Unkraut im Rasen vorbeugen: So hältst du die Grasnarbe dicht
- Wähle die Mischung nach der Nutzung und achte auf Sorten, die für Rasen geprüft sind, statt auf Futtersorten.
- Lass den gelockerten Boden vor der Saat setzen und entferne, was aufläuft; Wurzelunkräuter gräbst du mit der ganzen Wurzel aus.
- Mit einer Regelsaatgutmischung säst du im Regelfall 25 g je m², gleichmäßig über Kreuz; Überdosierung kann Pilzkrankheiten begünstigen.
- Gebrauchsrasen mähst du je nach Pflegekonzept auf 3 bis 6 cm, denn zu kurzer Schnitt begünstigt Moos und unerwünschte Kräuter.
- Kahle Stellen säst du früh nach, im Frühjahr je nach Region ab April bis Mitte Mai, sobald Wärme und Wasser reichen.
Wenn ich in einem Rasen Löwenzahn, Klee oder Hirse entdecke, schaue ich mir zuerst die Stelle drumherum an. Ist die Narbe dort lückig, zu kurz gemäht, oder war das SaatbettDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. nie richtig sauber? Offene Stellen geben Unkraut Platz, und zu kurzer Schnitt begünstigt Moos und unerwünschte Kräuter. Eine dichte GrasnarbeDie Grasnarbe ist die zusammenhängende Pflanzendecke, die Gräser auf Wiesen, Weiden und Rasenflächen bilden. Ist sie dicht, hält die Fläche Tritt gut aus und Unkräuter finden kaum Platz. kann den Unkrautdruck senken, eine Garantie ist sie nicht.
Ich arbeite deshalb an vier Stellen: an der Mischung, am Saatbett, an der Aussaat und an der laufenden Pflege. Wie du Unkraut entfernst, das schon wächst, reiße ich nur kurz an.
Die Mischung: Gräser für eine dichte Narbe
Welche Mischung passt, richtet sich nach der Nutzung deiner Fläche. Zierrasen dient vor allem der repräsentativen Wirkung und braucht für eine dichte Narbe feinblättrige Gräser. Spiel- und Gebrauchsrasen wählst du für Flächen, die regelmäßig betreten und bespielt werden. Für Gebrauchsrasen werden Kombinationen aus Deutschem Weidelgras, Wiesenrispe und Rotschwingel eingesetzt.
| Gras | Keimdauer unter geeigneten Bedingungen | Rolle in der Narbe |
|---|---|---|
| Deutsches Weidelgras | etwa 7 bis 15 Tage | keimt schnell, schließt Lücken rasch, besonders trittfest |
| Rotschwingel | 10 bis 18 Tage | trockenheitstolerant, verträgt etwas Schatten, im Allgemeinen nur mäßig trittfest |
| Wiesenrispe | 14 bis 21 Tage | festigt die Narbe mit unterirdischen AusläufernAusläufer sind Triebe, an denen eine Pflanze wie die Erdbeere aufgereihte Jungpflanzen bildet. Diese bewurzeln sich und lassen sich abtrennen, so vermehrt sich die Pflanze vegetativ, also ohne Samen., entwickelt sich anfangs langsam |
Aus Keimdauer und Wuchsform ergibt sich eine Reihenfolge: Das Weidelgras läuft zuerst auf und deckt den Boden, die Wiesenrispe schließt später über ihre Ausläufer die Lücken. Raschwüchsige Mischungspartner können die junge Wiesenrispe allerdings verdrängen.
Beim Saatgut achte ich darauf, dass die Sorten auf Rasennutzung geprüft sind. Futtersorten besitzen häufig nur eine geringe Raseneignung. Die Eignung einer Rasensorte wird auf einer Skala von 1 bis 9 bewertet, und höhere Noten stehen für bessere Eignung im jeweiligen Rasentyp.
Schatten und trockene Lagen
Bei Lichtmangel bilden Rasengräser weniger Ausläufer und verlagern ihr Wachstum stärker in die Länge. Lägerrispe ist schattentolerant, hat aber nur eine geringe Trockenheitstoleranz. Hainrispe verträgt häufiges Mähen schlecht und passt deshalb nicht in einen Vielschnittrasen. Im Schatten sollte die Schnitthöhe mindestens 4,5 cm betragen. Dauerhafter Tiefschatten unter Gehölzen oder an Gebäuden ist für Rasen ungeeignet; dort kommen Schattenstauden wie Elfenblumen, Farne und Funkien infrage. An sehr trockenen Standorten eignet sich der tief wurzelnde Rohrschwingel.
