Rasenerde mit Wasserspeicher: So hält dein Rasenboden Wasser für trockene Zeiten
- Sand speichert wenig Wasser, Ton hält viel, bindet aber einen Teil so fest, dass die Gräser nicht herankommen.
- Für Hausrasen verbindet lehmiger Sand Belastbarkeit mit weniger Gießaufwand als eine stark sandige Sportplatztragschicht.
- Eine sandige Rasentragschicht sollte zur Wasserspeicherung 1 bis 3 Gewichts-% organische Substanz enthalten.
- Bei der Neuanlage gelten 12 bis 18 l gütegesicherter Fertigkompost je m² als Richtwert für die Tragschicht.
- Kompost bringt Nährstoffe mit, die du vom ermittelten Düngerbedarf abziehst.
- Superabsorber erhöhten in einem Topfversuch auf Sand die Grasbiomasse; eine Menge für den Rasen lässt sich daraus nicht ableiten.
Wird dein Rasen in jeder Hitzeperiode früher braun als andere Flächen im Garten, lohnt der Blick unter die GrasnarbeDie Grasnarbe ist die zusammenhängende Pflanzendecke, die Gräser auf Wiesen, Weiden und Rasenflächen bilden. Ist sie dicht, hält die Fläche Tritt gut aus und Unkräuter finden kaum Platz.. Wie lange Wasser dort bleibt, hängt von der Bodenart ab, vom Anteil organischer Substanz und davon, wie locker der Boden ist. Ich steche an solchen Stellen zuerst einen Spaten ab und vergleiche die Erde mit der unter einer grünen Stelle. Erst danach entscheide ich, ob Kompost, Sand oder ein Wasserspeicher-Zusatz in den Boden kommt.
Wer Rasenerde mit Wasserspeicher sucht, sollte deshalb zuerst den eigenen Boden kennen. Superabsorber, Pflanzenkohle und Tonminerale ordne ich weiter unten ein.
Was macht Rasenerde zum Wasserspeicher?
Rasenerde für Reparaturarbeiten ist fein gesiebt. Sie enthält Sand, damit sie sich gut streuen lässt, und organische Bestandteile, die Wasser speichern. Worauf du beim Kauf außerdem achtest, zeigt der Beitrag darüber, woran du hochwertige Rasenerde erkennst.
Die Rasenerde, die du aufstreust oder zum Ausbessern nutzt, liegt oben auf. Für trockene Wochen kommt es zusätzlich auf die Vegetationstragschicht darunter an.
Die Vegetationstragschicht ist die Bodenschicht unter der Grasnarbe, in der die Graswurzeln wachsen. Ihre Bodenart und ihr Anteil an organischer Substanz bestimmen mit, wie viel Wasser deinem Rasen in Trockenphasen zur Verfügung steht.
Sand, Lehm, Ton: Wie viel Wasser hält dein Boden?
Reine Sandböden speichern Wasser und Nährstoffe nur unzureichend. Ton kann viel Wasser halten, bindet einen Teil davon aber so fest, dass die Gräser nicht herankommen. Sandige Lehmböden verbinden für Rasen Durchlässigkeit mit Wasser- und Nährstoffspeicherung. Dazu kommt die Verdichtung: Sie vermindert den Grobporenraum und die Wasserdurchlässigkeit und begünstigt ein flaches Wurzelwerk.
| Bodenart | Wasser im Boden | Was die Speicherung verbessert |
|---|---|---|
| Reiner Sand, leichte Böden | speichert Wasser und Nährstoffe nur unzureichend, neigt zur Austrocknung | vor der Saat geeigneten Oberboden und gut umgesetzten Kompost gründlich einarbeiten |
| Lehmiger Sand, sandiger Lehm | verbindet Durchlässigkeit mit Wasser- und Nährstoffspeicherung | Gefüge erhalten, Verdichtung vermeiden |
| Schwerer Lehm, Ton | hält viel Wasser, bindet aber einen Teil fest; lehmige und tonige Unterböden neigen zur Verdichtung | Sand einarbeiten, damit der Boden durchlässiger wird, nur bei trockenem Boden |
Die passende Mischung aus Sand, Lehm und Kompost hängt von deinem vorhandenen Boden ab. Sehr sandige Böden werden mit gut umgesetztem Grünkompost speicherfähiger, schwere lehmige Böden mit Sand durchlässiger.
