte, staunasse und saure Böden fördern sie. Futterkohl verträgt auf dem Wildacker bei durchlässigem Boden zwar einen pH-Wert von 4,5 bis 8. Weil saure Böden die Kohlhernie begünstigen, bleibt ein saurer Standort trotz dieser Toleranz ein Risiko. Ein durchlässiger Boden ohne Staunässe und ein gemessener pH-Wert senken das Risiko, ausschließen können sie es nicht.

Zum vorbeugenden Pflanzenschutz gehört auch die Anbaupause: Für Kohlgewächse werden allgemein 3 bis 5 Jahre empfohlen. Für Markstammkohl verlangt die Feldbauempfehlung mindestens 5 Jahre Abstand zu anderen Kreuzblütlern, auch zu Senf, Raps, Kresse, Rettich und Radieschen. Passende Vor- und Nachfrüchte zeigt der Ratgeber, wie du Futterkohl in die Fruchtfolge einplanst.

Häufiger Fehler

Welke Blätter sofort mit der Gießkanne beantworten. Welke kann auf Wassermangel hindeuten, aber auch auf Wurzeln, die durch zu viel Wasser geschädigt sind, oder auf Wurzelfraß der Kohlfliege. Ich prüfe vor dem Gießen mit dem Finger die Bodenfeuchte und schaue mir den Wurzelbereich einer welken Pflanze an.

Chemie ist bei mir höchstens der letzte Schritt: nur mit Zulassung für Haus- und Kleingarten, nach Gebrauchsanweisung, mit Schutzkleidung, Wartezeit und sachgerechter Entsorgung. Solche Mittel können auch Nützlinge treffen. Wie du Futterkohl ganz ohne chemische Mittel schützt, zeigt der Ratgeber, wie der Öko-Anbau von Futterkohl gelingt.

Ernte, Fütterung und Boden: wie es nach der Saison weitergeht

Als Erntezeitpunkt wird für Markstammkohl ein Trockensubstanzgehalt von 12 bis 15 % angegeben. Als Zweitfrucht angebaut, wird er ab Mitte Oktober für Frischfutter oder Silage geerntet. Erntezeitpunkt, Frost und Lagerung behandelt der Ratgeber, wie du Futterkohl erntest und lagerst, das Konservieren der Ratgeber, wie du Futterkohl fachgerecht silierst.

Markstammkohl eignet sich für Rinder, Schafe und Ziegen als Ergänzung zu rohfaserreichen Rationen. Nitratreiches Herbstfutter kann besonders für Wiederkäuer ein Vergiftungsrisiko sein, eine pauschal sichere Menge gibt es nicht. Futterwert und behutsame Einführung in die Fütterung erklärt der Ratgeber, welchen Futterwert Futterkohl hat.

Futterkohl lässt sich auch als Gründüngung nutzen. Frische Masse arbeitest du dann nur flach ein, weil sie tief vergraben unter Luftabschluss faulen kann. Wie Aussaat und Einarbeitung ablaufen, zeigt der Ratgeber, wie du Futterkohl als Gründüngung nutzt, und was der Kohl im Gartenboden bewirkt, der Beitrag über Futterkohl und gesunden Gartenboden.

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Häufige Fragen

Was ist Futterkohl und wofür wird er angebaut?
Futterkohl ist ein Kreuzblütler, den du als Futterpflanze für Tiere anbaust. Eine seiner Formen ist der Markstammkohl, der einen verdickten Trieb und eine hohe Blattmasse bildet. Genutzt werden die Blätter, ganze Pflanzen werden als Frischfutter oder Silage verwertet. Auf dem Wildacker kann Futterkohl bis zu 2 m hoch werden und Wildtieren Deckung bieten.
Wie viel Frost verträgt Futterkohl?
Für Markstammkohl aus Gartensaatgut wird eine Frostverträglichkeit von −10 °C angegeben. Voll ausgewachsene Pflanzen vertragen nach den Angaben −12 °C. An Kälte gewöhnter Futterkohl auf dem Wildacker hält bis −15 °C aus. Bei den Sorten für die Sommerzwischenfrucht gilt Furchenkohl als gering frostempfindlich, bringt aber nur sehr geringen Ertrag.
Wie säe ich Futterkohl direkt ins Beet?
Gartensaatgut legst du 0,5 bis 1 cm tief in ein feinkrümeliges Saatbett und drückst die Erde an, damit der feine Samen guten Bodenschluss bekommt. Kräftige Jungpflanzen vereinzelst du auf 30 cm Abstand in der Reihe. Die Reihen liegen 50 cm auseinander, und jede Pflanze wächst als Einzelpflanze. Direkt nach der Saat kommt ein Kulturschutznetz gegen die Kleine Kohlfliege darüber.
Kann ich Futterkohl vorziehen?
Ja, Markstammkohl, der als Grünfutterpflanze angeboten wird, lässt sich von März bis Mai vorziehen. Kräftige Jungpflanzen setzt du als Einzelpflanzen mit 30 cm Abstand in der Reihe. Zwischen den Reihen bleiben 50 cm frei. Gleich nach dem Pflanzen legst du ein Kulturschutznetz auf, weil die Kleine Kohlfliege etwa ab Mitte April Eier ablegt.
Wie lange muss ich mit Futterkohl auf derselben Fläche pausieren?
Für Kohlgewächse werden allgemein 3 bis 5 Jahre Anbaupause empfohlen. Für Markstammkohl verlangt die Feldbauempfehlung mindestens 5 Jahre Abstand zu anderen Kreuzblütlern. Zähl dabei auch Senf, Raps, Kresse, Rettich und Radieschen mit, denn sie gehören wie Kohl zu den Kreuzblütlern. Als Vorfrüchte auf abgeernteten Gartenbeeten eignen sich Erbsen, Bohnen und Salat.
Stimmt es, dass Futterkohl keine besonderen Ansprüche an den Boden stellt?
Nur bedingt. Auf dem Wildacker verträgt Futterkohl bei durchlässigem Boden einen pH-Wert von 4,5 bis 8, das ist aber eine Toleranzspanne und kein Optimum. Feuchte, staunasse und saure Böden begünstigen die Kohlhernie. Achte deshalb auf einen durchlässigen Boden ohne Staunässe und lass den pH-Wert vor der Saat messen.
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