Das Saatbett: Unkraut vor der Saat loswerden
Was im Saatbett überlebt, wächst später mitten in der jungen Narbe. Darum beginne ich die Vorbeugung beim Boden, lange vor der Saat.
Für eine Neuanlage lockerst du den Boden als Orientierung mindestens 15 cm tief, besonders nach verdichtenden Bauarbeiten. Danach muss sich der Boden setzen, was einige Wochen dauern kann. Was in dieser Zeit an unerwünschtem Bewuchs aufläuft, entfernst du vor der Rasensaat. Willst du das Setzen durch Walzen beschleunigen, walzt du nur auf trockenem Boden.
Wurzelunkräuter ziehst du möglichst vollständig aus oder gräbst sie aus, weil aus verbliebenen Teilstücken neue Pflanzen entstehen können. Unmittelbar vor der Saat bereitest du die obersten 2 bis 3 cm feinkrümelig vor. Dabei sammelst du Unkraut, Steine und grobe Reste ab. Bringst du zugekaufte Kultursubstrate ein, lohnt der Blick auf die RAL-Gütesicherung, denn sie erfasst unter anderem den Unkrautbesatz.
Während sich der Boden setzt, gehe ich die Fläche immer wieder ab und ziehe heraus, was aufläuft. Löwenzahn und andere Wurzelunkräuter hebe ich mit dem Unkrautstecher aus und schaue nach, ob die Wurzel ganz draußen ist.
Boden prüfen statt raten
Ob dein Boden Kalk oder Nährstoffe braucht, zeigt eine Bodenuntersuchung, denn Moos beweist für sich allein keinen Kalkbedarf. Die pH-Zielbereiche für Rasen hängen von der Bodenart ab. Wie du Licht, Tragschicht und pH-Wert einschätzt, steht im Abschnitt Standort und Boden unseres Rasen-Ratgebers, die Gehaltsklassen der Untersuchung erklärt dort der Abschnitt Düngen.
Dicht säen, aber nicht zu dicht
Der richtige Zeitpunkt
Günstige Zeitfenster für die Rasenaussaat liegen etwa von Mitte April bis Mitte Juni und von August bis Mitte September. Voraussetzung sind passende Bodentemperatur und Feuchtigkeit. Für die praktische Aussaat werden mindestens 10 °C Bodentemperatur empfohlen. Habe ich die Wahl, säe ich eine Neuanlage im späten Fenster zwischen August und Mitte September. Die Herbstaussaat profitiert von gespeicherter Bodenwärme und lässt sich leichter feucht halten, während im Frühjahr stärkerer Unkrautdruck auftreten kann.
Hirsearten können bei Bodentemperaturen über 20 °C in lückigen Rasenflächen und Rasenneuanlagen keimen. Unerwünschte Gräser lassen sich im Hausgarten aber nicht selektiv chemisch aus dem Rasen entfernen. Gegen Hirse bleibt dir damit vor allem die Vorbeugung: eine Ansaat, die zügig und gleichmäßig aufläuft.
Deine Saattermine kannst du mit dem Aussaatkalender für Rasen zum Ausdrucken planen.
Saatmenge und Verteilung
Für die Ansaat mit einer passenden Regelsaatgutmischung werden im Regelfall 25 g Saatgut je m² ausgebracht. Maßgeblich bleibt die Aufwandmenge, die für deine konkrete Mischung angegeben ist. Auf artenreiche Trockenrasen- oder Blumenrasenmischungen überträgst du den Regelwert nicht.
„Mehr Saat ergibt einen dichteren Rasen.“ Eine Überdosierung verstärkt die Konkurrenz zwischen den Keimlingen und kann Pilzkrankheiten begünstigen. Die empfohlene Menge, gleichmäßig verteilt, ist der bessere Weg zur dichten Narbe.
Ich wiege die Saat für die Fläche vorher ab und teile sie auf zwei Durchgänge auf. Den einen säe ich längs, den anderen quer, auf kleinen Flächen von Hand und bei Windstille. Für größere Flächen nimmst du einen Streuwagen. Anschließend rechst du die Saat etwa 0,5 cm flach ein und walzt die Fläche an. So eingearbeitetes und angedrücktes Saatgut ist für Vögel schwerer erreichbar als offen liegendes, und ein Gartenvlies kann zusätzlich vor Vogelfraß schützen.