Eine sandreiche Sportplatztragschicht ist hoch belastbar, braucht aber mehr Bewässerung und Düngung als ein stärker lehmhaltiger Boden für Hausrasen. Wer einen Hausrasen ohne Not immer weiter besandet, bewegt seinen Boden also in diese Richtung und muss mit mehr Gießarbeit rechnen. Worin sich Rasenerde für Sportplätze von normaler Rasenerde unterscheidet, erkläre ich in einem eigenen Beitrag.
Welche Bodenart du hast, zeigt eine Standardbodenanalyse für Rasen: Sie umfasst neben pH-Wert, Phosphor, Kalium und Magnesium auch die Bodenart. Wie du die Probe nimmst und den pH-Wert für deine Bodenart einordnest, steht im Rasen-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden.
Wie viel organische Substanz und Kompost braucht die Tragschicht?
Eine sandige Rasentragschicht sollte zur Wasserspeicherung 1 bis 3 Gewichts-% organische Substanz enthalten. Der Wert bezieht sich auf das Gewicht und auf sandige Tragschichten, auf schwere Lehmböden überträgst du ihn nicht. Bei einer Neuanlage gelten 12 bis 18 l gütegesicherter Fertigkompost je m² als Richtwert für die Einarbeitung in die Tragschicht. Leichte, zur Austrocknung neigende Böden verbesserst du vor der Saat außerdem mit geeignetem Oberboden und gut umgesetztem Kompost, beides gründlich eingearbeitet.
Kompost liefert organisches Material für das BodenlebenBodenleben ist die Gesamtheit der Lebewesen im Boden, von Bakterien, Pilzen und Algen bis zu Tieren wie Regenwürmern. Sie zersetzen Pflanzenreste zu Nährstoffen, legen Humus an und bauen die Bodenstruktur auf. und kann die Wasserleit- und Wasserspeicherfähigkeit des Bodens verbessern. Regenwürmer verarbeiten organisches Material zu stabilen Bodenaggregaten, und ihre Röhren verbessern Belüftung und Versickerung. Mehr dazu, wie Rasenerde das Bodenleben unter der Grasnarbe fördert, liest du im Beitrag zur Biodiversität.
Kompost bringt allerdings immer auch Nährstoffe mit und kann bei fehlendem Bedarf zu einer Überversorgung führen. Wer Kompost wegen des Wassers einarbeitet, düngt also mit und zieht diese Nährstoffe vom ermittelten Düngerbedarf ab.
Richtwerte für eine Tragschicht, die Wasser hält:
- Stärke der Vegetationstragschicht: etwa 15 cm
- Lockerung vor der Neuanlage: als Orientierung mindestens 15 cm tief
- Organische Substanz in einer sandigen Tragschicht: 1 bis 3 Gewichts-%
- Gütegesicherter Fertigkompost bei der Neuanlage: 12 bis 18 l je m²
- Sand für schwere lehmige oder tonige Böden vor der Neusaat: 2 bis 3 m³ mittelgrober Sand je 100 m², Angabe einer Fachanleitung
Sand arbeitest du nur in ausreichend trockenen Boden ein, sonst kann die Bearbeitung das BodengefügeDas Bodengefüge beschreibt, wie die festen Teilchen im Boden angeordnet sind und zusammenhalten, etwa lose als Einzelkörner oder zu Krümeln verklebt. Davon hängt ab, wie viele Hohlräume für Luft, Wasser und Wurzeln bleiben. schädigen. Auch das Walzen, mit dem du das Setzen des gelockerten Bodens beschleunigst, gehört nur auf trockenen Boden.
Bestehenden Rasen verbessern, ohne umzugraben
Bei einer bestehenden Fläche bringst du organische Substanz über eine Kompostgabe ein. Als gelegentliche Maßnahme kommt feiner, gütegesicherter Fertigkompost der Körnung 0/6 infrage. Genannt werden etwa 3 bis 5 l je m². Diese Gabe wiederholst du erst im Abstand von 3 bis 5 Jahren.
Ich messe den Kompost mit einem Eimer mit Literskala ab und teile die Fläche vorher in gleich große Stücke. So bekommt jedes Stück seine Portion, und ich sehe beim Verteilen, wo noch etwas fehlt.
Wie du Rasenerde richtig aufträgst, zeigt die Anleitung dazu Schritt für Schritt.
Auf verdichtetem Boden kann AerifizierenAerifizieren heißt, den Boden unter dem Rasen mit Zinken zu durchlöchern. Die Hohlräume verbessern den Luftaustausch im verdichteten Boden und fördern so Wurzelwachstum und Bodenleben. mit anschließendem Besanden die Oberfläche verbessern, weil der Sand in den Löchern durchlässige Kanäle bildet; eine tiefgründige Verdichtung behebt es nicht. Rasenfilz entfernst du ab etwa 1 cm Stärke und nicht in ausgeprägten Trockenphasen, eine dünnere Auflage darf liegen bleiben, weil sie die Verdunstung mindern kann. Beide Arbeitsgänge beschreibt der Rasen-Ratgeber im Abschnitt VertikutierenVertikutieren ist ein Pflegeschritt für den Rasen: Scharfe Messer ritzen die Fläche leicht an und holen den Rasenfilz heraus. Rasenfilz ist eine Schicht aus liegen gebliebenem Schnittgut, abgestorbenen Pflanzenresten und Moos. und Aerifizieren.
Wasserspeicher-Zusätze: Was Superabsorber, Pflanzenkohle und Tonminerale leisten können
Wasserspeicher-Zusätze sollen dafür sorgen, dass der Boden mehr Wasser hält. Ich kläre vorher Bodenart und Verdichtung, weil ein Zusatz an beidem nichts ändert.
Superabsorber
Superabsorber sind quellfähige Granulate, die Wasser aufnehmen und bei Trockenheit wieder abgeben sollen. In einem Topfversuch mit Sandboden hat ein Gemisch aus Superabsorber und Gesteinsmehl die Grasbiomasse gegenüber unbehandeltem Boden erhöht. Das ist ein Hinweis für sandige Böden, aber ein Topf ist kein Rasen, der über Jahre betreten, gemäht und beregnet wird. Eine Menge für deine Fläche lässt sich aus dem Versuch nicht ableiten.
Willst du es ausprobieren, hältst du dich an die Gebrauchsanweisung und vergleichst eine behandelte mit einer unbehandelten Teilfläche. Das Gesteinsmehl im Gemisch ersetzt die Nährstoffgrundversorgung des Rasens nicht.
Pflanzenkohle
Pflanzenkohle, oft auch Biokohle genannt, ist kein einheitliches Material. Ihre Eigenschaften hängen vom Ausgangsmaterial und vom Herstellungsverfahren ab. Ihre hohe Sorption kann Nährstoffe zeitweise binden, sodass die Gräser sie nicht nutzen können.
Frag deshalb vor dem Kauf nach Ausgangsstoff und Herstellung. Nach dem Einmischen beobachtest du, ob das Gras blasser wird. Das kann ein Hinweis darauf sein, dass die Kohle Nährstoffe festhält.
Tonminerale wie Bentonit und Zeolith
Tonminerale wie Bentonit oder Zeolith werden ebenfalls als Wasserspeicher für Rasenerde angeboten. Für Ton im Boden gilt: Er hält viel Wasser, bindet aber einen Teil so fest, dass die Gräser nicht herankommen. Viel Wasser im Boden heißt also nicht automatisch viel Wasser für den Rasen.
Mykorrhiza-Präparate
Mykorrhizapilze besiedeln Wurzeln und den umliegenden Boden und unterstützen die Nährstoffaufnahme ihrer WirtspflanzenWirtspflanzen sind die Pflanzen, die ein bestimmter Schädling oder Krankheitserreger befällt und von denen er lebt. Ein Schädling oder Erreger hat oft mehrere Wirtspflanzen, darunter auch verwandte Wildkräuter.. Eine Untersuchung hat 28 kommerzielle Mykorrhizaprodukte in kontrollierten Gewächshausversuchen geprüft. Rund 84 % davon führten dort nicht zur gewünschten Wurzelbesiedlung. Für mich ist das ein Grund, zuerst am Boden selbst zu arbeiten.
Bevor ein Wasserspeicher-Zusatz in deine Rasenerde kommt:
- Bodenart klären, am besten über eine Standardbodenanalyse
- Verdichtung prüfen und zuerst lösen
- Bei sandigem Boden organische Substanz über Kompost einarbeiten
- Bei Pflanzenkohle Ausgangsmaterial und Herstellung erfragen
- Eine behandelte und eine unbehandelte Teilfläche vergleichen
Gießen in trockenen Zeiten, kurz gefasst
Etablierten Rasen wässerst du durchdringend, sodass das Wasser 10 bis 15 cm tief in den Wurzelbereich eindringt. Nimmt dein Boden Wasser nur langsam auf, gibst du die Menge in Teilgaben mit kurzen Versickerungspausen, am besten früh am Morgen, wenn weniger verdunstet. Örtliche Bewässerungsverbote haben dabei Vorrang; Mengen und die Keimphase findest du im Rasen-Ratgeber, der zeigt, wie du Keimsaat und etablierten Rasen richtig gießt.