Feucht halten, bis alle Gräser da sind
Keimende Rasensamen brauchen durchgehend Feuchtigkeit, weil ein austrocknender Keimling absterben kann. Ich gieße frische Saat mit einem Schwachregner an, damit die Oberfläche nicht verschlämmt. Feucht bleibt die Saatzone auch dann, wenn schon erste Halme zu sehen sind, denn langsam keimende Partner wie die Wiesenrispe laufen später auf.
In den ersten drei Wochen bewässerst du keimende Rasensaat alle 1 bis 2 Tage mit 5 l/m², bei Bedarf mit bis zu 10 l/m². Bei großer Hitze überbraust du die Fläche zusätzlich kurz.
Die ersten Schnitte
Neu gesäter Rasen wird erstmals bei 8 bis 10 cm Aufwuchshöhe geschnitten. Dabei kürzt du ihn nicht unter 5 cm. Scharfe Messer verhindern, dass noch schwach verwurzelte Junggräser herausgerissen werden. Das Schnittgut des ersten Mähens nimmst du von der jungen Fläche auf.
Viele Samenunkräuter, die in einer frischen Ansaat mit auflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen., verschwinden nach wenigen Rasenschnitten. Rosettenpflanzen wie Löwenzahn bleiben dagegen, weil Mähen allein sie nicht beseitigt. Diese stichst du gezielt aus.
Pflege, die keine Lücken entstehen lässt
Ist der Rasen angewachsen, geht es darum, dass keine neuen offenen Stellen entstehen.
Mähen: Schnitthöhe und Drittelregel
Für Garten-Gebrauchsrasen reichen die empfohlenen Schnitthöhen je nach Pflegekonzept von 3 bis 6 cm. Bleib innerhalb dieser Spanne, statt möglichst kurz zu mähen, denn zu kurzer Schnitt begünstigt Moos und unerwünschte Kräuter. Pro Mähgang nimmst du höchstens ein Drittel der aktuellen Wuchshöhe ab. Bei sommerlicher Hitze kann eine Schnitthöhe von 5 bis 7 cm sinnvoll sein.
Gemäht wird mit trockenen Halmen, Regen und Tau sprechen gegen einen Schnitt. Scharfe Messer vermindern ausgefranste Schnittstellen, die Pilzen als Eintrittspforten dienen können. Bevor ich mähe, halte ich den Zollstock in die Narbe und wähle die Schnitthöhe danach.
Die Drittelregel in der Praxis: Steht der Rasen 6 cm hoch, kürzt du ihn auf 4 cm.
Lücken schließen, bevor Unkraut sie besetzt
Kahle Stellen säe ich nach, sobald die Witterung es zulässt. Vor der NachsaatNachsaat heißt, Lücken in einem bestehenden Pflanzenbestand nachträglich mit frischem Saatgut zu schließen, ohne die Fläche komplett neu anzulegen. Im Garten betrifft das etwa lückigen Rasen oder Wiesenflächen. mähst du den Altbestand kurz und entfernst Schnittgut und abgestorbene Pflanzenreste. Dann ritzt du die Oberfläche an, damit die Samen direkten Bodenkontakt bekommen. Für die Nachsaat geschädigter Flächen werden etwa 20 bis 25 g Saatgut je m² empfohlen. Die Samen bedeckst du nur leicht mit Erde, drückst sie an und hältst die Stelle etwa 4 Wochen durchgehend feucht. Für schnellen Lückenschluss eignet sich Ausdauerndes Weidelgras, das in einem Orientierungsbereich von 7 bis 15 Tagen aufläuft.
Im Frühjahr beginnt die Nachsaat je nach Region zwischen April und Mitte Mai, sobald Wärme und Wasserversorgung reichen. Im Herbst ist sie von September bis Mitte Oktober möglich, solange der Boden noch mindestens etwa 8 bis 10 °C warm ist. Nach einem trockenen Sommer säst du erst dort nach, wo Pflanzen tatsächlich abgestorben sind, denn brauner, etablierter Rasen kann sich nach ausreichendem Regen erholen.
Lücken nach einer Einsaat können durch Austrocknung, ungleichmäßig verteilte Saat, zu tiefes Einarbeiten oder Wasser in Senken entstehen. Solche Stellen säst du mit der ursprünglich verwendeten Mischung nach, statt sie offen zu lassen.
Besteht die Fläche zu großen Teilen aus Moos und Unkraut, kann eine Neuanlage zweckmäßiger sein als wiederholtes Ausbessern. Eine Herstellerfaustregel empfiehlt sie, wenn bei Unkraut, Kahlstellen, unerwünschten Gräsern oder Unebenheiten mehr als 50 % der Fläche betroffen sind.