Wenn der Rasen trotzdem braun wird
Ein etablierter Rasen kann bei Trockenheit braun werden und sein Wachstum einstellen, ohne abgestorben zu sein. Nach ausreichendem Regen kann er wieder austreiben. Nachgesät wird deshalb erst, wenn tatsächlich Pflanzen abgestorben sind und größere Lücken bleiben.
Stich an einer braunen Stelle eine Rasenprobe von etwa 5 bis 8 cm Tiefe aus. Setz sie in einen Topf und halte sie feucht. Erscheinen nach etwa einer Woche neue grüne Spitzen, weist das auf verbliebene Vitalität hin.
Was du während der Trockenphase lässt
Solange es trocken bleibt, schonst du die Fläche: weniger betreten, weniger mähen, nicht vertikutieren. Bei Hitze und Trockenheit kann eine Schnitthöhe von etwa 5 bis 7 cm sinnvoll sein. Bei starkem TrockenstressTrockenstress entsteht, wenn eine Pflanze mehr Wasser verdunstet, als sie aus dem Boden nachholen kann. Sie welkt zuerst, bei anhaltendem Mangel werden Blattränder braun und die Wurzeln können dauerhaft geschädigt werden. kannst du das Mähen ganz aussetzen. Stickstoffreich gedüngt wird erst wieder, wenn ausreichend Feuchte zurück ist und das Gras sichtbar wächst. Kalium unterstützt den Wasserhaushalt der Gräser; ob der Boden im Herbst eine Kaliumgabe braucht, klärt die Bodenuntersuchung.
Heiße Ecken und Flächen unter Bäumen
An besonders heißen Stellen kann eine Beschattung während der heißen Nachmittagsstunden die Aufheizung und die Verdunstung verringern. Unter Bäumen kann der Rasenboden auch nach Regen trocken bleiben, und die Baumwurzeln konkurrieren mit den Gräsern um Wasser und Nährstoffe. Schatten allein bedeutet dort also keine ausreichende Wasserversorgung.
Lücken nachsäen
Bleiben Lücken, säst du nach sommerlicher Trockenheit im September oder Oktober nach. Fang damit an, wenn die Witterung kühler und feuchter ist, damit du die Saat zuverlässig feucht halten kannst. Die NachsaatNachsaat heißt, Lücken in einem bestehenden Pflanzenbestand nachträglich mit frischem Saatgut zu schließen, ohne die Fläche komplett neu anzulegen. Im Garten betrifft das etwa lückigen Rasen oder Wiesenflächen. kannst du mit einer Mischung verbinden, die besser zu deinem Standort passt. Nach dem Ausstreuen deckst du die Saat leicht mit Rasenerde ab. Während der Keimung und der frühen Entwicklung darf die Oberfläche nicht austrocknen.
Die passenden Wochen behältst du mit dem Aussaatkalender für Rasen zum Ausdrucken im Blick. Was im Herbst sonst ansteht, beschreibt der Beitrag, wie du deinen Rasen im Herbst mit Rasenerde auf den Winter vorbereitest.
Neu anlegen für trockene Lagen
Musst du die Fläche ohnehin neu anlegen, können tiefer wurzelnde Gräser wie Rohrschwingel die Verträglichkeit trockener Bedingungen verbessern. Rohrschwingel ist grobblättrig sowie hitze- und trockenheitsverträglich. Lägerrispe ist zwar schattentolerant, besitzt aber nur eine geringe Trockenheitstoleranz.
Mit Trockenrasen sind zwei verschiedene Flächen gemeint, die der Rasen-Ratgeber im Kurzporträt der Rasentypen vorstellt: ein Gräserrasen für trockene Lagen und ein artenreicher Trockenrasen. Magerrasen beherbergen Pflanzen, die an nährstoffarme Bedingungen angepasst sind und durch zusätzlichen Stickstoff von konkurrenzstärkeren Arten verdrängt werden können. Die Kompost-Richtwerte aus diesem Beitrag gelten deshalb für den Gräserrasen, nicht für eine artenreiche Fläche.