Wässern und Düngen mit Maß
Etablierten Rasen gießt du durchdringend, sodass das Wasser 10 bis 15 cm tief in den Wurzelbereich eindringt. Je nach Boden und Witterung reichen die Empfehlungen dafür von etwa 10 bis 25 l/m². Ich gieße früh am Morgen, weil das die Verdunstung verringert und lange nasse Blätter Pilzkrankheiten begünstigen. Örtliche Bewässerungsverbote und Einschränkungen haben Vorrang vor jeder allgemeinen Gießempfehlung.
Gedüngt wird nach Bedarf und in Teilgaben, denn Nährstoffmangel kann Moos fördern. Bei großer Hitze und Trockenheit düngst du nicht stickstoffreich, sondern erst wieder, wenn Feuchte zurück ist und der Rasen sichtbar wächst.
Filz und Verdichtung im Blick
Rasenfilz aus unvollständig zersetzten Grasresten kann bei stärkerer Auflage das Eindringen von Wasser und Dünger behindern. Spätestens ab einer Schichtdicke von 1 cm sollte er entfernt werden. Beim pflegenden VertikutierenVertikutieren ist ein Pflegeschritt für den Rasen: Scharfe Messer ritzen die Fläche leicht an und holen den Rasenfilz heraus. Rasenfilz ist eine Schicht aus liegen gebliebenem Schnittgut, abgestorbenen Pflanzenresten und Moos. wird die Bodenoberfläche höchstens 0,3 cm tief angeritzt. Neu angesäten Rasen vertikutierst du im ersten Jahr noch nicht, und in Trockenphasen vertikutierst du gar nicht.
Verdichteter Boden erschwert die Durchwurzelung und begünstigt Staunässe sowie ein flaches Wurzelwerk. AerifizierenAerifizieren heißt, den Boden unter dem Rasen mit Zinken zu durchlöchern. Die Hohlräume verbessern den Luftaustausch im verdichteten Boden und fördern so Wurzelwachstum und Bodenleben. kann oberflächennahe Verdichtungen lockern, beseitigt aber keine tiefgründige Verdichtung. Nasse Flächen schone ich, denn intensive Nutzung bei hoher Bodenfeuchte kann die Oberfläche zerstören und den Boden verdichten. Wie du Filz, Moos und kahle Stellen erkennst und beseitigst, zeigen dir unsere Tipps gegen Rasenfilz, Moos und Lücken.
Rasenpflege im Frühjahr: der Start für die Vorbeugung
Die Frühjahrspflege startet je nach Witterung etwa Ende März bis Anfang April, und die Forsythienblüte gibt dir einen Anhaltspunkt. Für die Vorbeugung zählen dann vor allem drei Arbeiten: Filz und Moos erst bei erwärmtem, abgetrocknetem Boden und wachsendem Gras entfernen, kahle Stellen nachsäen und die Schnitthöhe passend einstellen. Welche Arbeiten danach folgen, zeigt dir unser Pflegekalender mit allen Rasenarbeiten im Jahreslauf.
Wenn schon Unkraut im Rasen wächst
Löwenzahn stichst du aus und holst die PfahlwurzelEine Pfahlwurzel ist eine einzelne Hauptwurzel, die senkrecht nach unten in den Boden wächst; von ihr gehen Seitenwurzeln ab. Pflanzen mit Pfahlwurzel heißen Tiefwurzler, zum Beispiel Löwenzahn und Eiche. dabei möglichst vollständig heraus, weil verbliebene Wurzelteile erneut austreiben können. Die frei gewordene Stelle säst du gleich nach, damit sie nicht offen bleibt. Mechanische, thermische und biologische Wege gegen vorhandenes Unkraut findest du im Ratgeber, wie du Unkraut im Gebrauchsrasen gezielt bekämpfst.
Vorbeugen und dabei die Natur schonen
Vorbeugung kommt mit Mischung, Saatbett, Schnitt und Nachsaat aus und braucht dafür keine Mittel. Wer häufig mit einem Mähroboter schneidet, lässt ihn zum Schutz von Kleintieren weder nachts noch in der Dämmerung fahren. Nicht jede Ecke muss krautfrei sein: Auf weniger intensiv genutzten Flächen können blühende Kräuter wie Weißklee, Gänseblümchen und Schafgarbe Bienen und anderen Insekten Nahrung bieten.
Hast du eine bekannte Insektengiftallergie, berücksichtige das bei der Nutzung blühender Rasenflächen, denn Bienenstiche können schwere allergische Reaktionen auslösen.






